Archiv des Autors: Christian Dick

Äußerst spannende Inszenierung eines Ehedramas im Rheinischen Landestheater

Autor: Christian Dick

Eine Ehe, die in die Jahre gekommen ist, zwei Ehepartner, Martha und George, die sich bis zur Zermürbung aneinander aufreiben. Diese Situation spitzt sich immer mehr zu, so dass die Fetzen fliegen. Ein junges Ehepaar, das von dem Ehepaar, das sich nur noch bekriegt, eingeladen ist, wird zu Zeugen dieses Ehestreits und schließlich auch noch in die Streitigkeiten verwickelt. So eine Nacht kann nur in einem Fiasko enden. Und dies ist genau der Stoff des Theaterstücks „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ aus der Feder von Edward Albee, das am Samstag, dem 9. November 2019, eine grandiose Premiere im Rheinischen Landestheater in Neuss feierte. Die Inszenierung ist extrem spannend, oft stockt dem Zuschauer der Atem, weil man meint, dass sich Martha und George augenblicklich an die Gurgel gehen. Die Dramaturgie dieser Inszenierung ist Regisseur Kay Neumann in ausgezeichneter Weise gelungen.

Die Darsteller sind Hergard Engert als Martha, Stefan Schleue als George, Nelly Politt als Putzi und Tom Kramer als Nick.

Angaben zum Stück

Der Broadway-Erfolg „Wer hat Angst von Virginia Woolf?“ aus dem Jahre 1962 gilt heute als die Mutter des modernen Ehedramas. Wie in den meisten seiner Stücke rüttelt der Autor auch hier an der Fassade des gehobenen Bürgertums, um die Konstruktion von Tabus und Lebenslügen offenzulegen. Mit seiner differenzierten Psychologie kratzt er, beeinflusst von Beckett, in der Tradition Ibsens und Tschechows, am Lack des »American Dream« und schrieb in scharfen, intelligenten Dialogen eine böse Komödie über das Scheitern.

Weitere Aufführungstermine des Stücks sind

So, 24. November 2019

18:00 Uhr

RLT Schauspielhaus

Do, 28. November 2019

19:30 Uhr

Rheine

Di, 17. Dezember 2019

20:00 Uhr

RLT Schauspielhaus

Mi, 18. Dezember 2019

20:00 Uhr

RLT Schauspielhaus

Do, 23. Januar 2020

20:00 Uhr

RLT Schauspielhaus

Mi, 29. Januar 2020

19:30 Uhr

Radevormwald

Do, 13. Februar 2020

20:00 Uhr

Ibbenbüren

Fr, 13. März 2020

20:00 Uhr

RLT Schauspielhaus

Fr, 20. März 2020

20:00 Uhr

Knechtsteden Norbert-Gymnasium

Mi, 25. März 2020

19:30 Uhr

Hagen

Sa, 18. April 2020

19:30 Uhr

Monheim

Weitere Informationen zum Rheinischen Landestheater gibt es unter folgender Internetadresse: https://rlt-neuss.de/kalender

Launige Stimmung beim Österreichischen Nationalfeiertag

Foto: der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und der Düsseldorfer Bürgermeister Wolfgang Scheffler (Grüne) (Aufnahme, copyright Christian Dick)

Foto: Streichertrio Philharmonie Düsseldorf (Aufnahme copyright Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Am 26. Oktober ist der Österreichische Nationalfeiertag. Dieser wird nicht nur in Österreich begangen, sondern auch im Ausland. Eine inzwischen liebgewonnene Veranstaltung ist die alljährliche Feier der Österreichischen Gesellschaft e. V. Düsseldorf in einem wunderschönen Ambiente, das ein bisschen an die K.u.K. Monarchie erinnert, nämlich im Goethe Museum – Schloss Jägerhof in Düsseldorf. In diesem Jahr fiel die Feier auf einen Samstag und es war eine launige Atmosphäre. Dies lag nicht zuletzt daran, dass ein prominentes Geburtstagskind unter den Gästen war und dem Lied „Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen“ begrüßt wurde. Hierbei handelte es sich um den Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel, der ganz spontan zu der Feier gekommen war. Dieser hatte gerade seinen Winterurlaub in Österreich gebucht und lobte das Land als Vorbild für Deutschland und verwies insbesondere auf das Jahresticket für den ÖPNV in Wien für 365 Euro sowie auf die Wohnungsbaupolitik der österreichischen Städte und Gemeinden, die dazu führt, dass die Mieten nicht rasant in die Höhe steigen, wie das in vielen deutschen Städten der Fall ist. Humorvoll merkte Geisel schließlich an, dass Wien ein Vorbild sei, weil Wien seit 100 Jahren einen Sozialdemokraten als Bürgermeister habe. Bürgermeister Wolfgang Scheffler (Grüne) verwies in seiner Ansprache darauf, dass man in Wien kein Auto brauche, da das Straßenbahn- und U-Bahn-Netz so gut sei und damit auch ein Vorbild für Düsseldorf darstelle. Er hob hervor, dass Österreich sogar einen Bundespräsident der Grünen habe und auch insofern ein Vorbild für Deutschland sein könne.

In einem Kurzreferat unterstrich Susanne Traschler, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft e. V: Düsseldorf zwei Jubiläen, derer Österreich im Jahre 2019 gedenkt. Vor dreißig Jahren, im Jahre 1989, fand die Grenzöffnung zwischen Österreich und Ungarn statt und läutete den Fall den Eisernen Vorhangs ein und vor 150 Jahren, im Jahre 1869, wurde die Wiener Staatsoper eröffnet.

Nach einem Jahr Vakanz hat Österreich nun mit Rechtsanwalt Georg Schmidt wieder einen neuen Honorarkonsul in Düsseldorf.

Abgerundet wurde der Empfang zum Österreichischen Nationalfeiertag von köstlichen Schmankerln, die jedes Jahr eigens von den Mitgliedern der Österreichischen Gesellschaft selbst zubereitet werden, und der musikalischen Einlagen von Arcangello Corelli, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven des Streichertrios Philharmonie Düsseldorf.

The Mousetrap von Agatha Christie in Düsseldorf

Theaterkritik von Christian Dick

In Kooperation mit der Düsseldorfer Komödie in der Streinstraße präsentiert das English Theatre Düsseldorf Agatha Christies Stück The Mousetrap! (Die Mausefalle) in englischer Sprache), das seit 67 Jahren auf den weltweiten Theaterbühnen aufgeführt wird und damit das am längsten laufende Theaterstück der Welt ist. Die Premiere am 22. Oktober 2019 fand beim Publikum außerordentlich großen Zuspruch und wurde mit lang anhaltendem Beifall bedacht.

Handlung des Stücks

In einer kleinen Pension sind fünf Hotelgäste, die beiden Betreiber der Pension und ein Polizist eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. Sie sitzten in der Falle, der „Mausefalle“ denn einer von ihnen ist ein Mörder. Es beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel. Jeder ist verdächtig, jeder könnte es gewesen sein. Doch wer war es?

Die Inszenierung dieser englischsprachigen Aufführungen ist von der Dramaturgie und Spannung her sehr gut gelungen, das Ensemble spielt so glänzend, dass es dem Zuschauscher vor Aufregung eiskalt den Rücken herunterläuft. Ein Theaterabend, den man nicht versäumen sollte!

Bis zum 11. November steht „The Mousetrap“ in Düsseldorf auf dem Programm. Weitere Informationen finden Sie unter der Internetadresse www.komoedie-steinstrasse.de oder an der Theaterkasse unter der Telefonnummer 0211 133 707 oder 0211 325 151.

Termine

The Mousetrap

So 27.10.

14:00 Uhr

The Mousetrap

Mo 28.10.

19:30 Uhr

The Mousetrap

Di 29.10.

19:30 Uhr

The Mousetrap

So 03.11.

14:00 Uhr

The Mousetrap

Mo 04.11.

19:30 Uhr

The Mousetrap

Di 05.11.

19:30 Uhr

The Mousetrap

So 10.11.

14:00 Uhr

The Mousetrap

Mo 11.11.

19:30 Uhr

The Mousetrap

„KENNST DU MICH NOCH?“ im Theater am Dom

Autor: Christian Dick

Bei dieser aktuellen Inszenierung im Kölner Theater im Dom wird es für den Zuschauer sehr kompliziert. Denn es ist nicht einfach zu erkennen, ob da auf der Bühne eine reale Situation dargestellt wird oder ob da die Ehefrau in einer Traumwelt ist und nach langer Ehe Luftschlösser baut, wie ihr Leben wohl mit dem Traumpartner als Jugendzeiten verlaufen wäre. Kompliziert wird es dadurch, dass die Jugendliebe plötzlich auf der Bühne auftaucht und der später zurückkehrende Ehemann dann diese Jugendliebe aber nicht sehen kann. Dies steht den Zuschauer vor ein Rätsel. Es steckt also viel Psychologie in diesem Stück, dessen Inszenierung für den Regisseur ein nicht leicht zu meisternde Aufgabe darstellt. Aber Regisseur und Mitinhaber des Theater am Dom René Heinersdorff ist diese Inszenierung mit Anja Kruse, Sascha Wussow, Ralph Schicha und Aylin Werner in exzellenter Weise gelungen. Das Stück ist überaus spannend und hat viele überraschende Wendungen, zudem enthält es viele spritzige Pointen.

Bis zum 3. November 2019 steht „Kennst Du  mich noch?“ im Theater am Dom in Köln auf dem Programm.

Inhalt

Diese Komödie wurde von Sam Bobrick geschrieben.

Mary und Paul sind lange verheiratet, die Kinder sind aus dem Haus und der eingespielte Alltag bestimmt ihr Leben, als plötzlich Mary`s Jugendliebe Peter aus vergangenen Collegezeiten auftaucht. Von seinem leidenschaftlichen Werben völlig aus dem Gleis geworfen, muss Mary allerdings feststellen, dass Peter nur in Ihrer Vorstellung existiert: Ehemann Paul kann ihn nämlich weder sehen noch hören. Während Mary beginnt, die liebevolle Aufmerksamkeit Peters zu genießen und sich wieder als begehrte Frau zu fühlen, ist Paul tief verunsichert durch den unsichtbaren Nebenbuhler. Also versucht er mit handfesten Tatsachen seine Frau wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen und diesen Spuk zu beenden.

Eine Komödie über die Kraft der Phantasie die Wirklichkeit verändern zu können.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Theater am Dom unter dem Link www.theater-am-dom.de.

Opa wird verkauft in der Komödie in der Steinstraße

Autor: Christian Dick

Das aktuelle Stück in der Komödie in der Steinstraße in Düsseldorf in Düsseldorf ist eine äußerst spritzige und kurzweilige Inszenierung, die bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankommt.

Ein Kölner in Düsseldorf

Peter Millowitsch kommt beim Düsseldorfer Publikum sehr gut an.  Wie kein anderer steht er für die Kunst des deutschen Volkstheaters in Mundart, das auch in Fernsehübertragungen immer sehr erfolgreich war. Er legt sein ganzes Herzblut in seine Opa als knuffiger, aber auch bisweilen eigenwilliger Opa seine Rolle. Die aus Salzburger stammende Schauspielerin Andrea Spatzek, die ebenfalls schon mehrfach mit großem Erfolg in der Komödie in der Steinstraße mit von der Partie war, tritt in diesem Stück im Dirndl auf und spricht derben österreichischen Dialekt, was auf das Publikum sehr erheiternd wirkt. So sind Peter Millowitsch und Andrea Spatzek die tragenden Säulen dieses Stücks. Und nicht zuletzt die junge Schauspielerin Anna Röser verleiht diesem Stück viel Charme und Esprit.

Regisseur Rolf Berg ist die Inszenierung dieses Stücks mit viel Wortwitz hervorragend gelungen.

Bis zum 19 Oktober 2019 steht „Opa wir verkauft“ in Düsseldorf auf dem Programm. Dieser heiter Schwank ist sehr sehenswert.

Inhalt

Die Komödie „Opa wird verkauft“ ist aus der Feder von Franz Streicher.

Opa, das gewitzte Schlitzohr, liebt es, anderen Streiche zu spielen und versteht es dabei prächtig, seine Mitmenschen zur Verzweiflung zu bringen. Bauer Hannes, Opas Schwiegersohn, auf dessen Hof der Alte lebt, wird indes von Geldsorgen geplagt. Die Heirat seines Sohnes Schorsch mit Eva, der Tochter des reichen Bauern Schlösser, wäre die Rettung! Und dem intriganten Nachbarn käme die Verbindung nur allzu gelegen. Doch Schorsch ist nicht bereit, eine Unbekannte zu heiraten.

Also greift Schlösser zu anderen Mitteln, um seine Ziele zu erreichen. Er macht dem arglosen Hannes ein einmaliges und ungewöhnliches Angebot: Aus purer Menschenfreundlichkeit will er ihm den unbequemen Opa abkaufen! Hannes wäre mit einem Schlag seine Geldsorgen und den verschrobenen Alten los. Der treibt den Verkaufspreis sogar höchstselbst noch in die Höhe – und hält Einzug im Schlösser’schen Haushalt.

Schorsch will die verschmähte Eva persönlich unter die Lupe nehmen. Als Aushilfsknecht getarnt, lässt er sich auf dem Hof ihres Vaters anstellen – und verliebt sich auf der Stelle in die junge Frau. Pech nur, dass Schlösser einen einfachen Knecht nicht als Schwiegersohn akzeptiert! Doch wozu gibt es schließlich den „verkauften“ Großvater, der mit List und Tücke dem Glück des jungen Paares auf die Sprünge hilft …

Besetzung

Rolf Berg Regie

Peter Millowitsch Oppa

Piet Fuchs als Hannes Hemmersbach

Tobias Krebs als Schorsch Hemmersbach

Claus Thull-Emden als Peter Schlösser

Andrea Spatzek als Resi Schlösser

Anna Röser als Eva Schlösser

Verena Wüstkamp als Katrin

Erst offiziell, dann ergreifend – Ehrung für Dr. Alfred Biolek

BIO  Dr. Alfred Biolek im Kölner Rathaus Foto Andrea Matzker

Bio  Dr. Alfred Biolek mit OB a. D. Fritz Schramma Foto Andrea Matzker

BIO  OB Henriette Reker und Dr. Alfred Biolek im Kölner Rathaus Foto Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, gab aus Anlass des 85. Geburtstages des beliebten Moderators, TV-Kochs und Produzenten nachträglich einen Empfang im Muschelsaal des Historischen Rathauses der Stadt Köln, bei dem sich der Jubilar auch ins offizielle Gästebuch der Stadt eintrug. Der gefeierte Fernsehschaffende war wie immer äußerst elegant gekleidet und kam in Begleitung seiner Freundin Lea Linster, seines Sohnes Scott und seines langjährigen Produktionschefs Andreas Lichter. Auch verschiedene Wegbegleiter nahmen an seiner Ehrung teil. So Renate und Bettina Gruber, Ex-OB Fritz Schramma und der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen, der den ausgezeichneten Umgang Bioleks mit seinen Gästen in den diversen Fernsehshows hervorhob und betonte, dass er noch heute und in Zukunft ein großer Star wäre. Auch er habe von seinem Glanz profitiert. Er schloss seine Rede mit den Worten: „Sie haben alles, was ich nicht habe, vor allem können Sie kochen. Gerne möchte ich Sie einmal auf ein Glas Wein treffen, und zum 90. komme ich gerne wieder.“ Henriette Reker hob bei ihrer Gratulation hervor, dass Biolek ohne sein Wissen schon immer in ihrem Wohnzimmer und in ihrer Küche präsent war. Er sei ein Mann der leisen Töne sei, aber klar. Darauf komme es an. Ein Lebenswerk wie seines werde überdauern. Sie outete sich als passionierter Fan und wünschte sich ein Autogramm. Zu ihrer großen Freude hatte ihr der Jubilar sein riesiges, neues und vergoldetes Kochbuch mit Widmung mitgebracht. Sie überreichte ihm hingegen ein Kölner Schatzkästchen mit Pralinen. Fritz Schramma nannte ihn kurz und bündig einen wahren „Talkmeister“. Sterneköchin Lea Linster schließlich, die extra aus Luxemburg angereist war, gratulierte auf die ihr eigene besonders herzliche Art und Weise: „Die ganze Kochkarriere habe ich Dir zu verdanken. Du warst der einzige, der den American Swing hatte. Danke, dass Du mich zu dem gemacht hast, was ich bin. Von Dir habe ich den Umgang mit Fans gelernt: Berühmt wird man nur durch die Anderen, und darum muss man es ihnen zurückgeben!“ Zur Freude aller Anwesenden teilte der Jubilar selbst am Ende den Anwesenden mit: „Köln ist meine Heimat geworden. Das hätte ich nie gedacht. Ich möchte nie wieder aus dieser Heimatstadt wegziehen.“

BIO Der Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Köln Foto Andrea Matzker

Bio Andreas Lichter Lea Linster Alfred und Scott Biolek Foto Andrea Matzker

11. Broicher Schlossnacht in Mülheim an der Ruhr

Ein Sommerabend voller Poesie

Kreativ, kosmopolitisch, integrativ: Am Samstag, 3. August 2019, entführen Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Handicap das Publikum in eine Welt der Poesie und Leidenschaft. Angereist aus verschiedenen Ländern versprechen sie ein bunt gemixtes Programm aus Artistik, Komik, Theaterperformances, Tanz und Musik. Los geht’s ab 18.30 Uhr im MüGa-Park am Ringlokschuppen. Präsentiert wird dieses außergewöhnliche Event von der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) in Kooperation mit Art Obscura e. V.

Man betritt an diesem Abend eine eigene kleine Welt: Überall gibt es etwas zu staunen und zu entdecken, man wird mitgenommen auf eine kleine Reise und eingeladen zu träumen. Ariane & Roxana verblüffen mit ihrer Fußjonglage „play nice“ und präsentieren neben atemberaubender Technik eine spannende Geschichte in abstrakter Sprache, die jeden sofort in ihren Bann zieht. Das Blaumeier-Atelier unterhält als MASKAPELLE die Besucherinnen und Besucher mit ihren gold-glitzernden Posaunen, Pauken und Trompeten und fantasievoller Maskerade, während „The Horsemen“ (Compagnie Les Goulus) als elegant französische Reiter mit ihrer ausgeprägten „French attitude“ die Lacher auf ihrer Seite haben.

Außerdem mit dabei ist das Duo Danza Mobile aus Spanien, das als Urgestein des inklusiven Tanztheaters gilt, sowie Lolo Lovina, eine energiegeladene Band aus Australien, die mit ihrem bunten Mix aus Balkan Gypsy Beats, Unza, Cabaret, Heavy Metal, Swing und Tango Party pur versprechen.

Der Franzose Ivan Chary von der Compagnie du Petit Monsieur präsentiert brillant komisch die „Kunst des Scheiterns“ und auch die Klassiker der Broicher Schlossnacht wie Petit Noblesse, Theater im Dorf, Das Orakel oder Die Spezialisten dürfen natürlich nicht fehlen.

Kurz vor Mitternacht erhebt sich der „Flying Wheelchair“ mit großen Schwingen in den Nachthimmel und beendet mit seiner Performance traditionell dieses einzigartige Event.

Hinweis:

Aufgrund der Schlosssanierung findet die Schlossnacht ausnahmsweise rund um die Drehscheibe am Ringlokschuppen statt!

Da die Broicher Schlossnacht ohne die Unterstützung der MülheimPartner nicht möglich wäre, gilt ihnen ein besonderer Dank: Sparkasse Mülheim an der Ruhr, medl GmbH, Mülheimer Entsorgungsgesellschaft mbH (MEG), Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB), Fahrzeug-Werke LUEG AG, Privatbrauerei Jacob Stauder GmbH & Co. KG und Radio Mülheim.

Das Programm zur Broicher Schlossnacht ist kostenlos in der Touristinfo, Schollenstraße 1, erhältlich sowie online unter muelheim-events.de. Tickets gibt es für 9 Euro, ALG II-Empfängerinnen und -Empfänger, Menschen mit Behinderungen und Kinder bis 16 Jahre haben nach Ausweis-Vorlage freien Eintritt!

Utilitas publica private est semper praeferanda

 

12.07.2019 Köln Rathaus Hansasaal OB Henriette Reker ist glücklich über die rückkehr der 8 Propheten auch wenn sie diesen ganz besonders vermisst nachdem er so lange in ihrem Vorzimmer stand Foto Andrea Matzker

12.07.2019 Köln Rathaus Hansasaal OB Henriette Reker ist glücklich über die rückkehr der 8 Propheten Der 4. von links ist ihr Lieblingsprophet Der einzige ohne Bart Das Gemeinwohl geht immer vor das Eigenwohl Foto Andrea Matzker

12.07.2019 Köln Rathaus Hansasaal OB Henriette Reker ist glücklich über die rückkehr der 8 Propheten Ebenso Schnütgen-Direktor Dr. Moritz Wölk Foto Andrea Matzker

12.07.2019 Köln Rathaus Hansasaal OB Henriette Reker ist glücklich über die rückkehr der 8 Propheten Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Anton Schlesinger

Seit 2012 sind die acht Propheten nun zum ersten Mal wieder auf ihren Podesten im Hansasaal des Rathauses zu sehen. Sie entstanden um 1430/1440 und sind jeweils fast 1,20 m hoch. Sie tragen keine Namen, aber dafür Spruchbänder, und geben dadurch moralische Richtlinien vor. Sie stehen symbolisch für die Freiheiten, die sich die Kölner Bürger mit dem Verbundbrief von 1396 errungen hatten.

Die originalen, mittelalterlichen Holzfiguren stehen seit 2012 aus konservatorischen Gründen im Museum Schnütgen und können dort sechs Tage pro Woche aus der Nähe besichtigt werden. Es gibt dort auch einen Katalog dazu mit dem Namen „Unter der Lupe“. Oberbürgermeisterin Henriette Reker fehlten die acht Propheten im Rathaus sehr. Daher regte sie an, Repliken anzufertigen. So wurden nach neuesten digitalen Standards Originale am Computer zu einem 3D Modell errechnet, verarbeitet und extra in Augsburg ausgedruckt. Die farbigen Oberflächen wurden jeweils von Künstlerhand in Köln gestaltet. Die Herstellung allein einer der Figuren dauerte mindestens einen Monat lang. Allein das Einscannen währte bereits mehrere Stunden. Die Qualität der Republiken ist das Beste, was es zur Zeit gibt.

Die Oberbürgermeisterin begeistert sich besonders für einen der Sprüche auf den Spruchbändern: Das gemeine Beste ist dem persönlichen immer vorzuziehen. D.h., das Gemeinwohl geht immer vor dem Eigenwohl. (Oben der Originaltext in Latein.) Lachend fügte sie hinzu: „Verschwiegenheit wäre allerdings auch recht oft zu wünschen hier im Rathaus…“ Als Spiritus Rector der gesamten Aktion ist sie überglücklich, dass die Rathausfiguren, wenn auch nur als so genannte Brüder der Originale, nun endlich wieder auf ihre Sockel zurückgekehrt sind.

Ihr fehlt der Prophet, der bislang in ihrem Vorzimmer stand, sehr. Aber sie freut sich, dass er nun wieder an seinem angestammten Platz steht. Besonders gerne hat sie den vierten von links, den einzigen ohne Bart, d.h. den einzigen jungen Propheten. Da die Spruchbänder nicht mehr gut leserlich sind, war man sich nicht so sicher, ob er derjenige des Gemeinwohls ist, oder ob es der so genannte Scharfrichter ist mit dem Spruch: Es ist billig, dass ein Meister des Totschlages durch sein eigenes Handwerk umkommt. D.h., jemand der andere tötet, soll selbst getötet werden.

Da das Rathaus nicht für jedermann und zu jeder Zeit zugänglich ist, wird ausdrücklich auf das Museum Schnütgen hingewiesen, dass sechs Tage die Woche geöffnet ist. Allerdings haben alle Interessierten am 8. September, dem Tag des offenen Denkmals in Köln, die Möglichkeit, die Propheten im Hansasaal zu besichtigen.

 

„Heute wäre es ein Milliardär“

14.07.2019 Köln Weiden Aachener Str. 1328 Römergrab Foto Andrea Matzker –  Römergrab Köln Weiden Herrenliege aus Marmor mit Büste Foto Andrea Matzker

 

14.07.2019 Köln Weiden Aachener Str. 1328 Römergrab Monika Schmitz vom Regierungspräsidium zeigt das betastbare 3D-Modell der Grabkammer für Blinde Foto Andrea Matzker

14.07.2019 Köln Weiden Aachener Str. 1328 Römergrab Spiritus Rector Prof. Dr. Heinz Günter Horn und Ausstellungsmacher Dr. Ulrich Hermanns Foto Andrea Matzker

14.07.2019 Köln Weiden Aachener Str. 1328 Römergrab Reliefsarkophag  Foto Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

So Prof. Dr. Eckhard Deschler-Erb von der kunstwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, bei seiner Führung durch Ausstellung und Grabkammer, als er von dem ursprünglichen Gutsherren und Erbauer der römischen Grabkammer auf der Aachener Straße 1328 in Köln spricht. Als sie vor knapp 2000 Jahren 9 km außerhalb des römischen Stadtkerns auf der Via Belgica angelegt wurde, konnte sich kaum einer der anderen Zeitgenossen einen solchen Luxus leisten. Die Stadt war damals von mehreren römischen Gutshöfen dieser Art, den sogenannten Villae rusticae, umgeben, die für jegliche Nahrung sorgten, so dass die Stadt völlig unabhängig war. Die Grabkammer in Köln Weiden ist eine absolute Sensation, nicht nur weil sie zu einer der reichsten Familien der damaligen Zeit gehörte, sondern weil sie mehrere Besonderheiten aufweist. Es handelt sich um einen äußerst ausgefallenen Bau, Hypogäon genannt, der nur sehr selten zu finden ist. Er ist nach typisch italienischer Manier wie ein luxuriöser Speisesaal dargestellt. In den drei großen Nischen der Kammer befinden sich Liegebänke aus Marmor, so genannte Klienen, auf denen die Herren zu Tisch lagen. Die Damen hingegen saßen auf einem Korbstuhl. Die zwei original römischen, in Kalkstein gearbeiteten Korbstühle sollten in der Grabkammer für die Ewigkeit halten, daher sind sie nicht aus ihrem ursprünglichen Material hergestellt. Wahrscheinlich sind sie die einzigen Exemplare überhaupt, die in dieser Art bekannt sind. Das Zentrum der Grabkammer jedoch bildet der marmorne Reliefsarkophag, auf dem die vier verschiedenen Jahreszeiten darstellt sind. Er wurde um 300 nach Christus in Rom angefertigt. Allein diese Tatsache spricht für den Reichtum des Auftraggebers. Da der Sarkophag viel zu groß für die schmale Treppe ist, nimmt man an, dass er zu schwer war und dann irgendwann einmal durch die Decke hinunter gestürzt ist. Demnach ist er auch nicht mehr ganz erhalten. Die Abbildungen von Jagdszenen und einem Schiff sind leider zerstört. Der Legende nach wurde damals eine Löwin mit einem Spiegel abgelenkt, so das man sich ihres Jungtiers bemächtigen konnte, das dann später für Jagdszenen eingesetzt wurde. Wegen seiner Ausstattung gehört das Römergrab Weiden zu den bedeutendsten Grabbauten der Römerzeit nördlich der Alpen.

 

Fast so wie bei Tutanchamun, nur ein wenig bescheidener, entdeckte ein Landwirt bei Bauarbeiten im Jahr 1843 eine Treppe, die letztendlich zum Grab führte. Der damalige Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner machte sie museal begehbar. Jahrelang war die Grabkammer geschlossen und ist nun wieder feierlich eröffnet worden dank der unermüdlichen Arbeit vieler Ehrenamtler und Förderer um den passionierten Denkmalpfleger Prof. Dr. Heinz Günter Horn herum. Sie wurde von Wissenschaftlern der Uni Köln und der TH Köln dreidimensional laservermessen, gescannt und rekonstruiert. Sie ist nun auch virtuell begehbar, so dass Gehbehinderte nicht die schmalen Treppen zur Grabkammer hinabsteigen müssen. Auch der Informationsbereich wurde neu gestaltet. Es gibt einen Bereich für die Lebenden und einen Bereich für die Verstorbenen. Er ist bildlich sehr übersichtlich, chronologisch geordnet und klar gegliedert dargestellt, so dass Erwachsene wie Kinder sich mit Freude informieren können. Sogar das Fenster zur Aachener Straße wurde mit integriert und zeigt den imaginären Ausblick von damals auf zart bemalten Scheiben. Es gibt Sitzmöglichkeiten mit Kopfhörern für akustische Führungen. Für Sehbehinderte gibt es ein betastbares, dreidimensionales Modell der Grabkammer mit ihrem Überbau. Die gesamte Anlage verfügt auch über einen idyllischen Garten, den die Besucher benutzen dürfen. Führungen an Donnerstagen zwischen 10.00 und 13.00 Uhr sowie an jedem dritten Samstag im Monat um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr sollten rechtzeitig angemeldet werden, da nur bis zu 15 Personen zugelassen sind wegen des beschränkten Platzes. Einzelbesichtigungen in Begleitung des Servicepersonals sind möglich samstags von 10.00 bis 13:00 Uhr und sonntags von 14.00  bis 17.00 Uhr. Ein Besuch versöhnt jedenfalls absolut mit dem zur Zeit geschlossenen Römisch-Germanischen Museum und bietet Erholung und Entspannung für gestresste Stadtmenschen.

Bürgerbühne des Rheinischen Landestheater: Kathrin 2.0 – Alles auf Neu

Theaterkritik von Christian Dick

In Kooperation mit dem Off-Theater NRW Neuss

Bürgerbühne Rheinisches Landestheater Neuss

Letzte Vorstellung am Dienstag, 25. Juni 2019, 19.00 Uhr

Studio

Eintrittskarten nur an der Theaterkasse

Die Bürgerbühne des Rheinischen Landestheater Neuss besteht aus Laienschauspielern, also Menschen, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit oder dem Besuch der Schule in ihrer Freizeit noch sehr viel Energie in die darstellende Kunst und in das Auswendig-Lernen oft sehr langer Texte investieren. Die neue sehr spritzige und äußerst kurzweilige Inszenierung „Kathrin 2.0 – Alles auf Neu“ belegt, dass diese Darsteller ihren Kollegen, deren Broterwerb ausschließlich von der Schauspielerei abhängt, vom Talent her in nichts nachstehen. Unter ihnen sind auch einige junge Darstellerinnen, bei denen eine Karriere im professionellen Bereich auf jeden Fall im Bereich des Möglichen ist.

Im Mittelpunkt dieses Stücks steht Kathrin Keller, eine Frau in mittleren Jahren, die nach einem Autounfall, bei dem sie mit ihrem Wagen gegen einen Baum gefahren ist, längere Zeit bewusstlos im Krankenhaus liegt, ernsthafte Verletzungen oder Hirnschädigungen hat sich nicht davon getragen. Sie nach mehreren Wochen wieder zu Bewusstsein. Doch auf einmal ist für Kathrin nichts mehr so, wie es früher war. Sie hat eine Amnesie, so dass sie ihre Eltern, ihren Ehemann und ihre beiden Töchter sowie ihre Freundinnen nicht mehr erkennt. Obwohl dieses Thema sehr ernst ist, enthält dieses Stück auch sehr viele Passagen, bei denen die Zuschauer schmunzeln können. Die Inszenierung ist von der Dramaturgie her sehr spannend und kurzweilig angelegt. Die Aufführung von siebzig Minuten verging dadurch wie im Flug und wurde mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Man merkt, dass das Herzblut der Darsteller an diesem Stück hängt. Man darf somit mit Fug und Recht schon sehr gespannt sein, was das Publikum im Jahre 2020 von der Bürgerbühne erwartet.

Regisseurin Bärbel Reimer hat mit den Darsteller*innen im Alter von 14 bis 84 Jahren dieses Theaterstück umgesetzt. Es wirken mit Antje Bitta, Isabelle Duchemin, Andreas Gorgs, Ilse-Marie Harley, Gisela Junker, Marlis Jacob, Milena Nentwig, Linus Repp, Lea Schaub, Hans-Willi Schmidt, Frederik Schwickert, Jannike Sohnemann und Victoria Stuttmann. Die Regie führt Bärbel Reimer.

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Rheinischen Landestheaters Neuss e.V.

Eintrittspreise: 6,– € / erm. 3,– €