Night of the Brands fand zum 16. Mal statt

Autoren: Christian Dick und Beate Macioszek

Am 15. März 2016 wurde Düsseldorf wieder zum Mekka des Marketing. Im Capitol Theater fand die 16. Night of the Brands statt. Diese Veranstaltung gehört zu den Highlights in der Marketing-Branche in Deutschland.  Rund 1.000 Gäste – darunter hochkarätige Gäste aus markenführenden Unternehmen, Politik, Medien und Agenturen – waren auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie.

Frisch aus der Babypause zurück war die Moderatorin des Abends Sabine Heinrich vom WDR. Sie war in bester Stimmung, was sie insbesondere durch die Beschreibung ihrer Schwangerschaft als „neunmonatige Marken-Dehnung“ zum Ausdruck brachte.

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Foto: Sabine Heinrich moderierte die Night of Brands. (Aufnahme: Christian Dick)

Begrüßt wurde das Publikum weiterhin durch Christian Thunig, Chefredakteur der zur Verlagsgruppe Handelsblatt gehörenden Zeitschrift absatzwirtschaft, die Veranstalter des Marken Award ist, und durch Frank Dopheide, Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt.

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Foto: Christian Thunig (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Frank Dopheide (Aufnahme: Christian Dick)

Prämiert wurden an diesem Abend die Marken-Stars 2016 bei der feierlichen Verleihung des Marken-Award in drei Kategorien „Bestes Markenmomentum“, „Bester Marken-Relaunch“ und „Beste Marken-Dehnung“.

Die Firma Rügenwalder Mühle erhielt den Preis in der Kategorie „Bestes Markenmomentum“.  Der Fleisch- und Wurstfabrikant, war wie andere Firmen dieser Branche, mit rückläufigen Absätzen auf Grund des veränderten Verbraucherverhaltens konfrontiert. Die Kunden verzichten heute tendenziell eher auf Wurst. Ein zunehmende Zahl von Verbrauchern konsumiert deutlich weniger Fleisch wegen ethischer Bedenken bezüglich der Tierhaltung, weil sie sich um das Klima Sorgen machen oder weil das Thema  Gesundheit von immenser Bedeutung geworden ist. Angesicht dieser Entwicklung galt es im Denken flexibel zu sein. Und so nahm die Rügenwalder Mühle mit großem Erfolg vegetarische Wurst, Mini- Frikadelle und vegetarische Schnitzel in ihre Produktpalette auf.

Das Unternehmen Popp Feinkost wurde in der Kategorie „Bester Marken-Relaunch“ ausgezeichnet. Die Marke ist zwar der Erfinder der Brotaufstriche auf Basis von Salatcremes, aber die Markenkommunikation überzeugte Endverbraucher und Supermärkte nicht mehr wirklich. Das zu ändern, war das Ziel: Mit der neuen Markenbotschaft „Macht euer Essen, zu einem Moment, den ihr teilen wollt“ und dem Markenclaim „Meine, deine, feine Kost“ erfand sich die Marke neu. Anvisiertes Markenterritorium: das Abendbrot. Und siehe da, mit einer jungen, ansprechenden Kampagne gelang Popp im rückläufigen Geschäft mit der Feinkost der Zuwachs: Während andere Marken verloren, legten die Popp’schen Brotaufstriche zu.

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Foto: Sabine Heinrich interviewt Alexander Schmolling (Popp Food Group GmbH), und Philip Harland, Geschäftsführer der Popp Food Group GmbH. (Aufnahme: Christian Dick)

Farbenhersteller Alpina war der Sieger in der Kategorie „Beste Marken-Dehnung“. Raumfarbenhersteller Alpina – mit der Sortimentserweiterung „Feine Farben“. Der Marktführer für weiße Wandfarbe will auch stärker im Geschäft mit bunten Alternativen wachsen – und ein Angebot erschließen, in dem es Nachholbedarf gibt. Zwischen Mass-Market und Prestige soll durch „Feine Farben“ der Markt um ein „Masstige“-Sortiment erweitert werden. Seit Mai 2015 stehen die 32 Farbnuancen in den Baumärkten: Dabei spricht Alpina die Zielgruppe nicht nur durch Namen wie „Melodie der Anmut“ oder „Dächer von Paris“ an, sondern auch durch eine hochwertige Verpackung.

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Foto: Oliver Kahn Dr. Ralf Murjahn, CEO der DAW-Gruppe (Deutsche Amphibolin-Werke, Martin Rösler (Alpina Marketingleiter) und Regina Halmich (Aufnahme: Christian Dick)

Und damit hatte niemand gerechnet: Michael Bully Herbig ist die Glanzleistung gelungen, als „Neuling“ unter den Werbeträgern  Platz 1 der Marken-Testimonials zu erreichen. Er bewirbt zum ersten Mal eine Marke und ist Nachfolger von Thomas Gottschalk für Haribo. Insgesamt 42.134 Interviews haben die Marktforscher von Innofact im Jahre 2015 im Auftrag der Zeitschrift absatzwirtschaft geführt: Bully Herbig wurde ungestützt am besten erinnert. Dafür erhält der Comedian, Schauspieler, Regisseur und Produzent die Auszeichnung „Bestes Marken-Testimonial 2015“. Da er nicht in Düsseldorf dabei sein konnte, wurde eine Video-Gruß-Botschaft vom ihm gezeigt.

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Foto: Video-Gruß-Botschaft von Michael „Bully“ Herbig (Aufnahme: Christian Dick)

Für ein glanzvolles Showprogramm sorgte Andreas Kümmert. Er hatte die Sendung „The Voice of Germany“ gewonnen. 2015 war er Sieger des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest (ESC). Er machte damals Moderatorin Barbara Schöneberger sprachlos als er am Ende der Show erklärte, nicht am ESC teilnehmen zu wollen.

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Foto: Andreas Kümmert begeisterte mit fetziger Musik (Aufnahme: Christian Dick)

 

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Foto: Oliver Kahn (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Gruppen-Foto mit Oliver Kahn, inks außen Uwe Sayer, Geschäftsführer der Firma FSC Gutes Holz Service GmbH, rechts außen Lars Hoffmann, Pressechef der Firma FSC Gutes Holz Service GmbH  (Aufnahme: Christian Dick)

Ein Star des Abends war auch „Der Titan“. Oliver Kahn legt dar, was ihn selbst als Persönlichkeitsmarke ausmacht, schärfte den Marketing-Experten ein, dass man immer authentisch bleiben und seinen Überzeugungen treu bleiben muss, sich aber gleichzeitig weiterentwickeln muss. So sei es ihm einmal möglich gewesen, gleichzeitig für eine Bratwurst zu werben und eine Werbung für ein Diätprodukt zu machen, ohne dabei in einen Konflikt zu kommen. Dies, so Kahn, sei ein Beweis für die erfolgreiche Dehnung seiner selbst als Persönlichkeitsmarke. Oliver Kahn fungierte als Laudator für die Preiskategorie „Beste Marken-Dehnung“.

Mal etwas Verrücktes tun

Krönender Abschluss war eine Rede von Wissenschafts-Kabarettist Vince Ebert. In einem Vortrag mit viel Biss führte er vor Augen, dass man noch so viele Controller und Juristen in Bezug auf eine neue Marke einsetzen kann, aber dass dies am Ende nichts nützt, weil es darauf ankommt, der Kreativität Freiraum zu geben. „Kreative Menschen auszuhalten ist für das Umfeld nie leicht. Schon in der Schule haben es Andersdenker schwerer, sich durchzusetzen. Oftmals fallen die Brillantesten sogar durchs Raster. Rudolf Diesel hatte wohl Recht, als er sagte: Von 100 Genies gehen 99 unentdeckt zu Grunde. Doch das dürfen wir nicht zulassen. Unsere Welt wird immer unberechenbarer und komplexer. Das Einzige, was wir dem entgegensetzen können, sind Kreativität und Fantasie. Die größten Talente offenbaren sich oft an den Rändern, sie finden sich an Orten, an denen keiner sucht. Tun auch Sie daher ab und an mal etwas völlig Abwegiges oder Verrücktes. Lassen Sie den Querdenker aus sich heraus: Schenken Sie einem Gewerkschafter einen FDP-Kugelschreiber! Schlafen Sie mit Ihrer eigenen Frau! Einfach was Verrücktes tun“, so lautete Eberts leidenschaftlicher Appell an die Marketer.

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Foto. Vince Ebert, der die kabarettistische Abschlussrede zum Thema Marketing hielt, sowie Regina Halmich und Oliver Kahn, die beide als Laudatoren anwesend waren  (Aufnahme: Christian Dick)