Archiv für den Tag: April 24, 2011

Zootiere einmal anders:

Die KÖRPERWELTEN DER TIERE – eine faszinierende Ausstellung des Plastinators Gunther von Hagens

Das Herz der Giraffe wiegt 12 kg, sie hat 7 Halswirbel wie der Mensch (Aufnahme: Foto Andrea Matzker)

Von Dr. Egon Schlesinger

Die Plastination zur Herstellung von dauerhaft haltbaren anatomischen Präparaten für die wissenschaftliche und medizinische Ausbildung  erfand Gunther von Hagens bereits 1977. Seitdem wurden in  seinen Körperwelten-Ausstellungen, wo plastinierte menschliche Körper gezeigt wurden,  weltweit 26 Millionen Besucher gezählt. Doch die Plastination von Tieren, insbesondere von Großtieren, ist und war für den bekennenden Tierfreund eine große Herausforderung. Nachdem Elefantenkuh „Samba“ im Jahre 2005 altersbedingt an den Folgen einer Kreislaufschwäche im Zoo von Neunkirchen starb, griff Gunther von Hagens den Wunsch von Zoodirektor Dr. Fritsch auf und stellte weltweit das erste 3,5 x 6 m messende Elefantenplastinat her, was die endgültige Geburtsstunde von den KÖRPERWELTEN der Tiere markierte. Dazu der Plastinator: „Bei Riesen wie dem Elefant entdecke ich selbst viel Neues, nie zuvor Gesehenes Denn wir präparieren mit einer für Großtiere bisher nicht ausgeübten Detailliertheit und Gründlichkeit. Ich fühle mich dabei wie ein Forscher auf anatomischer Entdeckungsreise.“ Und der Zoodirektor: „Wir sind froh, dass unserer „Samba“ die Entsorgung zu Tierfett erspart blieb, und sie buchstäblich in letzter Minute aus den Tierkörperverwertungsanstalt gerettet wurde. „Die technologische und logistische Herausforderung war nach Angaben des 30 Mann starken Präparationsteams im chinesischen Daljan immens und dauerte knapp drei Jahre: 40.000 l Azeton und 4 t Silicon waren für die Fertigstellung des 3,2 t wiegenden Elefanten erforderlich. Die Plastination eines Braunbären hat mit 6300 Stunden rund dreimal so lange gedauert, wie die eines menschlichen Körpers. Der Blick unter Haut und Fell vermittelt in seiner Detailtreue bislang nicht für möglich gehaltene Eindrücke von Knochenbau, Muskulatur, Nervensystem und Organen. „Es ist faszinierend zu sehen, wie ähnlich der Bauplan der Wirbeltiere einerseits ist, und wie sich andererseits so viele anatomische Varianten als Ausdruck der optimalen Anpassung an die jeweiligen Lebensbedingungen herausgebildet haben, wie etwa der Rüssel des Elefanten oder der lange Hals der Giraffe“, schwärmt die Kuratorin Dr. Angelika Wallhey.

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