Trennung nach über 20 Jahren – Ein besonderer Penck

Vernissage zur Ausstellung „Die Farbe Blau“ der Galerie Werner

Foto: Penck der Machtwächter bei Michael Werner (Aufnahme: Andrea Matzker)Exklusivstory von Andrea Matzker

Die unvergesslichen Machtwächter standen Tag für Tag auf der Bühne ihres Theater unmittelbar am blauen Stadtpalais der Galerie Werner in der Gertrudenstraße und bekamen vor lauter Arbeit gar nicht so genau mit, wer dort über ihnen so alles aus der internationalen Kunstszene verkehrte. So auch, als ihnen ein freundlicher, bärtiger Herr in military Tarntracht, der in der damals ebenso schon weltbekannten Galerie ein und aus ging, spontan 1988 in ihrem Beisein ein riesiges Bühnenbild in Blau für ihr Theater malte. Eineinhalb Jahre lang spielten sie ihr Stück „Ihr schönster Tag“, insgesamt 1077 Mal, vor diesem Bühnenbild, bis sie es sich mit in ihre Wohnung nahmen. Dort blieb es auch über 20 Jahre lang bis heute, verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit. Eigentlich wollten sich die Machtwächter gar nicht davon trennen, da es sie an unvergessliche Zeiten erinnert und untrennbar mit der Stadtgeschichte und Theaterlandschaft Kölns verbunden ist, doch zum Aufhängen ist das Werk mit seinen Massen von 2.34 x 3.99 m einfach zu groß, selbst für eine weiträumige Stadtwohnung. Also entschlossen sie sich zu einem schweren Schritt: Die Galerie Werner tauschte es ihnen kurzerhand in zwei „handlichere“ Objekte des großen Künstlers, eine Skulptur und ein Bild. Nun sind beide Seiten zufrieden. Rolf Unkel von der Galerie Werner ist sogar „superhappy“ mit diesem Deal! Nur eine einzige Bedingung knüpfen die Machtwächter an den Verkauf ihres Bildes: Sie müssen die Möglichkeit erhalten, es beim künftigen Besitzer noch einmal besuchen zu dürfen.
Der Preis steht bei diesen Ausmaßen übrigens zur Zeit noch nicht fest, aber er dürfte geringfügig höher sein, als der „Lohn“, den sich der Künstler damals erbat: Nämlich zwei der selbst gehäkelten Mützchen der Theaterprinzipalin! Zwei deshalb, weil er beim Kinobesuch regelmäßig eins verlor…

Foto: Wiltrud Fischer-Herrtrampf vor ihrem Penck von 1988 (Aufnahme: Andrea Matzker)