Archiv der Kategorie: Mode

Geheimtipp für Modebewusste

Von Andrea Matzker

Foto: die MAGIMA-Besitzerin Marlies Horn (Aufnahme: Andrea Matzker)

Im Industriegebiet von Neuss, genauer in der Osterather Straße 6 i, befindet sich ziemlich versteckt ein zauberhafter Showroom, der ausschließlich exklusive Designermode, hauptsächlich aus Italien, en gros und an Privatkunden verkauft. Sportliche und elegante Mode für Damen und Herren, Schmuck, Schuhe und Taschen, die man sonst nur im Ursprungsland findet, sind bei MAGIMA zu finden.

Foto: der Magima-Showroom (Aufnahme: Andrea Matzker)

Viele bekannte Sportler, und besonders gerne deren Ehefrauen, machen gerne einen Trip nach Neuss, um dort die seltenen Schätzchen von Roberto Cavalli, Gianfranco Ferré, Dolce & Gabbana oder Billionaire von Flavio Briatore unter äußerst preisgünstigen Bedingungen zu erstehen. Bei Espresso und einem netten Gespräch mit den charmanten Besitzern vergeht schnell ein ganzer Nachmittag. An diesem Treffpunkt Modebewusster finden sich viele Gäste aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus anderen Ländern. Die internationale Klientel des Hauses kommt nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus dem weiteren In- und Ausland.

Foto: hier der Magima-Showroom aus einer weiteren Perspektive (Aufnahme: Andrea Matzker)

Wie sich Düsseldorf als Mode-Stadt besser positionieren kann

Die Mode spielte lange Jahrzehnte in Düsseldorf die wichtigste Rolle. Der Beiname „Klein-Paris“ kommt daher nicht von ungefähr. Allerdings hat in den vergangenen Jahren Berlin im Bereich der Mode stark zugelegt und insbesondere die Messe „Bread & Butter“ ins Leben gerufen. Düsseldorf ist in Sachen Mode auf jeden Fall ins Hintertreffen geraten. Wie Abhilfe geschaffen werden kann, darüber wurde am 12. Juli im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu dem Thema „Was ist unsere Mode-DNA?“ gesprochen. Eingeladen in das NRW-Forum hatten der Marketing-Club Düsseldorf und das NRW-Forum.

Foto: (links, stehend) Dirk Krüssenberg, Präsident des Marketing-Club Düsseldorf, daneben die Diskutanten (von links nach rechts) Werner Lippert, Direktor des NRW-Forum und Marketingfachmann, Dr. Adrian Kiehn, Generalbevollmächtigter P & C, Professor Dr. rer. pol. Ekkehart Baumgartner (Moderator der Diskussion), Annette Weber, Chefredakteurin Instyle, Tina Müller, Senior Vice President Henkel/Schwarzkopf und Frank Dopheide, Chef der Werbeagentur Grey in Düsseldorf

(Aufnahme: Silvia Gertler, Marketing-Club Düsseldorf)

Die Podiumsteilnehmer erklärten unisono, dass Düsseldorf ein großes Potenzial hat, aber dass Düsseldorfs Image besser vermarktet werden muss. Dies forderten unter anderem Tina Müller und Dr. Adrian Kiehn. Tina Müller sagte, dass sie sich vorstellen könne, dass die Firma Schwarzkopf als Sponsor für Mode-Events in Düsseldorf auftrete. Die Sponsoring-Aktivitäten müssten jedoch eine große mediale Strahlkraft haben. Düsseldorf, so Tina Müller, müsse daher auf den Faktor Glamour und Eleganz setzen. Berlin sei dagegen „hip“ und dies könne Düsseldorf nicht bieten. Tina Müller bedauerte, dass sich in Düsseldorf die Messe und die Fashion Rooms nicht grün sind und nicht an einem Strang ziehen. Sie merkte schließlich an, dass die Aktivitäten im Bereich Mode bei der Stadt Düsseldorf an einer Stelle gebündelt werden müssen, damit man einen Ansprechpartner habe.

Wenn sie in dem Magazin Instyle Düsseldorf präsentieren müsste, so erklärte Annette Weber, würde sie vor allem die Königsallee zeigen, und hier insbesondere die Geschäfte Eickhoff und Jades. Dagegen würde sie in einem Special über Berlin über die Trend-Modemesse „Bread & Butter“, über die „Bar 25“ und über den Club Berghain berichten. Mit Düsseldorf, so fügte sie hinzu, werde ein seriöser, klassischer, konservativ gekleideter Messebesucher verbunden, dies sei in Berlin nicht der Fall. Annette Weber vertrat außerdem die Ansicht man müsse die Show Rooms in Düsseldorf unter einem Oberbegriff, wie etwa „Kreativität und Mode“, zusammenfassen.

Werner Lippert erklärte, dass es in Düsseldorf früher die Gruppe „Kraftwerk“ gegeben habe. Die Modemesse IGEDO sei früher ein Aushängeschild gewesen. Viele Italiener seien während der IGEDO auf die Königsallee gekommen. Nun seien ein paar Jahre über Düsseldorf hinweg gegangen, in denen die Stadt den Anschluss an größere Metropolen verpasst habe. Werner Lippert lobte vor allem den in Nordrhrein-Westfalen und in Düsseldorf stark ausgeprägten Bereich der Creativ Industries. Diese Stärke müsse Düsseldorf besser vermarkten. Für Werner Lippert ist Düsseldorf daher nicht nur eine Modestadt, sondern auch der Kreativ-Wirtschaft sowie der führenden Werbeagenturen und der meisten Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland.

Die Treue des Unternehmens P & C zum Standort Düsseldorf hob Dr. Adrian Kiehn hervor. Er verwies darauf, dass in Düsseldorf weltweit führende Kosmetikunternehmen, wie L’Oréal und Schwarzkopf, ihren Sitz haben. Weiterhin seien in Düsseldorf führender Unternehmen der Bekleidungsindustrie ansässig, wie P & C, C & A und in Ratingen die Firma ESPRIT.  Adrian Kiehn betonte auch, dass die Händler seit Jahren feststellten, dass sie immer weniger verkauften, wenn es nicht entweder billig, hocheffizient oder hoch inszeniert sei. In Düsseldorf gebe es keine ausreichende Inszenierung für das Produkt.

Tina Müller und Adrian Kiehn waren beide der Meinung, dass das Budget zur Vermarktung Düsseldorfs als Mode-Stadt deutlich erhöht werden muss. Adrian Kiehn erklärte, dass die Stadt 5 Millionen Euro in die Quadriennale investiere. Diese müsse im Bereich Mode und Kreativwirtschaft auch gemacht werden.

Für Frank Dopheide war die Lösung des Problems denkbar einfach. Er sagte man müsse in Düsseldorf nur seine Hausarbeiten machen. Das Produkt, nämlich die Stadt Düsseldorf, sei wahnsinnig attraktiv. Man habe überhaupt kein Bild in den Köpfen der Menschen. Dies sei gut, denn dann könne man ein Bild in den Köpfen der Menschen pflanzen. Düsseldorf müsse das Commitment haben, eine Marke zu sein. Das habe etwas mit Werbung, Energiewirtschaft, wie der Firma Bayer, und Kosmetik zu tun. Dies alles müsse man zusammenbringen. Eine Marke entstehe, weil man ein Bild in der Köpfen von Menschen implementiere. „Es besteht ein hohes Commitment von jedem in Düsseldorf und ein hohes Ungerechtigkeitsgefühl. Jeder Flyer sieht anders aus. Man muss das Gefühl haben ‚Da ist eine große Richtung‘ „, erklärte Dopheide abschließend.

Am Ende der Veranstaltung kam man zu dem Fazit, dass es nun wichtig ist, ein Konzept für die gezielte Vermarktung Düsseldorfs zu erarbeiten und dass die an diesem Abend angestoßene Diskussion fortgesetzt werden soll.

Autor: Christian Dick