„Turne bis zur Urne“ – Professor Dr. Dietrich Grönemeyer bei den Düsseldorfer Jonges

Autor: Christian Dick

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Foto: der Baas der Düsseldorfer Jonges Wolfgang Rolshoven und Professor Dr. Dietrich Grönemeyer (Aufnahme: Christian Dick)

„Mens sana in corpore sano“ – die deutsche Übersetzung dieser lateinischen Redewendung  lautet „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“. Wie man dieses Ziel erreichen kann, darüber referierte einer der berühmtesten Ärzte Deutschlands Professor Dr. Dietrich Grönemeyer am 18. Februar beim Heimatabend des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges.

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach berichtete Anfang Februar 2013 bei einem Vortrag, dass sein Vater über Rückenschmerzen geklagt habe. Bosbachs Antwort darauf war „Papa, mit 91 kann man auch mal Rücken haben!“. Um mit Sport anzufangen ist es indes nie zu spät. Grönemeyer berichtete bei seinem Vortrag in Düsseldorf von einem Mann, der mit 78 Jahren angefangen habe, Sport zu treiben. Momentan sei dieser Man im Begriff, ein Fitness-Center zu gründen.

Rückenschmerzen bei Jugendlichen stark verbreitet

Es ist wirklich erschreckend: Grönemeyer stellte fest, dass 70 Prozent aller Jugendlichen im Alter von 17 Jahren unter Rückenschmerzen leiden. Das muss jedoch nicht sein. Grönemeyer forderte mit Vehemenz eine Stunde Sport pro Tag für jeden Schüler.

Kosten für Rückenleiden exorbitant

20 Milliarden Euro gibt das deutsche Gesundheitssystem laut Dietrich Grönemeyer pro Jahr für die Behandlung von Rückenleiden aus. Dies kann sich der Staat eigentlich nicht leisten. Grönemeyer verdeutlichte zum einen, dass Prävention das Gebot der Stunde ist, und machte zum anderen klar, dass Rückenleiden oft auf Grund von Fehldiagnosen nicht erkannt werden. Wenn zum Beispiel jemand beim Atmen starke Brustschmerzen habe und nicht mehr ganz durchatmen könne, so denke man zuerst an einen Herzinfarkt, so Grönemeyer. Dies könne aber genauso gut auch auf Schmerzen an den Rippen zurückzuführen sein. „Ich möchte nicht wissen, wieviel Herzkatheter unnötiger Weise gesetzt werden“, führte er weiter aus.

Bandscheibenvorfälle nur geringer Teil der Rückenleiden

Zu 80 Prozent sind Grönemeyers Angaben zufolge Rückenschmerzen auf Verspannungen zurückzuführen, lediglich in 3 Prozent der Fälle liege ein Bandscheibenvorfall vor. Das Problem sei, dass ein Radiologe mit einer Röntgenaufnahme die Bandscheibe gar nicht erkennen könne. Hierfür sei vielmehr eine Kernspintomographie erforderlich. Seinen Kollegen zum Trotz sagte Grönemeyer „Wenn der Radiologe sagt „Bandscheibenvorfall“, dann freut sich der Chirurg und operiert sofort.“

Gleichgewicht ist ein großer Vorteil

Grönemeyer verlangte den Düsseldorfer Jonges viel ab und prüfte ihre körperliche Fitness. So mussten sie unter anderem im Stehen einen Fuß vom Boden heben, die Augen schließen und den Kopf in den Nacken legen. Nicht wenige Düsseldorfer Jonges verloren hierbei das Gleichgewicht. „Studien haben ergeben, dass Kinder, die im Gleichgewicht sind, bessere Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache haben“, legte Grönemeyer dar.

Zum Schluss seines Vortrags appellierte Dietrich Grönemeyer daher eindringlich an die Düsseldorfer Jonges, sich das Motto „Turne bis zur Urne“ zu eigen zu machen.

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Foto: Christian Dick (Chefredakteur der NRW-d-e-p-e-s-c-h-e) und Professor Dr. Dietrich Grönemeyer

Unter folgendem Link finden Sie die Website des Grönemeyer Instituts in Bochum: https://www.groenemeyer-institut.com/