Archiv für den Monat: April 2016

Ein Kleinod auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn

Autor: Christian Dick

FÜRST PÜCKLER: DER GARTENKÜNSTLER UND SEINE PARKOMANIE

14. Mai bis 18. September 2016

Bundeskunsthalle in Bonn zeigt Ausstellung über die faszinierenden

Gartenlandschaften des Fürsten Pückler

Begehbarer Gartenreich auf dem Dach mit Tausenden von Pflanzen und knapp 70 Bäumen

 

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Fotos: Impressionen vom Fürst Pückler-Dachgarten auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn (Aufnahmen, copyright: Christian Dick)

Auf dem Dach der Bundeskunsthalle kann man von Mitte Mai bis Mitte September einfach nur die Seele baumeln lassen. Außerdem kann man sich durch das Flair des im Stil von Fürst Pückler gestalteten Dachgartens dank der Zitronenbäume ein bisschen wie in wie in mediterranen Gefilden fühlen. Und, nicht zuletzt, kann man sich dabei sehr wertvolle Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens holen.

Ein genialer Gartenkünstler wird wiederentdeckt: Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871), eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks in Bad Muskau/Leknica (UNESCO Weltkulturerbe), Babelsberg und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Diesen drei bedeutendsten Gartenanlagen des Fürsten und den damit verbundenen innovativen Ideen widmet die Bundeskunsthalle Bonn vom 14. Mai bis 18. September 2016 die Ausstellung „PARKOMANIE. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler“.

Pückler begriff den Garten, wie er es selbst formulierte, als eine „begehbare Bildergalerie“, in der alle paar Schritte eine zum Kunstwerk idealisierte Natur immer wieder Überraschendes bot. Nach dieser Überzeugung gestaltete er ganze Landschaftsräume in höchster Perfektion neu – mit ausgeklügelten Wasser- und Wegesystemen, mit Blickachsen und Aussichtspunkten. Er leitete Flüsse um, ließ Bäume mit eigens entwickelten Maschinen versetzen, schüttete Hügel auf oder setzte lebende Personen als Dekoration in seine Gärten. Ideell und praktisch wurde er unterstützt von seiner Ehefrau Lucie. Beide teilten die Leidenschaft für die Gartenkunst, die sie teilweise bis an den Rand des finanziellen Ruins trieb. Ausgedehnte Reisen, u.a. nach England und in den Orient, dienten ihm nicht nur

als Inspiration für seine eigene Lebensinszenierung, sondern machten ihn auch zum Mittler zwischen den Kulturen. Der gartenbegeisterte Pückler brachte Ideen und Pflanzen mit und prägte durch seine Reiseerzählungen auch das deutsche Orientbild.

Die korrespondierende Ausstellung versammelt rund 250 Exponate aus ca. 30 namhaften Museen und Stiftungen, darunter die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Zu sehen sind bedeutenden Zeugnisse der Pücklerschen Gartenkunst, etwa Originalpläne seiner Gärten, historische Fotografien und Veduten sowie Exponate aus dem bewegten Leben des Fürsten.

Die Erstausgabe von Pücklers Werk „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ ist ebenfalls ausgestellt. Das Buch dokumentiert eindrucksvoll die Kreativität und den Einfallsreichtum des Gartenkünstlers, wenn er unter anderem in einfachen Zeichnungen einen idealen See, einen perfekten Flussverlauf oder eine Wegeführung entwirft und daneben das Negativbeispiel aufzeigt. Zudem thematisiert die Schau die Auseinandersetzung Pücklers mit seinem Rivalen, dem Gartenkünstler Peter Joseph Lenné.

Als Höhepunkt im doppelten Sinn und als Hommage an den Fürsten wird ein begehbares Gartenreich auf dem Dach der Bundeskunsthalle angelegt: In der eigens nach den Pücklerschen Gestaltungsprinzipien inszenierten Gartenlandschaft erwartet die Besucherinnen und Besucher ein besonderes Gartenerlebnis – sie können inmitten von kunstvoll angelegten Baumgruppen, darunter Blutbuchen, Eichen, Espen und Robinien flanieren und sich in der ersten Blühperiode an einem Blumenmeer aus 42.000 Frühblühern, wie verschiedene Tulpensorten und Narzissen erfreuen. Für das temporäre Gartenreich wird ebenfalls ein Wasserbassin nach den Vorbildern des Fürsten geformt und typische wie originelle Elemente aus den Parks integriert. Eine Nachbildung des Muskauer Rosary im „Pleasureground“, einem gartenkünstlerisch besonders fein gestalteten Gartenabschnitt im Übergang zwischen Haus und Park, wird ebenso zu finden sein wie eine Rosenlaube mit der Büste der weltberühmten Sopranistin Henriette Sontag oder die von glasierten Ziegeln umrandeten „Törtchenbeete“, die die Pücklerschen Gärten schmücken.

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Quizbar im FAZ-Café/Infopunkt, Hauptgebäude der Uni Bonn

Dienstag, 17. Mai 2016, 19 Uhr

QUIZBAR

Ein Quizchen Spass muss sein

Auf den Spuren des exzentrischen Lebemanns und passionierten Weltreisenden  Pückler erwartet Sie ein fürstlicher Trip von Branitz über Babelsberg nach Kairo und Konstantinopel. Natürlich Erster Klasse, mit Schampus und Senf an der Decke und dem Knigge für rauschende Feste in gehobener Gesellschaft stets in der Fracktasche. Wenn Sie jederzeit stilsicher auftreten, egal ob bei Staatsempfängen, beim Kamelritt oder beim Wasserlassen auf dem Expo- Gelände in Hannover, Sie sich in der Weltgeschichte ebenso gut auskennen wie in Ihrem Garten und die fünf Etappen dieser Abenteuerreise aus Fragen, Bilder- und Soundrätseln besser meistern als der spanische König einst die Elefantenjagd in Botswana, haben Sie gute Chancen, am Ende dieses Abends mal ordentlich die Korken knallen zu lassen. Lassen Sie also Reiseführer, Atlanten und Lexika zu Hause und bringen Sie stattdessen ein dickes Tagebuch mit ins FAZ-Café. Nach dieser Expedition werden Sie einiges zu erzählen haben. 5 € / frei für Studierende mit Ausweis (Abendkasse) Moderation: Darren Grundorf und Tom Zimmermann (Aalhaus-Quiz/ Kultur- Quiz der Körber-Stiftung Hamburg) In Kooperation mit Universität Bonn litterarium Nach einer Idee der Körber-Stiftung Hamburg

Themenführung in Ausstellung und Garten

Samstag, 21. Mai 2016, 16–18 Uhr

Samstag, 2. Juli 2016, 16–18 Uhr

Samstag, 20. August 2016, 16–18 Uhr

Samstag, 2. September 2016, 16–18 Uhr

THEMENFÜHRUNG

Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau.

Andeutungen über Landschaftsgärtnerei

Andeutungen über Landschaftsgärtnerei ist der Titel eines reich illustrierten Buches von Hermann Fürst von Pückler-Muskau, das 1834 bei Hallberger in Stuttgart erschien. Es verbindet die Beschreibung der Landschaftsgärtnerei des Fürsten mit der praktischen Umsetzung in Muskau. Mit diesem Buch brachte Pückler seine Intentionen der Landschaftsgestaltung einem breiteren Publikum nahe. Es wurde eines der erfolgreichsten und prägendsten Fachbücher zur Landschaftsgestaltung des 19. Jahrhunderts und gilt laut Adrian von Buttlar als das „letzte berühmte Werk der Gartenliteratur“.

Frei buchbar: 240 €, inkl. Eintritt in die Ausstellung und den Garten,

Gruppengröße: max. 25 Personen

Weiterführende Informationen zur Bundeskunsthalle sind unter folgender Internetadresse abrufbar:

http://www.bundeskunsthalle.de/index.html

Mehr als 100 Skulpturen von Tony Cragg im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal

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Foto: Ein Charakterkopf: Tony Cragg (Aufnahme: Christian Dick)

Autor:  Christian Dick

Tony Cragg – Retrospektive

Parts of the World   19. April – 14. August 2016

Diese Ausstellung ist eine Sensation und ein absolutes Novum: Das Von der Heydt-Museum würdigt aktuell mit einer imposanten Ausstellung im gesamten Haus einen einzigen Künstler, der ein Genius ist, wie ihn die Welt nur äußerst selten hervorbringt. Das Filigrane und die Formvollendung seiner Werke unterstreichen, dass diese besondere Akzentuierung von Tony Craggs Schaffen absolut ihre Berechtigung hat. Sein Werk, so wie es nun in Wuppertal zu sehen ist, hat sich seit den 1970er Jahren in einer Vielfalt entwickelt, die den Rundgang zu einem erhellenden Erlebnis auch für denjenigen macht, der die Arbeiten des in Wuppertal lebenden britischen Bildhauers schon zu kennen meint. Denn beim Betrachten der Werke entdeckt man ständig neue Facetten, die Werke lassen viel Spielraum für Interpretationen und gewiss wird jeder Betrachter dabei unterschiedliche Assoziationen haben.  Tony Cragg, so zeigte sich bei einem eineinhalbstündigen Presserundgang durch die Ausstellung, ist ein Freigeist, der nicht stur geradeaus denkt und für den die Welt nicht nur Schwarz und Weiß ist.

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Foto: Tony Cragg vor seinem Werk Versus, geschaffen im Jahre 2012, Bronze, 56 x 61 x 22 cm (Aufnahme: Christian Dick

„Tony Cragg ist ein Weltstar der Bildhauerei. Da er seit 40 Jahren in Wuppertal lebt, ist es nur folgerichtig, dass wir ihm hier im Von der Heydt-Museum die erste große Retrospektive widmen“, sagt Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh.

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Foto: Tony Cragg (Aufnahme: Christian Dick)

Die Ausstellung beginnt mit Fotos seiner frühen Experimente im Umkreis von Minimal Art, Konzept Kunst, Land Art und Arte Povera. Craggs Blick ist zunächst auf die nicht nur materiell, sondern auch ästhetisch „armen“ Materialien, auf den Zivilisationsmüll des Alltags gerichtet. Die Art und Weise, wie er sie in einem Kunstwerk verwandelt, entspricht dem ganz ursprünglich menschlichen, intuitiven Bedürfnis, aus Einzelteilen ein Ganzes zu bauen, zu gestalten, zu formen. Bekannt wurde Tony Cragg zuerst für seine Wand reliefs aus buntem Plastikmüll. Der Schritt ins Dreidimensionale ergab sich notwendigerweise aus seinem Interesse an der Vielfalt der Formen, die der moderne Alltag hervorbringt. Von der Architektur bis zum Mobiliar sind sie unendlich, und Tony Cragg fügt dieser Vielfalt neue Formen hinzu. „Er ist ein Ausnahmekünstler, denn er geht immer weiter, überschreitet Grenzen, auch die der Wissenschaft“, sagt Finckh.

Neben der vorgefundenen Form ist es das Material, an dem sich der Gestaltungsdrang des Künstlers entzündet. Von Plastik über hochpolierten Edelstahl, Gips, Bronze und Glas bis zu geschliffenem Schichtholz: Jedes Material ermöglicht besondere Formen, jede Form erfordert ihr Material. Die Werke, die über die Jahrzehnte entstanden sind, hängen zusammen wie eine weitverzweigte Familie mit vielen Generationen. Jede Form ist auf der Basis der Erfahrungen, die der Künstler an der vorangegangenen gemacht hat, entstanden.

Ende der 1980er Jahre schuf er die ersten Stücke der Gruppe der „Early Forms“, denen verschiedene Gefäßformen wie Kolbengläser, Flaschen und Kanister zugrunde liegen. Bereits während seiner Arbeit in einem biochemischen Labor in den 1960er Jahren hatten ihn diese organisch anmutenden Gefäße fasziniert. Zwei der frühesten stehen in imposanter Größe heute vor dem Museumsportal. Ihre Entwicklung wird im ersten Obergeschoss vorgeführt. Ganz frische Werke, die erst im Zuge dieser Ausstellung das Atelier von Tony Cragg bzw. die Gießerei verlassen haben, markieren einen Endpunkt dieser Reihe. Es ist höchst spannend nachzuverfolgen, wie das Thema Innenform/ Außenform einerseits zu Skulpturen von großer Harmonie und Ausgeglichenheit führt, andererseits auch höchst bizarre Exemplare hervor bringt.

Ein Werk wächst aus dem anderen, so dass sich Werke zu Gruppen und Serien ordnen lassen, was sich nicht zuletzt in ihrer Titelgebung spiegelt. Parallel entstehen Einzelwerke oder nur wenige Exemplare umfassende Serien, in denen der Künstler mit unterschiedlichen Ideen der Oberflächengestaltung oder Formentwicklung spielt. Deshalb folgt die Ausstellung auch nicht einer strengen Chronologie, sondern der Entwicklung der Werkgruppen und setzt die Einzelwerke dazu in Beziehung.

Im zweiten Obergeschoss beginnt die Werkfamilie der „Rational Beings“ mit der ersten, dreiteiligen Gruppe aus Fiberglas aus dem Jahr 1995. Von einfachen Formen geht die Entwicklung zu zunehmend komplexer werdenden Gestaltungen. Wie bei den „Early Forms“, die teilweise an Urtierchen oder Moleküle erinnern, meint man in den „Rational Beings“ häufig Lebewesen zu sehen. Das Porträt und die Ganzfigur sind klassische Themen der Bildhauerei, die sich wiederfinden. Drei monumentale, so  imposant wie elegant erscheinende, farbig gefasste Säulen sind die allerjüngsten Werke dieser Gruppe und bilden einen Blickfang in einem der insgesamt 26 von Tony Cragg gestalteten Räume.

Zeichnungen und Druckgrafiken aus allen Schaffensphasen sind im Mezzanin zu sehen. Manche dienen als Entwurfszeichnungen, andere stehen als Werke für sich oder zeigen Formexperimente, die sich gar nicht in Skulpturen umsetzen lassen. Die Arbeiten belegen Tony Craggs phänomenale Kapazität als analytischer Zeichner, der die Dinge durchdringt.

Mit mehr als 100 Skulpturen und über 130 Fotografien, Zeichnungen und Druckgraphiken gibt die Retrospektive einen Einblick in das Werk eines der bedeutendsten Bildhauer unserer Zeit, wie es ihn bislang noch nicht gab.

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag Buchhandlung Walther König erschienen mit Texten von G. Celant, D. Davettas, L. Cooke, U. Wilmes, C. Lampert, P. Schjeldahl, T. McEvilley, G. Finckh, J. Wood, 472 S., ca. 558 Abbildungen, Hardcover, Museumsausgabe 38 €

DIE CRAGG FOUNDATION

Einen Besuch wert ist auf Grund der dort ausgestellten Werke der Skulpturenpark Waldfrieden, der sich an den Wuppertaler Südhängen, etwa an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld, oberhalb des Wicküler Parks befindet. Die Gründung und Einrichtung dieses Skulpturenparks ist der privaten Initiative von Tony Cragg zu verdanken. Dreißig Jahre nach Beginn seiner Ausstellungstätigkeit suchte er nach einem dauerhaften Ausstellungsgelände für Skulptur im Freien und entdeckte das verwaiste Anwesen Waldfrieden, das er 2006 erwarb. Noch im selben Jahr begann die Umgestaltung von Parkanlage und Gebäuden, die nach langem Leerstand umfassend saniert und modernisiert werden mussten. In Wertschätzung der historischen Anlage wurden vorhandene Bausubstanz und materieller Bestand möglichst weitgehend erhalten, und trotz Umrüstung von Park und Gebäuden für die neue Nutzung blieb ihre geschichtliche Dimension bewahrt. 2008 wurde der Skulpturenpark in der Trägerschaft einer gemeinnützigen Stiftung der Familie Cragg eröffnet. Er beherbergt eine stetig wachsende Skulpturensammlung, darunter Ausschnitte aus dem umfangreichen Werk Tony Craggs. Begleitend werden in Wechselausstellungen Werke international bedeutender Künstler gezeigt, Vorträge zu kulturwissenschaftlichen Themen angeboten und Konzerte veranstaltet. Darüber hinaus ist die Cragg Foundation auch der Forschung und Publikation zur Bildenden Kunst gewidmet.

Interessante Informationen zum Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal, in dem ebenfalls ein breites Spektrum Skulpturen  von Tony Cragg sind zum einen unter folgenden Internetadressen zu finden:

http://skulpturenpark-waldfrieden.de/startseite.html

Zum anderen hat der in Wuppertal aufgewachsene Otto Hucke eine sehr interessante Bilderstrecke der Skulpturen von Tony Cragg auf seiner eigenen Internetseite präsentiert:

http://www.otto-hucke.de/40250.html

Weiterführende Informationen zum zu Von-der-Heydt-Museum  sind unter folgendem Link abrufbar:

www.von-der-heydt-museum.de

 

 

MIT feiert in Kaarst gleich zwei Jubiläen

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Foto: Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Markus Steins, Vorsitzender der MIT Kaarst, Lutz Lienenkämper, Vorsitzender der CDU im Rhein-Kreis Neuss und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion sowie Stefan Arcularius, Vorsitzender MIT im Rhein-Kreis Neuss (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

MIT – diese drei Buchstaben stehen für die „Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU“. Am 27. April war es genau 60 Jahre her, dass der „Bundesarbeitskreis Mittelstand der CDU/CSU“ aus der Taufen gehoben wurde. Die MIT Kaarst wurde vor 40 Jahren ins Leben gerufen uns ist heute der größte Stadtverband der MIT in Nordrhein-Westfalen und bundesweit. Diese Jubiläen feierte die MIT Kaarst am 27. April 2016 in gebührender Weise mit 270 Gästen. Der „Tag der MIT“ fand im Autohaus Dresen statt.

Die Schirmherrschaft hatte die Kaarster Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus übernommen.

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Foto: Markus Steins, Vorsitzender der MIT Kaarst, und Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Jürgen Steinmetz (Aufnahme: Christian Dick)

Als Festredner fungierte der Hautgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, Jürgen Steinmetz.  Sein Vortrag stand unter der Überschrift „Vorfahrt für Wirtschaft und Arbeitsplätze: Forderungen an Bund, Land und Kommune“. In seinem Vortrag nahm Steinmetz kein Blatt vor den Mund und deckte schonungslos auf, welche Fehlentwicklungen es in Nordrhein-Westfalen zu beheben gilt.

Steinmetz zollte er der Arbeit der MIT seinen großen Respekt und brachte zum Ausdruck, dass diese Arbeit sich auch dadurch als Erfolg erweist, dass sie sich in Parteitagsbeschlüssen widerspiegelt. Daher ermunterte er die Mitglieder der MIT, sich weiter zu engagieren

„Der offizielle Start der MIT erfolgte beim CDU-Bundesparteitag am 27./28. April 1956 in Stuttgart, also heute vor 60 Jahren, als. Initiatoren waren der Druckereibesitzer und spätere Wirtschaftsminister Kurt Schmücker, der Kölner Kaufmann Heinz Schmitz und Dr. Göke Frerichs. Der Bundesarbeitskreis Mittelstand der CDU/CSU wurde schnell zu einer festen Größe der deutschen Nachkriegspolitik. Und heute ist die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung eine wichtige Gruppe in der Volkspartei CDU und nicht mehr wegzudenken. Sie ist manchmal unbequem, verteidigt stetig die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards und macht sich dafür stark, dass die Politik anerkennt, dass der deutsche Mittelstand der Motor der deutschen Wirtschaft ist. Denn 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind in kleinen und mittelständischen Betrieben tätig, die zu 99 Prozent unsere Unternehmen ausmachen. Und das soll auch in Zukunft so sein. Mit klaren ordnungspolitischen Positionen trägt die MIT dazu bei, dass der Mittelstand Jobmaschine und Talentschmiede bleibt“, erklärte Steinmetz mit Nachdruck.

Er ergänzte, dass die IHK aus Sicht der Wirtschaft sehr die Positionen der MIT unterstütze, die dazu beitrügen, dass der Mittelstand erfolgreich bleibe. Hierzu gehörten zum Beispiel die praxistaugliche Gestaltung des Mindestlohns im Hinblick auf Bürokratie, mehr Flexibilität beim Renteneintritt oder keine Verschärfung der Arbeitsstättenverordnung, wie die beabsichtigte Temperaturregelung in Abstellräumen.

„Auf Bundesebene wird vor allem über sozialpolitische Wohltaten nachgedacht. Denken Sie an den Plan, im kommenden Jahr die Sozialausgaben im Bundeshaushalt von 51,0 auf 52,6 Prozent steigen zu lassen. Rechnet man die Zinsausgaben heraus, sind es sogar 55,8 Prozent – ein neuer Allzeitrekord bei den Sozialausgaben“, unterstrich Steinmetz. So seien Ende März 2016 vom Bundeskabinett die Eckwerte für den Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2017 beschlossen worden. Diese Eckwerte spiegelten darüber hinaus eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen wider, die die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht haben. Dazu zählten die Erhöhung des Wohngeldes, das Elterngeld-Plus mit Partnerschaftsbonus, die abschlagsfreie Altersrente ab 63, die ‚Mütterrente‘, die Lebensleistungsrente und eine verbesserte Erwerbsminderungsrente sowie weitere Verbesserungen bei Gesundheits- und Pflegeleistungen.

Auch denke die Bundesregierung zum Beispiel über eine verpflichtende Betriebsrente nach. „Jede einzelne Maßnahme mag punktuell richtig sein“, erklärte Steinmetz, verbunden mit der eindringlichen Mahnung „Aber wo sind die Wachstumsimpulse für unsere Wirtschaft? Fehlanzeige! Es gibt also für die MIT genug zu tun.“

Potenziale von NRW ungenutzt

Als größtes und wirtschaftsstärkstes Bundesland sei NRW in den vergangenen Jahren deutlich hinter seinen Wachstumsmöglichkeiten geblieben, konstatierte Steinmetz.

Es gebe einen Wachstumsrückstand im Vergleich zu anderen Bundesländern seit 1992 von 9 Prozentpunkten. Aktuelle Zahlen, so fuhr er fort, zeigten, dass NRW im Jahr 2015 0,0 Prozent Wirtschaftswachstum hatte. Die Produktivität in Nordrhein-Westfalen sei erstmalig seit Bestehen des Landes unter den Bundesdurchschnitt gefallen.

Forderung nach Investitionen in Infrastruktur

Für dringend geboten hält Steinmetz wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die das Wachstum stimulieren. Er hob hervor „Wachstum schafft Arbeitsplätze und sichert Steuereinnahmen. Aber Wirtschaftswachstum von morgen braucht Weichenstellungen heute und die bleiben leider aus. […] Insgesamt beurteilen unvermindert fast 40 Prozent aller Unternehmen in der Region ihre Geschäftslage als gut. Die Unternehmer blicken auch mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Monate. Aber: es gibt eine geringe Dynamik – auch in NRW insgesamt. Die Investitionstätigkeit ist zurückhaltend. Und das ist ein Grund zur Sorge!“ Aus Sicht der Industrie- und Handelskammern sein die Ursachen vor allem unterlassene Investitionen im Bereich Straßenbau und Breitband, eine restriktive Wirtschaftspolitik, wie es sich am Tariftreue- und Vergabegesetz und Klimaschutzgesetz zeige, sowie. wenig Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung bei dynamischen Faktoren, wie der Fläche und Energie. In der Summe gebe es in NRW bei Verkehr, Fläche und Breitband einen Modernisierungsstau. Die Straßen und Schienen

seien sind in NRW überlastet. Darunter leide die heimische Wirtschaft. „Die Verkehrsinfrastruktur wird zum Engpassfaktor: Die miserable Qualität der Brücken, Engpässe auf den Straßen und der zunehmende Verkehr machen uns zu schaffen. Wir kennen das alle. Übrigens: Wenn ich laufe, benötige ich für 5km etwa 25 Minuten. Deshalb überlege ich mir manchmal, vom PKW auf die Laufschuhe umzusteigen, wenn ich wieder einmal im Stau stehe. Das Rheinland ist in besonderem Maße vom Verfall der Infrastruktur betroffen: Dauerbaustellen auf den Autobahnen und Brückensperrungen behindern den Verkehr“, mit diesen Worte beschrieb Steinmetz die Defizite der Infrastruktur in NRW plastisch.  Viele für den Wirtschaftsraum NRW wichtige Projekte seien beim Bundesverkehrswegeplan nicht bzw. nicht ausreichend berücksichtigt worden, führte er weiter aus. Steinmetz forderte den weiteren Ausbau des Autobahnnetzes in NRW.

Er plädierte schließlich sich für mehr soziale Marktwirtschaft im Sinne von Ludwig Erhard, aus dessen Rede vor dem CDU-Bundesparteitag 1965 in Düsseldorf er folgende Passage  zitierte: „Die Soziale Marktwirtschaft war nicht nur deshalb ein so großer Erfolg, weil sie den Leistungswillen der Wirtschaft beflügelte, sondern weil sie zugleich eine groß angelegte Politik des sozialen Ausgleichs ermöglichtet. Unsere vordringliche Aufgabe wird es also sein, die Sozialpolitik von überflüssigem Gestrüpp zu befreien, das Gefüge unserer Sozialleistungen rationeller, überschaubarer und zugleich für den Bürger effizienter zu gestalten. Noch so gut gemeinte soziale Wohltaten, die an dem Kern der Aufgabe vorbeigehen, sind unverhältnismäßig teuer und schwächen die Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft in besorgniserregendem Maße.“

Unter den Gästen der Jubiläumsfeier der MIT Kaarst waren unter anderem die Personen, die auf nachfolgenden Bildern  zu sehen sind.

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Foto: Lutz Lienenkämper (MdL), Vorsitzender der CDU im Rhein-Kreis Neuss, und Hendrik Wüst (MdL), Vorsitzender der MIT NRW (Aufnahme: Christian Dick)

 

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Foto: Angela Erwin stellvertretende Vorsitzender CDU Düsseldorf, und Waltraud Steins, Ehefrau des Vorsitzenden der MIT Kaarst Markus Steins (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Angela Erwin, hier mit dem  Vorsitzenden der MIT Kaarst Markus Steins (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Er ist der einer der erfolgreichsten Friseurin Deutschlands: Franc Braun. 2002 war er der Erste, der von MIT Kaarst als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet wurde. Seit mehr als 50 Jahren ist er in seinem Beruf tätig. „Daumen hoch für den Mittelstand“ – dieses Motto propagierte er bei der Feier der MIT Kaarst. (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Heijo Drießen, Ehrenvorsitzender der MIT Kaarst (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Dr. Heinz-Günther Hüsch, der über vielen Jahre für die CDU Neuss im Landtag von Nordrhein-Westfalen und im Deutschen Bundestag war und den Vorsitz der CDU Neuss innehatte (Aufnahme. Christian Dick)

Bernhard Bettermann beim Theatertalk in Düsseldorf

Autor: Christian Dick

Am Samstag, 30. April, begrüßt Moderator Frank Labussek auf dem „Roten Sofa“ – dem Theatertalk im Theatermuseum in Düsseldorf, Jägerhofstraße 1 – um 17.30 Uhr den von der Bühne und aus dem Fernsehen bekannten Schauspieler Bernhard Bettermann zu Gast, der derzeit am Theater an der Kö in der Komödie „Unsere Frauen“ gastiert. Das Gespräch mit ihm wird sich vor allem um die unterschiedlichen Herausforderungen eines Schauspielerlebens drehen.

Die Karten für diese Veranstaltung kosten fünf Euro und können im Vorfeld bereits telefonisch an der Museumskasse unter der Rufnummer 0211.89-96130 reserviert werden.

Düsseldorf hat neues Karnevalsmotto

Autor: Christian Dick

Der Rosensonntag ist gerade mal einen Monat her. Und hat Düsseldorf schon das Motto für die Karnevalssession 2017 ausgewählt. Es lautet:

„Uns kritt nix klein – Narrenfreiheit, die muss sein“

Unter sage und schreibe 631 neu eingereichten Vorschlägen entschied sich der Vorstand des Comitee Düsseldorfer Carneval e.V. im Beisein von Wagenbaukünstler Jacques Tilly einstimmig für eine Anregung, die – so CC-Präsident Michael Laumen – angesichts der aktuellen Diskussion um die Meinungsfreiheit ideal zum politischen Düsseldorfer Karneval

passt: „Uns kritt nix kein – Narrenfreiheit, die muss sein“. Schöpferin des Mottos ist Yvonne Willemsen aus Korschenbroich, die nun am kommenden Rosenmontag den „Zoch“ auf einem Prunkwagen oder auf der Ehrentribüne miterleben darf. Laumen dankte der Bevölkerung bei dieser Gelegenheit für die enorme Unterstützung bei der Mottosuche und betonte, dass es der Vorstand nicht leicht gehabt habe, sich zu entscheiden. Eine Entscheidung traf der Vorstand auch im Hinblick auf das neue Mottolied, das seit 2013 im Rotationsverfahren unter allen Düsseldorfer Sängern und Musikern produziert wird. Nach der KG Regenbogen („Düsseldorf mäkt sech fein“), De Fetzer (Traumhaft jeck“) und Alt Schuss („Scharf wie Mostert“) fiel die Wahl jetzt auf Heinz Hülshoff, der gerade im Rahmen der 4. Düsseldorfer Woche in Hintertux gemeinsam mit vielen anderen Düsseldorfer Künstlern die internationalen Urlaubsgäste begeisterte.

Über Frauen, die Männer zur Weißglut treiben

Eine Komödie mit viel Biss im Theater an der Kö

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Foto: (von links nach rechts) Tom Grasshof zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich, die Schauspieler Mathias Herrmann, der einige Zeit den Rechtsanwalt Dr. Voss in der Serie „In Fall für zwei“ dargestellt hat, und Jochen Horst, Regisseurin Ute Willing und Schauspieler Bernhard Bettermann, auch bekannt aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Das Stück beginnt mit einem Chanson von Gilbert Bécaud, das gefühlte zehn Minuten dauert. Dadurch tauchte das Publikum am Premierenabend im Düsseldorfer Theater an der Kö am Freitag, dem 8. April 2016, in das typische Pariser Flair ein. Es dauert dann eine ganze Weile, während der man förmlich die Seine vor sich fließen sieht, in denen man merkt, dass in Frankreich alles gemütlicher und weniger hektisch abläuft als in Deutschland. Drei alte Freunde wollen einen gemütlichen Abend zusammen verbringen: Zum einen ist da Max, ein Radiologe und Ästhet, der in seinem großzügigen Loft in Paris direkt unter dem Eiffelturm    – standhaft im Zölibat lebt – nur Schallplatten haben Zutritt. Der zweite ist Paul, ein Allgemeinmediziner, vermeintlich glücklicher Ehemann und Vater mit wenig Ahnung vom Leben seiner Kinder. Die Gemütlich bei den beiden endet jäh als ihr Simon, der Friseursaloninhaber, erscheint.. Er kommt zu spät. Er ist angetrunken und extrem aufgewühlt. Denn er hat gerade im Affekt seine Frau getötet! Nun gerät diese Komödie ordentlich in Fahrt. Die Nervosität von Max und Paul steigt stark an. Jetzt ist guter Rat teuer. Am besten gleich zur Polizei gehen, meint Max. Sofort fliehen, meint Paul. Oder vielleicht doch dem armen Simon ein Alibi verschaffen… Aber wie weit soll und wie weit darf man für einen Freund gehen?  Die Diskussion  zwischen Max und Paul setzt sich den weiteren Verlauf des Abends fort. Max spricht von Schuld auf sich laden Paul dagegen sieht die Sache locker, während Simon auf dem Sofa seinen Rausch ausschläft.

Das Ende bietet eine große Überraschung. Zu viel sei daher an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Einen so dramatischen Stoff für eine Komödie, der von Regisseurin Ute Willing, die schon in den 1980er Jahren in der Sesamstraße mitgespielt hat, exzellent inszeniert worden ist,  hat man lange nicht so gut auf einer Theaterbühne umgesetzt gesehen.

Eric Assous, aus dessen Feder diese Komödie stammt schreibt wunderbare Stücke über Paare. Aber mit UNSERE FRAUEN hat er ein Stück geschrieben, in dem keine einzige Frau auftritt. Und dennoch sind sie omnipräsent.

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Foto: Schluss-Applaus: Bernhard Bettermann, Mathias Herrmann und Jochen Horst (Aufnahme: Christian Dick)

Bis zum 22. Mai ist die Komödie „Unsere Frauen“ in Düsseldorf zu sehen..

Hier einige Impressionen vom Premierenabend mit Gästen, die sehr begeistert waren.

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Foto: Schauspielerin Claudia Scarpatetti, die durch ARD-Daily Soap „Verbotene Liebe“ bekannt geworden ist, und seit vielen Jahren auch auf den Theaterbühnen zu Hause ist, und Schauspieler Ralf Komorr, der ab dem 14. April 2016 im Kölner Theater am Dom in der Komödie „fremde verwandte“ mit von der Partie ist: (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Oliver Durek, der das Kölner Theater am Dom als geschäftsführender Direktor gemeinsam mit René Heinersdorff betreibt, und Schauspieler Mathias Hermann aus dem Stück „Unsere Frauen“. (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Schauspieler Joachim Hermann Luger, bekannt aus der ARD-Serie „Lindenstraße“ und René Heinersdorff, Direktor des Theater an der Kö (Aufnahme: Christian Dick)

Weitere Informationen zum Theater an der Kö finden Sie unter folgender Internetadresse: http://www.theateranderkoe.de/

 

An TTIP scheiden sich die Geister

Autor: Christian Dick

In Bezug auf TTIP gibt es zwei entgegengesetzte Positionen. Einerseits werden immer Wohlfahrtsgewinne durch den Freihandel und den Abbau von Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnissen sowie die große Bedeutung einer Allianz zwischen den USA und Europa im globalen Wettbewerb in den Vordergrund gestellt. Andererseits besteht die Befürchtung, dass der Verbraucherschutz verwässert, wenn nicht sogar unter die Räder kommt, und es wird auch oft argumentiert, dass die Arbeitnehmer die Verlierer auf Grund von TTIP sein werden.

Die Bergische IHK verfolgt nun das Ziel, mit Hilfe eines Faktenchecks eine Antwort auf Ängste in Bezug auf dieses Thema und Sachargumente zu liefern. „TTIP – Freihandelschance oder Konzernschutzabkommen?“ lautete die Überschrift einer Podiumsdiskussion am 4. April 2016 im Hause der IHK Wuppertal mit ausgewiesenen Experten zum Thema TTIP. Dies waren Jürgen Hardt MdB, Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit, Prof. Dr. Paul J. Welfens, BU Wuppertal, Präsident des Europäischen Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Stefan Engstfeld, Europapolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag und Dr. Erich Schiffers, Geschäftsführer Zwilling J. A. Henckels AG, Solingen. Den Einführungsvortrag hielt Michael R. Keller, US-Generalkonsul in Düsseldorf. Als Moderator fungierte der Journalist Dr. Jan Philipp Burgard.

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Foto: Professor Dr. Paul J. Welfens und Jürgen Hardt MdB, Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Stefan Engstfeld, Europapolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag und Dr. Erich Schiffers, Geschäftsführer Zwilling J. A. Henckels (Aufnahme: Christian Dick)

Die Debatte in der IHK Wuppertal war keineswegs hitzig, sondern über das Für und Wider von TTIP wurde in ruhiger Atmosphäre diskutiert. Unterschiedliche Farben von Blinklichtern und unterschiedliche Formen von Rückspiegeln bei PKW. Für die im transatlantischen Handel stehenden Unternehmen entstehen durch solche Doppelregulierungen oft hohe Kosten, denen überhaupt kein erkennbarer Nutzen für unsere Bürger gegenübersteht. Den Freihandel als großen Vorteil und die Stärkung im Wettbewerb gegenüber China durch das TTIP-Handelskommen propagierten die Befürworter Paul Wlelfens, Erich Schiffers und Jürgen Hardt, die mit Vehemenz für ihre Position warben.  Erich Schiffers legt dar, dass das sein Unternehmen Zwilling durch TTIP eine jährliche Kostenersparnis von 1 Million Euro haben werde, weil Zölle und Handelsbarrieren wegfielen. Mit seiner Position, dass der Verbraucherschutz nicht unter die Räder kommen darf, stand Stefan Engstfeld alleine. Jedoch hatte sein Argument, dass eine mögliche Folge des TTIP-Abkommens sein könne, dass Dosen mit Gemüse, in denen nur ein Anteil von 10 Prozent Genmais sei, künftig möglicherweise nicht mehr gekennzeichnet werden müssten, große Schlagkraft.

Stefan Engstfeld_klein

Foto: Stefan Engstfeld (Aufnahme: Christian Dick)

Die Veranstaltung zum Thema TTIP in Wuppertal zeigte, dass es sich lohnt, über TTIP weiter zu diskutieren und dass vor allem ein Dialog mit den Bürgern über TTIP geführt werden muss, um die Bürger über TTIP aufzuklären und sich mit deren Ängsten auseinanderzusetzen.

TECHNO-CLASSICA ESSEN 2016

 

FASZNIRIERENDE WELT DER AUTO-RARITÄTEN

Die unangefochtene weltweite Nummer 1 der Oldtimer-Messen schlägt vom 6. bis 10. April 2016 in Essen ihre Zelte auf

Fulminant: Die Historien-Präsentationen von rund 25 Herstellern der internationalen Fahrzeugindustrie

Sonderschau: Die faszinierendsten Autos der Mille Miglia 1955

Autoren: Cornelia und Philippe Vieillard

Es ist einfach gigantisch, welche noblen, eleganten und exklusiven historischen Karossen in diesem Jahr auf der Techno Classica in Essen präsentiert werden. Die Techno Classica schafft es jedes Jahr, mit neuen Überraschungen und echten Leckerbissen der Automobilwelt aufzuwarten, die Automobil-Liebhabern das Herz höher schlagen lassen. Wenn man diese Karossen sieht auf der Techno Classica sieht, kann man nachvollziehen, dass nicht wenige deutsche Männer nicht selten ihre Automobile so sehr pflegen, dass ihre Frauen mitunter ein wenig zu kurz zu kommen. Doch die deutschen Männer stehen mir ihrer Leidenschaft für ihre vierrädrigen Schätzchen nicht allein. Dies beweist die Tatsache, dass die Techno Classica auch das internationale Publikum wie ein Magnet anzieht.

Mit über 2.500 klassischen Automobilen im Angebot, 1.250 Ausstellern aus über 30 Nationen, mehr als 200 Klassik-Club-Ständen, rund 25 Autohersteller-Präsentationen und erwarteten 190.000 Besuchern setzt die 28. Techno-Classica Essen auch in diesem Jahr wieder Maßstäbe als die Nummer 1 der internationalen Oldtimer- und Liebhaberfahrzeuge-Messen. Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, unterstreicht anlässlich des Messestarts: „Seit 130 Jahren ist

Deutschland Innovationsführer im Automobilbereich, diese Faszination Automobil vermittelt die Techno-Classica eindrucksvoll. Jetzt gilt es, diese Erfolgsgeschichte auch im digitalen Zeitalter fortzuschreiben und Klassiker von morgen zu schaffen.“

Alle Ausstellungsplätze in den nunmehr 21 Hallen der Messe Essen und auf den Freigeländen sind für die Techno-Classica Essen 2016 belegt. Stets frische Ideen, viele Überraschungen, neue Attraktionen und gründliche Feinarbeit – auch an Detailverbesserungen: Das ist das Erfolgsrezept der Techno-Classica Essen, die ihre Position als größte und renommierteste Klassik-Messe der Welt festigt und sogar noch weiter ausbaut. Die seit 1989 von der S.I.H.A. veranstaltete Klassik-Weltmesse bietet mehr Superlative als alle anderen Ausstellungen für Klassik-Fans – sie bringt jedes Frühjahr wieder neue

Überraschungen und steigert auch bei ihrer 28. Auflage nochmals Qualität und Vielfalt des Angebots und der Aussteller-Präsentationen.

Das Interesse hochkarätiger Profis aus der internationalen Oldtimer-Szene, sich bei der Techno-Classica zu präsentieren, ist so groß, dass die S.I.H.A. aus dem Vollen schöpfen kann: Sie trifft eine Auslese unter den Besten, die sich während der fünf Messetage auf den nunmehr 127.000 Quadratmetern in den jetzt 21 Hallen präsentieren. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die gesamte Ausstellungsfläche durch die erstmalige Nutzung der Grugahalle als Klassik-Arena und die Errichtung der angrenzenden temporären Halle 14 um 7.000

Quadratmeter. Auch die Klassiker-Auktion des renommierten englischen Auktionators Coys ist in der Klassik-Arena untergebracht und kann durch den Raumgewinn in diesem Jahr 120 Autos unter den Hammer bringen – doppelt so viel wie bisher.

Die vielen Superlative und die Expansion machen die Techno-Classica Essen auch 2016 wieder zum Gipfeltreffen automobiler Passion. Ihr offizieller Untertitel „Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff“ deutet an, dass auf der fünftägigen Messe alles, aber auch wirklich alles, rund um das Thema Old- und Youngtimer geboten wird. Bei der Techno-Classica Essen sind so viele Hersteller, Oldtimer- und Ersatzteilhändler, Restauratoren, Zuliefer-Betriebe, Autoliteratur-Anbieter, Accessoires-Verkäufer, Uhren- und Technik-Händler, Künstler und Galeristen, Verlage und nicht zuletzt Automodell-Anbieter vertreten wie bei keiner anderen Klassik-Messe weltweit. Ein Besuch bei der Techno-Classica Essen gehört folglich zum – angenehmen – Pflichtprogramm jedes Oldtimer-Enthusiasten: Bei der Weltmesse der internationalen Klassik-Szene treffen sich Freunde, Gleichgesinnte, Oldtimer-Profis, Sammler und Fans aus aller Welt – in aller Freundschaft.

Besondere Highlights bieten die Automobilhersteller, für die es seit vielen Jahren zur gelebten Tradition gehört, mit ihren aufwändigen, informativen und unterhaltsamen Historien-Präsentationen in Essen zu glänzen. Für die Automobil-Marken ist die Klassik-Leitmesse das wichtigste Podium, ihre Markenidentität, ihre geschichtlichen Wurzeln und natürlich ihre schönsten Klassiker spannend zu präsentieren. Sie sprechen bei der Techno-Classica in Essen rund 190.000 Klassik-Liebhaber an – mehr Interessierte als bei jeder anderen Oldtimer-Messe der Welt. Entsprechend der Bedeutung des fünftägigen Gipfeltreffens der Oldtimer-Welt ist auch der Aufwand, den die Hersteller für ihr Infotainment betreiben: Allein Daimler beispielsweise präsentiert sich über seine Historien-Sparte Mercedes-Benz Classic auf über 3.500 Quadratmeter Grundfläche. Und die über 7.300 Quadratmeter große Halle 7 etwa wird fast vollständig mit Exponaten der Personenwagen-Marken des Volkswagen-Konzerns und aus der Autostadt belegt.

Dabei schlagen viele Autohersteller die Brücke von der Historie zur Moderne und gar in die Zukunft: Neben ihren Klassikern zeigen einige Firmen auch die aus der Geschichte gewachsenen aktuellen Modelle – teils als Deutschland-Premieren – und lüften auch schon mal den Schleier von Automobil-Studien. Kein Wunder, dass sich ein großer Teil der großen Firmen bis zum Happy View Day/Vorschautag der Techno-Classica Essen am 6. April bedeckt halten. Doch einige Hersteller machen im Vorfeld bereits Andeutungen über ihr Messeprogramm.

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der Techno-Classica Essen ist der Klassiker-Handel: In den über 25 Jahren ihres Bestehens ist die Oldtimer-Weltmesse zum wichtigsten Treffpunkt und erfolgversprechendsten Handelsplatz der internationalen Klassiker-Szene geworden: Mehr als 2.500 Klassiker, Sammler- und Liebhaberfahrzeuge, Youngtimer und Prestige-Automobile stehen zum Kauf. Trotz der Masse: Hier zählt vor allem Klasse. Der Veranstalter achtet darauf, bei der Auswahl der Fahrzeuganbieter renommierten Händlern mit erstklassigem Angebot den Vorrang zu geben – unabhängig vom Angebots-Segment. So treffen sich in Essen sowohl Youngtimer-Händler, die mit Autos im Alter bis 30 Jahren vom Schlage eines Opel Kadett, eines Renault R 4, eines Mercedes-Benz SL der Baureihe R 129 oder eines Mazda MX 5 – natürlich in ausgesprochen gutem Erhaltungs- und Pflegezustand – einen erschwinglichen Einstieg in die Szene ermöglichen, wie auch international agierende Raritäten-Profis, die seltene und wertvolle Klassiker – bis zum Ferrari 250 GT SWB oder

Mercedes-Benz SSK – für Millionenbeträge anbieten. Wegen des großen Erfolgs im vergangenen Jahr hat die S.I.H.A. auch in diesem Jahr wieder die Halle 1A als „Top Salon Exclusiv“ eingerichtet, in dem renommierte Klassik-Profis besonders auserlesene Klassiker präsentieren.

Besonderes Augenmerk legt die S.I.H.A. auf das Thema „Young Classics“: Fast ein Drittel der auf der Techno-Classica Essen angebotenen Fahrzeuge befindet sich im Alter zwischen 20 und 30 Jahren – sind also im besten Alter, um in den Händen enthusiastischer Besitzer zum gepflegten Klassiker zu reifen. Auch in diesem Markt-Segment ist das Angebot in Essen unübertroffen: Vom exklusiven Prestige Car vom Schlage eines in nur 252 Exemplaren gebauten Bentley Mulsanne Turbo RT oder Lamborghini Diablo bis hin zum BMW 320 Cabrio oder Fiat 126 reicht das ständig wachsende Angebot junger Klassiker, die zum Teil auch auf preisgünstigen Austellerflächen auf rund 20.000 Quadratmetern der vier Freiflächen angeboten werden.

Auch wegen dieser Angebots-Vielfalt und -Vielzahl sowie dem großen Interessenten-Andrang ist die Techno-Classica Essen zu einem der erfolgreichsten Klassik-Handelsplätze geworden: Umfragen unter Händlern und Besuchern nach der letztjährigen Messe ergaben Anhaltspunkte dafür, dass weit über 40 Prozent der angebotenen Fahrzeuge neue Besitzer fanden.

Für die mehr als 220 ausstellenden Klassiker-Clubs und Interessengemeinschaften ist die Techno-Classica Essen ebenfalls 2016 wieder die wichtigste Messe des Jahres: Sie machen die Klassiker-Leitmesse zum weltgrößten Club-Treff der Old- und Youngtimer-Szene. Die Clubs, Vereine und Verbände nutzen die Messe zur plakativen, oft phantasie- und humorvollen Darstellung ihrer Dienstleistungen und Programme. Sie bieten über 220 Sonderschauen innerhalb der großen Klassik-Schau und sorgen für inhaltvolle Unterhaltung.

Die Attraktivität der Techno-Classica Essen wurzelt aber nicht nur in Kauf, Verkauf, Informationsvermittlung und Anregung, an Klassiker-Veranstaltungen teilzunehmen: Sie fasziniert – und präsentiert auch den verwöhnten Connaisseurs unter den Klassiker-Kennern jedes Jahr in einer spektakulären Sonderschau automobilhistorische Leckerbissen. Im Mittelpunkt der Klassik-Weltmesse, in Halle 6, organisiert der Veranstalter S.I.H.A. auch 2016 wieder eine außergewöhnliche Sonderschau mit seltenen historischen Rennwagen, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle starteten im Jahr 1955 bei der legendären Mille Miglia, dem wohl härtesten Straßenrennen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Erkenntnis folgend, dass außergewöhnliche Ereignisse kein rundes Jubiläum brauchen, um ansprechend, spannend und unterhaltsam gewürdigt zu werden, stellt die S.I.H.A. sieben der spektakulärsten Wettbewerbs-Fahrzeuge aus, die am 1. Mai 1955 in Brescia zum damals dritten Lauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft an den Start gingen. Im Zentrum der Mille Miglia Präsentation steht ein Mercedes-Benz 300 SLR – jener Typ, mit dem Juan Manuel Fangio – ohne Beifahrer – nach 1.597 Rennkilometern einen sensationellen zweiten Platz errang. Das Auto mit der Startnummer 658 aus dem Mercedes-Benz-Museum schmückt den S.I.H.A.-Stand zusammen mit weiteren Boliden, wie einem Ferrari 750 Monza, der den sechsten Platz errang, einem Porsche 550 Spyder, wie er den achten Platz belegte, oder einem Maserati A6 GCS, der in Brescia am 1. Mai 1955 als Vierter über die Ziellinie fuhr.

Die fünftägige Messe bietet für Fans und Enthusiasten jedes Alters, aus jeder sozialen Schicht, aus jeder Nation ein umfassendes Programm. Auch treffen sich auf dem Gelände und in den Hallen der Messe vom 6. bis 10. April 2016 viel Prominenz aus Film und Fernsehen, Rennfahrer-Stars aus der Historie und Gegenwart des Motorsports und auch die wichtigsten Entscheidungsträger aus der Klassik-Szene. Das breitgefächerte Programm hat aber auch dafür gesorgt, dass sich die Techno-Classica Essen zum Automobil-Infotainment-Ereignis ersten Ranges für die ganze Familie entwickelt hat…

Weitere Information über die Techno Claissica 2016 finden Sie unter folgender Internetadresse: www.siha.de

Schulterschluss zwischen CSU und CDU in Düsseldorf

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Foto: Gerd Müller (CSU). Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Angela Erwin und Thomas Jarzombek (Aufnahme. Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Der Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek hat am 5. April 2016 sein neues Wahlkreisbüro in der Wasserstraße 5 in Düsseldorf eröffnet. In dem Gebäude, in dem früher die Parteizentrale der CDU NRW war, die sich jetzt vis-à-vis befindet, sind heute die verschiedenen Vereinigung der CDU, wie Frauen Union, Senioren Union und Mittelstandsvereinigung (MIT) untergebracht. Das Wahlkreisbüro von Thomas Jarzombek befindet sich in zentraler Lage in Düsseldorf, nah beim früheren Landtag, dem sogenannten Ständenhaus, das heute das Museum K 21 beherbergt, und in  unmittelbarer Nähe des Landtag. Durch dieses Büro will Thomas Jarzombek, der in seinem Wahlkreis sehr starke Präsenz zeigt, ein zusätzliches Zeichen für seine Bürgernähe setzen.

Zur Eröffnung des neues Wahlkreisbüros hatte Thomas Jarzombek einen prominenten Gast aus der Bundesregierung zu Gast. Der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller (CSU) lobte Thomas Jarzombek und nannte ihn den „Minister für Digitalisierung“. Laut Umfragen, so Müller, läge die CSU bei 25 Prozent, wenn sie sich bundesweit ausdehnen würde. Damit drohte er jedoch nicht, sondern warb vielmehr für einen Schulterschluss und rief dazu auf, dass sich die CDU an der CSU orientieren möge. An die stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Düsseldorf Angela Erwin gewandt sagte Müller „Wir beide wären doch ein sehr gutes Team.“

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Foto: Gerd Müller (CSU). Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Angela Erwin (Aufnahme. Christian Dick)

Bürgermeister Fritz Conzen (CDU) schenkte Thomas Jarzombek für sein neues Wahlkreisbüro ein Schwarz-Weiß-Bild aus dem ersten Wahlkampf des früheren Ministerpräsidenten Arnold.

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Foto: Gerd Müller (CSU). Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Thomas Jarzombek und Bürgermeister Fritz Conzen (Aufnahme. Christian Dick)

 

Die Macht des Lachens – Dario Fo wird 90

24.3.16 Mailand Piccolo Teatro Studio Melato Nobelpreisträger Dario Fo feiert 90. Geburtstag Foto Andrea Matzker

24.3.2016 Mailand Piccolo Teatro Studio Melato Nobelpreisträger Dario Fo feiert 90. Geburtstag Foto Andrea Matzker

Foto: Dario Fo mit Geburtstagstörtchen und Champagner (Aufnahme: Andrea Matzker)

Von Andrea Matzker

Dario Fo war schon immer anders. Anders als alle Anderen. Ein Universalkünstler ganz in der Tradition der Italienischen Renaissance. Dementsprechend wurde auch sein 90. Geburtstag begangen. Es gab weder Stars noch Starallüren. Über 450 Familienangehörige, Freunde und Kollegen wurden ins Piccolo Teatro Studio Melato von Mailand geladen, wenige Meter von der Bühne entfernt, auf der er vor so langer Zeit debütierte. Der Maestro, auch als „menschlicher Vulkan“ oder als „italienisches Jahrhundertgewissen“ bezeichnet, und der vor Energie nach wie vor nur so sprüht, trat selbst als Sänger auf, begleitet von dem Orchestrino Archistorti, dessen Mitglieder maximal 14 Jahre alt sind. Dichter, Musiker und Weggefährten widmeten ihm diverse Ständchen, und Familienmitglieder erzählten Anekdoten, die das vollbesetzte Theater vor Lachen beben ließen. Auf der Bühne prangten drei der farbenfrohen und kraftvollen Bilder des Jubilars, darunter die „Landung in Lampedusa“ und „Santa Tecla“, eine Widmung an das legendäre gleichnamige Lokal Mailands, in dem nach dem Krieg die größten Jazzgrößen der Welt auftraten, und das heute noch existiert. Begleitet von seinen damaligen Musikfreunden sang Dario Fo auch noch einen selbst geschriebenen Blues, den er bereits damals dort aufgeführt hatte. Im Anschluss an das Konzert holte ihn eine große Blasmusikformation zu den Klängen von „Rosamunde“ von der Bühne ab und geleitete ihn, gefolgt vom gesamten, mitsingenden Publikum, durch das ganze Theater bis in das Foyer, wo es Erdbeertorte und Rosé-Champagner für alle gab.

Der einzige lebende italienische Nobelpreisträger steht selbst noch jeden Tag voller Spielfreude und Elan auf der Bühne, produziert neue Theaterstücke, malt, dokumentiert seine Ausstellungen und schreibt Bücher, zuletzt das Werk „Dario e Dio“, in dem sich der Atheist mit Gott auseinandersetzt. Ab Mai dieses Jahres geht er mit „Mistero Buffo“, seinem Paradestück auf der Basis von Volkstheater und Commedia dell’arte, auf Tournee, und am 1. Juni gibt er ein Jazz-Konzert zum Auftakt eines Festivals. Immer in seinen Gedanken ist seine 2013 verstorbene, geliebte Frau und künstlerische Partnerin über 60 Jahre hinweg, Franca Rame, die ein wesentlicher Bestandteil des gemeinsamen Lebenswerkes ist, und der die Stadt Mailand nun einen blühenden Park gewidmet und nach ihr benannt hat.

24.3.16 Mailand Piccolo Teatro Studio Melato Nobelpreisträger Dario Fo hier mit seiner Enkelin, die ihn gerade ins Foyer des Theaters zum Empfang begleitet, feiert 90. Geburtstag Foto Andrea Matzker

24.3.2016 Mailand Piccolo Teatro Studio Melato Nobelpreisträger Dario Fo hier mit seiner Enkelin, die ihn gerade ins Foyer des Theaters zum Empfang begleitet, feiert 90. Geburtstag Foto Andrea Matzker

Foto: Dario Fo mit seiner Enkelin Jaele Fo  (Aufnahme: Andrea Matzker)

24.3.16 Mailand Piccolo Teatro Studio Melato Nobelpreisträger Dario Fo feiert 90. Geburtstag Foto Andrea Matzker

24.3.2016 Mailand Piccolo Teatro Studio Melato Nobelpreisträger Dario Fo feiert 90. Geburtstag Foto Andrea Matzker

Foto: Dario Fo tritt mit dem Orchestrino Archistorti auf (Aufnahme: Andrea Matzker)