Archiv der Kategorie: Kultur

DER NANNY im Theater an der Kö in Düsseldorf

Autor: Christian Dick

Die aktuelle Inszenierung im Düsseldorfer Theater in der Kö ist aberwitzig. Das Publikum kann dabei zwei Stunden lachen, dass sich die Balken biegen. Vorlage für diese Komödie ist der gleichnamige Kinofilm von Matthias Schweighöfer.

Regisseur Christian Kühn hat das Stück auf hervorragende Weise für die Bühne adaptiert. Die Inszenierung ist sehr spritzig und locker. Schauspielerisch ist diese Komödie einmalig. Da bekommt man richtig Lust, ins Theater zu gehen. Bis zum 20. Januar 2019 steht das Stück „Der Nanny“ im Theater an der Kö auf dem Programm.

Es wirken mit ANDREAS ELSHOLZ, CARSTEN STRAUCH, MACKIE HEILMANN, MAIKE VON BREMEN, CHRISTINA STEPHAN u.a.

Handlung des Stücks

Clemens steckt mitten in den Planungen zum größten Bauprojekt seiner Karriere, nur noch einige Mieter muss er dazu aus den Wohnungen vertreiben. In all dem Stress findet er nur wenig Zeit für seine beiden Kinder.

Als auch Rolf seine Wohnung verliert, schwört er Rache und heuert undercover als männliche Nanny in Clemens’ Haushalt an. Allerdings er hat die Rechnung ohne die Satansbraten Winnie und Theo gemacht, die bisher jede Nanny in die Flucht geschlagen haben. Rolf muss zu härteren Mitteln greifen. Doch während er versucht, seine Wohnung und Heimat zu retten, entsteht aus seiner Sabotageaktion mehr und mehr eine neue Familie…

Weiter Informationen gibt es unter der Internetadresse www.theateranderkoe.de .

Spektakuläres Konzert junger Künstler in Neuss

Autor: Christian Dick

In Begleitung des Neusser Kammerorchesters unter der bewährten Leitung von Joachim Neugart fand am 2. Dezember 2018 im Neusser Zeughaus das 54. Konzert junger Künstler statt. Mit dem Komponisten Devienne, Mozart, Händel und Haydn stand ein wahrer Ohrenschmaus auf dem Programm.

Foto: Sara Baum, Querflöte (Foto, copyright: Christian Dick)

Foto: Erik Son-U Saalbach, Querflöte (Foto, copyright: Christian Dick)

Sara Baum und Erik Son-U Saalbach spielten der Querflöte in Begleitung zu der Sinfonia concertante für 2 Flöten und Orchester G-Dur op. 76 von François Devienne. Sara Baum stammt aus Grevenbroich. Bereits mit acht Jahren begann sie 2010 mit Unterricht im Fach Querflöte. 2012 erhielt sie einen 2. Platz beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. Seit 2017 spielt sie im Landesjugendorchester NRW. Im Jahre 2018 wurde sie mit einem 1. Preis beim Bundeswettbewerb ausgezeichnet. Erik Son-U Saalbach wohnt in Düsseldorf und wurde, nachdem er neben der Querflöte an vielen anderen Instrumenten ausgebildet wurde, bereits im Alter von 11 Jahren als Jungstudent an die Robert-Schumann Hochschule in der Klasse von Professor Degen aufgenommen. Er erhielt zahlreiche Preise beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ und spielt ebenfalls im Landesjugendorchester NRW.

Foto: Akiyo Fujiwara (Foto, copyright: Christian Dick)

Akiyo Fujiwara spielte die Violine zu dem Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219 von Wolfgang Amadeus Mozart. Akiyo Fujiwara wurde 1991 in Japan geboren. Sie studierte in Tokyo und setzt zur Zeit ihre Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin bei Professor Nora Chastain fort. 2012 gewann sie in Wien den 2. Preis beim internationalen Beethoven-Wettbewerb. Sie erhielt 2017 mehrere Stipendien während ihrer Studienzeit in Japan, unter anderem von der YAMAHA music scholarship. 2017 wurde sie als Solistin zusammen mit dem Neusser Kammerorchester in Tokyo mit einem Mozart-Programm verpflichtet.

Foto: Katarzyna Wilk (Foto, copyright: Christian Dick)

Kartarzyna Wilk sang die Arie „Rejoice greatly“ aus „The Messiah“ von Georg Friedrich Händel sowie die Konzertarie „Voi avete un cor fidele“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie ist seit Abschluss im Sommer 2014 von der Musikhochschule in Maastricht als Solistin aktiv. Einige Rollen, die sie gesungen hat, sind: Susanna in Le Nozze die Figaro währe des SummerFest Opera Fest mit Opera Theater Pittsburgh (USA), Carolina in „Il matrimonio segreto“ unter der Regie von Philip Harnoncourt mit Concert Royay Köln, Zelina in Don Giovanni mit Lyric Opera Studio Weimar.

Das Konzert kam beim Publikum in Neuss sehr gut an, alle Künstler des Abends wurden mit großem Beifall bedacht.

 

 

Weihnachten auf dem Balkon – Premiere im Theater am Dom

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Foto Andrea Matzker

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Cynthia Thurat Simone Pfennig Markus Majowski mit Havaneser Utzy Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Ein köstliches Spektakel zu Weihnachten! Zwölf Rollen werden von sechs Schauspielern dargestellt, die sich in rasantestem Tempo viele Male während des Stücks umziehen. Weihnachten, das große „Fest der Liebe“, gerät nur allzu oft – wie wir alle wissen dürften – durch all die großen Ansprüche zu einem Stress-Ereignis. Auf sehr humorvolle Weise versammeln sich in diesem Stück alle nur erdenklichen Schreckmomente, die Grund zu familiären Auseinandersetzungen bieten könnten. Im Hintergrund fällt die fertig gebratene Pute auf die Erde, die Weihnachtstorte fliegt durch die Lüfte, die Nachbarin kommt plötzlich nieder und Kinder stiften Unsinn. Im Vordergrund ein alkoholisierter Weihnachtsmann, eine resolute Schwiegermutter, eine völlig überforderte Hausfrau und Mutter und ein falscher Arzt, der in Wirklichkeit von Beruf Metzger ist, aber am Ende die Sturzgeburt zu einem glücklichen Ausgang führt. Durchweg hervorragende Darsteller, die ihren jeweiligen Charakter auf den Punkt genau treffen, über geradezu akrobatische Fähigkeiten verfügen und das gesamte Publikum zu lautem Lachen animieren. Bei der Premierenfeier fragten sich viele Zuschauer, wie es denn der riesige Weihnachtsmann, dargestellt von Frank Büssing, nur geschafft habe, so gekonnt auf diesem winzigen Balkon auf den Boden zu stürzen… „Weihnachten auf dem Balkon“ steht noch bis zum 27. Januar auf dem Programm.

Und hier Fotos von der Premierenfeier:

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Gundel und Max Schautzer Foto Andrea Matzker

08.11.2018 Köln Theater am Dom Premiere Weihnachten auf dem Balkon Marianne Rogée und Oliver Durek, Verwaltungsdirektor und Mitinhaber des Theater am Dom Foto Andrea Matzker

 

Der Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 geht nach Österreich

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 in Köln an den Grazer und Wahl-Wiener Ferdinand Schmalz Foto Andrea Matzker

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 in Köln Die Intendanten Prof. Jürgen Flimm und Stefan Bachmann Foto Andrea Matzker

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2018 in Köln Preisträger Ferdinand Schmalz und Laudatorin Friederike Emmerling Foto Andrea Matzker

 

Von Dr. Egon Schlesinger

Das Erzbistum Köln vergibt seit 1991 jährlich den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis, dessen Nachlass das Erzbistum verwaltet. Der Preis soll die Begegnung zwischen zeitgenössischer Theaterlandschaft, Autoren und Religion fördern. In diesem Jahr erhielt der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz den mit 25.000 € dotierten Preis. Ihre Wahl begründete die hochkarätige Jury damit, „dass der Theaterautor mühelos und voller Sprachlust Oberfläche und Tiefe des Daseins verbinde, und mit seiner Adaptation des Jedermann von Hugo von Hoffmannsthal reisse er das große, parabelhafte Mysterienspiel in eine verblüffend schlüssige Heutigkeit“. Friederike Emmerling vom S. Fischer Theater Verlag, die in Vertretung von Karin Bergmann, der künstlerischen Direktorin des Burgtheaters, die Laudatio hielt, hob dessen Schreibstil hervor: „Freudig offeriert er uns klug die fettesten Metaphern und theoriegetränkten Kalauer in einer Sprache prall wie Würstel und wie Zuckerwatte berauschend zart.“ In seiner Dankesrede bedankte sich der Autor symbolisch bei der nicht anwesenden Direktorin des Burgtheaters dafür, dass sie ihm mit der Überarbeitung des „Jedermann (stirbt)“ ein Stück vom „Heiligtum Salzburg“ anvertraut hatte.

Karlheinz Stockhausen – Klang Bilder

Karlheinz Stockhausen bei den Proben 1988 in der Scala Foto Andrea Matzker

Karlheinz Stockhausen CD-Titel Foto Andrea Matzker

Karlheinz Stockhausen Die zehn wichtigsten Wörter 1991 Foto Andrea Matzker

Karlheinz Stockhausen Uraufführung von Montag aus Licht 1988 an der Scala Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Karlheinz Stockhausen (1928-2007) ist einer der einflussreichsten Komponisten des 20.Jahrhunderts, dem bereits früh sein internationaler Durchbruch gelang, der seine bis heute unangefochtene Stellung in der Neuen Musik begründete. Doch lässt sich seine Bedeutung nicht nur auf sein musikalisches Werk allein reduzieren.

In diesem Jahr wäre er 90 Jahre alt geworden. Die  Stockhausen-Stiftung für Musik in Kürten nahm dies zum Anlass, sich mit seinem bildnerischen Werk auseinanderzusetzen. Denn der außergewöhnliche Komponist und Wegbereiter der elektronischen Musik hat im Sinne der „Verschriftlichung“ seiner Gedanken ein umfangreiches Konvolut von Analyse Grafiken seiner Werke hinterlassen, die seiner Meinung nach über das visuelle Begreifen das Verständnis seiner Musik erleichtern sollen. Es handelt sich hierbei um bildähnliche, großformatige Tableaus, auf denen die Enge der fünfzeiligen musikalischen Notation mittels grafischer Darstellungen erweitert wird. So wird die Energie des Meisters visuell spürbar.

Bis Ende Februar 2019 kann man im Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach bei Köln diese imposanten Klang Bilder studieren, die ergänzt werden von zahlreichen anderen signierten Blättern aus dem Besitz seiner Freunde und Wegbegleiter. Sie zeugen vom Einfallsreichtum und Humor des Künstlers. Zu allen 106 ausgestellten CDs der Gesamtedition mit seinen Vorträgen und Werken gestaltete er selbst Vorder-, Rückseite und Begleitheft. Für die jeweiligen Tierkreiszeichen erfand er die entsprechenden Spieluhren mit Musik. Ein Faber Castell – Bleistiftminenschächtelchen wird zu „Homo Faber Kürten 1991“, er hinterließ entzückende Gästebucheintragungen, oder er bastelt eine winzige Flaschenpost und verziert sie mit den Worten „Strahlet, Gott sieht uns“.

Besonders eindrucksvoll ist der im Museum gezeigte Dokumentarfilm über die Inszenierung seiner Oper „Montag aus Licht“ im Mai 1988 in der Mailänder Scala mit vielen bisher unbekannten persönlichen Aussagen und Statements des Musikers, wo man das energische Genie von Karlheinz Stockhausen akustisch und visuell verinnerlichen kann.

Der übersichtliche, handliche und äußerst geschmackvoll gestaltete Katalog in deutscher und englischer Sprache zur Ausstellung kostet 26 Euro.

Josef-Neuberger-Medaille 2018 verliehen

Autor: Christian Dick

Am 11. Oktober 2018 hat die Jüdische Gemeinde  die Josef-Neuberger-Medaille verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören zum Beispiel Angela Merkel, Roman Herzog und die Toten Hosen. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die Vizepräsidentin des Landtags, Carina Gödecke (SPD), und der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Steuerberater Professor Dr. Jochen Lüdicke. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf würdigt alljährlich Personen und Institutionen, die sich die sich um die Förderung jüdischen Lebens, den Kampf gegen den Antisemitismus oder der Erinnerungskultur an nationalsozialistische Verbrechen verdient gemacht haben.

Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, erklärte in seiner Begrüßungsrede „Die Anzahl der Erdogans, Orbans und Kim Jong-Uns ist leider größer geworden“ und warnte vor rechtsextremistischen Parteien, deren Politiker die Ermordung von 6 Millionen Juden während des Nationalsozialismus in Deutschland als „Vogelschiss“ bezeichnen. Der heute wieder stark verbreitete Antisemitismus in Deutschland, so Horowitz, bereite vielen Gemeindemitgliedern Sorgen. Als positiv stellte Horowitz den großen Zuspruch für das seit drei Jahren bestehende jüdische Gymnasium in Düsseldorf, das Albert-Einstein-Gymnasium, dar, das nicht den diesjährigen Sommerferien fast 50 neue Schüler aufgenommen habe.

Foto: Carina Gödecke (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Carina Gödecke habe sich schon als Landtagspräsidentin regelmäßig mit interkulturellem und interreligiösem Dialog befasst, bringt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf in der Begründung für die Auszeichnung zum Ausdruck. Als „Politikerin aus Leidenschaft“, als „in Wolle gefärbte Sozialdemokratin“ und, obwohl sie als Bochumerin bekennende Westfälin sei, auch als „wahre Freundin“ der Stadt Düsseldorf bezeichnete Laudator Oberbürgermeister Thomas Geisel Carina Gödecke. Ihr sei es immer darum gegangen „Vertrauen zu schaffen“ und „Grenzen zu überwinden“, sie sei eine „Brückenbauerin“. „Versöhnen statt Spalten“ beschrieb Thomas Geisel als wesentliche Handlungsmaxime Carina Gödeckes, und dies sei auch die Voraussetzung, dass eine Gesellschaft wie unsere überhaupt existieren könne. Oft, so Geisel, gehe es nur um Besitzstandswahrung und Partikularinteressen, nicht aber um das gesellschaftliche Miteinander. Der englische Begriff „Commonwealth“ stehe demgegenüber dafür, dass Staat und Gesellschaft unser gemeinsamer Wohlstand seien, den wir gemeinsam bewahren wollen. Carina Gödecke habe schon sehr lange ein besonderes Vertrauensverhältnis zu Vertreten der Jüdischen Gemeinden gehabt und habe als Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion noch Paul Spiegel kennen und schätzen gelernt. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass das Verhältnis zu den Juden heute in Deutschland zur Normalität geworden sei. „Es gibt praktisch keine Zivilisation, die nicht auch eine jüdische Komponente hätte“, unterstrich Geisel. Schließlich hob er das Engagement Carina Gödeckes für den Verein „HEIMATSUCHER e. V.“ hervor, dessen Ziel es ist, Menschen in Deutschland zu bewegen, sich gegen das Vergessen und für das Erinnern einzusetzen.

Foto: Professor Dr. Jochen Lüdicke (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Professor Dr. Jochen Lüdicke begleitet die Interessen der Jüdischen Gemeinde und damit des jüdischen Lebens in Düsseldorf seit vielen Jahren „sehr aktiv“ als Anwalt und Steuerberater. Laudator Michael Dederichs, stellvertretender Stadtdechant und Pfarrer der Gemeinde St. Antonius und St. Benediktus im linksrheinischen Düsseldorf, legte dar, dass Jochen Lüdicke, der für die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer als Rechtsanwalt und Steuerberater tätig ist, seit 25 Jahren im Vorstand der Pfarrei St. Antonius ehrenamtlich aktiv ist. Er hob hervor, dass sich Lüdicke im Kampf gegen den Antisemitismus und für ein Wachhalten der Erinnerungskultur an die Verbrechen des Holocaust sehr stark engagiert. .“ Der Antisemitismus gehört zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte der zivilisierten Menschheit, auch der kirchlichen Vergangenheit. Seit dem Dekret „Nostra aetate“ des II. Vatikanischen Konzils ist dieses dunkle Kapitel, jetzt auch offiziell, geschlossen. „Denn das Heil kommt von den Juden“, wie es im Johannes-Evangelium heißt, ist für uns Christen, wenigstens für die allermeisten, zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Gott sei Dank!

Der Antisemitismus gehört auch zu den allerdunkelsten Kapiteln der Vergangenheit auch in unserem Land. Leider, so kann man mittlerweile vermehrt den Eindruck gewinnen, ist diese Vergangenheit noch nicht überwunden. Tätliche Angriffe, Beleidigungen und Schmähungen von deutschen Mitbürgern, die jüdischen Glaubens sind, kommen immer häufiger vor. Haben wir nichts gelernt? Zu der Gleichheit aller Menschen, die im Grundgesetz verankert ist, gibt es keine Alternative! Wir, als Christen, müssen in dieser Situation ganz klar und deutlich Position beziehen! Wir, als Christen, müssen uns vor und hinter unsere jüdischen Mitbürger, die Papst Johannes Paul II. als unsere älteren Geschwister bezeichnete, stellen. In einer Familie hält man zusammen! Jochen Lüdicke möchte in dieser eigentlich unfassbaren Situation helfen, Bildung zu fördern und Kindern und Jugendlichen ein gutes intellektuelles Rüstzeug mitzugeben“, betonte Dederichs. Lüdicke engagiere sich weiterhin im Förderverein des Albert-Einstein-Gymnasiums. Schließlich hob Dederichs hervor „Das zur Tradition gewordene Gedenkkonzert am Jahrestag der Pogromnacht, in diesem Jahr kommt die Ausstellung der Heimatsucher in der Pfarrkirche St. Antonius hinzu, all das wäre ohne die Unterstützung und Hilfe von Jochen Lüdicke nicht möglich! So haben wir alle, nicht nur die jüdische Gemeinde, einen guten Grund, Professor Dr. Jochen Lüdicke ein Dankeschön zu sagen.“

200 Jahre Jacques Offenbach

Jacques Offenbach auf einem offensichtlich handschriftlich unterschriebenen Photo des Archivs Foto Andrea Matzker

Jacques Offenbach auf einem Photo des Archivs Foto Andrea Matzker

Komposition aus dem Archiv Foto Andrea Matzker

Letzte Feier auf der Bühne des Opernhauses in den Kulissen der Meistersinger, aufgenommen von der legendären Titus-Höhe   Foto Andrea Matzker

Oper am letzten Tag vor den Umbauarbeiten   Foto Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Unter dem Motto „Yes We Cancan“ feiert die Stadt Köln im Jahr 2019 den 200. Geburtstag ihres berühmten Sohnes. An der Stelle des heutigen Opernhauses stand früher die jüdische Synagoge, an der Vater Isaak Offenbach Kantor war. Bereits als kleiner Junge half Jakob, der spätere Jacques, seinem Vater bei den Vorbereitungen zum Gottesdienst. Er lernte Geige und Cello und erhielt Unterricht bei einem Kölner Theatermusiker. Als er 14 Jahre alt war, schickte der Vater ihn 1833 nach Paris, damit er am dortigen Konservatorium studieren könne. Fortan arbeitete er als Cellist an der Opéra-Comique von Paris und als Komponist von Walzern und Salonromanzen. Nach Köln kehrte er regelmäßig zurück und verbrachte dort auch die Zeit rund um das Revolutionsjahr 1848. Anschließend ging er zurück nach Paris, wurde Kapellmeister und gründete 1855 sein eigenes Theater, das Théâtre des Bouffes-Parisiens, wo er Eigenkompositionen zur Uraufführung brachte, die später als Operetten bezeichnet wurden. Sie vereinten eingängige Musik mit satirischer Gesellschaftskritik. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er die Phantastische Oper „Hoffmanns Erzählungen“, deren Uraufführung im Februar 1881 er leider nicht mehr miterleben konnte, da er am 5. Oktober 1880 in Paris starb. Gerade mit dieser Oper verbindet die Stadt Köln eine unvergessliche Sternstunde. 1981, genau 100 Jahre nach ihrer Uraufführung, sang Placido Domingo die Titelrolle und schenkte der Stadt gemeinsam mit Edda Moser und anderen großartigen Musikern einen der Höhepunkte der Kölner Operngeschichte. Davon existiert glücklicherweise ein Mitschnitt. Edda Moser ist im Übrigen die einzige Sopranistin, die auf der goldenen CD im um die Erde schwebenden Satelliten Voyager „Music From Earth“ vertritt. Sie singt darauf ihre damalige Paraderolle, die Rachearie der Königin der Nacht.

An den „Mozart der Champs-Elysées“, wie Rossini den Kollegen nannte, erinnern in Köln außer dem Offenbachplatz noch eine Gedenkplakette an der Stelle des Geburtshauses, die Grabstätte des Vaters auf dem alten jüdischen Friedhof in Deutz, eine Figur am Rathausturm und das dortige 18-Uhr-Glockenspiel. Im eingestürzten Historischen Archiv der Stadt lagerten viele Fotos und Autographen, von denen nur zu hoffen bleibt, dass sie gerettet werden konnten.

Das Offenbach-Jahr wird eingeläutet mit einer rasanten Offenbachiade des Gürzenich-Orchesters in der Kölner Philharmonie. Das Divertissementchen und das Puppentheater sowie der Kölner Karneval werden ihn zum Thema machen. Das Kölner Stadtarchiv widmet ihm eine Ausstellung. Ein internationales Symposium zu Offenbach findet in Verbindung mit der Hochschule für Musik und Tanz vom 18. bis 23. Juni 2019 statt. Am 18. Juni 2019 hält Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im WDR den Vortrag „Eine kirchliche Perspektive auf das Lachen und den Humor“. Neben vielen weiteren Terminen, Veranstaltungen und Konzerten, auch im Umland, wird es ein großes Überraschungsfest am 200. Geburtstag selbst, dem 20. Juni 2019, am Offenbachplatz geben.

Anbei bisher noch nie gezeigte Aufnahmen der Autoren. Zunächst zwei originale Fotos Offenbachs und eine Komposition mit französischem Text, aufgenommen während der Ausstellungseröffnung zum 50. Jubiläum des Historischen Archivs der Stadt Köln im Jahre 2007, bevor es einstürzte. Die Bühnenaufnahme von der vorerst allerletzten Opernaufführung am Offenbachplatz am 7. Juni 2012 zeigt eines der Bühnenbilder aus den Meistersingern in der sensationellen Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg. In den Kulissen des Offenbachplatzes mit Opernhaus und anliegendem 4711- Haus fand damals eine rauschende Party mit Mitarbeitern aller Bereiche des Hauses zum Ende der Saison statt. Nie waren Chor, Orchester, Solisten, Maske, Licht und Bühnenarbeiter so eins wie damals. Das Bild zeigt die Perspektive von der legendären Titushöhe aus. Die Außenaufnahme von der Oper mit dem Grümmer-Brunnen entstand am gleichen Tag und ließ bisher zum letzten Mal freien Blick auf den Ripahn-Bau zu. Am Folgetag fingen bereits die Umbauten an. Der Opernbrunnen enthält originale Mosaiksteine der Yacht Christina von Aristoteles Onassis, auf der dessen schicksalsträchtige erste Begegnung mit Maria Callas stattfand, die wiederum im Mai 1957 mit der Sonnambula zur Eröffnung der Oper einmalig auf der Kölner Bühne stand und Geschichte schrieb. Es bleibt zu hoffen, dass all diese Bilder nicht weiterhin zur Geschichte gehören, und dass sich frühere Spitznamen wie „Indisches Grabmal“ oder „Grabmal des gescheiterten Intendanten“ wieder in „Schönster Theaterbau Deutschlands“ verwandeln mögen.

Edda Moser Foto von Andrea Matzker

Music From Earth mit Edda Mosers Stimme

Ein neuer Stern am Hotelhimmel

Bürgermeister Dario Nardella und Unternehmer Charlie MacGregor im TSH  Foto Andrea Matzker

Der Gnomone im Dom von Florenz Foto Andrea Matzker

Der unvergleichliche originale David des Michelangelo Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Seminars an der Universität in Florenz von Doktoranden der Universität Bonn, die ihre trinationale Promotion erwerben, fanden diverse kulturelle Veranstaltungen erster Güte statt. Neben Vorträgen und Präsentationen der Doktorarbeiten besuchten Professoren und Doktoranden die Accademia della Crusca, die als Wiege der italienischen Sprache gilt.

Zufällig fiel genau in diese Zeit das seltene Phänomen des „Gnomone“ statt, zu dem viele Menschen aus der ganzen Welt nach Florenz reisen. Diese genaueste Sonnenuhr der Welt funktioniert seit 500 Jahren auf beeindruckende Art und Weise. Inmitten der herrlichen Brunelleschi – Kuppel des Domes ist an einem Fenster eine kleine Bronzescheibe mit einem Loch angebracht, durch das jährlich viermal im Juni der Sonnenstrahl fällt und – so die Wolken ihn nicht verdecken – durch den Dom an der Wand entlang und über die im Boden eingelassene marmorne Sonnenuhr wandert. Am 21. Juni trifft er regelmäßig das runde Zentrum.

Ebenso zur gleichen Zeit eröffnete Charlie MacGregor sein The Student Hotel Florence Lavagnini in einem ehemaligen Palazzo aus dem Jahr 1864 in Florenz. Es ist das erste seiner Art in ganz Italien, und weitere sind bereits europaweit mit einem Budget von 600 Millionen Euro geplant, unter anderem auch in Dresden und Berlin. Mit 390 Zimmern und 300 neuen Arbeitsplätzen auf 20.000 m² bietet das Projekt quasi eine Stadt in der Stadt mit den verschiedensten Kommoditäten und stellt in seiner Neuheit eine Revolution in der Hotellandschaft dar. Neben Auditorium, Cafeteria, Restaurant, Fitness-Studio, Friseur, Büros, Fahrrädern für jeden  Bewohner, Konzertflügel und Skybar bietet es auch einen sensationellen Swimmingpool auf dem Dach mit der Inschrift „The Beach is Boring“ und dem Blick auf das Panorama von Florenz. 2000 Gäste feierten mit dem Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, der mit dem Fahrrad zur festlichen Gala kam. 100 Prominente der Florentiner Szene wurden zu Bed Talks gebeten in Anlehnung an John Lennon und Yoko Ono, darunter auch zwei sehr bekannte Deutsche, die in Florenz leben. Dr. Eike Schmidt berichtete über seine allgemein und auch von den Florentinern sehr bewunderte und mutige Tätigkeit für die Kunst in seiner Funktion als Direktor eines der großartigsten Museen der Welt, den Uffizien. In Florenz ist er inzwischen zu einer berühmten Figur geworden, die für ihren Einsatz für die Kunst bereits saftige Strafen in Kauf nahm. Weniger auftrittsbereit in der Öffentlichkeit scheint seine deutsche Kollegin Dr. Cecilie Hollberg, die sich aber ebenso intensiv für „ihr Museum“, die bedeutende Galleria dell’Accademia einsetzt. Nach wie vor ist es ihr unverständlich, dass eines der bedeutendsten Kunstwerke der Welt, nämlich „ihr“ David von Michelangelo für unzählige unwürdige Werbekampagnen, Souvenirs und dergleichen herhalten muss, vor allem, ohne dass dafür Abgaben an den Staat gezahlt werden. Aus diesem Grund erfand sie einen zauberhaften und zugleich bei der Florentiner Hitze auch sehr praktischen und nützlichen und doch so einfachen Fächer aus Papier mit „ihrem“ David, der aber zum Teil darauf überschrieben ist, so dass sein Bildnis nicht anderweitig genutzt werden kann. Im Bed Talk mit einer namhaften Fotografin aus Florenz, die auch mit dem Recht am Bild und seinen neuerlichen Regeln zu kämpfen hat, erwiderte sie, auf den Vergleich zu den Uffizien angesprochen, in perfektem Italienisch im Sinne von: “Der (und damit meint sie ihren Kollegen Eike Schmidt von den Uffizien) mit seiner armen Venus (die von Botticelli)… Mein David ist ein viel bedeutenderer Meilenstein in der Kunstgeschichte. Wenn Sie vor ihm stehen, ihm gerade bis zum Knie reichen (und sie selbst ist sehr groß) und sich dann vorstellen, dass ein geringster Fehler an der Nase bedeutet hätte, dass der Künstler das gesamte Werk von vorn hätte beginnen müssen, abgesehen von der unglaublichen Konzeption, eine riesige Gestalt dieser Perfektion erschaffen zu können, sei doch ein Gemälde, das man ja jederzeit korrigierend übermalen könne, unvergleichbar.“

Unter dem für Jung und Alt immer zutreffenden Motto „MAY THE STUDENT IN YOU NEVER DIE“ eröffnet das The Student Hotel Florence Lavagnini offiziell am 1. Juli 2018.

Dr. Cecilie Hollberg mit ihrem Fächer  im The Student Hotel Foto Andrea Matzker

Dr. Eike Schmidt im The Student Hotel Foto Andrea Matzker

Professoren und Doktoranden in der Accademia della Crusca Foto Andrea Matzker

Billboard – Musical über die Werbebranche der 60er Jahre

Autor: Christian Dick

Am 25. Mai fand im Kulturforum Alte Post in Neuss die Premiere des Musicals „Billboard“ statt. Im Mittelpunkt steht eine Werbeagentur in New York in den 1960er Jahren. Die Handlung des Musicals könnte spannender und aktueller nicht sein. So erinnert das Das Verhalten des Chefs der Werbeagentur sehr an die aktuelle MeToo-Affäre. Auch wird dargestellt, dass die Werbeagentur ihre Mitarbeiter aussaugt, so schmückt sich der Chef mit den Lorbeeren, die eigentlich die Mitarbeiter verdient hätten. Fazit: Dieses Musicals ist sehr sehenswert, die Musik ist schwungvoll und der Abend vergeht wie im Flug.

Weitere Aufführungstermine: 30.05. und 1., 2.6., jeweils 20 Uhr und 3.6., 19Uhr

Eintritt: 14,-/ erm. 8,- Euro,.Kulturforum Alte Post, Neuss

Handlung

Die junge Sekretärin Nancy nimmt ihren ersten Job bei der renommierten New Yorker Werbeagentur „Horner und Johnson“ an. Dort lernt sie den talentierten Werbetexter Jimmy kennen. Beide sind zunächst begeistert und entdecken eine Welt der schnellen Autos, teuren Whiskeys, toughen Geschäftsmänner und schönen Frauen – Hier werden Träume wahr gemacht! Doch bald zeigt sich, dass die so glanzvolle Werbebranche auch ihre Schattenseiten hat und Nancy und Jimmy werden in einen Strudel aus Intrigen, Lügen und Vorurteilen hineingezogen.

Ein Musical über schillernde Werbeplakate, heiße Weihnachtsfeiern, schwingende Petticoats, verbotene Affären und die 60er Jahre.

Mit: Franka von Werden, Matthias Koglin, Edwin Schulz, Stefanie Lenz, Leo Kammer, Hedi Leonhardt, Holger Hönings, Amadeus Sektas, Dennis Palmen, Karima Rösgen

Musik: Edwin Schulz,Bühne: Holger Hönings, Choreographie: Stefanie Lenz, Kostüme: Marliese Rösgen, Aufnahmen: Amadeus Sektas, Grafiken: Stéphanie Koglin-Bühnsack, Alin Ivan, Lisa Stapelfeldt, Sven Tillmann, Text: Karima Rösgen, Dennis Palmen. Technik: Clemens Hörlbacher

Regie: Karima Rösgen

Ein Gastspiel des Looters e.V.

billboard.thelooters.de

www.thelooters.de

facebook.com/thelooters

Wallrafs Erbe – Festakt zum 200. Jahrestag der Testamentsunterzeichnung

 

Festakt Wallraf  Marisol Corboud trägt sich im Stiftersaal ins Gästebuch der Stadt Köln ein Foto Andrea Matzker

Festakt Wallraf  Peter Jungen Armin Laschet Henriette Reker Marisol Corboud Axel Freimuth marcus Dekiert Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Am 9. Mai 1818 unterzeichnete Ferdinand Franz Wallraf sein endgültiges Testament zugunsten der Stadt Köln. Der Priester, Lehrer, Universitätsrektor und Universalgelehrte, der von 1748 bis 1834 gelebt hat, gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte und hat vor allem dazu beigetragen, dass während der 20-jährigen napoleonischen Besatzungszeit (1794-1814) Kunstwerke gerettet wurden, die infolge der Säkularisation Opfer von Auflösung und Zerstörung kirchlicher Einrichtungen vom Untergang bedroht waren, da die Franzosen zahllose Kirchen abrissen. Wallraf begann, an Kunstgegenständen zu retten, was er nur konnte. Danach  sammelte er wie besessen alles, was mit der Geschichte Kölns verbunden war. So enthielt seine Sammlung römische Ausgrabungsstücke, verschiedenste mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke, Handschriften, frühe Drucke, Münzen, Fossilien, historische Waffen und Plastiken. Von der französischen Administration wurde er weiterhin beauftragt, neue Bezeichnungen für das Kölner Straßennetz zu finden, nicht nur, um anstößige Namen, derentwegen man sich – so Wallraf – „vor allen fremden Ohren schämen“ müsste, zu eliminieren, sondern auch um Ordnung in das Straßensystem zu bringen. Aus der Piss-Gasse wurde das Börsengässchen, aus der Mördergasse die Mörsergasse, die Diebesgasse mutierte zur Thieboldsgasse. Heute ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass die Stadt Köln hierdurch in die Moderne geführt wurde. Von der umfangreichen, 40.000 Objekte umfassenden Sammlung des großen Stifters profitieren heute mehrere Museen der Stadt. NRW-Landesvater Armin Laschet unterstrich die Bedeutung der Stifter und Mäzene für die Kunstszene des Rheinlandes und führte aus, nicht fürstliche oder königliche Gnade, wie in anderen Bundesländern, sei hier die Basis für eine reiche Kunstszene, sondern  allein bürgerschaftliches Engagement.