Archiv für den Tag: September 22, 2009

Die aktuelle sicherheits- und außenpolitische Architektur der USA und der EU

Die Beziehungen zwischen den USA und der EU nach der Ära von George Bush, die Herausforderungen, denen sich Präsident Barack Obama sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch gegenübersieht, die internationalen sicherheitspolitischen und außenpolitischen Verflechtungen sowie das Auftreten der Europäischen Union in internationalen Organisationen – dies waren die zentralen Inhalte der 2. „Otto-Wolff-Lesung“, die am 16. September 2009 in Köln stattfand. Im Mittelpunkt stand ein spannungsgeladener Vortrag des ehemaligen Beraters von US-Präsident Bill Clinton, Professor Charles A. Kupchan, von der Georgetown University. Der Titel des Vortrags lautete „The West and Rise of the Rest – Toward a New World (Dis)Order?“ („Der Westen und der Aufstieg des Rests der Welt – In Richtung einer Neuen Welt (Un)Ordnung?“).

Charles Kupchan sprach in Bezug auf die Irakpolitik der Ära von Präsident George Bush von der sogenannten „pax americana“, womit er die Dominanz des von der USA entwickelten Friedensplans für den Irak meinte. Die Europäer hätten die „pax americana“ aber nicht gewollt, was zu Spannungen in dem Verhältnis zwischen den USA und der EU geführt habe. Diese Spannungen seien nun überwunden. Nun lebe man in einer Atlantischen Partnerschaft, die einen Haltepunkt durchlaufen habe. Jetzt seien Unsicherheit und Instabilität nicht mehr vorhanden. Die NATO, die früher immer als zwei-, drei- oder vierstufiges Bündnis aufgefasst worden sei, habe sich verändert. So sei in einigen Bereichen eine Zusammenarbeit sinnvoll, in anderen aber nicht.

Der Referent riet eher dazu, mit Blick auf die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den USA und der EU moderat und bedachtsam vorzugehen. „Wenn wir unsere Erwartungen in einem gewissen Ausmaß senken, dann werden wir für die absehbare Zukunft in guter Form sein“, hob er hervor. Weiterlesen