„Unsere Frauen“ feiert Premiere im Theater am Dom

Autor: Christian Dick

Das Stück beginnt mit einem Chanson von Gilbert Bécaud, das gefühlte zehn Minuten dauert. Dadurch tauchte das Publikum am Premierenabend im KölnerTheater am Dom am Donnerstag, dem 25. August 2016, in das typische Pariser Flair ein. Es dauert dann eine ganze Weile, während der man förmlich die Seine vor sich fließen sieht, in denen man merkt, dass in Frankreich alles gemütlicher und weniger hektisch abläuft als in Deutschland. Drei alte Freunde wollen einen gemütlichen Abend zusammen verbringen: Zum einen ist da Max, ein Radiologe und Ästhet, der in seinem großzügigen Loft in Paris direkt unter dem Eiffelturm  standhaft im Zölibat lebt. Nur Schallplatten haben in seiner Wohnung Zutritt. Der zweite ist Paul, ein Allgemeinmediziner, vermeintlich glücklicher Ehemann und Vater mit wenig Ahnung vom Leben seiner Kinder. Die Gemütlich bei den beiden endet jäh als ihr Simon, der Friseursaloninhaber, erscheint.. Er kommt zu spät. Er ist angetrunken und extrem aufgewühlt. Denn er hat gerade im Affekt seine Frau getötet! Nun gerät diese Komödie ordentlich in Fahrt. Die Nervosität von Max und Paul steigt stark an. Jetzt ist guter Rat teuer. Am besten gleich zur Polizei gehen, meint Max. Sofort fliehen, meint Paul. Oder vielleicht doch dem armen Simon ein Alibi verschaffen… Aber wie weit soll und wie weit darf man für einen Freund gehen? Die Diskussion zwischen Max und Paul setzt sich den weiteren Verlauf des Abends fort. Max spricht von Schuld auf sich laden Paul dagegen sieht die Sache locker, während Simon auf dem Sofa seinen Rausch ausschläft.

Das Ende bietet eine große Überraschung. Zu viel sei daher an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Einen so dramatischen Stoff für eine Komödie, der von Regisseurin Ute Willing, die schon in den 1980er Jahren in der Sesamstraße mitgespielt hat, exzellent inszeniert worden ist, hat man lange nicht so gut auf einer Theaterbühne umgesetzt gesehen.

Eric Assous, aus dessen Feder diese Komödie stammt schreibt wunderbare Stücke über Paare. Aber mit UNSERE FRAUEN hat er ein Stück geschrieben, in dem keine einzige Frau auftritt. Und dennoch sind sie omnipräsent.

Am Ende wurden die Schauspieler mit lang anhaltendem Beifall bedacht.

Darsteller: Jochen Horst, der auf verschiedenen Theaterbühnen zu Hause ist und aus Fernsehserien bekannt ist, Mathias Herrmann, der unter anderem in ZDF-Serie „Ein Fall für 2“ den Rechtsanwalt Dr. Johannes Voss gespielt hat, und Ingolf Lück, der einst in der ARD-Musiksendung „Formel 1“ angefangen hat und später mit der „Wochenshow“ in Sat 1 großen Erfolg gefeiert hat.

Weitere Informationen sind unter der Internetadresse http://www.theater-am-dom.de/ zu finden.