Archiv der Kategorie: Fernsehen

Jubiläum: 30 Jahre Lindenstrasse

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Der gesamte Stab der Lindenstraße umrahmt Hans W. Geissendörfer (Foto: Andrea Matzker)

Autorin: Andrea Matzker

In diesem Jahr feiert die ARD den 30. Geburtstag der „Lindenstraße“! Neben dem Tatort und der Tagesschau zählt die beliebte Serie zu den bekanntesten Marken der ARD. Seit drei Jahrzehnten feiern, lachen, leiden und trauern die Fans der „Lindenstraße“ mit  ihren Bewohnern: Kinder wurden geboren, Ehen geschieden, Menschen starben… Aus diesem Anlass fand eine große Vorstellung des gesamten Stabes gemeinsam mit dem Erfinder Hans W. Geißendörfer in den originalen Kulissen der „Lindenstraße“ auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd statt. Hierbei wurde mitgeteilt, dass die Jubiläumsfolge am 6. Dezember 2015 live aufgenommen und mit vielen Überraschungen für das Publikum ausgestrahlt wird.

Kein 08/15-Typ

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Foto: Durch Sat 1 bekannt geworden: Der Düsseldorfer Michael Naseband, seit dem Herbst 2014 Gastwirt in der Düsseldorfer Altstadt, feiert heute seinen 50. Geburtstag. Morgen Abend ist er in der MDR-Talkshow „Riverboat“ zu Gast. (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Michael Naseband mit seiner Lebensgefährtin Tanja, die ihm den Rücken stärkt und für die Buchhaltung zuständig ist (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Jemand, der 38 Jahre alt ist und als Polizeihauptkommissar und Diplomverwaltungswirt verbeamtet ist und ein sicheres Leben haben könnte, der dann aber seinen Dienst quittiert. So ein Mensch muss schon sehr von der Norm abweichen. Alle Welt würde einen solchen Menschen für verrückt erklären.  Doch es gibt ihn tatsächlich. Die Rede ist von dem Düsseldorfer Michael Naseband. Seit Herbst 2014 betreibt er die Kneipe Naseband’s in der Mühlenstraße im Herzen der Düsseldorfer Altstadt, die sich inzwischen am Freitag und am Samstag zu einem Szene-Treff entwickelt hat.

Sein Leben ist wirklich nicht alltäglich. Seine Beamtenlaufbahn hängte er an den Nagel seit er ab Herbst 2003 Hauptdarsteller der SAT.1-Serie K11 – KOMMISSARE IM EINSATZ wurde. Wenn man so Michael Naseband persönlich kennen lernt, so gewinnt man den Eindruck, dass er zu sehr Individualist ist, als dass er sich ein ganzes Berufsleben lang mit den dunklen Seiten des Menschen, wie Mord, Totschlag usw. hätte beschäftigen können. Er hat sich unter anderem auch als freier Journalist betätigt und über längere Zeit jeden Monat Beiträge zum Thema Life Style für das Kundenmagazin eines Telekommunikationsanbieters geschrieben. Ebenso hat er im Jahre 2014 den Altstadt-Krimi „Alt mit Schuss“ veröffentlicht. Sein Lokal lieferte ihm die Inspiration für dieses Buch.

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Foto: Auch dies hängt im Lokal von Michael Naseband. (Aufnahme: Christian Dick)

Auf sein vormaliges Leben als Beamter im Polizeidienst blickt Michael Naseband allerdings keineswegs mit Verbitterung zurück. So hat er den früheren Düsseldorfer Polizeipräsidenten Michael Dybowski, mit dem er  vor seinem Engagement bei Sat 1 ein Gespräch hatte, in sehr guter Erinnerung. Diesem waren zwar damals die Hände gebunden, so dass er Michael Naseband nicht freistellen konnte, aber Michael Naseband hebt besonders die Menschlichkeit und die exzellenten Führungsqualitäten von Michael Dybowski hervor. Viele ehemalige Kollegen sind inzwischen auch Stammgäste des Naseband’s, was wiederum von großer Wertschätzung gegenüber dem früheren Mitstreiter für Recht und Ordnung zeugt.

Kunst in der Kneipe

Michael Naseband ist großer Liebhaber von Malerei. Diese belebt auch sein Lokal. Interessant sind die Gemälde, die im „Naseband’s“ hängen. Da gibt es zum Beispiel ein Porträt eines Polizeipräsidenten.

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Foto: Drei Gemälde, die im „Naseband’s“ zu sehen sind (Aufnahme: Christian Dick)

Ein Mensch, der immer Herausforderung braucht

Am 11. Juni ist ein besonderer Tag. Dann wird Michael Naseband 50 Jahre alt.

Unter dem Titel „Leben und Leben lassen“ hat er eine Autobiographie geschrieben, die im Jahre 2003 im Gerhard-Hess-Verlag erschienen ist. Hierfür hatte er wahrlich viel zu berichten. Am herausragendsten in seiner Vita ist die Tatsache, dass er 2001 in einem harten Auswahlverfahren für eine UN-Mission im Kosovo teilgenommen hat und dann für ein Jahr Polizeichef am Flughafen Pristina war. Dies war zu einer Zeit, in der es dort noch sehr gefährlich war, da es noch viele Bereiche mit Antipersonenminen aus der Kriegszeit gab. Dies war eine äußerst tiefgehende Erfahrung, die sich nachhaltig auf seine Persönlichkeit ausgewirkt hat.

Immer ein offenes Ohr

Der Titel seiner Autobiographie spiegelt Michael Nasebands grundlegende Lebensphilosophie sehr treffend wider. „Meine Lebensphilosophie ist in dieser Hinsicht ganz jene, die für den Rheinländer durch und durch typisch ist. Ich wünsche jedem Menschen, dass er nach seiner Fasson glücklich wird. Mitmenschlichkeit, Toleranz und Empathie für andere Menschen, für diese da zu sein, wenn sie mich brauchen – das ist meine wichtigste Handlungsmaxime“, erklärt er im Interview mit der NRW-d-e-p-e-s-c-h-e. Und dies kommt ihm für die Arbeit in seiner Kneipe sehr zugute, denn ein Wirt muss immer auch sehr viel von zwischenmenschlicher Psychologie verstehen, wenn er mit seinen Gästen kommuniziert. Immer ein offenes Ohr für die Menschen zu haben – das ist gerade in einer Zeit, die immer schnelllebiger und hektischer wird, ein schweres Pfund, das Michael Naseband in die Waagschale werfen kann. Er ist jemand, dem man alles zutrauen würde, zum Beispiel handwerklicher Helfer in der Not, Seelentröster oder auch ethisch einwandfreie Versicherungsberatung.

Der Krimi „Alt mit Schuss“ und das Buch „Leben und Leben lassen“ sind im „Naseband’s“ sowie im Buchhandel erhältlich.

Der Grund für Michael Nasebands Vielseitigkeit liegt wohl in dem abwechslungsreichen Leben begründet, das er bisher gehabt hat. 1965 in Düsseldorf geboren wollte er zunächst Profisportler werden, dann Architekt – um die Schule schließlich nach der 10. Klasse zu schmeißen und eine Ausbildung bei der Polizei zu machen. Es folgten ein paar Jahre im Streifendienst. Dann wechselte Michael zur Kripo und bekämpfte als Zivilfahnder Drogen- und Straßenkriminalität.

Doch das war dem leidenschaftlichen Motorradfahrer nicht genug. Also beschloss Michael mit 29, erneut die Schulbank zu drücken, machte erst das Fachabitur und dann sein Diplom als Verwaltungswirt. Als frisch gebackener Kriminalkommissar war er danach in seiner geliebten Heimatstadt Düsseldorf für Raub- und Tötungsdelikte zuständig.

2003, zurück in der Heimat, erfuhr Michael vom Casting-Aufruf der CONSTANTIN ENTERTAINMENT. Damals war Scripted Reality etwas Brandneues. Und dass das Fernsehen „echte“ Kommissare suchte, hat den Schimanski-Fan sofort interessiert. Besonders angesichts der Tatsache, dass ihm die „Medienwelt“ – als Experte bei „Aktenzeichen XY“ – bereits vertraut war.. Und obwohl das Casting eigentlich abgeschlossen war, ergatterte Michael die begehrte Rolle. Und so drehte der damals 38-jährige als Partner von Alexandra Rietz die erste Folge der SAT.1-Serie K11. In dieser Rolle wurde Michael Naseband überaus erfolgreich. Aus dem Piloten wurde eine Staffel, aus der Staffel wurden acht.  Insgesamt wurden 11 Staffeln K11 gedreht mit über 1800 Folgen. In der Spitze hatte die Sendung bis zu 6 Millionen Zuschauer. Die Serie wurde jedoch Ende 2013 eingestellt. Seitdem laufen Wiederholungen. Derzeit dreht Michael Naseband für Sat1 Gold „K11-Spezial – die besten Fälle“. Dies ist eine Moderationstätigkeit.

Das Motto des Lokal Naseband’s lautet: „Lassen Sie sich auf ein paar Drinks und Snacks verhaften“. Hier will sich Michael Naseband auch die Ideen für weitere Krimis holen. Auch mit 50 wird er also auf keinen Fall einen Gang zurück schalten. Ganz im Gegenteil. Er ist und bleibt neugierig auf das Leben. Die NRW-d-e-p-e-s-c-h-e gratuliert ihm sehr herzlich.

Einen Tag nach seiner heutigen Geburtstagsfeier macht sich Michael Naseband am Freitag, dem 12. Juni 2015, auf den Weg nach Leipzig. Dort ist er morgen um 22 Uhr in der MDR-Talkshow „Riverboat“ zu Gast. Dies darf man nicht versäumen!

Der Kölner Tatort wird volljährig

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Foto: der Kölner Tatort-Kommissar Dietmar Bär alias „Freddy Schenk“, der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers, der Kölner Tatort-Kommissar Klaus J. Behrendt alias „Max Ballauf (Aufnahme: Andrea Matzker)

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Foto: Frank Tönsmann (zuständiger WDR-Redakteur), Dietmar Bär alias „Freddy Schenk“, im Hintergrund: Andreas Kleinert (Regisseur), Julia Wiek (Cellistin aus dem WDR-Rundfunkorchester), Prof. Gebhard Henke, Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm und Unterhaltung des WDR, Produzentin Sonja Goslicki, im Hintergrund Schauspieler Julian Weigend, rechs außen: Klaus J. Behrendt alias „Max Ballauf“ (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Professor Gebhard Henke, Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm und Unterhaltung des WDR bei der Premierenfeier (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Seit 1997 zieht der Kölner Tatort mit den Kommissaren Freddy Schenk, dargestellt von Dietmar Bär, und Max Ballauf, verkörpert von Klaus J. Behrendt, die Menschen in Deutschland in seinen Bann. In diesem Jahr ist also der 18. Geburtstag dieses Duos, und es ist davon auszugehen, dass auch am 1. Februar rund 11 Millionen Zuschauer das manchmal unkonventionell agierende Ermittler-Duo, das sehr menschlich und authentisch ankommt, sehen werden. Zu der Frage der NRW-d-e-p-e-s-c-h-e, ob Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt auch noch ihre „Silberhochzeit“ als Tatort-Kommissare anstreben, erklärte Dietmar Bär „Das wird die Zukunft zeigen.“ Beide brachten zum Ausdruck, dass dies von der Gunst des Publikums abhänge. Zu der Frage, ob sie sich vorstellen könnten, anstatt der „Gesetzeshüter“ auch einmal die Rolle des „Bösen“ zu spielen antwortete Klaus J. Behrendt „Das kommt auf das Drehbuch an.“ Beide spielen neben ihren Fernsehrollen auch noch Theater.

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Foto: Dietmar Bär, Julian Weigend, Produzentin Sonja Goslikcki und Klaus J. Behrendt (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto:: Dietmar Bär,  Produzentin Sonja Goslicki, Regisseur Andreas Kleinert und Klaus J Behrendt (Aufnahme: Christian Dick)

Die Idee des Tatort ist übrigens im Jahre 1969 in Köln am Decksteiner Weiher entstanden. Im Jahre 1970 wurde der ersten Tatort in der ARD ausgestrahlt. Dieser Krimi-Reihe kann sich auch Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, nicht entziehen.  In der WDR-Sendung „Ich stelle mich“ konnte sie mit Leichtigkeit alle Tatort-Teams den jeweiligen Städten zuordnen.

Am 27. Januar fand in Großen Sendesaal des WDR-Funkhauses am Wallraffplatz in Köln die Vorabpremiere der neuen Folge des Kölner Tatort mit dem Titel „Freddy tanz“, der schon verrät, dass diese neue Folge auch wieder Situationskomik enthält. Die Hauptfiguren, deren Macken aufs Korn genommen werden, wirken dadurch sehr authentisch. „Freddy tanzt“  – dieser Titel steht auch für viele Überraschungs- und Spannungsmomenente dieses neue Kölner Tatorts. Diese Folge wurde von März bis April 2014 gedreht, wobei der Große Sendesaal im WDR-Funkhaus für einige Szenen ausgewählt wurde, weil das WDR-Rundfunkorchester in diesem Film einbezogen wurde. Die Schauspielerin Laura Sundermann verkörpert in diesem Tatort die Figur der Julia Koch, die Mitglied des WDR-Rundfunkorchesters ist. Weil Laura Sundermann zwar ein Jahr Cello gespielt hat, aber nicht so mit dem Instrument umgehen kann, wie die Berufsmusiker, wurde Laura Wiek, Cellistin des WDR-Rundfunkorchesters, mit einbezogen, die Laura Sundermann unterstützte. Einmal sieht man im Tatort in einer Szene das ganze Orchester, bei dem dann Laura Wieck mitspielt, am Ende sieht man eine Einzelaufnahme von Laura Sundermann.

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Foto: Cellistin Laura Wiek und Schauspielerin Laura Sundermann sehen sich zufälligerweise recht ähnlich (Aufnahme: Christian Dick)

Diese Tatort-Folge hat es absolut in sich. Das Thema Zivilcourage steht im Vordergrund, angeprangert wird, dass die Menschen allzu oft wegschauen, wenn jemand in Gefahr ist. Insofern regt dieser Tatort die Zuschauer sehr zum Nachdenken an, wie man selbst sich in einer solchen Situation verhalten würde. Weiterhin spielt in diesem Tatort eine gescheiterte Liebesbeziehung eine nicht unwesentliche Rolle. Und schließlich wird das Thema gesellschaftlicher Abstieg eines Menschen als Folgen davon, dass zuvor niemand an diesen Menschen geglaubt hat, eine Rolle. Was bei diesem Tatort sehr interessant ist: Der Mord geschieht nicht unmittelbar am Anfang, der Zuschauer muss sich eine Weile geduldend. Dies steigert die Spannung stark und ist von Drehbuchautor eine sehr gute Idee gewesen.

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Foto: Volkram Zschiesche verkörpert Tobias Krenz, Matthias Reichwald stellt Daniel Gerber dar und Julian Weigend ist dem Tatort „Freddy tanzt“ am 1. Februar als Oliver Kern zu sehen (Aufnahme: Christian Dick)

Das Ehepaar Stephanie und Nils Holinski wirkte in Komparsen-Rollen mit, konnte hier wertvolle Erfahrungen sammeln und war davon sehr begeistert.

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Foto: Stephanie und Nils Holinski (Aufnahme: Christian Dick)

Hier einige Zuschauer-Reaktionen der Vorpremiere:

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Foto: Der Kölner Polizei-Präsident Wolfgang Albers war von diesem Tatort sehr angetan (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Bandleader Helmut Zerlett, bekannt geworden die Sendungen von Harald Schmidt, ist ebenfalls ein großer Fan des Kölner Tatorts (Aufnahme: Christian Dick)

Der WDR hat außer seinem Kölner Tatort weiterhin den Tatort Münster und den Tatort Dortmund zu bieten. Die Tatort-Folgen aus Köln und Münster sind in der Zuschauergunst am beliebtesten unter allen ARD-Tatorten. Klaus J. Behrendt ist jeden Montag auf den Anruf von Produzentin Sonja Goslicki gespannt, die ihm dann die Zuschauerzahlen mitteilt. Dies dürfte in der Regel sein Herz höher schlagen lassen. Der Tatort „Freddy tanzt“ am 1. Februar ist auf jeden Fall absolut sehenswert.

 

 

Nuhr 2014 – Der Jahrerückblick

Autor: Christian Dick

Kinder, wie die Zeit vergeht! Schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende dazu, dabei hatte es doch gerade erst begonnen. Dass nicht nur das Wetter im Jahre 2014 dolle Kapriolen geschlagen hat, sondern auch Prominente für viel Wirbel und Schlagzeilen gesorgt haben, die bisweilen zu großer Irritation führen, wenn man die Nachrichten des Jahres 2014 noch einmal Revue passieren lässt, macht Dieter Nuhr auf seine bekanntermaßen bissige, satirische und sarkastische Weise deutlich. Dabei bekommen besonders Angela Merkel, Helene Fischer, Horst Seehofer und Wladimir Putin ihr Fett weg.

2014 war, nicht zuletzt auf Grund des Fußballs, wirklich eine runde Sache. Oder mit den Worten eines ausgeknockten deutschen Nationalkickers am Rande des Bewusstseins: Schiri, ist das hier das WM-Finale? Welche Ereignisse waren noch für dieses Jahr einschneidend? Helene Fischer holt den 4. Stern. Eine Wurst aus Österreich gewinnt den ESC. Uli Hoeneß nimmt auf Staatskosten 20 kg ab. Und die deutsche Wirtschaft brummt. Das ist nicht gut. Denn immer mehr Insolvenzberater müssen Insolvenz anmelden.

Was bewegte die Menschen in unserem Lande sonst noch? Die Geissens prozessieren gegen die Klatschpresse. Wegen Verletzung der Intimsphäre. Die „Ice Challenge“ löst bei Prominenten eine Kettenreaktion aus. Jeder, der sich medial inszenieren will, macht Nackt-Selfies, die in die Cloud hochgeladen werden. Und, oh Wunder, die Bilder erscheinend überraschenderweise im Internet. Wie kommt es zu einem solchen Hype? Da steht vor einem Rätsel. Aber es gab auch was fürs Herz in diesem Jahr. Ja, sie haben es endlich getan: George Clooney und Brad Pitt haben geheiratet.

Nach Dieter Nuhrs ungeschminkter Jahresbilanz blieb diese Woche bei der Aufzeichnung beim Publikum in seiner Heimatstadt Düsseldorf kein Auge trocken. Und sicher wird die Erheiterung beim Fernsehpublikum nicht minder groß sein.

„Nuhr 2014 – Der Jahresrückblick strahlt Das Erste am 18. Dezember um 22:55 Uhr aus.

Kölner Tatort „Wahre Liebe“ – so spritzig wie noch nie!

Autor: Christian Dick

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Foto: Maxim Leo (Drehbuch), Frank Tönsmann (Redaktion WDR), Joe Bausch, Sonja Goslicki (Produzentin) (Aufnahme: Christian Dick)

Hermann Joseph Bausch-Hölterhoff, das ist der bürgerliche Name von Joe Bausch. Bekannt ist er einer großen Fangemeinde durch den Kölner Tatort des WDR, in dem er seit 1997 den Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth verkörpert. Was aber nicht allgemein bekannt ist, er ist tatsächlich Arzt und fungiert seit 1986 als Anstaltsarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. Wer, wenn nicht Joe Bausch, ist also besser für eine Krimiserie prädestiniert? Joe Bausch war am 4. September 2014 bei der Preview des neuen WDR-Tatort aus Köln mit dem verheißungsvollen Titel „Wahre Liebe“ anwesend und stellte sich dabei den Fragen des Publikums. Hierbei trat zutage, dass er zwar nur „um 25 Ecken“, aber immerhin mit Pina Bausch verwandt ist.

Die Preview fand an einem sehr trendigen Ort in Köln statt, nämlich als Open-Air-Aufführung im Rheinauhafen auf dem Harry-Blum-Platz, benannt nach dem ersten direkt gewählten Oberbürgermeister der Stadt Köln (September 1999 bis März 2000), der nach einem halben Jahr verstorben ist. Bei der Preview waren weiterhin der Drehbuch-Autor dieser Folge Maxim Leo, der zuständige Redakteur des WDR Frank Tönsmann sowie die Produzentin Sonja Goslicki vor Ort dabei.

Die Tatort-Folge „Wahre Liebe“, die am 28. September ausgestrahlt wird, erregte beim Publikum sehr große Heiterkeit. Ein von so viel Situationskomik getragener Kölner Tatort war bis dato noch nie zu sehen. Das ist große Konkurrenz für das Team aus Münster! In dieser Tatort-Folge steht im Mittelpunkt ein Mord an der Chefin einer Internet-Partnerschaftsbörse. Etliche Personen, die mit dieser Partnerschaftsbörse so ihre Erfahrungen gemacht hatten, die teils höchst unangenehm waren, kamen plötzlich als möglicher Täter bzw. mögliche Täterin in Betracht. Das Thema dieser Tatort-Folge ist hochaktuell, denn es kam unter anderem die Aussage vor, dass heutzutage jede dritte Beziehung über das Internet zustande kommt. In der virtuellen Welt trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen. Oft ist die virtuelle Welt mehr Trug und Schein. Auf einer Internet-Partnerschaftsbörse sein Profil einzustellen, heißt in erster Linie für sich zu werben. Und so erscheint es nicht nur den beiden Kölner Tatort-Kommissaren Max Ballauf (Klaus Behrendt) und Alfred („Freddy“) Schenk (Dietmar Bär) höchst zweifelhaft, ob eine Internet-Partnerschaftsbörse anhand von Algorithmen die Chancen auf eine glückliche Beziehung zweier Menschen berechnen kann. Zu viel Spannung sei an dieser Stelle nicht vorweggenommen, es lohnt sich auf jeden Fall sehr am 28. September 2014 um 20:15 Uhr die ARD einzuschalten!

Markus Lanz schwimmt sich frei

Autor: Christian Dick

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Foto: die Gäste auf der „Wetten Dass…?“-Couch (Aufnahme: Damian Zidek)

Am Samstag war die Stimmung bei „Wetten Dass…?“ im Publikum im Düsseldorfer ISS Dome ausgezeichnet. Daher muss Markus Lanz an dieser Stelle mit großem Nachdruck gegen all die Kritiker in Schutz genommen werden, die wohl der Ansicht sind, dass sich eine Zeitung besser verkauft, wenn die Kritik negativ ist. Objektiv betrachtet hat Markus Lanz eine Show präsentiert, die eine große Pallette der Unterhaltungskunst geboten hat, so dass sich die ganz Familie daran erfreuen konnte. Das Wort „moderat“ bedeutet auf Deutsch „bescheiden“. Und hieran gemessen hat Markus Lanz sich absolut richtig verhalten. Er hat seine Gäste in den Mittelpunkt gestellt und sich selbst zurückgenommen, das ist genau das, was man von einem guten Moderator erwartet.

Die Show-Acts kamen beim Publikum sehr gut an. Bei Udo Jürgens ging das Publikum mit, bei Pharrell Williams stand das Publikum auf und tanzte mit und Adel Tawil, der früher Teil des Duo „Ich und Ich“ war und nun auf Solopfaden unterwegs ist, brachte mit dem Titel „Lieder“ die Halle zum Beben.

 

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Foto: Udo Jürgens stellte sein neues Lied „Der Mann ist das Problem“ vor. Markus Lanz stimmte anschließend auf dem Klavier gemeinsam mit Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ an (Aufnahme: Damian Zidek)

Besonders spannend und einfallsreich war eine Wette, bei der ein sechsköpfiges Team der Feuerwehr Hamburg-Bergedorf versuchte mit der vereinten Kraft seiner Lungen durch Blasen ein Feuerwehrauto zu bewegen. Leider kam das Auto in der vorgegebenen Zeit nicht zum Ziel, aber die sechs Feuerwehrmänner hatten sich dabei ordentlich angestrengt und alles gegeben.

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Foto: Wette „Feuerwehrauto“ (Aufnahme: Damian Zidek)

Der neunjährige Leandro Palme aus Gelsenkirchen, der bei seiner Kinderwette wie ein Wurm auf dem Bauch tanzte und dabei Luftballons zum Platzen brachte, eroberte die Herzen des Publikums im Sturm.

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Foto: Pharrell Williams (links) und der kleine Leandro (rechts im Bild) (Aufnahme: Damian Zidek)

Die Wette „Zauberwürfel“, bei der ein Doktorand auf dem Gebiet der Neurochirurgie sich zunächst über eine Stunde lang 20 verdrehte Zauberwürfel einprägen musste und am Ende versuchte, blind unter Angabe des Nummer eines Würfels diesen in seine Ausganslage zu drehen, war zwar am Ende nicht erfolgreich, aber auf jeden Fall eines sehr gute Idee.

Sehr abstrus war eine Wette, bei der zwei Männer an den Haaren der Wadenbeine iher Handball-Mannschaft erkannten, um welche  Kameraden es sich handelte. Die Wette war zwar lustig, aber doch auch sehr banal, da wäre etwas Geistreicheres besser gewesen.

Die promineten Gäste peppten die Show auf. Das Moderatoren-Duo Joko und Klaas lieferte einen Kalauer nach dem anderren. Hilary Swanks schilderte wie Sie aus äußerst ärmlichen Verhältnissen bis zur Oscar-Preisträgerin aufgestiegen ist, und das alles gelang ihr nur, weil ihre Mutter immer an sie geglaubt hat.

Eine ganz besondere Note gab der Show schließlich die ARD-Tagesschausprecherin und Moderatorin Judith Rakers. Ihre kessen Sprüche, gepaart mit ihrem Charme und ihrer Eleganz kamen beim Publikum derart gut an, dass das ZDF überlegen sollte, sie als Co-Moderatorin für Markus Lanz, also nicht nur als Assistentin, wie es bei Michelle Hunziker der Fall war, zu engagieren, da die beiden sehr gut harmonierten und sich sehr gut ergänzten.

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Foto: Judith Rakers im Mittelpunkt (Aufnahme: Damian Zidek)

Fazit: Die „Wetten Dass…?“-Ausgabe am 22. Februar 2014 aus Düsseldorf war ein Beweis, dass dieses Flaggschiff des ZDF noch sehr flott ist. Also bitte weiter so!

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Foto: Finale (Aufnahme: Damian Zidek)

 

 

Deutscher Fernsehpreis 2012


 

Foto: Deutscher Fernsehpreis Atmosphäre, Party von oben (Aufnahme: Andrea Matzker)

 

Von Andrea Matzker

 

Der Deutsche Fernsehpreis wurde in diesem Jahr vom ZDF veranstaltet. Die 14. Verleihung im Coloneum in Köln war überschattet vom überraschenden Tod des beliebten Kölner Schauspielers Dirk Bach. 12 Kategorien wurden ausgezeichnet. Darunter waren Wotan Wilke Möhring als „Bester Schauspieler“ sowie Barbara Auer und Ina Weisse, jeweils als „Beste Schauspielerin“. Circa 1200 geladene Stars und Gäste umjubelten neben weiteren Preisträgern Udo Jürgens für den „Besten Mehrteiler“ mit dem Titel „Der Mann mit dem Fagott“ und Frank Elstner, der für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis der Stifter geehrt wurde. Der Publikumspreis für das „Beste Frühstücksfernsehen“ ging an das Morgenmagazin der ARD. In Zusammenarbeit von Sternekoch Dieter Müller und Eventmanagerin und Gastronomin Claudia Stern wurde die festliche Gesellschaft bis zum frühen Morgen kulinarisch exquisit bedient und verwöhnt. Alternativ konnte man die extra eingerichtete, hauseigene Discothek besuchen.

 

Foto: Deutscher Fernsehpreis Atmosphäre (Aufnahme: Andrea Matzker)

 

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Als ob die Wette gilt …

Vor der Pressekonferenz war die Spannung groß (Foto: F. N. Otterbeck).

(Köln, 24.09.2012) Anfangs war es eine Falschmeldung und zudem eine, die Markus Lanz selbst einmal prophetisch aussendete: „Wer lang genug überzieht, der bekommt ‚Wetten dass?‘“ Er bekommt das ZDF-Flaggschiff; und rüstet es neu aus: Bild am Sonntag meldete die Neuigkeiten über WETTEN DASS am Sonntag vor der „Promo“ für die Presse. Man weiß: Lanz kocht – von jetzt ab: Wetten … Das schlankere und flexiblere Konzept verspricht der europaweit wohl aufwendigsten TV-Show eine erfolgreiche neue Runde.

Manche wetten darauf, dass für Markus Lanz, schon jetzt sehr präsent im ZDF, die Fußstapfen zu groß sind, die Thomas Gottschalk hinterließ. Wir sehen das anders. Die Familie guckte da längst nicht mehr wegen Thommy hin, bei allem Respekt für seinen Kultstatus. Lanz hat alle Chancen, dem Produkt ein frisches Profil zu geben. Er muss nicht der Gottschalk der „2010-er“ Jahre werden; Elstner der Zwanziger wird genügen.

Fototermin und Pressekonferenz fanden am 24. September in klug ausgewähltem Ambiente statt: exakt auf der Grenze von Deutz und Mülheim, zwei rechtsrheinischen Kölner Vororten, in einer postmodernen Halle, die einstmals zu den weitläufigen Industrieanlagen dort gehörte. Da durften die Fotografen brav Schlange stehen, um die exklusiven Bilder von den Protagonisten zu bekommen, Moderator Lanz, Chefin Göller und, stark im Kommen: Programmdirektor Dr. Norbert Himmler.

Das Team wich keiner Frage aus, auch nicht der leidigen Frage nach der Quote, die in diesem Jahr bereits Publikumsmagneten wie Thommy G. oder Harry S. hat schwach aussehen lassen.  Das nimmt man Lanz ab, dass ihm Qualität letztlich mehr zusagt als Quote. Einige wenige Antworten nur mussten Fakten diplomatisch zurecht rücken, aufs Ganze gesehen kommt Markus Lanz so hinreichend „ehrlich“ rüber, dass man ihm und seinem Glück gern weitere Chancen gibt. „Wetten, dass?“ Man darf also gespannt sein auf den Einstand von Lanz am 6. Oktober um 20:15 Uhr im ISS-Dome in Düsseldorf.

Ein sehr großes Medieninteresse fand der Fototermin mit Markus Lanz in Köln (Foto: F. N. Otterbeck).

F.N. Otterbeck

Musikantenstadl zum ersten Mal in NRW

Autoren: Christian Dick und Peter Sövegjarto

Foto: Moderator Andy Borg war ganz in seinem Element und gab, wie immer, den richtigen Ton an (Aufnahme: Christian Dick).

Die Seidenweberstadt Krefeld hat wirklich ihren ganz besonderen Reiz. Es gibt hier Natur pur, zum Beispiel viele Grünanlagen, Seen und den berühmten Krefelder Zoo. Krefeld ist ganz besonders berühmt für hochwertige Textilien, die in dieser Stadt hergestellt werden. So kommen 80 Prozent der in Deutschland hergestellten Krawatten aus Krefeld.

Foto: Krawatten aus Krefeld (Aufnahme: Christian Dick)

All dies war es dem Team des Musikantenstadl wert, diese Stadt in den Mittelpunkt des ersten Musikantenstadl aus Nordrhein-Westfalen zu stellen. Für den gebürtigen Wiener und jetzt in der Nähe von Passau lebenden Andy Borg war dieses Ereignis jedoch auch eine Art Heimspiel, denn er hat 26 in Pulheim gelebt.

Foto: Am Ende der Show wurde Andy Borg zum „Krawattenmann 2012“ gekürt (Aufnahme: Christian Dick).

Ein Highlight war der Auftritt der berühmtesten Tochter der Stadt Krefeld, Andrea Berg. Sie wurde frenetisch gefeiert.

Foto: Andrea Berg (Aufnahme: Christian Dick)

Dass er perfekt Kölsch spricht, stellte Andy Borg unter Beweis als er mit den Bläck Föös sprach und mit ihnen deren Hit „Bye, Bye my Love“ sang.

Foto: Andy Borg singt mit dem Bläck Föös (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Andy Borg und die Bläck Föös (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Einen Namen, den man sich unbedingt merken sollte, ist die aus Luzern stammende neue Grazie am Schlagerhimmel Jessica Ming. Sie ließ beim Musikantenstadl so manches Männerherz höher schlagen (Aufnahme: Christian Dick).

Foto: Andy Borg und Jessica Ming (Aufnahme: Christian Dick)

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Das Mädchen auf dem Meeresgrund

Yvonne Catterfeld und Benjamin Sadler im Gespräch

 

Autor:  Christian Dick

Foto: Lotte und Hans Hass auf der Boot-Ausstellung in Düsseldorf am 23. Januar 2009, dem 90. Geburtstag von Hans Hass (Aufnahme: Damian Zidek)

 

Yvonne Catterfeld und Benjamin Sadler (Quelle: ZDF, Aufnahme: Petro Domenigg)

 

Yvonne Catterfeld (Quelle:  ZDF, Aufnahme: Petro Domenigg)

 

 

Hans (Benjamin Sadler, r.) und Lotte (Yvonne Catterfeld, l.). Im Hintergrund Xenophon (Harald Krassnitzer).  (Quelle: ZDF, Aufnahme: Frank Dicks)

 

Am 23. Januar 2009 beging er seinen  90. Geburtstag.  Der wohl berühmteste Meeresforscher der Nachkriegszeit: Hans Hass. Und am 23. Januar 2009 war Hans Hass nicht etwa in seiner Heimatstadt Wien, sondern auf der Boot-Ausstellung in Düsseldorf, wo er gebührend gefeiert wurde. Von September bis November 2010 wurde seitens des ZDF ein Film gedreht über seine Expeditionen, die ihn zum Roten Meer geführt haben, und wie er dabei – wie aus heiterem Himmel  – seine Frau Lotte kennengelernt hat. Dieser Film mit dem Titel „Das Mädchen auf dem Meeresgrund“, der zur besten Sendezeit am 8. Dezember um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird,  ist hochkarätig besetzt. Hauptdarsteller sind Benjamin Sadler als Hans Hass und Yvonne Catterfeld als Lotte Baierl, die Hans Hass später geheiratet hat. Die beiden Schauspieler standen nun in einem Interview in Köln Rede und Antwort.

 

Besonders reizvoll an dieser Rolle war für Yvonne Catterfeld, dass sie in diesem Film eine Person darstellen konnte, die noch lebt, also eine Figur, die nicht fiktiv ist. „Ich hatte den Anspruch, dem Menschen, den ich hier dargestellt habe, so nah wie möglich zu kommen“, so Catterfeld. Und sie hat das Ehepaar Hass kennengelernt. „Das war vor den Dreharbeiten“, erinnert sich die Schauspielerin und fährt fort „Für mich war das sehr, sehr schön, ich habe Lotte und Hans Hass als sehr rührend und sehr herzlich empfunden. Es ist schon eine sehr absurde Situation, wenn ich mir vorstelle, wie die beiden jetzt über den Film denken, wenn sie sich ihre eigene Geschichte anschauen…“  Davon, dass Lotte und Hans Hass sehr authentisch dargestellt sind zeugt die Tatsache, dass Lotte Hass zu Tränen gerührt war und Hans Hass nach eigenem Bekunden eine Gänsehaut bekommen hat, als beide den Film gesehen haben.  Dr. Meta Hass-Raunig,  die Tochter von Lotte und Hans Hass, hat gegenüber Yvonne Catterfeld den Film als „genial“ bezeichnet und erklärt „Das ist meine Mutter, wie sie leibt und lebt.“ Es war für sie sehr schön, nun sehen zu können, wie ihre Eltern ihre jungen Jahre der beruflichen Zusammenarbeit, aus der sich dann die Liebe zueinander entwickelte, erlebt haben.

Die gerade einmal sieben Wochen, auf die sich die Dreharbeiten erstreckt haben waren für Yvonne Catterfeld sehr abwechslungsreich und vergingen wie im Flug. „Eine Woche Wien, und dann innerhalb von sieben Wochen in Marokko, auf Ibizza und in Ägypten. Das war wirklich eine sehr aufwändige Produktion.“

 

In dem Film kommen mehrere Tauchszenen vor.  Angst hatte Yvonne Catterfeld davor nach eigenem Bekunden nicht. „Ich habe schon immer gerne etwas Unberechenbares gemacht, etwas, bei  dem man nicht wirklich gesichert ist, etwas, was grenzenlos und leichtsinnig ist. Ich brauche so einen emotionalen Kick“, erklärt sie.  Allerdings gab es bei der Darstellung einer Apnoe-Taucherin, bei den Dreharbeiten für den Film „Geheimnis des Königssees“  vor sechs Jahren eine gefährliche Situation. „Ich habe damals unter Wasser Panik bekommen“, führt Catterfeld aus.  Sie hat einen Apnoe-Tauchkurs durchlaufen und für die Dreharbeiten zu dem Film „Das Mädchen auf dem Meeresgrund“ war ein Tauchschein erforderlich.  Als Double hatte Yvonne Catterfeld eine Tauchweltmeisterin. Nun hat die Schauspielerin Entspannung- und Dehnungsübungen und mentale Technik trainiert. Sie hat sogar unter Wasser Memory gespielt. Ihre Verweildauer unter Wasser hat sie von einer Minute auf zweieinhalb Minuten steigern können.

 

Eine Frau, die ihren Mann steht

 

Lotte Baierl musste bei der ersten Expedition, an der sie teilnahm den  Männern, die mit ihr auf dem Schiff waren, die Stirn bieten. Und dabei zeigte sich, dass das weibliche Geschlecht gar nicht so schwach ist, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Und wie kommt nun Yvonne Catterfeld als Mensch persönlich in einer Männerdomäne zurecht? Hierauf gibt sie zurAntwort: „Wenn ich allein unter Männern bin, das stellt für mich kein Problem dar, weil ich ziemlich gut mit ihnen klar komme und mich gut auf deren Ebene begeben kann.  Wenn eine Männerdomäne  ein unterdrückendes Bild von Frauen beinhaltet und sehr konservativ geprägt ist und der Mann auf der anderen Seite ein Feigling ist, damit habe ich dann allerdings schon ein Problem. Wenn diese Männer an der Macht sind, dann gilt es schon als Frau andere Waffen einzusetzen einzusetzen.“

 

Ebenso, wie Benjamin Sadler, beschrieb auch Yvonne Catterfeld die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team als überaus angenehm. Sadler sprach von einer „homogenen Gruppe“.  „Die Zusammenarbeit mit Benjamin Sadler war ganz phantastisch. Mit ihm wollte ich schon immer einmal gemeinsam arbeiten. Er war eine super Besetzung für die Rolle des Hans Hass. Es war wirklich eine sehr freundschaftliche Zusammenarbeit“, legte Yvonne Catterfeld dar.  Mit großer Freude denkt auch Sadler an die Dreharbeiten zurück:  „Wir hatten ein unglaubliches Glück mit der kompletten Besetzung und dem Team. Und mit Yvonne Catterfeld muss man einfach gut zusammenarbeiten können, sie ist ein Sonnenschein.“

 

Benjamin Sadler hat an der Rolle des Hans Hass besonders gereizt, dass dieser ein Mensch ist, der immer neugierig ist und von  dem Wunsch, Grenzen zu überwinden und Neuland zu betreten, beseelt ist. Über die Persönlichkeit von Hans Hass berichtet Sadler „Für ihn sind  Sturheit und eine Autorität, die nicht immer charmant ist, charakteristisch. Er glaubt immer zu wissen, was richtig ist. Dies ist aber auch der Grund weshalb er so weit gekommen ist.“ Sadler teilt mit Hans Hass eine unglaubliche Neugier und Wissbegierde. „Manchmal ist es unangenehm, wenn man etwas erreichen möchte und wenn man der Einzige ist, der daran glaubt“, so Sadler.  Dieses Gefühl von Hans Hass kann er sehr gut nachvollziehen.

 

An dem Film „Das Mädchen auf dem Meeresgrund“ hat sowohl Yvonne Catterfeld als auch Benjamin Sadler besonders gut gefallen, dass hier eine Mischung aus Liebesgeschichte und Abenteuer im Vordergrund steht. So bleibt bis zum Schluss spannend, wie es mit Lotte Baierl und Hans Hass am Ende ausgeht. 

 

In weiteren Rollen wirken mit Harald Krassnitzer, Manuel Witting, Andreas Schmidt, Raimund Wallisch, Julia Cencig, Werner Prinz, Kitty Speiser, Florentin Groll, Ernst A. Grandits und Fritz von Friedl.

 

Foto:  Yvonne Catterfeld mit Christian Dick, der das Interview führte.