Archiv für den Tag: April 11, 2015

„Die Selbstanzeige – Die Steuer, mein Onkel und ich“ in der Komödie in Düsseldorf

Ensemble mit Pia Oertel 1_klein

Foto: das Ensemble mit Bühnenbildnerin: (vorne, von links nach rechts) Roland Jankowsky, Konstanze Proebster, Heinrich Schafmeister, Anna Montanaro, (hinten, von links nach rechts) Wolfgang Welter, Mirjam Radovic, Kostüm- und Bühnenbildnerin Pia Oertel, Jens Knospe (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Was kann jemand machen, der von niemandem wahrgenommen wird, der arbeitslos ist und ein armes Dasein fristet, um beachtet zu werden? Er könnte ein Persönlichkeits-Training machen, einen Rhetorik-Trainer oder einen Erfolgs-Trainer konsultieren. Dies aber macht der François Pignon nicht. Die Hauptfigur der Komödie „Die Selbstanzeige – Die Steuer, mein Onkel und ich“ kommt auf eine Idee, die sich dem gesunden Menschenverstand völlig verschließt. Er stellt eine Selbstanzeige beim Finanzamt. Dadurch ruft er die Steuerprüfung auf den Plan. Und so nimmt die Spirale von kuriosen Dingen ihren Lauf. François Pignon wird in diesem neuen Stück in der Komödie in der Steinstraße in Düsseldorf von Heinrich Schafmeister dargestellt. Die Premiere fand am 8. April statt. Heinrich Schafmeister ist in diesem Theater, ebenso wie im Fernsehen, ein Publikumsliebling. Bereits zum fünften Mal gastiert er im Düsseldorfer Boulevardtheater. Regisseur ist Helmuth Fuschl, der bis zum Jahre 2014 gemeinsam mit Paul Haizmann die Komödie in der Steinstraße geleitet hat. „Ich brauche Heinrich Schafmeister nur anzuschauen. Dann weiß ich, ob er „Das mache ich“ oder „Das mache ich nicht“ im Sinn hat.“ Heinrich Schafmeister brachte bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Premiere zum Ausdruck, dass dieses Stück schwierig darzustellen ist. „Das Stück „Mein Onkel, die Steuer und ich“ ist nicht so vordergründig witzig. Es ist sehr schwierig von technischem Ablauf her. Es zeichnet sich durch eine hohe Frequenz von Hin und Her auf der Bühne aus“, führte er aus. „Es wird sehr viel geredet. Es geht keine Tür auf und zu. Es kommt schnell der Nächste auf die Bühne“, erläutert Helmuth Fuschl.

Zu seiner Rolle erklärte Schafmeister „François hat in der Wettbewerbsgesellschaft nicht mitgehalten. Er wird eigentlich von niemandem wahrgenommen. Hiergegen will er etwas machen. Daher stellt er eine Selbstanzeige beim Finanzamt. Der Satz „Die Geister, die man ruft, wird man nicht so schnell wieder los“ bewahrheitet sich anschließend.“

Neben Schafmeister und Fuschl gibt es bei dieser Inszenierung noch mehrere „Wiederholungs-Täter“, die sich freuen wieder an der Komödie in der Steinstraße zu sein.

Roland Jankowsky, bekannt aus der ZDF-Krimiserie „Wilsberg“, in der früher auch Heinrich Schafmeister mit von der Partie war, stellt dar, wie schön er es auf der Theaterbühne findet, wo er gerade nicht den Fettnapf-tretenden Kommissar, wie in der Serie „Wilsberg“ spielt. Er ist bereits zum dritten Mal in der Komödie in der Steinstraße zu Gast. „Es ist unheimlich witzig, wie unsere Gesellschaft in diesem Stück doch so ein bisschen den Spiegel vorgehalten bekommt“, merkte er an.

Mit von der Partie sind weiterhin Anna Montanaro, die selber aus Düsseldorf stammt, sowie Jens Knospe, die dem Publikum der Komödie in der Steinstraße bereits wiederholt erfolgreich ihr Talent im Bereich de Boulevardtheaters bewiesen haben.

Interessant ist diesmal, dass das Bühnenbild durch die Kostümbildnerin Pia Oertel geschaffen worden ist. Sie ist den Düsseldorfern als Venetia der Karnevalssession 2014 noch in bester Erinnerung. Erstmalig zeichnet sie in der Komödie in der Steinstraße für das Bühnenbild verantwortlich. Und es ist auch das erste Mal, dass sie das Bühnenbild für eine Inszenierung ohne musikalischen Anteil entworfen hat. „Ich bin direkt ein bisschen neidisch, dass Pia nicht zu unserer Zeit als Inhaber bei uns im Hause tätig war“, bekundete Helmuth Fuschl und fuhr fort „Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Bühnenbildnerin, wie Pia Oertel es gemacht hat, bei den gesamten Proben dabei war.“ „Es gab eine solche Übereinstimmung der Vorstellungen von Anfang an. An den Schauspielern fand ich sehr beeindruckend, mit wieviel Präzision und Arbeitseifer diese das Stück angegangen sind. Sie sind bis an die Substanz gegangen“, berichtete Pia Oertel.

Pia Oertel hat sich außer dem Bühnenbild auch um die Requisiten gekümmert. In einer Szene agiert Heinrich Schafmeister mit einem Notizblock. Hier müsse das Abreißen der Zettel problemlos klappen, so Schafmeister. Denn, wenn es hier eine Panne gebe, sei der Schauspieler immer der „Doofe“.

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Foto: Anna Montanaro und Heinrich Schafmeister (Aufnahme: Christian Dick)

Auch auf die Wünsche der Schauspieler hat sich Pia Oertel sehr gut eingestellt. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Schauspieler seine Kostüme in doppelter Ausfertigung benötigt. Dank Pia Oertel hat bei der Vorbereitung alles wie am Schnürchen geklappt.

Und diese perfekte Harmonie sowohl innerhalb des Ensembles als auch zwischen dem Ensemble und all jenen, die im Hintergrund agieren, bescherte dem Publikum letztendlich einen sehr spannenden Theaterabend mit sehr unerwartetem Ausgang, den man so schnell nicht vergessen wird. „Nur weiter so!“ kann man dem Team der Komödie in der Steinstraße daher zurufen.