„Düsseldorf ist die Welthauptstadt der Fotografie!“

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Foto: Ein Charakterkopf – Wim Wenders (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Manfred Neuenhaus (FDP), Vorsitzender des Kulturausschusses im Düsseldorfer Stadtrat, Ursula Wißborn (Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West), Wim Wenders und Beat Wismer, Generaldirektor des Museum Kunstpalast (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Laura Schmidt, Geschäftsführerin der Wim Wenders Stiftung vor dem Bild „Forrest in Brandenburg 2014, welches ihr besonders gut gefällt (Aufnahme. Christian Dick)

Autoren: Christian Dick und Rolf Keller

Dies erklärte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel am 17. April 2015 bei der Vernissage zur Ausstellung „4 REAL & TRUE 2 WIM WENDERS Landschaften. Photographien“ im Brustton der Überzeugung. Mit dieser Feststellung liegt das Düsseldorfer Stadtoberhaupt durchaus richtig. Denn wer sich beispielsweise einmal den Düsseldorfer Medienhafen anschaut, der wird schnell das feststellen, dass dieser Ort ein wahres Kleinod für Fotografen ist. Und die Düsseldorfer Museen und Galerien greifen das Interesse der Menschen aus Düsseldorf, der Umgebung und aus dem Ausland an Fotografie auf mannigfaltige Art und Weise immer wieder auf.

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Foto: Lange Schlangen vor dem Museum Kunstpalast bei der Vernissage am 17. April 2015 (Aufnahme: Christian Dick)

„Wenn man viel unterwegs ist,“ schreibt Wim Wenders, „wenn man gern umherstreift, um sich zu verlieren, kann man an den merkwürdigsten Orten landen. Es muss wohl eine Art eingebauter Radar sein, der mich oft in Gegenden führt, die entweder sonderbar ruhig oder auf eine ruhige Art sonderbar sind.“

Wim Wenders (*1945 in Düsseldorf) ist vor allem durch seine Filme bekannt geworden. Sein Film „Das Salz der Erde“, ein Porträt des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, ist in diesem Jahr für den Oscar nominiert und mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet worden. Für sein filmisches Lebenswerk wurde er auf der 65. Berlinale mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet. Sein neuer 3D-Spielfilm „Every Thing Will Be Fine“ ist kürzlich in den deutschen Kinos angelaufen. Das Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf würdigt den Filmemacher mit einer umfangreichen Filmretrospektive. Doch Wenders bekennt: „Die photographische Arbeit ist die andere Hälfte meines Lebens.“ Bereits seit Jahrzehnten entsteht ein von Wenders‘ filmischen Arbeiten unabhängiges fotografisches Werk: Aufnahmen von einsamen, manchmal skurril wirkenden Orten und Landschaften, von „Schau-Plätzen“ mit eigenen Geschichten.

Anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers im August 2015 zeigt das Museum Kunstpalast in Kooperation mit Wenders Images und der Wim Wenders Stiftung eine Auswahl von ca. 80 großformatigen Fotografien. Das Spektrum reicht von den frühen Schwarz-Weiß-Fotografien über die monumentalen Landschaftspanoramen bis hin zu erst im letzten Jahr entstandenen Fotografien. Wenders fotografiert stets analog, ohne Kunstlicht und ohne Stativ. Er bevorzugt für diesen Teil seines künstlerischen Schaffens die Schreibweise „Photographien“. Es ist ihm ein ehrwürdiger Begriff, der das geglückte Zusammenspiel von Licht (phos) und Malen (graphein) betont und die Möglichkeit, mit einem Foto einen einzigartigen Moment in der Zeit einzufangen.

Der Direktor des Düsseldorfer Museum Kunstpalast Beat Wismer bekundete, dass er vor zehn Jahren noch nicht daran gedacht hätte, dass eine solche Ausstellung einmal in Betracht kommen könne. Wim Wenders hatte im Museum Kunstpalast unter anderem im Jahre 2013 die Gursky-Ausstellung besucht, von der sehr angetan war. Bereits 2012 war ein Schlüsseljahr für Beat Wismer. Damals war er mit großer Spannung nach Hamburg zu Harald Falkenberg gefahren und hatte sich die große Fotoausstellung von Wim Wenders angesehen. Dies war gleichsam die Initialzündung für die Realisierung der imposanten Ausstellung in Düsseldorf. Sie dauert bis zum 16. August 2015.

„Ich habe irgendwie so eine Art 7. Sinn“, bekundete Wim Wenders bei der Pressekonferenz am 16. April. Was er gar nicht mag ist eine Situation, wenn er an einem Ort von Menschen umgeben ist, die ihm sagen, diese oder jenes Motiv müsse er unbedingt fotografieren. Wenders beschrieb, dass er ganz alleine an einem Ort sein muss und dass die Orte dann zu ihm sprechen. Die Ausstellung in Düsseldorf ist herausragend. Insbesondere Motive von Ground Zero, wo Wenders im November 2001, nur zwei Monate nach dem Terroanschlag des 11. September war, und Bilder von Fukushima, die wegen der Radioaktivität vor Ort anders wurden als zuvor angedacht, fesseln die Betrachter. Ebenso gibt es Bilder von Armenien. „In Pittsburgh riecht es wie Oberhausen“, schreibt Wenders. Und schließlich hat er Elblandschaften fotografiert.

Im Rahmen der Nacht der Museen war diese Ausstellung ein besonderer Publikumsmagnet.

Hier einige Impressionen:

Nur zwei Monate nach dem 11. September 2001 ist Wim Wenders nach New York geflogen und hat den Ground Zero fotografiert, der nach der Zerstörung des World Trade Center einer Hölle glich.

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Foto: Ground Zero. Dieses Foto zeigt eine Gebäude beim Ground Zero, das normalerweise meisten im Schatten ist. Wim Wenders hat das Foto gerade in einem Moment aufgenommen als die Sonne auf das Gebäude fiel. Beat Wismer, Generaldirektor des Museum Kunstpalast erklärte, dass das Sonnenlicht, das auf dieses Gebäude falle, an Ostern und die Auferstehung erinnere (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Ground Zero (Aufnahme. Christian Dick)

 

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Foto:  Lake Galilee before Sunrise 2000 (Aufnahme: Christian Dick)

 

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Foto: At the Horizon: The Rocky Mountains, Montana 2000 (Aufnahme. Christian Dick)

 

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Foto: Dog on the Road to Ayers Rock #1, Uluru 1977 (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Elblandschaft 2014 (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Ferris Wheel Armenia 2008 (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Auf diesen Bildern von Fukushima erkennt man die Radioaktivität (Aufnahme: Christian Dick)

Weitere Informationen finden Sie unter folgender Internetadresse: http://www.smkp.de/