Rundes Jubiläum der Indienhilfe Bottroper Realschüler

Foto: Prälat Rolf Linse während einer Indien-Reise (Quelle: Rolf Linse)

Autor: Christian Dick

 

Am 15. August 2012 wird die von Prälat Rolf Linse gegründete und noch immer geleitete Indienhilfe 40 Jahre alt. An der Indienhilfe hängt das Herzblut des 79jährigen Prälaten. Und dabei gibt er sich ganz bescheiden, will auf keinen Fall im Mittelpunkt stehen. Ein wahrhaft vorbildhaftes Projekt, das die große Mühe, die er darein investiert, allemal wert ist, das beispielhaft dafür ist, dass Hilfe zur Selbsthilfe genau der richtige Wegt ist. Und in diesem Fall braucht man auch keine Sorge haben, dass das Geld seinen Zweck nicht erfüllen könnte. Denn Prälat Linse fliegt alle zwei Jahre nach Indien und überzeugt sich vor Ort, dass die Ziele der Indienhilfe Bottroper Realschüler auch erreicht werden.

Rolf Linse ist jeden Samstag mit seinem Anhänger auf dem Wochenmarkt in Bottrop gegenüber der St. Cyriakus Kirche und verkauft Produkte aus fairem Handel sowie gut erhaltenen Gebrauchtwaren, die ihm regelmäßig gespendet werden. An Mariä Himmelfahrt, am Mittwoch, dem 15. August, wird er anlässlich des Jubiläums auch dort zu finden sein. Alle Käufer/-innen werden dann ein kleines Geschenk und das neue Info-Heft erhalten.

Gegenwärtig unterstützt die Indienhilfe finanziell 49 Projekte in 10 indischen Bundesstaaten. In den 40 Jahren wurden 3.362.930,- Euro nach Indien überwiesen. Wegen der etwa 15fachen Kaufkraft gegenüber der indischen Rupee konnten 88 Bauwerke errichtet werden; Fahrzeuge wurden finanziert, Menschen aus der Schuldknechtschaft freigekauft, jungen Frauen durch Mitgiftzahlung die Heirat ermöglicht.

Im Fokus der Indienhilfe stehen jedoch nach wie vor die berufliche Ausbildung behinderter Mädchen und Jungen, der Schulbesuch von Kindern aus armen Familien, sowie der kostenlose Krankenhausaufenthalt und die medizinische Versorgung mittelloser Patienten. Möglich wurden diese zahlreichen Hilfen durch die vielen Marktkunden, Sponsoren bei 9 Indienläufen und anderen Aktivitäten sowie verlässlichen regelmäßigen Spendern. Ihnen allen dankt Prälat Linse auch im Namen der indischen Schützlinge.

Das dringlichste Projekt ist augenblicklich der Erhalt eines kleinen Krankenhauses für psychisch Kranke. Diese Patienten werden von ihren eigenen Angehörigen fast genauso geächtet wie Aussätzige (Lepra-Kranke). Die Karmeliterinnen dieses St. Rita Hospitals nehmen überwiegend mittellose Kranke auf und haben daher keine ausreichenden Einnahmen. Die Landesregierung hat kürzlich allen Krankenhäusern vorgeschrieben höhere Personallöhne zu zahlen, wozu die Ordensschwestern nicht in der Lage sind. Sie haben die Indienhilfe um finanziellen Beistand gebeten.

Es ist sehr gut, dass es auch heute noch Menschen wie Rolf Linse gibt – ein wahrer Philanthrop, der durch sein pragmatisches Handeln unter Beweis stellt, dass in einer Zeit, in der immer nur von der Wirtschafts- und Finanzkrise die Rede ist und in der sich der Materialismus breitgemacht hat, durch selbstloses Handeln, abseits vom großen Rampenlicht, weitaus mehr erreicht werden kann, als durch Sonntagsreden. Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: Rolf Linse wird im nächsten Jahr 80 Jahre alt. Sein Herzenswunsch ist es, die Indienhilfe Bottrop in jüngere Hände zu übergeben, damit sein Lebenswerk fortgeführt wird. Doch bis jetzt ist leider noch kein Nachfolger in Sicht. Doch mit Gottes Segen könnte sich hier vielleicht ein Ausweg finden. Das wäre sehr zu wünschen.

Foto: Prälat Rolf Linse auf dem Markt in Bottrop (Aufnahme: Christian Dick)

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