Archiv der Kategorie: NRW – News

AmCham stellt im neuen Jahr TTIP und Deutsch-Amerikanische Beziehungen in den Vordergrund

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(Aufnahme: Jens Harguth)

 

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Foto: Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Vorsitzender der regionalen AmCham Germany-Repräsentanz Nordrhein-Westfalen, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bernhard Mattes, Präsident der AmCham Germany und Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Die American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany) hat bereits eine lange Tradition. Am 29. Februar 2016 wird sie 113 Jahre alt. Die Tatsache, dass im vergangenen Jahr das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen, offiziell Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (englisch Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP), viele Menschen in Deutschland mit Sorgen um die hohen Sozialstandards erfüllt hat und bis dato lebhaft und oft auch kontrovers diskutiert wird, ist ein Beweis, dass in diesem Bereich noch viel Aufklärungsbedarf besteht. „TTIP ist für die Wirtschaft in Europa und in den USA von großem volkswirtschaftlichen Nutzen. Wir können es nur gemeinsam schaffen. Wir sind aber gerne offen für Verbesserungsvorschläge, so dass wir das Beste erreichen können. Nur, wenn wir gemeinsam anpacken, wenn wir zusammen durchdacht handeln, können wir erfolgreich sein“, erklärte Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Vorsitzender der regionalen AmCham Germany-Repräsentanz Nordrhein-Westfalen, bei seiner Begrüßung der rund 380 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien, die am 19. Januar 2016 im InterContinental Hotel Düsseldorf anwesend waren.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sprach in seiner Rede auf dem Neujahrsempfang der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany) über die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft als Innovationsmotor. „Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland ist in den vergangenen Jahren beständig gewachsen im Zeitraum von 2007 bis 2013 im Schnitt um 3,5 Prozent pro Jahr. Ihre hochwertigen Produkte genießen weltweit einen guten Ruf. Mit mehr als fünf Millionen Beschäftigten, ist die Gesundheitswirtschaft zugleich ein Beschäftigungsmotor. Schon heute arbeitet jeder achte Erwerbstätige im Gesundheitsbereich.“

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Foto: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Aufnahme: Jens Harguth)

„In meinem Wahlkreis, dem Rhein-Kreis Neuss, gibt es führende internationale Firmen aus dem Medizinbereich wie etwa 3 M, Johnson & Johnson und die Medtronic GmbH in Meerbusch“, unterstrich Gröhe.

„Die Chance, als 70- bis 75-Jähriger an Demenz zu erkranken liegt bei etwa drei Prozent. Für 90- bis 95-Jährige liegt die Chance schon bei über einem Drittel“, legte Gröhe weiterhin dar. „An diesem Beispiel sieht man, welche gewaltigen Anforderungen in der demographischen Entwicklung stecken“, hob er hervor. „Innovation meint neben der Spitzenleistung in einzelnen Disziplinen auch, dass ambulante und stationäre Versorgung besser verzahnt werden müssen.“

Gleichzeitig betonte Gröhe die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Gesundheitswirtschaft. „Gute neue Entwicklungen im Gesundheitswesen sind jene Entwicklungen, die gut für die Menschen sind. Denn neue Produkte und Behandlungsformen werden nur dann zum medizinischen Fortschritt, wenn sie die Versorgung der Patienten spürbar verbessern, also einen wirklichen Nutzen haben.“

Der Minister legte die herausragende Bedeutung von E-Medizin, Big Data und E-Health dar. So ist es zum Beispiel mittels Geräten wie dem iPhone oder der Apple Watch möglich, den Puls, Bewegungsdaten, verbrannte Kalorien oder den Cholesterinwert zu messen. Über eine App von IBM ist es möglich, diese Daten dann an einen Online-Datenspeicher weiterzuleiten somit auch für die medizinische Forschung verfügbar zu machen.

Gröhe möchte darüber hinaus deutschen  Medizinprodukten den Zugang zum brasilianischen Markt erleichtern. Dies ist ein Markt mit einem enormen Wachstumspotenzial.

„Wir wollen, dass sich die Menschen in Deutschland darauf verlassen können, die bestmögliche medizinische Versorgung zu erhalten. Moderne Medizinprodukte leisten einen großen Beitrag für die hohe Qualität in der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten“, betonte Hermann Gröhe abschließend.

Bernhard Mattes, Präsident von AmCham Germany, blickte in seiner Ansprache auf ein bewegtes Jahr 2015, zu dem Herausforderungen wie die griechische Finanzkrise sowie die Terroranschläge in Paris gehörten. Dabei betonte er, dass diese Herausforderungen schwerwiegend seien, aber auch die gemeinsamen transatlantischen Werte wie Toleranz, Respekt und Nächstenliebe bestärkt hätten. Dies sei nicht zuletzt an der Flüchtlingskrise zu erkennen, bei der viele Unternehmen in unzähligen Aktionen ihre Solidarität und Hilfsbereitschaft gezeigt haben. Mattes zitierte abschließend den amerikanischen Botschaft in Deutschland John B. Emerson „Let us be standard setters instead of standard followers!“ (auf Deutsch „Lasst uns Standardsetzer anstatt Standard-Mitläufer sein!“)

Für 2016 bleibe weiterhin das Gelingen von TTIP ein wichtiges Thema sowie eine Folgevereinbarung zu Safe Harbor, um Rechtsicherheit beim Datenaustausch zwischen den USA und der EU zu gewährleisten. Zu einem Höhepunkt der deutsch-amerikanischen Beziehungen zählt Mattes die Hannover Messe im April, die erstmalig mit dem Partnerland USA stattfindet und mit einem Deutschlandbesuch des amtierenden US-Präsidenten Obama verbunden ist. An die Hannover Messe und die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 und neue Arbeitswelten werde auch das 113. AmCham Germany Annual Meeting am 29. April 2016 in Leipzig anknüpfen.

Als Krönung der Neujahrsempfang wurden die amerikanische und die deutsche Nationalhymne von Kerstin Pohle vorgetragen.

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Foto: Kersten Pohle (Aufnahme: Christian Dick)

 

 

Ein Mensch zum Anfassen mit Herzenswärme

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Fotos: Der neue US-Generalkonsul in Düsseldorf Michael R. Keller (Aufnahmen: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Die Atmosphäre bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen US-Generalkonsul in Düsseldorf Michael R. Keller kann man als sehr familiär und herzlich wiedergeben. Der 51jährigen neue oberste Repräsentant der USA in Düsseldorf ist, trotz einer beachtlichen Karriere,  vor allem augenscheinlich immer eines Geblieben: ein Mensch. Von seiner Ausstrahlung her traut man ihm durchaus zu, dass er –nach der NSA-Affäre, zu einer Wiederbelebung und Verbesserung der Beziehungen zwischen Deutschen und Amerikanern einen wertvollen Beitrag leisten kann.

Von den Deutschen spricht der studierte Ökonom in einer Art und Weise, dass man deutlich merkt, dass sein Herzblut an Deutschland hängt. Dies ist vor allem darauf zurück zu führen, dass schon in seiner Jugend während eines Aufenthalts als Austauschschüler in München die deutsche Sprache und Kultur intensiv eingehaucht hat. Noch heute hat er Kontakt mit der Mutter seiner Gastfamilie und es ist ihm sehr daran gelegen, dass er regelmäßig München besucht, was zuletzt im Dezember 2014 mit seinen Söhnen (13 und 15) gemacht hat. Später hat ein Jahr in Münster Politologie und Germanistik studiert, seine Berufslaufbahn hat ihn später nach am Frankfurt am Main geführt, dem Geburtsort seiner Tochter (18). „Ich bin in einer Kleinstadt in den Appalachen aufgewachsen. Von Virginia nach Deutschland zu kommen, das war richtig ein Erlebnis für mich, das mir das Tor zur Welt geöffnet hat.“

Drei Dinge liegen im in den kommenden drei Jahren seiner Zeit in Düsseldorf besonders am Herzen:

  1. Die sehr guten Beziehungen zwischen den USA und Deutschland zu verstärken, beschrieb er als seine „Herzensangelegenheit.
  2. Die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder weiter zu forcieren ist ihm ebenfalls wichtig. In Nordhrein-Westfalen sind derzeit 1700 Firmen aus den USA niedergelassen. Wichtig ist es Michael R. Keller auch, mit den Deutschen über das geplante TTIP-Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union intensiv ins Gespräch zu kommen und dadurch der deutschen Bevölkerung die Angst vor diesem Freihandelsabkommen zu nehmen.
  3. Die Jugend aus Deutschland und den USA will Michael R. Keller noch mehr miteinander ins Gespräch bringen. Hier gibt es insbesondere das Programm „Meet us“, in dessen Rahmen Experten aus dem US-Konsulat Schulen besuchen oder Schüler und Studenten in das US-Konsulat eingeladen werden.

Angaben zu Vita des neuen US-Generalkonsul

Michael R. Keller ist seit August 2015 US-Generalkonsul in Düsseldorf, nachdem er zuvor von 2012-2015 die Wirtschaftsabteilung der US-Botschaft in Paris geleitet hat.

Er ist 1992 in den diplomatischen Dienst der Vereinigten Staaten von Amerika eingetreten und hat sich während seiner diplomatischen Laufbahn primär auf Wirtschaftsfragen spezialisiert.

Erste diplomatische Erfahrungen machte er in der US-Botschaft in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik und im US-Generalkonsulat in Frankfurt.

Im US-Außenministerium arbeitete er von 1997-1998 im Krisenzentrum und von 1998-2000 als Mitarbeiter der politischen Abteilung  im Länderreferat Japan.

Von 2002-2005 arbeitete er als Mitarbeiter der Wirtschaftsabteilung an der US-Botschaft in Phnom Penh in Kambodscha und von 2005-2008 an der US-Botschaft Santiago in Chile.

Am Foreign Service Institute in Arlington, Virginia, bildete er von 2008-2010 als Direktor für Wirtschafts- und Handelsstudien Diplomaten weiter.

Michael Keller wurde in New York geboren, wuchs aber in Virginia auf.  Er hat einen BA mit Auszeichnung im Bereich Internationale Beziehungen und Deutsch, den er als Phi Beta Kappa vom College of William and Mary in Williamsburg in Virginia, erworben hat. Herr Keller spricht Deutsch, Französisch, Spanisch, und Kambodschanisch. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

 

 

 

NRW-Landesverdienstorden verliehen

Autor: Christian Dick

Seit 1986 verleiht das Land Nordrhein-Westfalen den sogenannten Landesverdienstorden für Bürger, die sich im gesellschaftlichen, soziale oder auch politischen Bereich besonders engagieren. Im Jahre 2016, wenn Nordrhein-Westfallen 70 Jahre alt wird, wird der Landesverdienstorden also 30 Jahre alt. Am 16. September 2015 wurden erneut 11 Personen mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Somit haben sind bis dato 4850 Menschen mit Landesverdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Folgende Personen wurden in dieser Woche gewürdigt:

Hans-Dieter Arntz, Euskirchen

Serdar Bozkurt, Duisburg

Bergit Fesenfeld, Velbert

Angela Genger, Ratingen

Prof. Dr. Ulrich Göbel, Hilden

Prof. Wolfgang Hufschmidt, Essen

Dr. Frank Paetzold, Mönchengladbach

Edeltraud Preuß, Niederkassel

Gertrud Servos, Neuss

Bundesminister a.D. Prof. Dr. Klaus Töpfer, Höxter

Bundesaußenminister a.D. Dr. Guido Westerwelle, Köln

 

Gruppenfoto der Menschen, die am 16. September des Landesverdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten haben (Aufnahme: Christian Dick)

 

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Einige dieser Personen seien an dieser Stelle vorgestellt.

Gertrud Servos als Vorkämpferin für Frauen mit Behinderung

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Foto: Gertrud Servos, vorne, im Hintergrund Reiner Breuer (SPD), der bisherige Neusser Landtagsabgeordnete und künftige Bürgermeister der Stadt Neuss, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und rechts im Bild die Eltern von Gertrud Servos.

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Foto: links im Bild: die Mutter von Gertrud Servos, daneben die Gertrud Servos und Reiner Breuer (SPD)

Gertrud Servos aus Neuss ist für die SPD Mitglied im Neusser Stadtrat. Sie engagiert sich ehrenamtlich für die Rechte behinderter Mädchen und Frauen und kämpft gegen deren Diskriminierung. Sie ist unter anderem als Mitglied der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbands Rheinland und der AWO aktiv.

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Foto: Gertrud Servos (Bildmitte) mit ihren Eltern (Aufnahme. Christian Dick)

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft würdigte Gertrud Servos mit folgenden Worten. „Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen“ – für diese Erkenntnis Mahatma Gandhis könnte Gertrud Servos Patin gestanden haben. Denn seit mehr als 2 Jahrzehnten kämpft sie in verschiedenen Funktionen und auf zahlreichen Ebenen für ein selbst¬bestimmtes Leben von Menschen mit Handicap.

So setzt sich Gertrud Servos im Rat der Stadt Neuss sowie im Kreistag des Rhein-Kreises Neuss für eine Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen ein. In der Landschaftsversammlung Rhein¬land engagiert sie sich als Vorsitzende des Beirates für Inklusion und Menschenrechte sowie als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Inklusion.

Über annähernd 20 Jahre übernimmt Gertrud Servos außerdem Verantwortung im Landes-behindertenrat – seit 2010 als dessen Vorsitzende. Hier kümmert sie sich mit Nachdruck um die Interessen behinderter und chronisch kranker Menschen und vertritt deren Forderungen und Ansprüche gegenüber allen öffentlichen und gesellschaftlichen Instanzen. Den Landes-behindertenbeauftragten und den Inklusionsbeirat berät sie in allen Fragen der Inklusion.

Aktiv arbeitet Gertrud Servos auch bei der AWO-Ortsgruppe Neuss mit – seit 2004 als deren Vorsitzende. Hier kümmert sie sich u. a. um das Kinder- und Jugendtelefon und sie bietet Gesprächskreise im Rahmen der Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderungen an.

Vor 20 Jahren gründete Gertrud Servos das „Netzwerk Frau und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW“. Als Sprecherin ist es ihr ein Herzensanliegen, vor allem Politik und Gesellschaft für die Probleme behinderter Frauen und Mädchen zu sensibilisieren.“

„Ein Musterbeispiel für gelungene Integration“

So bezeichnete Hannelore Kraft Serdar Bozkurt, der sich seit vielen Jahren für die Integration seiner türkischen Landsleute in Deutschland engagiert. Er ist damit ein Vorbild für viele Menschen, die sich für Migranten einsetzen und beweist, dass mit Tatkraft und unermüdlichen Engagement sehr viel erreicht werden kann.

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Foto: Serdar Bozkurt  (Aufnahme: Christian Dick)

Hannelore Kraft würdigte ihn auf folgende Weise. „Ein Satz des Philosophen Laotse, den man eigentlich gar nicht oft genug zitieren kann, lautet: „Der Berufene häuft keinen Besitz auf. Je mehr er für andere tut, desto mehr besitzt er.“ Lieber Serdar Bozkurt, wenn diese Aussage zutrifft, und ich bin sicher, das tut sie, dann sind Sie wahrlich mit Reichtum gesegnet. Denn Sie setzen sich schon über mehrere Jahrzehnte ausdauernd und vielfältig für Ihre Mit­men­schen ein. Vor über 50 Jahren kam Serdar Bozkurt als soge­nannter ‚Gastarbeiter‘ aus der Türkei nach Deutsch­land. Innerhalb kürzester Zeit hatte er sich integriert, beherrschte sehr schnell die deutsche Sprache. Und zwar so gut, dass er von seinem damaligen Arbeitgeber bei der Anwerbung weiterer türkischer Arbeitnehmer als Dolmetscher eingesetzt wird. Seinen ausländischen Kolleginnen und Kollegen steht er zur Seite und hilft ihnen bei der Ein­gliederung in Beruf und Gesellschaft.

Aber auch die ‚politische Bühne‘ nutzte Serdar Bozkurt schon früh, um die Lebensbedingungen der ‚Gastarbeiter‘ zu verbessern. So gehörte er 1979 zu den Gründern des Vereins „Türkische Sozial­demokraten“ in Duisburg. Hier bot er unter anderem Tages­seminare zu Themen wie Staatsbürgerschaft, Bildung und zur Rolle der Frau in der Gesellschaft an. Seiner Initiative war es zu verdanken, dass 1975 der erste Ausländerbeirat in Duisburg eingerichtet wurde. Seit den 1990er Jahren war er in verschiedenen Ausschüssen des Rates der Stadt Duisburg.

Zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Migran­tinnen und Migranten gründete Serdar Bozkurt (Aussprache: Szerrdar Bohskurrt) ein Netzwerk aus Vertretern von Schulen, Kindergärten, Gewerk­schaften, Arbeitgebern, Vereinen, Kirchen, Moscheen sowie Politik und Verwaltung.

Serdar Bozkurt gehörte im Auftrag des Integrationsbeirates der Stadt Duisburg der „Kommunalen Gesund­heitskonferenz“ an und war hier maßgeblich daran beteiligt, dass ein Gesundheitswegweiser für Menschen mit Migrationshintergrund heraus­gegeben wurde – eine ca. 170 Seiten starke Broschüre, die in 10 Sprachen erscheint. Auch unterstützte er den Aufbau eines Dolmetscher­dienstes an einer Duisburger Klinik. Überdies war es seinen intensiven Bemühungen zu verdanken, dass eine Migrantenambulanz eröffnet werden konnte. Und nicht zuletzt übernahm Serdar Bozkurt auch noch für einige Jahre Verantwortung als Hauptschöffe.

Lieber Serdar Bozkurt, Sie sind ein Musterbespiel gelungener Integration. Dass Sie darüber hinaus so viele zugewanderte Landsleute dabei unterstützt haben, sich nicht nur hier zurechtzufinden sondern auch heimisch zu fühlen, das ist eine großartige Leistung, für die ich Ihnen herzlich danken möchte. Dieser vorbildliche Einsatz wird heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen belohnt.“

Schließlich gehörten zwei prominente Politiker zu den am 16. September in der Villa Horion in Düsseldorf, dem früheres Amtssitz der NRW-Ministerpräsidenten, geehrten Menschen des Landes NRW. Dies waren Bundesaußenminister a. D. Dr. Guido Westerwelle und Bundesumweltminister a. D. Professor Dr. Klaus Töpfer.

Starkes Engagement für Europa, den Nahen Osten und als FDP-Politker

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Foto: Bunndesaußenminister a. D. Guido Westerwelle und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Hannelore Kraft steckt Guido Westerwelle de Orden an (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Bundesaußenminister a. D. Dr. Guido Westerwelle und der frühere NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf (FDP) (Aufnahme: Christian Dick)

In Bezug auf Guido Westerwelle betonte Hannelore Kraft dessen besondere Verdienste um Europa und dessen besonderen Einsatz in der Nahost-Politik. Hier die Laudatio der NRW-Ministerpräsidentin für Guido Westerwelle:  „Deutschland braucht „nicht weniger, sondern mehr Europa“, so lautet der Grundsatz einer großen Persönlichkeit, die wir nun ehren wollen.

Sie, lieber Guido Westerwelle, haben als deutscher Außenminister und Vize-Kanzler an diesem Leitsatz nie einen Zweifel gelassen. Und mit dieser klaren euro­päischen Ausrichtung, die ja tatsächlich zu­gleich eine Ausrichtung an den Interessen Deutschlands ist, haben Sie die Aufgaben ange­packt, die sich in Ihrer Amtszeit gestellt haben.

Ich denke dabei vor allem an die Bewältigung der Euro-Krise, die Schwierigkeit, Europa in dieser Krise zusammenzuhalten und den Rückzug einzel­ner Staaten auf ihr rein nationales Interesse zu verhindern. Für Sie war immer klar: Europa hat einen Preis, aber vor allem hat es einen über­ragenden Wert. Darum haben Sie sich stets leiden­schaft­lich für die europäische Idee engagiert, Darum haben Sie stets betont, dass Europa mehr ist als Binnenmarkt und Währungsunion, nämlich vor allem auch eine Werte- und Kulturgemeinschaft. Und darum war es für Sie auch immer eine wirkliche Herzens­angelegenheit, insbesondere den Aus­tausch Deutschlands mit unseren Nachbarn Frank­reich und Polen zu intensivieren.

Gerade in diesen Tagen und Wochen erleben wir schmerzhaft, dass wir auf unserem Kontinent viel mehr solcher echten und überzeugten Europäer wie Sie bräuchten, lieber Guido Westerwelle.

In Ihre Amtszeit als Bundesaußenminister fielen die Um­brüche in mehreren arabischen Ländern, die unter dem Begriff „arabischer Frühling“ große Erwar­tungen weckten. Sie haben diese Prozesse mit sehr viel Anteilnahme und Sensibilität verfolgt und begleitet. Darum waren Sie auch immer skeptisch, was die Wirksamkeit militärischer Inter­ventionen angeht.

Mit außerordentlichem Engagement brachte Guido Westerwelle sich in die Nahost-Friedens­ver­hand­lungen zwischen Palästinensern und Israelis ein. Auf zahlreichen Reisen in die Region, setzte er sich konsequent und mit Nach­druck für die Zwei-Staaten-Lösung ein – eine Linie, die die deutsche Außenpolitik bis heute weiter verfolgt.

Auch für den Wiederaufbau Afghanistans hat sich Guido Westerwelle außerordentlich stark engagiert, ich denke hier nur an die große Wiederauf­bau­kon­ferenz mit der afghanischen Regierung im Dezember 2011 in Bonn.

Trotz seiner weltweiten Aktivitäten blieb Guido Westerwelle seinem Nordrhein-Westfalen stets ver­bunden: So hat er beispielsweise auch als Bundes­außenminister auf seiner Lateinamerikareise 2012 im NRW-Partnerbundesstaat Rio de Janeiro für die An­siedlung eines Wirtschaftsbüros in Köln gewor­ben. Er hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass sich die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Rio de Janeiro – und der damit ver­bundene Austausch zwischen der brasilia­nischen und der rheinischen Metropole – so aktiv gestalten.

Zu seinen herausragenden Leistungen gehört das mehr als 3 Jahrzehnte währende Engagement für die Freien Demokraten. In unter­schied­lichen Funktionen und Ämtern bis hin zu General­sekretär, Vor­sitzender der Bundestags­fraktion und Bundes­vorsitzender der Partei und auch als Bonner Mandatsträger prägte Guido Westerwelle über viele Jahre das Bild der FDP.

Es verdient höchste Anerkennung, dass sich Guido Westerwelle auch nach seinem Rückzug aus den politischen Ämtern in seiner gemeinnützigen „Westerwelle Foundation“ ehrenamtlich für die inter­nationale Verständigung einsetzt und sich seit Beginn dieses Jahres überdies im Kuratorium der Bertelsmann Stiftung engagiert.

Wir alle freuen uns und sind dankbar dafür, dass Guido Westerwelle seine umfang­reichen politischen Erfahrungen weiter in den Dienst der Gemeinschaft stellt.

Wir alle sind auch dankbar dafür, dass er sich stets für die Bundesstadt Bonn stark gemacht hat.

Wir ehren mit Guido Westerwelle nicht zuletzt einen echten Botschafter des Rheinlandes, der sich – anders als man es Diplomaten sonst nachsagt – durch eine sehr klare und verständliche Sprache auszeichnet.“

Auch Klaus Töpfer wurde gebührend gewürdigt.

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Foto: Bundesumweltminister a. D. Professor Dr. Klaus Töpfer (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Trotz hoher Positionen, die Bundesumweltminister a. D. Professor Dr. Klaus Töpfer bekleidet hat, sie er und seine Ehefrau Monika immer bodenständige Menschen geblieben (Aufnahme. Christian Dick).

Hannelore Kraft erwähnte zu Klaus Töpfer folgendes: „Eine Ihrer besonderen Leistungen besteht nach meiner Überzeugung darin, dass Sie die Themen „Umwelt“ und „Nachhaltigkeit“ ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und des öffentlichen Bewusstseins gerückt haben. Und dass Sie dies auf eine Weise getan haben, die Mut macht, die anspornt, die bei allen unglaublich großen Heraus­forderungen, vor denen wir stehen, von einer Zuversicht geprägt ist, dass wir das schaffen können: Das Naturerbe bewahren, den Klimawandel bekämpfen.

Und in der Tat: Sie haben ja an vielen konkreten Beispielen gezeigt, dass es geht und wie es geht. Mit den weltweit strengsten Dioxin-Grenzwerten, die Sie als Umweltminister durchgesetzt haben. Mit dem Verbot der FCKW, die unsere Ozonschicht zu zerstören drohten. Ein Prozess, der gestoppt werden konnte. Mit der Einführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen, der Vorstellung des 1. Nationalen Klimaberichts und vielem anderem mehr.

Sie haben gezeigt, dass wir den Blick weiten müssen, dass wir wirklich global denken, aber dann lokal handeln müssen. Wie kaum ein anderer stehen Sie für Internationalität, Sie sind ein Anwalt für Nachhaltigkeit und humane Entwicklung, der in Berlin oder Bonn ebenso zu Hause ist wie in Nairobi, New York oder Rio. Bei all dem wissen Sie, dass es keinen Sinn hat, Entwicklung und Nach­haltigkeit in einen Gegensatz zu bringen. Hier hat mir ein Satz von Ihnen immer besonders ein­geleuchtet, der Satz, dass Armut das stärkste Gift für die Umwelt sei, weil gerade Armut dazu zwinge, die letzten Bäume zu fällen und die letzten Ressourcen zu verbrauchen.

Es ist wirklich bemerkenswert, welche Spanne Ihr Wirken umfasst, lieber Professor Töpfer. Denn es ist keineswegs so, dass Sie über den ganz großen Problemen unserer Welt die vielleicht nicht ganz so gewaltigen Aufgaben aus dem Auge verloren hätten. Nein, Ihr Wirken ist wirklich umfassend. Wir in NRW haben z. B. allen Grund Ihnen dafür dank­bar zu sein, dass Sie als verantwortlicher Minister für den Regierungsumzug nach Berlin auch die Bonner Belange berücksichtigt haben. So haben Sie sich mit Erfolg dafür eingesetzt, dass durch den Umzug frei­werdende Liegenschaften des Bundes in Bonn neu genutzt werden konnten. Ich denke da z. B. an die Ansiedlung von UN-Einrichtungen oder an die Verlegung der Sitze des Bundesrechnungshofes und des Bundeskartellamtes nach Bonn.

Ja, lieber Professor Töpfer, Sie sind, das habe ich gesagt, in Berlin oder Bonn ebenso zu Hause wie in Nairobi, New York oder Rio. Aber eine ganz wichtige Stadt muss ich natürlich noch hinzufügen: Höxter! Denn dort sind Sie groß geworden und dort leben Sie seit 12 Jahren wieder. Weltoffenheit und Heimatverbundenheit gehören bei Ihnen zusammen. Und es kann bei einem Mann Ihres Zuschnitts einfach nicht anders sein, dass Sie auch an Ihrem Heimatort eine wunderbare Wirksamkeit entfalten. Denn von dort aus haben Sie sich als Sonderbotschafter für den Aufnahmeantrag des Schlosses Corvey in die UNESCO-Welterbeliste engagiert. Mit Erfolg! Wir waren ja beide bei der feierlichen Urkundeübergabe und der Enthüllung der Welterbeplakette am 26. Mai dieses Jahres dabei Dass Corvey nun Weltkulturerbe ist, das ist sicher das schönste Geschenk, das Sie Ihrer Heimatstadt Höxter machen konnten.

Lieber Professor Töpfer, ich weiß, dass ich mit diesen Worten nur einen Bruchteil Ihrer Arbeit und Ihres Engagements gestreift habe. Aber ich will dennoch nur noch eines sagen: Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.“

 

Meisterfeier 2015 der Handwerkskammer Düsseldorf

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Foto: (von links nach rechts) Thomas Jarzombek, MdB (CDU), der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, die Zahntechniker-Meisterin 2014 mit dem besten Prüfungsergebnis Kathrin Rütten aus Grevenbroich und der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf Andreas Ehlert (Aufnahme: Christian Dick)

Autoren: Bärbel Kohler und Christian Dick

Am vergangenen Sonntag wurden die 950 Jungmeisterinnen und Jungmeister in der Düsseldorfer Stadthalle gefeiert. Besonderen Mut für Handwerk macht insbesondere die Festrede eines der engsten Vertrauten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Kanzleramtsminister Peter Altmaier.

Dass ein solider Handwerksberuf sehr viel besser sein kann als ein Universitätsstudium machte Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert mit folgendem Satz klar „„Die Akademikergläubigkeit vieler Eltern werden die Kinder bezahlen müssen, wenn ihre ,Bachelor-Träume’ wie Seifenblasen zerplatzen. Die Abbrecherquote an den Hochschulen spricht Bände.“

„`Der Meister´, das war für mich schon ein sehr wichtiger, mutiger Schritt.“, hat unsere junge Kfz.Meisterin Kristina Lambrecht in unserem Video-Clip gesagt. Und: „Es war „anstrengend“, aber „es hat sich gelohnt. — Eine starke Aussage einer ganz starken, jungen Frau! Aber natürlich nicht nur für unsere Kfz.-Meisterin hat es sich gelohnt, in die persönliche Meisterschaft zu investieren, sondern auch für unsere 950 Jungmeisterinnen und Jungmeister hier im „Congress Center der Messe Düsseldorf“, die ich von dieser Stelle und zuallererst sehr herzlich begrüße!“, rief Ehlert den neuen Meisterinnen und Meistern zu. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Handwerkskammer der Landespolitik. Auch dem neuen Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel dankte er für das gute Miteinander zwischen Handwerk und Kommunalpolitik. Diesen nannte er, ob dessen erfolgreichem Wahlkampf im Jahre 2014, als „951. Meister“.

Thomas Geisel erklärte nach seinem Glückwunsch an die Jungmeisterinnen und Jungmeister, dass er sich besonders bewusst sei, wie wichtig eine enge Kooperation zwischen Handwerk und Politik sei, da sein Großvater früher Präsident der Handwerkskammer Reutlingen gewesen sei.

Das Handwerk gehört zur deutschen Kultur

„Ich bin der gewichtigste Minister im Kabinett. Sigmar Gabriel versucht seit anderthalb, Jahren mir Konkurrenz zu machen, aber er hat keine Chance“, mit diesem launigen Satz hatte Peter Atmaier, der Chef des Bundeskanzleramts das Publikum bei der 66. Meisterfeier der Düsseldorfer Handwerkskammer auf seiner Seite.

Peter Altmaier nimmt sich durchaus auch selbst gerne einmal aufs Korn wie folgender Ausspruch belegte „Ich bin Botschafter des deutschen Brotes, genauso wie man mich vor einigen Jahren als Botschafter des deutschen Bieres, zum Grünkohl-König von Oldenburg und zum Träger der Mannheimer Kochschürze gewählt hat. Ich weiß wirklich nicht, warum man mich immer für so etwas auswählt.“

Es war allerdings viel mehr als eine „Sonntagsrede“, die der Kanzleramtsminister am 31. Mai 2015 in Düsseldorf hielt, sondern stattdessen ein leidenschaftliches Plädoyer für das Handwerk als Fels in der Brandung auch in stürmischen Zeiten und als Symbol für Verlässlichkeit.

Als Botschafter des deutschen Brotes wurde Altmaier klar, dass Brot nicht gleich Brot ist, dass viele andere Länder die Deutschen um ihr sehr gutes Brot beneiden, dass das Brot vom Bäcker von nebenan von höchster Qualität und etwas ganz besonders ist, dass jedes Brot bei jedem Bäcker und in jeder Region verschieden und einzigartig ist. Und dies stellte Altmaier als exemplarisch für das deutsche Handwerk in seiner Gesamtheit heraus.

Das Handwerk gibt Sicherheit

Das deutsche Handwerk habe vieles überstanden, so Altmaier, etwa den 30jährigen Kriege, den Ersten und Zweiten Weltkrieg, den Kalten Krieg, die  Wiedervereinigung, Wirtschaftskrisen und die Diskussion in den 60er Jahren, ob denn so eine antiquierte Organisation überhaupt noch erforderlich sei. Und trotzdem sei das Handwerk heute wieder so populär wie nie zuvor. „85 Prozent der Menschen in Deutschland vertrauen auf das Handwerk“, so Altmaier.

„So haben auch die Bäcker alle Herausforderungen und Feinde siegreich bezwungen. Die Kartoffel, die Friedrich der Große eingeführt hat, das Müsli, das die Grünen bei uns heimisch gemacht habe, die Pasta, die ein Ausdruck unserer Lebensqualität ist, was gab es nicht alles an Herausforderungen, wo viele sagten „Das wird der Bäcker und das wird Brot nicht überstehen.“ Und heute erlebt das Brot, erlebt gutes Brot eine Renaissance, an die die Wenigsten geglaubt hätten. Und so ist es mit dem Handwerk insgesamt“, hob Altmaier hervor.

Die Tatsache, dass die Jungmeisterinnen und Jungmeister viele Opfer für ihre Ausbildung gebracht hätten, spreche für die Qualität und die Leistung des Handwerks. „Mit dem Meisterbrief sind nicht alle Probleme dieser Welt gelöst, aber Sie haben etwas Großartiges geleistet“, sagte Altmaier zu den frisch gebackenen Meisterinnen und Meistern.

Qualität und Leistung des Handwerks seien wichtig, denn gerade in einer Welt, wo sich vieles ändere, wo vieles unsicher werde, vermittelten Handwerksmeister den Menschen auch ein Stück Identität und Heimat und leistete so einen große Beitrag der kulturellen und sozialen Errungenschaft Deutschlands.

Altmaier sicherte dem Handwerk zu, dass die Bundesregierung den Meisterbrief auch auf europäischer Ebene weiterhin fest unterstütze.

Er machte schließlich klar, dass ein Handwerker heute viel mehr technisches Know-how haben müsse als früher. Sein Heizungsbauer habe eine IT-System zur Verfügung gestellt, mit der er selbst von Berlin aus die Heizung seines Hauses im Saarland einstellen könne.

Er betonte darüber hinaus, dass die Bundesregierung in Sachen Steuerpolitik für die aktuelle Legislaturperiode beschlossen haben, keine Steuer zu erhöhen, die kalte Progression abzuschaffen und hierdurch dem Mittelstand und dem Handwerk zu helfen.

Abschließend merkte Altmaier zum Thema Energiewende an, dass seit Fukushima Atomkraft nicht mehr gewollt sei. Die Energiewende müsse ein „Business Case“ – „ein Geschäftsmodell“ – sein. „Es darf nicht heißen „Umwelt oder Wohlstand“, sondern es muss heißen „Umwelt und Wohlstand“, verdeutlichte Altmaier sein Bild einer nachhaltigen Energie- und Umweltpolitik.

 

Enger Schulterschluss zwischen Handwerk und Politik in der Düsseldorfer Altstadt

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Foto: Vier Auszubildende, die schwindelfrei sein müssen, um in ihrem Beruf als Schornsteinfeger den Menschen Glück zu bringen zu können: Pia Saskia Plätzmüller (Ausbildungsbetrieb: Franz Peter Baumanns) ist eine von vier jungen Damen in ihrem Ausbildungsjahrgang, Sven Florian Thurner (Ausbildungsbetrieb: Lutz Drewanz), Jonas Köhler ((Ausbildungsbetrieb: Thomas Schnog) und Patrick Bradt (Ausbildungsbetrieb: Lars Hansen) (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: (von links nach rechts)  Norbert Rieck, Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Düsseldorf, der Preisträger der Floriansplakette 2015 Reinhold Schulte, Wirtschaftsminster Garrelt Duin  (SPD), Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), der Präsident der Düsseldorfer Handwerkskammer Andreas Ehlert und Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Hanwerks (ZDH)  (Aufnahme: Walter Schuhen)

Autor: Christian Dick

„Nirgendwo ist der Schulterschluss zwischen Handwerk und Politik so eng, wie an den Biertischen im Brauhaus „Zum Schlüssel“ beim traditionellen Floriansumtrunk der Schornsteinfeger und des Nordrheinwestfälischen Handwerks“, mit dieser Begrüßung war Andreas Ehlert, selber Schornsteinfegermeister und seit einem Jahr Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, ein tosender Beifall sicher. Sätze wie dieser belegen auch, dass man Andreas Ehlert mit Fug und Recht als einen würdigen Nachfolger des im Februar 2015 Wolfgang Schulhoff in der Funktion als oberster Vertreter der Interessen der Handwerker in der Region bezeichnen kann. Denn er gibt dem Handwerk ein starkes Gewicht. Wenn sich das Handwerk in der Öffentlichkeit artikuliert, darf auch die Politik ihre Ohren nicht verschließen. Und so waren unter den rund 250 Gästen am 6. Mai 2015 gleich zwei Vertreter der NRW-Landesregierung, nämlich Vize-Ministerpräsidentin und Schulministerin Sylvia Löhrmann und mit Garrelt Duin auch für das Ressort „Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk“ zuständige Minister des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses Bundesland ist damit das einzige, das ein Ministerium mit Zuständigkeit für das Handwerk hat. Auch dies ist ein Beleg für das gute Miteinander zwischen Politik und Handwerk in NRW.

„Zur Zeit sind die Begriffe “Geldschwemme“ und „Nullzinspolitik“ in aller Munde. Diese Entwicklung ist eine Form schleichender Enteignung!“, so Ehlert im Brustton der Überzeugung. Hiermit sprach er den Gästen des Floriansumtrunks aus der Seele.

Ein weiteres wichtiges Thema für Handwerksbetriebe ist die Altersvorsorge. Und so war es kein Zufall, dass Reinhold Schulte, Aufsichtsratsvorsitzender der SIGNAL IDUNA in diesem Jahr für seinen „Einsatz für eine Kultur der Freiheit und Eigenverantwortung“ mit der Floriansplakette geehrt wurde. Mit dieser Auszeichnung werden generell Personen geehrt, die sich im Land NRW besonders für das Handwerk und den Mittelstand eingesetzt haben.

Am Namenstag des Heiligen Sankt Florian – Schutzpatron der Schornsteinfeger und der handwerklichen Bierbrauer – lädt das nordrhein-westfälische Handwerk seit langen Jahren zu einem Gedankenaustausch ein. Bei einem gepflegten Glas Altbier sowie wahlweise Spargel mit Sauce Hollandaise und gekochtem Schinken oder Heringsstipp mit Bratkartoffeln und zum Dessert wahlweise Schokoladenmousse oder Pfannkuchen mit Pflaumenmarmelade, Vanilleeis und Schlagsahne konnten die Gäste dann noch weiter über die allgemeine Lage im Land miteinander reden und dadurch frische Impulse für ihr jeweiliges Arbeitsfeld bekommen.

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Foto: Eine Jazz-Kapelle sorgte beim Floriansumtrunk 2015 für fetzige Musik (Aufnahme: Christian Dick)

„Earth Hour“ in Köln 2015 – besondere Impressionen

28.03.15 Köln Earth Our Foto: Andrea Matzker

Foto: Der Kölner Dom ohne Beleuchtung (Aufnahme: Andrea Matzker)

28.03.15 Köln Earth Our Foto: Andrea Matzker

Foto: Kölner Dom ohne Beleuchtung als Nahaufnahme (Aufnahme: Andrea Matzker)

Autor: Dr. Egon Schlesinger

Als Zeichen für den Klimaschutz sind am Samstag, 28. März 2015, rund um den Globus für eine Stunde die Lichter ausgegangen. Auch die Stadt Köln hat sich erneut an der weltweiten „Earth Hour“ beteiligt, die in diesem Jahr bereits zum neunten Mal stattgefunden hat. Um 20.30 Uhr wurde an diesem Tag für eine Stunde die Beleuchtung bekannter Gebäude und Sehenswürdigkeiten abgestellt. In Köln wurde in Abstimmung mit der RheinEnergie AG und dem Kölner Metropolitankapitel eine Stunde lang die Beleuchtung des Kölner Doms, der Hohenzollernbrücke und der zwölf romanischen Kirchen ausgeschaltet.

Unsere Redaktionskollegin Andrea Matzker hat interessante Bildimpressionen von diesem Ereignis eingefangen, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollten.

Dieser symbolische Akt ist ein weltweit sichtbares Zeichen für den Schutz von Umwelt und Klima, betonte der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters. „Klimaschutz ist eine dringende, weltweite Herausforderung und braucht unsere Zusammenarbeit. Da der übergroße Anteil der weltweit verfügbaren Ressourcen in urbanen Ballungsräumen verbraucht wird, tragen Städte und Gemeinden eine besondere Verantwortung. Ein vernetztes Handeln bringt hier am meisten“, so Roters „Daher sind wir Klimapartnerschaften mit unseren Partnerstädten Rio de Janeiro und Corinto eingegangen und streben eine EU-Förderung von SmartCity Cologne-Projekten im Verbund mit anderen Großstädten an.“

Die vom World Wide Fund For Nature (WWF) initiierte Earth Hour gilt als weltweit größte Klimaschutzaktion. Die Premiere war am 31. März 2007 in der australischen Stadt Sydney. An der Aktion beteiligten sich damals laut WWF mehr als zwei Millionen Menschen. An der Aktion im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als 160 Länder und über 7.000 Städte. Allein in Deutschland nahmen 163 Städte und Gemeinden teil. Ein Rekord, der in diesem Jahr erneut gebrochen werden soll.

NRW-Mittelstand steht für Kreativität und Innovation

Autor: Christian Dick

„Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Gemeinsam engagieren sich Partner aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft dafür, weltweit für die Attraktivität des Standorts Deutschland zu werben und Innovationen aus Deutschland zu mehr Bekanntheit im In- und Ausland zu verschaffen.

Nordrhein-Westfalen besticht durch Kreativität und Erfindergeist

Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Garrelt Duin hatte die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Rheinischen Post und der Deutschen Bank den Wettbewerb „NRW-Wirtschaft im Wandel“ ausgelobt. Eine zwölfköpfige Expertenjury hat nun 20 vorbildhafte Unternehmen ausgewählt, die dem Wandel und den Umwälzungen des Wirtschaftsstandorts NRW mit Mut, Engagement und überzeugenden Ideen begegnen.

Im Rahmen eines Empfangs für die Preisträger überreichte Garrelt Duin den ausgezeichneten Unternehmen ihre Urkunden.

Garrelt Duin hob die besondere Leistungsfähigkeit der mehr als 700.000 mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen hervor, die seinen Ausführungen zufolge das Rückgrat der Wirtschaft des Landes bilden. Sie beschäftigen laut Duin rund 80 Prozent der sozialversicherungspflichtig Angestellte in Nordrhein-Westfalen und schaffen die meisten neuen Arbeitsplätze. Daher liegt Garrelt Duin die Initiative „Land der Ideen“ besonders am Herzen.

Martin Renker, Deutsche Bank, Leiter der Geschäftsregionen West & Mitglied des Management Committee Deutschland betonte in einem Grußwort ebenfalls das Potenzial der mittelständischen Wirtschaft, deren Förderung das erklärte Ziel der Deutschen Bank ist.

Michael Bröcker, Chefredakteur der Rheinischen Post, unterstrich die Kreativität und die Innovationskraft der mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Er legte weiterhin dar, dass die Rheinische Post durch den Wettbewerb „Land der Ideen“ mit vielen Unternehmen in Kontakt gekommen sei, auf die sie vorher nicht aufmerksam geworden sei.

Auf folgende Preisträger sei hier ganz besonders verwiesen:

Secusmart GmbH (Düsseldorf)

Diese Firma wurde dadurch bundesweit bekannt, dass Sie das Mobiltelefon für Bundeskanzler Angela Merkel entwickelt und hergestellt hat. Dieses Mobiltelefon ist garantiert abhörsicher.

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Foto: Dr. Hans-Christoph Quelle, Managing Director und NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (Aufnahme: Christian Dick)

3M Deutschland GmbH (Neuss)

Der deutsche Ableger des internationalen Markenkonzerns gehört zu den erfindungsreichsten Unternehmen. Haftnotizen und Klebebänder gehören zum Standardprogramm, aber ein Drittel des gesamten Umsatzes entfällt auf Produkte, die jünger sind als fünf Jahre. Das Unternehmen stellt den Mitarbeitern im Bereich Forschung & Entwicklung 15 Prozent ihrer Arbeitszeit zu Forschung im Hinblick auf Neuentwicklungen zur Verfügung.

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Foto:  NRW-Wirtschaftsminister Garrelt und Michael G. Peters, Direktor Industriemärkte Deutschland, Geschäftsführer Dyneon (Aufnahme: Christian Dick)

BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG (Solingen)

Dies Firma hat dank ausgefeilter Forschung und exzellentem technologischen Know-how ihren Umsatz zwischen 2007 und 2015 um das 15fache gesteigert.

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Foto: Jörg Püttbach, Geschäftgsführer der BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG (Aufnahme: Christian Dick)

Altana AG (Wesel)    

Dieses Unternehmen, das durch eine Ausgliederung aus dem Varta-Konzern entstanden ist, gliedert sich heute in die vier Geschäftsbereiche BYK Additives & Instruments, ECKART Effect Pigments, ELANTAS Electrical Insulation und ACTEGA Coatings & Sealants. Die Unternehmenssparten nehmen in ihren Zielmärkten eine führende Position hinsichtlich Produktlösungskompetenz, Qualität, Innovation und Service ein.

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Foto: Andrea Neumann, Leiterin Unternehmenskommunikation der Altana AG präsentiert die Urkunde, die dem Unternehmen im Rahmen des Wettbewerbs „Land der Ideen“ verliehen wurde  (Aufnahme: Christian Dick).

Die 20 Preisträger des Wettbewerbs „NRW-Wirtschaft im Wandel“

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Foto: Gruppenbild der Vertreter der 20 ausgezeichneten Unternehmen (Aufnahme: Christian Dick)

Folgende Unternehmen wurden ausgezeichnet:

 

3M Deutschland GmbH (Neuss)

 

4Jet Technologies GmbH (Alsdorf)

 

Altana AG (Wesel)

 

Aunde Gruppe GmbH (Mönchengladbach)

 

BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG (Solingen)

 

Carl Bechem GmbH (Hagen)

 

ControlExpert GmbH (Langenfeld)

 

Green IT Das Systemhaus GmbH (Dortmund)

 

Helmut Beyers GmbH (Mönchengladbach)

 

Ihr Bäcker Schüren (Hilden)

 

Jüke Systemtechnik GmbH (Altenberge)

 

Laudert GmbH & Co. KG (Vreden)

 

Qiagen GmbH (Hilden)

 

Schauenburg Gruppe (Mülheim an der Ruhr)

 

Secusmart GmbH (Düsseldorf)

 

Teekanne GmbH & Co. KG (Düsseldorf)

 

Trimet Aluminium SE (Essen)

 

Tünkers GmbH (Ratingen)

 

Vorwerk & Co. KG (Wuppertal)

 

Wenko-Wenselaar GmbH & Co. KG (Hilden)

Herbstempfang der Handwerkskammer Düsseldorf

 

Foto: Dr. Axel Fuhrmann, Hautpgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, der Vorsitzenden der NRW-CDU Armin Laschet, Professor Wolfgang Schulhoff, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf (Aufnahme: Christian Dick)

Beim Herbstempfang der Düsseldorfer Handwerkskammer geht es laut Handwerkskammer-Präsident Professor Wolfgang Schulhoff traditionell immer politisch zu, aber nicht parteipolitisch. Und so lud die Handwerkskammer sowohl Politiker der Landesregierung als auch der Opposition als Festredner ein. Am 14. November referierte Armin Laschet, Vorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen über die zukünftige Politik der CDU, das Verhältnis der Parteien untereinander und die Notwendigkeit von Kompromissen und Konsens hinsichtlich wegweisender und für die Zukunft der gesellschaftlichen Entwicklung existentieller Themen.

Zu Beginn redete Professor Wolfgang Schulhoff, wie gewohnt, Tacheles. Er warb mit den Worten „Der Mittelstand ist der innovativstärkste Beschäftigungsmotor der Bundesreprublik Deutschland. […] Der Meisterbrief darf nicht durch die Maßnahmen des europäischen Binnenmarktes beeinträchtigt werden. Deutschlands besonderes Erfolgsmerkmal ist der Dreiklang „Lehrling – Geselle – Meister“  für die Beibehaltung des Meisterbriefs, mahnte er die Politiker an, dafür enschieden zu kämpfen, lobte  das deutsche duale Ausbildungssystem, das europaweite Anerkennung genießt und erklärte, wenn immer wieder in den Statistiken der Europäischen Union davon die Rede sei, dass es in Deutschland zu wenig Akademiker gebe, werde immer vergessen, dass es auch noch das System der dualen Berufsausbildung gebe und nicht jeder eine akademische Laufbahn einschlagen müsse. „Das Handwerk“, so Schulhoff, „ist nicht nur eine Wirtschaftsorganisation, sondern wir haben Traditionen zu wahren, die auch Werte verkörpern.“ Nordrhein-Westfalen sei das einzige Bundesland, das einen Handwerksminister habe, erklärte Schulhoff voller Stolz. Der Bereich Handwerk fällt in Nordrhein-Westfalen in das Ressort von Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Schulhoff sprach dann die eindringliche Warnung aus, dass der Euro, der eigentlich der Katalysator der europäischen Integration sein sollte, zum Sprengsatz der Europäischen Union werden könne, wenn die Politik einen falschen Kurs verfolge.

Foto: Armin Laschet, Vorsitzender der NRW-CDU, die Stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) und rechts im Bild Prfessor Wolfgang Schulhoff, der gerade für 3 Jahre wiedergewählte Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf (Aufnahme: Christian Dick)

Wenn man dieses Foto sieht, könnte man meinen, dass sich eine neue Koalition am politischen Himmel in Deutschland auftut – Schwarz und Grün in heiterer Atmosphäre vereint! Und Armin Laschet erklärte dann auch zu Beginn seiner Rede an die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann gewandt „Wir haben Ihnen ja angeboten mitzumachen. Aber Sie wollten ja nicht!“ Bekanntermaßen ist Armin Laschet einer derjenigen CDU-Politiker, der bereits in den 1990er Jahren Mitglied der sogenannten „Pizza-Connection“ war, einem informellen Treffen junger Abgeordneter der Union und der Grünen, das in einem italienischen Restaurant in Bonn stattfand.   . Sicherlich würde Laschet ein Schwarz-Grünes Bündnis gerne sehen. Über die aktuellen Koalitionsverhandlungen wollte Laschet an diesem Abend in Düsseldorf nicht plaudern, obwohl dies viele im Publikum sehr interessiert hätte.

Der Spagat zwischen einer möglichen künftigen Zusammenarbeit der CDU mit der SPD in der künftigen Bundesregierung in Berlin und der Opposition der CDU in Nordrhein-Westfalen dürfte für die NRW-CDU nicht ganz einfach werden. Dazu merkte Laschet an „In jedem Bundesland gibt es unterschiedliche politische Farbkonstellationen. Der Wähler hat so entschieden. Und das ist das Kunststück: Die deutsche Kultur ist eine Kultur der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. In anderen Ländern sind die Parteien oft verfeindet. Wir müssen heutzutage über die Parteigrenzen hinweg Lösungen finden!“ Laschet warb daher auch für eine konsens- und kompromissorientierte Politik. So bestehe allgemeiner Konsens bei den Parteien, dass die Energiewende nicht zurückgedreht werden dürfe. Auch die Rente mit 67 befürwortete Laschet, mit der Begründung, dass die jungen Menschen auf Grund der höheren Lebenserwartung hinterher noch 25 Jahre leben könnten.

In Berlin, so Laschet, werde er,  weil er aus Nordrhein-Westfalen kommen, oft als einer aus der „Kohlefraktion“ angesehen. Dies sei aber nicht richtig. Nordrhein-Westfalen sei ein Industrieland und bestehe nicht allein aus Kohle, sondern aus dem Mittelstand. Und die mittelständischen Unternehmen seien die Leistungsträger. Dass die NRW-Industrie mit den Branchen Stahl, Kunststtoff, Chemie und Glas nicht auf Importe angewiesen sei, sei ein Vorteil dieses Bundeslandes. Der Strukturwandel habe in Nordrhein-Westfalen allerdings zu spät eingesetzt, insbesondere im Ruhrgebiet. „Die Wirtschaftspolitik war auf den Erhalt von Kohle und Stahl als ökonomischer Lebensader Nordrhein-Westfalens fixiert. Es wurde kein Mentalitätswandel in der Bevölkerung herbeigeführt. Der Strukturwandel ging später mit dem Staat nicht als subsidiärer Moderator, sondern als Letztentscheider, mit Erhaltungssubventionen für überlebte Energie- und Produktionzzweige einher, hat der Essener Bischof Overbeck festgestellt.“ Wenn 10 bis 20 Jahre früher Maßnahmen ergriffen worden wären, so Laschet, hätte man heute mehr erreicht.

Plädoyer für den Mittelstand

Der Mittelstand, so Laschet, sei nicht etwa als Substitut der Großunternehmen zu verstehen, sondern dieser sei der eigentliche Motor der Wirtschaft.  „Der Mittelstand schafft immer mehr Arbeitsplätze, nicht die Großindustrie. Sponsoring, gesellschaftliches Engagement, all dies geschieht durch den Mittelstand und nicht durch die DAX-Konzerne. Die Mittelständler bekommen wenig bis gar keine staatlichen Subventionen, aber sie sagen „Lasst uns mit der Bürokratie in Ruhe“. Ein Beispiel für Bürokratie, die neue Glühbirnen-Verordnung der EU, sei zum Beispiel von Deutschland angeregt worden.

„Das Handwerk“, so Laschet, „ist aus der Idee der Sozialen Marktwirtschaft entstanden: Der Mensch ist Individuum und zugleich Sozialwesen. Der Einzelne entscheidet in freier Verantwortung – das ist das liberale Prinzip – und es gibt einen sozialen Rahmen. Fehlentscheidungen trägt der persönlich haftende Handwerksunternehmer. Es ist keine Abwälzung auf die Allgemeinheit möglich.“ „Die Starken stärker machen“ – diese Forderung von Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff,  in dessen Weihnachtsbrief 2012, mache die sozialethische Verpflichtung zur Freiheit deutlich. Wenn dies auf den Finanzmärkten schon früher gegolten hätte, wäre uns vieles erspart geblieben, so Laschet.

Hartz-IV-Empfänger dürften nicht stigmatisiert werden, weil man ihnen nichts mehr zutraue, die Gesellschaft müsse ihnen vielmehr zutrauen, aus eigener Kraft aus ihrer Situation heraus zu finden und wieder eine Beschäftigung zu bekommen.

Laschet lobte abschließend nachdrücklich die Werbeslogans des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages, wie etwa folgende:

„Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will“

„Der Meister der Zukunft ist ein Türke“ – dieser Slogan, so der früherer NRW-Integrationsminister Laschet, habe angesichts der abnehmenden  Zahl der deutschen Bevölkerung und der hohen Bedeutung der Migration für die Gesellschaft ein sehr großes Gewicht.

Im Rahmen des Herbstempfangs 2013 der Düsseldorfer Handwerkskammer sind noch die beiden folgenden Aufnahmen entstanden:

Foto: der Düsseldorfer Landtagsabgeordnete und Düsseldorfer CDA-Vorsitzender Peter Preuss (CDU), Professor Wolfgang Schulhoff und der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU) (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Dr. Thomas Köster, früherer Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf und heute Leiter des „Kompetenzzentrums Soziale Marktwirtschaft“,  Peter Preuss (MdL, CDU) und Thomas Jarzombek (MdB, CDU) (Aufnahme: Christian Dick)

Independence Day in Neuss gefeiert – Betonung der Deutsch-Amerikanischen-Freundschaft

Foto: die Gäste im Garten des Neusser Dorint Hotels beim Empfang des US-Generakonsulats (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Mitglieder des Landespolizeiorchesters begeisterten das Publikum mit einer Sängerin aus Los Angeles (Aufnahme: Christian Dick)

Einen Tag nach dem amerikanischen Nationalfeiertag, dem Independence Day, waren vom amerikanischen Generalkonsulat in Düsseldorf am Freitag, dem 5. Juli 2013, von 14 bis 16 Uhr über 400 Gäste in den traumhaften Garten „Rose Wood“ des Neusser Dorint Hotels geladen. Bei schmackhaften Hamburgern, Hot Dogs und kühlen Getränken genoß man das herrliche Wetter bei 25 Grand und Sonnenschein und gab sich angeregt dem Small Talk hin. Es war sehr viel Prominenz aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik vor Ort. So unter anderem die Düsseldofer Bundestagsabgeordnete Gisela Piltz (FDP), Verkehrs- und Bauminister a. D. und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Lutz Lienenkämper, der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU), die Erste Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf Dr. Marie-Agnes-Strack-Zimmermann (FDP), der zweite Bürgermeister der Stadt Düsseldrf Friedrich Conzen (CDU), der Neusser Vize-Bürgermeister, Präsident der Neusser Bürgerschützen und Präsident des Diözesanrats des Erzbistums Köln Thomas Nickel und der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma.

Der amerikanische Generalkonsul Stephen A. Hubler, der NRW-Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Dr. Marc-Jan Eumann und der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers betonten unisono, wie sehr ihnen an das gute Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika am Herzen liegt. Dirk Elbers betonte, dass die amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 ein wichtiger Meileinstein im Hinblick auf Freiheits- und Bürgerrechte sei, die es immer zu verteidigen gelte. Einig waren sich alle Festredner darin, dass man sich durch die Affäre um den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden nicht auseinanderdividieren lassen wolle.

Foto: der amerikanischen Generalkonsul Stephen A. Hubler bei der Nationalhymne (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW (Quelle: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen)

Hier einige weiteren Bilder vom Empfang des amerikanischen Generalkonsuls in Neuss.

Foto: Kyoshi Koinuma, Generalkonsul von Japan, Wolfgang Rolshoven (Baas der Düsseldorfer Jonges) und Jacqzes Abramowicz, Geschäftsführer der Firma TMT Consulting (http://www.tmt-consulting.com/) (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: der ehemalige Regierungspräsident Jürgen Büssow, der Honorarkonsul von Angola Professor Klaus Nielen und Barbara Dzierwa (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: Dr. Oded Horowitz, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf (Aufnahme: Christian Dick)

Foto: der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (Aufnahme: Christian Dick)

64. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf

(Foto: Christian Dick)

(Foto: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Rund 2500 Gäste waren am 21. April in der Düsseldorfer Stadthalle. Im Mittelpunkt standen  die neuen 1.110 Jungmeisterinnen und Jungmeister, die an diesem Tag im Rahmen der 64. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf ihre Urkunden erhielten.

Festredner war der SPD-Kanzlerkandidat Ministerpräsident a. D. und Bundesminister a. D. Peer Steinbrück. In seiner Person war sicherlich die in diesem überaus große Zahl an Gästen bei der Meisterfeier begründet.

Bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf wird immer wieder Klartext gesprochen, es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Dies beherzigten Peer Steinbrück, ebenso wie Handwerkskammerpräsident Professor Wolfgang Schulhoff.

 

Foto: Die Jahresbesten der Jungmeisterinnen und Jungmeister mit Peer Steinbrück und Handwerkskammer-Präsident Professor Wolfgang Schulhoff (Fotograf: Wilfried Meyer)

Foto: Damen, von denen sich Männer auch gerne mal den Kopf waschen laschen: Die 3 „frisch gebackenen“ Friseurmeisterinnen Katharina Huber, Jessica Nehring und Ivonne Nowak (Aufnahme: Christian Dick)

 

Foto: Friseurmeisterin Alisa Söldner (Aufnahme: Christian Dick)

 

Wolfgang Schulhoff und der Düsseldorfer Oberbürgermeister  Dirk Elbers zollten den Jungmeisterinnen und Jungmeistern ihren großen Respekt und gratulierten ihnen zu ihrer herausragenden Leistung. Sowohl Schulhoff  als auch Elbers betonten, wie wichtig es sei, gute Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen zu schaffen, so dass diese unternehmerische Freiheit gegeben ist. Dirk Elbers betonte, dass die Stadt Düsseldorf bei der Vergabe der Auftritte und der Lose darauf achte, dass über 70 Prozent der Aufträge an Handwerksbetriebe im Bereich der Handwerkskammer Düsseldorf vergeben werden.

Wolfgang Schulhoff verwies auf folgenden Satz eines chinesischen Philosophen: „Die Verantwortung für sich selbst ist die Wurzel jeder Verantwortung.“ Dies sei ein schöner Gedanke. Dieser sei aber in unserer Gesellschaft leider weitgehend in Vergessenheit geraten. Schulhoff lobte das Duale System in Deutschland, das, wie er betonte, der Hauptgrund für niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien sei. In anderen Ländern, so Schulhoff, setze man auf eine völlig realitätsferne Bildungsphilosophie. Diese hätten bedeutend mehr Akademiker als Deutschland. „Um es klar zu sagen: Wir sind natürlich nicht gegen eine akademische Ausbildung. Im Gegenteil. Aber wir sind für die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung“, unterstich Schulhoff.

Den Festredner Peer Steinbrück nannte Schulhoff einen „bekennenden Anhänger der klaren Aussprache“. Jedoch stellte Schulhoff fest, dass mancher Punkt im SPD-Wahlprogramm dem Handwerk Sorgen mache. So setze etwa der von der SPD vorgesehene Spitzensteuersatz viel zu früh ein. Und dies sei nicht leistungsfördernd, sondern leistungsfeindlich. Eine erhebliche Belastung für die deutschen Bürger sei im Steuerbereich weiterhin die Kalte Progression. Und auch an der Belastung der Bürger durch die Euro-Rettung übte Schulhoff deutliche Kritik. Die Sparer treffe es schon jetzt hart. Sie müssten letztlich die Banken- und Eurorettung zahlen, indem ihre Spareinlagen auf Grund der Niedrigzinspolitik real ständig schrumpften. Alle südeuropäischen Krisenstaaten hätten ein wesentlich höheres Privatvermögen als die Deutschen. Nur die Deutschen müssten zahlen undbürgen. Stärker als alle anderen. „Darüber müssen wir nachdenken, denn sonst kommt es zu großen Verwerfungen in unserem Land“, mahnte Schulhoff.   

Peer Steinbrück lobte zunächst die große Leistung der Jungmeisterinnen und Jungmeister. Diese könnten nun selber ein Unternehmen gründen und ihr Wissen an den Nachwuchs weitergeben. Die Urkunden, so Steinbrück, wiesen die Jungmeisterinnen und Jungmeister als Mitglied der Gemeinschaft derjenigen, die sich zu höchster Qualität verpflichtet hätten, aus.

Steinbrück verwies auf die Notwendigkeit, dass der Zugang zu Bildung und beruflichem Aufstieg von der vielmehr von der persönlichen Leistung abhängig sein müsse, als von der familiären Herkunft. Hierfür wolle er sich einsetzen.

Weiterhin sprach Steinbrück in Bezug auf Niedrigverdiener, die ihr Gehalt durch Hartz IV aufstocken müssen, von einer Ungerechtigkeit für die Steuerzahler. Als Instrument hiergegen stellte Steinbrück Mindestlöhne dar.

Darüber hinaus machte sich Steinbrück für Investitionen in Bildung, Infrastruktur und den Ausbau der Breitbandtechnologie stark.

Und schließe mahnte Steinbrück mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft hat. So müssten diejenigen, die sich im Penthouse befänden, an die Menschen in den unteren Etagen denken und dürften sich nicht ihrer Verantwortung entziehen.

Ebenso wie bei der Meisterfeier erklärte Steinbrück auch in der WDR-Sendung Aktuelle Stunde am 21. April folgendes zum Deutsch-schweizerischen Steuerabkommen:

„Es zeigt, dass dieses deutsch-schweizerische Steuerabkommen immer schlecht verhandelt worden ist. Herr Hoeneß und wie viele andere haben darauf vertraut. Es wird schon unterzeichnet und damit bleibe ich in der Anonymität und werde quasi nachträglich legalisiert. Das haben wir Herrn Schäuble immer zum Vorwurf gemacht. Er hat das lange abgelehnt. Er hat über diesen Entwurf des Doppelsteuerabkommens sogar den Verkauf von Steuer CDs unterbinden wollen und damit die Steuerfahndung und die Staatsanwaltschaft in Deutschland massiv schwächen wollen.“ (WDR, Aktuelle Stunde, 21. April 2013)

Zu Ulli Hoeneß merkte Steinbrück an:

„Er verdient die in einem Rechtsstaat notwendige Behandlung. Es ist sorgfältig mit ihm umzugehen. Bzw. zu prüfen, was liegt vor? In meinen Augen sollte die alte Regel gelten. Es gibt keinen Prominenten- Bonus. Er darf nicht besonders behandelt werden, aber es gibt auch keinen Prominenten- Malus. So nach dem Motto jetzt stürzen wir uns mal alle mit Vorverurteilung auf den prominenten Uli Hoeneß. Das verdient er nicht!“ (WDR, Aktuelle Stunde, 21. April 2013)

Zur Steuermoral erklärte Steinbrück bei der Meisterfeier ebenso wie im Interview mit dem WDR::

„Ja, das ist das, was ich ja schon immer gesagt habe. Das ist kein Kavaliersdelikt, dahinter steckt ganz klar Vorsatz und kriminelle Energie. Es reißt die Gesellschaft auseinander, weil die Vielzahl, die unendliche Vielzahl der ehrlichen Steuerzahler, natürlich sagt Bin ich eigentlich der Dumme?“ Aber es gibt offenbar in den oberen Etagen dieses gesellschaftlichen Gebäudes einige, die sagen: ich unterziehe mich nicht der Pflicht des deutschen Steuergesetzes.“ Das stark zum Thema zu machen, ehrgeizig auch zum Gegenstand der Bekämpfung des Steuerbetruges zu machen, war mein Anspruch schon seit Jahren.“ (WDR, Aktuelle Stunde, 21. April 2013).

Steinbrück erwies sich als ein sehr guter Realpolitiker, der die rationalen Überlegungen gegenüber dem parteipolitischen Kalkül in den Vordergrund stellt. Trotz seiner Rolle als SPD-Kanzlerkandidat, war seine Rede keineswegs polemisch, wie man hätte erwarten können, sondern sie war ein Beleg dafür, dass Steinbrück ein exzellenter Pragmatiker ist. Steinbrück erhielt daher auch viel Beifall.

(Foto: Christian Dick)