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Düsseldorfs Abgründe bergen archäologische Überraschungen in sich

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Foto: Illustratorin Isabella Roth und  Michael Brockerhoff, Autor des Buchs „Die Stadt der Ringe“ (Aufnahme: Christian Dick)

Autoren: Christian Dick und Dr. Ulrich Bossier

„Das Leben ist eine Baustelle“- diesen Filmtitel könnte man auf Düsseldorf bezogen geradezu wörtlich nehmen. So lästig Baumaßnahmen für die Düsseldorfer oft auch erscheinen mögen, genauso groß kann der Gewinn an Erkenntnissen sein, der daraus gewonnen wird. Und wer hätte das gedacht? Nicht nur die etwas weiter südlich am Rhein gelegene Nachbarstadt, auch für die Stadt Düsseldorf haben Ringe eine besondere Bedeutung. Warum das so ist, das wussten viele Düsseldorfer, die nicht so sehr mit der Archäologie der Stadt vertraut waren, bisher noch nicht. Bei Bauarbeiten in der Düsseldorfer Altstadt kann man feststellen, dass das Eintauchen in die Düsseldorfer Abgründe durchaus dazu führen kann, die Historie der Stadt noch tiefer zu ergründen und nicht selten überraschende Einblicke zu gewinnen, die zuvor im Verborgenen lagen. Dies war beispielsweise im Rahmen des  U-Bahn-Baus in den 1980er Jahren und von 2008 bis 2016 der Fall. Ebenso war es beim Ausbaggern des Andreasquartiers im Herzen der Altstadt. Und der Bau des Rheinufertunnels von 1990 bis 1993 führte ebenfalls zur Gewinnung neuen Wissens, das bis dato im Dunkeln lag.

Eine Darstellung von Archäologie und Forschungsbefunden im Zuge von Grabungen in Düsseldorf, die Aufschluss über die Historie der Stadt geben – das hört sich zunächst nach eintöniger Wissenschaft und gähnender Langeweile an.  Einen Überblick ganz anderer Art, der diese Thematik so vermittelt, dass man sich mal eben zwischendurch, beispielsweise in einer Pause vom Arbeitsalltag oder auch bei einer Fahrt mit der Straßenbahn damit beschäftigen  kann, ein Überblick, der noch dazu außerordentlich farbenfroh daher kommt, ist nun im Kölner Greven Verlag „Die Stadt der Ringe – Düsseldorfs Geschichte neu ausgegraben“  erschienen. Der frühere Redakteur der Rheinischen Post Michael Brockerhoff, der jahrelang in der Lokalredaktion in Düsseldorf für das Thema Stadtgeschichte zuständig war und dadurch wie kein anderer dafür prädestiniert ist, den Leserinnen und Lesern einen solchen Stoff nahe zu bringen. Und dies noch dazu in einer so spannenden Form, die einen nicht mehr los lässt, denn das Buch wartet mit vielen Überraschungen. Nach Vertiefung in dieses Buch, erscheint Düsseldorf dem Leser in ganz neuen Licht. Es wird in evidenter Weise vor Augen geführt, welche baulichen Schätze die Stadt birgt, wieviel Charme sie zum Beispiel während der Zeit Jan Wellems hatte, wie sich die Stadt bis in die heutige Zeit entwickelt hat und was heute den Reiz der Stadt ausmacht: Urige Atmosphäre an den historisch bedeutsamen Plätzen und Gebäuden in der Altstadt, wie etwa im Rosengarten hinter dem Stadtmuseum, in der Andreaskirche oder im Maxhaus in der Schulstraße, dem früheren Franziskanerkloster, gibt es genauso wie den hochmodernen Kö-Bogen.  Über sämtliche archäologischen Funde, die im Rahmen der zuvor genannten Bauprojekte zutage traten, und über deren Erforschung gibt diees Buch Auskunft. Brockerhoff hat das Umgraben an den verschiedenen Stellen im Herzen Düsseldorf in den vergangenen 30 Jahren intensiv verfolgt und war dabei nah an den Menschen, die unmittelbar hiermit beschäftigt waren. Er hat das Buch in Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Nähe mit Forschern ausgefeilt. Das nun erschienene Endergebnis besticht insbesondere dadurch, dass es sich um ein Erzählbuch handelt, das Düsseldorf bildhaft beschreit und klar wie pittoresk das Stadtbild Düsseldorfs zur Zeit Jan Wellems war und welche schönen Oasen es noch heutige im Großstadtgetümmel gibt. Das Buch zeichent sich durch eine sehr plastische, lebendige und äußerst kurzweilige Darstellungsweise aus. Es eignet sich zum Beispiel hervorragend dazu, sich auf eigene Faust auf Entdeckungstour zu den im Buch näher unter die Lupe genommenen Orten und Bauwerken der Stadt zu begeben. Wie die Teile eines Puzzles kann man alle in dem Buch beschriebenen Orte, bei Ausgrabungen entdeckte Teile der Stadtmauer und Bauwerke einzeln nacheinander inspizieren, so dass sich am Ende ein eindrucksvolles Gesamtbild ergibt. Dabei werden selbst eingefleischte Düsseldorfer noch zum Staunen gebracht. Der Autor präsentiert verblüffende, bis dato wenig geläufige Einzelheiten, wobei ihn dieselbe Neugier und derselbe Tatendrang beim Aufspüren von neuen Aspekten anspornt, wie dies auch bei den Archäologen bei deren Forschung der Fall war.

Die archäologischen Ausgrabungen sind ein Indiz für das Wachstum der Stadt und bringen neues Licht in die Vorgeschichte von Düsseldorf, die bislang größtenteils im Verborgenen war. Sensationell sind die Belege dafür, dass die Stadt ihren Ursprung in einer  germanischen Siedlung hat: Zum ersten Mal wurde nachgewiesen, dass seit 2000 Jahren Menschen an der Düsselmündung leben. Ausgehend hiervon vollzieht sich die Entwicklung angefangen vom Dorf an der Düssel und dem sehr kleinen Gemeindegebiet nach der Stadterhebung bis hin zur noblen Residenzstadt, die dem höfischen Leben Jan Wellems zur Repräsentation diente und die die Wurzeln für die heutige Modestadt Düsseldorf gelegt hat: Düsseldorfs Stadtgebiet wurde nach und nach immer größer. Jede Periode der Ausdehnung des Stadtgebiets wurde mit einem Mauerring abgesichert. Daher kann man Düsseldorf mit Fug und Recht als eine „Stadt der Ringe“ bezeichnen. Es macht große Freude, der lebendigen Reportage des Autors darüber zu folgen, wie Archäologen auf diese Ringe gestoßen sind, und wie er beschreibt, welche Geschichte diese Mauern über all die Jahrhunderte hinweg erzählen können.

Abgerundet wird das Buch nicht etwa durch Fotos, sondern vielmehr durch farbige Zeichnungen, die diesem Werk einen Hauch von Poesie verleihen. Mit ihren freudig stimmenden Illustrationen visualisiert Isabella Roth die imposanten Befestigungsanlagen – wie etwa die Zitadelle, die sich in der Citadellstraße bei der Maxkirche befand –  in Karten. Sie führt durch Zeichnungen ausgewählter Plätze und Gebäude vor Augen, welches Gesicht Düsseldorf früher hatte. Das Zusammenspiel von Bild und Wort in dem Buch „Die Stadt der Ringe“ ist hervorragend gelungen, so dass es eine sehr abwechslungsreiche und schnell lesbare Lektüre ist.

Durch die Festungsringe hat sich der Grüne Ring Düsseldorfs vom Hofgarten über die Königsallee zum Spee’schen Graben und damit das Renommee Düsseldorfs als Gartenstadt herausgebildet. Dieser Prozess wird ebenfalls auf Basis archäologischer Spuren begreifbar, was bei einem von Michael Brockerhoff  angeregten und von Isabella Roth in fröhlichen Farben illustrierten Spaziergangs zu einem ganz besonderen Erlebnis werden kann. Nicht mindert interessant sind Teile der Mauerringe, die bis heute erhalten geblieben und besichtigt werden können. Diese historischen Zeugnisse machen Düsseldorf  zu einem regelrechten Freilichtmuseum  – was bei  dem heutigen Bild der Altstadt als Viertel zum Feiern oft in den Hintergrund gerät.

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Autoren:

Michael Brockerhoff (geb. 1951) war bis 2014 Redakteur bei der Rheinischen Post. Ein Schwerpunkt seiner journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit sind die Stadtplanung und -entwicklung sowie die Geschichte seiner Heimatstadt Düsseldorf.

Isabella Roth (geb. 1967) ist seit ihrem Abschluss an der Hochschule der Künste in Berlin als Illustratorin für Verlage und Werbeagenturen tätig. Nach Stationen in Hamburg, München, Paris und London lebt die überzeugte Wahl-Rheinländerin in Düsseldorf.

Angaben zum Buch:

Die Stadt der Ringe

Düsseldorfs Geschichte neu ausgegraben

Michael Brockerhoff (Text), Isabella Roth (Illustrationen)

96 Seiten mit 24 farbigen Illustrationen

Gebunden mit Schutzumschlag, 16,7 x 24 cm

Greven Verlag

ISBN 978-3-7743-0668-4

18,90 Euro

Fesselnde Darstellung der Geschichte Kölns

Buchtipp von Christian Dick

Die Geschichte Kölns ist voller Spannung und Faszination, die Stadt ist ein Kleinod europäischer Kultur. Im Jahre 2015 wurde im Kölner Greven Verlag ein Buch der Autoren Barbara und Christoph Driessen mit dem Titel „Köln. Eine Geschichte“ herausgegeben. Dieses Buch lässt einen nicht mehr los, wenn man es einmal in den Händen hält. Die 2000jährige Geschichte Kölns wird in diesem sehr abwechslungsreich und lebendig dargestellt. Was die Autoren hier mit Worten beschreiben ist sehr gut fassbar und berührt das Herz. Der Leser wird aber auch ein vielen Stellen neue Erkenntnisse gewinnen und staunen. Wo stehen die ältesten Kölner Bäume? Welche  Süßigkeiten naschten Kinder im römischen Köln? Warum gab es im Mittelalter ein Stück Köln im  Herzen von London? Und welcher Kölner stellte schon im 19. Jahrhundert die Weichen für die Fast-food-Restaurants von heute? Besonders schön an diesem Buch sind die vielen historischen Bilder, die eindrucksvoll die reichhaltige Kölner Kultur und das Kölner Lebensgefühl visualisieren.

Mit 280 ist dieses Buch über dieses Buch über die Kölner Geschichte nicht zu lang geraden, die Darstellung ist kompakt. Im Gegensatz vielen anderen Werken, die sich bisher mit der Geschichte Kölns befasst haben, ist die Perspektive, die die Autoren eingenommen haben, bemerkenswert. Das Augenmerk gilt nie ausschließlich Köln, die Einbeziehung des Kontexts der internationalen Beziehungen Kölns ist ein Schwerpunkt dieses Buches. Die Autoren stellen Köln als europäische Metropole, deren weltweite Anziehungskraft seit vielen Epochen ausstrahlt und die umgekehrt ein deutliche interkulturelle Prägung, auch durch weit entfernte Gesellschaften hat. Ein roter Faden zieht sich von der kosmopolitischen Kolonie der Mutter Neros bis zur heutigen Vielvölkerstadt mit mehr als 180 Nationalitäten und 150 Religionen. Eine einzigartige Hommage an eine viel geliebte Stadt.

Dr. Barbara und Dr. Christoph Driessen, geb. 1972 und 1967, waren viele Jahre lang Auslandskorrespondenten. Seit 2006 sind sie in Köln ansässig: Barbara Driessen arbeitet als freie Journalistin, Christoph Driessen leitet das Kölner Büro der Deutschen Presse- Agentur dpa. Beide haben mehrere Bücher verfasst, darunter Rembrandt und die Frauen, Geschichte der Niederlande – Von der Seemacht zum Trendland und Menschen im Kölner Dom (Greven Verlag Köln).

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Barbara und Christoph Driessen

Köln. Eine Geschichte

Vom Urwald zur Millionenstadt

280 Seiten

16,7 × 24 cm

35 farbige Abbildungen

Gebunden mit Schutzumschlag

24.90 Euro

978-3-7743-0653-0

Brot ist ein Stück Lebenskultur

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Foto: Altstadt-Bäcker Josef Hinkel in der Backstube (Copyright Michael Luebke, zu Verfügung gestellt vom Droste Verlag)

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Buch-Tipp von Christian Dick

Besonders gilt dies für die verschiedenen Regionen in Deutschland, die allesamt eine immense Vielfalt an Brotsorten haben. Mehr als 300 verschiedene Brotsorten gibt es in Deutschland. Dies ist weltweit ein Alleinstellungsmerkmal, um die viele Menschen aus anderen Ländern die Deutschen beneiden. Jedes Jahr berechnet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Zahlenwerte für den deutschen Brotmarkt. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass die privaten Haushalte in Deutschland im Jahre 2014 rund 1.832.000 Tonnen Brot gekauft haben. Durchschnittlich wurden in Deutschland im Jahre 2014 46,3 kg Brot je Käuferhaushalt eingekauft.

Der bekannte Düsseldorfer Bäckermeister Josef Hinkel aus der Altstadt, der in der Session 2008 Karnevalsprinz war und von 2011 bis zum Frühjahr 2015 Präsident des Comitee Düsseldorfer Carneval e. V., ist dafür bekannt, dass er sich sehr für das soziale Leben in der Stadt einsetzt und christliche Nächstenliebe bei ihm groß geschrieben wird. So können sich die Obdachlosen in Düsseldorf jeden Tag bei ihm Brot vom Vortag abholen.

Seine „Bäckerei der Brotfreunde“, wie er seinen Betrieb mit 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ebenfalls tituliert, existiert seit 1891. Nun hat Josef Hinkel etwas gemacht, was äußerst selten in der Zunft der Handwerksbäcker ist. Er gibt seine Rezepte in dem Buch „Das Grosse Hinkel Brotbackbuch“, das im Herbst 2015 im Droste Verlag in Düsseldorf erschienen ist, preis. Hier seien nur einige der originellen Brote erwähnt: Kartäuserbrot, Innsbrucker Roggenloab, Vinschgauer, Hinkel-Dinkel, Weinstock, Senfkrustenbrot und vieles mehr.

Josef Hinkel übernahm 1988 die „Bäckerei der Brotfreunde“ von seinem Vater und ist nicht erst seitdem Brotbäcker mit Leib und Seele. Er selbst bevorzugt das herzhaft, rustikal gebackene Brot. Für die Düsseldorfer Bäcker (HWBD) ist Josef Hinkel der letzte Obermeister der Bäckerinnung Düsseldorf und seit der Fusion zur Bäckerinnung Rhein/Ruhr Reg. Obermeister der Handwerksbäcker Düsseldorf.

In einem Artikel des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) aus dem Jahre 2011 werden die Mitarbeiter der Bäckerei Hinkel als äußerst kreativ beschrieben, was auch durch den Chef nachhaltig gefördert wird. Die Folge ist, dass die Ideen nur so sprudeln und kontinuierlich neue Kreationen das ohnehin schon reiche Spektrum an 350 Produkten „vom Streuselkuchen über das Weizenmischbrot „Korkenzieher“ bis hin zum Spargelbrot“ in bestimmten Zeitintervallen noch mehr erweitert. Im Jahre 2011 betrug der Jahresumsatz der Bäckerei Hinkel 4,5 Mio. Euro, 2,7 Tonnen Mehl wurden pro Tag verbraucht und im Sommerhalbjahr 2011 gab es 60 Brotsorten, erklärt das oben genannte Institut.

Angaben zum Buch:

ISBN 978-3-7700-1541-2

160 Seiten, Hardcover

Preis: 24,99 €

Äußerst fesselndes und bewegendes Glaubenszeugnis

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Buchrezension von Christian Dick

Wenn man das Buch „GOTT ODER NICHTS“ einmal in den Händen hat, lässt es einen nicht mehr los. Robert Kardinal Sarah aus Guinea, der 1945 geboren wurde, stand sein ganzes Leben lang für seinen Glauben ein. Und das unter Gefahr für Leib und Leben. Wenn man das Buch liest, das in Form eines Interviews  wiedergegeben ist, welches  Nicolas Diat mit dem Kardinal geführt  hat, kommt  man zu der Feststellung, dass man es hier mit einem religiösen „Überzeugungstäter“ zu tun hat, der sein ganzes Leben auf einem unerschütterlichen Glauben gründet, der in seiner Kindheit durch Spiritaner-Pater in seinem Heimatort entscheidend geprägt worden ist. Auf Grund seines  Glaubens kann man Kardinal Sarah, der mit 34 Jahren zum Erzbischof von Conakry geweiht wurde und jüngster Erzbischof der Welt war, mit Fug und Recht als einen Fels in der Brandung in den stürmischen Zeiten bezeichnen, in denen das Schiff Weltkirche heute ist.

Außer profunden Einsichten in seinen Glauben analysiert Kardinal Sarah aktuelle Themen. Ebenso beschreibt er wie die Päpste von Pius XII. bis hin zu Franziskus sein Leben beeinflusst haben.

Während der Familiensynode im Oktober 2015 war Robert Kardinal Sarah Wortführer der afrikanischen römisch-katholischen Bischöfe und machte deutlich, dass sich die afrikanischen Bischöfe nichts vom Westen überstülpen lassen wollen und stellte fest . „Ob man uns zuhört oder nicht, wir werden sprechen.“ Sarah sagte dem französischen Magazin „Famille Chretienne“: „Warum sollten wir denken, dass nur die westliche Sicht des Menschen, der Welt, der Gesellschaft gut, richtig und universal ist?“ Zum Richtungsstreit im Vorfeld der Familiensynode hat er erklärt: „Wenn die Kirche aufhört, das Evangelium zu verkünden, ist sie am Ende. Sie kann es mit den Mitteln von heute tun, aber in Festigkeit.“ Ein theologisches Thesenpapier des Symposiums der katholischen Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) im Vorfeld der Familiensynode macht deutlich, dass hier Protest gegen die Dominanz des westlichen Länder in der katholischen Kirche t erhoben wird.. Das Dokument des gesamtafrikanischen Bischofsrates trägt die Ortsmarke Accra/Ghana und das Datum 14. September. Es wurde von der Familiensynode den 50 afrikanischen Bischöfen als Grundlage gegeben, die den Kontinent bei der Vatikan-Synode gegen westlichen „Neokolonialismus“ verteidigen sollen, wie es Kardinal Robert Sarah kürzlich ausdrückte.

In seinem Vorwort zu diesem Buch schreibt Erzbischof Georg Gänswein „Es ist die Radikalität des Evangeliums, die dieses Buch inspiriert, die Radikalität, die schon viele Glaubenszeugen bewegt und angetrieben hat, die Radikalität einer unausweichlichen Entscheidung, vor der letztlich jeder einzelne Mensch steht, wenn er früher oder später in seinem Leben, den Ruf Christi hört, ihn ernst nimmt, ihm nicht länger ausweichen will und endlich darauf antworten muss. Dann versteht er, dass seine ganze menschliche Existenz auf diese eine Frage zuläuft:“ Gott oder nichts!“

Papst emeritus Benedikt XVI. hat in einem Brief an Robert Kardinal Sarah geschrieben:

„Ich habe ‚Gott oder Nichts‘ mit großem geistigen Gewinn, Freude und Dankbarkeit gelesen. Ihr Zeugnis für die Kirche in Afrika, Ihr Leiden während der Zeit des Marxismus und das ganze geistige Leben bewegt und hat große Bedeutung für die Kirche, die im Westen ein wenig ermüdet ist. Alles, was Sie geschrieben haben in Bezug auf die zentrale Bedeutung Gottes, die Feier der Liturgie und das sittliche Leben der Christen ist drängend und tiefgründig. Ihre mutigen Antworten auf die Probleme der neuen Gender-Theorie (über das angebliche Wesen der Geschlechter) klären in einer nebulösen Welt eine fundamentale Frage der menschlichen Existenz.“

 

Robert Sarah wurde am 23. September 2009 durch Papst Benedikt XVI. zum Mitglied der Zweiten Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika (4. bis 25. Oktober 2009) berufen Am 7. Oktober 2010 ernannte ihn Benedikt XVI. als Nachfolger von Paul Josef Cordes zum Präsidenten des Päpstlichen Rates „Cor Unum“. Am 23. November 2014 ernannte Papst Franziskus Robert Sarah zum Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.

Durch die Lektüre des Buches wird klar, dass Robert Kardinal Sarah auf jeden Fall „papabile“ wäre. Von seinem Alter her wäre dies durchaus möglich. Man darf also gespannt sein, was Gott in Zukunft noch mit Robert Sarahs vorhat.

Robert Kardinal Sarah & Nicolas Diat:

Gott oder Nichts

Ein Gespräch über Glauben

fe-Medienverlags GmbH

(übersetzt von Katrin Krips-Schmidt & Claudia Reimüller)

ISBN: 978-3-86357-133-7

17,80 €

Der Rheinische Kardinal

Buch-Rezension von Christian Dick

 

Gruppe mit Buchautor Friedhelm Ruf_klein

Foto: von links nach rechts zu sehen: Monsignore Wilfried Korfmacher, Pfarrvikar Neuss-Mitte, der Kardinal Frings während seines Studiums persönlich kennengelernt hat, Bernd Ramakers, Präsident der Josef Kardinal Frings-Gesellschaft, Maria Meyen aus der Josef Kardinal Frings-Gesellschaft, die ein Interview mit dem Buchautor führte, Buchautor Friedhelm Ruf, im Hintergrund Thomas Nickel, Bürgermeisterkandidat der CDU, und vorne der Kabarettist Konrad Beikircher, der das Buch vorgestellt hat (Aufnahme: Christian Dick).  Die Personen stehen vor einem Gemälde von Kardinal Frings, das der Josef-Kardinal-Frings-Gesellschaft gehört.

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Foto: Gemälde von Kardinal Frings (Aufnahme: Christian Dick)

Es kommt im Erzbistum Köln nur sehr selten vor, dass ein Geistlicher, der im Erzbistum Köln geboren wurde, dort Erzbischof wird. Nach dem Ende der Amtszeit von Kardinal Josef Frings im Jahre 1969 hat es 45 Jahre gedauert, bis im September 2014 wieder ein Eigengewächs des Erzbistums Köln, der gebürtige Kölner Rainer Maria Kardinal Woelki, auf den Stuhl des Kölner Erzbischof gekommen ist.

Noch 36 Jahre nach dem Tode von Kardinal Josef Frings im Jahre 1978 ist dieser bedeutende Kölner Bischof, der Kirchengeschichte geschrieben hat, nicht nur in Neuss, wo er 1887 im Schatten der Basilika St. Quirin geboren ist, sondern weit darüber hinaus, in aller Munde. Denn Kardinal Frings war eine starke Persönlichkeit, die Rückgrat hatte und wahrlich nicht auf den Mund gefallen war, er nannte die Dinge beim Namen und sprach dadurch den Menschen aus der Seele. Und gerade die Tatsache, dass dieser Kardinal bei allen Pflichten und Bürden, die sein Amt mit sich brachte, vor allem immer Mensch geblieben ist, wird in dem neuen Buch „Der Rheinische Kardinal“, das Autor Friedhelm Ruf im Auftrag der Neusser Kardinal-Frings-Gesellschaft im Laufe von zwei Jahren abgefasst hat, besonders stark akzentuiert. Erschienen ist das Buch im Bachem Verlag in Köln.

Während des Nationalsozialismus machte sich Josef Frings als Vorkämpfer für seine Kirche einen großen Namen und erwies sich in der Nachkriegszeit durch sein diplomatisches Fingerspitzengefühl und seinen brillanten politischen Sachverstand als großer Glücksfall für das Land bei den Verhandlungen mit den Besatzungsmächten. Besonders interessant ist, dass Kardinal Frings sich geradezu als Volkes Stimme verstand, wenn er immer wieder mit seinen ausgefeilten Worten die Dinge messerscharf auf den Punkt brachte. Besonders deutlich wurde dies in seiner legendären Silversterpredigt im Jahre 1946 als er unter anderem sagte „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“ Durch diese Predigt wurde sein Name im Erzbistum Köln zum einem bis in die heutige Zeit markanten Inbegriff für den Kampf gegen Armut. Das legendäre „Fringsen“ steht für das Beschaffen von Kohle, notfalls auch durch Klauen, im eisigen Nachkriegswinter 1946/47.

„Santo subito!“

Vorgestellt wurde das Buch am 4. September im überfüllten Neusser Zeughaus von dem Kabarettisten Konrad Beikircher, der sich dadurch auszeichnet, dass bei ihm, trotz seiner Südtiroler Herkunft, wenn er Kölsch spricht, seine ursprünglichen Wurzeln nicht mehr erkennbar sind und er als exzellenter Rheinländer durchgeht. Dies machte seine pointierte und humorvolle Präsentation des Buches „Der Rheinische Kardinal“ zu einem wahren Hochgenuss für das Auditorium. In Abwandlung des lateinischen Satzes Ceterum autem censeo Carthaginem esse delendam (Deutsch: ‘Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss‘) forderte Beikircher mit den Worten „Ceterum autem censeo Josephum Cardinalem Frings esse canonizatam“ die sofortige Heiligsprechung von Kardinal Frings. Ebenso wie man dem Buch anmerkt, dass der Autor Friedhelm Ruf dieses Buch mit viel Herzblut und Empathie geschrieben hat, so merkte man auch in dem Vortrag von Konrad Beikircher die Leidenschaft und die Begeisterung in Bezug auf die Person von Kardinal Frings. Beikircher erklärte, Frings habe immer in erster Linie ein Seelsorger, ein „Leutepriester“ sein wollen – und dies bewundere er so sehr an ihm. Beikircher zitierte folgende Worte von Kardinal Frings, die dessen Lebensphilosophie eindrucksvoll wiedergeben „Ich will Leutepriester werden und für die Menschen und deren wahres zeitliches und ewiges Wohl da sein.“

Konrad Beikircher beschrieb eindrucksvoll die im Buch erzählte Geschichte, wie in Köln von 1941 bis 1942, als der Stuhl der Erzbischofs über einen Zeitraum von 15 Monaten vakant war, eifrig darüber spekuliert wurde, wer wohl der neue Erzbischof würde. Den Namen des damaligen Regens des Priesterseminars Josef Frings hatte damals kaum einer auf seiner Rechnung. Umso mehr sei die Gestapo überrascht gewesen, „dass dieser eher unscheinbare Pfarrer deutliche Worte gegen das Unrecht gefunden habe“, so Beikircher.

Kardinal Josef Frings, so stellte Konrad Beikircher fest, sei eine Person, um die sich viele Anekdoten rankten. Viele hiervon seien wahr. Viele davon hätten so sein können. „Wenn jemandem das gelungen ist, dann bis de durch, dann hast Du et jeschafft“, so Beikircher.

Vor seiner Einführung, so Beikircher, habe Kardinal Frings auf dem Kölner Bischofsstuhl Probe gesessen. Seine spontane Aussage war „Der wackelt.“ Zur Antwort habe Frings bekommen „Das ist bei Thronen so üblich.“

„Die Besitzbürger Werhahn, Kallen und Frings werden in Neuss auch als „die heiligen Familien“ bezeichnet. Mit den millionenschweren Werhahns, so der Spiegel in seiner Ausgabe 50 im Jahre 1963, verbindet die Frings-Sippe allerdings nur die Entscheidung der Großväter Frings und Werhahn, je eine Kallen -Tochter zu heiraten. Dazu Joseph Frings, der in seiner Sippe „dat Jüppche“ genannt wird: „Wir sind der ärmere Zweig der heiligen Familie“, zitierte Beikircher aus dem Buch.

Nicht unbedingt „Jute Fründe“

Mit einer falschen Vorstellung machte Beikircher bei der Buchvorstellung ein für allemal Schluss. Autor Friedhelm Ruf hat herausgefunden, dass Konrad Adenauer und Kardinal Frings beileibe kein so inniges und freundschaftliches Verhältnis hatten wie oft gesagt werde. Das Verhältnis sei vielmehr kühl und distanziert gewesen. So habe Adenauer bei persönlichen Begegnungen immer „Tach, Herr Frings“ oder ähnliches gesagt, jedoch nie die Anrede „Herr Kardinal“ oder gar „Eminenz“ verwendet. Beide – Frings und Adenauer – hätten gemeinsam die Eigenschaften Mutterwitz, Verschlagenheit und eine herrscherliche Pose gehabt. Als Adenauer seine Kinder in den 1940er Jahre am Gymnasium in Köln-Braunsfeld habe anmelden wollen, habe es eigentlich der Zustimmung des Kölner Erzbischofs bedurft. Kardinal Frings freute sich auf das entsprechende Ersuchen von Konrad Adenauer in dieser Angelegenheit. Hierzu kam es jedoch nicht. In den Sommerferien hatte Adenauer einfach die Kölner Schulbezirke neu eingeteilt. Somit konnte er seine Kinder dann ohne Genehmigung des Erzbischofs am Gymnasium in Braunsfeld anmelden. Einmal, so schilderte Beikircher eine in dem Buch beschriebene Begebenheit, habe Bundeskanzler Adenauer Kardinal Frings besucht. Der Kardinal habe Adenauer ein Glas Wein gegeben. Zu spät habe der Kardinal bemerkt, dass der Wein schon einen Stich hatte. Adenauer habe den Wein langsam getrunken und sich nichts anmerken lassen. Drei Tage nach dem Besuch habe Kardinal Frings ein Paket von Konrad Adenauer mit drei Flaschen Wein erhalten. In einem Begleitschreiben habe Adenauer geschrieben „Damit Sie mal wissen wie richtiger Wein schmeckt.“ Darauf habe der Kardinal zurückgeschrieben „Wenn ich nicht wüsste, dass Sie den Wein von einem befreundeten Winzer bekommen haben, hätte ich dieses Geschenk nicht annehmen dürfen und zurück gehen lassen.“ Im Jahre 1951 wurde die neue Mülheimer Brücke eingeweiht. Anwesend waren auch Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Erzbischof, Kardinal Josef Frings. Als es darum ging, wer nun als Erster die Brücke beschreiten sollte – die kirchliche Macht, also Kardinal Frings, oder die weltliche Macht, Konrad Adenauer – konnte man sich nicht einigen. Daraufhin habe Kardinal Frings erklärt „Lassen Sie zuerst meine Haushälterin gehen. Wenn die Brücke stehen bleibt, ist es gut. Wenn die Brücke einstürzt, war es ein gutes Werk.“

Kardinal Frings war, wie zuvor dargelegt, ein Erzbischof zum Anfassen, der seinen bischöflichen Wahlspruch  „Für die Menschen bestellt“ („Pro Homnibus Constitutus“) in authentischer Weise lebte und im Alltag nach dieser Maxime handelte. In dem Buch wird deutlich, dass gerade solche Geistliche wie Kardinal Frings in der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren, sehr wichtig sind. Kardinal Frings hat seinerzeit schon in dem Geiste gehandelt, den Papst Franziskus heute unermüdlich propagiert.

Zu Beginn seiner Laufbahn mag Josef Frings vor der großen Aufgabe noch Angst und Befürchtungen gehabt haben. Er hat sich dann jedoch sehr rasch zu einer der herausragenden und charismatischen rheinischen Führungspersönlichkeiten entwickelt. Mit großer Sachkenntnis und Akribie, aber auch auf lebendige Weise, zeichnet diese Biographie das Porträt einer Persönlichkeit, die durch ihr Denken und Wirken dem Rheinland und der Kirche ein bis in die heutige Zeit wirkendes starkes Profil zeigt.

Vom Konservativen zum Reformer

Das Engagement von Josef Kardinal Frings für eine veränderte Weltkirche während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), dessen Wortführer er wurde, war eine große Überraschung und hat nachhaltige Spuren hinterlassen. Friedhelm Ruf beschreibt die überaus spannende Lebensgeschichte eines Mannes, der trotz aller großen Bescheidenheit und Unsicherheit, ob er seinen Aufgaben gewachsen ist, mit großem Mut und starker Entschlossenheit stets seine klare Linie verfolgt hat – als Vertreter der Deutschen nach dem Krieg und als Bischof der Weltkirche, der Papst Johannes XXIII. ein nicht zu unterschätzender Mitstreiter in dem Bestreben war, die Fenster der Kirche zu öffnen. Am 8. November 1963 hielt der damals 76jährige Kölner Kardinal Frings gleichsam eine Brandrede während des Zweiten Vatikanischen Konzils. Er attackierte darin scharf das Heilige Offizium, die Vorgänger-Institution der Glaubenskongregation. Frings prangerte an, die oberste Vatikanbehörde, Nachfolgerin der mittelalterlichen Inquisition, habe der Kirche schweren Schaden zugefügt und sei für Nichtkatholiken ein „Ärgernis“. Rechtgläubige Gelehrte würden verurteilt, ohne angehört zu werden; ohne Angabe von Gründen würden theologische Bücher verboten. Während der Rede von Frings war es beim Konzil mit immerhin 2500 Teilnehmern ganz ruhig, anschließend brach jedoch tosender Beifall aus. „Rot wie sein Gewand war sein Cäsarenkopf“ schrieb der Spiegel in der Ausgabe 50/1963 über den in dieser Situation sehr brüskierten Chef des Heiligen Offizium Alfredo Ottaviani, der sich kaum beherrschen konnte.

Zusammenfassend sei die Beschreibung der wesentlichen Charakteristika von Kardinal Frings durch Bernd Ramakers, den Präsidenten der Josef Kardinal Frings-Gesellschaft zu Neuss am Rhein e. V. genannt:

  • Kardinal Frings hatte eine musische Seite. Er spielte  Geige.
  • Er war ein kritisch prüfender Intellektueller.
  • Aus seinem tiefen Glauben heraus hatte er die Einsicht in die Fehlentwicklungen dieser Welt.
  • Er hatte einen scharfen politischen und ökonomischen Sachverstand.
  • Er war ein betender, liebevoller Seelsorger.
  • Der Humor eines geistlichen Menschen zeichnete ihn ebenfalls aus.

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Zum Foto: Dieses Bild wurde vom Autor zur Verfügung gestellt und ist auf Seite 328 des Buchs „Der Rheinische Kardinal“ zu sehen. Es zeigt sehr gut, dass Kardinal Frings ein wahrer Volksbischof war. Das Bild trägt den Titel „Kardinal Frings in den 1950er-Jahren bei einem Besuch in Reuschenberg“ (Aufnahme: Wolfgang Groß, Archiv der Neuss der Neuss-Grevenbroicher Zeitung).

Als Fazit des Buches kann festgehalten werden. Der Autor hat diese Biographie mit sehr großem Einfühlungsvermögen geschrieben. Er vermittelt für den Leser besonders gut das Bild eines väterlichen Geistlichen, der für seine Schäfchen immerzu der gute Hirte gewesen ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass es sich hier um eine Persönlichkeit mit starkem Format und Charakter handelt, deren Lebenshaltung auch in der heutigen Zeit noch großer Ansporn sein sollte, gerade, wenn es um die Zukunft der Kirche geht. In dem Buch kommen auch Zeitzeugen und Wegbegleiter des Kardinals zu Wort. Bei der Lektüre des Buches werden die Leserinnen und Leser so gut in die Zeit von Kardinal Frings hineinversetzt, so dass es ihnen vorkommt, als ob sie selbst dabei wären. Dies ist ein großer Mehrwert dieser Biographie.

Der Autor:

Nach seinem Studium an der FU Berlin arbeitete Friedhelm Ruf als Lehrbeauftragter am Institut für Medienwissenschaften der Universität Düsseldorf und als Redakteur bei der Neuss-Grevenbroicher Zeitung. Seit 2006 ist er erfolgreich als freiberuflicher Autor tätig.

Der Herausgeber:

Die Josef Kardinal Frings-Gesellschaft wurde 1996 gegründet, um Leben und Werk des Neusser Ehrenbürgers lebendig zu halten. Das Frings-Denkmal vor dem Neusser Münster geht auf ihre Initiative zurück. Ebenso die Umbenennung der Südbrücke zwischen Düsseldorf und Neuss in Josef-Kardinal-Frings-Brücke. Mit Gedenkveranstaltungen, Gottesdiensten und Fahrten nach Köln und Rom erinnert die Gesellschaft zudem an wichtige Etappen im Leben des Kardinals. Weitere Informationen sind unter der Internetadresse www.frings-gesellschaft.de zu finden.

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Hrsg.: Josef Kardinal Frings-Gesellschaft

Autor: Friedhelm Ruf

Der Rheinische Kardinal

Josef Frings: Seelsorger, Diplomat, Brückenbauer

14,5 cm x 22 cm, gebunden

512 Seiten mit 143 farbigen und 48 schwarz/weiß Abbildungen

Bachem Verlag, Köln

ISBN 978-3-7616-2951-2

29,95 Euro

 

 

Kleine Sprachgeschichte von  Nordrhein-Westfalen

 

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Foto: René le Riche, Moderator der WDR-Fernsehsendung „Daheim und unterwegs“ moderierte die Vorstellung des Buches „Kleine Sprachgeschichte des Rheinlandes“ von Dr. Georg Cornelissen (rechts im Bild (Aufnahme: Christian Dick)

 

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Autoren: Dr. Ulrich Bossier und Christian Dick

Nordrhein-Westfalen fällt nicht nur wegen seines Bindestrichs in der Mitte im Reigen der sechzehn deutschen Bundesländer aus dem Rahmen. Sein Grundgebiet umfasst mehr als 34.000 Quadratkilometer, hier leben heute rund 18 Millionen Menschen: Von diesen Dimensionen her könnte Nordrhein-Westfalen alleine schon ein ansehnlicher eigenständiger europäischer Staat sein.

Am aussagekräftigsten für die Ausprägung der Kultur einer Region sind deren sprachliche Besonderheiten. Die sprachlichen Besonderheiten einer Region sagen sehr viel über den Charakter der dort lebenden Menschen aus. Wie ist es nun um Nordrhein-Westfalen in dieser Hinsicht bestellt? Wie sprechen (und schreiben) die Einwohner dieses Landes? Welcher Wandel hat sich in den fast sieben Jahrzehnten seit der Gründung dieses Bundeslandes im Jahr 1946 vollzogen? Weshalb hat beispielsweise die Zahl der DialektsprecherInnen in dieser Zeit so stark abgenommen?

Interessant ist zum Beispiel, dass bei dem aus Südtirol stammenden Kabarettisten Konrad Beikircher, wenn dieser Kölsch spricht, seine ursprünglichen Wurzeln nicht mehr erkennbar sind und er als exzellenter Rheinländer durchgeht. Anderen sogenannten „Imis“ – mit diesem Wort sind nicht etwas Immigranten gemeint, sondern Menschen, die aus anderen Regionen nach Nordrhein-Westfalen gezogen sind und versuchen die örtlichen Dialekte zu imitieren – merkt man ihre wahre Herkunft immer an. So stammte zum Beispiel der Vater des zweitgenannten Autors dieser Buchvorstellung aus dem niederbayerischen Passau. Diesem hätte man nie abgenommen, dass er Rheinländer ist, weil er, trotz über 40 Jahren in Düsseldorf und Neuss, seinen niederbayerischen Slang nie ablegen konnte. Darüber hinaus gibt es das „Bayerische“ als Dialekt per sé auch nicht, sondern stattdessen zahlreiche in Bayern gesprochene regionale Dialekte, die zum Beispiel in Niederbayern und Oberbayern völlig unterschiedlich sind. Es gibt den leicht zynischen Ausspruch „Du musst Gott für alles danken, auch für Unterfranken.“ Dies kann man genauso übrigens auch mit „Mittelfranken“ und „Oberfranken“ sagen. Die Franken erkennt man leicht an ihrem rollenden „R“ in der Aussprache. Dieses Beispiel zeigt schon wie kompliziert es ist, wenn Menschen nicht immer mit einer Zunge sprechen. Interessant ist aber das Phänomen, dass im Deutschen Fernsehen der bayerische Dialekt, zum Beispiel im Bereich Unterhaltung oder auch im Spielfilm, keineswegs ein Fauxpas ist, sondern sich vielmehr großer Beliebtheit erfreut. Das Rheinische als solches als Dialekt für das Lebensgefühl eines ganzen Bundeslandes gibt es jedoch nicht. Und so wird der Dialekt „Kölsch“ oft als Synonym für Nordrhein-Westfalen verstanden, womit allerdings zum Beispiel die unterschiedlichen Formen des Plattdeutsch am Niederrhein oder  im Ruhrgebiet gar nicht entsprechend gewürdigt werden.

Kommen wir also auf Nordrhein-Westfalen zurück. Es ist nun im Kölner Greven Verlag ein ausgezeichnetes neues Buch erschienen, das die Sprachentwicklung in diesen Bundesland in akribischer Weise unter die Lupe nimmt. Ein solches Buch gab es zuvor noch nie. Vielmehr gab es klare Trennlinien zwischen Buchautoren, die eine Vorliebe für das Rheinische hatten und Buchautoren, die das Westfälische in den Mittelpunkt stellten oder es wurde eben, der einfacheren Verständigung halber, gleich auf Hochdeutsch publiziert. Die „Kleine Sprachgeschichte von Nordrhein-Westfalen“ bietet zum ersten Mal eine Gesamtdarstellung der sprachlichen Entwicklung des Raumes zwischen Rhein und Weser. Der erste Teil des Buches von Dr. Georg Cornelissen beschäftigt sich mit der sprachlichen „Vorgeschichte“, beginnt bei Franken und Sachsen im frühen Mittelalter und stellt alle wichtigen Sprachentwicklungen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor. Der Hauptteil des Werkes setzt 1946 ein, wobei das Kölsche (der bekannteste Dialekt) und das Ruhrdeutsche (als Prototyp einer regionalen Umgangssprache) jeweils eigene Kapitel bekommen. Die letzten Kapitel beschäftigen sich mit den Jahren nach der Jahrtausendwende. Wie schlagen sich „Mobilität und Migration“ in der Sprachgegenwart des Landes nieder, was bedeutet Regionalität für Fernsehsendungen, die in NRW produziert werden?

Die Dialektlandschaft zwischen Rhein und Weser taugt nicht dazu, eine Nordrhein-versus-Westfalen-Perspektive zu pflegen: Die Benrather Linie etwa, die wohl bekannteste aller „Dialektgrenzen“ in Deutschland, gliedert das Land in einen Nord- und einen Süd-Teil (Karte im Buch S. 25). Als dialektale Großregionen treten Niederfränkisch (bzw. Niederrheinisch), Rheinländisch und Westfälisch hervor, wobei das Siegerland und Wittgenstein gesondert aufzuführen wären (Karte S. 31). Sprachgeographisch ließe sich NRW also als Niederrheinisch, Rheinisch, Westfälisch ausbuchstabieren (wenn die Siegerländer und Wittgensteiner Dialekte ausgeklammert würden). Niederrheinisch und Westfälisch wurden vom Bundesland NRW unter der Bezeichnung „Niederdeutsch“ als Regionalsprachen im Sinne der „Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ anerkannt, das Rheinische blieb außen vor. Die Kölner stört das übrigens überhaupt nicht!

Zahlreiche Sprachbeispiele dienen der Konkretisierung der Darstellung. Farbige Sprachkarten (die ersten für das Land NRW) führen die Sprachvielfalt Nordrhein-Westfalens im wahrsten Sinne des Wortes „vor Augen“. Seine NRW-Sprachgeschichte dürfte sich nicht zuletzt als Grundlage für den Deutschunterricht in weiterführenden Schulen eignen.

Der regionale Dialekt sollte, wie dies in Baden-Württemberg vielfach der Fall ist, wieder in den Lehrplan der Schulen aufgenommen werden. Andernfalls geht in Zukunft die kulturelle Identität der Regionen immer mehr verloren. Es gibt eine bekannte Werbung „Wir sprechen alles außer Hochdeutsch“ für das Bundesland Baden-Württemberg. Ein bisschen ironisch mutet es schon an, dass dieser Werbeslogan nicht im schwäbischen Dialekt ausgedrückt worden ist. Demgegenüber ist der Satz „mir sprechen hück all dieselve Sproch“ (Wir sprechen heute alles dieselbe Sprache) aus einem bekannten Lieder der Kölner Band Blääck Föös eigentlich schon Völkerverständigung erster Güte.

Zum Autor

Dr. Georg Cornelissen ist als Sprachwissenschaftler im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn beschäftigt. Er arbeitet gern und vertrauensvoll mit seinen KollegInnen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster zusammen (in der dortigen Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens).

Georg Cornelissen

KLEINE SPRACHGESCHICHTE VON NORDRHEIN-WESTFALEN

204 Seiten mit 17 farbigen Karten

978-3-7743-0654-7

Gebunden mit Schutzumschlag, Format 13 x 21 cm, 18.90 Euro

Buch-Tipp – Der Kreuzweg

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Foto: Bischof Dr. Friedhelm Hofmann in der „Mack“-Kapelle (Aufnahme: Christian Dick)

Buchvorstellung von Christian Dick

Der heutige Würzburger Bischof  Dr. Friedhelm Hofmann, der von 1955 bis 1963 das Erzbischöfliche Collegium Marianum in der Preußenstraße in Neuss besucht hat, der in Kunst promoviert hat und der bis 2004 Weihbischof des Erzbistums Köln war, zeichnet für die Auswahl des Künstlers Heinz Mack für die Gestaltung der Kapelle des ehemaligen  Collegium Marianum verantwortlich, aus der Hofmann schon in den 1980er Jahren künstlerisch mehr herausholen wollte. Im Rahmen einer Führung durch diese Kapelle für die ständigen Diakone im Ruhestand im Herbst 2014 erklärte Hofmann „ Man muss diese Kapelle und generell Kunst auf sich einwirken lassen und darf diese nicht einfach konsumieren. Interessant ist zum Beispiel, dass auf den Kirchenfenstern die Abfolge der Schöpfungsgeschichte dargestellt ist. Weiterhin sind der Altar und der Ambo gewölbt, womit der Künstler auf die Orantenhaltung der Priester eingegangen ist, die beim Gebet mit in Schulterhöhe ausgebreiteten Armen, den Kopf entweder gesenkt oder zum Himmel erhoben hinter dem Ambo oder dem Altar stehen. Und der Tabernakel zeigt zum Himmel. Interessant ist schließlich ein Kreuz über dem  Altar, das gänzlich ohne Beleuchtung hell erscheint.“

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Foto: der Altar in der „Mack“-Kapelle (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der Ambo in der „Mack“-Kapelle (Aufnahme: Christian Dick)

Sehr beachtlich und herausragend in dieser Kapelle ist der 15 Stationen umfassende Kreuzweg von Heinz Mack. Dieser ist bestechend, da er besonders ins Auge fällt. Der  Kreuzweg ist künstlerisch sehr wertvoll und es lohnt sich, sich näher damit zu beschäftigen. Dessen hat sich nun der im Ruhestand befindliche Pfarrer Dr. Kurt-Peter Gertz, der heute in Ratingen lebt, angenommen und hat ein Buch über diesen Kreuzweg verfasst, für das er sich sehr in die Seele eines Künstlers hinein versetzt hat, dessen filigrane Handarbeit oft nur schwer in Worte zu fassen ist. Im Jahre 2011 wurde nach einer längeren Phase die Restaurierung der Hauskapelle abgeschlossen. In diesem Zuge fand gleichzeitig die  Einweihung der fünfzehn Kreuzwegstationen statt. Mit diesen mit Blattgold bearbeiteten Bronzeskulpturen setzt sich Kurt-Peter Gertz in diesem Buch mit Tiefgang auseinander. Seine Betrachtung ist äußerst ausgefeilt. Kurt-Peter Gertz bietet eine gründliche Studie zu den fünfzehn Kreuzwegstationen und unternimmt eine behutsame Deutung des Werkes, die nicht wenige motivieren wird, den sakralen Ort der Bronzeskulpturen persönlich aufzusuchen heißt es in dem Vorwort von Prälat Josef Sauerborn. Gerade jetzt in der Fastenzeit ist es äußerst lohnenswert, sich diesen Kreuzweg näher anzuschauen. Zum Beispiel bringt der Autor zum Ausdruck, dass auf jeder der 15 Tafeln ein Kreuz auftaucht, dass die Formen aber alle unterschiedlich sind. In dem Buch heißt es „In der ihm eigenen Sprache, und das bedeutet zuvorderst frei von tradierten Szenen und konzentriert auf das Wesen des gebotenen Themas, meditiert der Künstler in seinem Zyklus über das Kreuz-Zeichen. Er nimmt es wahr als Energiesymbol und repetiert, verbunden mit dem Einfangen des Lichts, in wiederkehrenden, sich ähnelnden Bewegungen, die gleich bleibende Aura des Erhabenen. Parallel dazu weist er es als lebendig, sich verändernde und an Gegebenheiten anpassende Geste aus. So ist ein Kreuz aus dem Zyklus nicht die Variante des vorangegangenen oder des folgenden. Das Symbol tritt in den 15 Arbeiten wahrlich als Paraphrase auf den Glauben auf.“ (vgl. R. Rosenblum in Modern Painting and the Romantic Tradition, New York 1975; zitiert in W. Schmied (Hrsg.), Zeichen des Glaubens. Geist der Avantgarde (Ausstellungskatalog), Stuttgart 1980, S. 28 f.)

Die Hauskapelle des ehemaligen Collegium Marianum in Neuss ist ein Geheimtipp für Kunstinteressierte. Sie hat sich in den vergangenen Jahre zu einem Erlebnis- und Begegnungsort von Sakralität und zeitgenössischer Kunst entwickelt, für den sich der. Freundes- und Förderkreis der Mack-Kapelle Marianum Neuss e.V. mit viel Herzblut und Engagement einsetzt.

Der international renommierte Künstler Heinz Mack hat die Kapelle als Gesamtkunstwerk gestaltet, wie die obigen Ausführungen von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann belegen. Lichtführung, Farbe, Mobiliar, Fenster und Prinzipalstücke sind aufeinander abgestimmt und zeigen sich in seiner klaren Formensprache.

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Angaben zum Buch:

Kurt-Peter Gertz (Hrsg.)

KREUZ-WEG

Kühlem-Verlag

Die Publikation enthält eine begleitende CD-ROM mit den Abbildungen der 15 Kreuzwegstationen.

EUR 24,90

Buchtipp – Ein kulinarischer Wanderkrimi macht Lust auf die Abbruzzen

Rezension von Christian Dick

Cover La Promozione

 

Angaben zum Buch:

La Promozione

Peter Gebhardt & Immacolata Cataldo

Ein kulinarischer Wanderkrimi aus den Abruzzen

Eine völlig neue Art des Krimi-Vergnügens bietet das Buch „La Promozione“ von Peter Gebhardt und seiner Ehefrau Immacolata Cataldo. Dieser Krimi, der nicht nur viel Situationskomik enthält, sondern zugleich profunde Einblicke in die italienische Lebenskultur, die herrliche Landschaft der Abbruzzen und die Gaumenfreuden, die diese Region besonders auszeichnen, bietet. Den Autoren ist es gelungen, die Geschichte zweier bisweilen äußerst tollpatschig agierender Polizisten so darzustellen, dass der Leser eine äußerst präzise Beschreibung der abwechslungsreichen Landschaft der Abbruzzen dargeboten bekommen. Die Abbruzzen laden nicht nur zum Wandern ein, sondern bieten auch viele Köstlichkeiten für Gourmets.

Der Fokus des Geschehens konzentriert sich auf die Region zwischen den Marken in Mittelitalien und den Abbruzzen, die für viele Deutsche noch ein Geheimtipp als Reiseziel sind. Die Marken liegen zwischen Adria und Apennin und grenzen im Norden an die Emilia-Romagna und an die Republik San Marino, im Süden an die Abruzzen, westlich der Marken liegen die Toskana, Umbrien und Latium. Diese Region bietet ein herrliches Landschaftspanorama und ist für Naturliebhaber ein wahres Kleinod. Sehr faszinierend an dieser Landschaft, sind ihre abwechslungsreichen Erholungsmöglichkeiten und das reichhaltige Angebot für Freizeitaktivitäten und Sport an der Natur. Denn die Marken befinden sich unweit von Meer und Bergen, die ein Gefühl geben, als ob man mitten in den Alpen wäre. Diese Berge sind durch eine pittoreske Landschaft, die durch Hügel geprägt ist,  miteinander. Die Reize dieser Region sind ebenso mannigfaltig, wie die der Toskana. Jahrhunderte alte Traditionen sind hier noch erhalten und werden auch intensiv gelebt. Die Region ist noch nicht von Touristen überlaufen, so dass man hier Oasen zur Entspannung und rustikale Orte findet.

Der Roman La Promozione (deutsch „Die Beförderung”) handelt von Commissario Mario Moretti und Sergente Enzo Peroni, Beamte bei der Polizei in Teramo, die in einem Mordfall am Lago di Campotosto ermitteln. Commissario Moretti ist eigentlich überqualifiziert für ein ruhiges Arbeitsleben in Teramo. Er wartet immer noch darauf seinen ersten Mordfall zu lösen, doch dann ergibt sich endlich die Möglichkeit, sein Können ins rechte Licht zu rücken… Und dann ist da noch Sergente Peroni, der Partner von Moretti. Seine größte Sorge ist die tägliche Nahrungsaufnahme, ständig ist er auf der Suche nach gutem Essen.

Nach vielen, miteinander verstrickten großen und kleinen Begebenheiten, bei denen viel gewandert und noch mehr gegessen wird, kommt es endlich zu der erträumten Beförderung. Auf Grund vieler geistreich und humorvoll dargestellter Handlungsepisoden, die über den Charakter der Menschen der Region und über die kulturellen Besonderheiten sehr interessante Einblicke geben, und durch die Sprache der Autoren mit Bildern, die die malerische Landschaft der Handlungsorte in den Bergen des Nationalparks „Gran Sasso e Monti della Laga“, in den Städten Teramo, Ascoli Piceno und San Benedetto del Tronto widerspiegeln, ist die Lektüre dieses Krimis keine Minute langweilig und kann sehr empfohlen werden.

160 Seiten,

Sechs Routenkarten,

eine Übersichtskarte

und zahlreiche Fotos

Format 14 x 21 cm,

Klappenbroschur

ISBN 978-3-939499-41-1

Preis: € 19,90

 

125 Jahre Rheinmetall – neues Buch beleuchtet Firmengeschichte mit höchster Transparenz

Buch-Tip von Christian Dick

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„Patrone“ – so nannten die Mitarbeiter ihre Firma. Und die „Zwölf Apostel“ nannten die Düsseldorfer die rauchenden Türme, die diese Firma umgaben. Nur zwei Anekdoten aus der 100-jährigen Geschichte des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall. Das Buch ist sehr empfehlenswert, weil der Autor aus Maßstab größtmögliche Transparenz im Hinblick auf die Firmengeschichte angelegt hat. Es handelt sich also nicht um eine Werk, das geschönt oder nur auf eine werbewirksame Darstellung des Image der Firma ausgerichtet ist. So werden gleichermaßen die glänzenden Momente der Geschichte beschrieben, wie auch die dunklen Seiten der deutschen Geschichte. Eine solche Offenheit in der Unternehmenspolitik. legen nicht viele Rüstungskonzerne an den Tag. Autor Christian Leitzbach hat die Firmengeschichte in einem äußerst abwechslungsreichen und profunden  Buch wiedergegeben. Die Darstellung weißt keinerlei Lücken auf, alle Charakteristika, die die Kultur des Unternehmens ausmachen und allen Höhen und Tiefen der Firmengeschichte werden in komplexer Weise dargestellt. Und so wird auch die Berichterstattung darüber nicht ausgespart, dass Rheinmetall gemeinsam mit der Berliner Regierung in der Weimarer Republik das Verbot umging, Rüstungsgüter herzustellen. Ebenso wird darauf auf die  auf die ausgefeilten technischen Lösungen auf höchstem Niveau hingewiesen, die die Ingenieure des Konzerns heute vor allem im Energiesparbereich als Autozulieferbetrieb entwickeln.

Es ist bemerkenswert, wie offenherzig ein Rüstungskonzern in diesem Buch mit seiner eigenen Geschichte umgeht. Es wird auch die Unternehmenspolitik zur Zeit des Dritten Reichs nichts unter den Teppich gekehrt, und Rheinmetall hebt explizit hervor, dass der Konzern alle genutzten Archivalien für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stellt. So lobte denn auch Dr. Ulrich Soénius, Historiker und Direktor des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs, bei der Präsentation des Buches in der Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf: „Unternehmensgeschichte heute ist immer eine Herausforderung an die Historiker, da Öffentlichkeit und Fachwelt ein hohes Interesse zeigen. Es gilt, objektiv und basierend auf den Quellen den Werdegang eines Unternehmens in seiner ganzen Entwicklung von der Gründung bis zur Gegenwart zu analysieren. Christian Leitzbach ist dies gelungen mit der Untersuchung von Rheinmetall und er hat ein Standardwerk auch für die rheinische Unternehmensgeschichte vorgelegt.“

Das Buch ist aber noch mehr als ein wesentlicher Teil deutscher Firmengeschichte. Es beschreibt einen bedeutenden Teil der deutschen Gesellschaftsgeschichte, ja es ist ein Spiegel der ganzen deutschen Geschichte. Und es ist sogar ein klitzekleines Stückchen internationale Filmgeschichte: Mit einer Handfeuerrakete „Mithras“ aus dem Hause Rheinmetall wird im letzten James-Bond-Thriller Skyfall ein schottisches Herrenhaus „zerlegt“.

Rheinmetall

Vom Reiz, im Rheinland ein großes Werk zu errichten

1040 Seiten mit 128 Abbildungen

Format 21 x 27 cm

Leinen mit Schutzumschlag, zwei Bände im Schuber

49.90 Euro

ISBN 978-3-7743-0641-7

 

„Köln vor dem Krieg „- Sonderedition des Bildbandes in limitierter Auflage von 100 Exemplaren

 

 

Foto: August Sander: St. Kolumba und Dischhaus um 1930

 

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Vor fast genau einem Jahr erschien im Greven Verlag die Publikation „Köln vor dem Krieg. Leben, Kultur, Stadt 1880-1940.“ Bei der mehrjährigen Recherche in verschiedenen nationalen und europäischen Fotoarchiven nach Fotografien für dieses Buch von Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer war das Rheinische Bildarchiv eine der ersten Anlaufstellen, und den Autoren gelang es, ein eindrucksvolles Bild von einem ganz anderen Köln zu vermitteln, als wir es heute kennen, wobei es den Autoren ausdrücklich darum ging, keinen »fotoästhetischen, sondern einen stadtgeschichtlichen« Bildband vorzulegen. Dieses Anliegen scheint voll aufgegangen zu sein, denn das Interesse an der Stadtgeschichte anhand vorzüglicher zeitgenössischer und zur Hälfte bis dato unbekannter Fotografien der – aus heutiger Sicht – damaligen Starfotografen August Kreyenkamp (*1875), August Sander (*1876) und Werner Mantz (*1901) zeigt sich nach wie vor an der großen Nachfrage nach diesem Bildband, so dass der Greven Verlag gemeinsam mit dem Rheinischen Bildarchiv eine aufwändig gestaltete Sonderedition auf den Markt bringt. Diese limitierte Auflage in einer kofferähnlichen Präsentationsbox von nur 100 Exemplaren enthält neben dem Bildband drei zertifizierte und limitierte hochwertigste aus vier Farben aufgebauten schwarz-weiß Digital-Fotoprints im Format 29 x 42 cm, gedruckt auf schwerem Papier von den analogen Negativen des Rheinischen Bildarchivs, was den Wert dieser Sonderedition erheblich steigern dürfte. Diese drei Motive der o.g. Fotografen spiegeln auf besondere Weise Bandbreite und Entwicklung der Fotografie in Köln wieder. Gleichzeitig repräsentieren sie drei Phasen der Architekturgeschichte des aufstrebenden Köln. Das 1926 gegründete Rheinische Bildarchiv der Stadt Köln (www.rheinisches-Bildarchiv.de) mit einem Bestand von über 5 Millionen Fotos gehört zu den größten öffentlichen kunsthistorischen Bildarchiven in Deutschland, ist öffentlich zugänglich und bietet mit seinen Fotobeständen eine umfangreiche Grundlage für Forschung und Wissenschaft sowie für kommerzielle Bildverwertung und private Nutzung.
Die Edition – Bildband mit drei vom Rheinischen Bildarchiv zertifizierten Digital-Fotoprints vom analogen Negativ auf FocusArt Natural 250g/m² in vierfarbigem Schwarzweiß im Format von ca. 29 x 42 cm in einer großen Präsentationsbox (Auflage: 100 Exemplare) zum Preis von 128 €
Zusätzlich zur Sonderedition erscheint eine Box mit 10 Postkarten teilweise unbekannter Motive aus der Kölner Vorkriegszeit in einer Metalldose zum Preis von 9,90 €