40jähriges Bischofsjubiläum von Paul-Werner Scheele

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Foto: der Jubilar: Würzburgs Altbischof Paul-Werner Scheele (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der Bamberger Bischof und Metropolit für das Bistum Würzburg Ludwig Schick, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischonf von München-Freising Kardinal Marx Rainhard Marx, der Jubilar Würzburgs Altbischof Paul-Werner Scheele und der gegenwärtige Würzburger  Bischof Friedhelm Hofmann (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Dr. Pau Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfanken, der Jubilar Altbischof Paul-Werner Scheele und der bayerische Justizminister Professor Dr. Winfried Bausback (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Einen ganz besonderen Grund zum Feiern gab es am Sonntag, dem 15. März 2015, im Bistum Würzburg. Im Kiliansdom fand ein Pontifikalamt für den emeritierten Würzburger Bischof Dr. Paul-Werner Scheele statt, dessen Bischofsweihe vor 40 Jahren war.  Paul-Werner Scheel ist indes kein gebürtiger Bayer, er stammt vielmehr aus Nordrhein-Westfalen. Als gebürtiger Sauerländer gehören Bodenständigkeit, Geradlinigkeit, kernige und unverblümte Worte sowie, nicht zuletzt, ein festes Glaubensfundament und eine tiefe Marienverehrung zu seinen markanten Charaktereigenschaften.  Sein Wahlspruch „Pax et Gaudium“ – „Friede und Freude“ – spiegelt sein Werte-Fundament ganz klar wider. 1975 wurde Scheele Weihbischof in Paderborn und vom damaligen Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Bischof geweiht. Am 21. Oktober 1979 wurde Scheele in das Amt als Bischof von Würzburg eingeführt. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2003 stand er an der Spitze dieses Bistums. Es ist sehr lange her, dass Würzburg zuletzt ein derartiges Ereignis feiern konnte. Zuletzt war dies im Jahre 1613 bei Fürstbischof Julius Echter der Fall.

Paul-Werner Scheele wurde am 6. April 1928 in Olpe geboren. 1952 wurde er zum Priester geweiht. Er wirkte als Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda und Leiter des Katholisch-Theologischen Seminars Marburg, als Professor für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum und als Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Ein Jahr nach seinem goldenen Priesterjubiläum nahm Papst Johannes Paul II. 2003 seinen altersbedingten Rücktritt vom Bischofsamt an.

In der Festpredigt stützte sich Scheele auf das Sonntagsevangelium, in dem es hieß „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.“ (Joh 3,14–21). Scheele hob hervor, dass der Kreuzestod Jesu für die Liebe Gottes zu den Menschen stehe. Die Liebe und die Beziehung des Menschen zu Gott seien ewig und stärker als alle anderen Bindungen. Er appellierte daran, dass die Christen nicht nachlassen sollten, für die Wahrheit einzutreten, um dadurch selbst zum Licht zu kommen.

Unter den zahlreichen Gratulanten waren unter anderem folgende Gäste:

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Foto: Dr. Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken, der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Münchener Kardinal Reinhard Marx (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Sr. M. Hyazintha Felkel, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Bundesminister a. D. Dr. Wolfgang Bötsch (Aufnahme: Christian Dick)

Unter folgendem Internet-Link können Sie einen Beitrag des Fernsehsenders TV Touring über die Feier des Bischofsjubiläums von Paul-Werner Scheele sehen:

http://www.tvtouring.de/mediathek/video/40-jaehriges-bischofsjubilaeum/

Im Jahre 2014 ist das Buch „Licht, Leben, Liebe“ von Paul-Werner Scheele erschienen.

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Auf seine profunde Erfahrung gestützt hat er in diesem Buch dargestellt, welche Wirkung der Glaube auf die wichtigsten Bedürfnisse des Menschen hat. Weiterhin hat er in diesem Buch mit viel Herzblut dargelegt, wie diese Bedürfnisse es ermöglichen, den Glauben erst in seiner ganzen Tiefe zu durchdringen und zu verinnerlichen. Scheele hat das Buch aus seiner Erfahrung auch aus der Reflektion der Zeit nach seiner Priesterweihe geschrieben. Als er damals unter anderem als Religionslehrer war, gab es für die Religionslehrer nicht ausreichendes Handwerkszeug, um den Menschen die Fundamente der Gottesliebe klar zu machen. Es ging ihm vor allem darum, die Wurzel des Glaubens zu erfassen und seinen Religionsunterricht nicht auf „Allerweltsethik“ oder eine „unverbindliche Relgionskunde“  zu beschränken. Das Buch ist sehr lesenswert, weil der Autor in diesem Buch eindrucksvoll Augen führt, was die Botschaft der christlichen Nächstenliebe und die Christuswahrheit im Kern ausmacht. Damit greift er das Leitmotiv von Papst Franziskus auf, das dieser bei seinem apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ im Sinn hatte. Scheele geht auch auf den Glauben der Hinduisten ein, bei denen die Worte „Licht, Leben, Liebe“ ebenfalls von fundamentaler Bedeutung sein.

 

Die Worte „Licht,Leben, Liebe“ hat der deutsche Arzt, evangelische Pfarrer und bildende Künstler Dr. Kurt Reuber einer von ihm zum Weihnachtsfest 1942 in Stalingrad auf einer Landkarte gezeichneten Madonna hinzugefügt. Damals hatte die Rote Armee Stalingrad eingeschlossen hatte und die eingekesselten Soldaten kämpften gegen Kälte und Hunger um ihr Überleben.  Die Worte, die Reuber gewählt hat, heben den Kern der Sehnsüchte, die Menschen hinsichtlich ihres Glaubens haben, deutlich hervor. Das Original der Madonna von Stalingrad wurde 1983 der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin übergeben.

 

Paul Werner Scheele

Licht, Leben, Liebe

Was wir brauchen, was wir glauben

256 Seiten

14 x 22,5 cm, Broschur

€ 14,80 (D) / CHF 21.10 / € 15,30 (A)

Echter Verlag GmbH Würzburg

ISBN 978-3-429-03718-5

  1. Auflage 2014