Archiv für den Tag: März 21, 2012

Über Abkupfern, Kopieren und Einfügen

 

Foto: Christoph Müller, Dr. Andreas Blühm bei der Eröffnung von Artisten der Linie (Aufnahme: Andrea Matzker)

Foto: Eingang zur Ausstellung (Aufnahme: Andrea Matzker)

ARTISTEN DER LINIE

Hendrik Goltzius und die Grafik um 1600

Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum, Fondation Corboud der Sammlung Christoph Müller für Köln vom 16. März bis 10. Juni 2012.

Woher kommt das Wort Abkupfern? Eine Frage von Aktualität in einer Zeit, wo copy & paste, das heißt das Kopieren und Einfügen, in Textverarbeitungsprogrammen zum Zwecke der Nachahmung von wissenschaftlicher Größe und Können  en vogue ist.. Antwort gibt eine opulente Ausstellung über einen der ersten „Metakünstler“ der frühen Neuzeit, den genialen Kupferstecher Hendrick Goltzius (1558-1617). Zu sehen sind über 100 druckgraphische Blätter, die 2011 dem Wallraf-Richartz-Museum anlässlich seines 150-jährigen Jubiläums vom Berliner Sammler Christoph Müller geschenkt worden waren, davon allein 15 Blätter von Goltzius und seinen Schülern. Diese Schenkung wird ergänzt durch ausgewählte Blätter der graphischen Sammlung des Wallraf sowie durch zwei Leihgaben der Hamburger Kunsthalle. Die Ausstellung verfolgt die Wirkung von Goltzius in der niederländischen Grafik bis in die Zeit Rembrandts. Denn die Kupferstecher begnügten sich nicht nur mit dem einfachen Übertragen der Vorlagen auf Kupferplatten zum Zwecke des Druckes, sondern sie bemühten sich, die Originale nicht nur nachzuahmen (imitatio) sondern zu verbessern und auch zu übertrumpfen (aemulatio), wodurch das Wort “abkupfern“ eine ganz andere Bedeutung erhält.

Foto: Himmelsstürmer Tantalus von Hendrick Goltzius (Aufnahme: Andrea Matzker)

Foto: Agostino Carracci’s Pietà nach Michelangelo (Aufnhame: Andrea Matzker)

Foto: Die zauberhafte Jungfrau mit dem Wickelkind von Albrecht Dürer stammt aus dem Jahr 1520 (Aufnahme: Andrea Matzker)

Autor: Dr. Egon Schlesinger