Archiv der Kategorie: Aus der Region

Ein Bier für die Orgel

 

16.09.2018 Köln Erftstadt-Borr Kleinste Kirchengemeinde des Erzbistums Köln Sankt Martinus Orgelfest mit Orgeleinweihung Von 45.000 Euro durch Spenden 35.000 Euro gestemmt Den Rest von 10.000 Euro soll das Orgelbier durch Spenden einbringen Foto Andrea Matzker

16.09.2018 Köln Erftstadt-Borr Kleinste Kirchengemeinde des Erzbistums Köln Die 800 jahre alte Kirche Sankt Martinus Orgelfest mit Orgeleinweihung Foto Andrea Matzker

16.09.2018 Köln Erftstadt-Borr Kleinste Kirchengemeinde des Erzbistums Köln Sankt Martinus Orgelfest mit Orgeleinweihung mit Domorganist Ulrich Brüggemann Astrid Krahforst Tausendsassa Initiator und Organist Donatus Haus und Orgelbaumeister und Harmoniumbauer Björn Daniel Reich Foto Andrea Matzker

Sensationelle Initiative erreicht Orgeleinbau

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

„Ohne die Kröten des Erzbistums! Wir sind froh, dass wir das geschafft haben!“, so die leidenschaftlichen Worte von Pastor Willi Josef Platz während seiner Ansprache und Predigt zum Orgelfest mit der Einweihung der Paschen-Orgel in der zauberhaften Kirche St. Martinus von Borr, einem Juwel in der Kölner Umgebung. Auch wenn der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser mit dem ersten Orgelpfeifen-Kauf ein Zeichen setzte, so musste die 380-Seelengemeinde von Borr doch ganz allein 45.000 € aus der Erde stampfen, um sich die gewünschte Orgel in ihre Pfarrkirche einbauen lassen zu können. Bei dem Instrument handelt es sich um eine ganz besondere Gelegenheit, die man nicht verpassen wollte. So initiierte der engagierte Kirchenorganist und Unterhaltungsmusiker Donatos Haus, der gleich in sechs Kirchen zur Messe spielt, gemeinsam mit vielen Freunden und Kollegen die Spendenaktion mit einzelnen Orgelpfeifen. Und die ländlichen Bewohner ließen sich bei Gott nicht lumpen! Es gab einzelne Spender, die gleich 56 Pfeifen auf einmal spendeten. Darunter auch Johannes Kuhn, der das gesamte Spitzprinzipal Zweifuß mit 56 Pfeifen für seine Frau Angelika Bär in Patenschaft übernahm. Seitdem heißt das Register auch „Angelika Zweifuß“. Damit aber nicht genug der Spitzfindigkeiten. Der Orgelbaumeister und Harmoniumbauer Björn Daniel Reich, der die gesamte Installation und den Umbau vornahm, wurde kurzfristig zum „Harmoniumumbauer“ umbenannt. In der ganzen Umgebung gibt es kaum eine Person, die sich nicht ehrenamtlich für die Orgel engagiert hat. Aber nun war guter Rat teuer, denn es fehlten noch 10.000 €, um den Deal perfekt zu machen. Also setzte man sich in einer Garage der  Braufreunde zusammen und kreierte ein Bier, das in der Folge als das sogenannte Orgelbier durch Spenden die noch fehlenden 10.000 € einbringen sollte. Brauereimeister und Biersommelier Klaus Keller entschloss sich kurzerhand, 650 Liter unentgeltlich speziell zugunsten der Orgel zu brauen. Es entstand ein sogenanntes Craft-Bier, ein Wieß, wie das Kölsch ursprünglich bis 1920 ungefiltert auch hieß. Ausgezeichnete Hopfensorten wie Mandarina Bavaria kommen darin zum Tragen und geben dem Trank eine ganz besondere Note, gemäß dem Motto der gesamten Aktion “Sei eine Note in Gottes Melodie“. Einziger Wermutstropfen bei dem gelungenen Orgelfest war, dass der ausdrücklich eingeladene Ehrengast Rainer Maria Kardinal Woelki der Einladung nicht folgen konnte, zumindest um das Bier zu probieren. Außerdem wäre die Idee ja auch nicht fernliegend, damit eine Erzbischöfliche Privatbrauerei zu gründen, womit alle Beteiligten freudig und lachend einverstanden wären.

 

 

„HandSchlag 2017“: Begrüßungs-Gala für 1350 Azubis

Stellvertretend für die 1350 Auszubildenden, die in diesem Jahr im Bereich der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf einen neuen Ausbildungsvertrag erhalten, werden am Freitag, 06. Oktober, 20:00 Uhr, etwa 250 junge Menschen gemeinsam mit Angehörigen und Vertretern ihrer Ausbildungsbetriebe im Robert-Schumann-Saal (Museum Kunstpalast) in die Gemeinschaft des Handwerks aufgenommen.

Kreishandwerksmeister Thomas Dopheide: „Dies geschieht durch die Überreichung der Lehrverträge und den Handschlag – eine Geste, die symbolisiert, wie man sich unter Freunden begrüßt und auch Verträge besiegelt.“

Mit dem „HandSchlag 2017“, so der offizielle Titel der Begrüßungs-Gala, will die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf den Beginn der Ausbildung zu einem unvergesslichen Erlebnis für die jungen Leute machen. Zum achten Mal in Folge werden als Gäste zahlreiche prominente Vertreter aus Handwerk, Politik und Unternehmerschaft erwartet – darunter Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert und die Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel, Thomas Jarzombek (beide CDU) und Andreas Rimkus (SPD).

Aufgelockert wird der Abend mit einem kurzweiligen Unterhaltungsprogramm. Als Moderator konnte die Kreishandwerkerschaft erneut den Kabarettisten Frank Küster gewinnen, der es sich nicht nehmen lassen wird, den einen oder anderen Seitenhieb auf das aktuelle Zeitgeschehen auszuteilen. Während die Big Band der Clara-Schumann-Musikschule unter der Leitung von Romano Schubert die musikalischen Akzente setzt, wird der Stillife-Fotokünstler Thomas Herbrich das Publikum über die trickreiche Entstehung seiner Bildillusionen informieren. Tickets für die Abendveranstaltung gibt es bei der Kreishandwerkerschaft unter Tel. 0211/3670710.

Sommerfest des Handwerks

 

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Foto: Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Fuhrmann, Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert, Markus Kampling von der Caritas Flüchtlingshilfe Esse und  NRZ-Politikchef Jan Jessen (Aufnahme: copyright: Christian Dick)

„Zusammenrücken“ lautete die Devise. Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft feierten den „Treffpunkt Handwerk“ auf dem Kammer-Parkdeck.

Frische Brise belebte Gemüter – Gästeschar bewies Feierkondition bei kaum 20 Grad und rustikalem Buffet

Das Wetter und Beton haben eines gemeinsam: Es kommt drauf an, was man draus macht. Die angekündigte frische Brise hielt kaum einen der rund 400 Gäste vom Besuch des Parkdecks im Innenhof der Handwerkskammer ab – im Gegenteil „Zusammenrücken“, lautete die von Gastgeber Andreas Ehlert ausgegebene Parole. Und so feierte die Freundesschar des Handwerks aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft den diesjährigen „Treffpunkt Handwerk“ eher noch belebter und ausdauernder als in den Vorjahren.

„Zusammenrücken“ passte als Devise auch in anderer Hinsicht: Die Handwerkskammer hatte kurz vor Festbeginn einen 40-Tonnen-Truck voller Werkzeug und Baugerät für das „Flüchtlingsdorf NRW“ im Nordirak auf die Reise geschickt. Dort werden gebrauchte Bohrmaschinen und Elektro-Schrauber, Ventilatoren und Friseurstühle dringend benötigt, um das Schutzcamp Mam Rashan für vom IS-Terror vertriebene Jesiden in ein Handwerkerdorf zu verwandeln. Insgesamt waren für diesen Zweck mehr als 3.000 Groß- und Kleinteile zusammengekommen. Präsident Andreas Ehlert dankte in seiner Begrüßung dem Koordinator der Aufbau-Aktivitäten im Lager, NRZ-Politikchef Jan Jessen, und – stellvertretend für die mehr als dreihundert Handwerker aus dem gesamten Kammergebiet, die Material gespendet hatten – dem Essener Bäckermeister Klaus Peter für ihr Engagement.

Reichlich Anknüpfungspunkte für einen regen Austausch mit Spitzengästen aus Landesregierung und Parlament warf auch die (inzwischen weit gediehene) Arbeit der Enquete-Kommission des Landtags zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand ab. Über den Weg des manuell getriebenen Wirtschaftssektors zur Digitalität debattierten mit den Meistern an langer Bank Wirtschafts- und Handwerksminister Garrelt Duin und Wirtschafts-Staatssekretär Günther Horzetzky, Landesarbeitsminister Rainer Schmeltzer und Regierungspräsidentin Anne Lütkes. sowie mehr als ein Dutzend Parlamentarier, an der Spitze die Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Hans-Willi Körfges (SPD), Stefan Engstfeld (GRÜNE) und Angela Freimuth (FDP) sowie der Handwerkspolitische Sprecher der CDU, Rainer Spiecker. Außerdem waren gut die Hälfte der Abgeordneten aus der Enquete-Kommission – an der Spitze Vorsitzender und FDP-Fraktionssprecher Ralph Bombis – dem Ruf der Kammer zum „Treffpunkt Handwerk“ gefolgt, um in zwangloser Umgebung ihre Kontakte zu Praktikern des Wirtschaftsbereichs zu vertiefen. Die stark besetzte kommunale Gästeriege führten Düsseldorfs OB Thomas Geisel und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (Neuss) an. Zur hohen Polit-Promidichte des Abends trugen nicht zuletzt Ministerpräsident a.D. Jürgen Rüttgers und Ex-Innenminister Ingo Wolf bei. Die enge Vernetzung des Handwerks mit der Wissenschaft brachte durch ihre Sommerfestteilnahme Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) zum Ausdruck. Als Exponenten des Öffentlichen Lebens der Landeshauptstadt fielen so unterschiedliche Persönlichkeiten wie OLG-Präsidentin Anne-José Paulsen, Sparkasse-Chef Arndt Hallmann und Spitzen-Chocolatier Heinz-Richard Heinemann in der Gästeschar auf.

Goldener Füllfederhalter für Reinhold Michels

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Foto: Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert überreicht Reinhold Michels den Goldenen Füllfederhalter (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

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Foto: Andreas Ehlert und Reinhold Michels präsentieren die Urkunden (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Zur Zeit der Bonner Republik war er Politischer Hauptstadtkorrespondent der Rheinischen Post in den Jahren 1980 bis 1986. Später war er Ressortleiter für Landespolitik und anschließend für Innenpolitik. Die Rede ist von dem inzwischen 66jährigen Michels. Über 37 Jahre hinweg – von 1978 bis 2015 – war er bei der Rheinischen Post angestellt. Heute ist er als Freier Journalist tätig und ist Verfasser einer wöchentlichen Kolumne für die Rheinische Post. Bei all seinem journalistischen Wirken hat er stets die Dinge auf den Punkt gebracht. Dies auch oft mit Biss und in pointierter Weise. Nun wurde ihm durch die  Düsseldorfer Handwerkskammer der Goldenen Füllfederhalter verliehen.

Michels nahm die Auszeichnung am Dienstag, dem 5. Juli 2016, im Rahmen der Sommer-Vollversammlung der Handwerkskammer aus den Händen von Präsident Andreas Ehlert entgegen.

Im „Handwerk (…) ist die Lust am ordentlichen Gelderwerb, am beruflichen Vorwärtskommen, am Streben nach privatem Glück und unternehmerischem Erfolg auffallend häufig verbunden mit einem beinahe angeboren wirkenden Hang zu Solidität und sozialer Verantwortung.“ Diese Feststellung stammt nach Angaben von Handwerkskammer-Präsident aus einem Kommentar von Reinhold Michels in der Rheinischen Post vom 27. April 2009, einen Tag nach der Meisterfeier der Handwerkskammer.

Den noch gut bekannten Ausspruch „Jede gute Politik beginnt mit dem Betrachten der Realität“, gefolgt von dem Paulus-Zitat „Prüfet alles, und behaltet das Gute“, habe Reinhold Michels öfter von dem 2014 verstorbenen Handwerkskammer-Präsidenten Professor Wolfgang Schulhoff über- und in sein Repertoire aufgenommen – ohne je zu versäumen, die Inspirationsquelle namentlich zu erwähnen, hob Ehlert weiterhin hervor.

„Dass ein gebürtiger Rheinländer aus Viersen und gläubiger Katholik ein vernehmlicher Fürsprecher des konsens-orientierten Rheinischen Kapitalismus ist, darf nicht verwundern. Und so hat Reinhold Michels wiederholt bedauert, dass diese unsere implizite Wirtschaftsverfassung – als eine humanistisch aufgeladene Wettbewerbswirtschaft – ich zitiere Sie: ,immer mehr von einer ökonomistischen Betrachtung zurückgedrängt wird'“, sagte Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert in seiner Laudatio. Auch Michels‘ trotz Nähe zum Handwerk stets kritische Berichterstattung und Kommentierung lobte Ehlert und zitierte: „Wenn ein Ausbilder etwa ungenügende Kenntnisse der Schulabgänger in Geschichte und Erdkunde rügt, könnte man ihn fragen, was er denn im Gegensatz zur angeblich so ungebildeten Jugend über die Welt der Computer wisse.“

Der Urkundentext im Wortlaut:

„In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung des Wirtschaftssektors Handwerk und der mittelständischen Wirtschaft im Allgemeinen sowie in Würdigung seiner Verdienste bei der Herstellung einer breiten Öffentlichkeit für Themen wie Wirtschaftsethik, Duale Berufsausbildung und ordnungspolitische Fragen, wird Herrn Reinhold Michels, Leiter des Ressorts „Innenpolitik“ a. D. der Rheinischen Post, Düsseldorf, der Goldene Füllfederhalter der Handwerkskammer Düsseldorf verliehen und diese Urkunde ausgestellt.

Düsseldorf, 5. Juli 2016, Andreas Ehlert, Präsident, Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer“

Herbstempfang der Düsseldorfer Handwerkskammer

Terroranschlag von Paris beherrschendes Thema auch beim Herbstempfang des Handwerks – 350 Gäste beim „Treffpunkt Handwerk“ am Georg-Schulhoff-Platz

Ehlert erneuerte Angebot des Wirtschaftsbereichs zur Integration der Flüchtlinge

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Foto: Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Kammerpräsident Andreas Ehlert (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf. Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf Karl-Heinz Reidenbach, der französisce Generalkonsul Vincent Muller, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Kammerpräsident Andreas Ehlert, der neue Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Rainer Schmeltzer und Vizepräsident Siegfried Schrempf.(Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf Karl-Heinz Reidenbach, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Kammerpräsident Andreas Ehlert und Vizepräsident Siegfried Schrempf.(Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Die fürchterliche Anschlagserie von Paris überschattete am Dienstag auch den „Treffpunkt Handwerk – Herbstempfang“ der Handwerkskammer am Georg-Schulhoff-Platz. Nicht nur als Gesprächsthema Nr. 1 unter den 350 geladenen Teilnehmern, sondern auch in den Ansprachen des Spitzengastes und des Gastgebers. „Eine Feierstunde wie diese will ein arbeits- und erfolgreiches Jahr möglichst freudig und gesellig runden. Angesichts der Kriege und des gegenwärtigen Terrors fällt eine solche Zielsetzung heute schwer“, eröffnete Kammerpräsident Andreas Ehlert den Abend. Und er versicherte den anwesenden Generalkonsul Frankreichs, Vincent Muller, der tiefen Anteilnahme der Handwerker.

„Der Meisterbrief muss erhalten bleiben. Das ist eine Marke, und eine Marke muss man schützen und pflegen.“ Mit diesen Worten eroberte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sofort die Herzen des Auditoriums. „In Düsseldorf erwarten 87 Prozent der handwerklichen Betriebe eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Als Landesregierung wollen wir gemeinsam mit Handwerk für Unterstützung für diesen Rückenwind sorgen. Die Meistergründungsprämie ist ein Erfolg. Allein seit dem Jahr 2000 hat es 15.000 Unternehmensgründungen im nordrhein-westfälischen Handwerk gegeben“, merkte Kraft darüber hinaus aus.

Hannelore Kraft bekräftigte schließlich ihre Solidarität mit den Angehörigen der Opfer und der gesamten französischen Nation. Ausdrücklich würdigte sie die Bemühungen des Handwerks um eine Kultur nachhaltiger Eingliederung der in Nordrhein-Westfalen eintreffenden Flüchtlinge: „Ohne ein starkes Handwerk, ohne Sie, ließen sich diese und viele andere Herausforderungen nicht bewältigen. Ich danke an dieser Stelle ausdrücklich allen, die schon jetzt dazu beitragen, dass Flüchtlinge bei uns eine Ausbildung und Arbeit erhalten. Dieses Engagement ist vorbildlich und ein wichtiger Schritt zur gelebten Integration“, so die Regierungschefin wörtlich. „Für mich ist klar, dass wir nur mit einem starken Handwerk unsere gesellschaftlichen Ziele erreichen. Das gilt nicht allein für Beschäftigung und wirtschaftliches Wachstum, sondern auch für die Themen Energiewende, demographischer Wandel oder für den Bau von Unterkünften für Menschen, die bei uns Asyl suchen.“

Zuvor bereits hatte Ehlert das Angebot des Handwerks bekräftigt, „mit aller Macht zur gesellschaftlichen und beruflichen Aufnahme der vor Krieg und Vertreibung Geflohenen beitragen“ zu wollen. „Qualifikation ist der Schlüssel zur beruflichen Integration. Das gilt auch und ganz besonders für diejenigen, die gezwungen waren und sind, vor Krieg in ihrem Heimatland zu fliehen. Ich will für das Handwerk in einigen Jahren sagen können: „Wir haben unseren Beitrag geleistet.“ 105 Werkstätten stehen im NRW-Handwerk bereit für vorbereitende Maßnahmen, Praktika, betriebliche und überbetriebliche Qualifizierung. Fordern Sie uns!“, wandte sich der Kammer- und Landeshandwerkspräsident Ehlert direkt an Ministerpräsidentin Kraft.

Das Verhältnis zwischen Handwerk und Landeregierung bezeichnete der Kammerchef, der auch Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags ist, als „von wechselseitigem Vertrauen und Wertschätzung geprägt“. Dies belege auch der Umstand, dass neben der Ministerpräsidentin auch der NRW-Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Rainer Schmeltzer, in Nachfolge seines im vergangenen Jahr mit dem „Georg-Schulhoff-Preis“ der Kammer ausgezeichneten Amtsvorgängers, Guntram Schneider, am diesjährigen Herbstempfang teilnehme.

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Foto: der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf Andreas Ehlert und der neue Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Rainer Schmeltzer (Aufnahme: Christian Dick)

Ehlert würdigte ferner die im neuen Mittelstands-Förderungsgesetz verankerten Clearingverfahren als „maßgeblichen Schritt gegen Überregulierung und für den Bürokratieabbau“ und informierte über aktuelle Erfolge auf dem handwerklichen Ausbildungsmarkt – „trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen und eines verstärkten Trends zu Abitur und Studium. Wir haben Antworten gefunden, beide Qualifizierungswelten miteinander zu verbinden,“ bekundete Ehlert, der außerdem die Gelegenheit nutzte, den erneuten Vorstoß des DGB, eine Ausbildungs-Zwangsabgabe zu fordern, als „unsinnig und kontraproduktiv“ zu geißeln. Ehlert mahnte seinerseits eine bessere Versorgung der Berufskollegs mit Fachlehrern an. Es gehe hier „um nichts weniger als um die Funktionsfähigkeit der dualen Ausbildung.“ Deren Wert für Wachstum und Beschäftigung könne „kaum unterschätzt werden. Weil berufliche Bildung ein Wissen vermittelt, das anders als die reine Wissenschaft nicht abstrakt und zweckfrei ist, sondern auf konkrete Lösungen für die Praxis ausgerichtet. Und weil sie viele Menschen dazu befähigt, Autor ihres eigenen Lebens zu werden,“ so der Kammerchef, der seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, die neu eingerichtete Enquete-Kommission Handwerk im Landtag werde „zu profunden analytischen Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Berufsausbildungswesens im Lande“ führen.

Beide Redner belohnte starker Applaus der Gäste, unter ihnen ein Dutzend Bundestags- und Landtagsabgeordnete und zahlreiche Repräsentanten aus Ministerialverwaltung und Kommunen. Mit musikalischen Leckerbissen wusste das Bläser-Septett der Georg-Schulhoff-Realschule zu überzeugen.

 

Süßer Zuwachs in Kölner Zoo

 

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Foto: Mutter Marie mit ihren vier Erdmännchen-Babies (Aufnahme: Andrea Matzker)

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Bereits zum zweiten Mal hat die vierjährige Erdmännchenmutter Marie nun vier Junge auf einmal bekommen. Am 27. Januar kamen sie auf die Welt und dürfen nun ins Freigehege, wo sie sich bei der derzeit waltenden Kälte besonders gerne in ihren Körben unter der Wärmelampe aufhalten. Dort trinken sie dann bei der Mutter, kuscheln, spielen, tollen herum, naschen aber auch schon während der Fütterungszeiten bei den Erwachsenen mit. Auch sie bevorzugen Garnelen. Die Mutter wird beim Aufpassen auf die Kleinen von vielen Ammen unterstützt, zumal die Krähen ein Auge auf die Winzlinge werfen. Aber sobald einer dieser großen, schwarzen Riesen im Gehege auftaucht, geben die Aufpasser Laut und scharen sich um den Nachwuchs. Noch ist nicht bekannt, welchen Geschlechts sie sind, daher tragen sie noch keine Namen.

Es lohnt sich also auf jeden Fall, gerade jetzt, wo das Wetter allmählich frühlingshaft wird, wieder einmal den Kölner Zoo zu besuchen.

 

Handwerkskammer verleiht Goldenen Füllfederhalter und Georg-Schulhoff-Preis 2014

Autor: Christian Dick

Plakat Handwerk Weihnachten_klein

(Aufnahme: Christian Dick)

Plakat Junioren des Handwerks_klein

(Aufnahme: Christian Dick)

Die Handwerkskammer Düsseldorf zeichnete am 25. November 2014 den Chefredakteur des Focus Ulrich Reitz mit dem Goldenen Füllfederhalter aus. Bei anschließenden Herbstempfang der Handwerkskammer erhielt der Arbeits- und Sozialminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Georg-Schulhoff-Medaille.

Zum 15. Mal hat die Handwerkskammer Düsseldorf einen „Goldenen Füllfederhalter“ an einen herausragenden Publizisten vergeben. „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz nahm die Auszeichnung am Dienstag im Rahmen der Herbst-Vollversammlung der HWK aus den Händen von Präsident Andreas Ehlert entgegen. Mit dem Goldenen Füllfederhalter würdigt die Kammer Journalisten, die über einen längeren Zeitraum ein lebendiges, wertschätzendes, analytisch-kritisches, die tatsächliche Bedeutung des Wirtschaftssektors reflektierendes Bild vom Faktor Handwerk gezeichnet haben. Eine regelmäßige publizistische Beschäftigung mit Themen, Anliegen oder Rahmenbedingungen des Wirtschaftsbereichs, mindestens ein Jahrzehnt herausgehobenen journalistischen Wirkens, und eine wahrnehmbare Wirkung der Beiträge – im Sinne einer Einflussnahme auf das Meinungsklima über Handwerk und Mittelstand – sind weitere Voraussetzungen für die Ehrung.

Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert hob in seiner Laudatio insbesondere „die nachhaltige Auseinandersetzung von Ulrich Reitz mit einer nachlassenden Achtung für den beruflichen Bildungsweg in Deutschland“ hervor. „Warum soll ein studierter Philosoph etwas Besseres sein als ein Schreinermeister?“ Uli Reitz hat diese Frage zugespitzt so beantwortet: ‚Wenn eines meiner Kinder eine Lehre absolviert, dann ist es ein Bildungsverlierer.‘ Gerade in der – so Ehlert – „besonders wirksamen“ journalistischen Stilform des Kommentars fänden sich bei Reitz in dessen Zeit als Chefredakteur der Rheinischen Post (1997-2005) und der WAZ (2005-2014) „immer wieder solche kleinen, vom Mainstream des politischen und Meinungs-Betriebs abweichenden Randbemerkungen, die das bildungspolitische Erfordernis einer Gleichwertigkeit des dualen und akademischen Bildungswegs thematisieren.“ Darüber gehöre zu den „roten Fäden“ in Reitz´ Kommentierung das Beharren auf dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft als ordnungspolitischer Grundlegung der Republik, gepaart mit einem „christlich geprägten Gerechtigkeitssinn“, so der Laudator.

Ulrich Reitz erklärte in seiner Dankesreplik „Der Journalismus ist ein Handwerk. Voraussetzungen dafür sind Sorgfalt, ein kühler Kopf, eine souveräne Haltung und vielleicht ein bisschen Abgeklärtheit. All das sind auch die Tugenden des Handwerks.“ Dass der Journalismus ebenso wie Geschick braucht wie das Handwerk machte er an folgendem Beispiel deutlich „Der Focus ist fehlerfrei. Darüber würden sich viele Tageszeitungen freuen. Es ist so, dass heute alles immer schneller wird, immer zitteriger, es wird immer weniger geprüft, es wird immer weniger kuratiert.“ So müssen alles sorgfältig recherchiert und es müssen den Dingen auf den Grund gegangen werden. Die Regel im Journalismus laute „Nicht ohne zwei Quellen“, so Reitz. Er selbst habe sogar eine dritte Quelle als notwendige Bedingung für die Veröffentlichung einer Nachricht eingeführt. Mit Besorgnis erfüllt Ulrich Reitz die Tendenz, dass Journalisten meist nur noch Meldungen in den Computer und ins Internet eingeben, aber dass dabei die „Face-to-Face Communication“ verloren gehe. So. machten es Twitter und facebook möglich, Thesen zu vertreten, weil man jemandem dabei nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber sei. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich „Ich glaube, dass wir irgendwann eine Rückkehr dazu haben werden, auch die öffentlichen Meinungsbildung wieder als Handwerk zu begreifen.“ Darüber hinaus kritisierte Reitz die unveränderte Regierungspraktik in Bund und Land, den ausbildenden Mittelstand in Sonntagsreden zu preisen und werktags mit Regulierungsknüppeln zu blockieren.

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Foto: Ulrich Reitz und Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert (Aufnahme: Christian Dick).

Der Urkundentext:

„In anderthalb Jahrzehnten herausgehobenen publizistischen Wirkens als Chefredakteur der ‚Westdeutschen Allgemeinen Zeitung‘ und zuvor als Chefredakteur der ‚Rheinischen Post‘ hat Ulrich Reitz große Verdienste um die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung des Wirtschaftssektors Handwerk in Deutschland erworben. Zahlreiche Beiträge aus seiner Feder, überwiegend in der journalistischen Leitform des Kommentars, betonen den Stellenwert des Handwerks in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sowie handelnder Persönlichkeiten aus dem Wirtschaftsbereich, und stellen einen Zusammenhang zwischen persönlicher und unternehmerischer Freiheit und einer Verantwortungsethik heraus, wie sie den handwerklichen Mittelstand prägt. Wiederholt haben Artikel von Ulrich Reitz dazu beigetragen, das Meinungsklima zugunsten von Handwerk und Mittelstand zu beeinflussen. In Anerkennung und Würdigung dieser besonderen Verdienste wird Ulrich Reitz der ‚Goldene Füllfederhalter‘ der Handwerkskammer Düsseldorf verliehen.“

Düsseldorf, 25.11.2014;

Andreas Ehlert, Präsident; Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer  Weiterlesen

Sommerfest der Handwerkskammer Düsseldorf

 

ein Plkakat aus der Image-Kampagne des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages (Aufnahme: Christian Dick)

300 Gäste kamen am 13. Juni auf das Parkdeck der Düsseldorfer Handwerkskammer. Nach einigen Jahren Pause fand nun wieder das beliebte Sommerfest statt. Zwar hätten die Temperaturen noch etwas sommerlicher sein können, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Bei Köstlichkeiten vom Grill, einer reichhaltigen Salatauswahl und einem Glas Altbier konnte man sich in lockerer Atmosphäre austauschen. Höhepunkt des Abends war das Public Viewing anlässlich des Fußball-EM-Spiels Deutschland gegen die Niederlande, bei dem die Spannung kaum zu überbieten war.

Und weil der Fußball in diesen Tagen alles beherrscht fand auch ein Torwand-Schießen statt:

Foto: Verkehrs- und Bauminister Harry Voigstberger zeigte, dass er sportlich ist. (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Auch Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff ließ es sich nicht nehmen, seine Künste unter Beweis zu stellen. (Aufnahme: Christian Dick)

Somit war dieser Abend wirklich ein runde Sache!

Auch die politische Prominenz machte bei dem Sommerfest ihre Aufwartung. So unter anderem die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), Verkehrs- und Bauminister Harry Voigstberger und Regierungspräsidentin Anne Lütkes.

Foto: Ministerin Sylvia Löhrmann und Regierungspräsidentin Anne Lütkes (Aufnahme: Christian Dick)

In guter Stimmung waren auch Handwerkskammer-Präsident Professor Wolfgang Schulhoff und sein Vorgänger (1985 bis 2002) Hans-Heinz Hauser.

Foto: Wolfgang Schulhoff (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Hans-Heinz Hauser (Aufnahme: Christian Dick)

Ein immer wieder gern gesehener Gast bei der Handwerkskammer ist schließlich Verkehrs- und Bauminister Harry Voigstberger (siehe Foto).

Foto: Harry Voigstberger und Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf (Aufnahme: Christian Dick)

Zum Schluss sei nach darauf hingewiesen, dass sich vom 30. Juni bis 1. Juli das Kunsthandwerk auf dem Parkdeck der Handwerkskammer präsentieren wird:

(Aufnahme: Christian Dick)

100 Jahre Mai-Bau

 Autor: Christian Dick

Foto: Wolfgang Eiker und Rolfgeorg Jülich mit Dr. Axel Fuhrmann, der im Namen der Handwerkskammer eine Urkunde überreichte. (Aufnahme: Hans-Peter Suchand)

Foto: Wolfgang und Karin Clement (Aufnahme: RK)

In einhundert Jahren verlief die Geschichte der Welt in dynamischer Weise. In den vergangenen einhundert Jahren gab es sehr viel einschneidenden Ereignisse, darunter äußerst erschütternde, wie die beiden Weltkriege, aber sehr freudige Ereignisse, wie das deutsche Wirtschaftswunder. Technologisch gesehen hat sich in den vergangenen einhundert Jahren die Welt in geradezu rasantem Tempo entwickelt. 1928 wurde in Berlin einem ganz kleinen Kreis die erste Fernsehübertragung vorgeführt, im Jahre 1955 machte man sich Gedanken über ein weltweit einheitliches Farbfernsehsystem. Im Bereich der Telefonie verlief die Entwicklung ebenfalls rasant. Heute kommt kaum noch jemand ohne ein Mobiltelefon aus. Und das Internet hat die Welt revolutioniert. In der Wirtschaft verlagerte sich die Konzentration auf die eigene nationale Wirtschaft seit den 1950er Jahren mit der Gründung der EWG im Jahre 1957 immer mehr in Richtung Abschaffung von Handelsbarrieren und freier Märkte. Heute wird nur in globalen Dimensionen gedacht. Internationale Konzerne denken bei der Wahl ihres Standorts zumeist daran, wo das Lohnniveau am günstigsten und die Rendite am höchsten für sie sind. Mittelständischen Unternehmen kommt in der heutigen Zeit ein ganz besonders hoher Stellenwert zu. Denn sie sind der Stadt bzw. der Region, in der sie tätig sind, langfristig treu und sichern dadurch die meisten Arbeitsplätze in Deutschland.

Ein Beispiel für ein erfolgreich agierendes, äußerst solide aufgestelltes mittelständisches Unternehmen ist die Firma Heinrich Mai & Sohn GmbH in Düsseldorf. Diese kann nun auf einhundert Jahre ihrer Unternehmensgeschichte zurückblicken. Und die Bilanz kann sich wirklich sehen lassen. Vor dem Lebenswerk des Unternehmensgründers Heinrich Mai muss man großen Respekt haben. Ursprünglich studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie. Im Jahre 1912 gründete der gelernte Stukkateurmeister einen Betrieb, der sich auf Stuck spezialisierte. Und diesem Herzstück des Betriebes ist das Familienunternehmen, das nunmehr den Übergang in die Hände der vierten Generation  vorbereitet, bis heute verbunden geblieben. Auch heute noch legt die Firma großen Wert auf filigranes Handwerk und ästhetische Arbeit, gleichzeitig denkt man jedoch in Bezug auf den Bausektor in innovativen Kategorien. Und aus diesem Grunde bietet die Firma Heinrich Mai & Sohn GmbH heute auch ein modernes Gebäudesystem an, dazu gehören Putzarbeiten, Trockenbauarbeiten, Malerarbeiten, Estrich und Bodenbeläge sowie Fassadentechnik und energetisches Bauen. Heute kann das Unternehmen mit Stolz darauf verweisen, dass es sehr viele Sakral- und Prachtbauten, darunter zum Beispiel das Schloss in Düsseldorf-Benrath oder die Düsseldorfer Tonhalle, restauriert hat. Viele Bank- und Versicherungsgebäude, zum Beispiel der Sitzungssaal der Deutschen Bank, namhafte Hotels, Warenhäuser und U-Bahnhöfe erstrahlen heute dank der Heinrich Mai & Sohn GmbH in neuem Glanz. Die Sparte Facility Management firmiert heute unter dem Namen Mai Baumanagement GmbH.

Am 3. Februar fand im Böhler Kesselhaus in Meerbusch ein Festakt anlässlich des 100jährigen Firmenjubiläums statt.

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Neujahrsempfang der IHK Wuppertal – Bernd Raffelhüschen über die abnehmende und alternde Gesellschaft

 

Foto: IHK-Präsident Friedhelm Sträter und Schulministerin Sylvia Löhrmann (Aufnahme: Uwe Schinkel)

Mit einer großen Überraschung wartete die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, am 11. Januar 2012 beim Neujahrsempfang der IHK Wuppertal auf. Sie verlieh Friedhelm Sträter, der seit vielen Jahren als IHK-Präsident wie ein Löwe für die Belange der bergischen Wirtschaft kämpft, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse, auch Bundesverdienstkreuz genannt. „Ich habe Friedhelm Sträter als besondere Persönlichkeit des Bergischen Landes mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Dies war mir eine besondere Freude, weil man mit ihm ehrlich streiten und sich gegenseitig trotzdem schätzen kann. Herr Sträter ist ein Lobbyist im besten Sinne, weil er offen und mit Augenmaß für berechtigte Anliegen streitet. Dabei beschränkt er sein Engagement nicht nur auf Wirtschaftspolitik im engeren Sinne, sondern sieht zum Beispiel den wichtigen Zusammenhang von Wirtschafts- und Bildungspolitik. Obwohl er aneckt, zieht er besondere Glaubwürdigkeit aus folgendem Prinzip: wofür er streitet, das setzt er vor Ort um. Als Beispiel möchte ich den Wissenschaftstransfer, die Kooperation der Wirtschaft mit der bergischen Universität nennen. Er ist ein Bergischer, wie er im Buche steht“, hob Sylvia Löhrmann hervor.

In seiner Begrüßungsrede verwies Friedhelm Sträter auf die sehr positive Wirtschaftlage im Jahre 2011, gab aber auch zu bedenken, dass für das Jahr 2012 die Prognosen schlechter sind. Mit Nachdruck machte er sich für eine Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit Wuppertals, Solingens und Remscheids stark. In der Region müssten vor allem neue Flächen entwickelt werden, hob Sträter weiterhin hervor. Das geplante Desinger Outlet Center in Remscheid fand ebenso die Unterstützung des IHK-Präsidenten. Gleichzeitig müsse jedoch auch etwas für die Innenstädte getan werden, fügt er hinzu.

Foto: Professor Dr. Bernd Raffelhüschen bei seinem Festvortrag (Aufnahme: Uwe Schinkel)

Festredner war Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, der an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg Direktor des Instituts für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft ist und darüber hinaus einen Lehrauftrag an der Universität Bergen in Norwegen hat. Mit dem vorgegebenen Thema „Demographie, Wirtschaft und Soziales – ein Tour d’Horizon“ stand er auf Grund der hohen Komplexität eigentlich vor einer Herkulesaufgabe, denn dieses Thema gibt den Stoff von mindestens einem Hochschulsemester her. Bernd Raffelhüschen meisterte die ihm gestellte Aufgabe jedoch hervorragend und hatte sogar mehrfach die Lacher der rund 800 Gäste in der Historischen Stadthalle in Wuppertal auf seiner Seite. Sofort hatte er das gesamte Auditorium in seinem Bann als er es damit konfrontierte, dass die Hälfte des Publikums im Saal den geburtenstarken Jahrgängen angehöre und dafür verantwortlich sei, dass heute zu wenig Kinder geboren würden. Eine so niedrige Geburtenrate wie heute, so Raffelhüschen, habe es in den Jahren 1944, 1945 und 1946 ebenfalls gegeben. Von der Geburtenrate her gesehen, befände sich Deutschland heute wieder in der Zeit der Bombennächte und Nachkriegsjahre, als nicht genügend Männer dagewesen seien. Raffelhüschen ging auf die Alterspyramide ein, machte aber anhand mehrerer Graphiken klar, dass das was man sich gemeinhin als Pyramide vorstellt, heute eher eine Pilzform angenommen hat. Die Folge: Die Bevölkerung nimmt stetig ab und wird gleichzeitig immer älter. Laut Raffelhüschen sind die Konsequenzen, die diese Entwicklung, im Jahre 2030 haben wird, im Jahre 2012 schon nicht abwendbar. Im Jahre 2030 wird ein Arbeitnehmer für die Rente zweier Rentner arbeiten müssen. Hierdurch, so Raffelhüschen, ist dann auch der Arbeitsmarkt betroffen. In Zukunft werde jeder auf dem Arbeitsmarkt gebraucht und ohne Zuwanderung könne es gar nicht funktionieren. Laut Statischem Bundesamt sei Deutschland auf eine jährliche Zuwanderung von 150.000 Menschen angewiesen. Tatsächlich verzeichne Deutschland aber eine Abwanderung von jährlich 15.000 Menschen. Der Arbeitsmarkt der Zukunft sieht laut Raffelhüschen demzufolge internationaler aus. Auch femininer müsse der Arbeitsmarkt werden, Frauen seien heute zu wenig berufstätig und auf ihre Arbeitskraft könne man in Zukunft nicht mehr verzichten. Außerdem seien ältere Arbeitnehmer wichtig.

Ein Paradoxon erwähnte Raffelhüschen. Deutschland habe eine so gute Arbeitsmarktlage, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Und konjunkturell befinde sich das Land in einem Boom. Trotzdem gebe es nun Ängste, dass es zu einem Abschwung komme. In der Wirtschaft sei es immer so, dass einem konjunkturellen Hoch ein Tief folge. Und man wisse durch die Bibel schon seit mehr als 2000 Jahren, dass sieben fetten Jahren sieben magere Jahre folgen. Raffelhüschen warb deshalb für eine optimistischere Grundhaltung.

Autor: Christian Dick