Archiv der Kategorie: Gesellschaft

19. Lambertz Monday Night

Lambertz Monday Night Kreation mit Mozartkugeln Foto Andrea Matzker

29.01.2017 Köln Marriott Lambertz Vorabend-Dinner George Hamilton Foto Andrea Matzker

Lambertz Monday Night Chris de Burgh Foto Andrea Matzker

Lambertz Monday Night John Savage Foto Andrea Matzker

 

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Die diesjährige Lambertz Monday Night anlässlich der Internationalen Süßwarenmesse stand unter dem Motto „Sweet Disco“. Nach monatelanger Vorbereitung probte ein Team von über 80 Personen zwei ganze Tage lang konzentriert, um das anspruchsvolle Programm auf die Beine zu stellen. Höhepunkt des Abends war wieder einmal die einmalige Chocolate-Fashion-Show, bei der berühmte Models, wie Wilma Elles oder Rosanna Davison, märchenhafte und prunkvolle Schokoladengewänder zu rasanter Musik in ausgeklügelten Choreografien vorführten. Passend zum Thema sangen die leibhaftigen Künstler George McCrae und Keith Tynes von den Platters ihre Hits „Rock Me Baby“ und „Only You“. Chris De Burgh gab „Lady In Red“ a capella zum Besten, und viele weitere Sänger, Künstler, Akrobaten und Tänzer versetzten die 900 Gäste im Alten Wartesaal in damalige Disco-Zeiten. Im Anschluss an Programm und Buffet wurde getanzt, wobei sich Dieter Hallervorden als ganz besonders leidenschaftlicher Tänzer entpuppte. Vor lauter Temperament musste er sich seiner Schuhe entledigen, um auf der Bühne sein Bestes geben zu können. Aus Amerika waren die internationalen Stars Pamela Anderson, Rutger Hauer, George Hamilton und John Savage angereist. Letztere hatten am Nachmittag vor der Party das Duftmuseum von Johann Maria Farina besucht und dort die verschiedensten Düfte kennen gelernt, aus denen Parfüms hergestellt werden. Nastassja Kinski, Mario Adorf und Dieter Hallervorden vertraten die erste Liga der deutschen Schauspieler. Eine große Anzahl von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Mode, Design, Musik und den Medien war zugegen. Die Stadt Köln wurde durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und ihren Vorgänger Jürgen Roters repräsentiert. Neben vielen anderen namhaften Kollegen aus der Sportwelt waren die Wahlkölner und Profifußballer Peter Stöger und Anthony Modeste vor Ort. Obwohl die Party bis zum Morgengrauen ging, arbeitete die gesamte Standbesetzung der Firma Lambertz um Dr. Hermann Bühlbecker, wie üblich, pünktlich ab 10:00 Uhr morgens konzentriert weiter, um ihre altbewährten Traditionsgebäcke, aber auch ihre vielen Neuheiten vorzustellen.

Lambertz Monday Night Lutger Hauer Foto Andrea Matzker

Lambertz Monday Night Pamela Anderson Foto Andrea Matzker

29.01.2017 Köln Marriott Lambertz Vorabend-Dinner Nastassja Kinski Foto Andrea Matzker

 

 

Miss und Mister Neuss im Rhein Park Center gewählt

Autor: Christian Dick

Am 12. März 2016 fand sich anlässlich der Wahl der Miss und des Mister Neuss sehr viel Prominenz im Rhein Park Center in Neuss. Die aktuelle Miss Germany Lena Bröder und die Miss NRW Dalina Stanszewski waren in der Jury. Nachfolgend einige Eindrücke.

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Foto: Schauspielerin Mirja Dumont,  Miss Germany Lena Bröder, die Managerin des Rhein Park Center Andrea Schwenke, Miss NRW Dalina Stanszewski und der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Mirja Dumont und Andrea Schwenker, Managerin Rhein Park Center (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Miss Germany Lena Bröder und der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Miss NRW Dalina Stanszewski und Frank Möll, Chefredakteur des Stadt Kurier (Aufnahme: Christian Dick)

Rhein-Meeting zum Thema „Frei sein! Wozu?“ – Vorträge und Diskussionen auf höchstem theologischen und philosophischen Niveau

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(Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Pater Dr. Gianluca Carlin, Vorsitzender Rhein-Meeting e. V., und der Präfekt der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Kardinal Müller (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Gerhard Ludwig Kardinal Müller und der Kölner Weihbischof Ansgar Puff (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Wenn im Rheinland eine Veranstaltung zum dritten Mal in Folge stattfindet, dann ist sie Brauchtum. Dies gilt nun auch für das Rhein-Meeting der Gemeinschaft Comunione e Liberazione in Köln, das zum ersten Mal im Jahre 2014 stattfand. Comunione e Liberazione (CL), das ist Italienisch und heißt auf Deutsch „Gemeinschaft und Befreiung“. Es handelt sich hierbei um eine Bewegung in der Römisch-katholischen Kirche. Diese Gemeinschaft hat schon eine über sechzigjährige Geschichte. 1954 beendete der Mailänder Priester Luigi Giussani seine Tätigkeit als Dozent am Seminario Maggiore Ambrosiano und wurde Religionslehrer am Berchet-Gymnasium in Mailand. Auf Grund seiner großen Popularität gründeten seine Anhänger die Gioventù Studentesca („Schülerjugend“). Ende der 1960er Jahre benannte sich dies Gruppe in Comunione e Liberazione um. Zurzeit ist die Gemeinschaft „Comunione e Liberazione“ weltweit in ungefähr 90 Ländern aktiv. In Köln wurde 2014 der Verein „Rhein-Meeting e. V.“ unter dem Vorsitz von Pater Dr. Gianluca Carlin, der Schulseelsorger am St. Ursula-Gymnasium in Brühl und Subsidiar im Kirchengemeindeverband Kreuz-Köln-Nord ist, gegründet.  Ihm ist es wichtig, mit der Gemeinschaft CL in einer Zeit, in der Krisen und Kriege die Medien dominieren, in der es aber auch eine rege Werte-Diskussion gibt, gesellschaftspolitische  Impulse und Denkanstöße zur Einheit und Identität Europas, zum Glaubensfundament der Christen, zu Erziehung nach christlichen Wertmaßstäben, zu Menschenrechten und Menschenwürde sowie zur Freiheit und Verantwortung der Person zu geben. Das Spektrum der Themen der Gemeinschaft CL ist so vielfältig und von so großer gesellschaftspolitischer Relevanz, dass das Rhein-Meeting in Köln vom Europäischen Parlament gefördert wird.

Das dritte Rhein-Meeting fand vom 26. bis 28. Februar 2016 zum Thema „Frei sein! Wozu?“ im Kölner Maternushaus statt. An dem Treffen nahmen rund 1.000 Personen teil. Der Vorsitzende des Rhein-Meetings, Gianluca Carlin, wies zu Beginn auf das ambivalente Verständnis von Freiheit in der Gegenwart hin. Dabei erwähnte er einerseits die Aussage des französische Schriftstellers Michel Huellebec, wonach der Mensch „es satt hat, frei zu sein: es ist ihm zu mühselig“. Andererseits machten sich Tausende von Menschen auf, ließen alles zurück, um die Freiheit zu finden, ja sie seien sogar bereit, für die Freiheit ihrer eigenen Glaubensüberzeugung zu sterben.

Kardinal Müller über die „Diktatur des Relativismus“

In einem Grundsatzvortrag erläuterte der Präfekt für die Kongregation der Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, das Verhältnis von Freiheit und Wahrheit. „Die Relativierung der Wahrheit bedeutet die größte Bedrohung der Freiheit“, so Müller. Die Wahrheit des Menschen vor Gott ist der Grund seiner Freiheit in Gott, das Ziel der Freiheit jedoch ist die Liebe“, sagte der Kardinal. „Die Identität des Menschen vollzieht sich nicht in einem statischen und autarken Selbstbesitz; und sie vollzieht sich auch nicht in einem Kreisen um sich selbst und in sich selbst“. Person-Sein heiße, „Sich-selbst-überschreiten auf andere hin“.

Mit Blick auf das Verhältnis von Religion und Staat verlangte Müller einen umfassenden Respekt der Religionsfreiheit. Dies schließe auch das öffentliche Bekenntnis ein. Vom Staat verlangte er das natürliche Sittengesetz im Sinne eines dem Menschen von Gott eingeschriebenen Humanismus zu respektieren.

In einer Pressekonferenz erklärte Kardinal Müller zu dem Problem, dass viele Priester im Erzbistum Köln auf Grund großer Belastung herzkrank sind, alle Menschen müssten mit den Priestern solidarisch sein, um ihnen Last abzunehmen. Die Priester, die katholische Kirche und auch die katholischen Laien im gesellschaftlichen Diskurs hätten Gegenwind. Er plädierte in diesem Zusammenhang für eine „Entideologisierung“ in der Weise, dass nicht jeder anstreben solle, nur seine eigene Linie und seine eigenen Ziele durchzusetzen.

„Frei handeln und entscheiden – Beispiele aus der Arbeitswelt“

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Foto: Stephan Neuhoff (Aufnahme: Christian Dick)

Der ehemalige Direktor der Feuerwehr Köln, Stephan Neuhoff, betonte in einem persönlichen Zeugnis die Bedeutung des unbedingten Angenommenseins in Christus, als Ermöglichungsgrund der Freiheit. Nur so habe er ohne Selbstüberforderung auch große Verantwortung übernehmen können. In dem Podium „Frei handeln und entscheiden -Beispiele aus der Arbeitswelt“ erklärte Neuhoff weiterhin, dass heute oft der Beruf (in seinem Fall Feuerwehr-Direktor) die Berufung (in seinem Fall Ehemann und Familienvater) überdecke. Dies habe bei ihm zu einer schweren existenziellen Ehekrise geführt. Nur auf Grund der Verkündigung der Katholischen Kirche habe er sich dann doch nicht scheiden lassen. Er unterstrich nachdrücklich, dass die Berufung eines Menschen wichtiger sei als der Beruf und dass daher der Beruf nicht alles dominieren dürfe. Er sprach in Bezug auf die Arbeit von 4 Freiheiten: 1. Freiheit gegenüber Leistungsdruck, 2. Freiheit gegenüber Anerkennung, 3. Freiheit gegenüber Erwartungen und 4. Freiheit gegenüber dem Unerwarteten, unter diesen Voraussetzungen lebe sich leichter und besser im Geiste von Jesus Christus. Früher habe er gedacht „Gott ist Richter. Und das Leben ist eine Probe“. Später habe er erfahren „Gott liebt Dich, so wie Du bist“. Dies sei auch in Psalm 40 ausgedrückt, aus dem hervorgehe, dass Gott nicht auf Wolke 7 sitze, sondern die Geschicke des Menschen führe.

„Freiheit und Identität – Gesellschaftliche Perspektiven“

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Foto: John Waters, Kolumnist des Irish Independent (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Professor Dr. Russell Ronad Reno, Herausgeber der Zeitschrift First Things, New York, und Sophia Kuby, European Dignity Watch, Brüssel (Aufnahme: Christian Dick)

In diesem Podium lautete der Tenor der Diskutanten John Waters, Kolumnist des Irish Independent, und Professor Dr. Russell Ronad Reno, Herausgeber der Zeitschrift First Things, New York, dass die Menschen heute vielfach nur nach Selbstverwirklichung streben und das machen wollen, was ihnen Spaß macht, dass es den Menschen nur um Konsum und Karriere geht und sie dabei die Wahrheit, Jesus Christus, aus dem Blick verlieren. Professor Reno erklärte insbesondere mit Nachdruck „Es ist nicht einfach, nicht nur das zu tun, was wir wollen. Jesus möchte dem entgegenwirken. Wir haben heute eine Massenkultur. Die Märkte möchten, dass alle Menschen gleich sind. […] Konsum-Denken, Karriere-Denken beherrschen uns. Wir schauen sorgfältig auf unsere Gesundheit und unsere Sicherheit. Gesundheit, Wohlstand und Hedonisierung – das sind unsere Ersatz-Götter. Wir können uns dagegen wehren. Und so heißt es in Kapitel 8,38 des Römerbriefes“: 38 Denn ich bin gewiss: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe noch der Tiefe noch irgendwelche andere Kreatur, können uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Reno beschrieb die Freiheit des Christen vor allem im mutigen gesellschaftspolitischen Engagement. Die in der Beziehung zu Christus gründende Freiheit erlaube es dem Einzelnen gerade in politisch kontroversen Fragen wie dem Schutz des Lebens am Anfang und am Ende Farbe zu bekennen. Dabei gehe es weniger um das reine Argument, sondern mehr um das Zeugnis.

„Ein Beispiel ist die Aufopferung Maximilian Kolbes im KZ in Auschwitz. Maximilian Kolbe hat durch das Handeln aus seinem Glauben heraus seine Freiheit gefunden. Wir haben einen Glauben, der uns die Kraft gibt, NEIN zu sagen zu den weltlichen Mächten, zum Beispiel das Aussprechen gegen Transsexualität“, so Reno wörtlich

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments. Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz (SPD), hob in seinem Grußwort die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und der Menschenrechte, insbesondere von Minderheiten hervor. In diesem Geist unterstütze das EU-Parlament das Rhein-Meeting.

Erzbischof Rainer-Maria Woelki mahnte beim Pontifikalamt am Sonntag in der Kirche Sankt Ursula die Christen, entschiedener für das Recht jedes Einzelnen auf Leben einzutreten. Dass gelte derzeit besondere für Flüchtlinge. Jeder Mensch sei von Gott geliebt und einzigartig, unabhängig von seiner Zugehörigkeit zur Nation oder Kultur. Die Christen könnten nicht hinnehmen, dass weltweit Millionen Menschen unter Krieg und Elend litten. Dabei wiederholte er auch die Worte von Papst Franziskus, dass die entfesselte Wirtschaft töte.

Der Erzbischof unterstrich, dass das Rhein-Meeting als Treffen ein Ort des Austausches und des Dialogs sei. Die Zugehörigkeit zur Kirche erlaubte es uns, anderen über die Grenze der Konfessionen und Religionen hinaus zu begegnen. Diesem Anliegen galt auch eine Dialogveranstaltung mit dem Münsteraner Islamwissenschaftler Ahamad Milad Karimi. Er äußerte sich zur Verantwortung der muslimischen Verbände in der Flüchtlingsfrage.

Jeder habe ein Anrecht auf einen Ort der Herkunft und damit der geistigen Heimat und Zugehörigkeit. Hier seien die muslimischen Verbände in Deutschland bei der Aufnahme der Schutzsuchenden gefragt.

Zum Abschluss dankte Carlin den zahlreichen freiwilligen Helfern, die das Treffen allererst ermöglicht hätten.

Ausblick

Für das Rhein-Meeting im Jahre 2017 gibt es auch schon Pläne. Es soll sich dem Thema „Ein Mensch zu sein, das interessiert mich“ beschäftigen

Weitere Information zu der Veranstaltung Rhein-Meeting und zur Gemeinsam Comunione e Liberazione sind unter folgenden Internetadressen zu finden:

http://www.rhein-meeting.org/

http://www.clonline.org/

Informationen über Comunione e Liberazione in Deutschland:

http://de.clonline.org/default.asp?id=743

 

 

Offener Dialog zu Themen der Katholischen Kirche mit Erzbischof Heiner Koch

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Foto: Dr. Heiner Koch, der designierte Erzbischof von Berlin, und Wolfgang Rolshoven, Baas der Düsseldorfer Jonges (Aufnahme: Christian Dick)

Autor. Christian Dick

Besonders bemerkenswert waren die sehr offenen Antworten des designierten Erzbischofs von Berlin und Apostolischen Administrators des Bistums Dresden-Meißen Dr. Heiner Koch, auch zu kontrovers diskutierten Themen der katholischen Kirche, beim Interview auf der roten Couch beim Heimartverein Düsseldorfer Jonges am 7. Juli 2015.

Ein Rheinländer in Sachsen – kann das gut gehen? Der in Düsseldorf-Eller geborene Heiner Koch, der von 1984 bis 1989 als Hochschulpfarrer in Düsseldorf gewirkt hatte, der später von 2002 bis 2005 als Generalsekretär für die Organisation des Weltjugendtages im Köln im Jahre 2005 verantwortlich war, anschließend Weihbischof für den Süden des Erzbistums Köln und im Februar 2013 Bischof des Bistums Dresden-Meißen wurde, könnte zu diesem Thema gut und gerne einen ganzen Abend füllen. Wenn man Heiner Kochs Ausführungen beim Heimatabend des Heimatvereins „Düsseldorfer Jonges“ auf der roten Couch heranzieht, so kann man dies nur bejahen. Er beschrieb seine Aufnahme durch die Menschen im Bistum Dresden-Meißen, das bis ins Grenzgebiet zu Polen reicht, zu dem auch Leipzig und Teile von Mecklenburg-Vorpommern gehören, als sehr herzlich. Heiner Koch, der dem Brauchtum – unter anderem als Ehren-Bundespräses des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e. V. (BHDS) und Ehrenmitglied der Kölner Prinzengarde und der Prinzengarde von Shanghai – sehr verbunden ist, stellte fest, dass die Sachsen mit dem Karneval jedoch nichts am Hut haben. Als in den Tagen seiner Einführung in Dresden die Kölner Prinzengarde mit dem Standartenträger durch Dresden marschiert sei, habe eine Frau gesagt „Der August war doch der König!“

Dass die PEGIDA-Bewegung mit der Mentalität der Menschen in Ostdeutschland zu tun hat, glaubt Heiner Koch nicht. Bei den PEGIDA-Demonstrationen in Dresden hätten zum Beispiel auch Busse aus Köln gestanden. Alle Fernsehanstalten Europas hätten über diese Demonstrationen berichtet, so dass das Thema medial sehr stark hochgekommen sei. Die Beweggründe der Teilnehmer an diesen Demonstrationen weisen ein sehr diffuses Bild auf. Darunter seien zum Beispiel Menschen gewesen, die gegen den Islam seien, anderen gegen eine Straßen-Umlegung und wieder andere haben gegen Steuererhöhungen demonstriert. Zuerst, so Koch, seien die Montagsdemonstrationen in der Wendezeit 1989 das Vorbild der PEGIDA-Demonstrationen geworden, aber dann seien Rechtsextreme an der Spitze der Demonstrationen marschiert und dann sei es gefährlich geworden. Unverständlich ist auch, so erklärte  Heiner Koch, warum gerade in einer Region, wo der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund 2 Prozent und der Anteil der Moslems 0,2 Prozent beträgt, eine derartige Fremdenfeindlichkeit vorherrscht.

Der Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung Ulli Tückmantel sparte in seinem Interview auch kontrovers diskutierte Themen wie den Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homo-Ehe nicht aus, dies war umso interessanter, weil Heiner Koch in der Deutschen Bischofskonferenz für den Bereich „Ehe und Familie“ zuständig ist. Hinsichtlich der Frage, ob die Katholische Kirche nicht ein Sprachproblem dabei habe, das Thema Sexualmoral zu vermitteln, das von einer großen Mehrheit ganz anders gesehen werde, sagte Koch „Wenn ein solches Thema so viel Aufregung erregt, haben wir eigentlich schon unser Ziel erreicht. Wenn man der Überzeugung, dass eine Botschaft weiterhin gilt, dann muss man dies auch verkünden, auch wenn es von vielen abgelehnt wird. Man muss dies auch begründen und darlegen. “  In Bezug auf die Haltung der Katholischen Kirche, die wiederverheirateten Geschiedenen das Recht auf dem Empfang der Kommunion abspricht erklärte Heiner Koch „Dies ist aus theologischer Sicht problematisch. Wenn sich Eheleute bei der Trauung das Eheversprechen geben, sich dann aber später scheiden lassen und danach wieder neu heiraten, ist das ein Bruch des Eheversprechens. Es ist aus theologischer Sicht problematisch, bei der Feier der Eucharistie über diesen Bruch hinweg zu sehen.“ Zur Homo-Ehe erklärte Koch „Es geht hier nicht um eine geringere Wertschätzung von Homosexuellen.“ Er fügte hinzu, die Katholische Kirche verstehe unter der Ehe die Verbindung von Mann und Frau, von zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts. Geschlechtlichkeit sei nicht nur eine Frage der Sexualität. Psyche, Körperlichkeit, kulturelle Prägung beider Geschlechter ergänzten sich. „Deshalb betonen wir den besonderen Wert der Ehe als zweigeschlechtliche Gemeinschaft, die auch zur Zeugung neuen Lebens führt. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, den Ehebegriff zu erweitern“, merkte Koch an. Als zuständiger deutscher Bischof für den Bereich „Ehe und Familie“ wird Heiner Koch im Herbst an der Familiensynode der Bischöfe aus aller Welt in Rom teilnehmen. Koch erklärte, dass die Bischöfe aus anderen Ländern, beispielsweise Indien sich über die Diskussionen in Deutschland wunderten. Seit seiner Zeit als Generalsekretär des Weltjugendtages in Köln weiß Heiner Koch um die Vielschichtigkeit von Ortskirche, Bundeskirche und Weltkirche, dadurch wurde ihm in besonderer Weise bewusst, wie bunt die Weltkirche ist. Das Diffizile wird es daher bei der Familiensynode sein, zu einem Konsens zu kommen. Heiner Koch gab zu, dass er mit einer gewissen Anspannung nach Rom fahren werde, weil die dort zu behandelnden Themen nicht einfach seien.

Teamgeist

Das Erzbistum Berlin zählt 400.000 Katholiken. Aus derzeit 105 Gemeinden muss Heiner Koch 35 Großpfarreien bilden – wahrlich keine einfache Aufgabe. Auf der Frage hin, wie er seine Aufgaben als Diözesanbischof und künftig als Erzbischof sehe, der doch praktisch ein Manager sei, erklärte Koch, dass er sich als „Generalist“ sehe. Er wolle Lösungen immer im Team suchen. Seine Mitarbeiter seien dann die Spezialisten.

Kein Kirchenpolitiker

Heiner Koch sieht zwar die Notwendigkeit, dass sich die Katholische Kirche in der Bundeshauptstadt stärker artikulieren muss. Gleichwohl will er sich nicht als „Kirchenpolitiker“ verstanden wissen. Seine Hauptaufgabe bleibe die Seelsorge. Maßstab ist für ihn, keine Alleinentscheidungen für die Menschen in seinem Bistum zu treffen, die dann die Menschen nicht verstehen können, sondern bei seinen Entscheidungen, alle Menschen mitzunehmen.

In Berlin ist seitens der Katholischen Kirche die Einrichtung eines  Wissenschaftskollegs geplant. Hier sollen laut Koch ethische Fragen, wie etwa „Was hält die Gesellschaft zusammen?“, „Welches sind die Perspektiven für die Gesellschaft?“, das Gesundheitssystem und Flüchtlinge Themen sein. „Das muss sehr qualifiziert sein. Glaubwürdige Menschen müssen an diesem Wissenschaftskolleg in Berlin wirken“, so Koch.

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Foto: Zum Abschluss erhielt Heiner Koch eine Miniaturversion in Bronze des neu geschaffene Denkmals für Heinrich Heine, dass seit 2013 auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf steht. Auf dem Foto von links nach rechts: Bildhauer Bert Gerresheim, Erzbischof Dr. Heiner Koch und Wolfgang Rolshoven (Aufnahme: Christian Dick)

Heiner Koch ist Ehrenmitglied der Tischgemeinschaft Brandstifter der Düsseldorfer Jonges.

Brandstifter mit Heiner Koch_klein

Foto: von links nach rechts: Egon Klassen Tischbaas der Tischgemeinschaft Brandstifter der Düsseldorfer Jonges, Michael Riemer Vizetischbaas, Leo Reiners, Schatzmeister, Bischof Dr. Heiner Koch, Ehrenmitglied der Tischgemeinschaft Brandstifter (Aufnahme: Christian Dick)

Sorge um Zukunft der Enkel

 

Marita und Norbert Blüm_klein

Foto: Dr. Norbert Blüm und seine Ehefrau Marita. Die beiden haben sich 1962 in einer Vorlesung mit Professor Joseph Ratzinger an der Universität Bonn kennengelernt. Die beiden sind seit über 50 Jahren verheiratet und haben drei Kinder und vier Enkelkinder. Ein Sohn ist Mitglieder der Kölner Band Brings. (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: von links nach rechts: WDR-Redakteur Adrian Lehnigk, Dr. Norbert Blüm und der Regisseur und Autor des Films Ravi Karmalker (Aufnahme: Christian Dick)

Norbert Blüm stemmt sich gegen Ich-Gesellschaft und Besitz-Gier

Autor: Christian Dick

Am Mittwoch, 10. Juni, fand im Odeon-Kino im Kölner Severinsviertel die Preview des WDR-Films „Im Auftrag meiner Enkel – Norbert Blüm erkundet die Zukunft“ statt, der am Freitag, 12. Juni, 23:15 Uhr im Anschluss an die Talkshow von Bettina Böttinger, in der Norbert Blüm ebenfalls am 12. Juni zu Gast sein wird.

Bundesarbeitsminister a. D. Dr. Norbert Blüm, der bald 80 wird, ist innerhalb von 12 Monaten quer durch Deutschland gereist und hat mit unterschiedlichen Menschen über das Auseinanderdriften der Gesellschaft in Arm und Reich gesprochen. Besonders interessant ist es, als Blüm im Wege des Couch-Surfing bei einem Attac-Mitglied in Hamburg landet, das Gespräch ist sehr aufschlussreich. Er hat auch mit einem jungen Mann gesprochen, der sich in einem Selbstversuch ein Jahr lang von Lebensmitteln ernährt hat, die andere Menschen in den Müll geworfen haben, obwohl diese noch nicht verdorben waren. Das Problem des Wegwerfens von noch sehr gut verzehrbaren Nahrungsmitteln – eine Schande angesichts der Tatsache, dass viele Menschen auf der Welt hungern oder verhungern – hat bereits der Film „Taste the Waste“ thematisiert.

Weiterhin hat Blüm ein Gespräch mit einer Millionärin, Inhaberin einer exklusiven Modeboutique in Hamburg, geführt, die, wie sich in dem Gespräch zeigte, auf einem sehr hohen Ross saß und nicht bereit war, etwas für die Allgemeinheit zu machen. Er sprach dann mit einem Millionär, der die Ansicht vertrat, dass das Vermögen in Deutschland im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern mit 25 Prozent zu niedrig besteuert wird. Das letzte Gespräch führte Blüm mit dem Vorstandsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG, Dr. Heinrich Hiesinger, der die Probleme wie etwa Klimaerwärmung und einen härteren Wettbewerb in der Wirtschafts- und Arbeitswelt eher relativierte, von dem Blüm den Eindruck hatte, dass er die Welt nur aus der Sicht seines Unternehmens gesehen hat.

Blüms Fazit im Gespräch nach der Vorabaufführung des Films war ernüchternd: „Ich glaube, dass die Zukunft meiner Enkel eher vom Geld als von der Politik entschieden wird.“ Die Botschaft Blüms beim dem Film-Gespräch an seine Enkel, die aber auch für andere Menschen interessant ist, lautete „Heiratet nie jemanden wegen des Geldes. Heutzutage ist Teilen wichtiger als der Besitz. Vor dem Fall der Berliner Mauer haben wir immer versucht, darzustellen, dass der Kapitalismus sozialer ist als der Sozialismus, nach der Wiedervereinigung kam es vielen Menschen nur auf den kurzfristigen Profit an.“ Norbert Blüm stellte weiter fest, dass die Gesetzliche Rentenversicherung die gerechteste sei und auch, trotz der Alterung der Bevölkerung und des starken Geburtenrückgangs funktioniere, wenn nur die jungen Menschen Arbeit hätten. Er merkte an, dass die Verwaltungskosten in der Gesetzlichen Rentenversicherung bei 1,3 Prozent liegen, bei Privaten Rentenversicherern dagegen bei 15 bis 20 Prozent, weil hier auch noch „die Drückerkolonne“ bezahlt werden müsse.

Kommentar von Dr. Norbert Otterbeck:

Zur Nachahmung empfohlen: Norbert Blüm als Handlungsreisender …

Ein immer noch sehr prominenter, sehr profilierter Altpolitiker aus der „Bonner Republik“ macht sich auf den Weg. Er reist nicht in Versicherungen, sondern forscht nach „Handlung“, danach, wie exemplarische Taten einzelner Protagonisten, aus der Zivilgesellschaft, für einen neuen Umgang mit dem lieben Geld stilbildend sein können.

Das Thema ist nicht kleiner als das ganz große: Wem dient die Wirtschaft noch? Sorgt die Politik heute für morgen vor, nachhaltig genug? Wellenreiter-TV hat für den WDR dazu ein Experiment gewagt, in dem einerseits die Persönlichkeit des Prominenten unverwechselbar zu Wort kommt, manche Elemente einer Home-Story inbegriffen: sein Zuhause in Bonn mit Büchern und Garten, usw. Aber zugleich werden auf unterhaltsame Weise die kniffligen Zukunftsfragen ins Bild gerückt. Diese können immer nur angetippt werden, nie ganz ausdiskutiert. Da ist der sympathische Attac-Aktivist, der dem Minister a.D. gratis eine Übernachtung auf der Luftmatratze anbietet: „Couch-Surfing“ heißt das Netzwerk. Da wird das seriöse Spielgeld „Rheingold“ aus Düsseldorf vorgestellt, das den Teilnehmern helfen will, dass die ‚alltäglichen Euro‘ nicht ins realwirtschaftliche Nirwana entschwinden. Es werden Tauschgelegenheiten gezeigt; und wie man zur Not „aus dem Müll“ überleben kann, in der Wegwerfgesellschaft. Wir lernen auch einige gutwillige reiche Leute kennen. Nur eine Luxus-Einzelhändlerin aus Hamburg muss ein bisschen die Oppositionsrolle spielen. Hier beißt der Bahnreisende mit der unvermeidlichen Schiebermütze auf Granit mit seiner Aufforderung: „mehr Handeln“ für die gute Sache … ! Wegen seiner starken, unverwechselbaren rhetorischen Präsenz wäre es vielleicht, phasenweise, eine Auflockerung gewesen, aus dem „Off“ nicht nur Blüm, sondern auch eine zweite Kommentarstimme zu hören. (Vielleicht die der einzigen Enkelin, die kurz mit ihrem Opa gezeigt wurde?)

Selbstverständlich, trotz der sehr geschickten Montage der Facetten, bleibt eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Denn wer überhaupt hat die Macht, die globale Finanzwirtschaft zu sanieren? Den Welthandel? Wer kann große Megavermögen begrenzen und den Ärmsten ein Minimum zusagen? „Unsere Rente“ wird im Film klug ausgespart, denn für die steht Norbert Blüm bekanntlich immer noch ein, aktiv wie immer.

Die Forschungsreise zugunsten der Generationenbrücke hat sich, unterm Strich, heiter bis wolkig für das Publikum „rentiert“. Aber ist nur ein zweiter Bonner oder Berliner Kandidat denkbar, der das Projekt aufgreifen würde? Außer vielleicht Gregor Gysi im Unruhestand?

 

Woelki geißelt Manchester-Kapitalismus

Autor: Christian Dick

Kardinal Woelki und Sternsinger_klein

Erzbischof Rainer Maria Woelki hatte beim Neujahrsempfang der IHK Wuppertal die Sternsinger aus der Wuppertaler Pfarrei St. Laurentius mit im Gefolge. 1200 Menschen im Saal der Historischen Stadthalle in Wuppertal sangen bei dem Lied „Engel auf den Feldern singen“ den Refrain „Gloria in excelsis deo“ voller Begeisterung mit. (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: die Historische Stadthalle in Wuppertal (Aufnahme: Christian Dick)

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(Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid, Kardinal Rainer Maria Woelki und IHK-Präsident Thomas Meyer (Aufnahme: Christian Dick)

Thomas Meyer, Präsident der IHK Wuppertal, wies in seiner Begrüßungsrede nachdrücklich darauf hin, dass Europa und Deutschland im Jahre 2015 eine 70jährige Friedensperiode hätten. Zahlreiche Ereignisse, so Meyer, hätten das Jahr 2014 geprägt, so etwa  auf internationaler Ebene die Ukraine- Krise, der immer wieder ausbrechende Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, der international nicht in den Griff zu bekommende Syrien-Konflikt, der Wahnsinn des IS, die Zahl der Flüchtlinge in Europa, die den höchsten Stand seit 1949 erreicht habe, die Ebola- Epidemie in Teilen Afrikas und schwere Unfälle , wie Flugzeugabstürze, Schiffsunglücke und Grubenunglücke. Was Deutschland positiv bewegt habe seien die Weltmeisterschaft in Brasilien und der Mauerfall vor 25 Jahren gewesen. Außerdem habe man des Ausbruchs des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht. Und schließlich sei die Friedensnobelpreis-Verleihung an die 17 jährige pakistanische Schülerin Malala ein herausragendes Ereignis gewesen.

Themen der vergangenen Jahre, die unterzugehen drohten, seien das Referendum der Schotten über Europa, der Amtsantritt des Polen Donald Tusk als neuer Präsident des Europäischen Rates, die Übernahme der Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank oder die Luxemburg Leaks gewesen. Im Hinblick auf die Rentenzusage mit 63, so Meyer, überschritten die aktuellen Zahlen alle Prognosen.

Die Deutschen beschäftigten sich lieber mit der PKW –Maut, der Edathy- Affäre, dem NSA- Untersuchungsausschuss und dem neuen Ministerpräsidenten der Linkspartei Bodo Ramelow. Deutschland solle sich vielmehr mit der Bewegung Pegida beschäftigen, die seit Oktober agiere. „Wir müssen aufpassen, dass uns das nicht aus den Händen gleitet. Deutschland und auch unser Bergisches Land müssen sich, wie bisher auch geschehen, gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz wehren“, appellierte Meyer eindringlich.

Mit Blick auf eine mögliche Rede eines IHK-Präsidenten im Jahre 2025 wünschte sich Thomas Meyer, dass dann die Region des bergischen Städtedreiecks wirklich zu einer Region mit einer einheitlichen Identität zusammengewachsen sei, dass es dann mit Unterstützung einer gesetzlichen Regelung durch das Land Nordrhein-Westfalen ein Gesetz für die Wahl eines Bergischen Regionalrats gebe, dessen Mitglieder von den Bürgern direkt gewählt werden könnten, dass das Bergische Land vom Land NRW besser wahrgenommen werde, dass dann das Potenzial junger Menschen, und insbesondere auch jener mit Zuwanderungshintergrund besser genutzt werde, dass dann Studienabbrecher schnell eine neue Chance für eine Ausbildung in dualen System bekämen und dass im Jahre 2025 die IHK nicht mehr als „IHK – Wuppertal, Solingen, Remscheid“ bezeichnet werde, sondern den Namen „Bergische IHK“ trage.

Woelkis Plädoyer für die schwachen Glieder der Gesellschaft

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Foto: Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin des Landes NRW Sylvia Löhrmann und Kardinal Rainer Maria Woelki (Aufnahme: Christian Dick)

Kardinal Woelki warnte insbesondere vor einer Ghettoisierung von Menschen mit Zuwanderungshintergrund in deutschen Städten, denn sonst werde hieraus „ein sozialer Sprengstoff, bei dem uns noch Hören und Sehen vergeht“.

Woelki machte in seiner Festrede klar, dass Wirtschaft und Soziales zusammengehören. Er warb vor allem um eine Wirtschaft, die dem Menschen dient. Er fordert mit Vehemenz, sich Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf Grund von Profitgier ausbeuten, entgegen zu stellen. Woelki prangerte insbesondere das Geschäftsgebaren der amerikanischen Textilkaufhauskette Primark an und sprach in diesem Zusammen von Manchester-Kapitalismus, der er aufs Schärfste verurteiltet. Wörtlich sagte Woelki: Dass sich hier in Wuppertal eine Filiale der Primark-Kette ansiedeln will, wird sich sicher nicht verhindern lassen. Und es wäre wahrscheinlich auch naiv dies zu versuchen. Aber dass in einer Stadt, in der Friedrich Engels geboren wurde, in der Adolf Kolping wirkte und in der das Elberfelder Fürsorgemodell entstanden ist, das städtebauliche Zukunftsprojekt am neuen Döppesberg durch ein Geschäft besetzt sein wird, dass für Manchesterkapitalismus pur steht, fordert schon heraus. Hier bleibt zu hoffen und zu wünschen – das darf man ja zu Beginn eines neuen Jahres so nur wie sonst die Kinder auf ihren Wunschzetteln vor dem Fest – bleibt also zu hoffen und zu wünschen, dass mit dem sozialen Selbstbewussstsein der Stadt Wuppertal und der gesamten Region Einfluss genommen wird auf die Geschäfts- und Produktionsbedingungen eines Unternehmens, dass mehr an der Rendite als an den Lebensbedingungen der Männer und vor allem Frauen interessiert ist, die das fertigen, was vor allem unseren Kindern und Jugendlichen am Nächsten ist: Klamotten.“

Woeki konstatierte im Zusammenhang mit der Wirtschafts- und Finanzkrise eine „verhängnisvolle Gier“. Diese habe bei vielen Beteiligten eine vernünftige Risikoabwägung ausfallen lassen.

Dem Manchester-Kapitalismus stellte Woelki die Philosophie von Schuhhändler Heinrich Deichmann gegenüber, der fordert, dass es der Wirtschaft immer darum gehen sollte, „einen Beitrag dazu zu leisten, dass Menschen ihr eigenes Leben besser, erfolgreicher oder selbstbestimmter gestalten können.“

Woelki zitierte außerdem  den emeritierten Papst Benedikt XVI., der in seiner Enzyklika „Caritas in veritate“ aus dem Jahre 2009 festgestellt hatte „Die Kirche vertritt seit jeher, dass die Wirtschaftstätigkeit nicht als antisozial angesehen werden darf“. „Der Markt ist an sich nicht ein Ort der Unterdrückung des Armen durch den Reichen und darf daher auch nicht dazu werden. Die Gesellschaft muss sich nicht vor dem Markt schützen, als ob seine Entwicklung ipso facto zur Zerstörung wahrhaft menschlicher Beziehungen würde … Es darf [aber] nicht vergessen werden, dass es den Markt nicht in einer Reinform gibt,“ so habe der emeritierte Papst Benedikt XVI. weiter ausgeführt. Gleichzeitig habe Papst Benedikt XVI. in dieser Enzyklika darauf aufmerksam gemacht, dass „die Wirtschaft und das Finanzwesen …, insofern sie Mittel sind, tatsächlich schlecht gebraucht werden [können], wenn der Verantwortliche sich nur von egoistischen Interessen leiten lässt. So können an sich gute Mittel in schadenbringende Mittel verwandelt werden.“ Und dort wo dies geschehe, so Woelki urteile Papst Franziskus zu Recht: „Diese Wirtschaft tötet!

Bei allen Appellen an die Unternehmen machte Kardinale Woelki keine Hehl daraus, dass auch die Kirche Fehler mache, wie zum Beispiel mit Blick auf die Ereignisse im Bistum Limburg. Er kündigte einen großen Schritt in Richtung positivem Marketing der katholischen Kirche an, indem er erklärte, dass das Erzbistums Köln als erste Diözese in Deutschland wahrscheinlich noch im Januar 2015 seine Zahlen transparent machen werde, ebenso, wie man dies aus der Wirtschaft kenne.

Bescheidenheit im Auftreten, ein Mann der leisen Töne, aber ein ganz klares Profil in der Sache, nämlich die Darstellung einer katholischen Kirche, die Fürsprecher der sozialen Belange der Menschen ist, die oft keine Lobby haben  – dies war nach einhelliger Meinung der Gäste die Kernbotschaft von Kardinal Rainer Maria Woelki.

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Foto: Das Rahmenprogramm des Neujahrsempfangs war sehr abwechslungsreich. Bei der Musik von Wolf Doldinger & Best Friends, zur großen Überraschung mit Unterstützung des Düsseldorfer IHK-Präsidenten Professor Dr. Ulrich Lehner (links im Bild), ging das Publikum mit. (Aufnahme: Christian Dick)

Der Abend mündete in die Darreichung kulinarischer Köstlichkeiten und einen interessanten Small Talk der Gäste. Der IHK-Neujahrsempfang 2015 der Bergischen IHK war für alle Gäste ein großer Gewinn.

Warum die katholische Kirche in Ostdeutschland und Westdeutschland einander bedürfen

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Foto: Tim-O. Kurzbach, Vorsitzender der Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln, Professor Dr. Lothar Roos, Vorsitzender der Joseph-Höffner-Gesellschaft, Bischof Dr. Heiner Koch und der Kölner Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Im Rahmen seiner Begrüßung bei der alljährlich durch die Joseph-Kardinal-Gesellschaft und den Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln ausgerichteten Veranstaltung anlässlich des Jahrgedächtnis anlässlich des 1987 verstorbenen Joseph Kardinal Höffner nannte Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp drei Aspekte, weshalb dieser Kardinal eine Person von bleibender Bedeutung ist. Höffner war erstens ein „Gottverbundenheit“ geprägter Mensch. Als man Papst Johannes Paul II. die Nachricht vom Tode Kardinal Höffners übermittelt habe, habe dieser Höffer als eine „priesterliche Persönlichkeit bezeichnet. Höffner, so Schwaderlapp habe sich sein ganzen Leben zugunsten der Menschen hingegeben. Und es sei bei ihm eine besondere Innigkeit bei der Zelebration der Heiligen Messen erkennbar gewesen. Weiterhin sei Höffner sehr „menschenverbunden“ gewesen. Der damalige Zeremoniar des Kölner Doms und heutige Offizial Dr. Günther Assenmacher habe in der Woche der Beisetzung Kardinal Höffners die Anzahl der Menschen, die Abschied genommen hätten, und die Art und Weise wie die Menschen dies gemacht hätten als überwältigen empfunden. Kardinal Höffners Leistungen seie in der ganzen Welt anerkannt, so Schwaderlapp. In Bogota ist zum Beispiel eine Bibliothek nach Joseph Kardinal Höffner benannt. „Mit seinem wissenschaftlichem Wirken hat Kardinal Höffner Maßstäbe gesetzt“, so der Weihbischof. Als drittes Charaktermerkmal stellte Schwaderlapp Kardinal Höffner als einen „erdverbundenen“ Menschen dar. Höffner habe 1986 die Erstsemester im Priesterseminar besucht. Schwaderlapp war damals ganz stolz als Höffner gefragt „Ist den auch ein Westerwälder dabei?“. Denn diese Herkunft verbindet Schwaderlapp mit Kardinal Höffner. Die Westerwälder zeichnen sich laut Schwaderlapp durch Familienverbundenheit, Geradlinigkeit, strukturiertes Denken, also das Abarbeiten von Themen Punkt für Punkt, und schließlich dadurch aus, dass sie Menschen sind, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen. „Es ist wichtig, dass wir das Denkmal Kardinal Höffner bewahren, aber nicht im Sinne eines Denkmals aus Bronze, sondern als lebendiges Denkmal. Wir als Christen wissen, dass das Denkmals Joseph Höffner nicht für etwas Vergangenes steht, sondern vielmehr für jemanden, der uns vorausgegangen ist. Ich bin fest überzeugt, dass er für uns ein Fürsprecher bei Gott im Himmel ist.“

Der Vorsitzende der Joseph-Höffner-Gesellschaft, Professor Dr. Lothar Roos, wies ebenfalls auf die hohen Kompetenzen Kardinal Höffnes im Bereich Sozialpolitik und Wirtschaftsethik hin. „Wie würde Kardinal Höffner wohl über die Finanzkrise heute urteilen?“, lautete ein Denkanstoß von Roos. Er erinnerte an die enormen Umwälzungen in der Wendezeit 1989/1990, am 13. Januar 1990 habe er selbst in der Dresdner Kathedrale einen Vortrag zum Thema „Grundwerte der Demokratie und die Verantwortung des Menschen“ gehalten. Professor Dr. Manfred Frank, Sprecher der Aktion Katholischer Christen im Bistum Dresden-Meißen habe an jenem Abend die Menschen in der ehemaligen DDR aufgerufen, sich im demokratischen Erneuerungsprozess zu engagieren und die christlichen Werte stärker öffentlich zu leben. „Dass die Christen damals nur einen Anteil von 5 Prozent der Bevölkerung hatten, dann aber bei den Wahlen christlichen Parteien vier Mal so viel Stimmen erzielt haben, wie es dem Bevölkerungsanteil entspricht, zeigt, dass sich das Engagement der Kirche und der Christen lohnt.“ Er verwies auf den am 19. Oktober 2014 in Rom selig gesprochenen Papst Paul VI. der mit Vehemenz gefordert habe, dass der die Kirche die Aufgabe obliege, die Menschheit in der Liebe Gottes zu vereinen.

„Blühende Landschaften“

25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer gibt es in der katholischen Kirche Ostdeutschland tatsächlich auch so etwas wie „blühende Landschaften“, wenngleich man es hier mit der Diaspora zu tun hat, denn im Bistum Dresden-Meißen sind nur 5 Prozent der Menschen katholisch. Das Bistum Dresden-Meißen ist 320 Kilometer lang und erstreckt sich von der polnischen Grenze bis vor die Tore Stadt Hof. Das Bistum Köln ist etwa 100 Kilometer lang.

Unterschiedliche Tendenzen: Katholizismus in Städten und in den ländlichen Regionen

Als „blühend“ beschrieb der in Düsseldorf geborene damalige Generalsekretär des Weltjugendtages 2005 und ehemalige Kölner Weihbischof Dr. Heiner Koch, der seit Februar 2013 Diözesanbischof des Bistums Dresden-Meißen ist, bei seinem Festvortrag beim Joseph-Höffner-Jahrgedächtnis die Situation in Städten, wie Dresden und Leipzig. In Dresden seien im vergangenen Jahr 1000 neue Katholiken hinzugekommen und Leipzig 1200, führte Koch zu dem Thema „Glauben verkünden – Werte begründen – Erfahrungen eines Bischofs im Westen und Osten Deutschlands“ weiter aus. Die größte Gruppe der neu hinzugekommenen Katholiken sind die 20 bis 30jährigen, es folgt die Gruppe der 40 bis 50jährigen, danach hört es nach Darstellung Kochs auf. Zu dieser Veranstaltung hatten die Joseph-Höffner-Gesellschaft und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln gemeinsam am 19. Oktober eingeladen. Die Situation der katholischen Kirche in Städten wie Dresden und Leipzig, die dadurch bedingt ist, dass sich diese Städte eines regen Zuzugs von Menschen aus dem Westen und Süden Deutschlands erfreuen, ist allerdings nur eine Seite Medaille. Wesentlich besorgniserregender in die Situation in den ländlichen Regionen im Bistum Dresden-Meißen. Dort haben es die katholischen Gemeinden auf Grund fehlender beruflicher Perspektiven mit einem Wegzug von jungen Menschen und infolgedessen mit einer Überalterung zu tun. Aber was umso erstaunlicher ist: In den ländlichen Regionen Ostdeutschlands ist es laut Koch keine Seltenheit, dass die Menschen eine Strecke von 30 Kilometern bis zum Gottesdienst zurücklegen. Auch Pfarrheime haben die ostdeutschen Gemeinden oft nicht. Verglichen damit, ist das Erzbistum Köln bei den Problemen, die derzeit dort zu lebhaften Diskussionen führen, wie etwa die Fusionierung von Gemeinden und der Priestermangel, eigentlich eine „Insel der Glückseligen“.

Größere Loyalität der Katholiken in Ostdeutschland

Ein Widerspruch zwischen Ost- und Westdeutschland tut sich auf: Wenngleich die Zahl der Katholiken in Dresden und Leipzig deutlich ansteigt, so nimmt die Zahl der Kirchenbesucher ab. Koch erklärte das damit, dass die Menschen in Ostdeutschland, wenn sie katholisch sind, im Gegensatz zu den Menschen in Westdeutschland eher der katholischen Kirche treu bleiben, anstatt auszutreten.

Bindungsresistenz der Ostdeutschen

Insgesamt, so der Oberhirte des Bistums Dresden-Meißen, herrsche in Ostdeutschland eine Abneigung der Bindung an Organisationen und Verbände. So ist parallel zum Trend zum Atheismus zu beobachten, dass die Ostdeutschen sich überwiegend nicht in Parteien und Gewerkschaften organisieren wollen, weil sie sich, bedingt durch ihre historischen Erfahrungen in der DDR, nicht mehr durch irgendeine Institution vereinnahmen lassen wollen.

Die Glaubensferne in Ostdeutschland ist erklärbar, wenn man sich die Historie der DDR anschaut. Koch stützte sich auf Aussagen aus einer Rede der Regisseurin Freya Klier im sächsischen Landtag am Tag der Deutschen Einheit 2014. Diese hatte erklärt, dass die Menschen in der DDR nach der braunen Diktatur in die rote Diktatur gekommen waren und dass viele ehemalige Nazis auf einmal Kommunisten geworden waren, so dass die DDR nicht antifaschistisch gewesen sei. Koch wies in diesem Zusammenhang nachdrücklich darauf hin, dass sich die Menschen in der Ostdeutschland auf Grund der Vereinnahmung durch die Diktatur der Nazis und die Diktatur der Kommunisten heute generell nicht mehr gerne für etwas vereinnahmen lassen und daher auch der Kirche mit Befremden und Unverständnis gegenüber stehen. Koch zitierte folgende Ausführungen Frey Kliers: “Die Dresdner Jüdin Johanna, die das KZ Ravensbrück nur mit Mühe überlebt hatte, traf in den frühen 50-er Jahren auf jenen von Heinrich Himmler persönlich ausgezeichneten Nazi, der sie 1935 vergewaltigt und in die Elbe gestoßen hatte – er war jetzt Parteisekretär der SED im Stadtbezirk Strießen. Darauf mehrfach verzweifelt hinweisend, steckte man die Jüdin wegen Staatsverleumdung erneut in das Gefängnis, in dem sie 1935 schon wegen „Rassenschande“ inhaftiert war.“

Weiterhin hat nach Angaben von Heiner Koch Freya Klier am 3. Oktober 2014 im sächsischen Landtag erklärt, dass in der  DDR „Stalin“ der „neue Gott war“, der „Marxismus-Leninismus zur verbindlichen Staatsdoktrin erklärt wurde“ und Christen von vornherein ausgegrenzt und verfolgt sowie in jeder Hinsicht benachteiligt worden seien.

Heterogenität bei Haltung zu Glaubensfragen

Koch stellte in Bezug auf das Thema Glauben verschiedene Typen von Menschen dar, die allesamt unter den 2,3 Millionen nicht getauften Menschen im Bistum Dresden-Meißen sind, auf die die 150.000 Katholiken im Bistum, die sich ihrer missionarischen Aufgabe bewusst seien, zugehen müssten. Einmal gebe es in Sachsen Menschen, die sagten „Wir sind nischt“, die also mit dem Glauben überhaupt nichts am Hut hätten. So sagte eine Frau in Gegenwart von Koch „Was haben wir nur falsch gemacht, dass unsere Kinder jetzt Christen werden. Weiterhin, so Koch, gebe es Atheisten, die sagten „Es gibt keinen Gott“, die dafür als Begründung die Wissenschaft heranzögen und der Ansicht seien, dass diejenigen, die an Gott glaubten Trost bräuchten und schwach seien. Demgemäß würde die Wissenschaft mit Atheismus gleichgesetzt und der Katholizismus mit einer Märchenwelt. Koch erklärte, dass man jedoch mit den Atheisten argumentativ diskutieren müsse. Bei Firmungen, so Koch, stünden Familien mit Kleinkindern immer hinten. Am Ende einer Firmung habe er beim Auszug einen kleinen Jungen gesegnet und gefragt „Wann wirst Du denn gefirmt?“, daraufhin habe die Mutter angefangen zu weinen und habe erklärt „Niemals. Wir sind gottlos. Leider“ Und schließlich begegnet Koch Menschen, die zwar nicht gläubig sind, aber bei denen eine Sehnsucht vorhanden ist. So habe er im Zug von Leipzig nach Dresden ein Gespräch mit einem Schaffner geführt und dabei über die verschiedensten Themen, unter anderem über den Fußballverein Dynamo Dresden gesprochen. Kurz vor der Endstation habe der Schaffner ihm die Fragen gestellt „Glauben Sie wirklich an Gott?“ und „Glauben Sie an ein Weiterleben nach dem Tod?“. Koch bejahte diese Fragen. Daraufhin habe der Schaffner geantwortet „Haben Sie es gut.“

Zulauf für kontemplative Orden und große Nachfrage nach kirchlichen Bildungseinrichtungen

Erstaunlicherweise ziehen nach Darstellung Kochs in Sachsen die Benediktiner im Kloster Wechselburg, die Zisterzienserinnen im Kloster St. Marienthal und die  Ordensschwestern der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ (Mutter-Teresa-Schwester) in Chemnitz sehr viele Menschen an. Dies zeigt ebenfalls, dass bei es bei vielen nicht getauften Menschen eine Sehnsucht geben muss. Ebenfalls sind kirchliche Bildungseinrichtungen gefragt, wie zum Beispiel das St. Benno-Gymnasium des Bistums Dresden-Meißen oder auch der Christliche Kindergarten „St. Katharina“ in Großenhain. Zwar seien dort die getauften Kinder in der Minderheit, aber trotzdem würden die Kinder christlich-wertorientiert erzogen.

Katholische Kirche muss Profil zeigen

Koch erachtet es als äußerst wichtig, dass die katholische Kirche klare Konturen zeigt. Die Katholiken müssten ihre Motive erklären können, weshalb sie an Gott glaubten. Man müsse vor allem nahe bei den Menschen sein, auch mit den nicht getauften Menschen in eine Dialog treten, dürfe dies aber auf keinen Fall von oben herab machen. Die katholische Kirche, so Koch, stoße derzeit auf Grund des Charmes und des Charismas von Papst Franziskus auf verstärktes Interesse. Und auch dieser suche Menschennähe. Um die jungen Menschen zu erreichen, müsse die katholische Kirche in Ostdeutschland in die Großstädte gehen, so Koch, alten und kranken Menschen müsse die katholische Kirche die Kommunion die nach Hause bringen. Das Werben für den christlichen Glauben könne aber niemand alleine leisten, dies gehe nur in Gemeinschaft. Es sei allerdings schwer, die Menschen zu einer Veränderung, zu einer Umkehr in ihrem Leben zu bewegen. Die Menschen hätten zur Zeit der DDR nicht die Möglichkeit gehabt, frei nach ihren eigenen Wertvorstellungen zu leben, seien von der Staatsdoktrin vereinnahmt worden. Grundsätzlich spiele aber aktuell in der Gesellschaft die Ausrichtung an Werten eine große Rolle. Die Gesellschaft diskutiere derzeit die Frage „Was ist uns wertvoll?“. Diesbezüglich sei ein großes Loch geblieben. Es gehe konkret darum, wie man zu Werten und Wertentscheidungen komme. Die zentrale Frage sei in diesem Zusammenhang „Bin ich nur mir selbst verantwortlich oder auch Gott?“. Koch verfolgt daher stringent die Kontaktpflege zu allen gesellschaftlichen Gruppen, wie Vereinen und zu Parteien, sogar bei der Fraktion der Linkspartei im Dresdner Landtag war er schon eingeladen, im Dresdner Landtag hat er eine Rede bei der Weihnachtsfeier gehalten.  Auch Katholiken in öffentlichen Ämtern leisten einen Beitrag zu einer Entchristlichung Ostdeutschlands. Viele Politiker in Sachsen sind Katholiken, ebenso wie die Präsidentin des sächsischen Verfassungsgerichtshofs Birgit Munz. Bisher waren alle sächsischen Ministerpräsidenten praktizierende Katholiken.

„Der Sinn ist tot, es leben die Sinne“

Auf diese Formel brachte Koch die gegenwärtige gesellschaftliche Situation. Einen großen Sinn gebe es für viele Menschen nicht. Die Menschen lebten vielmehr mit den kleinen Dingen und gäben sich mit ihrer Begrenztheit zufrieden. Vielen Menschen gehe es darum mit den kleinen Sinnen gut zu leben.

Glaubenszeugen gefragt

Wie es in allen Bereichen des Lebens der Fall ist, braucht auch die katholische Kirche Vorbilder, die mit gutem Beispiel vorangehen. So hat es besondere Aufmerksamkeit erregt, dass Heiner Koch zu Ostern den Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz, ebenso wie den Maler Michael Triegel getauft hat. Und Koch unterstrich „Paare, die sich kirchlich trauen lassen, setzen ebenfalls ein Glaubenszeugnis.“

Kirche in Ost- und Westdeutschland sind eins

In Anlehnung an Papst Johannes Paul II., der Ost- und Westeuropa oft mit den zwei zusammengehörigen Flügeln einer Lunge verglichen hat, zog Koch eben diese Parallele für die katholische Kirche Ost- und Westdeutschlands. So seien, unabhängig von der Zahl der Katholiken, die grundlegenden Probleme der katholische Kirche in ganz Deutschland dieselben. Die Abnahme der Gläubigen, die Sicherstellung und Finanzierung der caritativen Dienste und, angesichts einer immer mehr um sich greifenden Glaubensferne in ganz Deutschland, die tatsächliche Erreichung der Menschen mit der Verkündigung des Glaubens seien die zentralen Probleme. „Wir brauchen einander. Der Westen braucht den Osten“, lautete Kochs abschließende Botschaft.

Mit großem Nachdruck stellte sich Tim-O. Kurzbach, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln, hinter die Ausführungen Kochs und dessen Forderung danach, dass die Kirche Profil zeigen muss. „Eine Diskussion, die an der barocken Sakristei-Tür aufhört, darf uns Christinnen und Christen nicht genug sein“, appellierte Kurzbach abschließend an das Bewusstsein aller Gläubigen, bei denen heute allzu oft Passivität vorherrscht und bei denen es nicht selten den Anschein hat, als ob sie sich in einem Zustand der Lethargie und der Paralysierung befinden. Ein pragmatisches und noch beherzteres Vorgehen des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln, der vor allem die Basis der Gemeindemitglieder, also nicht die Menschen, die in Gremien eingebunden sind, mitnimmt, ist die logische Weiterführung dieser Forderung von Kurzbach und kann nur nachhaltig unterstützt werden.

Autor: Christian Dick

Bilanz der Bundestagswahl – Schlussfolgerungen und notwendige Weichenstellungen für die Politik

Lebendige Diskussion beim 20. KKV-Herbstforum mit interdisziplinärem Blickwinkel

Autor: Christian Dick

 

Foto: Matthias Hauer, CDU-Bundestagsabgeordneter für Essen, Elisabeth Bauer, Leiterin des Bildungswerks Dortmund der Konrad-Adenauer-Stiftung, Professor Dr. Wim Kösters, Reinhard Schaffrick, Vorsitzender des KKV-Dözesanverbandes Essen, Professor Dr. Karl-Rudolf Korte, Professor Dr. Joachim Wiemeyer und der KKV-Bundesvorsitzender Bernd M. Wehner (Aufnahme: Christian Dick)

Wie ist es auf Grund des Ergebnisses der Bundestagswahl um die Zukunft Deutschlands bestellt? Welche Optionen haben die politischen Akteure? Welche Konstellationen einer Regierungskoalition sind am wahrscheinlichsten? Wie frei kann die deutsche Politik vor dem Hintergrund des Zusammenspiels im Hause Europa und der Zwänge der Globalisierung überhaupt agieren? Und ist es wahrscheinlich, dass die zukünftige Bundesregierung die großen Zukunftsprobleme beherzt angeht? Diese Fragen standen im Fokus des 20. Herbstforums des Diözesanverbandes Essen der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), das am 4. November im Haus der Technik in Essen stattfand.

Aus den Perspektiven der Wirtschaftswissenschaft, der Politikwissenschaft, der Politik und der Kirche wurden die genannten Aspekte in tiefgehender Weise beleuchtet.

 „Warum veranstalten wir als KKV, als die Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung die Herbstforen, heute in der Tradition des 20.Forums? Wir sind ein kirchlicher Verband und als solcher stehen wir mit kirchlichem Auftrag mitten in unserer Gesellschaft. Wir haben den Auftrag mit christlichen Überzeugungen in die Gesellschaft hineinzuwirken. Denken Sie in diesem Zusammenhang an die christliche, ich betone ausdrücklich christliche Soziallehre, sowie an die Grundlagen sozialer Marktwirtschaft. Dies immer wieder bei allen Akteuren unserer Gesellschaft besonders bei der Politik und bei den Wissenschaften einzufordern und auch bei uns selbst zu hinterfragen ist eine wesentliche Aufgabe der Sozialverbände der Kirchen“, betonte Reinhard Schaffrick, Vorsitzender des KKV-Diözesanverbandes Essen in seiner Begrüßungsrede.

Unterschiedliche Koalitionsszenarien

Sehr spannend war ein kontroverser Dialog zwischen Professor Dr. Karl-Rudolf Korte, Direktor der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen, und dem neuen Essener CDU-Bundesabgeordneten Matthias Hauer. Korte stellte die These auf, dass die SPD auf Grund der Tatsache, dass die Große Koalition von 2005 bis 2009 für sie schlecht gewesen sei, bei den derzeitigen Koalitionsverhandlungen bestrebt sei, möglichst viele sozialdemokratische Positionen durchzusetzen, dies aber würden CDU und CSU nicht mitmachen, so dass dann die Koalitionsverhandlungen scheitern würden und es schlussendlich zu einem Schwarz-Grünen Regierungsbündnis komme. Als Indiz dafür, dass ein solches Bündnis sehr realistisch ist, wertete Korte die Tatsache, dass die Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und der Grünen sehr gut verlaufen seien. Matthias Hauer hingegen war diametral anderer Ansicht und vertrat die Auffassung, dass sowohl bei den führenden Politikern von CDU und CSU als auch bei jenen der SPD die Staatsräson Vorrang vor der Parteiräson habe und dass weder CDU und CSU noch der SPD an Neuwahlen gelegen sein könne, weil die CDU/CSU nur einmal in der deutschen Nachkriegsgeschichte ein besseres Ergebnis gehabt habe, weil der SPD im Falle von Neuwahlen ein Ergebnis von 16 bis 17 Prozent drohe.

Parteien fehlt der Mut

Als großes Problem prangerte Korte an, dass die Parteien zu ängstlich seien, große, zukunftsweisende Projekte in Angriff zu nehmen, und warf die Fragen auf „Wo ist das Projekt, dass wir den Wohlfahrtsstaat so modernisieren, dass wir ihn dauerhaft sichern können? Welche Partei hat Mut zu Veränderungen?“ Er sehe nicht dass eine Partei, diesen Mut habe. In Bezug auf die Realisierung großer politischer Projekte sei in Zukunft entweder ein „minimalistischer Ansatz“, das heißt die Zerstückelung eines großen Projekts in Teilprojekte, die es dann zu verabschieden gelte, oder das „Erkaufen“ der Zustimmung der Bundesländer mit Finanzspritzen durch die Bundesregierung zu erwarten, wobei die Landespolitiker dann schnell nicht mehr wüssten, welcher politischen Couleur sie angehörten.

Politik darf sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen

Professor Dr. Wim Kösters, Mitglied des Vorstands des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, warnte davor, dass sich die Politik auf den Erfolgen der Vergangenheit und auf den derzeitigen Erfolgen ausruhe, dazu bestehe auf Grund der Tatsache, dass die ökonomische Verarbeitung der deutschen Einheit und die EU-Schuldenkrise noch nicht überstanden seien. Wenn die Wirtschaftslage, wie gegenwärtig der Fall, gut werde, bestehe häufig die Gefahr, Spielräume zu überschätzen. Und Ludwig Erhard habe festgestellt „Die Soziale Marktwirtschaft  ist eine Daueraufgabe.“

Mit Blick auf die Bewältigung der EU-Schuldenkrise war Kösters äußerst skeptisch und warnte eindringlich, dass der eingeschlagene europäische Weg der Intervention im Wege des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) nur gelingen werde, wenn die Krisenländer Strukturreformen durchführten. Wenn kein Druck gemacht werde, Strukturreformen durchzuführen, drohe ein „Mezzogiorno-Problem“, so, wie der Norden Italiens permanent den Süden seit langer Zeit unterstützen müsse, müssten dann die Länder Nordeuropas langfristig die Länder Südeuropas unterstützen. „Weil nun die SPD Eurobonds fordert, könnte Angela Merkel künftig zu einer konzilianteren Politik gegenüber den Krisenländern Südeuropas gezwungen sein und dann könnte ein solches „Mezzzogiorno-Problem“ entstehen“, so Kösters.

Sozialethische Aspekte

Dass die Kürzung der Stellen an Arbeitsvermittlern und die Kürzung der Mittel der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel im Ruhrgebiet zu einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit geführt haben, hob Professor Dr. Joachim Wiemeyer, Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre als gravierenden Missstand hervor. „Man darf nicht schnell sagen „Holt jetzt unsere Fachkräfte aus dem Ausland“. Den jungen Menschen und den Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben, ist das erste Anliegen aus sozialethischer Sicht“, erklärte Wiemeyer.

Weiterhin werde eine echte Reform der Pflegeversicherung  gebraucht, und hier gehe es auch um Beitragssteigerungen. So seien der Leistungen der Pflege in den vergangenen 15 Jahren nicht dynamisiert worden. „Dass Pflegebedürftige nicht von Sozialhilfe abhängig sind, das hat sich zurückentwickelt“, warnte Wiemeyer. Er forderte mit Vehemenz einen veränderten Umgang mit Demenzkranken. „Die Relation des Aufwands und der notwendigen Leistungen stimmt nicht überein“, so Wiemeyer. Er hob die Überforderung der Pflegekräfte und die zu geringe Zahl an Pflegekräften im Verhältnis zur Zahl der Patienten hervor.

Schließlich mache die Tragödie von Lampedusa deutlich, dass die weitere Flüchtlingspolitik auch auf europäischer Ebene in den nächsten Jahren ein großes Anliegen sein müsse. Dies erfordere Solidarität, auch von Deutschland, was die Aufnahmebereitschaft betreffe.

Fazit: Auch Politiker sind nur Menschen!

Der KKV-Bundesvorsitzende, Bernd-M. Wehner warnte in seinem Schlusswort vor dem Trugschluss, es gebe den „unfehlbaren Politiker“. Diese seien auch nur Menschen und man dürfe deshalb keine zu hohen Anforderungen an die Politik stellen. Wichtig sei vor allem eine positivere Darstellung der Politik durch die Medien, so dürften nicht nur Schlagworte aufgebauscht werden, sondern die Politik müsse so dargestellt werden, dass sie Otto-Normalverbraucher auch verstehe.

„Setzen wir Deutschland in den Sattel! Reiten wird es schon können.“ Mit diesen Worten von Otto von Bismarck umschrieb Wehner seine Hoffnung, dass die Bundesrepublik, die im nächsten Jahr 65 Jahre alt werde, auch weiterhin erfolgreich bestehen werde. „Ich hoffe nur, dass die Reiter in Zukunft das Pferd nicht tot reiten.“ Damit schrieb Wehner der Politik ins Stammbuch, mit Mut und Tatkraft auch weiterhin die Zukunft Deutschlands zu gestalten.

KKV: „Einer von uns“ gewinnt an Schwung – Lebensschutz ist unteilbar – Zahl der Unterschriften innerhalb von sechs Wochen mehr als verdoppelt

ESSEN: „Mit großer Freude stellen wir fest, dass die Europäische Bürgerinitiative „one of us – Einer von uns“ dank der inzwischen breiten Unterstützung durch die deutschen Bischöfe endlich an Schwung gewonnen hat.“ Mit diesen Worten begrüßt Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die wachsende Zahl der Unterschriften in Deutschland. Knapp 920.000 Unterschriften sind z.Z. europaweit bereits gesammelt. Erforderlich sind eine Million Unterschriften. In Deutschland werden 75.000 Unterschriften für das Quorum benötigt. Inzwischen haben rund 55.500 Bürgerinnen und Bürger, das sind knapp 75 Prozent, ihre Unterschrift geleistet. Damit hat sich die Zahl der Unterschriften innerhalb von sechs Wochen mehr als verdoppelt. „Wir appellieren daher erneut an alle Bundesbürger diese Initiative mit ihrer Unterschrift zu unterstützen, denn Lebensschutz ist unteilbar“, so der KKV-Bundesvorsitzende. Wer sich an der Europäischen Bürgerinitiative, die noch bis Ende Oktober läuft, beteiligen möchte, findet Informationen und die entsprechenden Unterschriftslisten unter www.1-von-uns.de.

 

„Keine EU-Gelder für Forschung mit embryonalen Stammzellen und des Klonens“ – mit diesem klaren Ziel ist die Europäische Bürgerinitiative „Einer von uns“ angetreten, um europaweit mindestens eine Million Unterschriften zu sammeln. Für Deutschland hat sich der KKV bereits Mitte Juni als erster katholischer Sozialverband der Initiative angeschlossen. „Ethische Leitlinien in Forschung, Verwaltung und Politik sind ein zentrales Anliegen unseres Verbandes. Klonen und das Töten von Embryonen überschreitet die zulässigen Grenzen weit – dafür darf es keine öffentlichen Gelder geben. Nicht in Deutschland, nicht in Europa, nirgendwo!“ so Wehner. Der KKV jedenfalls werde „bis zuletzt eine aktive Rolle spielen und die Bürgerinitiative in Deutschland gerade im herbstlichen Endspurt nach Kräften unterstützen.“  

Gleichzeitig ruft der KKV die Bischöfe auf, in ihren jeweiligen Diözesen weiterhin aktiv für diese Aktion zu werben und dafür Sorge zu tragen, dass in allen Kirchen bzw. kirchlichen Einrichtungen entsprechende Unterschriftslisten ausliegen. Selbstverständlich sollten auch die evangelischen Kirchen in ihrem Bereich das Anliegen ebenso unterstützen. „Nur wenn wir uns als Christen ohne Wenn und Aber gemeinsam für den Lebensschutz einsetzen und hier mit einer Stimme sprechen, sind wir auch in der Öffentlichkeit glaubwürdig und werden ernst genommen“, so der KKV-Bundesvorsitzende.

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 90 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923 – 0.

Deutschland

Erforderlich: 75.000 Unterschriften
Bis jetzt erreicht: 55.554
Quote: 74,82 Prozent

EU-weit

Erforderlich: mindestens 1.000.000 Unterschriften
Bis jetzt erreicht: 918.179

Stand: 22. August 2013

Berthold Beitz erhält den Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte 2012

Foto: Berthold Beitz und seine Tochter, Dr. Susanne Henle (Aufnahme: Andrea Matzker)

 

Foto: Berthold Beitz, Peer Steinbrück (Aufnahme: Andrea Matzker)

 

Dr. Egon Schlesinger

 

Im Jahr des 100. Geburtstags des russischen Humanisten, Schriftstellers und Bürgerrechtlers Lew Kopelew, verleiht das Lew-Kopelew-Forum  den nach ihm benannten Preis für Frieden und Menschenrechte“ 2012 einem Mann, der Anspruch und Verpflichtung des Preisgedankens überzeugend mit Leben erfüllt hat: Berthold Beitz.

In Berthold Beitz ehrt das Lew-Kopelew-Forum eine Manager-Persönlichkeit, deren Wirken dem öffentlichen Bewusstsein als moralisch integer und sozial zukunftweisend eingeprägt bleiben soll. Solidarität und Ausgleich, Sozialverpflichtung und Achtung der Menschenwürde sind die leitenden Prinzipien, die der Lebensleistung des Preisträgers ihr Fundament gaben; sie bestimmten die moralische Ausrichtung eines Handelns, das dem Gemeinwohl stets verpflichtet blieb, und sie ermöglichten zugleich eine Freiheit des Handelns, die durch das Gewissen jederzeit gerechtfertigt war'“, sagte Fritz Pleitgen, Vorsitzender des Lew Kopelew Forums und ehemals Intendant des WDR, bei der Preisbegründung. Die Laudatio hielt der ehemalige Ministerpräsident und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück: “Geehrt wird heute ein Ausgezeichneter“, und weiter… „Berthold Beitz ist eine imponierende Persönlichkeit, an dessen Vita die Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts, der deutschen Zeitgeschichte ablesbar sind. Seine konkret gelebte Menschlichkeit und Unangepasstheit suchen ihresgleichen“.

Das Rahmenprogramm zum Festakt in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt gestaltete vor 600 geladenen Gästen das Joachim Schoenecker-Trio: mit Joachim Sehoenecker an der Gitarre, Henning Gailing am Kontrabass und Hendrik Smock am  Schlagzeug. Alle drei Musiker gehören zu den derzeit renommiertesten deutschen Jazzmusikern, die mit Stücken wie „On a clear day, l hear a Rhapsody oder Bud’s Beaux Arts einen musikalischen Gruß an den inzwischen 98-jährigen Berthold Beitz und seine Frau Elsa schickten, die bekanntermaßen eine ausgeprägte Vorliebe für den klassischen Jazz besitzen.

 

Foto: Fritz Pleitgen, Berthold Beitz (Aufnahme: Andrea Matzker)

 

Foto: Maria, genannt Marika, Kopelew, die Witwe Kopelews  (Aufnahme:  Andrea Matzker)