Archiv für den Tag: Mai 26, 2018

Billboard – Musical über die Werbebranche der 60er Jahre

Autor: Christian Dick

Am 25. Mai fand im Kulturforum Alte Post in Neuss die Premiere des Musicals „Billboard“ statt. Im Mittelpunkt steht eine Werbeagentur in New York in den 1960er Jahren. Die Handlung des Musicals könnte spannender und aktueller nicht sein. So erinnert das Das Verhalten des Chefs der Werbeagentur sehr an die aktuelle MeToo-Affäre. Auch wird dargestellt, dass die Werbeagentur ihre Mitarbeiter aussaugt, so schmückt sich der Chef mit den Lorbeeren, die eigentlich die Mitarbeiter verdient hätten. Fazit: Dieses Musicals ist sehr sehenswert, die Musik ist schwungvoll und der Abend vergeht wie im Flug.

Weitere Aufführungstermine: 30.05. und 1., 2.6., jeweils 20 Uhr und 3.6., 19Uhr

Eintritt: 14,-/ erm. 8,- Euro,.Kulturforum Alte Post, Neuss

Handlung

Die junge Sekretärin Nancy nimmt ihren ersten Job bei der renommierten New Yorker Werbeagentur „Horner und Johnson“ an. Dort lernt sie den talentierten Werbetexter Jimmy kennen. Beide sind zunächst begeistert und entdecken eine Welt der schnellen Autos, teuren Whiskeys, toughen Geschäftsmänner und schönen Frauen – Hier werden Träume wahr gemacht! Doch bald zeigt sich, dass die so glanzvolle Werbebranche auch ihre Schattenseiten hat und Nancy und Jimmy werden in einen Strudel aus Intrigen, Lügen und Vorurteilen hineingezogen.

Ein Musical über schillernde Werbeplakate, heiße Weihnachtsfeiern, schwingende Petticoats, verbotene Affären und die 60er Jahre.

Mit: Franka von Werden, Matthias Koglin, Edwin Schulz, Stefanie Lenz, Leo Kammer, Hedi Leonhardt, Holger Hönings, Amadeus Sektas, Dennis Palmen, Karima Rösgen

Musik: Edwin Schulz,Bühne: Holger Hönings, Choreographie: Stefanie Lenz, Kostüme: Marliese Rösgen, Aufnahmen: Amadeus Sektas, Grafiken: Stéphanie Koglin-Bühnsack, Alin Ivan, Lisa Stapelfeldt, Sven Tillmann, Text: Karima Rösgen, Dennis Palmen. Technik: Clemens Hörlbacher

Regie: Karima Rösgen

Ein Gastspiel des Looters e.V.

billboard.thelooters.de

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Wallrafs Erbe – Festakt zum 200. Jahrestag der Testamentsunterzeichnung

 

Festakt Wallraf  Marisol Corboud trägt sich im Stiftersaal ins Gästebuch der Stadt Köln ein Foto Andrea Matzker

Festakt Wallraf  Peter Jungen Armin Laschet Henriette Reker Marisol Corboud Axel Freimuth marcus Dekiert Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Am 9. Mai 1818 unterzeichnete Ferdinand Franz Wallraf sein endgültiges Testament zugunsten der Stadt Köln. Der Priester, Lehrer, Universitätsrektor und Universalgelehrte, der von 1748 bis 1834 gelebt hat, gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte und hat vor allem dazu beigetragen, dass während der 20-jährigen napoleonischen Besatzungszeit (1794-1814) Kunstwerke gerettet wurden, die infolge der Säkularisation Opfer von Auflösung und Zerstörung kirchlicher Einrichtungen vom Untergang bedroht waren, da die Franzosen zahllose Kirchen abrissen. Wallraf begann, an Kunstgegenständen zu retten, was er nur konnte. Danach  sammelte er wie besessen alles, was mit der Geschichte Kölns verbunden war. So enthielt seine Sammlung römische Ausgrabungsstücke, verschiedenste mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke, Handschriften, frühe Drucke, Münzen, Fossilien, historische Waffen und Plastiken. Von der französischen Administration wurde er weiterhin beauftragt, neue Bezeichnungen für das Kölner Straßennetz zu finden, nicht nur, um anstößige Namen, derentwegen man sich – so Wallraf – „vor allen fremden Ohren schämen“ müsste, zu eliminieren, sondern auch um Ordnung in das Straßensystem zu bringen. Aus der Piss-Gasse wurde das Börsengässchen, aus der Mördergasse die Mörsergasse, die Diebesgasse mutierte zur Thieboldsgasse. Heute ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass die Stadt Köln hierdurch in die Moderne geführt wurde. Von der umfangreichen, 40.000 Objekte umfassenden Sammlung des großen Stifters profitieren heute mehrere Museen der Stadt. NRW-Landesvater Armin Laschet unterstrich die Bedeutung der Stifter und Mäzene für die Kunstszene des Rheinlandes und führte aus, nicht fürstliche oder königliche Gnade, wie in anderen Bundesländern, sei hier die Basis für eine reiche Kunstszene, sondern  allein bürgerschaftliches Engagement.