Spannende Inszenierung im Theater an der Kö

Autor: Christian Dick

Einen spannenden und zugleich unterhaltsamen Theaterabend kann man derzeit im Düsseldorfer Theater an der Kö erleben. Das Stück „Begleiterscheinungen“ ist vor der Dramaturgie her sehr gelungen und die Schauspielerin spielen das Stück auf sehr spritzige Weise. Die zwei Stunden im Theater vergehen wie im Flug. Das Stück unter der Regie von Theaterdirektor René Heinersdorff ist sehr sehenswert.

BEGLEIT-ERSCHEINUNGEN

Komödie von Peter Buchholz

Regie: René Heinersdorff

mit EVA HABERMANN, RALF STECH, OLIVER BÜRGIN

Daniel beginnt nach seiner Scheidung ein neues Leben. In einem schicken Loft in der Innenstadt soll der Neustart allen Skeptikern und Neidern zum Trotz gelingen. Am Tag der Einweihungsfeier trifft Daniel auf seine neue Nachbarin Sara und ist sofort hingerissen von ihr. Die Sympathie ist gegenseitig und erstmal scheint alles ganz unkompliziert, bis Daniels bester Freund Tom im Loft auftaucht. Tom und Sara kennen sich von einem Escort-Service, für den Sara hin und wieder aus finanziellen Gründen arbeitet.

Nun möchte sie, Unheil witternd, unbedingt verhindern, dass Daniel das Geheimnis erfährt und bietet Tom einen Deal an. Tom, der Sara ebenfalls begehrt, ist hin- und hergerissen, zwischen seiner Eifersucht auf den Nebenbuhler und der Loyalität dem Freund gegenüber. Als er Sara droht, die Bombe platzen zu lassen, entschließt sie sich lieber selbst mit Daniel zu reden. Durch ein Missverständnis erfährt er nur die halbe Wahrheit und so geraten die drei in eine Spirale aus Missdeutungen und immer neuen Irrtümern.

Weitere Informationen gibt es unter der Internetadresse https://www.theateranderkoe.de/ .

Liebe in der zweiten Lebenshälfte – eine äußerst romantische Komödie

Autor: Christian Dick

In der Düsseldorfer Komödie in der Steinstraße glänzen gegenwärtig Peter Millowitsch und Andrea Spatzek in dem Stück „Oh, diese Eltern“. Im Mittelpunkt steht zwei Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die ihren zweiten Frühling erleben. Dies Komödie ist etwas für das Herz.

Handlung des Stücks

Oh, diese Eltern

Aufführung bis zum 17.05.2019

Komödie von Alfonso Paso – Überarbeitung von Wolfgang Spier

Im Wartezimmer von Dr. Rodriguez, mitten im spanischen Andalusien, treffen Dolores Velasco und Fernando Cano aufeinander. Die Beiden haben Einiges gemeinsam: beide sind in der zweiten Hälfte ihres Lebens angekommen, beide haben ihren Partner verloren, beide fühlen sich von ihren Kindern mißverstanden und vor allem fühlen sich beide totkrank und sind erbost über ihren bisherigen Arzt, der sie beide für kerngesund hält.

Über ihren Zorn auf den vermeintlich unfähigen Arzt, die Undankbarkeit der jeweiligen Sprößlinge und über ihre jeweiligen Gebrechen, entwickelt sich zwischen den beiden sonst recht unterschiedlichen Charaktären ein intensives Gespräch. Man versteht sich, man fühlt sogar Sympathie, oder vielleicht sogar mehr? … Ohne es zu wissen sind die Beiden ihrem eigentlichen Problem auf die Spur gekommen – der Einsamkeit. Und sie haben mit sich gleich die richtige Medizin gefunden.

Ihre Kinder sind jedoch gegen die Verbindung ihrer Eltern und versuchen diese mit allen Mitteln zu verhindern. Mit viel Witz und überraschenden Ideen kämpfen Dolores und Fernando nun für ihr Recht auf Glück.

Erleben sie eine temporeiche, zum Lachen animierende und gleichzeitig romantische Geschichte über den „zweiten Frühling“ und wie man mit ihm umgeht. Und einen Beweis dafür, daß Lachen die beste Medizin ist.

Kartenreservierung:

Tel.: 0211 – 13 37 07

Tel.: 0211 – 32 51 51

E-Mail: karten@komoedie-steinstrasse.de

Zusätzliche Informationen gibt es unter der Internetadresse www.komoedie-steinstrasse.de

 

DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄRCHEN im Stadtmuseum Düsseldorf

 Musikalischer Lyrikabend

Foto: das THEN-Quartett (von links nach rechts) Ulrich Pakusch, Philipp Reinheimer, Kai Christian Moritz, Bernhard Stengele

„Denk ich an Deutschland in der Nacht,  dann bin ich um den Schlaf gebracht“, so heißt es in Heinrich Heines Zyklus „Zeitgedichte“. Nicht minder berühmt ist Heines Werk „Deutschland ein Wintermärchen“. In diesem betrachtet Heine seine Heimat mit Ironie, aber zugleich auf liebevolle Weise. Dieses Werk hat heute eine hohe Reputation, weil es einer der Glanzpunkte der politischen Dichtung des Vormärz ist und für viele das emotional fesselndste Werk ist, das jemals von einem Emigranten verfasst wurde. Der Ursprung für dieses Gedicht war die erste Reise Heines nach Deutschland, seitdem er im Jahre 1831 nach Frankreich ausgewandert war.

Seit dem Jahre 2008 hat das THEN-Quartett dieses Werk Heinrich Heines für die Bühne adaptiert. Ende April 2019 kommt dieses nun im Düsseldorfer Stadtmuseum zur Aufführung. Seit der Erstaufführung ist das Programm kontinuierlich gereift und die Künstler mit ihm. Es gibt immer tagesaktuelle Anpassungen und einen regionalen Bezug. Das THEN-Quartett hat eine völlig neue Interpretation des Gedichts des Wahlfranzosen Heinrich Heine kreiert, angereichert mit weiteren, kraftvollen Texten, Liedern und Bildern und entwickelt auf diese Weise ein eigenes Deutschlandbild des 21. Jahrhunderts. Wer sind wir? Wie wollen wir leben? Was ist DEUTSCHE KULTUR? Und drohen wir sie zu verlieren? Gehört der Islam zu Deutschland? Das sind die Fragen, um die die deutsche Politik, die deutsche Gesellschaft streitet. Was ist Heimat? Das THEN-QUARTETT hat seine Antwort gefunden: Heine ist Heimat. Und seine Heimat ist konkret: der gute alte Vater Rhein, der im Kyffhäuser schlummernde Kaiser Barbarossa, der Kölner Dom, das heimische Sauerkraut, die Rostbratwürste, aber auch die Bigotterie, die Engstirnigkeit, der Antisemitismus….

Das THEN-QUARTETT folgt den Spuren Heinrich Heines, der das Deutsche liebte und an ihm krankte.

Für das Ensemble ist es eine große Freude und Ehre, nun in Heines Heimatstadt mit dem Programm auftreten zu dürfen. Mitwirkende sind Bernhard Stengele aus Kißlegg im Allgäu, Kai Christian Moritz aus Würzburg, Philipp Reinheimer aus Berlin und Ulrich Pakusch, der aus Werl stammt, an einem original THEN-Hammerflügel.

Aufführungstermin in Düsseldorf ist der  25. April im Veranstaltungssaal des Düsseldorfer Stadtmuseums, Berger Allee 2. Beginn ist um 20 Uhr. Die Aufführungsdauer beträgt 2 ½ Stunden inkl. Pause. Der Vorverkauf findet über Westticket statt. Es besteht freie Platzwahl, der Normalpreis beträgt 23€, der Preis für Schüler und Studenten: 17€.

 

Mathilde Franziska Anneke – Eine beeindruckende Persönlichkeit

Anneke als Reiterin Foto Wikipedia

Die Briefmarke mit Annekes Konterfei Quelle Wikipedia

03.04.2019 Köln Kölnisches Stadtmuseum Übergabe der originalen Rathausfigur von Mathilde Franziska Anneke zu ihrem 202. Geburtstag Portrait der 23jährigen Anneke Foto Andrea Matzker

03.04.2019 Köln Kölnisches Stadtmuseum Übergabe der originalen Rathausfigur von Mathilde Franziska Anneke zu ihrem 202. Geburtstag Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Als in den achtziger Jahren der Kölner Rathausturm mit 124 Figuren bestückt und verziert werden sollte, gelang es gerade fünf Frauen, in die Riege dieser erlauchten Persönlichkeiten zu gelangen. Inzwischen sind daraus acht geworden. Immerhin. Eine dieser Figuren stellte die Journalistin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Mathilde Franziska Anneke dar. Sie wurde von der Bildhauerin Katharina Hochhaus erschaffen und trägt als Attribute eine Zeitung, zerbrochene Ketten und einen Reiterhelm. Leider wurden die Figuren damals im guten Glauben mit einer falschen Beschichtung versiegelt, sodass der Stein bald darunter litt, und sie wieder herab genommen werden mussten. Sie wurden ersetzt, und so ist auch Mathilde Franziska Anneke wieder vom Altermarkt aus am Rathausturm zu sehen. Die Originalstatue der Rathausturmfigur wurde nun an ihrem 202. Geburtstag, dem 3. April 2019, dem Kölnischen Stadtmuseum übergeben.

Anneke, die in den 1840er Jahren in Köln lebte, gilt als eine der bedeutendsten rheinischen Protagonistinnen der Frauenrechtsbewegung im 19. Jahrhundert. Ihr Leben war nicht einfach, was auch durch das Attribut der zerbrochenen Kette symbolisiert wird. Mathilde Franziska Anneke wurde damals zwangsverheiratet mit einem adeligen Weinhändler, der leider nur allzu sehr seinem eigenen Produkt zusprach, Alkoholiker war und sie regelmäßig schlug. Das schwierige Unterfangen einer damaligen Scheidung wurde insofern gewährt, danach musste sie allerdings zehn Jahre lang mit dem Tadel der Geschiedenen leben. Als sie ihren zweiten Mann Fritz Anneke kennenlernte, hatte auch der eine sogenannte unehrenhafte Vergangenheit, da er wohl einem anstehenden Duell aus dem Wege gegangen war. Beide führten eine für damalige Verhältnisse außerordentlich fortschrittliche Ehe, denn beide gingen gleichgeschlechtlichen Neigungen nach.

Ihre erste Schrift lautete “Das Weib im Konflikt mit den sozialen Verhältnissen” und ist heute im Reclam Verlag zu erhalten. Sie gründete das sogenannte Kommunistische ästhätische Clübchen (mit zwei “ä”). Die Neue Kölnische Zeitung ist ihr zu verdanken. Daher auch das Attribut der Zeitung in ihrer Hand. Ein weiteres Attribut sind die zerbrochenen Ketten, die auf ihr Werk mit dem gleichen Titel hin zielen und ihre Situation in sozialer Hinsicht zeigen. Karl Marx wünschte, dass sie sein Erbe antrete. Ein weiteres Attribut, der Reiterhelm zu ihren Füßen, lässt daran erinnern, dass die begeisterte Reiterin, für damalige Verhältnisse äußerst ungewöhnlich, im Herrensattel ritt und Ordonnanzoffizier war. Mit einer für damalige Verhältnisse recht ungewöhnlichen Größe von 1,80 m war sie eine äußerst imposante Erscheinung, nach vielen Zeitzeugen äußerst attraktiv und daher nicht zu übersehen.

Später wanderte sie mit ihrem Mann nach Amerika aus, wo sie weiterhin tätig war, sich für das Wahlrecht der Frauen einsetzte, auf vielen Kongressen sprach und bis zu ihrem Tod lebte. Sie bekam sieben Kinder, von denen fünf verstarben, da sie nicht gegen die Pocken geimpft waren.

Mathilde Franziska Anneke gilt als Vorbild der Frauenbewegung. Auch ist eine Briefmarke mit ihrem Konterfei erschienen.

Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen im Mai 2019

Öffentliche Führungen / Dauerausstellung

Samstags 14.00 Uhr und sonntags 12.00 Uhr

Museumseintritt zzgl. Führung 2,00 Euro

Treffpunkt Museumskasse

Sa 04.05.2019

14.00 – 15.00 Uhr

Am Hofe Karls des Großen

mit Gerti Klein-Verwijst

So 05.05.2019

12.00 – 13.00 Uhr

Der Aachener Dom als Spiegelbild der Stadtgeschichte

mit David Falke

Sa 11.05.2019

14.00 – 15.00 Uhr

Karl der Große und seine Pfalz

mit Julia-Anna Preisler

So 12.05.2019

12.00 – 13.00 Uhr

Aquis granni – Aachen und das Wasser

mit Lydia Konnegen

Sa 18.05.2019

14.00 – 15.00 Uhr

Badestadt Aachen

mit Dr. Josef Gülpers

So 19.05.2019

12.00 – 13.00 Uhr

Der Aachener Dom als Spiegelbild der Stadtgeschichte

mit David Falke

Sa 25.05.2019

14.00 – 15.00 Uhr

Barocke Badestadt

mit Gerti Klein-Verwijst

So 26.05.2019

12.00 – 13.00 Uhr

Spotlight-Führung durch 5000 Jahre Stadtgeschichte

mit David Falke

Öffentliche Seniorenführung durch die Dauerausstellung

Architektur und Kunst im Zeichen karolingischer Macht

mit Dr. Gudrun Liegl-Raditschnigg

Do, 02.05.2019, 15.00 – 16.00 Uhr

Museumseintritt  zzgl. Führung 2,00 €

Treffpunkt Museumskasse

Karlspreisrahmenprogramm

So 12.05.2019, 16.00 Uhr Auditorium (Eintritt frei)

Vortrag: „Vom Gleichgewicht zum Konzert der Mächte – Der Aachener Kongress 1818 “

Referent: Prof. Dr. Frank Pohle

So 26.05.2019  öffentl. Führung

16.00 – 17.00 Uhr

Hegemoniebestrebungen, Interessenausgleich, Konzert der Mächte – 1200 Jahre Außenpolitik im Spiegel der Stadtgeschichte

mit Prof. Dr. Pohle

(Museumseintritt, Führung frei)

Samstag, 04.05.2019

Aktionstag Mensch im Centre Charlemagne

12.00 – 18.00 Uhr

Eintritt frei

Das Centre Charlemagne lädt in Kooperation mit der Lebenshilfe Aachen e.V. und gefördert durch „Aktion Mensch“ ein zu einem Inklusiven Familientag im Museum. Seit Sommer 2018 erforschen junge Erwachsene mit Behinderung, die sich in der  „Karlsgruppe im Sonnenschein“ zusammengefunden haben, in Begleitung des museumspädagogischen Teams  die Stadtgeschichte und entwickeln gemeinsam ein Mitmachbuch, Lernspiele und ein eigenes Führungskonzept. Rund um dieses Projekt werden Museumsrundgänge, verschiedene Theateraufführungen, Bücherstand, Quiz und ein inklusives Kreativprogramm angeboten. Bei Kaffee und Kuchen gibt es jede Menge Raum für Austausch und Begegnungen.

Das gesamte Programm finden Sie hier: www.centre-charlemagne.eu und www.museumsdienst-aachen.de

Sonntag, 19.05.2019

Städteregionaler Familientag

Familie – Bildung – Wissenschaft

Eintritt frei

Das Centre Charlemagne lädt herzlich ein zum Städteregionalen Familientag!

11.00 – 17.00 Uhr

Kurzweiliges Vortragsprogramm für Eltern und Großeltern

mit Themen wie Kindertagespflege, Regenbogenfamilien, Generation

Handy, Achtung Pubertät, Starke Großeltern – Starke Kinder, (Ä)Elter(n) werden, Familie und Museum. Dazwischen lädt ein Mitmachprogramm kleine und große Besucher ein zum Singen, Impro-Theater, zu einer Vorleseaktion und einer Plakatausstellung zum Thema Geschlechterrollen.

11.00 – 17.00 Uhr Kreativprogramm in der Museumswerkstatt rund um das Thema Mittelalter

13.00 Uhr / 14.00 Uhr / 15.00 Uhr / 16.00 Uhr Familienführungen mit Objekten aus dem Museumskoffer zum Anfassen und Ausprobieren

Eine genaue Übersicht finden Sie finden Sie hier: www.centre-charlemagne.eu und www.museumsdienst-aachen.de

SERVICE:

CENTRE CHARLEMAGNE

Neues Stadtmuseum Aachen

Katschhof 1, 52062 Aachen

Tel.: +49 241 432-4994; Fax: +49 241 432-4989

info@centre-charlemagne.eu

www.centre-charlemagne.eu

www.route-charlemagne.eu

Das CENTRE CHARLEMAGNE – Neues Stadtmuseum Aachen führt multimedial durch die gesamte Stadtgeschichte. Von der frühesten Besiedlung über die römische Stadt und die Pfalz der Karolinger, über den mondänen barocken Kurort bis zur heutigen vielfältigen Europastadt. Das Geschichtslabor macht die karolingische Alltagskultur erfahrbar.

Öffnungszeiten

Di – So und an Feiertagen 10.00 – 18.00 Uhr; Mo geschlossen

Achtung: Während der Ausstellung „Pratschjeck op Fastelovvend“  ist das Centre Charlemagne donnerstags bis 20.00 Uhr geöffnet!

Eintritt

Bis einschl. 21 Jahren frei

Erwachsene. 6,00 Euro; ermäßigt. 3,00 Euro.

Museumscard „6 for 6“

(jeweils ein Eintritt in fünf Museen plus Rathaus / sechs Monate lang) für 14,00/10,00 Euro. Der Eintritt für Gäste bis einschließlich 21 Jahren ist in allen Museen frei.

Führungen für Privatgruppen

Wir bieten deutsche und fremdsprachige Führungen durch die Dauerausstellung an.

Kindergeburtstag

Nach einer Führung durch Dauerausstellung und Besuch im Geschichtslabor wird in der Museums-Werkstatt mit den Geburtstagsgästen kreativ gearbeitet und gespielt, z.B. zum Thema „Komm mit ins Mittelalter!“, „Mit Gänsekiel und Tintenfass“, „Mit Kettenhemd und Schwert“ , „Stabpuppentheater“. Ein Imbiss darf mitgebracht werden oder man bucht diesen im Museumscafé „Karls“ (Tel. +49 241 46366087). Kosten. 70,00 € bis zu 12 Kindern (jedes weitere Kind 6,00 €).

Angebote für Kitas und Schulen

Auf Wunsch begleiten wir Sie und Ihre Klassen in Überblicksführungen oder speziellen Themenführungen. In der Museumswerkstatt kann in Workshops das Gesehene im eigenen Tun vertiefend umgesetzt werden. Unsere Angebote sind für die jeweiligen Altersstufen entwickelt – für die Vorschule, Grundschule und die weiterführenden Schulen. Für Förderschulen konzipieren wir nach Rücksprache mit den Lehrkräften spezielle Angebote. Gerne sind wir Partner bei Ihren Schulprojekten oder Themenwochen, die wir individuell mit Ihnen planen. Infos finden Sie unter

www.centre-charlemagne.eu

Auskunft und Anmeldung für Privatgruppen, Schulen / museumspädagogische Angebote

Kulturbetrieb der Stadt Aachen

Museumsdienst

Verwaltungsgebäude Katschhof

Johannes-Paul-II.-Str. 1, 52062 Aachen

Tel.: +49 241 432-4998

Fax: +49 241 432-4989

museumsdienst@mail.aachen.de

Verkehrsanbindung

Bus. von Hbf Aachen alle Linien Richtung Bushof/Innenstadt zur Haltestelle Elisenbrunnen – weiter zu Fuß > Dom > Katschhof

Parkhäuser. Rathaus/Mostardstraße, Dom/Jesuitenstraße

Barrierefreiheit

barrierefreier Zugang / WC / Aufzug

Earth Hour 2019 in Köln

Der Kölner Dom kurz vor der Earth Hour Foto Andrea Matzker

30.03.2019 Köln Earth Our ohne Dom- und ohne Gaudì-Zelt-Beleuchtung Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Zum 13. Mal rief der WWF in diesem Jahr zur Earth Hour auf. Dabei verschwinden markante Gebäude und berühmte Wahrzeichen, die normalerweise nachts angestrahlt werden, in der Dunkelheit. Dazu gehören der Eiffelturm, das Brandenburger Tor oder die Akropolis. 2007 fand in Sydney die erste Earth Hour statt. Damals schalteten 2,2 Mio. Australier zuhause für 1 h das Licht aus. Inzwischen findet die Veranstaltung weltweit statt und ist beispielsweise in Asien zu einem Großereignis geworden. Dort macht man auch zuhause mit und geht auf Großveranstaltungen. In Deutschland hatten sich in diesem Jahr 342 Städte dazu angemeldet, davon 68 in NRW. In Köln beobachteten viele Schaulustige das Spektakel von den Terrassen auf der rechten Rheinseite aus, als am Dom symbolisch die Lichter ausgingen. Auch die Romanischen Kirchen und das Gaudì-Zelt verschwanden für eine Stunde in der Dunkelheit.

GROßE OPER – VIEL THEATER?

Bühnenbauten im europäischen Vergleich

 

MAKK Berlin Staatsoper Unter den Linden Foto Andrea Matzker

MAKK Berlin Staatsoper Unter den Linden Foto Andrea Matzker

MAKK Bernd Streitberger Dr. Petra Hesse Schauspielintendant Stefan Bachmann Foto Andrea Matzker

MAKK Hamburg Elbphilharmonie Foto Andrea Matzker P4550077

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Das Museum für Angewandte Kunst, kurz MAKK, in Köln zeigt bis zum 30. Juni eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt am Main. Insgesamt werden 19 Bühnenprojekte der letzten Jahre aus Deutschland und Europa vorgestellt und präsentieren damit einen exemplarischen Überblick zu diesem Thema. Es geht sowohl um Sanierungen historischer Anlagen als auch um spektakuläre Neubauten, die miteinander verglichen werden.

Museumsdirektorin Dr. Petra Hesse erinnerte daran, welche Bedeutung das Jahr 1957 für die Stadt Köln hat. In diesem Jahr wurden die zwei wichtigsten Kulturbauten der Stadt im modernen Baustil gebaut und eröffnet. Um sie herum herrschte damals Ackerland. Das bald  weltberühmte Wallraf Richartz Museum, in dessen Bau heute das MAKK untergebracht ist, und das Opernhaus öffneten gleichzeitig ihre Pforten. Ihr damals ungeheuer moderner Baustil stand für ein eindeutiges Statement für die Kultur der Stadt Köln und den Aufbruch nach vorne. In diesem Sinne möchte Dr. Hesse auch die derzeitige Ausstellung und ihre Signifikanz für die weitere Zukunft sehen.

Bernd Streitberger, der technische Betriebsleiter der Bühnen Köln, stellte ein interessantes Programm mit sechs Rahmenveranstaltungen zur Ausstellung in den kommenden Monaten mit Diskussionen, Vorträgen und Führungen vor.

Die beiden Kuratoren Andrea Jürges und Yorck Förster erläuterten die enorme Bedeutung eines Opernhauses für die Stadt und die Stadtgesellschaft. Anders als Museen und Bibliotheken sind diese Bauten üblicherweise für das Publikum nur abends zugänglich. Daher sind die neuen Projekte mit Integrierung von Bibliotheken, Ruhezonen oder gastronomischen Einheiten als äußerst wichtig zu betrachten, da sie das Publikum auch tagsüber in ein Opernhaus zu locken vermögen. Sehr interessante Einblicke in die Architektur eines solch komplexen Apparates und deren Wandel in der Zeit, aber auch die für die Öffentlichkeit selten einzusehende große Bedeutung der Haustechnik wurden dargestellt. Als eines der besonders gelungenen Objekte wurde das Hamburger Haus hervorgehoben, in dem sich Hotel und Philharmonie mit Wandel Foyer in einem einzigen Komplex befinden, aber durch eine Terrasse räumlich und schalldicht getrennt werden. Eine Sanierung der Haustechnik, vor der viele Häuser stehen, fällt mindestens alle 60 Jahre an, und ist trotz Einbindung aller Neuerungen in 60 weiteren 60 Jahren leider bereits wieder veraltet. Es gilt, diese Hintergründe einem breiten Publikum näher zu bringen, damit mehr Verständnis für die schwierigen Situationen, wie beispielsweise auch in Köln, aufgebracht werden kann.

In der ersten und zweiten Etage des Museums lassen sich die 19 Bühnenprojekte sehr schön studieren. Die eindrucksvollen Fotos des Kölner Baus von Hugo Schmölz zeigen die beeindruckende Atmosphäre von damals, es gibt Einblicke in die einzelnen Schritte der Bauphasen mit Plänen und Grundrissen. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der für 12,80 € an der Museumskasse erhältlich ist.

Bernd Streitberger deutete relativ überschaubare Zeiten (voraussichtlich letztes Quartal 2022) und Kosten (ca. 545 Millionen) bis zur Beendigung des Kölner Baus an und ließ ein kleines Highlight verlautbaren, bei dem die Kölner schon einmal vorab den Neubau der Oper, außer bei Führungen selbstverständlich, in Aktion beschnuppern können: Im Rahmen des Offenbach-Jubiläums findet voraussichtlich im kommenden Juni in der künftigen Opernkantine zehnmal eine Offenbachiade mit dem Titel “Je suis Jacques“ statt.

MAKK Köln Opernhaus Köln Foto Andrea Matzker

MAKK Paris Philharmonie Paris Foto Andrea Matzker

Eine Begegnung mit Mario Adorf in Köln

25.03.2019 Köln Flora Mario Adorf erzählt aus seinem Leben und stellt sein Buch Zugabe vor fast 1000 Zuhörern vor Die Veranstaltung war komplett ausverkauft Wie in Bayreuth suchten Anhänger noch Karten mit Schildern Suche Karten Foto Andrea Matzker

25.03.2019 Köln Flora Mario Adorf erzählt aus seinem Leben und stellt sein Buch Zugabe vorr fast 1000 Zuhörern vor Foto Andrea Matzker

25.03.2019 Köln Flora Mario Adorf erzählt aus seinem Leben und stellt sein Buch Zugabe vorr fast 1000 Zuhörern vor Anschließend signierte er mit Autor Tim Pröse sein Buch Foto Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Aus Anlass der lit.COLOGNE und seiner bevorstehenden Lesereise führte der 88-jährige alte Film-Haudegen ein Gespräch mit Knut Elstermann (hier einige Auszüge, in ungefährem aber sinngemäßem Wortlaut wiedergegeben) in der Kölner Flora und las aus seinem neuen Buch mit dem Titel „Zugabe!“

Wann stellten Sie fest, dass Sie Schauspieler werden wollten?

Adorf: Eigentlich sehe ich mich als einen Eifler Bauern, der durch Zufall all und durch Verkettung verschiedener Umstände zum Schauspieler wurde. Ursprünglich wollte ich Theaterdirektor werden. Die Erfahrung bei den Münchener Kammerspielen war prägend für mich. Dort lernte ich, Mensch zu sein.

Wussten Sie um Ihre Gabe als Buchautor?

Adorf: Ich habe Lust, Geschichten zu erzählen, fühle mich aber nicht als Schriftsteller oder Autor. Ich habe ein gutes Gedächtnis. Offenbar hat das noch nicht gelitten.

Sie gelten als Weltstar.

Adorf: Ich bin ein Weltbürger. So genannte Weltstars kamen für mich immer nur aus Amerika, nicht aus Deutschland, Italien oder Frankreich. Meine Vorbilder als Schauspieler waren Spencer Tracy und Jean Gabin.

Sie haben Verehrer in jeder Altersgruppe.

Adorf: Jede Generation hat ein anderes Bild von mir. Diee verbindet mich mit Winnetou, die andere mit dem großen Bellheim. Ich bin stolz darauf, dass ich den Menschen generationsübergreifend bekannt bin.

Sie hatten ein besonderes Verhältnis zu ihrer Mutter.

Adorf: Sie musste mich alleine großziehen und hatte es dadurch nicht leicht. Mit Zärtlichkeiten und Lob war sie recht sparsam. Als ich den großen Bellheim spielte, sagte meine Mutter lediglich: „Endlich spielst Du mal einen Herren!“

Wie ist Ihr Verhältnis zum Lesen?

Adorf: Lesen war immer wichtig für mich. Alles was ich weiß, weiß ich aus Büchern. Deshalb befürworte ich Initiativen für das Lesen.

Wie stehen Sie zum Thema Gewalt?

Adorf: Ich habe in zwei Filmen mitgespielt, in „Fahrt zur Hölle Halunken“ und als ein Mafiaboss, dessen Stunts sich alle selber gedreht hatte. Erst als ich sie danach gesehen habe, waren sie mir zu brutal. Als man mich im Anschluss daran zu einer Rächerfigur und zu einem italienischen Charles Bronson machen wollte, habe ich den dritten Film abgesagt.

An welche Periode in ihrem Leben erinnern Sie sich besonders gerne?

Adorf: Die schönste Zeit meines Lebens habe ich definitiv im Rom della dolce vita verbracht. De ganze Filmwelt verkehrte damals dort, und das Leben war günstig. Es gab Partys ohne Ende, um 23:00 Uhr ging man zum Essen bis 02.00 oder 03:00 Uhr nachts, und danach fuhr man noch ans Meer. Man konnte das Leben richtig genießen, vor allem auch den Moment.  Für den Genuss war ich immer zu haben. Doch diese sorglose Zeit hörte ca. 1973 mit der Energiekrise auf. Es war eine eindeutige Einbuße an Lebensqualität. Italien ist heute nicht mehr heiter. Die Menschen sind genau wie bei uns oder noch schlimmer.

Wie geht Ihre Frau mit Ihrem Erfolg um?

Adorf: Seit 50 Jahren lebe ich mit meiner Frau Monique in Paris, München und Saint Tropez, woher sie stammt. Für sie ist mein Beruf Broterwerb und nichts Besonderes. Sie hat sich immer zurückgehalten. Es ist wohltuend, dass zu Hause alles so normal ist.

Gibt es ein Leben nach dem Tod für Sie?

Adorf: Der Tod ist ein Abschied und totaler Abschluss. Ich werde nicht ganz weg sein oder ganz sterben. Aber es ist definitiv und ich habe keine Erwartungen. Ich lasse mich überraschen.

Das von Tim Pröse lebendig und unterhaltsam geschriebene Buch „Zugabe“ mit vielen bislang unbekannten Fakten, Erzählungen und Anekdoten ist im Kiepenheuer und Witsch Verlag erschienen, hat 256 Seiten und kostet in der gebundenen Ausgabe 20 €.

Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-05279-4
Erschienen am: 07.03.2019
256 Seiten, gebunden mit SU
Preis
Deutschland
20,00 €

Österreich
20,60 €

Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und Journalist in München. Er war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und Redakteur bei Focus. Seine Bücher »Jahrhundertzeugen. Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler« (2016) und »Hallervorden. Ein Komiker macht Ernst« (2017) wurden Bestseller.

 

Die Frühjahrsmesse IAW in Köln

 

IAW Ausgefallene Fächer der Firma Salti Foto Andrea Matzker

IAW Der ausgezeichnete bildschöne Wasserkocher Foto Andrea Matzker

IAW Donald Trump – Gadgets für die Badewanne Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Zum 29. Mal veranstaltete die Nordwestdeutsche Messegesellschaft Bremen-Hannover mbH mit Sitz in Oldenburg auf dem Kölner Messegelände die Internationale Aktionswarenmesse IAW. Mehr als 400 Importeure, Großhändler, zahlreiche Produzenten aus Deutschland, den  angrenzenden Nachbarländern von Polen über Österreich bis Benelux und Großbritannien präsentierten auf dieser in Europa führenden Ordermesse für Impulsgüter und Trendartikel in Köln auf fast 50.000 Quadratmetern in den Messehallen 10.1 und 10.2 ihre neuesten innovativen Gadgets, Geschenkartikel und Aktionswaren. Der Veranstalter bietet seinen Ausstellern, wie den über 9000 Fachbesuchern regelmäßig nicht nur großzügige und attraktive Präsentations- und Ausstellungsmöglichkeiten, sondern sorgt auch mit einem attraktiven und vielfältigen Rahmenprogramm für erweiterte Fortbildungsmöglichkeiten. Das E-Commerce Quarter samt E-Commerce Arena von Restposten.de widmet sich allen Belangen des digitalen Handels mit Workshops und Vorträgen. Im Trendforum werden Fragen des stationären Handels und des Multi-Channel-Marketings behandelt. Alle diese Veranstaltungen sind gut nachgefragt und führen sicherlich zur weiteren Professionalisierung und Perfektionierung des Handels, wovon nicht nur die Händler, sondern auch deren Kunden profitieren werden. Hier fand auch die Verleihung des neu konzipierten IAW Trendseller Product Awards statt und zeigte Produkte, die die Jury von ihren Erfolgsaussichten her überzeugten. Mit einem überarbeiteten Konzept sieht die Neuausrichtung vor, dass es keine hierarchische Abstufung der Preisträger mehr gibt, sondern dass Produkte für spezifische, aber in Zukunft wechselnde Kategorien ausgezeichnet werden. „Mit dem neuen Konzept wollen wir dem Fokus auf bloßer Neuheit entgegenwirken und die Qualität und Verkaufbarkeit einfach schöner Produkte honorieren. Dadurch gewinnt der Award an Breite“, erklärt Unternehmensberater und Juryvorsitzender Ulrich Eggert. Man muss das Rad eben nicht immer neu erfinden, geschicktes Verbessern ist oft viel mehr wert. TV-Moderator Ralf Kühler verlieh den Award an einen Wasserkocher in der Kategorie Design. Wasserkocher sind per se nicht innovativ, doch die hochwertige Verarbeitung und Qualität des „Rose Gold Kettle“ von UP Global Sourcing Ltd. aus England wusste zu überzeugen. Martina Schimmel von zentrada Europe befand, „dass Roségold absolut im Trend liegt, und die Kombination aus Wasserkocher im Gewand des klassischen Flötenkessels sehr schick und wertig daherkommt.“ Der Wasserkocher fasst 1,7 Liter und ermöglicht durch seine Leistung von 3 kW ein schnelles Kochen auf einem 360-Grad-Standfuß. Außerdem ist noch ein passender Toaster in selbiger Design-Linie erhältlich. Neben den üblichen Kaffeetassen mit dem Konterfei von Donald Trump und vielen weiteren Dekorationsartikeln mit Kultcharakter gab es sogar, passend zur etwa zeitgleichen Oscar-Verleihung in Hollywood, eine kleine, finanziell durchaus erschwingliche Siegestrophäe mit einer „goldenen“ Victor-Statue auf echtem Marmorsockel, der stilecht mit dem eigenen Namen versehen werden kann.

IAW Stilvolle Dekoartikel Foto Andrea Matzker

IAW Victor-Statuette Foto Andrea Matzker

„Ein denkendes Herz“

Autor: Christian Dick

Foto, copyright: Christian Dick

Dieser Buchtitel der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamaro wurde als Überschrift des sechsten Rhein Meeting der Gemeinschaft Communione e Liberazione gewählt, das vom 22. bis 24. März 2019 im Maternushaus in Köln stattfand. „Ein denkendes Herz“, das war auch der innigste Wunsch von Etty Hillesum, einer jungen Frau, die 1943 in Ausschwitz-Birkenau umgebracht wurde. In intensiven Auseinandersetzungen mit sich selbst und ihren Umständen im Konzentrationslager gelangte sie zu immer größerer Gewissheit über Gott und das Leben und wünscht sich für ihre Mitmenschen „das denkende Herz der Baracke“ zu werden. Im Rahmen des Rhein Meeting fand daher auch eine Lesung aus der Tagebüchern der Etty Hillesum statt, die sehr beeindruckend war.

Foto: Sie waren auch beim Rhein Meeting: der Generalvikar des Erzbistums Köln Dr. Markus Hofmann, der Direktor des Theologenkonvikts „Collegium Albertinum“ Romano Christen und Weihbischof Ansgar Puff (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Foto: Franz Müntefering (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Bei seiner Thronbesteigung richtete der biblische König Salomon an Gott die folgende Bitte: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Könige 3,9). Benedikt XVI. verwies in seiner Rede im Deutschen Bundestag gerade auf dieses hörende Herz, das notwendig ist, um zu einem Urteil in der Politik zu gelangen: Zum Thema „Urteilen und Entscheiden in der Politik“ wurde der ehemalige deutsche Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) interviewt. „Gibt es in der Politik heute noch den Raum, dass das eigene Herz mitdenken kann?“ Auf diese Frage antwortete Müntefering, dass um Solidarität und Nächstenliebe gehe. „Wenn man Entscheidungen treffen will, muss man die Materie kennen“, fügte er hinzu. Dabei komme es auf „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ an. Gerechtigkeit versuche der Staat herzustellen, aber Solidarität könne nicht verordnet werden. „Abgeordnete müssen entscheiden auf der Basis von Kompetenz und Verantwortung“, so Müntefering.

Zu den „Fridays-for-Future“-Protesten, zu denen die Klima-Aktivistin Greta Thunberg Tausende lockt, merkte Müntefering an “Die Rettung der Welt, die Zukunft, hängt davon ab, dass die Menschen gemeinsam handeln. Das ist nicht der Fall. Darauf machen die jungen Leute aufmerksam. Wir sind heute die Subjekte, die die Macht haben, die Welt auch zerstören zu können. Ich verstehe die jungen Menschen sehr gut, ihre Mahnung. Die leben ja noch länger als wir.“

Müntefering zitierte im Folgenden Willy Brandt, der am 15. September 1992 gesagt hat „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum — besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“

Die Nächstenliebe hat Müntefering, der aus dem Sauerland stammt, von seiner Mutter gelernt. Er zitierte die Worte des Apostels Paulus an die Korinther „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Seine Mutter, so Müntefering, habe immer Kriegsversehrte ins Haus gelassen und diesen einen Teller Suppe oder ein Butterbrot gegeben.

Hören und sehen, denken und Verstehen  – Yvonne Hofstetter und Prof Andreas Rödder über die Auswirkungen der Digitalisierung.

Foto: Yvonne Hofstetter (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Yvonne Hofstetter ist bekannt als Essayistin und Sachbuchautorin. Seit Abschluss des Jurastudiums arbeitet sie für verschiedene Softwareunternehmen, die sich mit Multiagentensystemen für die Rüstungsindustrie und mit Automatisiertem Handel beschäftigen. Seit 2009 ist sie Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH, die auf den Feldern Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und BigData arbeitet. Yvonne Hofstetter beschäftigt sich mit den Folgen und Herausforderungen der digitalen Welt für unser gesellschaftliches Zusammenleben.

Neben zahlreichen Artikeln veröffentlichte sie 2014 das Buch „Sie wissen alles– Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen“ und 2016 „Das Ende der Demokratie – Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt“.

Foto: Professor Dr. Andreas Rödder (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Andreas Rödder ist Professor für Neueste Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Nach dem 1. Staatsexamen zum Lehramt am Gymnasium in den Fächern Geschichte und Germanistik promovierte er in Bonn und habilitierte sich dann in Stuttgart im Bereich Geschichte. Neben Dozententätigkeit in den USA und an diversen deutschen Instituten, sowie einer Gastprofessur in England lehrt Rödder als ordentlicher Professor in Mainz. Andreas Rödder ist Mitherausgeber der Historischen Zeitschrift. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Deutschland einig Vaterland“ (2009), „21.0 Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018).

„Die Technologien sind nicht neutral. Sie können für gute oder schlechte Dinge verwendet werden, aber sie sind nicht neutral“, hob Yvonne Hofstetter in ihrem Vortrag hervor.

Prof Andreas Rödder betonte „Es ist wichtiger denn je eine Urteilsfähigkeit fällen zu können, anstatt alles über die modernen Technologien wissen zu müssen.“

Vortrag zum Thema „Ein denkendes Herz“

Foto: Mauro-Giuseppe Lepori, Generalabt des Zisterzienserordens (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Auf die Bitte, die der biblische König Salomon bei seiner Thronbesteigung an Gott richtete, nahm der Generalabt des Zisterzienserordens Mauro-Giuseppe Lepori in seinen Vortrag „Ein denkendes Herz“ Bezug. König Salomo sagte: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Könige 3,9). Mauro-Giuseppe Lepori  erklärte „Das Geheimnis des Herzens ist wahrhaftig groß. Jesus sagt den Leuten: was für Gedanken habt ihr in euren Herzen? Lassen wir zu, dass Jesu Wort unser Denken und unsere Wünsche in Frage stellt. Jesu fordert uns zur Belehrung auf. Das heißt unsere Mentalität zu ändern.“

Lepori hob abschließend hervor „Ein denkendes Herz spitzt das Ohr und vernimmt das Stöhnen, das niemand hört. Wie sehr würde sich unser Leben und das Leben der ganzen Gesellschaft verändern, wenn jeder von uns ein aufmerksames Ohr hätte, um den Menschen zu hören, der im Stillen  neben uns weint, und wenn wir diesem Wimmern eine Stimme geben würden, um die Aufmerksamkeit, unser Gehör, unser Denken und somit unser Herz weit zu machen.“

„Sich begegnen“

Foto: Bruder Andreas Knapp (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Zu diesem Thema referierte Bruder Andreas Knapp, Mitglied des Ordens Kleine Brüder vom Evangelium. Gegenstand seines Vortrags war seine Freundschaft mit den neuen irakischen Nachbarn. Andreas Knapp lebt seit vierzehn Jahren mit seinen Ordensbrüdern in einer Plattenbausiedlung in Leipzig-Grünau. Diese 1956 gegründete Ordensgemeinschaft orientiert sich an dem französischen Priester Charles de Foucauld (1858-1916) und will bewusst am Rand der Gesellschaft leben. Vor der Wende lebten in Leipzig-Grünau 96000 Menschen. Nach der Wende sind 40000 Menschen dort weggegangen. Vor vier Jahren sind dann neue Nachbarn in die Siedlung eingezogen, es handelte sich um Flüchtlinge aus dem Irak. Von ihnen erfuhr Andreas Knapp von der Situation der Christen im Orient. Fahdi, ein Christ aus Mossul, hat Andreas Knapp dann zum Abendessen eingeladen und ihm von seiner sehr gefährlichen Flucht aus dem Irak berichtet. Fahdis Vater war Architekt und hatte die Kirche in Karakosch, einer Stadt, die 32 Kilometer entfernt von Ninive ist, erbaut. In Mossul hatten vor einigen Jahren noch 60000 Christen gelebt. Diese seien laut Knapp vor die Wahl gestellt worden, zum Islam überzutreten oder wegzugehen. Sie gingen nach Karakosch. Dort wurden sie auch vom IS vertrieben  und gingen dann nach Kurdistan, dies dauerte zwei Wochen und fand im August bei 45 Grad Celsius im Schatten statt. Schließlich wurde Andreas Knapp zu einer Reise in den Irak animiert. Das Fazit von Andreas Knapp lautet, dass man gerade den verfolgten orientalischen Christen helfen müsse, da diese keine Lobby hätte.

Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Susanna Tamaro

„Alle Bücher, die ich geschrieben habe, sind Reisen in die Tiefe des menschlichen Herzens.“ Dieses Zitat stammt von der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamaro. Sie hat unter anderem die Bücher „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ (1995) und „Ein denkendes Herz“ (2016) geschrieben.

Zum Abschluss des Rhein Meeting 2019 stand Susanna Tamaro Rede und Antwort. Sie erklärte „Das Herz ist eine Leitmotiv all meiner Gedanken. Ich konnte mir nie vorstellen, dass ich eine solche Büchse aufdecken würde. Je erfolgreicher das Buch wurde, umso schwerer war diese Last auf meinen Schultern. Ich musste mir die Frage stellen ‚Was ist beängstigend an diesem Herzen?‘ Es handelt sich um eine Verherrlichung des Sentimentalismus in dieser Zeit. Es geht immer um Gefühle, nie eine Ideologie. Sie sind die grundlegende Wirklichkeit der Menschheit. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns zwingt, rationale Vernunft zu sein. Der mittlere Teil des Körpers wird nicht mehr bedacht von der Kultur. Das Herz ist immer im Mittelpunkt des menschlichen Diskurses.“

Was ist im Herzen drinnen? Wer tut Inhalt da hinein?

Susanna Tamaro merkte auf diese Frage Folgendes an „In den Tiefen unseres Herzens erklingt eine leise Stimme, eine bewusste Stimme. Ihr ist es bewusst, dass zwischen Bösem und Gutem unterschieden wird. Das irritiert die postmoderne Gesellschaft, es gibt etwas, das nicht von uns abhängt. Das Herz ist der Ort, an dem große Kämpfe in uns ausgetragen werden. Kämpfe zwischen Licht und Schatten, zwischen Bildung und Schöpfung. Es gibt keinen Dialog mit dem Herzen, wenn wir nicht in der Lage sind, zuzuhören. Heilige werden oft mit großen Ohren dargestellt. Die erste Tugend zur Heiligkeit ist das Zuhören, sich allmählich von den Schatten zu befreien. Wir sehen das bei der Empfängnis-Struktur des Menschen, der Fötus – das Erste, was sich vollständig bildet, sind die Ohren. Das sollte uns erinnern, das wir körperlich so geschaffen werden, um Antennen zu sein. Wenn wir ständig Kopfhörer tragen, können wir nicht mehr zuhören. Wir hören nur das, was wir entscheiden, was wir hören wollen. Es gibt keine Möglichkeit der Begegnung, wenn die Ohren nicht offen sind. Wenn ich ständig auf mein Tablet oder Smart Phone fixiert bin, dann bin ich nicht in der Lage, die Wirklichkeit zu sehen.

Moses sah das Feuer. Er hatte eine Vision. Wir haben den Verfall der heutigen Gesellschaft, wir müssen  dem Menschen seine Sinne zurückgeben, die Sinne der Wahrnehmung. Dadurch erlangen wir auch die Gewissheit, dass wir uns wieder darauf fokussieren werden, dass es immer zwei Neigungen im Herzen gibt, zum Guten und zum Bösen. Wir haben die Wahlfreiheit.“