Archiv der Kategorie: Kultur

Stück zum Nachdenken im Theater an der Kö

Autor. Christian Dick

Am 24. Mai feiert das Stück „Die Niere“ von Stefan Vögel im Düsseldorfer Theater an der Kö Premiere. Hierin wird ein nicht ganz einfaches Thema behandelt. Es geht zum einen um Organspende und zum anderen um Probleme in den Ehen zweier Ehepaare. Schauspielierin Lara Joy Körner spielt Kathrin, die ihrem Ehemann Arnold, dargestellt von Hardy Krüger jr., verkündet, dass sie eine Spenderniere braucht. Kathrin und Arnold haben dieselbe Blutgruppe, so dass Arnold als potenzieller Spender in Betracht käme. Arnold plagt jedoch die Angst und zudem die Sorge um seine berufliche Karriere. Zufällig bekommen die beiden Besuch von dem befreundeten Ehepaar Götz, verkörpert von Urs Schleiff, und Diana, dargestellt von Katharina Paul. Götz, der dieselbe Blutgruppe wie Kathrin hat, erklärt sich ohne Umschweife bereit, eine Niere für Kathrin zu spenden. Dies ruft die Eifersucht von Arnold hervor. Und Diana hat Angst, dass Götz etwas zustoßen könnte, falls er eine Niere spendet. Das Chaos ist perfekt. Doch damit nicht genug. Beide Ehepaare haben darüber hinaus auch noch Eheprobleme. Das Stück „Die Niere“ ist also weniger zum Lachen, sondern es stimmt das Publikum eher sehr nachdenklich. Der Ausgang dieser Stücks ist sehr überraschend, so dass für genügend Spannung gesorgt ist. Dieser Stoff ist auf jeden Fall gewagt für ein Boulevardtheater, weil es keine leicht verdauliche Kost ist, jedoch ist diese Inszenierung von Regisseurin Ute Willing sehr gelungen und könnte auf jeden Fall auch auf der Bühne eines Schauspielhauses aufgeführt werden. Es ist eine schauspielerische Glanzleistung, die zurecht mit sehr viel Applaus bedacht wurde.

Bis zum 7. Juli 2019 wird das Stück „Die Niere“ im Düsseldorfer Theater an der Kö aufgeführt. Weitere Informationen gibt es unter der Internetadresse www.theateranderkoe.de.

 

Liebe in der zweiten Lebenshälfte – eine äußerst romantische Komödie

Autor: Christian Dick

In der Düsseldorfer Komödie in der Steinstraße glänzen gegenwärtig Peter Millowitsch und Andrea Spatzek in dem Stück „Oh, diese Eltern“. Im Mittelpunkt steht zwei Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die ihren zweiten Frühling erleben. Dies Komödie ist etwas für das Herz.

Handlung des Stücks

Oh, diese Eltern

Aufführung bis zum 17.05.2019

Komödie von Alfonso Paso – Überarbeitung von Wolfgang Spier

Im Wartezimmer von Dr. Rodriguez, mitten im spanischen Andalusien, treffen Dolores Velasco und Fernando Cano aufeinander. Die Beiden haben Einiges gemeinsam: beide sind in der zweiten Hälfte ihres Lebens angekommen, beide haben ihren Partner verloren, beide fühlen sich von ihren Kindern mißverstanden und vor allem fühlen sich beide totkrank und sind erbost über ihren bisherigen Arzt, der sie beide für kerngesund hält.

Über ihren Zorn auf den vermeintlich unfähigen Arzt, die Undankbarkeit der jeweiligen Sprößlinge und über ihre jeweiligen Gebrechen, entwickelt sich zwischen den beiden sonst recht unterschiedlichen Charaktären ein intensives Gespräch. Man versteht sich, man fühlt sogar Sympathie, oder vielleicht sogar mehr? … Ohne es zu wissen sind die Beiden ihrem eigentlichen Problem auf die Spur gekommen – der Einsamkeit. Und sie haben mit sich gleich die richtige Medizin gefunden.

Ihre Kinder sind jedoch gegen die Verbindung ihrer Eltern und versuchen diese mit allen Mitteln zu verhindern. Mit viel Witz und überraschenden Ideen kämpfen Dolores und Fernando nun für ihr Recht auf Glück.

Erleben sie eine temporeiche, zum Lachen animierende und gleichzeitig romantische Geschichte über den „zweiten Frühling“ und wie man mit ihm umgeht. Und einen Beweis dafür, daß Lachen die beste Medizin ist.

Kartenreservierung:

Tel.: 0211 – 13 37 07

Tel.: 0211 – 32 51 51

E-Mail: karten@komoedie-steinstrasse.de

Zusätzliche Informationen gibt es unter der Internetadresse www.komoedie-steinstrasse.de

 

DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄRCHEN im Stadtmuseum Düsseldorf

 Musikalischer Lyrikabend

Foto: das THEN-Quartett (von links nach rechts) Ulrich Pakusch, Philipp Reinheimer, Kai Christian Moritz, Bernhard Stengele

„Denk ich an Deutschland in der Nacht,  dann bin ich um den Schlaf gebracht“, so heißt es in Heinrich Heines Zyklus „Zeitgedichte“. Nicht minder berühmt ist Heines Werk „Deutschland ein Wintermärchen“. In diesem betrachtet Heine seine Heimat mit Ironie, aber zugleich auf liebevolle Weise. Dieses Werk hat heute eine hohe Reputation, weil es einer der Glanzpunkte der politischen Dichtung des Vormärz ist und für viele das emotional fesselndste Werk ist, das jemals von einem Emigranten verfasst wurde. Der Ursprung für dieses Gedicht war die erste Reise Heines nach Deutschland, seitdem er im Jahre 1831 nach Frankreich ausgewandert war.

Seit dem Jahre 2008 hat das THEN-Quartett dieses Werk Heinrich Heines für die Bühne adaptiert. Ende April 2019 kommt dieses nun im Düsseldorfer Stadtmuseum zur Aufführung. Seit der Erstaufführung ist das Programm kontinuierlich gereift und die Künstler mit ihm. Es gibt immer tagesaktuelle Anpassungen und einen regionalen Bezug. Das THEN-Quartett hat eine völlig neue Interpretation des Gedichts des Wahlfranzosen Heinrich Heine kreiert, angereichert mit weiteren, kraftvollen Texten, Liedern und Bildern und entwickelt auf diese Weise ein eigenes Deutschlandbild des 21. Jahrhunderts. Wer sind wir? Wie wollen wir leben? Was ist DEUTSCHE KULTUR? Und drohen wir sie zu verlieren? Gehört der Islam zu Deutschland? Das sind die Fragen, um die die deutsche Politik, die deutsche Gesellschaft streitet. Was ist Heimat? Das THEN-QUARTETT hat seine Antwort gefunden: Heine ist Heimat. Und seine Heimat ist konkret: der gute alte Vater Rhein, der im Kyffhäuser schlummernde Kaiser Barbarossa, der Kölner Dom, das heimische Sauerkraut, die Rostbratwürste, aber auch die Bigotterie, die Engstirnigkeit, der Antisemitismus….

Das THEN-QUARTETT folgt den Spuren Heinrich Heines, der das Deutsche liebte und an ihm krankte.

Für das Ensemble ist es eine große Freude und Ehre, nun in Heines Heimatstadt mit dem Programm auftreten zu dürfen. Mitwirkende sind Bernhard Stengele aus Kißlegg im Allgäu, Kai Christian Moritz aus Würzburg, Philipp Reinheimer aus Berlin und Ulrich Pakusch, der aus Werl stammt, an einem original THEN-Hammerflügel.

Aufführungstermin in Düsseldorf ist der  25. April im Veranstaltungssaal des Düsseldorfer Stadtmuseums, Berger Allee 2. Beginn ist um 20 Uhr. Die Aufführungsdauer beträgt 2 ½ Stunden inkl. Pause. Der Vorverkauf findet über Westticket statt. Es besteht freie Platzwahl, der Normalpreis beträgt 23€, der Preis für Schüler und Studenten: 17€.

 

Komödie über das liebe Geld und Glück

Autor: Christian Dick

Wenn man unverhofft zu einem stattlichen Geldbetrag kommt, dann kann ein Mensch, der für gewöhnlich Skrupel hat, schnell in Versuchung geraten. Genauso ergeht es Heiner B. Liebig in der Komödie FUNNY MONEY. Dieses Stück führt auf äußerst humorvolle Weise vor Augen, dass Geld allein noch lange nicht glücklich macht, sondern dass mit dem Geld die Probleme oft erst anfangen. Und unglücklich wird man gerade dann, wenn man nur den materiellen Dingen hinterherläuft. Deswegen ist in der Regel derjenige umso glücklicher, der sich an den kleinen Dingen des Lebens freuen kann.

Schauspielerisch ist diese Inszenierung sehr gelungen.

Geschrieben wurde die Farce „FUNNY MONEY“, die aktuell im Theater an der Kö in Düsseldorf aufgeführt wird von Ray Cooney. Die Regie führt Folke Braband. Mit von der Partie sind die Schauspieler JACQUES BREUER, RALF KOMORR, SASKIA VALENCIA, SIMONE PFENNIG, THOMAS GIMBEL, STEFAN PREISS, HORST R. NAASE und KLEBER VALIM.

Die Premiere am 1. Februar 2019 kam beim Publikum sehr gut an.

Handlung des Stücks

Heiner Liebig verwechselt in der U-Bahn seine Aktentasche mit der eines Fremden und ist plötzlich Besitzer von 1,5 Millionen EURO. Sofort erwacht in Heiner kriminelle Energie. Er plant auf der Stelle mit dem Geld und seiner Frau aus Deutschland zu verschwinden, was sich allerdings als schwierig erweist, weil seine Geburtstagsgäste vor der Türe stehen und sich plötzlich zwei ausgesprochen bestechlich zeigende Polizisten sehr für Heiner interessieren.

Als dann auch noch der eigentliche Inhaber des Geldes tot im Rhein gefunden und anhand der Papiere in seinem Aktenkoffer als Heiner Liebig identifiziert wird und ein dubioser Mr. Big auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Unter den Gästen im Publikum waren die Schauspielerin Judith Richter, Tochter von Beatrice Richter, und die Schauspielerin Tanja Schleiff, Ehefrau des Direktors des Theater an der Kö René Heinersdorff. Beiden hat diese Komödie sehr gut gefallen.

Foto: Judith Richter und Tanja Schleiff (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

„FUNNY MONEY“ steht bis zum 24. März 2019 auf dem Programm des Theater an der Kö. Weitere Informationen sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.theateranderkoe.de

Viel Applaus für „Komplexe Väter“

Foto: das Ensemble des Stücks „Komplexe Väter“ Autor, Regisseur und Schauspieler René Heinersdorff, Jochen Busse, Katarina Schmidt, Hugo Egon Balder und Alexandra von Schwerin (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Am 31. Januar 2019 fand im Kölner Theater am Dom die Premiere des Stücks „Komplexe Väter“ statt. Wenn ein Stück, wie in diesem Fall, vom Mitinhaber des Theater am Dom René Heinersdorff geschrieben ist, dann ist das ein Garant für einen äußerst kurzweiligen Abend, an dem man vor Lachen von Herzen fröhlich sein kann. Das Stück wurde bereits mit großem Erfolg in Berlin aufgeführt.

René Heinersdorff ist auch noch Regisseur dieser Komödie uns spielt selber mit. Mit ihm zusammen sorgen Jochen Busse, Hugo Egon Balder, Alexandra von Schwerin und Katarina Schmidt dafür, dass dieser Theaterabend, an dem eine Pointe die andere jagt, beim Publikum bestimmt nicht schnell in Vergessenheit gerät, sondern vielmehr weiter empfohlen wird. Bedauerlich ist, dass heutzutage aktuelle Komödien aus Boulevardtheatern kaum noch im Fernsehen gezeigt werden, denn die Inszenierung „Komplexe Väter“ würde das Fernsehpublikum sicherlich ebenfalls sehr begeistern. Im Mittelpunkt steht die 25jährige Tochter Nadine, dargestellt von Katharina Schmidt, die ihren neuen Freund – verkörpert von René Heinersdorff präsentiert, der zum Leidwesen ihres leiblichen Vaters Erik, den Hugo Egon Balder spielt, und ihres Stiefvaters Anton, den Jochen Busse darstellt, doppelt so alt ist wie Nadine. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb es in diesem heiteren Schwank eine Menge Komplikationen gibt. Zu viel über den Inhalt sei allerdings an dieser Stelle nicht verraten, damit nicht die Spannung vorweg genommen wird. So viel sei aber verraten: Dieses Stück macht Lust auf Mehr!

Bei der Premierenfeier herrschte gute Stimmung. Mit von der Partie waren unter anderem Hella von Sinnen und Schauspielerin Marianne Rogée.

Foto: Hella von Sinnen und Marianne Rogée (Mitte) (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

„Komplexe Väter“ steht bis zum 27. April 2019 auf dem Programm des Theater am Dom.

Weitere Informationen gibt es unter folgender Internetadresse: https://www.theateramdom.de/

DER NANNY im Theater an der Kö in Düsseldorf

Autor: Christian Dick

Die aktuelle Inszenierung im Düsseldorfer Theater in der Kö ist aberwitzig. Das Publikum kann dabei zwei Stunden lachen, dass sich die Balken biegen. Vorlage für diese Komödie ist der gleichnamige Kinofilm von Matthias Schweighöfer.

Regisseur Christian Kühn hat das Stück auf hervorragende Weise für die Bühne adaptiert. Die Inszenierung ist sehr spritzig und locker. Schauspielerisch ist diese Komödie einmalig. Da bekommt man richtig Lust, ins Theater zu gehen. Bis zum 20. Januar 2019 steht das Stück „Der Nanny“ im Theater an der Kö auf dem Programm.

Es wirken mit ANDREAS ELSHOLZ, CARSTEN STRAUCH, MACKIE HEILMANN, MAIKE VON BREMEN, CHRISTINA STEPHAN u.a.

Handlung des Stücks

Clemens steckt mitten in den Planungen zum größten Bauprojekt seiner Karriere, nur noch einige Mieter muss er dazu aus den Wohnungen vertreiben. In all dem Stress findet er nur wenig Zeit für seine beiden Kinder.

Als auch Rolf seine Wohnung verliert, schwört er Rache und heuert undercover als männliche Nanny in Clemens’ Haushalt an. Allerdings er hat die Rechnung ohne die Satansbraten Winnie und Theo gemacht, die bisher jede Nanny in die Flucht geschlagen haben. Rolf muss zu härteren Mitteln greifen. Doch während er versucht, seine Wohnung und Heimat zu retten, entsteht aus seiner Sabotageaktion mehr und mehr eine neue Familie…

Weiter Informationen gibt es unter der Internetadresse www.theateranderkoe.de .

Spektakuläres Konzert junger Künstler in Neuss

Autor: Christian Dick

In Begleitung des Neusser Kammerorchesters unter der bewährten Leitung von Joachim Neugart fand am 2. Dezember 2018 im Neusser Zeughaus das 54. Konzert junger Künstler statt. Mit dem Komponisten Devienne, Mozart, Händel und Haydn stand ein wahrer Ohrenschmaus auf dem Programm.

Foto: Sara Baum, Querflöte (Foto, copyright: Christian Dick)

Foto: Erik Son-U Saalbach, Querflöte (Foto, copyright: Christian Dick)

Sara Baum und Erik Son-U Saalbach spielten der Querflöte in Begleitung zu der Sinfonia concertante für 2 Flöten und Orchester G-Dur op. 76 von François Devienne. Sara Baum stammt aus Grevenbroich. Bereits mit acht Jahren begann sie 2010 mit Unterricht im Fach Querflöte. 2012 erhielt sie einen 2. Platz beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. Seit 2017 spielt sie im Landesjugendorchester NRW. Im Jahre 2018 wurde sie mit einem 1. Preis beim Bundeswettbewerb ausgezeichnet. Erik Son-U Saalbach wohnt in Düsseldorf und wurde, nachdem er neben der Querflöte an vielen anderen Instrumenten ausgebildet wurde, bereits im Alter von 11 Jahren als Jungstudent an die Robert-Schumann Hochschule in der Klasse von Professor Degen aufgenommen. Er erhielt zahlreiche Preise beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ und spielt ebenfalls im Landesjugendorchester NRW.

Foto: Akiyo Fujiwara (Foto, copyright: Christian Dick)

Akiyo Fujiwara spielte die Violine zu dem Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219 von Wolfgang Amadeus Mozart. Akiyo Fujiwara wurde 1991 in Japan geboren. Sie studierte in Tokyo und setzt zur Zeit ihre Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin bei Professor Nora Chastain fort. 2012 gewann sie in Wien den 2. Preis beim internationalen Beethoven-Wettbewerb. Sie erhielt 2017 mehrere Stipendien während ihrer Studienzeit in Japan, unter anderem von der YAMAHA music scholarship. 2017 wurde sie als Solistin zusammen mit dem Neusser Kammerorchester in Tokyo mit einem Mozart-Programm verpflichtet.

Foto: Katarzyna Wilk (Foto, copyright: Christian Dick)

Kartarzyna Wilk sang die Arie „Rejoice greatly“ aus „The Messiah“ von Georg Friedrich Händel sowie die Konzertarie „Voi avete un cor fidele“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie ist seit Abschluss im Sommer 2014 von der Musikhochschule in Maastricht als Solistin aktiv. Einige Rollen, die sie gesungen hat, sind: Susanna in Le Nozze die Figaro währe des SummerFest Opera Fest mit Opera Theater Pittsburgh (USA), Carolina in „Il matrimonio segreto“ unter der Regie von Philip Harnoncourt mit Concert Royay Köln, Zelina in Don Giovanni mit Lyric Opera Studio Weimar.

Das Konzert kam beim Publikum in Neuss sehr gut an, alle Künstler des Abends wurden mit großem Beifall bedacht.

 

 

Weihnachten auf dem Balkon – Premiere im Theater am Dom

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Foto Andrea Matzker

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Cynthia Thurat Simone Pfennig Markus Majowski mit Havaneser Utzy Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Ein köstliches Spektakel zu Weihnachten! Zwölf Rollen werden von sechs Schauspielern dargestellt, die sich in rasantestem Tempo viele Male während des Stücks umziehen. Weihnachten, das große „Fest der Liebe“, gerät nur allzu oft – wie wir alle wissen dürften – durch all die großen Ansprüche zu einem Stress-Ereignis. Auf sehr humorvolle Weise versammeln sich in diesem Stück alle nur erdenklichen Schreckmomente, die Grund zu familiären Auseinandersetzungen bieten könnten. Im Hintergrund fällt die fertig gebratene Pute auf die Erde, die Weihnachtstorte fliegt durch die Lüfte, die Nachbarin kommt plötzlich nieder und Kinder stiften Unsinn. Im Vordergrund ein alkoholisierter Weihnachtsmann, eine resolute Schwiegermutter, eine völlig überforderte Hausfrau und Mutter und ein falscher Arzt, der in Wirklichkeit von Beruf Metzger ist, aber am Ende die Sturzgeburt zu einem glücklichen Ausgang führt. Durchweg hervorragende Darsteller, die ihren jeweiligen Charakter auf den Punkt genau treffen, über geradezu akrobatische Fähigkeiten verfügen und das gesamte Publikum zu lautem Lachen animieren. Bei der Premierenfeier fragten sich viele Zuschauer, wie es denn der riesige Weihnachtsmann, dargestellt von Frank Büssing, nur geschafft habe, so gekonnt auf diesem winzigen Balkon auf den Boden zu stürzen… „Weihnachten auf dem Balkon“ steht noch bis zum 27. Januar auf dem Programm.

Und hier Fotos von der Premierenfeier:

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Gundel und Max Schautzer Foto Andrea Matzker

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Marianne Rogée und Oliver Durek, Verwaltungsdirektor und Mitinhaber des Theater am Dom Foto Andrea Matzker

 

Der Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 geht nach Österreich

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 in Köln an den Grazer und Wahl-Wiener Ferdinand Schmalz Foto Andrea Matzker

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 in Köln Die Intendanten Prof. Jürgen Flimm und Stefan Bachmann Foto Andrea Matzker

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 in Köln Preisträger Ferdinand Schmalz und Laudatorin Friederike Emmerling Foto Andrea Matzker

 

Von Dr. Egon Schlesinger

Das Erzbistum Köln vergibt seit 1991 jährlich den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis, dessen Nachlass das Erzbistum verwaltet. Der Preis soll die Begegnung zwischen zeitgenössischer Theaterlandschaft, Autoren und Religion fördern. In diesem Jahr erhielt der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz den mit 25.000 € dotierten Preis. Ihre Wahl begründete die hochkarätige Jury damit, „dass der Theaterautor mühelos und voller Sprachlust Oberfläche und Tiefe des Daseins verbinde, und mit seiner Adaptation des Jedermann von Hugo von Hoffmannsthal reisse er das große, parabelhafte Mysterienspiel in eine verblüffend schlüssige Heutigkeit“. Friederike Emmerling vom S. Fischer Theater Verlag, die in Vertretung von Karin Bergmann, der künstlerischen Direktorin des Burgtheaters, die Laudatio hielt, hob dessen Schreibstil hervor: „Freudig offeriert er uns klug die fettesten Metaphern und theoriegetränkten Kalauer in einer Sprache prall wie Würstel und wie Zuckerwatte berauschend zart.“ In seiner Dankesrede bedankte sich der Autor symbolisch bei der nicht anwesenden Direktorin des Burgtheaters dafür, dass sie ihm mit der Überarbeitung des „Jedermann (stirbt)“ ein Stück vom „Heiligtum Salzburg“ anvertraut hatte.

Karlheinz Stockhausen – Klang Bilder

Karlheinz Stockhausen bei den Proben 1988 in der Scala Foto Andrea Matzker

Karlheinz Stockhausen CD-Titel Foto Andrea Matzker

Karlheinz Stockhausen Die zehn wichtigsten Wörter 1991 Foto Andrea Matzker

Karlheinz Stockhausen Uraufführung von Montag aus Licht 1988 an der Scala Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Karlheinz Stockhausen (1928-2007) ist einer der einflussreichsten Komponisten des 20.Jahrhunderts, dem bereits früh sein internationaler Durchbruch gelang, der seine bis heute unangefochtene Stellung in der Neuen Musik begründete. Doch lässt sich seine Bedeutung nicht nur auf sein musikalisches Werk allein reduzieren.

In diesem Jahr wäre er 90 Jahre alt geworden. Die  Stockhausen-Stiftung für Musik in Kürten nahm dies zum Anlass, sich mit seinem bildnerischen Werk auseinanderzusetzen. Denn der außergewöhnliche Komponist und Wegbereiter der elektronischen Musik hat im Sinne der „Verschriftlichung“ seiner Gedanken ein umfangreiches Konvolut von Analyse Grafiken seiner Werke hinterlassen, die seiner Meinung nach über das visuelle Begreifen das Verständnis seiner Musik erleichtern sollen. Es handelt sich hierbei um bildähnliche, großformatige Tableaus, auf denen die Enge der fünfzeiligen musikalischen Notation mittels grafischer Darstellungen erweitert wird. So wird die Energie des Meisters visuell spürbar.

Bis Ende Februar 2019 kann man im Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach bei Köln diese imposanten Klang Bilder studieren, die ergänzt werden von zahlreichen anderen signierten Blättern aus dem Besitz seiner Freunde und Wegbegleiter. Sie zeugen vom Einfallsreichtum und Humor des Künstlers. Zu allen 106 ausgestellten CDs der Gesamtedition mit seinen Vorträgen und Werken gestaltete er selbst Vorder-, Rückseite und Begleitheft. Für die jeweiligen Tierkreiszeichen erfand er die entsprechenden Spieluhren mit Musik. Ein Faber Castell – Bleistiftminenschächtelchen wird zu „Homo Faber Kürten 1991“, er hinterließ entzückende Gästebucheintragungen, oder er bastelt eine winzige Flaschenpost und verziert sie mit den Worten „Strahlet, Gott sieht uns“.

Besonders eindrucksvoll ist der im Museum gezeigte Dokumentarfilm über die Inszenierung seiner Oper „Montag aus Licht“ im Mai 1988 in der Mailänder Scala mit vielen bisher unbekannten persönlichen Aussagen und Statements des Musikers, wo man das energische Genie von Karlheinz Stockhausen akustisch und visuell verinnerlichen kann.

Der übersichtliche, handliche und äußerst geschmackvoll gestaltete Katalog in deutscher und englischer Sprache zur Ausstellung kostet 26 Euro.