Archiv der Kategorie: Kirche

Kardinal aus El Salvador zu Gast in Mülheim

Foto: Kardinal Gregorio Rosa Chavez aus El Salvador (Aufnahme, copyright: Chistian Dick)

Foto: Kardinal Gregorio Rosa Chavez und der Mülheimer Stadtdechant Michael Janßen  (Aufnahme, copyright: Chistian Dick)

Foto: Kardinal Chavez segnet des Adventskranz (Aufnahme, copyright: Chistian Dick)

Autor: Christian Dick

Kardinal Gregorio Rosa Chavez aus El Salvador war am Vorabend des 1. Advent zu Gast in der Kirche St. Mariä Geburt in Mülheim an der Ruhr. Er feierte die Heilige Messe mit und hielt die Predigt, in der er betonte, dass es im Advent nicht darum gehe, eine Fülle anzuhäufen, sondern vielmehr darum, sich für Gott Zeit zu nehmen, Im Anschluss an die Messe stand er noch zu einem Gespräch zur Verfügung. Kardinal Chavez erwies sich als ein sehr mutiger Mann. Er hielt einen Vortrag über sein großes Vorbild Oscar Romero, den er persönlich noch gekannt hat.

Manfred Lütz zu Gast beim Apollinaris-Empfang

Foto: Festredner Dr. Manfred Lütz (Aufnahme. Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Kreuzzüge, Hexenverfolgung und Inquisition – mit dem Christentum werden oft nur Skandale assoziiert. Aber ist diese Betrachtungsweise nicht zu einseitig, wenn man die Geschichte des Christentums objektiv verstehen will? Eignet sich das Christentum noch als geistiges Fundament Europas? Und ist den Menschen überhaupt noch klar, wovon sie reden, wenn sie vom christlichen Menschenbild, von christlichen Werten oder gar vom christlichen Abendland sprechen? Mit falschen Vorstellungen und Verzerrungen in der öffentlichen Debatte und oft grotesken Informationen in den Medien und mit der Unkenntnis vieler Menschen über das Christentum aufzuräumen – das ist das Ziel von Dr. Manfred Lütz mit seinem Buch „Der Skandal der Skandale – Die geheime Geschichte des Christentums“, das Anfang dieses Jahres im Herder Verlag erschienen ist. Über dieses Buch referierte der renommierte Psychiater und Theologe Manfred Lütz am 18. Juli 2018 beim Apollinaris-Empfang der Katholischen Kirche der Stadt Düsseldorf.

Unter wissenschaftlicher Mitarbeit des Historikers Arnold Angenendt erzählt Manfred Lütz in seinem aktuellen Buch die Geschichte des Christentums, wobei er sich auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung stützt. Das Buch ist aber keineswegs nüchtern geschrieben, sondern es fesselt den Leser wie ein Krimi.

„Gregor Gysi hat bei der Vorstellung meines Buches gesagt, er sei Atheist, aber er habe Angst vor einer gottlosen Gesellschaft, weil der die Solidarität abhanden kommen könne. Sozialismus sei schließlich nichts anderes als säkularisiertes Christentum. Und da hat er recht. Viele Menschen sitzen heute noch den falschen Behauptungen auf, die Hitler und Honecker über das Christentum in die Welt gesetzt haben, und deswegen ist Aufklärung da dringend nötig. Das Buch stellt das gesicherte Wissen dar, das wir heute über all die spektakulären Ereignisse der Geschichte des Christentums wirklich haben. Es ist kein Bekenntnisbuch, sondern ein Wissensbuch – für Atheisten und Christen“, hob Lütz hervor.

Zum Thema Atheismus führte Lütz weiterhin aus „Während Christen nie Kriege im Namen Gottes geführt haben, hat der Atheismus im 20. Jahrhundert 160 Millionen Tote verursacht, wenn man mal die Opfer von Hitler, Stalin und Mao Tse-tung zusammenrechnet. Also der Atheismus ist auch keine Lösung!“

Über kaum etwas gibt es laut Lütz heute so viel Unkenntnis wie über das Christentum, von Bäumen weiß man inzwischen in der Öffentlichkeit mehr. Sogar die Christen selbst schämen sich meist sicherheitshalber für ihre Geschichte – ohne sie zu kennen. Dabei hat die Wissenschaft in den vergangenen Jahren ganz erstaunliche Ergebnisse erbracht, von denen selbst ich als Theologe nichts wusste. Nun hat sich Lütz mit dem Werk „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“ des renommierten Kirchenhistoriker Arnold Angenendt auseinandergesetzt. Dieses umfasst allerdings mit 800 Seiten und 3000 Anmerkungen. Deswegen hat Lütz zusammen mit Angenendt auf 286 Seiten eine ergänzte leicht lesbare Kurzfassung herausgebracht, die alle gängigen Skandale aus 2000 Jahren Kirchengeschichte enthält: Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung, das Verhältnis von Christen und Juden bis hin zum Missbrauchsskandal. „Die Ergebnisse der neusten Forschung dazu sind wirklich spektakulär. Ich habe das Buch von führenden deutschen Historikern lesen lassen, damit alles stimmt, aber auch von meinem Friseur, damit es locker und allgemeinverständlich bleibt“, merkte Lütz an.

„Das Christentum ist eine Grundlage unserer Gesellschaftsordnung und da gehört es zur Allgemeinbildung, seine eigene Geschichte zu kennen. Deswegen muss dieses Buch eigentlich jeder Deutsche lesen. Sie gewinnen jedes Quiz über das Christentum, wenn Sie „Der Skandal der Skandale“ gelesen haben“, so Lütz. So seien mindestens 70 Prozent der Menschen in Deutschland der Meinung, dass die Hexenverfolgung auf die Inquisition der Kirche zurückgehe. Dies sei aber nicht richtig, verantwortlich für die Hexenverfolgung sei die weltliche Justiz gewesen. Auch seien 90 Prozent der Menschen, die man auf der Straße befragen würde wahrscheinlich der Meinung, dass die Sklavenbefreiung der Aufklärung zuzuschreiben sei. Es seien jedoch die Christen, die für die Sklavenbefreiung verantwortlich seien. Sogar die Begründer der nordamerikanischen Freiheit, wie die Aufklärer wie Thomas Jefferson und George Washington, hätten selber Sklaven gehabt.

Lütz will mit seinem Buch vor allem deutlich machen, dass das Christentum keineswegs eine einzige Aneinanderreihung von Skandalen ist. Die Kreuzzüge sind laut Lütz insofern skandalös, als das frühe Christentum pazifistisch war. Lütz hebt hervor, dass die Kreuzzüge  keine Heiligen Kriege waren. Diese seien nie Kriege zur Ausbreitung des Christentums gewesen. Es sei vielmehr darum gegangen, die angegriffenen Christen zu verteidigen.

Interessant ist zum Beispiel, dass Toleranz (Lateinisch „tolerantia“ = Lasten tragen, Baumstämme tragen) eine christliche Erfindung ist. Christen haben daraus gemacht „Menschen anderer Meinung ertragen“. Atheisten wie Jürgen Habermas sagen das Christentum gehört in die Genealogie der Menschenrechte, betont Lütz.

Weiterhin hebt Lütz hervor, dass die Forschung beschreibt, dass die Emanzipation der Frauen nicht in Afrika, Indien oder in China erfolgt, sondern dort, wo das Christentum herrscht. Denn das Christentum glaubt an den Ehekonsens.

Wichtig sei, so Lütz, dass das Buch nicht nur für Christen, sondern vor allem für Atheisten sei, dass diese mal aufgeklärt werden, was das Christentum eigentlich ist. Es geht Lütz darum, bestimmte Fehlinformationen richtig zu stellen. Jedoch geht es ihm nicht um Reinwaschen. Aber, wenn man diese ganzen Skandale wirklich so glaube, wie das Klischee es sage, dann könne man sich eigentlich nicht sinnvoller Weise mit dem Christentum beschäftigen, stellt er fest.

„Es ist ein Skandal, wenn man die Geschichte des Christentums nur als Skandalgeschichte sieht. Wenn wir die Fundamente nicht kennen, dann laufen wir Gefahr, dass die Donlad Trumps, Dieter Bohlen und Heidi Klums die Oberhand gewinnen. Donald Trump ist kein Narzist. Er ist unmoralisch. Sein Vater hat ihm beigebracht „Das wichtigste im Leben ist Geld und Erfolg und der Größte sein. Und dafür darf man alles tun, da ist alles erlaubt“ Und diese Mentalität die haben wir hier in Deutschland mittlerweile auch. Dieter Bohlen sagt zu einem Kandidaten „Was Dich von einem Eimer Scheiße unterscheidet, ist der Eimer“ oder Heidi Klum, wie die die jungen Mädchen abserviert“, erklärte Manfred Lütz abschließend..

Ebenfalls zu Gast beim Apollinaris-Empfang waren unter anderem der ehemalige Präsident des CC Düsseldorfer Carneval e. V. Engelbert Oxenfort und Dr. Esther Betz, Mitherausgeberin der Rheinischen Post, die den Ausführungen von Manfred Lütz gespannt zuhörten. (Aufnahme: Christian Dick)

Zum Autor:

Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Theologe, Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln. Bekannt wurde er als Vortragsredner und als Gast in Funk und Fernsehen, vor allem aber als Autor zahlreicher Bestseller, darunter „Gott – Eine kleine Geschichte des Größten“, für den er den internationalen Corine-Literaturpreis erhielt, „Irre – Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen“, zuletzt „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“ und mit dem Auschwitzüberlebenden Jehuda Bacon: „Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden.

Der Skandal der Skandale

Die geheime Geschichte des Christentums

von Manfred Lütz (Autor)

Verlag Herder

  1. Auflage 2018

Gebunden mit Schutzumschlag

288 Seiten

ISBN: 978-3-451-37915-4

22,- Euro

Doppelte Jubiläumsfeier in Köln

Die Jubilare

 

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Foto: Unter den Gratulanten war auch die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Sylvia Löhrmann, hier mit dem Kölner Alterzbischof Joachim Kardinal Meisner (Aufnahme: Andrea Matzker)

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Foto: der emeritierte Weihbischof Klaus Dick (Aufnahme: Andrea Matzker)

Autor: Christian  Dick

Der emeritierte Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner und der emeritierte Weihbischof Klaus Dick begehen im Mai den 40. Jahrestag ihrer Bischofsweihe. Sie feierten ihre Jubiläen am Sonntag, 17. Mai, mit einem Pontifikalamt im Kölner Dom.

Joachim Meisner wurde am 17. März 1975 zum Titularbischof von Vina und Weihbischof des Apostolischen Administrators in Erfurt/Meiningen ernannt. Seine Bischofsweihe fand am 17. Mai 1975 statt. Klaus Dick wurde am 17. März 1975 zum Titularbischof von Guzabeta und Weihbischof in Köln ernannt. Am 19. Mai 1975 wurde er zum Bischof geweiht und am 27. Februar 2003 von seinem Amt als Weihbischof in Köln entpflichtet.

 

40jähriges Bischofsjubiläum von Paul-Werner Scheele

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Foto: der Jubilar: Würzburgs Altbischof Paul-Werner Scheele (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der Bamberger Bischof und Metropolit für das Bistum Würzburg Ludwig Schick, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischonf von München-Freising Kardinal Marx Rainhard Marx, der Jubilar Würzburgs Altbischof Paul-Werner Scheele und der gegenwärtige Würzburger  Bischof Friedhelm Hofmann (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Dr. Pau Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfanken, der Jubilar Altbischof Paul-Werner Scheele und der bayerische Justizminister Professor Dr. Winfried Bausback (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Einen ganz besonderen Grund zum Feiern gab es am Sonntag, dem 15. März 2015, im Bistum Würzburg. Im Kiliansdom fand ein Pontifikalamt für den emeritierten Würzburger Bischof Dr. Paul-Werner Scheele statt, dessen Bischofsweihe vor 40 Jahren war.  Paul-Werner Scheel ist indes kein gebürtiger Bayer, er stammt vielmehr aus Nordrhein-Westfalen. Als gebürtiger Sauerländer gehören Bodenständigkeit, Geradlinigkeit, kernige und unverblümte Worte sowie, nicht zuletzt, ein festes Glaubensfundament und eine tiefe Marienverehrung zu seinen markanten Charaktereigenschaften.  Sein Wahlspruch „Pax et Gaudium“ – „Friede und Freude“ – spiegelt sein Werte-Fundament ganz klar wider. 1975 wurde Scheele Weihbischof in Paderborn und vom damaligen Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Bischof geweiht. Am 21. Oktober 1979 wurde Scheele in das Amt als Bischof von Würzburg eingeführt. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2003 stand er an der Spitze dieses Bistums. Es ist sehr lange her, dass Würzburg zuletzt ein derartiges Ereignis feiern konnte. Zuletzt war dies im Jahre 1613 bei Fürstbischof Julius Echter der Fall.

Paul-Werner Scheele wurde am 6. April 1928 in Olpe geboren. 1952 wurde er zum Priester geweiht. Er wirkte als Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda und Leiter des Katholisch-Theologischen Seminars Marburg, als Professor für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum und als Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Ein Jahr nach seinem goldenen Priesterjubiläum nahm Papst Johannes Paul II. 2003 seinen altersbedingten Rücktritt vom Bischofsamt an.

In der Festpredigt stützte sich Scheele auf das Sonntagsevangelium, in dem es hieß „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.“ (Joh 3,14–21). Scheele hob hervor, dass der Kreuzestod Jesu für die Liebe Gottes zu den Menschen stehe. Die Liebe und die Beziehung des Menschen zu Gott seien ewig und stärker als alle anderen Bindungen. Er appellierte daran, dass die Christen nicht nachlassen sollten, für die Wahrheit einzutreten, um dadurch selbst zum Licht zu kommen.

Unter den zahlreichen Gratulanten waren unter anderem folgende Gäste:

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Foto: Dr. Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken, der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Münchener Kardinal Reinhard Marx (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Sr. M. Hyazintha Felkel, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Bundesminister a. D. Dr. Wolfgang Bötsch (Aufnahme: Christian Dick)

Unter folgendem Internet-Link können Sie einen Beitrag des Fernsehsenders TV Touring über die Feier des Bischofsjubiläums von Paul-Werner Scheele sehen:

http://www.tvtouring.de/mediathek/video/40-jaehriges-bischofsjubilaeum/

Im Jahre 2014 ist das Buch „Licht, Leben, Liebe“ von Paul-Werner Scheele erschienen.

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Auf seine profunde Erfahrung gestützt hat er in diesem Buch dargestellt, welche Wirkung der Glaube auf die wichtigsten Bedürfnisse des Menschen hat. Weiterhin hat er in diesem Buch mit viel Herzblut dargelegt, wie diese Bedürfnisse es ermöglichen, den Glauben erst in seiner ganzen Tiefe zu durchdringen und zu verinnerlichen. Scheele hat das Buch aus seiner Erfahrung auch aus der Reflektion der Zeit nach seiner Priesterweihe geschrieben. Als er damals unter anderem als Religionslehrer war, gab es für die Religionslehrer nicht ausreichendes Handwerkszeug, um den Menschen die Fundamente der Gottesliebe klar zu machen. Es ging ihm vor allem darum, die Wurzel des Glaubens zu erfassen und seinen Religionsunterricht nicht auf „Allerweltsethik“ oder eine „unverbindliche Relgionskunde“  zu beschränken. Das Buch ist sehr lesenswert, weil der Autor in diesem Buch eindrucksvoll Augen führt, was die Botschaft der christlichen Nächstenliebe und die Christuswahrheit im Kern ausmacht. Damit greift er das Leitmotiv von Papst Franziskus auf, das dieser bei seinem apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ im Sinn hatte. Scheele geht auch auf den Glauben der Hinduisten ein, bei denen die Worte „Licht, Leben, Liebe“ ebenfalls von fundamentaler Bedeutung sein.

 

Die Worte „Licht,Leben, Liebe“ hat der deutsche Arzt, evangelische Pfarrer und bildende Künstler Dr. Kurt Reuber einer von ihm zum Weihnachtsfest 1942 in Stalingrad auf einer Landkarte gezeichneten Madonna hinzugefügt. Damals hatte die Rote Armee Stalingrad eingeschlossen hatte und die eingekesselten Soldaten kämpften gegen Kälte und Hunger um ihr Überleben.  Die Worte, die Reuber gewählt hat, heben den Kern der Sehnsüchte, die Menschen hinsichtlich ihres Glaubens haben, deutlich hervor. Das Original der Madonna von Stalingrad wurde 1983 der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin übergeben.

 

Paul Werner Scheele

Licht, Leben, Liebe

Was wir brauchen, was wir glauben

256 Seiten

14 x 22,5 cm, Broschur

€ 14,80 (D) / CHF 21.10 / € 15,30 (A)

Echter Verlag GmbH Würzburg

ISBN 978-3-429-03718-5

  1. Auflage 2014

 

 

 

Ein Kommen und Gehen im Erzbistum Köln

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Foto: Dr. Stefan Heße, designierter Hamburger Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki und der neue Generalvikar des Erzbistum Köln Dr. Dominik Meiering (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wurde in diesem Jahr im Erzbistum Köln der 1. Fastensonntag begangen. Kardinal Woelki entpflichtet Generalvikar Dr. Stefan Heße von seinen bisherigen Aufgaben. Dieser wird am 14. März zum Erzbischof von Hamburg geweiht. Der 48jährige wird dann der jüngste Diözesanbischof der katholischen Kirche in Deutschland sein. Gleichzeitig erhielt der bisherige Kölner Stadtjugendpfarrer Dr. Dominik Meiering (45) seine Ernennungsurkunde als neuer Generalvikar.

„ „Principium“ bedeutet nicht einfach Anfang, sondern auch Prinzip oder Grundsatz. Im Prinzip sollen unsere Worte von Gottes Worten durchsäuert sein. Dann kann ich Jesus Christus denken und Jesus sagen. Es ist nicht nur wichtig Jesus Christus zu lieben, zu denken und zu sagen. Es gilt auch, Jesus Christus zu tun. Dies ist der wesentliche Gedanke des Buches des Bonner Theologen Professor Karl-Heinz Menke über die Sakramentalität. Jeder von uns soll ein „Christus-Täter“ sein“, hob Stefan Heße seiner Predigt hervor.

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki dankte Heße für seinen Dienst. Er habe immer geahnt, dass er ihn irgendwann verlieren werden, aber dass es so schnell gehen werde, das habe er nicht gedacht, erklärte er. Die Hamburger bekämen einen „sehr, sehr guten neuen Erzbischof“, sagte Woelki, was den stürmischen Beifall der Menschen hervorrief, die der Vesper im Kölner Dom beiwohnten. Heßes Frohnatur, so Woelki, gründe nicht nur auf seiner rheinischen Herkunft, sondern auch auf seiner tiefen Verwurzelung in Jesus Christus.

Woelki schenkte ihm zur Erinnerung an seine Heimatdiözese einen Bischofsstab mit einer Darstellung der Heiligen Drei Könige. Der dargestellte Stern solle ihn sinnbildlich leiten durch alle Unwägbarkeiten, die ihn erwarteten, so der Kardinal.

Der Dank Meierings nach Aushändigung der Ernennungsurkunde richtete sich insbesondere an die große Schar von Jugendlichen im Dom. Als langjähriger Stadtjugendseelsorger in Köln sowie Kreisjugendseelsorger im Rhein-Erft-Kreis hat er die Herzen vieler junger Menschen im Erzbistum Köln für sich gewinnen können. Besonders durch seinen Aufbau und die Betreuung des Jugendpastoralen Zentrums CRUX in Köln hat er sich verdient gemacht. „Ihr habt mich wach gehalten“, rief Meiering den Jugendlichen im Dom zu.

Prädestiniert für die Bistumsverwaltung

Ansgar Steinke

 

(Quelle: Kirchengemeindeverband Düsseldorf-Flingern)

Autor: Christian Dick

Am Montag wird der Kölner Generalvikar Dr. Stefan Heße voraussichtlich von Papst Franziskus als neuer Erzbischof des 1994 gegründeten Bistums Hamburg  verkündet. Dies wäre in mehrfacher Hinsicht eine Sensation. Zum einen wurde er erst Ende September 2014, nach der Einführung von Kardinal Woelki als Erzbischof, im Amt des Generalvikars bestätigt. Zum anderen wäre es ein großer Karrieresprung, vom Generalvikar direkt  zum Erzbischof aufzusteigen.

Ein idealer Nachfolger als Generalvikar wäre Dr. Ansgar Steinke, derzeit leitender Pfarrer im Kirchengemeindeverband Düsseldorf-Flingern. Er ist bereits seit mehreren Jahren im Gespräch als einer derer, die für dieses Amt besonders würdig erscheinen. Besonders zeichnet ihn seine Eigenschaft als straffer Organisator aus. Sein derzeitiger Seelsorgebereich hat eine sehr diffizile Struktur. Hier gilt es, vielen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, als Seelsorger zur Seite zu stehen und diesen Menschen zugleich auf pragmatische Weise eine Stütze im Leben zu sein.  Dies ist eine Herkulesaufgabe, der nicht viele Menschen gewachsen sind. Ansgar Steinke hat in all den Jahren seines Wirkens in Düsseldorf-Flingern immer Herz bewiesen und zugleich nie den Überblick über die zu bewältigen strukturellen Veränderungen verloren. Er war stets ein Fels in der Brandung. Solche Menschen braucht es mehr in leitenden Positionen des Erzbistums Köln. 

 

 

„Sankt Martin und der Heilige Nikolaus, das sind Bischöfe, so einer bin auch ich!“

Autor: Christian Dick

Mit dieser plastischen Beschreibung begrüßte der neue Kölner Erzbischof  Kardinal Rainer Maria Woelki am 1. Advent 2014 die Kinder bei der Famlienmesse im Quirinus-Münster in Neuss. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mensch zum Anfassen. Dies zeigte sich am bei seinem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt vor der Basilika St. Quirin, wo Kardinal Woelki auch mit vielen Menschen aus der Pfarrei St. Marien ins Gespräch kam, wo er vor rund 30 Jahren Kaplan war.

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Foto: Kardinal Woelki umringt von den Menschen auf dem Weihnachtsmarkt vor der Basilika St. Quirin in Neuss, wo er den Kindern die Krippe erläuterte (Aufnahme: Christian Dick)

Das Kernthema seiner Predigt war, dass die Menschen „nach vorne hin orientiert sind“. So schaue das Gesicht nach vorne, die Füßen gingen nach vorne und auch der Geist des Menschen sei nach vorne, also in die Zukunft gerichtet, so Woelki. Körper und Geist gehörten zusammen, fuhr er fort. „In den nächsten Wochen gehen wir auf Jesus Christus zu. Und an Weihnachten kommt Jesus Christus auf uns zu.“ Und der Mensch, so Woelki, lebe von guten Begegnungen mit anderen Menschen. „Der Mensch wird am Du zum Ich“ habe Martin Buber festgestellt. Auf die Begegnung mit Jesus Christus komme es zu Weihnachten an und nicht auf den Gänsenbraten, den Tannenbaum und die Christbaumkugeln. Wenn man auf Jesus Christus vertraue, brauche man keine Angst mehr vor dem Tod zu haben. „Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten“, diese Erkenntnis stamme von Romano Guardini, berichtete Woelki abschließend.

 

 

 

 

 

Die Politik und der reformatorische Gedanke

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Foto: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und die Superintendentin der Evangelischen Kirche Düsseldorf Henrike Tetz (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Zugegeben, dieses Thema mag zunächst etwas sperrig klingen, aber das, was der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin bei der Feier des Reformationstages der Evangelischen Kirche daraus machte, war ein sehr dynamischer Appell, die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft zu bewahren und zu verteidigen, denn, so der Minister, „Wirtschaftspolitik geht nicht ohne Sozialpolitik, das sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Man kann nicht das eine ohne das andere denken.“ Hier sei er sich seinem Kabinettskollegen Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider vollkommen einig.

Duin, der aus Emden ist Ostfriesland kommt und, wie er bekundete, aus einer gläubigen Familie kommt, in deren Hause der evangelische Pastor ein- und ausging, griff einen Gedanken  aus der vorhergehenden Ansprache in der Andacht von Superintendentin Henrike Tetz auf. Diese hatte erklärt, dass man sich Gedanken machen müsse, wie unterschiedliche Stadtkulturen miteinander ins Gespräch kommen könnten und wie der Religionsfriede in Düsseldorf gelebt werden könne. Tetz sagte „Mit ihrem Reden und mit ihrem Tun, und auch mit ihrem schlichten Dasein hält die Kirche die Erinnerung wach an die Vision von einer zukünftigen Stadt des Friedens.“ Es sei heute ein Problem, wie man Arme und Reiche unter ein Dach bringen könne, führte Duin aus.

Duin stützte sich im Folgenden auf den Reformator Johannes Calvin, der zu einer Zeit gelebt hat, als Armut und Bettelei an der Tagesordnung standen, wobei jedoch eine nachhaltige Besserung der Situation der Menschen in prekären Verhältnissen durch die klassischen Mittel wie Almosen oder Eintritt ins Kloster nicht erreicht wurde. Duin erklärte, dass Calvin laut Professor Matthias Freudenberg auf „das Recht auf gerechte Entlohnung, da Gott die Rücksicht auf die Not jedes Einzelnen geboten habe“, verwiesen habe. Duin prangerte in diesem Zusammenhang Auswüchse des Kapitalismus, was sich etwa durch Zahlungen von Boni, die ungerechtfertigt seien oder Unternehmen, die ausschließlich auf schnellen Profit hin orientiert seien, sogenannte „Heuschrecken“, zeige. Wer sich nur den materiellen Gewinn kümmere, so Duin, sein in der Augen der Bibel ein Narr.

Chancengleichheit

Der Staat muss laut Duin die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass alle Menschen mit ihren eigenen Leistungen die gleichen Chancen des Aufstiegs haben.

Duin machte deutlich, dass Calvins Theologie einen fundamentalen Beitrag zur Reform des Lebens in den Bereichen des Sozial-, Bildungs- und Staatswesens sowie der Wirtschaft geleistet hat.

Eigentum bedeutet Verantwortung

Duin legte dar, dass Calvin das Eigentum als legitim erachtet habe, aber auch deutlich gemacht habe, dass damit auch soziale Pflichten des Eigentümers einhergehe. Wenngleich es Calvin als gemeinsames Kriterium aller Menschen angesehen habe, dass sie Kinder Gottes seien, die durch eine gemeinsame Teilhabe an der communio sanctorum zusammengeschweißt seien, so habe Calvin keineswegs die Schlussfolgerung politisch-rechtlicher oder gar wirtschaftlich-sozialer Gleichheit gezogen. Die Wirtschaftsethik Calvins fußt laut Duin ausschließlich auf der Freiwilligkeit der Hilfe gegenüber den Nächsten aus Furcht vor dem Endgericht Gottes, nicht auf gegenseitigen Rechten und Pflichten der Menschen.

Calvin in Zeiten der Wirtschaftskrise

Duin zitierte folgende Passage aus einem Beitrag von Professor Matthias Freundenberg in der Basler Zeitung  „Und in der globalen Wirtschaftskrise, für linke Denker die lange ersehnte Götterdämmerung der freien Marktwirtschaft, gerät auch das Bild Calvins als theoretischer Ahnherr des Kapitalismus ins Wanken. „Dass der Calvinismus der geistige Nährboden war, auf dem der moderne Kapitalismus entstehen und gedeihen konnte, ist eine Vergröberung der Thesen Webers“, urteilt Ulrich H.J Körtner, Theologe an der Universität Wien.“ (Jan-Dirk Herbermann, Calvin – „Der Taliban von Genf, Basler Zeitung, 10.07.2009)

Beherzigung der 10 Gebote

Eigentlich sei in den zehn Geboten der Bergpredigt schon alles enthalten für ein gedeihliches Zusammenleben. „Die Gebote sind keine Fesseln, sie verlangen die Freiheit, aber eine Freiheit in Verantwortung“. Das 8. Gebot hob Duin als zentral hervor. Gott gebiete hier den Menschen im achten Gebot, überall und jederzeit die Wahrheit zu sagen und die Taten des Nächsten wenn immer möglich positiv auszulegen, damit ein vertrauensvolles Zusammenleben unter den Menschen möglich wird.

„Die ganze Friedensbewegung hätte nicht den Erfolg gehabt, wenn sie sich nicht auf die Bergpredigt hätte beziehen können. In der Umweltpolitik, also der Wahrung der Schöpfung, war es ähnlich“, unterstrich Duin.

Für ihn persönlich gebe es auch politische Entscheidungen oder Gesetzgebungsverfahren, „bei denen mein christlicher Hintergrund ausdrücklich eine gewichtige Rolle gespielt hat“. Zum Beispiel wenn es um Lieferketten und Warenbeschaffung und deren ethische und ökologischen Aspekte gehe.

Bei ethischen Fragen stützt sich Garrelt Duin auch auf den Rat von Theologen. Dies war zum Beispiel während seiner Zeit als Europaparlamentarier der Fall. Damals stand die Stammzellenforschung auf der Agenda.

Die Rolle, die die Kirchen seiner Ansicht nach im Verhältnis zur Politik spielen sollten, machte Duin abschließend klar: „Sie sollen nicht selbst Politik machen, aber sie sollen Politik möglich machen. Sie müssen klar machen, was verantwortungsvolles Handeln ist, zum Beispiel in der Finanzkrise“.

 

 

 

„Das Kreuz im öffentlichen Raum vor dem kulturellen Hintergrund betrachten“

Autor: Christian Dick

 Andreas Heusch

Foto: Dr. Andreas Heusch, Präsident des Verwaltungsgerichts Düsseldorf (Quelle: Verwaltungsgericht Düsseldorf)

Das Verhältnis des Staates zu den Kirchen in Deutschland ist in Artikel 140 GG durch einen Bezug auf die Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der Weimarer Reichsverfassung geregelt. Artikel 137 Absatz 1 der Weimarer Reichsverfassung legt fest, dass es keine Staatskirche gibt. Demnach, so Dr. Andreas Heusch, Präsident des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, darf der Staat nicht missionieren, in seinem Vortrag „Religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen“ bei der Bürgerstiftung Gerricus in Pfarrsaal von St. Margaretha in Düsseldorf-Gerresheim am 8. April.

Heusch geht allerdings nicht mir dem sogenannten „Kruzifix-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichtes vom 16. Mai 1995 konform, in dem der Erste Senat zunächst das Kreuz ausschließlich im christlichen Selbstverständnis interpretiert habe, um dann im Ergebnis festzustellen, dass Kreuze in staatlichen Schulen gerade wegen dieses Bedeutungsgehalts unzulässig seien, weil sie die religiösen Empfindungen Andersdenkender verletzten. In dezidierter Weise sprach sich Heusch hier für einen pragmatischen Ansatz aus. Das Kreuz müsse in dem räumlichen Kontext eines staatlichen Gebäudes als Symbol der europäisch-abendländischen Kultur begriffen werden; es solle nicht andersgläubige oder glaubensferne Menschen missionieren und zum Christentum bekehren. Heusch hob hervor, dass Bayern in der Folge der Karlsruher Kruzifix-Entscheidung eine die widerstreitenden Belange und Interessen ausgleichende und zugleich sehr lebenskluge Lösung gewählt habe: Wenn sich in Bayern die Eltern eines Schülers gegen ein Kreuz im Klassenzimmer aussprächen, sei der Schulleiter gehalten eine ausgewogene, die widerstreitenden Belange berücksichtigende Lösung zu finden, die auch darin bestehen könne, dass der widersprechende Schüler in eine andere Klasse versetzt werde, in der kein Kreuz hänge. Soweit in einer staatlichen Schule in Nordrhein-Westfalen überhaupt noch ein Kreuz hänge, würde dies im Widerspruchsfall hingegen entfernt. Hierdurch werde indes einseitig der negativen Religionsfreiheit, also der Freiheit eines Menschen, zu keiner oder nicht zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft zu gehören und zu keinen religiösen Praktiken gezwungen oder genötigt zu werden, Vorrang vor der positiven Religionsfreiheit, der Freiheit einen Glauben zu haben und zu bekennen, eingeräumt. Heusch plädierte für eine Betrachtung des Kreuzes in seinem jeweiligen räumlichen und funktionellen Kontext: Danach habe ein Kreuz in einer Kirche einen anderen Aussagegehalt als in öffentlichen Gebäuden – eine Auffassung, die das Bundesverfassungsgericht allerdings in dem genannten Urteil nicht vertreten hat. In einer Kirche steht Heusch zufolge das Kreuz als Glaubenssymbol im Mittelpunkt  und dient hier auch dem Gedanken der Missionierung. Kreuze im öffentlichen Raum haben laut Heusch jedoch nicht diesen Symbolgehalt. „Dort verweist es nur auf die kulturellen Wurzeln des Staates“, hob er hervor. Und  dieser gründet laut Heusch auf christlichen Werten.

Es kam aus dem Publikum die Frage auf, ob die Aktivitäten, des in dem Artikel „Gottlose provozieren Gläubige“ aus der Rheinischen Post vom 5. April beschriebenen über den zur Giordano-Bruno-Stiftung gehörenden Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA), bei dem der Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in vorderste Front agiert, nicht gegen das Grundgesetz verstoße. Der DA macht sich laut Rheinischer Post mit großer Vehemenz für einen kollektiven Kirchenaustritt am Gründonnerstag unter dem Motto „Hoppel dich frei“ stark und bezeichnet das Osterfest als „Hasenfest“. Weiterhin behauptet der DA, dass halb Düsseldorf konfessionslos sei. Dies stimmt aber nicht. Die Rheinische Post merkt in dem Artikel an „Sowohl nach kirchlicher als auch nach städtischer Statistik gehörten Ende 2013 (Kirche) beziehungsweise Ende 2012 (Stadt) immer noch rund 308 000 der zurzeit 595 000 Düsseldorfer der katholischen sowie der evangelischen Kirche (EKD) an.“ Andreas Heusch erklärte, dass diese Aktivitäten allerdings nicht gegen das Grundgesetz verstießen und durch den grundgesetzlichen Schutz der Glaubensfreiheit abgedeckt seien, der zum Beispiel auch Meinungen zulasse, die als irrational erscheinen.

Statistische Angaben zur katholischen Kirche Deutschland:

In den Einrichtungen und Diensten der katholischen Kirche sind bundesweit rund 120 000 (knapp über 15 000 Priester) und in denen des Deutschen Caritasver­bandes 559 000 Menschen in den 24 646 Einrichtungen und Diensten, die der Caritas angeschlossen sind, tätig (zusammengefasst 2010 insgesamt 387 000 Vollzeitstellen bei der Caritas). Der frühere Düsseldorfer Stadtdechant und Spritual des Priesterseminar und heutige Subsidiar im Seelsorgebereich Linksrheinisches Düsseldorf erklärt in Bezug auf Kritik an der Kirche gerne in seinen Predigten „Wenn die Dienste der Caritas einmal eine Woche eingestellt würden, dann würden sich die Menschen aber u

Es gab 3 Gründe, Kardinal Meisner zu feiern

Autor: Christian Dick

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Foto: Erzbischof Stanislav Dziwisz aus Krakau, früher Sekretär Papst Johannes Pauls II., Dominik Kardinal Duku aus Prag und Joachim Kardinal Meisner am 9. März im Gürzenich (Aufnahme: JS)

Zugegeben, die Anfänge von Joachim Kardinal Meisner in Köln waren nicht leicht. Der am 25. Dezember 1933 in Breslau geborene Alterzbischof hatte sich bei seiner Priesterweihe im Jahre 1962 vorstellen können, nach Erfurt, in die Thüringische Diaspora oder in die Rhön als Priester zu kommen, wie er am 9. März bei einem Festakt im Kölner Gürzenich anlässlich der Vollendung seines 80jährigen Lebensjahres, seines silbernen Jubiläums als Erzbischof von Köln und seiner Versetzung in der Ruhestand durch Papst Franziskus am 28. Februar 2014. Er habe Gott dann einen „Blankoscheck“ unterschrieben. Er habe nicht gedacht, dass er dann nach Erfurt, Berlin und Köln komme. In launiger Stimmung fügte Meisner hinzu, dass er davor warnen könne, einen Blankoscheck zu unterschreiben. Als er 1989 gerade nach Karneval nach Köln kam, hatte er mit dem rheinischen Frohsinn so gar nichts am Hut. Und die Kölner hätten lieber einen Rheinländer als Erzbischof gehabt. Die Kölner und Kardinal Meisner haben sich dann aber in all den Jahren zusammengerauft. Meisner bekundete sogar in einer seiner Predigte „Karneval und Kirche gehören in Köln zusammen“. Unter Meisners Ägide wurde eine Karnevalsmesse eingeführt. Er mutierte auch zu einem großen Fan des 1. FC Köln. Köln wurde ihm zu einer Heimat. Dass in Köln der soziale Zusammenhalt sehr gut ist belegt auch das bekannte Lied „In unserm Veedel“, das von einem Bläserensemble vorgetragen wurde. In Köln will der Alterzbischof deshalb auch seinen Ruhestand verbringen, seinem Nachfolger aber nicht in die Parade fahren. Eines ist Kardinal Meisner immer geblieben: ein streitbarer Mensch, der sich nie hat verbiegen lassen, der nie dem Zeitgeist hinterhergelaufen ist und der Rückgrat hat. Diese Eigenschaft an ihm hob auch die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Schulministerin Sylvia Löhrmann, Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, hervor. Und auf Grund der genannten Eigenschaften und dessen tiefer Frömmigkeit und der Tatsache, dass  Kardinal Meisner dem Gebet höchste Priorität in seinem Leben eingeräumt hat, hat auch Dr. Dominik Schwaderlapp, der 17 Jahre lang als Erzbischöflicher Geheimsekretär, danach als Generalvikar und seit dem Jahre 2012 als Weihbischof an der Seite des Kardinals stand, viel von diesem gelernt und war daher am 9. März von Wehmut und Freude zugleich erfüllt.   

 „Ich wör so jän ens Erzbischof“

Ein ganz besonderer Höhepunkt des Festaktes stand gleich am Anfang. Der kleine Elias sang im Messdiener-Gewand eine abgewandelte Version des Liedes „Ich wör so jän ens Weihbischof“ der Kölner Band Bläck Föös. Das Wort Weihbischof wurde freilich durch „Erzbischof“ ersetzt.

Es wurde im Folgenden dargestellt, was in der 25jährigen Amtszeit von Kardinal Meisner in Köln alles geschehen ist. Vom Fall der Berliner Mauer, der deutschen Wiedervereinigung und dem Fall des „Eisernen Vorhangs“, dem ersten Golfkrieg 1991, dem Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1999 und der Fußball-Europameisterschaft 1996, den Anschlägen des 11. September 2001, dem herausragendsten Ereignis von Meisner Amtszeit, dem Weltjugendtag im Jahre 2005, dem Nationalen Eucharistischen Kongress im Juni 2013 und der Erstellung des Gotteslob, dem Kirchengesangbuch für die katholische Kirche in Deutschland und Österreich. Insbesondere der Dominik Kardinal Duka aus Prag dankte Kardinal Meisner für dessen Einsatz für die Kirche Osteuropas.

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Foto: Dominik Kardinal Duku aus Prag im Gespräch mit Joachim Kardinal Meisner (Aufnahme: JS)

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Foto: der Erzbischof von Riga Zbignev Stankevic und Dominik Kardinal Duku aus Prag (Aufnahme: Christian Dick)

Der Präfekt des Päpstlichen Hauses und Sekretär des emeritierten Papst Benedikt XVI. Erzbischof Georg Gänswein war eigens aus Rom angereist, um die Grüße von Papst Franziskus und Benedikt XVI. zu übermitteln. Den wohl weitesten Weg hat der Erzbischof von Tokio Peter T. Okada zurückgelegt, mit dessen Bistum das Erzbistum Köln seit 60 Jahren eine Partnerschaft pflegt.

Der Präsident des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln Thomas Nickel zollte Joachim Kardinal Meisner ebenfalls seinen großen Respekt und dankte ihm herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit.

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Foto: Diözesanratspräsident Thomas Nickel, der ebenfalls im Mai aus seinem Amt ausscheidet, mit seiner Ehefrau (Aufnahme: Christian Dick)

Als Erinnerung an den Weltjugendtag 2005 sang der anwesende Jugendchor das Lied „Jesus Christ, you are my life“ und das Publikum im Saal sang und klatschte begeistert mit.

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Foto: der Jugendchor im Gürzenich (Aufnahme: JS)

Der Kölner Domkapellmeister Professor Dr. Eberhart Metternich berichtete, dass die Auswahl der musikalischen Stücke in den Messen insofern immer wohl durchdacht war, weil der Joachim Kardinal Meisner nicht gerne Applaus nach einem Lied gehabt habe. Da die Gottesdienstbesucher jedoch sehr gerne nach dem „Halleluja“ aus dem Messias von Georg Friedrich Händel applaudierten, habe man andere Stücke gewählt, die eher keinen Applaus nach sich zogen.

Unter den Gästen im Gürzenich waren unter anderem weiterhin:

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Foto: Winfried Motter, Kolping-Präses im Erzbistum Köln, der auch im Mai seine Tätigkeit beendet, und der Bischof Hildesheim Nobert Trelle, der früher in Köln Weihbischof war (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der aus Neuss stammende Dogmatik-Professor Dr. Dr. Thomas Marschler (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der Erfolgsautor, Theologe und Psychiater Dr. Manfred Lütz (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der Bischof von Trier Stefan Ackermann (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Zwei Sekretäre unter sich: rechts: Oliver Boss, der von 2004 bis 2014 Erzbischöflicher Geheimsekretär von Kardinal Meisner war, rechts: der Sekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Erzbischof Georg Gänswein (Aufnahme: JS)

Kardinal Meisner in bester Stimmung

Heiter und sehr gelöst konnte man Kardinal Meisner bei dem Festakt erleben. So erzählte er eine Anekdote aus seiner Anfangszeit in Köln. Er saß damals vor dem Dom in seinem Wagen und kurbelte die Scheibe herunter, weil die Menschen mit sprechen wollten. Da habe ein junger Mann „Buh“ gerufen. Eine ältere Dame habe dem Mann auf den Mund gehauen. „Das ist die Rolle der Frau in der katholischen Kirche“, sagte Meisner.

Kein Geschenk vom Erzbistum

 „Ein Geschenk bekommst Du nicht. Denn das Sparen habe ich den letzten zwei Jahren von Dir gelernt“, erklärte Diözesanadministrator und Generalvikar Dr. Stefan Heße. Er verwies allerdings darauf, dass eher als an einem Geschenk des Erzbistums das Herzblut des Alterzbischofs vielmehr an der neu ins Leben gerufenen nach ihm benannten Stiftung hängt.

 Kardinal-Meisner-Stiftung für Pastoral- und Gemeindeentwicklung

Seit jeher liegen Kardinal Meisner Pastoral und Priestertum besonders am Herzen. Sein Anliegen unterstützt und würdigt das Erzbistum Köln mit der Gründung der Kardinal-Meisner-Stiftung. Sie fördert die Pastoral- und Gemeindeentwicklung im Erzbistum Köln sowie in Mittel-, Ost- und Südeuropa.

Schwerpunkt und damit Zweck der Stiftung liegen in der ideellen und finanziellen Unterstützung von Maßnahmen zur Stärkung der soliden Glaubensverkündigung und der missionarischen Ausstrahlung der Katholischen Kirche im In- und Ausland. Die Sorge um Priesterberufungen hat in der pastoralen Arbeit stets einen herausragenden Rang. In den Zeiten des Kalten Krieges riskierte Kardinal Meisner viel und weihte in den Ostblockländern geheim Priester. Denn nach einem Wort von Papst Johannes Paul II. ist der Priester nur durch einen Priester zu ersetzen.

Die Kardinal-Meisner-Stiftung ist als Treuhandstiftung unter dem Dach der Erzbischöflichen Stiftung Köln mit einem Startkapital von 1 Mio Euro ausgestattet. Wer die Arbeit der Stiftung unterstützen möchte, kann sich mit einer Spende beteiligen:

Kardinal-Meisner-Stiftung, Pax-Bank Köln, IBAN: DE94 3706 0193 0034 0000 34, BIC: GENODED1PAX.

Zum Abschluss die heimliche Kölner Hymne

Als zum Abschluss „Mer losse d’r dom in Kölle“ angestimmt wurde, sang das Publikum begeistert mit.

Abschieds-Pontifikalamt in Kölner Dom

Der Dom füllt sich_klein

Foto: Der Dom füllt sich… (Aufnahme: JS)

Robert Zollitsch und Nikola Eterovich beim Einzug im Kölner Dom_klein

Foto: der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch und der Nuntius in Deutschland Nikola Eretovic vorne im Bild beim Einzug im Kölner Dom (Aufnahme: JS)

Der Festakt im Gürzenich mit anschließendem interessantem Austausch beim Buffet bildete den Auftakt für einen wahren „Super-Sonntag“. Denn am Nachmittag fand und 15:30 Uhr ein Pontifikalamt statt, bei dem der Kölner Dom voll war, wie selten zuvor. Kardinal Meisner betonte in seiner Abschiedspredigt die große Bedeutung der Anbetung Gottes im Leben eines Christen. Wichtig, so Meisner, sei es, vor dem Herrn niederzuknien, sich mit dem Herrn auf Augenhöhe zu stellen.

Der neue Nuntius in Deutschland Nikola Eterovic trug ein Grußwort von Papst Franziskus vor, in dem dieser Kardinal Meisner für sein geistliches Wirken dankte und ihm gleichzeitig seine geistliche Nähe versicherte.

Der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch, der Meisner für dessen „ganzes bisheriges Wirken im Weinberg des Herrn“ und für dessen „Achtung der Menschenrechte und unermüdlichen Kampf für die Würde des Menschen“ dankte, hob in seiner Dankesrede als essentielles Merkmal Kardinal Meisners Wahlspruch Spes nostra firma („Unsere Hoffnung für Euch steht fest“) hervor. Zollitsch erklärte mit Vehemenz, dass die Charakteristika Joachim Kardinal Meisners sein „unerschütterlicher Glaube an Gott“, seine Eigenschaft als „unbeirrbarer Zeuge einer Kirche Jesu Christi“ und sein „tiefes Gottvertrauen“ seien.

Der Sonderdruck der Zeitung „Joachim Kardinal Meisner 25 Jahre Erzbischof von Köln – Spes nostra firma“ wurde vom Erzbistum Köln veröffentlicht und ist als pdf-Dokument unter folgender Internetadresse abrufbar:

http://www.kiz-koeln.de/fileadmin/webfiles/data/downloads/ausgaben/2014/Kardinal_2014.pdf

Gefeiert wie Fußball-Star

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Foto: Ein Mensch mit einem klaren Profil – Kardinal Meisner nach dem Pontifikalamt vor dem Kölner Dom (Aufnahme: JS)

Nach dem Pontifikalamt ereignete sich gegen 17:30 Uhr auf dem Vorplatz des Kölner Doms ein Schauspiel ganz besonderer Art. Joachim Kardinal Meisner war in der riesigen Menschenmasse kaum mehr zu sehen, allenfalls seine Kopfbedeckung war noch erkennbar. Er wurde frenetisch gefeiert, ein Abschiedsfoto mit dem Kardinal war sehr gefragt. Es kam einem so vor, als sei der 1. FC Köln gerade Deutscher Meister geworden. So etwas erlebt die katholische Kirche, die in den letzten Jahren stark krisengeschüttelt war, insbesondere in Deutschland, heute nicht mehr allzu oft. Aber es scheint, dass Dinge, die in den Medien zu vermeintlichen Skandalen  aufgebauscht werden, sich besser verkaufen, als die Berichte über, entgegen dem von vielen Meinungsmachern propagierten negativen Trend in Sachen Kirche, doch noch existierende freudige und euphorische Stimmungen in der katholischen Kirche, die die Kirche für einen neuen Aufbruch ganz intensiv nutzen sollte!

Jubel vor dem Kölner Dom_klein

Foto: Kardinal Meisner vor dem Kölner Dom (Aufnahme: JS)

Marianische Männerkongregation_klein

Foto: die Marianischen Männerkongregation würdigt Kardinal Meisner (Aufnahme: JS)

 Menschenscharen  vor dem Dom_klein

Foto: Menschenscharen vor dem Dom (Aufnahme: JS)