Archiv für den Monat: März 2013

Das Werben um das andere Geschlecht will gelernt sein!

Autor: Christian Dick

Mit einer Überraschung begann der Premierenabend am 22. März im Düsseldorfer Theater an der Kö. Mit den Worten „In dem heutigen Stück geht es um einen Flirt-Kurs für die Generation 70+. Daher meinte mein Vater, dass ich genau der Richtige bin, der Sie heute Abend begrüßen soll“, trat Joel Heinersdorff, der achtjährige Sohn von Theaterdirektor René Heinersdorff auf die Bühne und bekam hierfür den starken Beifall des Publikums.

 

Foto: fünf Schauspieler des Ensembles: Ursula Bredin, Florian Reiners, Ulli Kinalzik, Renate Hundertmark und Ute Stein (Aufnahme: Christian Dick)

Die heutige Senioren-Generation ist so aktiv wie nie zuvor. Da gibt es Bildungsreisen, Tanzkurse, die Möglichkeit sich in einem 400-Euro-Job zu verdingen, als „Tagesoma“ junge Familien zu unterstützen und man glaubt gar nicht, wie hoch der Anteil von Menschen der „Generation 70+“ ist, die im Internet aktiv sind. Eines hat diese Gruppe gemeinsam: Als Senior bzw. Seniorin wollen sie nicht bezeichnet werden und alt sind sie schon gar nicht. Das primäre Anliegen dieser Personengruppe ist es, nicht zu vereinsamen. Und die Angst vor Kontaktarmut ist es, die in dem durch den Direktor des Düsseldorfer Theaters an der Kö sehr stimmungsvoll inszenierten Stück „Blütenträume“ aus der Feder von  Lutz Hübner drei Frauen und drei Männer aus der Generation 70+ dazu veranlasst, einen für eine Altersgruppe konzipierten Flirt-Kurs an der Volkshochschule zu belegen. Die Überraschung ist groß, als dieses Sextett durch eine siebte Person ergänzt wird, die Mitvierzigerin Julia, dargestellt von Jenny Jürgens, die zwar im Beruf als erfolgreiche Managerin ihren Mann zu stehen weiß, aber in punkto Beziehungen überhaupt kein Glück hat. Sie ist nur in den Kurs gekommen weil die Flirtkurse 40+, 50+ und 60+ nicht zustande gekommen sind, sie erhofft sich auch, von den anderen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern, wegen deren Lebenserfahrungen, etwas lernen zu können. Vor Beginn des Kurses sitzen alle erwartungsvoll in einem Schulungsraum und überlegen, was für ein Typ Mensch der Kursleiter wohl sein mag. Umso größer sind das Erstaunen und die Skepsis der über 70jährigen Kursteilnehmer, dass der Kursleiter, der sich als Psychologe und Schauspieler vorstellt, dargestellt von Florian Reiners, gerade einmal in den Vierzigern ist. Das Stück hat viel Wahrheitsgehalt und Tiefgang. So stößt etwa der Kursleiter an seine Grenzen, weil er allzu sehr auf die in seinem Studium erworbenen Coaching-Methoden zurückgreift, durch welche die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer teilweise in sehr psychologischen und emotionalen Druck geraten. In Rollenspielen und Übungen der Präsentation der eigenen Person wird ihnen bewusst, welche Besonderheiten ihre Persönlichkeitsstrukturen aufweisen, jedoch zeigt sich auch, dass es oft schwerer als gedacht ist, in der entscheidenden Situation, in der es gilt, um die Sympathie eines anderen Menschen zu werben, über seinen eigenen Schatten zu springen, eigene Hemmungen zu überwinden und spontan und unverkrampft zu reagieren. Aber gibt es überhaupt ein Ideal-Rezept für derartige Fälle? Und wirkt es nicht eher unnatürlich, wenn man bei einem Flirt, vorher einstudierte Verhaltensweisen anzuwenden versucht, die nicht mit der eigenen Persönlichkeit deckungsgleich sind? Wie man sieht, ist Flirten immer eine Gratwanderung, und es ist gar nicht so einfach, das Herz eines anderen Menschen für sich zu gewinnen, je mehr man dabei seinen Kopf einschaltet. Allein bei den sieben Kursteilnehmern zeigt sich, dass alle über unterschiedliche Charaktere verfügen, deren Grundzüge sich im Laufe ihres Lebens immer stärker ausgeprägt haben. Und wie man einen alten Baum auch nicht verpflanzen kann, so kann man auch eingefahrene Verhaltensweisen nur sehr schwer ändern. Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten. Und diese treten im Verlauf des Stücks bei den Kursteilnehmern immer mehr zutage, das Eis bricht zwischen ihnen und es werden viele Emotionen gezeigt. Besonders lustig ist der Beginn der zweiten Hälfte nach der Pause. Es wird das Lied „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens gespielt. Die Kursteilnehmer machen eine ausgelassene Tanzparty und singen dazu. Als die Musik aufhört, kommt die Frage „Wie heißt es eigentlich, in zerschlissen Jeans oder in zerrissenen Jeans?“ Darauf Jenny Jürgens „In zerrissenen Jeans.“ Dann kommt die Frage „Sicher?“ Darauf Jenny Jürgens im Brustton der Überzeugung „Ganz sicher!“. Aus dieser Konstellation heraus ergeben sich von viel Wortwitz und feinsinnigem Humor gekennzeichnete Dialoge. Das Stück hat aber auch Esprit und Charme. Und was ein ganz besonderer Vorteil ist: Alle Generationen können von diesem Stücke eine ganze Menge für ihr eigenes Leben lernen. René Heinersdorff hat hier wieder mal einmal ein Thema an Land gezogen, das auch sehr gut im Düsseldorfer Schauspielhaus hätte aufgeführt werden können. Dafür gebührt ihm ein großes Kompliment.   

 

Foto: Jenny Jürgens (Aufnahme: Christian Dick)

 

Foto: Renate Hundertmark, Ute Stein und auch René Heinersdorffs Schwiegervater Klaus Schleiff wirkt in dem Stück mit (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: links im Bild: das 7. Mitglied es Ensembles von Blütenträume: Volker Conradt, Mitte: Dorkas Kiefer, zuletzt in dem Stück „Gut gegen Nordwind“ im Theater an der Kö auf der Bühne gewesen und Theaterdirektor und Regisseur des Stücks René Heinersdorff (Aufnahme: Christian Dick)

Am Premierenabend war noch mehr Prominenz aus der Schauspiel- und Kulturszene im Theater an der Kö. Wenn Sie die Überschrift dieses Artikels anklicken, sehen Sie eine Bildstrecke hierzu. Weiterlesen

Amüsante Persiflage auf RTL-Kuppelshow: „Landeier – Bauern suchen Frauen“

 

Foto: das Ensembel der Komödie „Landeier – Bauern suchen Frauen“ (Foto: marcpierre)

In diesem Schwank von Frederik Holtkamp, der derzeit in der Komödie in der Steinstraße in Düsseldorf auf dem Programm steht, kommen sämtliche Klischees und Vorurteile zum Vorschein: Von der Landbevölkerung nimmt man gemeinhin an, da sie hinter dem Mond lebt, hinterwäldlerisch und einfältig ist. Und so stehen in dieser peppigen und abwechslungsreichen Komödie die drei Jungbauern Jens, Richard und Jan im Vordergrund. Diese haben eines gemeinsam: Sie wollen die Frau fürs Leben finden. Wenn es wahr ist, dass es zu jedem Topf einen passenden Deckel gibt, dann dürfte das gar nicht so schwer sein. Doch, wenn man in einem Dorf lebt, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, dann minimiert dies die Erfolgschancen erheblich. Und dann kommt es auf die richtige Strategie beim Werben um das weibliche Geschlecht an: Ist die klassische Kontaktanzeige in der Zeitung noch zeitgemäß oder muss man im Internet-Zeitalter eher neue Medien zurückgreifen? Die drei „Landeier“ entscheiden sich dafür, sich der modernen Medien zu bedienen. Im Internet müssten die Erfolgschancen schließlich um ein vielfaches höher sein, als in Tageszeitungen. Das Vorgehen der drei „Landeier“ ist wahnsinnig unbedarft, die Cousins Jan und Jens sind an Tolpatschigkeit nicht zu überbieten. Als die drei „Landeier“ urkomische Videos für Youtube drehen, bleibt kein Auge trocken. Das, was hier geboten wird, ist eine schrille Handlung, die von der Situationskomik lebt. Die drei Jungbauer finden Freundinnen dank des sozialen Netzwerks Facebook. Und ihre launenhaften, übermütigen Einfälle kennen einfach keine Grenzen, so dass sie – auf dem Zenit angekommen – im Rahmen einer Kochshow einen Striptease darbieten, der besonders das weibliche Publikum in seinen Bann zieht. Unterstützt bei „Bauern suchen Frauen“ werden diese drei liebenswerten Geschöpfe vom Kneipenwirt Heinz, von der Urlauberin Lavinia und der resoluten Postbotin Getrud.

In dem Stück sind als Schauspieler Holger Petzold, Nina Juraga, Jo Weil, Thorsten Hamer, Armin Riahi und Antje Lewald mit von der Partie. Besonders an den Ostertagen, die in diesem Jahr nicht allzu warm werden dürften, sorgt dieser Schwank dafür, dass einem auf Grund der allgemeinen Erheiterung des Publikums schnell warm wird. Ein Besuch dieser Komödie ist sehr zu empfehlen. Noch bis zum 28. April hat man dazu die Gelegenheit.

Die Komödie in der Steinstraße ist unter den Telefonnummern 0211-32 51 51 und 13 37  07 erreichbar. Auch ein Blick auf die Internetseite des Theaters lohnt sich: www.komoedie-steinstrasse.de.

Autor: Christian Dick

 

AMADEUS – ein spannender Theaterkrimi

Von der ersten bis zur letzten Minute spannend, ja ein wahrer Nervenkitzel, der einem Krimi gleichkommt, ist das Schauspiel  „AMADEUS – Aufstieg und Fall eines Götterlieblings“ von Peter Shaffer, das seit Februar 2013 in der Inszenierung von Antje Thoms im Schauspielhaus des Rheinischen Landestheaters auf dem Programm steht. Bis heute rankt sich um den Tod Mozarts das beständige Gerücht, dass Salieri Mozart sogar umgebracht haben könnte. Beschrieben wird daher auch in diesem Theaterstück in sehr eindrucksvoller Weise, dass die Beziehung zwischen Antonio Salieri und Wolfgang Amadeus Mozart eine regelrechte Hassliebe ist. Das Naturtalent Wolfgang Amadeus Mozart, eine wahre Ausnahmenerscheinung, wie sie die Menschheit nur ganz, ganz selten hervorbringt aus dem die filigranen Töne geradezu im Schlaf hervorsprudeln, treibt Antonio Salieri, der bei seiner Arbeit Wasser und Blut schwitzt bis zur Weißglut, es macht ihn schier wahnsinnig, dass er im Schatten des jungen Mozart steht. Das ganze Stück ist daher so konzipiert, dass die Figur des Antonio Salieri, deren wechselhafte Emotionen Joachim Berger in bestechender Weise darstellt, die verschiedenen Stationen in seinem Leben erzähltt, in denen er immer wieder auf Mozart trifft. Hierbei spinnt Salieri immer wieder neue Intrigen, wünscht Mozart das Schlimmste, verflucht ihn. Sehr gut dargestellt, wie Salieri durch seinen Jähzorn und seine Mordswut immer besessener wird.

Aber auch Mozart, verkörpert von Jonathan Schimmer, wird so dargestellt, dass die These bestätigt wird, dass Genie und Wahnsinn vielfach sehr nah beieinander liegen. Er schwebt ständig in höheren Sphären, hält unbeirrbar an den Visionen fest, die ihm bei seinen Komposition vor Augen schweben und neigt dabei dazu, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.

Antonio Salieris unermessliche Wut, sein Zorn und sein Hass, die sich immer mehr steigern, sind aber irgendwo auch menschlich nachvollziehbar. Ihm, der einst viel gepriesener Hofkapellmeister Kaiser Josephs II. war, stiehlt das Wunderkind Mozart plötzlich die Schau. Salieris ganzes Lebenswerk ist dahin, er sieht seine Fälle wegschwimmen. Er fängt an, Gott zu verfluchen. Es raubt ihm dem Verstand, dass Mozart, der sich  in seinen Sturm-und-Drang-Jahren befindet, die unnachahmliche Koryphäe ist, neben der sein Talent verblasst. Sein Hass zermürbt Salieri und er schmiedet einen Racheplan: Es ist sein Ziel, Mozart zu vernichten und Gott eine Lektion zu erteilen.

Die Uraufführung des Stücks AMADEUS fand 1979 in London statt. Es wurde 1984 von Milos Forman verfilmt und mit acht Oscars ausgezeichnet.

Die sehr abwechslungsreiche, sich ständig aufgipfelnde und absolut zeitgemäße Inszenierung von Antje Thoms ist sehr empfehlenswert. Das Ensemble ist sehr dynamisch, hervorzuheben ist, dass es dem Rheinischen Landestheater auch an jungen Schauspielern nicht mangelt. So ist  außer den beiden Protagonisten besonders die Leistung von Ulrike Knobloch –neu in der aktuellen Spielzeit des RLT – als Mozarts Ehefrau Constanze.

Es wirken weiterhin mit: Georg Strohbach (Venticello 2 u. a.), Henning Strübbe (Venticello 1 u. a.), Robin Jurmann (Pianist und Kapellmeister Bono)

Ivonne Theodora Storm zeichnet für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich.

Autor: Christian Dick

 

Top-Marketing Manager in Düsseldorf – Prämierung Deutschlands erfolgreichster Marken

 

Foto: der Herausgeber des Handelsbatts Gabor Steingart (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Christian Thunig, stellvertretender Chefredakteur der Zeitung absatzwirtschaft, die Moderatorin des Abends Claudia Kleinert und Gabort Steingart (Aufnahme: Christian Dick)

Am Dienstag, dem 12.03.2013, wurde im Düsseldorfer Musical-Theater Capitol der Marken-Award 2013 verliehen. Die Gewinner sind die Firma Kraft Foods mit der Marke Bull’s-Eye (Grillsaucen) in der Kategorie Beste Neue Marke, die Firma Mattel für den besten Relaunch einer Marke (Barbie) und die Firma Rügenwalder Mühle für die erfolgreiche Ausdehnung ihrer Marke auf neue Produkte im Bereich Wurstwaren (Mühlen Würstchen).

Rund 1000 Gäste aus dem Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit waren ins Capitol-Theater gekommen. Sie erlebten einen abwechselungsreichen Abend, mit einem ausgiebigen Get-together und der offiziellen Verleihung der Awards.

Durch den Abend führte die charmante Moderatorin Claudia Kleinert.

Zu Beginn des Abends begrüßte Gabor Steingart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt, die Gäste. Er betonte die hohe Qualität die eingereichten Beiträge und stellte die Mitglieder der Fachjury vor.

Dann durfte Comedian Vince Ebert den ersten Award übergeben. In seiner spritzigen Laudatio stellte er die Gesetzmäßigkeiten der Marktwirtschaft denen der Naturwissenschaften gegenüber. Als studierter Physiker zeigte er an verschiedenen Beispielen, dass nicht alles berechenbar ist, sondern auch der Zufall eine wichtige Rolle spielt. Mut und Freiheit sind wichtige Voraussetzungen, um zu neuen Lösungen zu finden. Diese Attribute sah die Jury besonders beim Gewinner der Kategorie beste Marken-Dehnung gut umgesetzt. Die Firma Rügenwalder Mühle hat ihr neues Produkt “Mühlen Würstchen” erfolgreich am Markt platziert. Charakteristisch ist die Verpackung in Plastikbechern, in denen die Würstchen nach dem öffnen der Verpackung noch einige Zeit frisch bleiben. Der Award wurde unter großem Jubel begleitet an die verantwortlichen des Marketings von Rügenwalder Mühle übergeben.

Als nächster Programmpunkt stand die Prämierung in der Kategorie Bester Marken-Relaunch an. Als Laudator trat der renommierte Marketing-Wissenschaftler David Aaker auf. In seiner Rede erklärte er die besonderen Herausforderungen bei der Wiederbelebung einer Marke. Drei wesentliche Punkte müssen beachtet werden: Erstens müssen die neuen, verbesserten Eigenschaften des bereits bekannten Produkts herausgestellt werden. Dies sollte zweitens in eine Story eingebettet werden und möglichst offensiv erfolgen. Der dritte wichtige Punkt ist die Verknüpfung mit früheren Kampagnen, um beim Kunden Emotionen zu wecken. Dies ist der Firma Mattel mit ihrer Kampagne für die Marke Barbie sehr gut gelungen. Die Verkaufszahlen stiegen signifikant, nachdem das Sortiment überarbeitet und die Werbung “Barbie gibt Kent eine zweite Chance” lanciert wurde. Die Verantwortlichen von Mattel freuten sich sehr über die Anerkennung und nahmen den Award für den besten Marken-Relaunch entgegen.

In der dritten Kategorie Beste Neue Marke konnte sich die Firma Kraft Foods mit ihrem Produkt Bull’s-Eye durchsetzen. Mit einem relativ kleinen Budget war es ihr gelungen, die Zielgruppe  “Männer” präzise zu erreichen. Das Konzept besteht darin, das Produkt Grillsauce überall dort anzubieten, wo Männer verstärkt konsumieren wie in Baumärkten oder Tankstellen.

Das Thema Marken-Relaunch knüpfte sich Laudator Oliver Kalkofe am Beispiel der Parteienwerbung vor. Die Aufgabe, neue gesellschaftliche Entwicklungen aufzugreifen und die Grundsätze einer Partei zu erhalten, ist meisten sehr groß. Wahlplakate verschiedener Parteien aus den letzten 40 Jahren, die Oliver Kalkofe für seine humoristische Betrachtung herausgesucht hatte, laden aus heutiger Sicht eher zum Lachen ein. Dies zeigt, dass modernes Marketing mit viel Fingerspitzengefühl agieren muss.

Autor: Bernhard Verstraeten

Foto: Preisverleihung an die Firma Kraft Foods Deutschland GmbH für die Grillsauce „Bull’s Eye“ (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: das Team  der Kraft Food Deutschland GmbH (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Preisverleihung an das Team der Firma Martell, das hinter „Barbie“ steht (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Preisverleihung an die Firma Procter & Gamble für das Produkt Lenor in der Kategorie „Beste Marken-Dehnung“ (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: das Team der Firma „Rügenwalder“ (Aufnahme: Christian Dick)

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Deutsch-Israelische Wirtschaftsvereinigung eröffnet Niederlassung in Düsseldorf

Foto: Dr. Heiko Giermann, Leiter der DIW-Niederlassung in Düsseldorf, der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, Hildegard Müller, Präsidentin der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung und NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (Aufnahme: Christian Dick)

Anlässlich der Eröffnung der NRW Niederlassung der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung auf der Düsseldorfer Königsallee begrüßten neben DIW-Niederlassungsleiter Dr. Heiko Giermann, FPS Rechtsanwälte, in deren Büroräumen die Geschäftsstelle untergebracht ist, auch Hildegard Müller, Staatsministerin a.D. und Präsidentin der Deutsch Israelischen Wirtschaftsvereinigung, sowie S.E. Herr Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter Israels in Deutschland. Rund 200 geladene Gäste wohnte dieser feierliche Veranstaltung bei. Hildegard Müller und. NRW- Wirtschaftsminister Garrel Duin lobten den Beitrag, den die DIW auch für den sozialen und politischen Austausch zwischen Deutschland und Israel leistet. Garrelt Duin wies darauf hin, dass Land NRW ein Stipendiaten-Programm für israelische Forscher anbietet. Hildegard Müller und der israelischen Botschafter hoben hervor, dass Israel für exzellente Expertise im Bereich Forschung und Entwicklung, Medizin, Biotechnologie, Neue Medien, Wasserwirtschaft und Energiewirtschaft steht. Die DIW berät Unternehmen, die sich in Israel ansiedeln wollen, unter anderem in Bezug auf Joint Ventures und Unternehmensbeteiligungen. Wie der israelischen Botschafter betonte, ist NRW der wichtigste Handelspartner Israels. Und es gibt auch schon  sehr lange zahlreiche Städtepartnerschaften zwischen deutschen und israelischen Städten. Die Niederlassung der DIW wird sicherlich eine große Bereicherung für Düsseldorf und NRW sein und auf sehr große Resonanz stoßen. Und die DIW nimmt sehr gerne noch neue Mitglieder auf. Informationen sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.d-i-w.de/

 Autor: Christian Dick

Benefizkonzert der Generationenstiftung des Essener Unternehmerverbandes

Musik verbindet Generationen

Autor: Christian Dick

Die im Jahre 2006 anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Essener Unternehmerverbandes gegründete Generationenstfitung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lösungen für die Herausforderungen des demographischen Wandels zu entwickeln. Und so bringt die Stiftung Jung und Alt, Menschen mit und und ohne Behinderung bei zahlreichen Veranstaltungen zusammen.

Foto: die Geschwister Ekaterina und Alexander Kolodochka in der Essener Philharmonie (Quelle: Künstler-Agentur BJM)

Es war ein grauer, kalter Sonntagnachmittag, am 3. März 2013. Die trübe Stimmung wurde bei dem Benefizkonzert der Generationenstiftung in der Essener Philharmonie sehr rasch erhellt durch die grandiose Darbietung der aus Moskau stammenden und seit mehreren Jahren in Düsseldorf lebenden Geschwister Ekaterina und Alexander Kolodochka am Flügel, des Aalto-Kinderchores und Philharmonischen Chores Essen. Als Melodien aus Mozarts Zauberflöte des Aalto-Kinderchores gemeinsam mit dem Klavierduo erklangen schlugen die Herzen des Publikums höher. Bei der Interpretation im Jazz-Sound durch das Duo Kolodochka der Sätze Les Larmes und Pâques aus der „Fantaisie Tableaux Suite No. 1 Op. 5“ von Sergey Rachmaninoff ging der Rhytmus ins Blut. Was dieses Duo aus den Klaviertasten herauszuholen vermag, ist geradezu bestechend.

Foto: die Geschwister Kolodochka mit Philharmonischen Chor Essen (Quelle: Künstler-Agentur BJM)

Nach der Pause erfolgte die Aufführung „Carmina Burana“ von Carl Orff vom Aalto-Kinderchor und dem Philharmonischen Chor Essen, untermalt von drei Solosängern und begleitet durch das Klavierduo Kolodochka gemeinsam mit Schlagzeug-Ensemble Christian Roderburg. Hier stach der große, stimmgewaltige Chor besonders hervor. Das gesamte Arrangement steigerte sich ständig in seiner Dynamik und war äußerst fesselnd. Die Musik wurde in filigraner Weise vorgetragen. Das Publikum dankte es mit tosendem Beifall und verlangte nach einer Zugabe, was dann auch von den Künstlern erfüllt wurde.

Fazit: Es war ein wunderschöner Nachmittag, geboten von hochbegabten Künstlern, die man jedem weiter empfehlen kann. Auf eine Wiederholung ist sehr zu hoffen.

Informationen über die Generationenstiftung des Essener Unternehmerverbandes finden Sie unter folgendem Link: www.euv.de/generationenstiftung.

Zum 1300. Todestag: Gedenken an den Heiligen Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth

Autor: Christian Dick

Foto: die Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth (Aufnahme: Christian Dick)

Der Heilige Suitbertus ist der erste namentlich erwähnte Düsseldorfer Bürger. Am 1. März 713 ist der Heilige Suitbertus gestorben. Er wurde etwa im Jahre 692 zum Bischof geweiht und hat den katholischen Glauben insbesondere am Niederrhein verbreitet und in Düsseldorfer-Kaiserswerth ein Kloster gegründet, aus dem Stiftsschulen entstanden sind, in deren Tradition das Suitbertus-Gymnasium in Düsseldorf-Kaiserswerth noch heute steht. Daher wird in diesem Jahr in Düsseldorf-Kaiserswerth, wo in der Basilika St. Suitbertus der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen aufbewahrt wird, in besonderer Weise seiner gedacht. Das ganze Jahr über finden Düsseldorf-Kaiserswerth interessante Veranstaltungen anlässlich dieses Jubiläumsjahres statt.

Foto: der Schrein mit den Gebeinen des Hl. Suitbertus (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Weibbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp (Aufnahme: Christian Dick)

In Vertretung von Kardinal Meisner zelebrierte Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp am 3. März ein Pontifikalamt in Düsseldorf-Kaiserswerth. In seiner Predigt hob er folgende drei zentrale Charakteristika des Hl. Suitbertus hervor:

 

1. Frömmigkeit

Das Evangelium dieses Sonntags (Lukas 13,1-9), ausgedrückt im Gleichnis des Feigenbaumes, der keine Frucht bringt, der aber dennoch nicht umgehauen werden soll, weil er vielleicht im nächsten Jahr noch Frucht bringen kann und die 1.  Lesung (Exodus 3.1-8a.13-15) in der heiße  „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet Ihr umkommen“, so Schwaderlapp, passe eigentlich auf den ersten Blick gar nicht zu diesem Festtag in Düsseldorf Kaiserswerth. Doch das Evangelium des dritten Fastensonntags und die 1. Lesung zeigten auch einen gnädigen Gott, der aber auch herausfordere. Zum nächsten, zum neuen Schritt. Es gehe um die Frag ob ein Mensch anders werden, ein neues Leben anfangen könne. In der 1. Lesung werde der Mensch dazu aufgefordert, sein Leben zu gestalten, seine Berufung zu finden. Und der Mensch werde ermutigt, das in den Blick zu nehmen, was der Veränderung bedürfe, wo Umkehr notwendig sei. Und genau dies habe der Hl. Suitbertus gemacht, als er von England umgekehrt und an den Niederrhein gegangen sei.

2. Begeisterung

Seine Begeisterung, so Schwaderlapp, habe den Hl. Suitbertus nach Außen gedrängt, den Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden.

3. Tapferkeit

Schließlich, so Schwaderlapp, sei der Hl. Suitbertus auch tapfer gewesen. Seine Mission sei auch auf Widerstand gestoßen. So sei er insbesondere von den Sachsen bekämpft worden. Der Hl. Suitbertus habe aber immer im Glauben standgehalten und sei tapfer gewesen.

Im Rahmen des anschließenden Festakt im Suitbertus-Gymnasium verlaß Weihbischof Schwaderlapp folgendes Grußwort von Kardinal Meisner:

„Der Erzbischof von Köln

Köln,

im Februar 2013

Grußwort zum 1.300. Todestag des hl. Suitbertus in Kaiserswerth

Liebe Festversammlung in Kaiserswerthl

Im ganzen Erzbistum Köln gedenken wir in diesem bewegten Kirchenjahr 2013 der Wurzeln und Entfaltung unseres christlichen Glaubens. Neben dem Nationalen Eucharistischen Kongress in Köln in der Mitte des Jahres feiern wir das Bistumsjubiläum von 1.700 Jahren Geschichte der Christen am Rhein. Es gab sicher früher schon zahlreiche Christen im nördlichen Rheinland, doch wenige Jahre vor dem Jahr 313 waren sie im römischen Reich wegen ihres Glaubens an Christus noch verfolgt worden. Als dann im Jahre 313 Kaiser Konstantin die „Religionsfreiheit“ auch für die Christen einführte, wirkte schon ein bedeutender Bischof in Köln, der später als Heiliger verehrt wurde. Zweimal berichten die Quellen über Bischof Maternus, woraus erkennbar wird, dass das linksrheinische Gebiet – neben Trier – auch in Köln schon einen gesamtkirchlich bekannten Ort hatte.

Jenseits der römischen Rheingrenze brauchte die christliche Mission noch größeren Glaubenseifer, wie er in irischen Klöstern des 7. Jahrhunderts erblüht war. Wie uns der Zeitgenosse Beda Venerabilis berichtet, zog mit der Schar der angelsächsischen Missionare um den Friesenmissionar Willibrord auch der um das Jahr 637 geborene Suitbertus zunächst mit nach Rom. Nachdem auch Suibertus zum Bischof geweiht worden war, wandte er sich selbständig der Bekehrung zunächst der fränkischen Brukterer zwischen Ruhr und Lippe zu und missionierte dann u. a. im Bergischen Land Mit Unterstützung des fränkischen Machthabers und Hausmeiers Pippin des Mittleren konnte Bischof Suitbertus nahe der fränkisch-sächsischen Grenze auf einer Rheininsel ein Kloster gründen, welches das erste Benediktinerkloster auf der rechten Rheinseite im Bistum Köln war. In diese „Bleibe“ des Klosters Kaiserswerth zog sich Bischof Suitbertus zurück und starb dort im „biblischen Alter“ von über 70 Jahren am 1. März des Jahres 713.

Die bald danach einsetzende lebendige Verehrung seiner Reliquien in der Kaiserswerther Stiftskirche fand ihren Ausdruck in dem reich verzierten Suitbertus-Schrein, der in die Reihe der bedeutenden mittelalterlichen Reliquienschreine des Rhein-Maas-Gebietes gehört. Eine um 1500 erschienene Lebensbeschreibung berichtet sogar von einer Heiligsprechung am Ort durch Papst Leo III. im Jahre 803 im Beisein Karls des Großen. Nach der Aufhebung des Kaiserswerther Kanonikerstiftes 1803 wurde die Suitbert-Prozession durch die Pfarrei kontinuierlich und rege, beispielsweise im Jahre 1842, von Düsseldorf aus fortgeführt. Während zeitweise nur alle 25 Jahre sein Jubiläum würdig gefeiert wurde, bekommt im 21. Jahrhundert diese besondere Feier zu seinem 1.300 Todestag eine größere und tiefere Dimension für den Pfarrverband Angerland-Kaiserswerth, in ökumenischer Dimension und im Rahmen des Bistumsjubiläums.

Möge der Stern, der dem hl. Suitbertus der Legende nach bei seiner Geburt aufleuchtete und ihn zu den Menschen der Region an Rhein, Ruhr und Wupper führte, auch aufleuchten über Ihren Christengemeinden und Sie alle auf den Weg zu  Christus in seiner Kirche führen. Was Suitbertus in seinem missionarischen Leben in Erfüllung des biblischen Auftrages „Ihr sollt meine Zeugen sein“ (Apg. 1,8) verwirklicht hat, ist Ihr Jubiläums-Motto und uns allen als Christen aufgegeben, im Alltag, in der Gesellschaft und in der Weltkirche zu leben. Dazu sende ich Ihnen im Jahr unseres Bistumsjubiläums auf die Fürsprache des Hl. Petrus, des hl. Suitbertus und der Gottesmutter Maria meinen bischöflichen Segen.

Ihr

Joachim Kardinal Meisner.“

Düsseldorf hebt deutsch-chinesischen Wirtschaftsdialog aus der Taufe

Deutsche und chinesische Entscheider im Austausch/Motto der

Auftaktveranstaltung: „Fachkräfte in China und in Deutschland“

 

(Aufnahme: Christian Dick)

Foto: (von links nach rechts) der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers, der chinesische Botschafter in Deutschland Shi Mingde und IHK-Präsident, Mitglied des Beirats und Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung und Mitglied des Aufsichtsrates der Henkel Management AG Professor Dr. Ulrich Lehner  (Aufnahme: Christian Dick)

Eines haben deutsche und chinesische Unternehmen gemeinsam: sie stehen im Wettbewerb um die Mitarbeiter mit dem größten Leistungspotenzial. Auf Grund der Tatsache, dass mit der Auswahl der Mitarbeiter der Geschäftserfolg eines Unternehmens steht und fällt, bedarf es bei der Personalauswahl einem sehr hohen Maß an Fingerspitzengefühl. Und lag der Fokus des ersten Düsseldorfer China-Dialogs auf dem Thema: „Fachkräfte in China und in Deutschland“. Der Startschuss dieser neuen deutsch-chinesischen Veranstaltungsreihe war ein großer Erfolg. Bei zwei Paneldiskussionen kamen ausgewiesene chinesische und deutsche Experten und Praktiker am 26. Februar im Finanzforum in Düsseldorf zu Worten und stellten ihre Sichtweise dar, wie man die richtigen Mitarbeiter findet, bindet, qualifiziert und motiviert. Die Veranstaltung wurde von Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers und dem chinesischen Botschafter in Deutschland Shi Mingde eröffnet.

Austausch im Wirtschaft und Kultur

„Wir wollen den Vertretern aus China die Gelegenheit geben, ihre Ideen und Vorstellungen von der Zukunft ihres Landes mit uns zu diskutieren. Deutschland ist bereits heute der wichtigste europäische Partner Chinas“, hatte Dirk Elbers, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, bei seiner China-Reise 2011 angekündigt. Nun setzt die Landeshauptstadt mit dem China-Kompetenzzentrum Düsseldorf dieses Versprechen um. „Mit dem Düsseldorfer China-Dialog bieten wir deutschen und chinesischen Unternehmern die Chance, sich gegenseitig besser kennenzulernen, zu verstehen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten“, sagte Oberbürgermeister Dirk Elbers. In Düsseldorf seien mehr als 300 chinesischen Unternehmen niedergelassen, merkte er weiterhin an. Allein im  Jahre 2012, hob Elbers nicht ohne Stolz hervor, hätten sich 2012 mehr als 30 neue chinesische Unternehmen angesiedelt. Neben den wirtschaftlichen seien auch die kulturellen Beziehungen zwischen Düsseldorf und China sehr intensiviert worden, unterstrich Elbers, und verwies auf den Austausch mit der Partnerstadt Chongqing und das Düsseldorfer Chinafest, das im September 2013 zum zweiten Mal auf dem Marktplatz vor dem Düsseldorfer Rathaus stattfinden wird.

„Ich habe mit neun Jahren im Jahren 1964 angefangen, Deutsch zu lernen. Vor vierzig Jahren habe ich angefangen in Ostberlin zu studieren. Von 1993 bis 1997 war ich an der chinesischen Botschaft in Bonn Bad-Godesberg tätig. Ich habe eine Veränderung in Düsseldorf gespürt, und zwar im Verkehr. Wir haben fast Pekinger Verhältnisse. Die Stadt zeichnet sich dadurch aus, dass sie viele Baustellen hat. Aber das ist auch erfreulich, denn dies ist Zeichen für wirtschaftliche Prosperität und Dynamik“, hob der chinesische Botschafter in Deutschland Shi Mingde hervor. Mit der rasanten Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland steige sowohl bei chinesischen als auch bei deutschen Unternehmen die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, unterstrich er, um die Bedeutung eines engen Austauschs vor Augen zu führen. Der Handel zwischen China und Deutschland mache ein Drittel des Handels zwischen China und der Europäischen Union aus.

Den Begrüßungsreden folgte ein Diskussion deutscher und chinesischer Entscheider darüber, wie sich der Fachkräftemangel darstellt, wie Unternehmen im globalen Wettbewerb die richtigen Mitarbeiter finden, binden und halten und welche Wege aus dem sogenannten „War for Talents“ führen.

Wandel der chinesischen Unternehmenswelt

Professor Dr. Ulrich Lehner, Präsident der IHK zu Düsseldorf und Präsident des Beirats der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung, hielt einen Impulsvortrag zum Thema. Lehner wies vor alle auf den demographischen Wandel hin, den Deutschland mehr und mehr spürt und von dem in Zukunft auch China betroffen sein werde. Den Wandel in der chinesischen Wirtschaftspolitik beschrieb Lehner wie folgt. Es gebe drei Etappen: 1. Die Phase in der Deng Xiaoping chinesischer Staatschef gewesen sei. Dieser habe gesagt „Es kommt nicht darauf, ob die Katze schwarz oder weiß ist, sie muss Mäuse fangen.“ 2. Später seien die Produkte anspruchsvoller geworden. In dieser Phase sei der chinesische Inlandsmarkt in den Blick ausländischer Investoren geraten. 3. Inzwischen, so Lehner, gingen auch chinesische Investoren zwecks Technologieerwerb ins Ausland.

Coaching im interkulturellen Bereich als A und O

Auf dem Podium diskutierten chinesische und deutsche Unternehmer zum Thema „Fachkräfte in China und in Deutschland“. Allgemein kann festgehalten werden, dass ein Deutscher, wenn er „Ja“ oder „Nein“ sagt, genau dies auch so meint. Wenn jedoch ein Chines „Ja“ sagt, so kann das auch ein „Vielleicht“ implizieren oder gar ein „Nein“ bedeuten. Im Gegensatz zu deutschen Unternehmen, denen der Grundsatz „pacta sunt servanda“ (Verträge sind einzuhalten) hoch und heilig ist, kann es bei Chinesen durchaus vorkommen, dass diese sich nicht mehr an den ursprünglichen Vertrag gebunden fühlen bzw. den Vertrag in veränderter Weise auslegen, mit dem Argument, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben. An diesem Beispiel zeigt sich in evidenter Weise, wieviel Sensibilität im Bereich der interkulturellen Zusammenarbeit vonnöten ist.

Foto: Paneldiskussion (von links nach rechts) mit Robert Cao, Unternehmer und Direktor des Düsseldorf China-Centers, Professor Dr. Susanne Otte, Programmleiterin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), die die hohe Bedeutung des interkulturellen Trainings hervorhob, und Thomas Biedermann, Vorstand Personal des TÜV RHEINLAND, der schon seit Jahren eine starke Internationalisierungsstrategie betreibt und dem China-Geschäft eine außerordentlich hohe Bedeutung beimisst (Aufnahme: Christian Dick)

In der Diskussion traten weitere hochinteressante Aspekte zutage. James Xie, HR President Western Europe des chinesischen Telekommunikationsausstatters Huawei, der in Deutschland bereits 1.600 Mitarbeiter beschäftigt, bekräftigte das chinesische Interesse an deutschen Arbeitnehmern: „Deutschland bietet genau die Fachkräfte, die chinesische Unternehmen benötigen.“ Robert Cao, Geschäftsführer des Düsseldorfer China Centers und Fei Chen, General Manager ICBC, Frankfurt, erweiterten die Perspektive chinesischer Unternehmen in Deutschland. Über die Herausforderungen deutscher Unternehmen in China berichteten TÜV Rheinland-Personalvorstand Thomas Biedermann sowie der Personalvorstand von Grohe, Michael Mager. Michael Schäfer, Senior Director bei der international agierenden Personalberatung Mercuri Urval verwies darauf, dass es unbedingt notwendig sei, dass Mitarbeiter ein intensives interkulturelles Training erhalten, bevor sie nach China gehen. Auch sei der Abbau von Sprachbarrieren wichtig. Weiterhin hob er hervor „Noch treffen im Rekrutieren und im Führen und Halten von Fachkräften zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander, aber der absehbare Mangel an wirklich hochqualifizierten Kandidaten wird eine Anpassung von Such- und Managementmethoden im internationalen Markt notwendig machen.“ Neben den Podiumsdiskussionen bot der Düsseldorfer China-Dialog ausreichend Möglichkeiten, die persönlichen Netzwerke zu erweitern und individuelle Kontakte zu knüpfen.

Autor: Christian Dick