Archiv für den Tag: Juli 5, 2018

Das Apadana in Köln

Apadana Die charmante Gastgeberin Foto Andrea Matzker

Apadana Detail der Inneneinrichtung Foto Andrea Matzker

Apadana Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Wer die klassische persische Küche liebt und einen unvergesslichen und zugleich gut bekömmlichen Abend in Köln verbringen möchte, dem sei das Apadana am Mauritiussteinweg im Zentrum empfohlen. Der von außen eher schlichte Eingang lässt nicht vermuten, dass man im Restaurant selbst in eine andere Welt entführt wird. Donnerstag, Freitag und Samstag kann man dort die außergewöhnlich herzliche Gastfreundschaft der Familie Owzar genießen. Bereits vor vielen Jahren war sie weit bekannt als Besitzerin des legendären Caspian in der Krypta der Kirche auf der Moltkestraße, die zu einem Glaspalast umgebaut wurde. Stattdessen gibt es nun schöne Abende in der Atmosphäre des Apadana, dessen Innenräume dem 2500 Jahre alten gleichnamigen Tempel in Persepolis mit seinen unvergleichlichen steinernen Reliefs nachgebildet wurden, oft auch mit Livemusik und Bauchtanz bis spät in die Nacht. Trotz seiner 100 Plätze sollte man doch rechtzeitig reservieren, da das Restaurant oft ausgebucht ist.

Ein neuer Stern am Hotelhimmel

Bürgermeister Dario Nardella und Unternehmer Charlie MacGregor im TSH  Foto Andrea Matzker

Der Gnomone im Dom von Florenz Foto Andrea Matzker

Der unvergleichliche originale David des Michelangelo Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Seminars an der Universität in Florenz von Doktoranden der Universität Bonn, die ihre trinationale Promotion erwerben, fanden diverse kulturelle Veranstaltungen erster Güte statt. Neben Vorträgen und Präsentationen der Doktorarbeiten besuchten Professoren und Doktoranden die Accademia della Crusca, die als Wiege der italienischen Sprache gilt.

Zufällig fiel genau in diese Zeit das seltene Phänomen des „Gnomone“ statt, zu dem viele Menschen aus der ganzen Welt nach Florenz reisen. Diese genaueste Sonnenuhr der Welt funktioniert seit 500 Jahren auf beeindruckende Art und Weise. Inmitten der herrlichen Brunelleschi – Kuppel des Domes ist an einem Fenster eine kleine Bronzescheibe mit einem Loch angebracht, durch das jährlich viermal im Juni der Sonnenstrahl fällt und – so die Wolken ihn nicht verdecken – durch den Dom an der Wand entlang und über die im Boden eingelassene marmorne Sonnenuhr wandert. Am 21. Juni trifft er regelmäßig das runde Zentrum.

Ebenso zur gleichen Zeit eröffnete Charlie MacGregor sein The Student Hotel Florence Lavagnini in einem ehemaligen Palazzo aus dem Jahr 1864 in Florenz. Es ist das erste seiner Art in ganz Italien, und weitere sind bereits europaweit mit einem Budget von 600 Millionen Euro geplant, unter anderem auch in Dresden und Berlin. Mit 390 Zimmern und 300 neuen Arbeitsplätzen auf 20.000 m² bietet das Projekt quasi eine Stadt in der Stadt mit den verschiedensten Kommoditäten und stellt in seiner Neuheit eine Revolution in der Hotellandschaft dar. Neben Auditorium, Cafeteria, Restaurant, Fitness-Studio, Friseur, Büros, Fahrrädern für jeden  Bewohner, Konzertflügel und Skybar bietet es auch einen sensationellen Swimmingpool auf dem Dach mit der Inschrift „The Beach is Boring“ und dem Blick auf das Panorama von Florenz. 2000 Gäste feierten mit dem Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, der mit dem Fahrrad zur festlichen Gala kam. 100 Prominente der Florentiner Szene wurden zu Bed Talks gebeten in Anlehnung an John Lennon und Yoko Ono, darunter auch zwei sehr bekannte Deutsche, die in Florenz leben. Dr. Eike Schmidt berichtete über seine allgemein und auch von den Florentinern sehr bewunderte und mutige Tätigkeit für die Kunst in seiner Funktion als Direktor eines der großartigsten Museen der Welt, den Uffizien. In Florenz ist er inzwischen zu einer berühmten Figur geworden, die für ihren Einsatz für die Kunst bereits saftige Strafen in Kauf nahm. Weniger auftrittsbereit in der Öffentlichkeit scheint seine deutsche Kollegin Dr. Cecilie Hollberg, die sich aber ebenso intensiv für „ihr Museum“, die bedeutende Galleria dell’Accademia einsetzt. Nach wie vor ist es ihr unverständlich, dass eines der bedeutendsten Kunstwerke der Welt, nämlich „ihr“ David von Michelangelo für unzählige unwürdige Werbekampagnen, Souvenirs und dergleichen herhalten muss, vor allem, ohne dass dafür Abgaben an den Staat gezahlt werden. Aus diesem Grund erfand sie einen zauberhaften und zugleich bei der Florentiner Hitze auch sehr praktischen und nützlichen und doch so einfachen Fächer aus Papier mit „ihrem“ David, der aber zum Teil darauf überschrieben ist, so dass sein Bildnis nicht anderweitig genutzt werden kann. Im Bed Talk mit einer namhaften Fotografin aus Florenz, die auch mit dem Recht am Bild und seinen neuerlichen Regeln zu kämpfen hat, erwiderte sie, auf den Vergleich zu den Uffizien angesprochen, in perfektem Italienisch im Sinne von: “Der (und damit meint sie ihren Kollegen Eike Schmidt von den Uffizien) mit seiner armen Venus (die von Botticelli)… Mein David ist ein viel bedeutenderer Meilenstein in der Kunstgeschichte. Wenn Sie vor ihm stehen, ihm gerade bis zum Knie reichen (und sie selbst ist sehr groß) und sich dann vorstellen, dass ein geringster Fehler an der Nase bedeutet hätte, dass der Künstler das gesamte Werk von vorn hätte beginnen müssen, abgesehen von der unglaublichen Konzeption, eine riesige Gestalt dieser Perfektion erschaffen zu können, sei doch ein Gemälde, das man ja jederzeit korrigierend übermalen könne, unvergleichbar.“

Unter dem für Jung und Alt immer zutreffenden Motto „MAY THE STUDENT IN YOU NEVER DIE“ eröffnet das The Student Hotel Florence Lavagnini offiziell am 1. Juli 2018.

Dr. Cecilie Hollberg mit ihrem Fächer  im The Student Hotel Foto Andrea Matzker

Dr. Eike Schmidt im The Student Hotel Foto Andrea Matzker

Professoren und Doktoranden in der Accademia della Crusca Foto Andrea Matzker