Archiv für den Tag: Mai 29, 2015

Käutner-Preis für Ulrich Tukur

Autor: Christian Dick

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Foto: Gruppenfoto der Preisverleihung am Abend: (von links) Filmmuseumsdirektor Bernd Desinger, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Oberbürgermeister Thomas Geisel, seine Frau Vera, Jurymitglied Cornelia Mohrs Käutner-Preisträger Ulrich Tukur, seine Frau Katharina John, Jurymitglied Karin Trepke, Laudator Dr. Michael Verhoeven und Jurymitglied Ruth Schiffer.(Quelle Landeshauptstadt Düsseldorf – Ingo Lammert)

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Foto: Gruppenfoto von der Pressekonferenz am Vormittag: (von links nach rechts) Filmregisseur Dr. Michael Verhoeven, Ulrich Tukur, der Direktor des Düsseldorfer Filmmuseums Bernd Desinger, der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und der 1. Bürgermeister Fritz Conzen (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Ulrich Tukur (Aufnahme: Christian Dick)

Der Film- und Theaterschauspieler Ulrich Tukur wurde am Freitag, 29. Mai, mit dem Helmut-Käutner-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde zum 14. Mal vergeben. Oberbürgermeister Thomas Geisel überreichte den Preis bei einem Festakt im Rathaus. Er würdigte Tukur als „Mimen von besonderer Art“. „Einen Charakterdarsteller zeichnen wir mit der Vergabe des Käutner-Preises der Landeshauptstadt Düsseldorf aus, der uns in seinen Filmen, im Fernsehen als Tatort-Ermittler und auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu begeistern weiß. Persönlichkeiten stellt Ulrich Tukur eindringlich vor, die uns unversehens ins Phantasieren und Nachdenken führen. Wie scheinbar leicht ihm das von der Hand geht, offenbart seine große Kunst“, sagte das Stadtoberhaupt.

„Im Film wie ein Fisch im Wasser zu Hause“

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Foto: Bernd Desinger und Ulrich Tukur (Aufnahme: Christian Dick)

Ein vor Freund strahlender Bernd Desinger, Leiter des Düsseldorfer Filmmuseums war bei der vorangegangenen Pressekonferenz zu erleben. Dieser verwies auf Ulrich Tukurs ausgezeichnete Verkörperung des Willi Graf, eines Mitglieds der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ während des Nationalsozialismus, in dem Film „Die Weiße Rose“ aus dem Jahre 1982. Weiterhin nannte Desinger den Film „Mutters Courage“ aus dem Jahre 1994, in der Ulrich Tukur einen SS-Offizier darstellt, der sich in diesem Film, der im Jahre 1944 spielt, über die mutige Elsa Tabori, Mutter des Autors dieses Films George Tabori wundert. Diese ist unbeirrt und frönt ihrem Hobby dem regelmäßigen Rommé-Spielen mit Freundinnen in Budapest. Die Gefahr, von den Nationalsozialisten auf der Straße gefangen genommen und deportiert zu werden, interessiert sie dabei wenig. Und eines Tages wird Elsa Tabori  wirklich verhaftet. Sie wird zu einer Sammelstelle für die Deportation gebracht. Am Budapester Westbahnhof soll sie mit anderen jüdischen Menschen nach Auschwitz gebracht werden. Auf einem grenznahen Umschlagsplatz wehrt sich Elsa Tabori gegen die Entführung und spricht den befehlshabenden SS-Offizier an, der von Ulrich Tukur dargestellt wird. Sie gibt vor, im Besitz eines Schutzpasses des Schwedischen Roten Kreuzes zu sein. Auf Grund dieses Pass ist eine Deportation verboten. Sie habe ihn nur nicht dabei erklärt Elsa Tabori. Die SS-Männer drohen ihr mit Erschießung, doch das Wunder geschieht: Der SS-Offizier ist so überrascht über die Courage der Elsa Tabori, dass er sie in die Freiheit entlässt. Elsa Tabori darf wieder nach Budapest zurück und kommt somit noch zur vereinbarten zum Romméspiel mit ihren Freundinnen. Beide Filme hat Ulrich Tukur unter der Regie von Michael Verhoeven gedreht.

„Ulrich Tukur ist im Film wie ein Fisch im Wasser zu Hause, auch im Theater, aber auch in der Musik mit seiner Band, den „Rhytmus Boys“. Der Käutner-Preis ist geht damit an einen Schauspieler mit spezieller Filmreiche, auch im Tatort“, hob Bernd Desinger hervor.

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Foto: Laudator Dr. Michael Verhoeven (Aufnahme: Christian Dick)

Die Laudatio im Rahmen der Preisverleihung hielt der Regisseur Dr. Michael Verhoeven. Ulrich Tukur reagierte erfreut auf den Preis: “ Was für eine Freude eine Auszeichnung zu erhalten, die sich mit dem Namen eines der größten deutschen Filmregisseure verbindet! Als einer der wenigen hat sich Käutner selbst während der nationalsozialistischen Diktatur eine erstaunliche künstlerische Unabhängigkeit bewahrt und noch in der Apokalypse des zu Ende gehenden Krieges filmische Meisterwerke von großer Menschlichkeit geschaffen. Vor allem seine 1944 entstandene Produktion ‚Unter den Brücken‘ hat mich zutiefst beeindruckt, kein anderer deutscher Film ist mir je so ans Herz gegangen. Er ist der Beweis, dass wir einmal einen Regisseur besaßen, der den großen realistischen Filmkünstlern seiner Zeit, der einem Jean Renoir oder Marcel Carné in nichts nachstand.“

In der Begründung der Jury heißt es: „Ulrich Tukur gehört zu den herausragenden Schauspielern Deutschlands. Seit den achtziger Jahren verkörpert er überzeugend oftmals widersprüchliche Männerfiguren in deutschen und internationalen Filmproduktionen. In seiner Zusammen-arbeit mit wichtigen Regisseurinnen und Regisseuren gelingen ihm immer wieder Charakterdarstellungen von bleibender Wirkung. Mit großer Präsenz und Vitalität hat UIrich Tukur das deutsche Kino, Theater und Fernsehen geprägt. Er liebt das schauspielerische Risiko, ganz besonders in historischen Rollen, und setzt sich damit bewusst in Beziehung zum Werk von Helmut Käutner.“

Ganz natürliche Ausstrahlung

Im Rahme eines Pressegespräch mit Ulrich Tukur und Michael  Verhoeven am Vormittag des 29. Mai war besonders beeindruckend, dass Tukur ein Mensch ist, der, trotz seiner beachtlichen Karrieren, wirklich keiner Starallüren hat, sondern vielmehr ganz und gar bodenständig ist.

Liebe zu Düsseldorf

Sein Herz, so macht er deutlich, schlägt ganz und gar für Düsseldorf. Dies liegt einmal an seiner Bewunderung für Gustav Gründgens, den er als einen Großen des Deutschen Theaters bezeichnete, und für Heinrich Heine. Letztgenannten beschrieb er als einen herausragenden deutschen Schriftsteller und Poeten, der Licht als Dunkel gebracht habe und ein „Hellseher“ gewesen sei. Und schließlich zollt er auch noch Helmut Käutner seinen großen Respekt. „Mit diesen drei Menschen ist mein Empfinden für Düsseldorf verbunden“, erklärte Tukur und fuhrt fort „Ich mag die Düsseldorfer Altstadt sehr. Wenn ich mit meinen Jungs in Düsseldorf im Theater aufgetreten bin, waren die Häuser immer voll. Köln ist da nicht so. Köln ist sich irgendwie selbst genug. Und ich bin ein großer Verehrer der japanischen Küche, die man hier in Düsseldorf genießen kann.“

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