Archiv der Kategorie: Kultur

Billboard – Musical über die Werbebranche der 60er Jahre

Autor: Christian Dick

Am 25. Mai fand im Kulturforum Alte Post in Neuss die Premiere des Musicals „Billboard“ statt. Im Mittelpunkt steht eine Werbeagentur in New York in den 1960er Jahren. Die Handlung des Musicals könnte spannender und aktueller nicht sein. So erinnert das Das Verhalten des Chefs der Werbeagentur sehr an die aktuelle MeToo-Affäre. Auch wird dargestellt, dass die Werbeagentur ihre Mitarbeiter aussaugt, so schmückt sich der Chef mit den Lorbeeren, die eigentlich die Mitarbeiter verdient hätten. Fazit: Dieses Musicals ist sehr sehenswert, die Musik ist schwungvoll und der Abend vergeht wie im Flug.

Weitere Aufführungstermine: 30.05. und 1., 2.6., jeweils 20 Uhr und 3.6., 19Uhr

Eintritt: 14,-/ erm. 8,- Euro,.Kulturforum Alte Post, Neuss

Handlung

Die junge Sekretärin Nancy nimmt ihren ersten Job bei der renommierten New Yorker Werbeagentur „Horner und Johnson“ an. Dort lernt sie den talentierten Werbetexter Jimmy kennen. Beide sind zunächst begeistert und entdecken eine Welt der schnellen Autos, teuren Whiskeys, toughen Geschäftsmänner und schönen Frauen – Hier werden Träume wahr gemacht! Doch bald zeigt sich, dass die so glanzvolle Werbebranche auch ihre Schattenseiten hat und Nancy und Jimmy werden in einen Strudel aus Intrigen, Lügen und Vorurteilen hineingezogen.

Ein Musical über schillernde Werbeplakate, heiße Weihnachtsfeiern, schwingende Petticoats, verbotene Affären und die 60er Jahre.

Mit: Franka von Werden, Matthias Koglin, Edwin Schulz, Stefanie Lenz, Leo Kammer, Hedi Leonhardt, Holger Hönings, Amadeus Sektas, Dennis Palmen, Karima Rösgen

Musik: Edwin Schulz,Bühne: Holger Hönings, Choreographie: Stefanie Lenz, Kostüme: Marliese Rösgen, Aufnahmen: Amadeus Sektas, Grafiken: Stéphanie Koglin-Bühnsack, Alin Ivan, Lisa Stapelfeldt, Sven Tillmann, Text: Karima Rösgen, Dennis Palmen. Technik: Clemens Hörlbacher

Regie: Karima Rösgen

Ein Gastspiel des Looters e.V.

billboard.thelooters.de

www.thelooters.de

facebook.com/thelooters

Wallrafs Erbe – Festakt zum 200. Jahrestag der Testamentsunterzeichnung

 

Festakt Wallraf  Marisol Corboud trägt sich im Stiftersaal ins Gästebuch der Stadt Köln ein Foto Andrea Matzker

Festakt Wallraf  Peter Jungen Armin Laschet Henriette Reker Marisol Corboud Axel Freimuth marcus Dekiert Foto Andrea Matzker

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Am 9. Mai 1818 unterzeichnete Ferdinand Franz Wallraf sein endgültiges Testament zugunsten der Stadt Köln. Der Priester, Lehrer, Universitätsrektor und Universalgelehrte, der von 1748 bis 1834 gelebt hat, gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte und hat vor allem dazu beigetragen, dass während der 20-jährigen napoleonischen Besatzungszeit (1794-1814) Kunstwerke gerettet wurden, die infolge der Säkularisation Opfer von Auflösung und Zerstörung kirchlicher Einrichtungen vom Untergang bedroht waren, da die Franzosen zahllose Kirchen abrissen. Wallraf begann, an Kunstgegenständen zu retten, was er nur konnte. Danach  sammelte er wie besessen alles, was mit der Geschichte Kölns verbunden war. So enthielt seine Sammlung römische Ausgrabungsstücke, verschiedenste mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke, Handschriften, frühe Drucke, Münzen, Fossilien, historische Waffen und Plastiken. Von der französischen Administration wurde er weiterhin beauftragt, neue Bezeichnungen für das Kölner Straßennetz zu finden, nicht nur, um anstößige Namen, derentwegen man sich – so Wallraf – „vor allen fremden Ohren schämen“ müsste, zu eliminieren, sondern auch um Ordnung in das Straßensystem zu bringen. Aus der Piss-Gasse wurde das Börsengässchen, aus der Mördergasse die Mörsergasse, die Diebesgasse mutierte zur Thieboldsgasse. Heute ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass die Stadt Köln hierdurch in die Moderne geführt wurde. Von der umfangreichen, 40.000 Objekte umfassenden Sammlung des großen Stifters profitieren heute mehrere Museen der Stadt. NRW-Landesvater Armin Laschet unterstrich die Bedeutung der Stifter und Mäzene für die Kunstszene des Rheinlandes und führte aus, nicht fürstliche oder königliche Gnade, wie in anderen Bundesländern, sei hier die Basis für eine reiche Kunstszene, sondern  allein bürgerschaftliches Engagement.

Stück von Jürgen von der Lippe im Theater an der Kö

Autor: Christian Dick

Aberwitzig, gespickt mit zahlreichen Pointen, bissigem Humor und bisweilen Zynismus ist die aktuelle Inszenierung „DIE WOLLEN NUR SPIELEN“ im Düsseldorfer Theater an der Kö. Das Besondere an dieser Komödie ist, dass sie dem äußerst schöpferischen Geist von Jürgen von der Lippe entsprungen ist, der sich dadurch auszeichnet, das man oft zwischen den Zeilen lesen muss.

Jürgen von der Lippe spielt Gottlieb und Thomas M. Held spielt seinen Sohn Paul. Und man merkt: Die beiden können so gut miteinander, als wären sie wirklich Vater und Sohn. Für Verwirrung in ihrem Leben sorgen zwei Schwestern, Lara und Mara, dargestellt von Nina Vorbrodt und Astrid Kohrs.

Regie führt Axel Beyer, der sich als Unterhaltungschef des ZDF, WDR und von RTL bereits einen Namen gemacht hat. Ihm ist die Inszenierung sehr gut gelungen. Das Stück ist sehr sehenswert und lässt sehr gut den Alltag vergessen.

Handlung

Vier Menschen toben sich aus, auf den Brettern und Betten, die die Welt bedeuten. Die Frage ist nur: Was hier ist Spiel, was Wirklichkeit? Ist Gottlieb Gott, ist Gottlieb steinreicher Theaternarr, verzweifelnder Vater und ebenso verzweifelnder Liebhaber? Ist Paul Adam oder ist Paul Paul, Sohn und Lover? Ist Mara Maria oder Eva, oder ist Mara Mara? Ist Lara nymphomane Vegetarierin oder das Gegenteil? Aber keine Bange: Alle wollen nur spielen!

Vorbild für dieses dynamische und äußerst lustige Dialogfeuerwerk hat weniger die gute alte Boulevardkomödie als die gute neue Sitcom. Und getanzt wird auch, aber anders.

Bis zum 17. Juni steht „Die wollen nur spielen“ in Düsseldorf auf dem Programm. Weitere Informationen finden Sie unter der Internetadresse www.theateranderkoe.de.

Von der Schattenseiten, ein Star zu sein…

Autor: Christian Dick

Tom Gerhardt – schon sein Name führt dazu, dass man sich schüttelt vor Lachen. Wenn man ihn sieht kann man einfach nicht ernst bleiben. „Ketten der Liebe“ heißt die neue Komödie, die Tom Gerhardt gemeinsam mit Franz Krause geschrieben hat. Diese feierte jetzt Premiere im Theater an der Kö in Düsseldorf. Die Inszenierung ist aberwitzig. Da bleibt zwei Stunden lang kein Auge trocken. Das Stück ist eine Persiflage auf den Starkult. Es wird vor Augen geführt, dass prominente Menschen es auf Grund mitunter überaus aufdringlicher Fans, denen Privatsphäre fremd zu sein scheint, nicht selten bereuen, Stars zu sein. Bei dieser Inszenierung besticht das Ensemble durch eine natürliche und am wahren Leben orientierte Darstellungsweise. Die Schauspielerinnen verleihen dem Stück viel Esprit. Mit von der Partie sind TOM GERHARDT, DUSTIN SEMMELROGGE, JEANNINE BURCH, SONJA KERSKES, ARMIN RIAHI und SWANTJE RIECHERS. Regie führt der Direktor des Theater an der Kö René Heinersdorff.

„Ketten der Liebe“ ist bis zum 7. Januar 2018. An Silvester sind die Aufführungen um 16.30, 19.30 und 22.30 Uhr.

Handlung des Stücks

Der Soft – Rock – Sänger Andy Roth hat alles, was ein Mann in seinem Metier so braucht: Erfolg, eine röhrende Stimme, eine gute Agentin und eine ganze Menge Fans. Er hat aber auch etwas, was er nicht braucht: Einen echten Hard-Core Fan. Mathias Bommes.

An diesem Abend steht er kurz vor einem ausverkauften Konzert und die Ereignisse überschlagen sich: Das Catering ist nicht so, wie er wünscht, seine Agentin macht ihm Vorhaltungen, eine Journalistin will von ihm pikante Details aus seinem Leben wissen. Da taucht er auf: Mathias Bommes, der eingefleischte Andy-Roth-Groupie. Er verschafft sich Zugang zum Backstage-Bereich und glaubt, Andys Probleme zu kennen. Schlimmer noch, er glaubt die Lösung zu kennen. Und bei dem Versuch, seinem Idol zu helfen, geht so ziemlich alles schief, was schief gehen kann, bis Andys Karriere auf den Spiel steht…

Weitere Informationen gibt es unter folgender Internetadresse: http://www.theateranderkoe.de/

 

Was unverhoffter Geldsegen mit sich bringen kann

Autor: Christian Dick

„Funny Money“ heißt die neue Inszenierung im Kölner Theater am Dom. Diese Komödie von Ray Cooney ist sehr spritzig und voller Überraschungsmomente. All das garantiert einen äußerst kurzweiligen Theaterabend, entsprechend stark war der Beifall am Premierenabend. Im Mittelpunkt steht das liebe Geld. Wie die Jungfrau zum Kinde, so kommt die Hauptfigur Heiner B. Liebig völlig überraschend zu einem Koffer mit 1,5 Millionen EURO. Grund ist eine Verwechslung zweier Aktenkoffer. Heiner hat keinerlei Skrupel, als er den Plan fasst, das Geld einfach zu behalten. Er plant auf der Stelle mit dem Geld und seiner Frau aus Deutschland zu verschwinden, was jedoch ein extrem kompliziertes Unterfangen ist. Es zeigt sich plötzlich, dass das liebe Geld nicht unbedingt glücklicher macht, sondern stattdessen für viel Chaos sorgt. Zunächst wird Heiner durch seine Geburtstagsgäste gestört und auf einmal tauchen noch zwei Polizisten aus der Polizeiwache Altstadt-Süd bzw. Rodenkirchen auf, die Heiner nicht mehr aus den Augen lassen und deren Schweigen sich Heiner teuer erkaufen muss. Zu allem Überfluss wird schließlich der eigentliche Inhaber des Geldes tot im Rhein gefunden und anhand der Papiere in seinem Aktenkoffer als Heiner B. Liebig identifiziert. Als wäre das alles nicht schon genug, wird Heiner dann auch noch von einem mysteriösen Mr. Big verfolgt. Damit gerät Heiners zuvor heile Welt völlig aus den Fugen. Der Stoff dieser turbulenten Komödie ist ganz unverkennbar die bissige Art von Ray Cooney, der auch die Stücke AUßER KONTROLLE, TAXI-TAXI, MRS. MARKHAM und viele andere äußerst erfolgreiche Stücke schrieb.

Die acht mitwirkenden Schauspieler bestechen durch ihr natürliches Auftreten. Mit von der Partie sind Saskia Valencia, Peter Nottmeier, Jacques Breuer, Simone Pfennig, Thomas Gimbel, Stephan Schleberger, Stefan Preiss und Kleber Valim. Die Regie liegt in den Händen von.

Diese Inszenierung ist sehr sehenswert und ist bis zum 10. Februar 2018 im Programm.

Nähere Informationen gibt es bei Theater am Dom an der Theaterkassen, Opern Passagen – Glockengasse 11, 50667 Köln oder unter der Telefonnummer 0221 – 2580155 sowie unter auf der Internetseite des Theater am Dom unter folgender Adresse: http://www.theateramdom.de/

 

Grazie, Maestro Muti!

04.11.2017 Köln Philharmonie Stardirigent Riccardo Muti beim Signieren von CD’s etc. im Foyer im Anschluss an das Konzert Foto Andrea Matzker

Eine einzigartige Sternstunde in der Kölner Philharmonie

Von Andrea Matzker

Als Maestro Riccardo Muti pünktlich genau zwei Stunden vor Beginn der großen Messa da Requiem von Giuseppe Verdi am Künstlereingang der Philharmonie erschien, warteten dort bereits unzählige Autogrammjäger und ca. 300 Aspiranten auf Restkarten oder Stehplätze geduldig vor dem Haus. Die Schlange reichte fast bis zum Rhein hinunter. Zur Verwunderung aller Fans kam der Meister völlig unprätentiös allein und ohne jegliche Begleitung und bahnte sich mild lächelnd einen Weg durch die Massen. Der gesamte riesige Musikapparat von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war erst soeben aus München angereist. Das Publikum in der Philharmonie, die bis auf den letzten Platz bereits wochenlang ausverkauft war, wartete mit Spannung auf den Auftritt Mutis im Konzertsaal. Als er endlich nach Orchester, Chor und Solisten auftrat, wurde er mit brandendem Applaus empfangen. Als er den Taktstock hob, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, es schien, als ob das gesamte Publikum den Atem anhielt. Und dies während der ganzen 100 Minuten des Requiems. Muti verzauberte die Menschen mit seiner zurückhaltenden, tiefgehenden und feinen Interpretation Verdis derart, dass viele Zuschauer Tränen in den Augen hatten. Alle waren komplett in seinem Bann. Dafür spendete das Publikum auch zehn ganze Minuten stehende Ovationen, Bravo-Rufe und donnernden Applaus für Orchester, Chor, Sopran Krassimira Stoyanova, Mezzosopran Anita Rachvelishvili, die für die erkrankte Elina Garanca eingesprungen war, Tenor Francesco Meli, Bass Riccardo Zanellato und Riccardo Muti! Vielleicht war Muti gerade an diesem Tag auch so besonders mitreißend, weil der 4. November der Feiertag der nationalen Einheit in Italien ist, für die Verdi sich bereits selbst intensiv eingesetzt hatte. Nicht umsonst stammt auch von ihm die italienische Nationalhymne. Im Anschluss an das Konzert meinten auch einige Musiker des Bayerischen Symphonieorchesters selbst, dass Muti heute so besonders bewegend dirigiert habe. Es war auch ihnen aufgefallen. Treue Philharmonie-Besucher, die seit fast 30 Jahren regelmäßig zu Konzerten kommen, sagten, noch nie etwas derartig Wunderbares gehört und erlebt zu haben. Zur großen Freude der Fans gab der Maestro im Anschluss noch Autogramme im Foyer der Philharmonie, wo sich eine ebenso lange Schlange von Wartenden gebildet hatte, wie zu Beginn vor dem Haus. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dieser Konzertabend der entschiedene Höhepunkt der Saison und eine unvergessliche Sternstunde für Köln und die Philharmonie war.

Inszenierung mit psychologischem Tiefgang im Theater KammerSPIELCHEN

Autor: Christian Dick

Foto: Edmund Willms (als Abel Znorko) und Stephan Tacke-Unterberg (als Erik Larsen) (Aufnahme: Wilfried Schröder)

Eric-Emmanuel Schmitt, geboren 1960 in Sainte-Foy-lès-Lyon, studierte Klavier in Lyon und Philosophie in Paris. Er lebt heute in Brüssel. Mit seinen kleinen Erzählungen über die großen Religionen der Welt wie »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran«, »Oscar und die Dame in Rosa« oder »Das Kind von Noah« wurde er international berühmt und gehört zu den erfolgreichsten Gegenwartsautoren in Frankreich. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt und haben sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Mit einem eigenen Theater in Paris, das er 2012 erwarb, erfüllte sich Eric-Emmanuel Schmitt einen langersehnten Traum.

Ein Stück ganz anderer Art, aber mit ebenso viel Tiefgang wie die anderen Werke des Autors steht auf dem Programm des Theater KammerSPIELICHEN in Mettmann, Solingen, Wuppertal und Oberhausen. Der Titel  heißt „Enigma“, und hierbei handelt es sich um einen Theaterstoff mit extremem psychologischen Tiefgang. Ebenso wie in dem Film „Enigma – eine uneingestandene Liebe“ spielen auch in dieser Bühnenfassung die Enigma-Variationen, ein Orchesterwerk (op. 36) des britischen Komponisten Edward Elgar eine zentrale Rolle. Im Vordergrund stehen zwei Charaktere,, der renommierte Schriftsteller Abel Znorko und der Lokaljournalist Erik Larsen, die so unterschiedlich sind, dass sie sich ganz einfach extrem aneinander aufreiben müssen.  Znorko ist völlig verschroben und extrem menschenscheu und gegenüber Fremden auch feindlich eingestellt, was daher resultiert, dass seit Jahren wie ein Einsiedler auf der norwegischen Insel Rösvannoy lebt. Er musste sich schon sehr herablassen, um auf Grund des Erscheinens seines neuen Romans Erik Larsen ein  Interview zu gewähren, was bei  Znorko estremen Seltenheitswert hat. Trotz dieses Zugeständnis macht Znorko allerdings keinen Hehl daraus, dass er eine Antipathie gegenüber Journalisten hegt, was er Larsen auch deutlich zu verstehen gibt, und daher muss Larsen sich regelrecht schikanieren und demütigen lassen. Larsen will einige Male die Brocken hinwerfen und das Interview beenden, doch Znorko macht es ihm unmöglich, zu gehen. Irgendetwas scheint im Raum zu stehen, was die beiden Männer verbindet. Was das ist, darüber kann das Publikum bei dieser spannenden und sehr gelungenen Inszenierung von Regisseur Marc Ossenbrink zwei  Stunden lang mitfiebern und miträtseln. Die Schauspieler Edmund Wilms als Schriftsteller Abel Znorko und Stephan Tacke-Unterberg als Journalist Eric Larsen sind bei diesem Stück extrem gefordert, weil die Dialoge sehr lang und tiefgehend sind und die Darsteller gleichzeitig auch darstellen, wie sehr die Dialoge die dargestellten Figuren innerlich aufreiben.

„Enigma“ wird an folgenden Terminen aufgeführt:

Mettmann

KammerSPIELCHEN Mettmann

Poststr. 15

40822 Mettmann

Sa, 30. September 2017, 20 Uhr

in Solingen-Gräfrath

KammerSPIELCHEN Solingen

Gerberstr. 8

42653 Solingen

Fr, 06. Oktober 2017, 20 Uhr

Fr, 13. Oktober 2017, 20 Uhr

So, 15. Oktober 2017, 15 Uhr

Oberhausen

KammerSPIELCHEN im Gdanska Oberhausen,

Am Altmarkt ​

Eingang: Gutenbergstr. 8

46045 Oberhausen:

Fr, 20. Oktober 2017, 20 Uhr

Sa, 28. Oktober 2017, 20 Uhr

in Wuppertal: (Mallack 11 42281 Wuppertal)

Sa, 02. Dezember 2017, 20 Uhr

Sa, 09. Dezember 2017, 20 Uhr

So, 10. Dezember 2017, 18 Uhr

Weitere Informationen zum Theater KammerSPIELCHEN sind unter folgendem Link im Internet zu finden: http://www.theater-kammerspielchen.de/

 

Generationenkonflikt als Theaterstoff

Autor: Christian Dick

„WIR SIND DIE NEUEN“ – so lautet der Titel der Komödie von Ralf Westhoff, die am 7. September 2017 im Kölner Theater am Dom Premiere feierte. Die NEUEN, das sind drei Alt-68er, die schon vor 35 zusammengelebt haben und sich nun erneut dazu entschließen, eine Wohngemeinschaft zu gründen und neu in ein Haus eingezogen sind. Diese werden von Simone Rethel, Joachim Luger und Lutz Reichert dargestellt. Ihre Überraschung ist alles andere als freudig als sie sich der Studenten-WG, die ein Stockwerk über ihnen wohnt, vorstellen. Dargestellt wird die Studenten-WG von Katarina Schmidt, Florian Gierlichs und Julie Stark. Bereits die erste Kommunikation zwischen den beiden Generationen funktioniert überhaupt nicht, weil die Studenten und die Alt-68er offensichtlich in völlig verschiedenen Welten leben. Und so reiben sich in diesem Stück die Gemüter all dieser Personen aneinander auf. Während die Alt-68er völlig relaxed sind, ihr Leben genießen, nachts trinken, philosophieren und die Hits aus ihren jungen und wilden Jahren hören, arbeiten die nur auf ihre berufliche Karriere fixierten jungen Leute, für die Lebensfreude und Leichtigkeit Fremdwörter sind, an der für sich optimalen Vereinbarkeit zwischen Arbeits- und Privatleben und an einem glatten Lebenslauf. Die Probleme unter Nachbarn gipfeln sich in dieser äußerst spannenden Inszenierung von Theatermitinhaber und Regisseur René Heinersdorff zu einer harten Auseinandersetzung zwischen den Generationen auf, die wie eine Spirale verläuft und zu eskalieren droht. Schließlich kommt es zu einer unerwarteten Wendung.

Bis zum 19. November 2017 ist diese Komödie im Theater am Dom zu sehen. Weitere Informationen sind unter folgender Internetadresse zu finden: http://www.theateramdom.de/

Historische Komödie im Theater an der Kö

Autor: Christian Dick

Das Ensemble des Stücks „The King’s Speech – Die Rede des Königs“ im Düsseldorfer Theater an der Kö (Foto: Dennis Häntzschel, Quelle: Theater an der Kö)

Der Film The King’s Speech ist eine britische Filmbiographie aus dem Jahre 2010 und stellt den britischen König George VI. in den Mittelpunkt. Der Film gewann bei der Oscarverleihung im Jahre 2011 Auszeichnungen in den Kategorien bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller und bestes Originaldrehbuch. Nun hat sich das Düsseldorfer Theater an der Kö dieses authentischen Stoffs angenommen und ihn in einer schauspielerisch ausgezeichneten Inszenierung auf die Bühne gebracht. Die Premiere am 1. September 2017 wurde mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Der Besuch dieses Theaterstücks ist sehr zu empfehlen.

Die deutsche Bühnenfassung „THE KING`S SPEECH – DIE REDE DES KÖNIGS“ stammt aus der Feder von David Seidler. Das Stück ist schauspielerisch eine enorme Herausforderung, acht Schauspieler wirken hierbei mit. Sehr stark ist Hauptdarsteller Christopher Krieg gefordert, der „Bertie“, den Herzog von York und späteren König George VI. verkörpert, der seit seiner Kindheit ein Stotterer war und extrem starke Nerven brauchte, um die strenge Erziehung seines Vaters und auch viel Spott und Häme zu ertragen.

Als Schauspieler sind mit von der Partie HARTMUT VOLLE, CHRISTOPER KRIEG, SUSANNE STEIDLE, INES ARNDT, FRANK BÜSSING, CLAUS THULL-EMDEN, MANFRED MOLITORISZ, THOMAS GIMBEL, HORST R. NAASE.

Regie führt Claus Helmer.

Handlung

Das Londoner Wembley-Stadion im Jahre 1925. Albert, Herzog von York, der zweitgeborene Sohn des britischen Königs, soll eine Rede halten, die durch das neue Massenmedium Radio in Abertausende Haushalte übertragen wird. Die Ansprache wird zum Desaster – denn Albert ist seit frühester Kindheit Stotterer.

Kein Arzt scheint ihm helfen zu können – bis seine Frau Elizabeth Kontakt zu dem exzentrischen Sprachtherapeuten Lionel Logue aufnimmt. Und tatsächlich: anfangs von dessen direkter Art und seinen unkonventionellen Methoden irritiert, fasst der Herzog langsam Vertrauen zu seinem Lehrer. Bald stellen sich erste Erfolge ein, und zwischen Lionel und „Bertie“ entsteht eine vorsichtige Freundschaft.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Alberts Vater, König George V. stirbt; sein Bruder Edward verzichtet aus Liebe auf den Thron – und so wird Albert unter dem Namen George VI. zum König gekrönt. Der Druck auf ihn wächst – nicht zuletzt durch den drohenden Krieg gegen Nazideutschland. Wie wird der junge König seine öffentlichen Auftritte meistern?

Weitere Informationen über das Theater an der Kö, zur Kartenreservierung und zur neuen Spielzeit 2017/2018 sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.theateranderkoe.de

 

„Honig im Kopf“ erfolgreich im Theater an der Kö gestartet

Autor: Christian Dick

Foto: das Ensemble von „Honig im Kopf“: Astrid Kohrs, Anne Bedenbender, Karsten Speck, Achim Wolff (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Mit lang anhaltendem Applaus wurde am 28. April 2017 die Premiere einer Theaterfassung des Films „Honig im Kopf“ von Til Schweiger und Hilly Martinek bedacht. Florian Battermann und der Direktor des Düsseldorfer Theater an der Kö René Heinersdorff, der auch Regie führte, hatten das Thema des Kinofilms für die Bühne adaptiert. Es handelt sich in diesem Fall um eine Co-Produktion mit dem Schlossparktheater in Berlin und der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig. Der Inhaber des Berliner Schlossparktheaters Dieter Hallervorden hat in dem Kinofilm „Honig im Kopf“ die Hauptrolle des an Demenz erkrankten Amandus Rosenbach gespielt.

René Heinersdorff hat die Theaterfassung auf vier Personen reduziert. Bei dem Thema Demenz reagieren die meisten Menschen erschrocken, mit Betroffenheit oder Mitleid. Wie verhält man sich gegenüber einem Menschen, der Demenz hat? René Heinersdorff hat bei dieser Theaterfassung sehr gut herausgearbeitet, deutlich zu machen, dass Zuneigung, Liebe und natürlicher Umgang mit von Demenz Betroffenen unter Umständen eine größere medizinische Wirkung zeitigen, als der konventionelle Ansatz. „Da Demenz nicht eine organische Erkrankung ist, sondern auch von psycho-sozialen Faktoren abhängt, besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, Humor als Lebenselixier oder Therapeutikum einzusetzen“ – so legt es Professor Dr. Dr. Rolf D. Hirsch von den Rheinischen Landeskliniken Bonn und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. im Programmheft zu dem Stück „Honig im Kopf“ dar.

Die Theaterversion von „Honig im Kopf“ macht also nicht traurig, sondern lädt gerade dadurch zum Schmunzeln und Lachen ein, dass man hier hautnah mitbekommt, dass ein Mensch, der Demenz hat, dadurch Lebensfreude erfahren kann, dass ihm gezeigt wird, dass er als Mensch noch gebraucht wird und nicht alleine ist. Diese Inszenierung im Düsseldorfer Theater an der Kö ist sehr zu empfehlen. Bis zum 18. Juni steht „Honig im Kopf“ auf dem Programm.

Inhalt des Stücks

Amandus wird alt. Alt und vergesslich. Seine Enkelin Tilda will aber nicht, dass er in eine Alters – Residenz abgeschoben wird, und so versucht die Familie alles, ihn bei sich zu behalten. Die Katastrophen lassen nicht lange auf sich warten. Bis Tilda beschließt, ihrem Opa noch einmal Venedig zu zeigen. Die Reise dorthin wird ein Wettlauf gegen die Zeit…

Achim Wollff hat sich sehr einfühlsam in die Rolle des an Demenz erkrankten Amandus Rosenbach hineinversetzt. Anne Bedenbender spielt die Rolle seiner Enkelin auf sehr natürliche Weise. Karsten Speck stellt Niko Rosenbach, den Sohn von Amandus Rosenbach dar, und macht sehr gut deutlich, wie tief den Angehörigen eine solche Situation unter die Haut geht. Astrid Kohrs in der Rolle von Sarah Rosenbach, der Schwiegertochter von Amandus Rosenbach, stellt in ihrer Rolle sehr gut dar, dass es problematisch wird, wenn man mit einem von Demenz betroffenen Menschen nicht genug Geduld hat.

Weitere Informationen gibt es unter folgender Internetadresse: http://www.theateranderkoe.de/ .