Archiv für den Tag: Mai 8, 2018

Die Auferstehung des Maca-ronni

05.05.2018 Köln Restaurant MacaRonni Mitternacht Gleich drei italienische Spitzenköche Roberto Di Modica Massimo Sciacca und Pino Bruno kochten für Mark Keller und seine Gäste u a den legendären gemischten Vorspeisenteller Foto Andrea Matzker

05.05.2018 Köln Das ganze Restaurant MacaRonni gratuliert Mark Keller um Mitternacht zum 53. Geburtstag mit Geburtstagstorte und Gesang Foto Andrea Matzker

05.05.2018 Köln Restaurant MacaRonni Langjährige Freunde Pianist Moshe Fleisher Mark Keller Restaurantchef Metin Illica Foto Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Die Neueröffnung eines der beliebtesten Kölner Lokale seit sicherlich 30 Jahren kommt einem Paukenschlag gleich, denn nicht nur die neue, bequeme und elegante Einrichtung besticht, sondern das gesamte Ambiente. Restaurantchef Metin Illica hat keine Kosten und Mühen gescheut, das Restaurant nach neuesten Gesichtspunkten umzugestalten, ohne jedoch den ursprünglichen Charakter und Charme außer Acht zu lassen. Nach wie vor kann man im Maca-ronni drinnen und draußen sitzen, es gibt Livemusik, eine offene Küche, eine neue Bar, neue Sanitäranlagen und ausgezeichnetes Personal. Absoluter Höhepunkt und Glücksfall für das Restaurant allerdings sind die drei italienischen Spitzenköche, die Illica engagieren konnte. Roberto Di Modica ist allen Kölnern bekannt als jahrelanger Chef des Restaurants La Stella, Massimo Sciacca kommt von einem Luxusrestaurant an der Elfenbeinküste und Pino Bruno war vormals Chefkoch im Hasen, im Playboy und anderen Kölner Feinschmeckerlokalen. Alle drei verstehen sich prächtig und arbeiten Hand in Hand. Die Spezialitäten übertreffen alle Erwartungen. Die von einem Spezialisten handgefertigte Pasta, wie zum Beispiel die violetten Gnocchi mit Ziegenkäse-Füllung oder die riesigen, quadratischen Schinken-Ravioli, begeistern alle. Sehr beliebt ist die gemischte Vorspeisenplatte. Die Palette der Hauptgerichte lässt an nichts zu wünschen übrig: Frischer Thunfisch, Oktopus vom Grill, Lachs, Kalbskoteletts, Filet, Leber, alles was das Herz begehrt und frisch vor den Augen zubereitet in raffinierten noch nie da gewesenen Variationen und äußerst liebevoll dekoriert. Auch die Desserts sehen nicht nur aus wie Kunstwerke, sondern schmecken auch köstlich. Die große Weinauswahl rundet das Menü ab. Mark Keller kam mit Familie und Freunden, um bis spät in die Nacht in seinen 53. Geburtstag zu feiern. Begleitet vom Pianisten Moshe Fleisher, der Seele des Lokals seit jeher, sang er selbst den Dean Martin-Dauerbrenner Everybody Loves Somebody Sometimes und den spanischen Hit Amigo für das voll besetzte Restaurant, bevor ihm Alex Carrington und Tenor Michael Kleitman stimmgewaltige Ständchen brachten. Neben Happy Birthday zur Geburtstagstorte erklangen neben vielen weiteren Standards O sole mio und Caruso. Zum Geburtstag gratulierte auch Schauspielerin Janine Kunze, die dort zufälligerweise einen netten Mädelsabend verbrachte. Das alte Maca-ronni ist wieder auferstanden, vielleicht sogar schöner denn je zuvor, wovon sich jeder selbst überzeugen kann und sicherlich auch wird!

 

 

Honig im Kopf im Theater am Dom

03.05.2018 Köln Theater am Dom Premierenfeier Marianne Rogée gratuliert Achim Wolff Foto Andrea Matzker

 

Von Dr. Egon Schlesinger

Bis zum 15. Juli 2018 ist die erfolgreiche Bühnenadaption des berühmten Films von Til Schweiger in Kölns traditionsreichem  Boulevardtheater zu sehen. Das gesellschaftlich relevante und subtile Thema Demenz, eigentlich nicht gerade für eine Komödie geeignet, wird ausgesprochen empfindsam und doch zugleich humorvoll behandelt. Im Gegensatz zu den sonstigen komödiantischen Aufführungen handelt es sich hier eher um eine leise und anrührende Charakterstudie rund um die dramatische und tragische Erfahrung, die Betroffene und Angehörige durch die Alzheimer-Erkrankung machen müssen. Im Grunde ist fast jeder Besucher irgendwie involviert, denn wer hat keine betagten Anverwandte oder Freunde im Bekanntenkreis. Das Stück zeigt eindrucksvoll den fantasiereichen und oft sehr geduldigen Umgang mit den Patienten. Der zermarternde und nicht selten Familien zerrüttende Zwiespalt, den liebende Angehörige in sich tragen, weil sie nicht wissen, wie sie selbst mit der Situation zurande kommen sollen und andererseits den Kranken nicht weggeben wollen, wird deutlich dargestellt. Die Katastrophen, die Opa Amandus unfreiwillig hervorruft, bringen die Familie an den Rand der Verzweiflung. Sohn und Schwiegertochter sind ohnehin überfordert, da sie beruflich und privat genug Probleme haben. Allein Enkeltochter Tilda schafft es ernsthaft, ihrem Opa Verständnis entgegenzubringen. Als Sohn Niko den Vater in seiner Hilflosigkeit in einem Heim anmelden will, entführt Tilda den Opa kurzerhand auf eine abenteuerliche Reise nach Venedig, wo er einst so glücklich mit seiner verstorbenen Frau war. Diese Reise durch halb Europa, die eindrücklich mit den einfachsten, aber sehr geschickten Bühnenmitteln sowie hervorragenden Darstellern (nicht zuletzt Achim Wolff als hinreißendem Opa Amandus) vermittelt wird, zeigt, dass Liebe, Freude und oft ein guter Witz die beste Medizin sein können und dadurch die ansonsten äußerst traurige und belastende Grundsituation erleichtern. Trotz anhaltendem Applaus und vielen Lachern verließen die Zuschauer das Theater sehr nachdenklich, verhaltener als sonst und teilweise mit Gänsehautgefühl und einem Tränchen im Auge, was für ein Boulevardtheater nicht gerade typisch ist.