Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Commerzbank Neuss hat allen Grund zu Optimismus

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Foto: Thomas Koch, Direktor Leitung Firmenkundengeschäft, Navina Haffner, Leiterin der Commerzbank Neuss, Heribert Bohnen, Direktor Niederlassungsleiter Neuss/Ratingen, Roland Haffner, Mitglied der Geschäftsleitung Gebietsfiliale Rheinland-Nord, der ab dem 1. Juni den Bereich Wealth Management für die Commerzbank Neuss leitet. Zum Zuständigkeitsbereich der Commerzbank Neuss gehören seit 2015 auch Ratingen und Hilden. (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Das Leitungsteam der Commerzbank Neuss um Niederlassungsleiter Heribert Bohnen war schon in bester Frühlingsstimmung als es am 22. März 2016 seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 zog. Und dieser Optimismus war ganz und gar nicht unbegründet. Denn das Geschäftsjahr 2015 hat sowohl der Commerzbank Neuss als auch der Commerzbank insgesamt ein sehr hohes Maß an neuer Strahlkraft verliehen. Gerne wird in Medien über Krisen geredet, aber Erfolge werden oft kleingeredet. Der Erfolg der Commerzbank ist deswegen so bemerkenswert, weil sie sich klar zum Standort bekennt, weil sie konsequent den Mittelstand im Blick hat, weil sie Existenzgründern hilft und diese mit Investoren in Kontakt bringt und, weil sie mit ihrer Strategie in Sachen Digitalisierung sehr zukunftsorientiert handelt, aber trotzdem ihr bestehendes Filialnetz nicht in Frage stellt und voll auf Kundennähe setzt.

Zahl der Privatkunden wächst netto um 417

Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft um 10 Prozent gegenüber 2014 gewachsen

Beratungsqualität erneut ausgezeichnet

Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr in Neuss ihren erfolgreichen Wachstumskurs sowohl im Privatkunden- als auch im Firmenkundengeschäft fortgesetzt. Neuss ist neben dem Bankgeschäft auch im kulturell-gesellschaftlichen und karitativen Bereich ein wichtiger Standort. Seit 2015 findet hier der Gala-Abend für Unicef statt. „Ich bin sehr stolz, dass die Neusser uns bei der Hilfe für Kinder in Not unterstützen“, sagt Heribert Bohnen, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Neuss. Im Privatkundengeschäft gewann das zweitgrößte deutsche Institut im Schnitt 35 neue Kunden pro Monat. „Insgesamt haben wir in Neuss netto 417 neue Kunden gewonnen und betreuen jetzt über 18.600 Privat- und Geschäftskunden“, sagte Navina Hannen, Filialleiterin in Neuss. Wachstum

verzeichnete die Filiale auch im Kreditgeschäft. „Das Neugeschäftsvolumen mit Konsumentenkrediten liegt bei 2,6 Mio. Euro“, sagte Hannen. Und auch Eigentum stand 2015 hoch im Kurs. Insgesamt haben wir Immobilien im Wert von über 19 Millionen Euro finanziert“, so Hannen. Das entspricht einem Zuwachs beim Neugeschäftsvolumen von 18,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Anlagevolumen bei der Commerzbank Neuss kletterte um 8 Prozent auf fast 320 Millionen Euro. „Es gibt keine Alternative zu Wertpapieren“, betonte Hannen. „Sparen für die Altersvorsorge funktioniert bei diesen Zinsen nicht. Die Niedrigzinsen haben jeden Neusser seit 2009 im Schnitt eintausend Euro Kaufkraft gekostet.“

„Wir wollen auch in diesem Jahr Kunden und Marktanteile von unseren Wettbewerbern gewinnen“, erklärt Privatkunden-Chef Bohnen. „Deshalb investieren wir in unsere digitalen Angebote und treiben den Umbau zu einer Multikanalbank weiter voran.“ Zugleich bleibt die Filiale ein wichtiger Kanal. „Wir werden die persönliche Beratung stärken“, betonte Roland Haffner, Wealth Management Leiter. „Dazu verdoppeln wir die Standorte für vermögende Kunden auf bundesweit rund 1 00 Städte. Neuss ist ein attraktiver Standort mit deutlichem Potenzial. Deshalb wird eines dieser neuen Beraterteams künftig hier sitzen.

Dass die Beratung – als das A und O des Bankgeschäfts – keinesfalls vernachlässigt werden darf, belegt eine Studie der Universität Darmstadt. Durch diese trat zutage, dass drei von vier deutschen Mittelständlern überlegen, ihre Bank zu wechseln. Eine Bestätigung für den überaus großen Erfolg ihres Beratungskonzepts  erhielt die Bank im vergangenen Jahr gleich von zwei Auszeichnungen: Sie gewann den bundesweiten Beratungstest „City Contest“ in den zwei Kategorien Privatkunden und Geschäftskunden. Basis für den „City Contest“, der durch die Zeitschrift Focus Money verliehen wird sind Erhebungen des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) AG. Dieses testet seit dem Jahr 2010 mit einem Team aus festangestellten Testern, welches ausschließlich aus gelernten Bankkaufleuten und Bankbetriebswirten besteht, die Beratungsqualität der Filial- und Direktbanken bundesweit. Mittlerweile werden jährlich in den 200 größten Städten Ergebnisse ermittelt.

Die Methode dieser Erhebung sucht ihresgleichen und das Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG hat diese qualitativen Anforderungen an einen Bankentest in ihren Grundsätzen ordnungsgemäßer Testkaufdurchführung (GOTs)  publiziert. Im Qualitätsatlas, aber auch in den Sonderdrucken des beteiligten Medienpartners Focus Money, finden sich alle Detailergebnisse der jeweiligen Stadt. Die Ergebnisse sind auch auf folgendem Internet-Portal zu finden: http://meine-bank-vor-ort.de/kzp/.

Das Firmenkundengeschäft der Commerzbank, das in der Mittelstandsbank gebündelt ist, erzielte 2015 in Neuss in einem herausfordernden Marktumfeld ein gutes Ergebnis. So wuchs die Zahl der Firmenkunden um 35 Kunden, bundesweit waren es 7.732 Firmenkunden. Besonders im Segment des kleineren Mittelstandes mit einer Umsatzgröße von bis zu 12,5 Millionen Euro konnte die größte Zuwachsrate erreicht werden. Dabei konnte die Commerzbank ihr Auslandsgeschäft konsequent weiter ausbauen, vor allem in Südamerika und Asien. Ein Beispiel ist die in Säo Paulo, Brasilien, eröffnete Filiale mit rund 50 Mitarbeitern, die im zweiten Quartal 2016 ihren Geschäftsbetrieb aufnimmt. „Wir finanzieren mehr als ein Drittel des deutschen Außenhandels und begleiten unsere Kunden im globalen Wettbewerb dorthin, wo sie uns brauchen. Gerade in Zeiten volatiler Märkte ist eine Bank, auf die man sich verlassen kann, wichtig. Brasilien bleibt trotz der aktuellen Schwächephase die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Investoren finden dort einen großen, noch nicht gesättigten Markt, eine hohe Industrialisierung und eine umfangreiche Menge an Rohstoffen vor“, so Thomas Koch, Standortleiter Düsseldorf/Neuss Mittelstand, Commerzbank AG. Daneben bleibt auch Asien, vor allem China, weiterhin ein wichtiger Markt, gerade für mittelständische Großunternehmen. „Daher erschließen wir für unsere Kunden neue Märkte in Südostasien und betreuen Indonesien und Malaysia von Singapur sowie Taiwan und Südkorea von Hongkong aus“, so Koch. Aber auch Europa bleibe weiterhin im Fokus der Commerzbank Düsseldorf & Neuss. Das Team von Herrn Koch und deren Spezialisten decken beispielsweise die Sprachen, Englisch, Französisch, Italienisch sowie Japanisch ab und kooperieren erfolgreich mit den internationalen Standort, aber auch beispielsweise der NRW Invest und länderspezifischen Interessensvertretungen.

Die Finanzierung der deutschen Realwirtschaft ist und bleibt dabei integraler Bestandteil des Geschäftsmodells der Commerzbank. So wuchs das Kreditvolumen um 10 Prozent in 2015. Dabei geht die Nr. 1 in der Mittelstandsfinanzierung neue Wege: Bundesweit wurden in Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf/Köln fünf Digital-Hubs gegründet, um Start-Ups und Unternehmen des neuen digitalen Mittelstands noch gezielter begleiten zu können. Das beinhaltet auch die Vernetzung von etablierten Unternehmern mit jungen Gründern. „Wir haben damit ein System aufgebaut, in dem Gründer sich auf kurzen Wegen mit anderen Gründern aus der digitalen Wirtschaft, Beratern und Investoren vernetzen können. Damit stärken wir zielgerichtet die Wirtschaftsregion“, so Koch weiter.

Fakten zur Commerzbank

Die Commerzbank ist eine führende, international agierende Geschäftsbank mit Standorten in mehr als 50 Ländern. Kernmärkte der Commerzbank sind Deutschland und Polen. Mit den Geschäftsbereichen Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets und Central & Eastern Europe bietet sie ihren Privat- und Firmenkunden sowie institutionellen Investoren ein umfassendes Portfolio an Bank- und Kapitalmarktdienstleistungen an. Die Commerzbank finanziert über 30 % des deutschen Außenhandels und ist unangefochtener Marktführer in der Mittelstandsfinanzierung. Mit den Töchtern Comdirect und der polnischen M-Bank verfügt sie über zwei der weltweit innovativsten Onlinebanken. Die Commerzbank betreibt mit rund 1.050 Filialen sowie mehr als 90 Geschäftskundenberatungszentren eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken. Insgesamt betreut die Bank über 16 Millionen Privat- sowie 1 Million Geschäfts- und Firmenkunden. Die 1870 gegründete Bank ist an allen wichtigen Börsenplätzen der Welt vertreten. Im Jahr 2015 erwirtschaftete sie mit 51.300 Mitarbeitern Bruttoerträge von 9,8 Milliarden Euro.

Bosbach fordert Gesellen zu lebenslangem Lernen auf

Autor: Christian Dick

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(Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Gruppenfoto der neuen Gesellen der Innung Sanitär, Heizung und Klimatechnik der Handwerkskammer Düsseldorf mit Wolfgang Bosbach (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Die Jahresbesten: Obermeister Hans Joachim Hering, Tobias Eckert, Matthias Reinberg, Wolfgang Bosbach, Florian Alberty, Mike Horn (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Obermeister Hans Joachim Hering, Gesellin Jacqueline Reimers, Wolfgang Bosbach. (Aufnahme:: Norbert Opfermann)

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Foto: Johannes Zipfel, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, und Wolfgang Bosbach; MdB  (Aufnahme: Christian Dick)

Am 20. März feierte die Innung Sanitär-Heizung-Klima Düsseldorf traditionell das Ende der Lehrzeit und die erfolgreichen Prüfungen mit ihren Jungesellinnen und Junggesellen des SHK-Handwerks in der Handwerkskammer Düsseldorf. Gastredner der Veranstaltung war in diesem Jahr der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach.

Insgesamt haben 54 Lehrlinge ihre Prüfung bestanden, darunter zwei Gesellinnen. Anna Küper und Jacqueline Reimers haben beide ihre Ausbildung im Betrieb Dipl.- Ing. Georg Schulhoff Gmbh & Co. KG gemacht. Innungs-Obermeister Hans Joachim Hering sprach in seiner Rede die Themen Flüchtlinge und deren Integrationsfähigkeit für das SHK-Handwerk, die Nachwuchsgewinnung und die Qualifikationssteigerung der Betriebe vor dem Hintergrund einer immer komplexeren SHK-Welt an. Das Handwerk könne Integration, weil es betriebliche Wirklichkeit sei. Hering mahnte insbesondere an, dass die Landesregierung für Sprachunterricht der Flüchtlinge sorgen müsse. Wirtschaftlich gesehen gehe es der technischen Gebäudeausrüstung in der Landeshauptstadt gut. Allerdings werde bei der Energiewende zu viel Gewicht auf die Stromseite gelegt. Er forderte eine steuerliche Begünstigung zur Erneuerung von Wärmeanlagen. Angesichts der aktuellen Diskussion um den Ausbau der Fernwärme warnte er vor neuen Kartellen. „Der Verbraucher kann nicht frei entscheiden, wenn er Anschlusszwängen und Anschlusssubventionen ausgesetzt ist. Wir halten mehr von einer dezentralen Energieversorgung“, sagte Hering. Zusammen mit den Stadtwerken werde demnächst ein neues Internetportal an den Start gehen, um den Verkauf von Wärmeanlagen zu fördern.

„Sie denken jetzt wahrscheinlich „Ein Politiker. Oh Gott, lass Abend werden. Jetzt wird es langweilig.“ Ich kann Sie beruhigen. Sie wissen es wahrscheinlich. Ich bin einer von den Guten!“, mit dieser Satz hatte Wolfgang Bosbach bei der Lossprechung der neuen Gesellen durch die Innung für Sanitär, Heizung und Klima der Handwerkskammer Düsseldorf am 20. März 2016 auf seiner Seite.

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Foto: Man merkte, dass das, was Wolfgang Bosbach sagte, aus seinem Herzen kam. (Aufnahme: Christian Dick)

An Obermeister Hans-Joachim Hering gewandt sagte Bosbach „Sie haben es gesagt, Herr Hering, ich kann komplizierte Sachverhalte mit einfachen Worten erklären. Ich übersetze das mal. Das heißt „schlichtes Gemüt“. Wenn man einfache Sätze formuliert mit Subjekt, Prädikat, Objekt, gilt man schnell als schlichtes Gemüt. Wenn man kompliziert spricht, gilt man als intellektuell. Der Rheinländer gilt ja als chronisch gut gelaunt. Dadurch macht er sich in Berlin schon verdächtig.“

Ausbildung als Mittel gegen Fachkräftemangel

„Das Beste gegen Fachkräftemangel ist die Ausbildung im eigenen Betrieb. Wer wortreich den Fachkräftemangel im eigenen Lande beklagt, dem möchte ich sagen, dass heute, so ist das leider heute im Jahre 2016, nur noch 21 Prozent aller Betriebe in Deutschland ausbilden. Dann dürfen sich die anderen 79 Prozent nicht damit davon schleichen, dass sie sagen „Wir haben Mühe, Fachkräfte zu finden.“

Bosbach beschrieb dann „den unglaublich rasanten Wandel in der Welt“, nannte dann die Energie, wobei Deutschland Vizeweltmeister in der Solarenergie sei und eigentlich über 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen könnte. „Wir exportieren diesen Strom. Bedauerlicherweise, müssen wir dafür bezahlen, damit uns andere diesen Strom abnehmen. Deutschland hat neun Nachbarländer, mehr hat keiner Was machen die Österreicher? Sie pumpen mit unserem Strom das Wasser nach oben, erzeugen Wasserkraft und verkaufen uns den Strom.  Egal wieviel Sonnenkollektoren auf Dächern der Deutsche Bundestag nun beschließt, es gibt immer Schwankungen bei den erneuerbaren Energien, das es nachts zum Beispiel dunkel sei. Daher liegt Deutschland zur Zeit bei der Erzeugung von Strom durch erneuerbare Energien bei 30 bis 40 Prozent“, so Bosbach.

Es müsse auch noch Menschen geben, die die Dienstleistungen erbringen bzw. die handwerklichen Leistungen, hob Bosbach hervor. „Der Mensch beginnt nicht beim Akademiker, Wir brauchen Architekten, die die Gebäude planen, aber wir brauchen auch Bauhandwerker, die Stein auf Stein setzen und diese Gebäude errichten“, führte er weiter aus.

Die Dampfmaschine, die  industrielle Revolution, der Computer – all das habe die Welt grundlegend verändert. Heute habe jeder sein Smartphone. In den USA werde jede achte Ehe dadurch geschlossen, dass sich die Eheleute im Internet kennengelernt haben. Er selbst, so Bosbach, habe seinerzeit noch kein Internet gehabt und seine Ehefrau bei einer Karnevalssitzung kennengelernt. „Information holen wir uns heute aus dem Computer. Wir sind vernetzt. Die Menschen vergleichen Preise und Qualität im Internet. In fünf bis zehn Jahren wird es Produkte im Internet geben, an die wir heute noch nicht einmal denken“, erklärte Bosbach.

„Die Steinzeit ist nicht zu Ende gegangen aus Mangel an Steinen, sondern aus Mangel an Bodenschätzen. Deutschland hat keine Bodenschätze. Wer nichts im Boden hat, muss was in der Birne haben. Das, was wir als epochale Veränderung empfinden, das fand doch nicht im Laufe einer Generation statt, sondern im Laufe von 1000 Jahren. Der Mensch hat sich der Maschine unterworfen. Wir waren in der Lage immer gleiche Produkte herzustellen, immer gleiche Stückzahlen, immer gleiche Qualität, immer zu gleichen Kosten“, unterstrich Bosbach. Er lobte die duale Ausbildung als Erfolgsmodell und den Meisterbrief als gelebten Verbraucherschutz. Der rasante Wandel der Welt mit großen Herausforderungen in kurzer Zeit erfordere ein permanentes Lernen. Heute bestehe die Herausforderung der deutschen Wirtschaft darin, Produkte nicht nur zu entwickeln, sondern vor allem zeitnah marktfähig zu machen. Dieser Prozess verlange enorm qualifizierte Fachkräfte und eine flexible Arbeitsweise. „Lebenslanges Lernen gehört dazu. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Herausforderungen annehmen und nicht daran verzweifeln“, gab er den Gesellen mit auf den Weg.

 

Night of the Brands fand zum 16. Mal statt

Autoren: Christian Dick und Beate Macioszek

Am 15. März 2016 wurde Düsseldorf wieder zum Mekka des Marketing. Im Capitol Theater fand die 16. Night of the Brands statt. Diese Veranstaltung gehört zu den Highlights in der Marketing-Branche in Deutschland.  Rund 1.000 Gäste – darunter hochkarätige Gäste aus markenführenden Unternehmen, Politik, Medien und Agenturen – waren auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie.

Frisch aus der Babypause zurück war die Moderatorin des Abends Sabine Heinrich vom WDR. Sie war in bester Stimmung, was sie insbesondere durch die Beschreibung ihrer Schwangerschaft als „neunmonatige Marken-Dehnung“ zum Ausdruck brachte.

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Foto: Sabine Heinrich moderierte die Night of Brands. (Aufnahme: Christian Dick)

Begrüßt wurde das Publikum weiterhin durch Christian Thunig, Chefredakteur der zur Verlagsgruppe Handelsblatt gehörenden Zeitschrift absatzwirtschaft, die Veranstalter des Marken Award ist, und durch Frank Dopheide, Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt.

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Foto: Christian Thunig (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Frank Dopheide (Aufnahme: Christian Dick)

Prämiert wurden an diesem Abend die Marken-Stars 2016 bei der feierlichen Verleihung des Marken-Award in drei Kategorien „Bestes Markenmomentum“, „Bester Marken-Relaunch“ und „Beste Marken-Dehnung“.

Die Firma Rügenwalder Mühle erhielt den Preis in der Kategorie „Bestes Markenmomentum“.  Der Fleisch- und Wurstfabrikant, war wie andere Firmen dieser Branche, mit rückläufigen Absätzen auf Grund des veränderten Verbraucherverhaltens konfrontiert. Die Kunden verzichten heute tendenziell eher auf Wurst. Ein zunehmende Zahl von Verbrauchern konsumiert deutlich weniger Fleisch wegen ethischer Bedenken bezüglich der Tierhaltung, weil sie sich um das Klima Sorgen machen oder weil das Thema  Gesundheit von immenser Bedeutung geworden ist. Angesicht dieser Entwicklung galt es im Denken flexibel zu sein. Und so nahm die Rügenwalder Mühle mit großem Erfolg vegetarische Wurst, Mini- Frikadelle und vegetarische Schnitzel in ihre Produktpalette auf.

Das Unternehmen Popp Feinkost wurde in der Kategorie „Bester Marken-Relaunch“ ausgezeichnet. Die Marke ist zwar der Erfinder der Brotaufstriche auf Basis von Salatcremes, aber die Markenkommunikation überzeugte Endverbraucher und Supermärkte nicht mehr wirklich. Das zu ändern, war das Ziel: Mit der neuen Markenbotschaft „Macht euer Essen, zu einem Moment, den ihr teilen wollt“ und dem Markenclaim „Meine, deine, feine Kost“ erfand sich die Marke neu. Anvisiertes Markenterritorium: das Abendbrot. Und siehe da, mit einer jungen, ansprechenden Kampagne gelang Popp im rückläufigen Geschäft mit der Feinkost der Zuwachs: Während andere Marken verloren, legten die Popp’schen Brotaufstriche zu.

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Foto: Sabine Heinrich interviewt Alexander Schmolling (Popp Food Group GmbH), und Philip Harland, Geschäftsführer der Popp Food Group GmbH. (Aufnahme: Christian Dick)

Farbenhersteller Alpina war der Sieger in der Kategorie „Beste Marken-Dehnung“. Raumfarbenhersteller Alpina – mit der Sortimentserweiterung „Feine Farben“. Der Marktführer für weiße Wandfarbe will auch stärker im Geschäft mit bunten Alternativen wachsen – und ein Angebot erschließen, in dem es Nachholbedarf gibt. Zwischen Mass-Market und Prestige soll durch „Feine Farben“ der Markt um ein „Masstige“-Sortiment erweitert werden. Seit Mai 2015 stehen die 32 Farbnuancen in den Baumärkten: Dabei spricht Alpina die Zielgruppe nicht nur durch Namen wie „Melodie der Anmut“ oder „Dächer von Paris“ an, sondern auch durch eine hochwertige Verpackung.

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Foto: Oliver Kahn Dr. Ralf Murjahn, CEO der DAW-Gruppe (Deutsche Amphibolin-Werke, Martin Rösler (Alpina Marketingleiter) und Regina Halmich (Aufnahme: Christian Dick)

Und damit hatte niemand gerechnet: Michael Bully Herbig ist die Glanzleistung gelungen, als „Neuling“ unter den Werbeträgern  Platz 1 der Marken-Testimonials zu erreichen. Er bewirbt zum ersten Mal eine Marke und ist Nachfolger von Thomas Gottschalk für Haribo. Insgesamt 42.134 Interviews haben die Marktforscher von Innofact im Jahre 2015 im Auftrag der Zeitschrift absatzwirtschaft geführt: Bully Herbig wurde ungestützt am besten erinnert. Dafür erhält der Comedian, Schauspieler, Regisseur und Produzent die Auszeichnung „Bestes Marken-Testimonial 2015“. Da er nicht in Düsseldorf dabei sein konnte, wurde eine Video-Gruß-Botschaft vom ihm gezeigt.

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Foto: Video-Gruß-Botschaft von Michael „Bully“ Herbig (Aufnahme: Christian Dick)

Für ein glanzvolles Showprogramm sorgte Andreas Kümmert. Er hatte die Sendung „The Voice of Germany“ gewonnen. 2015 war er Sieger des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest (ESC). Er machte damals Moderatorin Barbara Schöneberger sprachlos als er am Ende der Show erklärte, nicht am ESC teilnehmen zu wollen.

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Foto: Andreas Kümmert begeisterte mit fetziger Musik (Aufnahme: Christian Dick)

 

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Foto: Oliver Kahn (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Gruppen-Foto mit Oliver Kahn, inks außen Uwe Sayer, Geschäftsführer der Firma FSC Gutes Holz Service GmbH, rechts außen Lars Hoffmann, Pressechef der Firma FSC Gutes Holz Service GmbH  (Aufnahme: Christian Dick)

Ein Star des Abends war auch „Der Titan“. Oliver Kahn legt dar, was ihn selbst als Persönlichkeitsmarke ausmacht, schärfte den Marketing-Experten ein, dass man immer authentisch bleiben und seinen Überzeugungen treu bleiben muss, sich aber gleichzeitig weiterentwickeln muss. So sei es ihm einmal möglich gewesen, gleichzeitig für eine Bratwurst zu werben und eine Werbung für ein Diätprodukt zu machen, ohne dabei in einen Konflikt zu kommen. Dies, so Kahn, sei ein Beweis für die erfolgreiche Dehnung seiner selbst als Persönlichkeitsmarke. Oliver Kahn fungierte als Laudator für die Preiskategorie „Beste Marken-Dehnung“.

Mal etwas Verrücktes tun

Krönender Abschluss war eine Rede von Wissenschafts-Kabarettist Vince Ebert. In einem Vortrag mit viel Biss führte er vor Augen, dass man noch so viele Controller und Juristen in Bezug auf eine neue Marke einsetzen kann, aber dass dies am Ende nichts nützt, weil es darauf ankommt, der Kreativität Freiraum zu geben. „Kreative Menschen auszuhalten ist für das Umfeld nie leicht. Schon in der Schule haben es Andersdenker schwerer, sich durchzusetzen. Oftmals fallen die Brillantesten sogar durchs Raster. Rudolf Diesel hatte wohl Recht, als er sagte: Von 100 Genies gehen 99 unentdeckt zu Grunde. Doch das dürfen wir nicht zulassen. Unsere Welt wird immer unberechenbarer und komplexer. Das Einzige, was wir dem entgegensetzen können, sind Kreativität und Fantasie. Die größten Talente offenbaren sich oft an den Rändern, sie finden sich an Orten, an denen keiner sucht. Tun auch Sie daher ab und an mal etwas völlig Abwegiges oder Verrücktes. Lassen Sie den Querdenker aus sich heraus: Schenken Sie einem Gewerkschafter einen FDP-Kugelschreiber! Schlafen Sie mit Ihrer eigenen Frau! Einfach was Verrücktes tun“, so lautete Eberts leidenschaftlicher Appell an die Marketer.

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Foto. Vince Ebert, der die kabarettistische Abschlussrede zum Thema Marketing hielt, sowie Regina Halmich und Oliver Kahn, die beide als Laudatoren anwesend waren  (Aufnahme: Christian Dick)

Digitalität, Crossmedialität und Ethik bei Markenführung entscheidend

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Foto: Das Wort „Gipfel“ übersetzt in Fremdsprachen (Aufnahme. Christian Dick)

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Foto: Marken, die sich das Thema Gipfel zueigen machen (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Beispiele dafür, dass Marken gigantische Höhe erklimmen (Aufnahme: Christian Dick)

Autoren: Christian Dick und Beate Macioszek

Grau ist alle Theorie! Entscheidend ist vielmehr die tägliche Praxis. Denn „business as usual“ gibt es nicht. Dies gilt ganz besonders für das Marketing, das ganz  einem ständigen Wandel auf Grund von Digitalisierung, medialer Überflutung und immer stärkerer Kurzlebigkeit unterworfen ist. Ein Kongress, der die aktuelle Marketing-Praxis in profunder Weise und unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, ist der Marken-Gipfel. Dieser fand am 15. März 2016 zum dritten Mal in Düsseldorf der Marken-Gipfel. Ausgerichtet wurde dieser durch das Unternehmen managementforum der Verlagsgruppe Handelsblatt gemeinsam mit der Zeitschrift „absatzwirschaft“ und dem DEUTSCHEN MARKETING VERBAND. Der Marke-Gipfel 2016 hatte das Thema „Markenführung mit Zukunft: ethisch, digital und crossmedial“ zum Gegenstand.

Hochinteressant war es zu erfahren, dass es das sogenannte „Story telling“, das Erzählen von Geschichten rund um eine Marke, heute einen sehr hohen Stellenwert hat. Diese Geschichten tragen in fundamentaler Weise dazu bei, dass sich die Konsumenten mit einer Marke identifizieren. Wichtig ist bei diesem Geschichten aber auch Authentizität. Eine Marke muss immer das halten, was sich verspricht. Denn nichts kann man so schnell verspielen, wie das Vertrauen der Kunden. Und hat man dies erst einmal verloren, ist es ein äußerst schwieriges Unterfangen, dieses wieder zurückgewinnen.

Bei dem Kongress wurde weiterhin akzentuiert, dass im digitalen Zeitalter die Inhalte von Webseiten und die Images von enormer Bedeutung sind. Ein weiterer Aspekt des Kongress war, dass: Handelswerbung und Content Marketing im Umbruch sind. Ein weiterer Schwerpunkt des Marken-Gipfel 2016 waren die Definierung des neuen Vertrauens in die Marke, die Diskussion des gesellschaftlichen Konsens im Verhältnis zum. Unternehmenskonsens sowie das Thema „Markenpositionierung reloaded“, bei dessen Behandlung vor Augen geführt wurde, wie es Unternehmen heutzutage erfolgreich gelingt, Marken, Märkte und Kunden neu entdecken. Drei Megatrends lassen sich für eine Markenführung identifizieren, die langfristig erfolgreich sein will: Digitalität, Crossmedialität und Ethik. Diese Leitthemen standen beim Marken-Gipfel im Fokus.

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Foto: Professor Dr. Franz-Rudolf Esch (Aufnahme: Christian Dick)

„Brand Meets Digital: den digitalen Verstärker wirksam nutzen“ – unter dieser Überschrift stand ein Vortrag von Professor Dr. Franz-Rudolf Esch, Direktor für Marken- und Kommunikationsforschung, European Business School Universität für Wirtschaft und Recht. Laut der Zeitschrift Absatzwirtschaft ist Professor Esch der bekannteste lehrende Marketingforscher in Deutschland. Er steht wie kein anderer für Marke und Kommunikation. Professor Esch gilt als „Markenpapst“ und forscht seit mehr als 25 Jahren in den Bereichen Markenmanagement, Kommunikation und Konsumentenverhalten. Er führte zunächst die Bedeutungshintergrund des Terminus „Digital Disruption“ vor Augen. Wörtlich übersetzt heißt dies „Digitale Zerstörung und besagt, dass durch die Digitalisierung ganz Branchen zerstört bzw. umgewälzt werden. Esch stellt, dass etwa das Unternehmen Uber keine eigenen Taxis besitzt, dass der größte Anbieter von Wohnungen Airbnb keine Immobilien besitzt, dass die größten Telefonfirmen Skype und WeChat über keine Telekommunikationsinfrastruktur verfügen und dass der wertvollstes Einzelhändler der Welt Alibaba kein Inventar besitzt. Als sehr erfolgreich hob er die die Internet-Werbekampagne „Yes, it blends!“ hervor, die innerhalb der ersten Wochen 6 Millionen Mal angeschaut worden ist, über 300 Millionen Zuschauer erreicht hat und zu einem Plus 700 Prozent im Abverkauf innerhalb von zwei Jahren geführt hat. Die deutschen Unternehmen müssen in Sachen Digitalisierung allerdings aufpassen, dass sie nicht abgehängt werden. Denn eine Mehrheit der deutschen Unternehmen sieht sich bei der digitalen Transformation nach Angaben von Esch im Mittelfeld. Die Herausforderungen an Unternehmen sind seinen Ausführungen zufolge vielfältig. Sie müssen zum Beispiel die Marke in den digitalen Raum überführen, die Unternehmen müssen ihre Key Performance Indicators, also die Schlüsselkennzahlen, definieren, sie müssen Markenführung, Marken-Controlling, Differenzierung, die Förderung von Innovationen ebenso wie Komplexität und neue Wettbewerber in den Blick nehmen. Dabei dürfen sie die interne Kulturentwicklung des Unternehmens nicht außer Acht lassen. Folgende vier Herausforderung sind laut Professor Esch zentral: 1. Markenführung: Glaubwürdigkeit, Komplexität, Differenzierung, Überführung der Marke in den digitalen Raum, Marken-Controlling, Relevante Trends erkenne, Komplexität und Transparenz 2. Customer Journey: Digitaler Kunde, Personalisierung, Social, Mobile, Big Data, Kontaktpunkt-Management 3. Geschäftsmodell: Neue Wettbewerber, Wertschöpfung, Monetarisierungsstrategien, Innovationen 4. Kultur: Agile, schnelle Entwicklung, Change. Als Fazit nannte Esch folgende Aspekte, auf die heute im Marketing der Fokus zu legen ist:

Die Markenidentität gibt Orientierung. Sie ist wichtiger denn je.

Kundenerwartungen- und verhalten und nicht die Bedürfnisse ändern sich. Das verändert die Customer Journey.

Geschäftsmodelle und Kultur sind auf den Prüfstand zu stellen.

 

Erfolgreiche junge Marken

Junge Marken mit einem außergewöhnlichen Geschäftsmodell erreichen mit ihren Produkten neue Zielgruppen, bieten besonderen Service oder rollen einen bestehenden Markt komplett neu auf. Unter dem Motto „Impulse aus der Start-up-Community“ präsentierten im Rahmen einer r Brain-Snack-Session Unternehmensvertreter innerhalb weniger Minuten, wie sie emotional, individuell und relevant Markenführung 4.0 leben.

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Foto: Laura Koerver, Chefin des Restaurants Laura’s Deli in Düsseldorf (Aufnahme. Christian Dick)

Food is the new Fashion! Laura’s Deli – Mit diesem Gastronomiekonzept auf dem Wochenmarkt auf dem Carlsplatz im Herzen der Düsseldorfer Altstadt liegt die Idee gesunde Ernährung als Lifestylekonzept zugrunde. Laura Koerver, Gründerin und Inhaberin der Laura’s Deli, Greenerie GmbH gibt der Erfolg recht. Ihr Angebot von Clean Food, das heißt keine industriell verarbeiteten Lebensmittel, Fertiggerichte und Geschmackverstärker, verbunden mit ihrer grundlegenden Vision, mit ihrem Konzept „gesunde Ernährung in Deutschland sexy zu machen“, ist in Düsseldorf eingeschlagen wie ein Blitz. Jedes Kommunkationsmittel des Unternehmens „Laura’s Deli“, wie etwa die Schürzen der Mitarbeiter weist das Markenlogo auf. Schon ein halbes Jahr vor der Eröffnung nutzte Laur Koerver facebook, um die Kunden neugierig zu machen. Innerhalb kürzester Zeit waren 2000 Fans n der Gruppe, bei der Eröffnung war das Lokal mit Imbiss überfüllt. Als ihren primären Erfolgsfaktor nennt Laura Koerver den „Mut“. So stehe über der Theke ihres Lokals der Spruch „You’ve got to risk it got get the biscuit“ – dies bedeutet, dass man ohne eine Wagnis auch keinen Erfolg haben kann.

Wie TinkerToys Kinderträume wahr macht schilderte Sebastian Friedrich, Gründer und Geschäftsführer, TinkerToys GmbH. Das Unternehmen stellt Kinderspielzeug individuell nach Kundenwünsche her, wobei kinderleichtes Konstruieren, umweltfreundliche Baustoffe und eine bequeme Lieferung nach Hause die Erfolgsfaktoren des Unternehmens sind. Das Modell des jeweiligen Spielzeugs kann mittels 3-D-Drucker ausgedruckt werden. Sehr erfolgreich ist eine Kooperation des Unternehmens TinkerToys GmbH mit dem Unternehme Möbel Höffner. Es wurde festgestellt, dass Eltern, die mit ihren Kindern bei Möbel Höffner wegen des Spielzeugs, das dort für ihre Kinder zur Verfügung stand, wieder zu Einkaufen zu Möbel Höffner gekommen sind. Somit haben also in diesem Fall die Kinder die Macht über ihre Eltern, wo diese einkaufen gehen.

Im Rahmen des Marken-Gipfel 2016 wurde der Preis „ZMG-Best Sellers Best“ für die beste Angebotswerbung des Jahres 2015 verliehen. Seit 2009 verleiht ZMG, Zeitungs Marketing Gesellschaft Frankfurt/Main jährlich diese Auszeichnung, mit der Handels-Kampagnen prämiert werden, die schwerpunktmäßig Angebotsbotschaften veröffentlichten und zu einem wesentlichen Teil Zeitung im Mediamix vorweisen. Sie erfüllen folgende Kriterien vorbildlich: Klares Angebot, unverwechselbarer Stil, Kontinuität des Auftritts. In diesem Jahr wurde das Unternehmen „LIDL“ ausgezeichnet.

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Foto: Das Team von LIDL mit Vertreter der Werbeagentur bei der Verleihung des „ZMG-Best Sellers Best“ (Aufnahme. Christian Dick)

„Vertrauen in die Gelben Engel: Wie das neue journalistische Konzept der ADAC Motorwelt die Marke ADAC unterstützt“ – zu diesem Thema referierte Martin Kunz, Chefredakteur ADAC Motorwelt und ADAC Reisemagazin, ADAC Verlag GmbH & Co. KG. 2014 geriet das Vertrauen in den ADAC auf Grund eines Skandals wegen Manipulationen bei des Vergabe des Autopreises „Gelber Engel“ gewaltig unter die Räder. Hatte der ADAC im Jahre 2005 im Ranking beim Vertrauen gegenüber in Deutschland noch mit 62 Prozent auf Platz 1 gelegen – vor dem Roten Kreuz (54 %), Greenpeace (33 %), der Caritas (33 %) und der Bundeswehr (29 %) – so waren nach dem Skandal 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Glaubwürdigkeit des ADAC gelitten hat und dass es einige mangelnde Transparenz des ADAC gebe. Dreh- und Angelpunkt zur Zurückgewinnung des Vertrauens war eine „Entherrschung“ des Unternehmens. Dieses gliedert sich heute in die drei Säulen IDEELL, dazu gehören der ADAC e. V., Straßenwacht, Touristik und die Redaktion der ADAC Motorwelt, KOMMERZIELL SE, dieser Säule ist die Bereiche Verlag, Versicherung und Autovermietung zugeordnet und schließlich GEMEINNÜTZIGKEIT, hierzu zählt die Stiftung Verkehrssicherheitsforschung. Die Redaktion der ADAC Motorwelt hat ein strenges Redaktionsstatut, das folgendes beinhaltet:Informierender Auftrag

Die ADAC Motorwelt versteht ihre Aufgabe als moderierende und aufklärende Rolle.

Journalistische Unabhängigkeit

Hohe Compliance Standards

Die Redaktion trägt die Reisekosten grundsätzlich selbst.

Keine Einflussnahme kommerzieller Unternehmen

 

Kriterien des Vertrauens in Marken

„Ethik und Markenversprechen – Wie können Unternehmen ihren ethischen Markenkern leben, auch wenn der Markt anders tickt?“, „Lieber gegen den Strom schwimmen als ein Fähnchen im Wind sein?“, „Chancen und Gefahren der ethischen Markenführung in einer datenbasierten, digitalen Welt: Wie funktioniert hier Kundenvertrauen?“ – diesem Thema wurden in einem Panel behandelt. Die Diskutanten waren Professor Dr. Dueck, Mathematiker, der sich heute als Business Angel versteht, Dr. Christian Hahn, Vice President Marketing Communications Strategy & Media, Deutsche Telekom AG Group Headquarters und Sven-Oliver Pink, Geschäftsführer, F. O. Bags GmbH (Ergobags).

Dass es ethische Markenführung nicht umsonst gibt, dass man in die Kommunikationsverfahren investieren muss und konsequent bei der Kommunikationsstrategie sein muss, aber, dass man am Ende dafür – getreu dem Motto „Man erntet, was man sät“ – dafür eine Dividende bekommet, darin waren sich alle Diskutanten einig.

Bis zum August 2011 war Gunter Dueck Chief Technology Officer (CTO) der IBM Deutschland. Danach entschloss er sich, dass er sich fortan der „Weltverbesserung“ widmet. Er prangerte an, dass im Fall von Kritik an großen Organisationen immer sofort ein Beauftragter, beispielsweise für Nachhaltigkeit, eingestellt werde. Der Druck auf die Manager, der Quartalsdruck und die Kurzlebigkeit, so Dueck, führe dann dazu, dass die Manager gewisse Dinge, wie Innovation, Ästhetik, Schönheit und Vertrauen weg ließen. Dueck kritisierte insbesondere die Banken. An diese richte sich oft der Vorwurf, dass sie nur die Produkte verkauften, mit denen sie Gewinn machten. So müssten Banken im Fall von Investmentfonds eigentlich zu sagen „Kauf das Produkt an der Börse“. „Die Banken machen das aber nicht, weil es ihr einziges Geschäft ist angesichts der Nullzinsen“, so Dueck. „Super-ethisch“ zu sein, das hält Dueck wiederum für übertrieben. Wenn ein Unternehmen sauber sei, sei dies in Ordnung. Auch gelte es, in der Kommunikation ganz normal mit dem Menschen zu reden. Dies habe er seiner gemacht, sein dann aber von anderen Vertretern des Unternehmens IBM dafür kritisiert worden. Es sei nicht immer im Sinne der Kommunikationsstrategie eines Unternehmens, normal mit den Menschen zu reden, Marketing-Leute seien manchmal zu hölzern, konstatierte Dueck.

Gunter Duecks im Jahre 2015 erschienenes Buch „Schwarmdumm“ ist auf dem 2. Platz bei „Karrierebuch des Jahres“ beim Hamburger Abendblatt.

Christian Hahn erklärte Ethik gebe es nicht umsonst, aber sie sei unverzichtbar. „Aber es lohnt sich definitiv. Ertrag – wer diese Frage stellt, hat schon verloren bei dem Spiel.“ „Was ist meine Vision? Was will ich Gutes machen? Was will ich mit meinem Produkt, mit meinem Thema machen? Darauf kommt es an. Der ursprüngliche Gedanke von Apple war nicht „Wie kann ich Geld verdienen?“, sondern „Wie kann ich das Leben der Menschen vereinfachen?““, hob er hervor. Es reiche nicht nur der Umweltschutz als Thema in Bezug auf Ethik, ebenso reiche es nicht, wenn ein Unternehmen ein paar Punkte herausnehme und diese in Sachen Ethik auf ihr Konto verbuche. „Ein Unternehmen muss ein Begleiter sein im täglichen Leben der Menschen. Die Compliance-Abteilung löst das nicht“, merkte Hahn weiterhin an. So sei etwa das veröffentlichte Entschuldigungsschreiben von Volkswagen verfehlt gewesen, weil es nicht ehrlich gewesen sei. Man habe die wirklichen Fehler nicht zugestanden. Bei VW habe offensichtlich nur die Frage im Raum gestanden „Wie können wir das Malheur, das uns passiert ist, kommunikationsmäßig so darstellen, dass man es vielleicht doch nicht richtig merkt?“.

Sven-Oliver Pinks Unternehmen, die F. O. Bags GmbH, stellt ergonomische Tonister für Schüler aus PET-Flaschen her, die wieder aufbereitet worden sind. Im Wege des Recycling hat das Unternehmen bis heute 86 Millionen PET-Flaschen wieder aufbereitet. Das Unternehmen setzt damit zum einen auf Nachhaltigkeit und hilft durch die Produktion in Vietnam den Menschen vor Ort. Das Unternehmen zeichnet sich nach den Pinks Angaben durch eine klare Position, Transparenz und Einfachheit seiner Botschaft aus. Er sieht seine Aufgabe als „Social Entrepreneur“ vor allem auch darin, die Endkunden glücklich zu machen, Versprechen zu halten und sich zu klar zu positionieren. Dann sein man unangreifbar.

Markenpositionierung reloaded

Dieser Themenblock behandelte insbesondere die erfolgreiche Markendehnung des Unternehmens edding. Thorsten Streppelhoff, Vorstand Vertrieb und Supply Chain der edding AG, hielt hierzu einen Vortrag. Insbesondere für seine Textmarker ist edding ein Inbegriff in Sachen hochwertiger Büroartikel. Nun hat edding auch Nagellack mit dem Namen „edding L.A.Q.U.E.®“ im Angebot. Dies erscheint vielleicht zuerst verwunderlich. Doch dem liegt eine sehr gut ausgefeilte Marketing-Strategie zugrunde. Denn der Nagellack wird, ebenso wie die gesamte Produktpallette von edding, mit den Eigenschaften Langlebigkeit und Ausdruckskraft assoziiert. Der Markennamme edding ruft bei den meisten Verbraucher sofort das Bild der auffälligen Textmarker hervor. Aus Sicht der meisten  Verbraucher steht edding  gleichsam für das gesamte Angebot an Lackstiften. Mit dem Angebot von Nagellacken erschließt sich das Unternehmen nun ein ganz neues Marktsegment, den Schönheitsmarkt. Dieses Vorgehen fußt auf der Markendehnungsstrategie von edding, zwei Jahre nach der Ausweitung der Produktpallette durch das neue Angebot von  Sprühlacken („edding Permanent Sprays“).

Der Nagellack von edding wird nicht über Drogerien, sondern über Parfümerien vertrieben. Während der Preis für Nagellack in Drogerien bei 3,99 Euro liegt, ist die unverbindliche Preisempfehlung für „edding L.A.Q.U:E“ 7,99 Euro.

 

 

 

Wie Manager und Marken ticken

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Foto: Frank Dopheide (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Kann man das Thema Marke auf Führungspersönlichkeiten übertragen? Diese Frage schlüsselte Frank Dopheide anhand von vielen Illustrationen und Fallbeispielen aus der Praxis beim Neusser Wirtschaftstreff am 23. Februar 2016 zum Thema „Lichtgestalten – Vom Vorteil eine Persönlichkeitsmarke zu sein“ auf. Der Funke beim Auditorium sprang über. Denn Dopheide, der an der Sporthochschule in Köln mit dem Schwerpunkt Journalistik studiert hat ist keineswegs ein Fachtheoretiker, sondern ein Pragmatiker, der Sachverhalte aus dem oft scheinbar grauen Unternehmensalltag äußerst lebendig darzustellen vermag. 1990 war der Beginn seiner Karriere als Werbetexter bei Spiess Ermisch Abels, später wechselte er als Senior-Texter zu der Düsseldorfer Werbeagentur Grey, zu der er nach einer zwischenzeitigen Berufsstation  bei BMZ im Jahre 2003 zurückkehrte, Die Agentur Grey berief ihn im Jahre 2004 in das Global Creative Board. Er holte den ersten Löwen für Grey in Cannes. 2011 gründete Dopheide selbständig mit der Deutschen Markenarbeit GmbH, für die er auch heute noch tätig ist. Seit 2012 ist er Mitglied der Geschäftsführung der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung Handelsblatt.

Die Qualität ist nach Darstellung von Dopheide die Basis für den Erfolg einer Marke. Hinzu kommen dann Bekanntheit und Akzeptanz. Von der Qualität, Bekanntheit und Akzeptanz eines Produkts hängt das Vertrauen entscheidend ab. Und das Vertrauen ist ein Schlüssel zum Erfolg. Nur wenn Qualität, Bekanntheit und Akzeptanz einer Marke gegeben sind kommt es beim Verbraucher zur Identifikation mit einer Marke. Die Identifikation mit einer Marke ist entscheidend, da beispielsweise die Supermarktkette Rewe 55.000 Produkte in ihren Regalen hat und alle diese Produkte durch die Stiftung Warentest durchschnittlich mit „gut“ (2,5) bewertet werden. „Es gibt von allem zu viel. Und alle Produkte sind vergleichbar gut“, stellte Dopheide fest. Von der Identifikation mit einer Marke hängt schließlich ab, ob sich jemand einen Füllfederhalter von Mont Blanc für 399,00 Euro oder einen von Lamy für 19,90 Euro kauft. Und die Kunden, die das Reinigungsmittel „Meister Proper“ kaufen, würden laut Dopheide niemals das Reinigungsmittel „Der General“ kaufen.

Die Formel für das Funktionieren von Produktmarken und Persönlichkeitsmarken

„Ja“ – so lautete Frank Dopheides Antwort  auf die Eingangsfrage. „Denn Marken funktionieren immer nach derselben Formel“, führte er weiter aus und erläuterte „Marken, unabhängig davon, ob wir über Unternehmensmarken, Produktmarken oder  Persönlichkeitsmarken reden, funktionieren immer nach derselben Formel: Können + Charakter x Kontinuität. Das Fundament des Markenerfolgs ist die Qualität: Was kann die Marke? Das allein macht aber im Markt noch nicht den Unterschied. Stiftung Warentest findet, dass die Miele Waschmaschine genauso gut wäscht wie die von Bosch, allerdings kostet sie das Doppelte. Der entscheidende Markenmehrwert entsteht durch den Charakter und die Werte, die Kontinuität, die eine Marke verspricht. Man hat eine konkrete Erwartungshaltung an die Marke, die erfüllt wird. Das macht den großen Wertunterschied aus. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der Kaffee mit verbundenen Augen zuordnen kann, aber ein Pfund Melitta Feine Milde kostet 3,49 Euro, ein Pfund Nespresso eben 23,00 Euro. Und das ist begründet in dem Markencharakter. Bei Nespresso kaufe ich eigentlich gar keinen Kaffee, sondern „La Dolce Vita“ mit George Clooney und italienischem Design. Dieses Prinzip von Können + Charakter x Kontinuität lässt sich 1:1 auf Menschen übertragen. Beispielsweise gibt es zahllose Modedesigner, die ihr Handwerk verstehen. Aber es gibt nur einen Lagerfeld. Er kann sein Handwerk, steht aber auch für deutsche Disziplin, Ernsthaftigkeit und Ideenreichtum. Wenn ich die Augen zumache, sehe ich von allen Designern der Welt ihn am klarsten: schlanker Mann, Pferdezopf, schwarze Brille. Das funktioniert auch bei Politikern, Sportlern, Managern.“

Mit der Qualität bei einer Marke korrespondiert als Fundament laut Dopheide bei einem Manager das Expertenwissen. Der Bekanntheit einer Marke entspricht der Manager als „Sprachrohr“ eines Unternehmens. Die Akzeptanz einer Marke vergleicht Dopheide mit einer Manager-Persönlichkeit als „Instanz“ im Unternehmen. Das einer Marke entgegengebrachte Vertrauen findet seine Parallele bei der Führungskraft als „Gallionsfigur“. Und hat eine Marke bei den Verbrauchern die höchste Stufe der „Identifikation“ erreicht, so ist das Pendant der Stufe des Managers die „Ikone“.

Und genauso, wie dem Verbraucher klar gemacht werden muss, wofür eine Marke steht, muss auch ein Manager seinen Mitarbeitern klar machen, für welche Werte und für welche Unternehmensphilosophie er steht, machte Dopheide mit folgendem Beschreibung deutlich: „Fachlich sind deutsche Manager weltweit die Nummer eins und anerkannt. Sie haben kein Qualitätsproblem, sondern ein Imageproblem. Die meisten pflegen ganz bewusst eine vornehme Zurückhaltung. Das funktioniert aber nicht mehr. Der Vorstandschef darf seinen Mitarbeitern nicht nur aus dem Internet bekannt sein.“ So hätten etwa die Mitarbeiter der Bayer AG Dr. Marijin Dekkers, der seit 2010 Vorstandsvorsitzender des Konzerns ist, vorher nicht persönlich gekannt. Eine Werbeagentur hatte zahlreichen Mitarbeitern der Bayer AG ein Bild des Holländers gezeigt, der vorher in der 2. Bundesliga Tennis gespielt hatte und einen großen Konzern in den USA geleitet hatte. Das ernüchternde Ergebnis: Viele Mitarbeiter konnten mit seinem Gesicht nichts anfangen. Dies sei schlecht für eine Führungskraft, so Dopheide. Sehr gut geschafft habe dies demgegenüber Steve Jobs von Apple.

Sehr wichtig ist es schließlich zur Abrundung des Erfolgs von Unternehmen und Manager, wenn diese Geschichten erzählen können, mit denen die Verbraucher dann die Unternehmen stets assoziieren. Dass die Verbraucher ein bestimmtes Bild eines Unternehmens, einer Marke im Kopf haben, ist das A und O für das Merkmal der Einzigartigkeit einer Marke. Und genauso gilt dies auch für den Manager. Dieser kann und darf sich daher nicht im stillen Kämmerlein einschließen, sondern muss vielmehr die Menschen in seinen Bann ziehen, sie begeistern und motivieren. „Es muss nicht gleich eine Homestory in der „Bunten“ oder „Gala“ sein. Übertriebene Selbstdarstellung schadet nur. Eine starke Marke als Manager aber wirkt vielfältig: als Identifikationsfigur für die Mitarbeiter, als Vertrauensanker für die Öffentlichkeit, als Wertetreiber für die Shareholder, als Anziehungskraft für talentierte Nachwuchskräfte und als treibender Motor für die Kommunikation. „All das funktioniert aber nur, wenn das Gesicht des Managers bekannt ist und jeder weiß, wofür der Manager steht“, unterstrich Dopheide.

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Foto: Claus Hipp beim Deutschen Marketing-Tag 2013 in Düsseldorf (Aufnahme: Christian Dick)

Als Beispiel für einen Unternehmer, der mit seiner Botschaft sehr überzeugend und authentisch ankommt, nannte Dopheide bei seinem Vortrag in Neuss Claus Hipp, dessen Satz in der Fernsehwerbung „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ schon legendär ist. Laut Dopheide ist das Unternehmen Hipp in Deutschland Marktführer mit einem Marktanteil von 40 Prozent, vor dem Unternehmen Nestlé.

Wenn man Vertrauen einmal verspielt hat, kommt man in der Regel nicht wieder hoch. Dies gilt zum Beispiel für den früheren CSU-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg, denn „der nicht gezeigt hat, dass er es wirklich kann“, erklärte Dopheide. Das Feld der Politik ist von seinem Werteraum her, wenn man dem Modell von Dopheide folgt, im Bereich der Dominanz angesiedelt, in dem Macht, Status und Leistung entscheidend sind. Demgegenüber ist es für Dopheide durchaus vorstellbar, dass Ulli Hoeneß nach seiner Haftentlassung wieder zu Bayern München zurückkehrt, da soziale Werte und familiäre Gemeinschaft zu der Vereinsmarke gehören und Ulli Hoeneß hier, nach wie vor, gut ins Bild passe. Und Franz Beckenbauer, der schon ewig den Beinamen „der Kaiser“ hat, wird auch, trotz der angeblich im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 in Deutschland geflossenen 6,7 Millionen Euro, immer eine „Ikone“ bleiben.

Jürgen Fitschens Plädoyer für Kulturwandel in der Bankbranche

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Foto: Martin Renker, Vorsitzender des Vorstandes des Bankenverbandes NRW, NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) und Jürgen Fitschen, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. (Aufnahme: Christian Dick)

„140000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bietet die Bankwirtschaft in NRW, die privaten Banken geben mehr als ein Viertel der ausgegeben Kredite und habe ein Drittel der Bankeinlagen“, dies hob Martin Renker, Vorsitzender des Vorstandes des Bankenverbandes Nordrhein-Westfalen am 30. September beim Parlamentarischen Abend des Verbandes in Düsseldorf hervor.

Für die Flüchtlingshilfe hat der nordrhein-westfälische Landtag am 30. September zusätzliche 900 Millionen Euro bereitgestellt.  „Mit dem Hilfspaket schaffen wir die Voraussetzung, dass wir Flüchtlingen ein menschenwürdiges Unterkommen und eine dringend notwendige Integration bieten können“,, erklärte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) erklärte beim Parlamentarischen Abend, die Neuverschuldung bleibe unverändert bei 1,9 Milliarden Euro. Die neuen 900 Millionen Euro kommen nach Walter-Borjans aus Steuermehreinnahmen.

Walter-Borjans hob in aller Deutlichkeit hervor, dass es das A und O für die Banken, ebenso wie der Politik sei, das Vertrauen der Menschen haben. Wenn die Menschen zu Banken und Politik kein Vertrauen mehr hätten sei das nicht gut.

In einem Impuls-Vortrag legte Jürgen Fitschen, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken e. V., die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 dar. Er nannte die Subprime-Krise in den USA, zu viele Innovationen von Finanzprodukten, mit denen die Regulierungen nicht Schritt gehalten haben, Exzesse in der Finanzwelt und Gier. Die Maßnahmen der Europäischen Union – entsprechende Regulierung mit Bankenunion und Kapitalmarktunion – erachtete als er notwendig, damit keine systemrelevanten Banken in Konkurs gegangen seien. Fitschen konstatierte weiterhin, dass die schon längere Zeit anhaltenden Nullzinsen ein Problem darstellten. Fitschen prognostizierte, dass in den nächsten Jahren einige Banken vom Markt verschwinden werden. Weiterhin erklärte er, dass die USA schon im Jahre 2013 gefragt hätten, wann die Europäische Zentralbank denn endlich den Leitzins erhöhe. Und jetzt habe die EZB erneut Geld in dem Kapitalmarkt gepumpt. Wichtig sei es nun, dass die Politik in den Krisenländern wirtschaftliche Strukturreformen durchführe.

Fitschen betonte mit Vehemenz, dass die Kunden von Banken in den Mittelpunkt gestellt werden müssten. Man müssen den Kunden alle Finanzprodukte genau erklären. Wichtig sei das Vertrauen der Kunden zu gewinnen bzw. wieder herzustellen.  Fitschen machte sich außerdem für einen Kulturwandel. stark.  Er stellte fest, dass Produktgestalter in den Kreditinstituten in den vergangenen Jahren zu mächtig geworden seien. Die Konzentration auf den Kunden hat für Fitschen äußerste Priorität. Einfach nur Gewinne zu erwirtschaften, werde in Zukunft für Banken nicht mehr ausreichen. Es komme auch darauf an, wie Banken arbeiten. Bis sie verlorenes Vertrauen zurückgewinnen könnten, werde es aber noch lange dauern. Der Kulturwandel sei eine Generationsaufgabe. Wie bereits am 2. September 2015 in seinem Gastbeitrag für das Handelsblatt unter dem Titel „Vom Nutzen der Banken insbesondere festgestellt, so erklärte Jürgen Fitschen auch bei Parlamentarischen Abend des Bankenverbandes NRW „Wer eine falsche Kreditentscheidung trifft, wer Risiken falsch einschätzt oder diese Risiken den Kunden unzureichend kommuniziert, wer bei Transaktionen manipuliert, der kann gewaltigen Schaden anrichten. Auf Fehler muss eine Bank schnell, transparent und effektiv reagieren und vom Management bis in die Filialen hinein eine Kultur leben, die diese Risiken so gut wie möglich ausschließt.“ Ebenso Jürgen Fitschen in seinem Artikel im Handelsblatt folgendes unterstrichen  „Aus gutem Grund fragen Kunden wie auch der Staat heute nicht nur, wie viel Gewinne Banken erwirtschaften, sondern auch, wie sie dies tun. Darum haben Transparenz, Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit einen noch höheren Wert, als dies vielleicht in der Vergangenheit der Fall war.“

 

Forschung meets Vertrieb

KVK-Messe im Düsseldorfer Congress Center

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Foto: Professor Dr. Bernd Raffelhüschen (Aufnahme: Ralf Roeb)

Betriebswirt  und Finanzberater Ralf Roeb für NRW-Depesche

Ein Tag der Versicherungsvertreter, also eben jener Branche, die sich Image-mäßig noch „hinter dem der Gebrauchtwagen-Händler an der Ortsausfahrt eines Stadtteils mit hohem Migrationshintergrund“ ansiedeln muss, wie ein Teilnehmer erklärte. Zahlreich waren sie, die Versicherungsvertreter, -vermittler bzw. –makler nach Düsseldorf gekommen, wo zum einen die Versicherungsgesellschaften neueste Produkte präsentierten und zum anderen informative, instruktive Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung anstanden.

Starredner war direkt zu Anfang der aus Forschung und gestaltender Politik bekannte Professor Dr. Bernd Raffelhüschen von der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, der auch für das Forschungszentrum Generationen-Verträge spricht. Sein Thema „Demographie und Wohlstand im Alter – Eine Was-wäre-wenn-Analyse“.

Es war eine schonungslos direkte und im Stil sehr „skandinavische“ Art (so Raffelhüschen im Gespräch), mit der er die Zuhörerinnen und Zuhörer begeisterte. „Die geburtenstarken Jahrgänge sind fertilitätsmäßig der größte Rohrkrepierer“, so sein erstes Statement.

Der Altenquotient in Deutschland werde bis 2036 signifikant auf 55 %  steigen. Unter den geburtenstarken Jahrgängen sei ein Drittel kinderlos, ein Drittel habe „nach einem Kind und dem Kauf eines Hundes die Familie“ für komplett erklärt, und nur ein Drittel sei unter Reproduktionsaspekten „normal“. Selbst eine optimistisch kalkulierte Zuwanderung von 200.000 pro Jahr könne das nicht ausgleichen. Kann man daran noch etwas ändern für die nächsten 30 Jahre? Nein, das sei keine Zukunft, die man noch beeinflussen könne, das sei sicher, weil die demnächst zu versorgenden Menschen schon da sind und ebenso die Beitragszahler für sie.

Ergo: Die Rentenversicherung hat ein Problem mit der ehemalig konstruierten Bevölkerungspyramide. Aber nicht nur das. Auch die gesetzliche Krankenversicherung müsse sich zunehmend auf Probleme einstellen. „Denn nicht nur so jung kommen wir nicht mehr zusammen. Auch so gesund kommen wir nicht mehr zusammen.“

Dadurch, dass wir heute „die langlebigsten Deutschen aller Zeiten“ sind und durchschnittlich mindestens 5 Jahre länger lebten als unsere Erzeuger, kämen enorme Belastungen auf die staatlichen Sozialsicherungssystems zu, natürlich auch auf die Pflegeversicherung.

Der Anspruch der geburtenstarken Jahrgänge ohne ausreichende Reproduktion an die jungen Beitragszahler von heute sei der, dass die das zahlen sollen. „Darüber werden die Jungen aber mit Ihnen reden wollen! Ganz sicher.“

Im Pflegebereich richtete Raffelhüschen den Blick vor allem auf die Damen: „In Sachen Pflege spreche ich bei vielen von Ihnen nicht von einer Pflege-Wahrscheinlichkeit, sondern von einer Garantie!“ Männer stürben immer noch früher als die Frauen. Der Staat habe in diesem Pflege-Sektor dabei schon früh eine private Verantwortung für die Vorsorge festgelegt. Von daher würden gesetzliche Leistungen auch fast nie ausreichend sein.

Raffelhüschen kommentierte auch die Rentenreform unter Gerhard Schröder: „Alles, was Sie oder Ihre Kunden daran nicht verstanden haben, meint: länger arbeiten und weniger Rente!“ Schröders Parteigenossin Andrea  Nahles, heute für Arbeit und Soziales zuständig, würde diesen insgesamt gerechten Prozess nun konterkarieren. „Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein Geschenk an die Gewerkschaften.“

Raffelhüschen wertete diese Rentenreform sehr kritisch: „Diese Reform begünstigt nur bestimmt Jahrgänge, und hier begünstige sie meist nur Männer, weil Frauen in diesen Jahrgängen zumeist nicht auf 45 Beitragsjahre kommen. Außerdem lasse sie alle diejenigen hart arbeitenden Menschen außen vor, die zwar seit 45 Jahren arbeiteten, ja schufteten, aber längere Phasen von Arbeitslosigkeit erlitten hätten. Diese könnten nicht abschlagsfrei in Rente gehen, wohl aber bestens verdienende Metallfacharbeiter, die eh über ein weit überdurchschnittliches Gehalt verfügten. Die bezögen jetzt auch noch für längere Zeiten abschlagsfreie Höchstrenten, die von der Gemeinschaft getragen werden müssten: „Das kann ich nicht gerecht finden.“

Für die notwendige, bei fast allen als „to do“ anstehende private Altersvorsorge-Aufgabe  nannte Raffelhüschen eine Faustformel. Mehr könnten die Finanzwirte kaum zur Verfügung stellen. Sie lautet: „Lege nicht alle Eier in einen Korb.“ Ein Loblied auf die Diversifikation, die Streuung der privaten Altersvorsorge-Investionen über mehrere Anlage-Klassen. Im Übrigen sei unsere Zeit zwar eine der niedrigen Zinserträge, aber keineswegs eine mit einer insgesamt schlechten Ertragslage.  „Das Gegenteil ist der Fall! Denken Sie auch an die Ertragsentwicklung der anderen Asset-Klassen, wie Aktien und Immobilien.“

Das A und O des Wirtschaftswachstums ist das Vertrauen

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Foto: von links nach rechts: Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der SIGNAL IDUNA,Bernd Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH),  Festredner Steffen Kampeter, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf und des NRW-Handwerkstages (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Steffen Kampeter hinten Bildmitte mit der Sternsinger der Pfarrei Heilige Familie aus Düsseldorf-Stockum, rechts neben Steffen Kampeter Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert und ZDH-Präsident Bernd Wollseifer (Aufnahme: Christian Dick)

Autoren: Ralf Roeb und Christian Dick

In seiner Begrüßungsrede beim Dreikönigsessen des Nordhein-Westfälischen Handwerkstages machte der Präsident des NWHT Andreas Ehlert vor allem deutlich, dass das Handwerk eine klare Werteorientierung habe. Er bekannten sich zu den Werten des christlichen Abendlandes, machte aber auch deutlich, dass Handwerk die PEGIDA-Bewegung, die Islamophohie schüre, nicht unterstütze und lobte daher die Ausschaltung der Lichter am Kölner Dom auf Veranlassung des Kölner Dompropstes Dr. Norbert Feldhoff am 5. Januar 2015. „Egal, ob aus dem Morgenland oder aus dem Abendland…- uns vom Handwerk interessiert nicht, wo einer herkommt, uns interessiert, wo einer hinwill“, erklärte Ehlert mit Vehemenz. „Für uns ist nicht entscheidend, wie jemand heißt oder wer seine Mutter ist, an welchen Gott er glaubt oder welche Feste er feiert“ fügte er hinzu.

Ehlert machte unmissverständlich klar, dass eine Gier, wie die, die zur Finanzmarkt- und  Staatschuldenkrise und schließlich der Euro-Krise geführt habe, die von dem Unternehmen Lehman Brothers ausgegangen sei, mit den Tugenden des Handwerks absolut nichts zu tun hat. An die Adresse der Politik richtete er mit Blick auf den Referenten Steffen Kampeter, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium die Forderung der Schaffung langfristig stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für die fast 200.000 Handwerksbetriebe mit weit über 1 Millionen Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen.

„Niedrige Zinsen haben die Euro-Krise bislang in Zaum gehalten. Niedrigen Zinsen wirken wie eine Droge. Sie machen den Patienten abhängig und zwingen ihn, den Weg des Kraftaufbaus zu gehen“, stellte Dr. Christian Brauckmann, Vorstandsmitglied der WGZ-Bank in seiner Begrüßungsansprache fest. Es fehle derzeit nicht an Liquidität. Es fehle vielmehr an starken Strukturen. Die Genossenschaftsbanken, so Brauckmann hätten die Krisen nicht verursacht, sie hätten in der Krise nicht einen Euro Hilfe bekommen und würden nun von der Regulierungswucht genauso getroffen wie Großbanken. Es dürfe nicht ausschließlich darum gehen, „Banken an die Ketten zu legen“. „Vertrauen ist nicht nur emotional wichtig, sondern Vertrauen ist der entscheidenden Wirtschaftsfaktor“, betonte Brauckmann mit Vehemenz.

Die Festrede von Steffen Kampeter stand unter der Überschrift „Vertrauen als Treiber der Finanzpolitik – Perspektiven für Innovation und Mittelstand“. Kampeter bedankte sich zunächst mit einer Prise Selbstironie beim Nordrhein-Westfälischen Handwerkstag, dass man ausgerechnet einen Politiker zum Thema „Vertrauen“ sprechen lasse. Das Dreikönigsforum des NWHT zeige, dass das Christliche Abendland im Handwerk in Düsseldorf noch geschätzt werde, fuhr er fort. „Neben Gottvertrauen ist das Vertrauen in das gesellschaftliche und politische System unheimlich wichtig. Wenn dieses Grundvertrauen nicht vorhanden ist, brauchen wir gar nicht weiter machen“, hob er weiterhin hervor.

Gesellschaftliches Engagement – das gebe es nicht nur in der Politik, sondern zum Beispiel auch in der Selbstverwaltung des Handwerks. Wichtig sei immer die Bereitschaft zu einem Kompromiss. Es komme ganz besonders auf die Vertrauensbildung zu Institutionen, denn es sei problematisch wenn kein Vertrauen mehr in Ehe und Familie oder in den örtlichen Bürgermeister gegeben sei. So würden in Berichte über die Kirche meist Themen wie sexueller Missbrauch hervorgehoben, aber nicht die Glaubensinhalte.

„Politiker machen nicht immer das, was sie sollen. Aber das europäische repräsentative demokratische Modell ist er sehr erfolgreich“, so Kampeter. „2014 habe das Wirtschaftswachstum in Deutschland 1,5 Prozent betragen. Dies sei ein solides Wachstum, aber kein Anlass zum Jubeln. Der globale Konsum war der Hauptwachstumsfaktor, nicht nur der Export. Über 40 Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit in einer Beschäftigung. Die sozialen Sicherungssysteme sind stabil. Dass diese Überschüsse und Rücklagen erwirtschaften, ist für mich neu“, legte er überdies dar.

Wichtig sei das Vertrauen in das Geld. Entscheidend sei daher die Stabilität des Geldes. Die historische Grunderfahrung der Deutschen liege diesbezüglich auf vielen Speichern oder in vielen Kellern. Die Kerninflation sei mit 0,8 Prozent derzeit sehr niedrig bei einem sehr moderaten Preisumfeld. „Die Gefahr der Deflation sehe ich derzeit nicht“, zeigt sich Kampeter felsenfest überzeugt. Ebenso wichtig sei das Vertrauen in die Steuerpolitik. Zwar habe das Bundesverfassungsgericht die Notwendigkeit einer Änderung der Erbschafsteuer-Regelungen festgestellt. Jedoch sollten Betriebsübergaben an die nächste Generation auch weiterhin steuerlich privilegiert werden, der Gesetzgeber müsse die rechtliche Regelung allerdings präzisieren.

Kampeter gab ein leidenschaftliches Plädoyer für die Erhaltung eines dezentralen Bankensystems auch in Zukunft, da dieses für Kompetenz des deutschen Mittelstands, der im Ausland auch als „German Mittelstand“ bewundert werde, von entscheidender Bedeutung sei. Schließlich sei das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik entscheidend. Das Wachstum sei der Hauptmotor der Wirtschafspolitik.

Die Kernaussage Kampeters lautete „Der wachstumsfreundliche Konsolidierungskurs der Bundesregierung stellte ein grundlegende Voraussetzung für nachhaltiges Vertrauen in die künftigen politischen Rahmenbedingungen für Handwerk und Mittelstand dar. Die vorgezogene Erfüllung des Ziels eines ausgeglichenen Bundeshaushalts bereits ein Jahr früher als verlangt setzt nun ein bedeutendes Signal, welches dieses Vertrauen vertiefen kann und soll. Konsolidierung heißt übrigens nicht „nicht investieren“. Im Gegenteil. Eine lebhafte Investitionstätigkeit von Privatwirtschaft und Öffentlicher Hand wären im Zusammenspiel besonders wichtig und geeignet, die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft zu stärken.“

Abschließend lobte Kampeter die Initiative des Handwerks für Flüchtlinge. „Diese steht für Gottvertrauen und Werteorientierung und zeugt von einer Willkommenskultur in Deutschland, von einem Verständnis der Universalität des Menschen, wie es dem christlichen Abendland gut ansteht.“  

Entscheidung der Schweizer Nationalbank schlägt bei NWHT-Symposium ein wie eine Bombe

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Foto: von links nach rechts. Josef Zipfel wird neuer Hauptgeschäftsführer des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages (NWHT), Professor Dr. Henning Vöpel der Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der SIGNAL IDUNA, Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung; Moderator des Panels Holger Steltzner, Herausgeber der FAZ, Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden,Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes  sowie Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf und des NRW-Handwerkstages (Aufnahme: Christian Dick)

Autoren: Ralf Roeb und Christian Dick

Die Schweizer Nationalbank hat am 20. Januar 2015 die Kopplung des Schweizer Franken an den Euro aufgegeben. Als Folge hiervon ist der Kurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro sofort um 20 Prozent angestiegen. Weiterhin hat die Schweizer Nationalbank den Negativzins von -0,25 % auf -0,75 % erhöht. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser Entscheidung hätte nicht passender sein können. Ausgerechnet zu Beginn des traditionellen Dreikönigstreffens des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages in den Räumlichkeiten der WGZ-Bank war diese Nachricht ein sehr guter Aufhänger für Moderator Holger Steltzner, Herausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das Thema der Podiumsdiskussion passte zu dieser Nachricht wie Faust aufs Auge. Es lautete „Was passiert, wenn der Zins verschwindet? Folgen für den Mittelstand, Kreditwirtschaft und Altersvorsorge“.

Holger Steltzner warf in einer Einführung die Frage auf, ob Europa erstarrt sei auf Grund der derzeitigen Situation eines sehr moderaten Wachstums, einer sehr niedrigen Inflationsrate im Euroraum, die im Jahre 2014 bei einem Durchschnittwert von 0,9 Prozent lag, sowie weiterhin Nullzinsen und nun sogar Negativzinsen. Angesichts der Zinsentwicklung stelle sich die weiterhin die Frage, ob die Weisheit „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ auch gegenwärtig noch gelte, so Steltzner.

Unter den Diskutanten,  Professor Dr. Henning Vöpel der Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung; Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der SIGNAL IDUNA sowie Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, war völlig unstrittig, dass die Kosten der Euro-Krise die Sparer über die Niedrigzinsen tragen. Es kam allerdings zu einem Meinungsstreit zwischen Ulrich Leitermann und Professor Dr. Friederike Welter. Ulrich Leitermann erklärte, dass es gefährlich sei, den Menschen zu erklären, dass sich das Sparen auf Grund der Niedrigzinsen nicht mehr lohne, wohingegen man beim Sparen vielmehr den langfristigen Horizont im Blick haben müsse. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es in einigen Jahren wieder zu einem Zinsanstieg komme. Wenn man die Menschen vom Sparen abhalte und damit nichts für die Altersvorsorge zu unternehmen, drohe die Gefahr erheblichen Altersarmut. Professor Dr. Friederike Welter war indes sehr skeptisch, dass bald die Zinsen wieder ansteigen würden. Sie warf die Frage auf, was man in einer Situation machen müsse, wenn es langfristig keine Zinsen mehr gebe.

Finanzpolster unterschiedlich

„Mehr als 2,6 Millionen Selbstständige sind Solo-Unternehmer. Das ist eine Steigerung von über 40 Prozent seit dem Jahr 2000. Sie sind überdurchschnittlich qualifiziert, aber das spiegelt sich vielfach nicht im Einkommen. Dieses ist vielfach unterdurchschnittlich. (Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung – DIW Berlin). Professor Dr. Friederike Welter sah insbesondere „Solo-Unternehmer“, die eine eher niedrige Einkommenslage haben, der großen Gefahr der Altersarmut ausgesetzt. Sie legte dar, dass es je nach Branche Solo-Unternehmer gebe, die sehr erfolgreich agierten, während andere sehr hart kämpften müssten.

Das Problem der drohenden Zunahme der Altersarmut ist gerade im Bereich der Handwerkskammer Dresden besonders evident. Dr. Jörg Dittrich legte dar, dass im Handwerk in Sachsen rund 30 Prozent der Beschäftigten vom Mindestlohn betroffen seien. „Diese Menschen können gar nicht sparen. Und diejenigen, die vorher sparen konnten, sind jetzt auch von den Niedrigzinsen betroffen“, so Dittrich.

Welter und Dittrich erhoben die Forderung nach stärkerer Förderung, damit diejenigen, die nicht sparen könnten, auch sparten, und nur diejenigen, die nicht sparfähig seien durch den Staat gestärkt werden müssten.

Vertrauen in den Euro

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Foto: Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden (Aufnahme: Christian Dick)

Dr. Jörg Dittrich berichtete, dass aus seinen Gesprächen mit Kunden, Mitarbeitern und Mitarbeitern im Bereich der Handwerkskammer Dresden hervorgehe, dass das Vertrauen in die gemeinsame Währung zur Zeit das Kernproblem sei.

Niedrigzinsen von Politik gewollt

Die Niedrigzinsen, so legten insbesondere Professor Dr. Vöpel und Michael Breuer dar, seien von der Politik festgelegt worden, um die Folgen der Euro-Krise abzumildern. Durch viel Liquidität werde die Zeit der Krisenländer in Südosteuropa für die Umstrukturierungsmaßnahmen gestreckt. Dies seien Schäden für die Finanzpolitik, so Breuer.

Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB)

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Foto: Michael Breuer (Aufnahme: Christian Dick)

Breuer konstatierte, dass die EZB in ihrer Grundkonstruktion eine wesentlich größere Machtfülle bekommen habe, als es ursprünglich geplant gewesen sei. Dies führte er auf einen Mangel an Bereitschaft zurück, in Europa zu regieren.  Breuer machte außerdem keinen Hehl daraus, dass er den geldpolitischen Kurs der EZB als falsch ansieht. Insbesondere den möglichen Kauf von Staatsanleihen durch die EZB sieht er mit großem Unbehagen. Er betonte, dass ein solches Vorgehen der Offenbarungseid sei, dass die EZB-Zinspolitik am Ende angekommen sei. Man erlebe derzeit, dass der geldpolitische Kurs der niedrigen Zinsen seitens der EZB, die jetzt praktisch zu Nullzinsen geführt hätten, nicht die erhofften Konjunkturimpulse für Südeuropa geliefert hätten. Breuer brachte zum Ausdruck, dass er in dem durch den Präsidenten der EZB Mario Draghi  erwogenen Aufkauf von Staatsanleihen erhebliche Risiken sieht.

Bankenregulierung in Europa

Michael Breuer legte dar, dass die nunmehr beschlossene Europäischen Bankenunion durch die die EZB die Bankenaufsicht in Europa übernommen habe, kleine Banken genauso treffen wie Großbanken. Dies sei für kleine Banken eine erhebliche Herausforderung.

Zinsniveau und Investitionen

Holger Steltzner warf die Frage auf, ob der Zinsschnitt der EZB zu einer Ankurbelung des Wachstums führen könne und ein Anreiz für Investitionen sein könne. Ulrich Leitermann sah als Motiv für Investitionen die Zinsen nicht als prioritäres Kriterium an, sondern lediglich als einen von vielen Faktoren. Er erklärte, dass Unternehmer bei einer Investition vielmehr den Erfolg ihres Produkts am Markt im Blick hätten. Außerdem, so Leitermann, sei das Vertrauen in den Markt von entscheidend Bedeutung. Diese Ausführungen fanden die breite Zustimmung des Auditoriums.

Unter des Gästen des Dreikönigstreffens waren unter anderem folgende Personen:

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Foto: Otto Kentzler, Ehrenpräsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Vize-Präsident des NRW-Landtags Eckhard Uhlenberg und Politik-Berater Hermann-Josef Arentz (Aufnahme: Christian Dick)

Deutsche Bank feiert ihr 100-jähriges Jubiläum in Bonn

 

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Foto: Dr. Stephan Leitner, Deutsche Bank Vorstandsmitglied, Martin Renker, Leiter der Geschäftsregion West,  Reinhard Limbach, 1. Bürgermeister der Stadt Bonn, Ralph Fammels
(Marktgebietsleiter Privatkunden), Rainer Stelzer, Sprecher der Geschäftsleitung Bonn und  Matthias Buck, Regionsleiter Privat- und Firmenkunden Köln/Bonn/Aachen und Sprecher der Geschäftsleitung Köln (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Deutsche Bank seit 1914 unter eigenem Namen in Bonn präsent / Regionale Verwurzelung in Stadt und Region gewürdigt

Mit einem Festakt im Kammermusiksaal des Bonner Beethoven-Hauses hat die Deutsche Bank im Oktober mit Kunden ihr 100-jähriges Jubiläum in der Bundesstadt Bonn gefeiert. Für die Deutsche Bank hat die Stadt Bonn seit dem Wechsel der Bundesregierung nach Berlin keineswegs an Attraktivität verloren. Ganz im Gegenteil. Der Grund hierfür: In Bonn pulsiert auch heute noch das wirtschaftliche Leben, es gibt dort viele Bundesbehörden und auch die UNO hat dort einen Sitz. Die Stadt bietet auch langfristig ein sehr großes Zukunftspotenzial. Und schließlich ist die Lebensqualität in der Stadt beeindruckend. Die Deutsche Bank setzt daher auf die Boom-Region Bonn und hält dem Standort und den Menschen in der Region, mit denen sie in besonderer Weise auf Tuchfühlung geht, langfristig die Treue.

Historie

Seit 1914 ist die Deutsche Bank in Bonn unter eigenen Namen präsent. Damals hatte die Deutsche Bank die Bergisch Märkische Bank (Elberfeld) und ihre Filialen übernommen – dazu zählte auch der heutige Bonner Hauptsitz des Geldhauses am Kaiserplatz 9. Daneben hat die Deutsche Bank in Bonn heute Filialen in Bad Godesberg sowie Duisdorf und Beuel. 78 Mitarbeiter betreuen rund 65.000 Kunden, das Geschäftsvolumen beträgt circa 2,3 Mrd Euro.

Festakt im Beethovenhaus

Die Deutsche Bank hat sich die Förderung der Kultur auf die Fahne geschrieben. Daher konnte für den Festakt in Bonn kein besseres Ort als das Beethovenhaus ausgewählt werden. Zunächst wurde den Gästen in Führungen durch das Haus das Schaffen dieses bedeutenden Sohnes der Stadt Bonn noch näher gebracht. Die Deutsche Bank fördert schon seit langem die Berliner Philharmoniker. Im Rahmen des Festakts spielte das Bratschenquartett der Berliner Philharmoniker und wurde mit sehr großem Beifall bedacht.

Foto: Behrendt & Rausch Fotografie

Foto: Der Kammermusiksaal im Bonnere Beethovenhaus ist nach dem ehemaligen Vorstand der Deutschen Bank Hermann-Josef Abs benannt, hier eine Aufnahme des Konzerts des Bratschenquartetts der Berliner Philharmoniker (Quelle: Deutsche Bank).

Dr. Stephan Leithner, Deutsche Bank Vorstandsmitglied, Matthias Buck, Regionsleiter Privat- und Firmenkunden Köln/Bonn/Aachen und Sprecher der Geschäftsleitung Köln sowie Rainer Stelzer, Sprecher der Geschäftsleitung Bonn, und Martin Renker, Leiter der Geschäftsregion West, begrüßten rund 200 geladene Gäste. Weiterer Festredner war Reinhard Limbach, Bürgermeister der Stadt Bonn. Für die musikalische Begleitung des Festakts sorgte ein Bratschenquartett der Berliner Philharmoniker.

Der Realwirtschaft eng verbunden

Vorstandsmitglied Dr. Stephan Leithner hob in seiner Rede die enge Verbindung der Deutschen Bank mit der Realwirtschaft hervor: „Firmenkunden und institutionellen Kunden bietet die Deutsche Bank das ganze Spektrum einer internationalen Bank, von der Zahlungsverkehrsabwicklung über die gesamte Bandbreite der Unternehmensfinanzierung bis hin zur Begleitung bei Börsengängen, Übernahmen und Fusionen. Und unsere Privatkunden profitieren von der gesamten Leistungspalette einer Universalbank – mit einer Rundumbetreuung von der Kontoführung über die Geld- und Wertpapieranlage bis hin zur Vermögensverwaltung.“

Spannender Wirtschaftsstandort Bonn

Zuvor ließ Matthias Buck, Regionsleiter Privat- und Firmenkunden Köln/Bonn/Aachen und Sprecher der Geschäftsleitung Köln, in seiner Begrüßungsrede die Anfänge der Deutschen Bank in Bonn vor 100 Jahren Revue passieren: „Unserer Geschichte fühlen wir uns verbunden und verpflichtet. Wir haben allen Anlass, unseren Kunden, mit denen wir oft seit Jahrzehnten eng zusammenarbeiten, aufrichtig für ihre Treue zu danken. Die Deutsche Bank in Bonn bekennt sich klar zu diesem spannenden und prosperierenden Wirtschaftsstandort.“ So sei Bonn der Sitz von Großunternehmen wie Deutsche Post/DHL, Deutsche Telekom AG oder der zum Deutsche Bank Konzern gehörigen Postbank AG sowie von Traditionsunternehmen mit Weltruf wie Haribo, Verpoorten, Kessko oder der Orgelmanufaktur Johannes Klais. Bonn habe den Wandel von einstiger Bundeshauptstadt hin zur Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturmetropole mit Bravour gemeistert.

Verlässliche Partnerschaft

Die enge und erfolgreiche Verzahnung zwischen Stadt, Wirtschaft und Wissenschaft mache die Beethovenstadt am Rhein besonders attraktiv, sagte Bürgermeister Reinhard Limbach in seinem Grußwort. Er würdigte die regionale Verwurzelung der Deutschen Bank Bonn: „Wir sind froh, dass wir sie als verlässlichen und traditionsreichen Partner in unserer Stadt haben. Als Wirtschaftsunternehmen und Arbeitgeber ist die Deutsche Bank eine wichtige Größe in Bonn. Aber auch das gesellschaftliche Engagement der Deutschen Bank in unserer Stadt und für unsere Region ist beachtlich“, so der Bürgermeister.

Hilfe für Tumorzentrum Bonn e.V.

An das Thema soziale Verantwortung knüpfte beim anschließenden Empfang der Sprecher der Geschäftsleitung Bonn, Rainer Stelzer, an: „Mit der regionalen Deutsche Bank Köln/Bonn/Aachen-Stiftung können wir benachteiligten Menschen konkrete und wirksame Hilfe anbieten.“ Das neueste Projekt ist die Krebsberatungsstelle des Tumorzentrums Bonn e.V. Die Stiftung finanziert für 12 Monate das Honorar für eine Diplom-Sozialarbeiterin. Die 2013 gegründete Deutsche Bank Köln/Bonn/Aachen-Stiftung unterstützt außerdem etwa Kinderhospize und Kinderheime in der Region.

Jahr der Jubiläen

Zugleich erinnerte Rainer Stelzer an weitere aktuelle Jubiläen im Jahr 2014: So besteht der Verein Beethoven-Haus seit 125 Jahren und der nach dem ehemaligen Deutsche Bank Chef Hermann J. Abs benannte Kammermusiksaal seit 25 Jahren. Ebenso lange existiert die Kooperation der Deutschen Bank mit den Berliner Philharmonikern. Und schließlich feierte das Beethovenfest in diesem Jahr Zehnjähriges – das Projekt „Schülermanager beim Junge Beethovenfest“ wird seit Jahren von der Deutsche Bank Stiftung unterstützt.

Historischer Rückblick

Seit 1914 ist die Deutsche Bank unter ihrem eigenen Namen in Bonn präsent. Die Filiale Bonn entstand zum 31. März 1914 durch die Übernahme der Bergisch Märkischen Bank (Elberfeld) und ihrer Filialen durch die Deutsche Bank. Die Bergisch Märkische Bank Filiale Bonn wiederum war 1901 durch die Übernahme des 1859 gegründeten Bankhauses Goldschmidt & Co. in Bonn entstanden. Eine weitere Herkunftslinie führt noch weiter in die Vergangenheit. Der seit 1914 zum Konzern der Disconto-Gesellschaft, Berlin, gehörende A. Schaaffhausen’sche Bankverein, Köln, übernahm 1904 die seit 1896 bestehende Westdeutsche Bank vormals Jonas Cahn, Bonn. Die Westdeutsche Bank vormals Jonas Cahn, wurde 1771/72 als Bankhaus Jonas Cahn, Bonn, gegründet. Die A. Schaaffhausen’sche Bankverein Filiale Bonn wurde nach der Fusion der Disconto-Gesellschaft mit der Deutschen Bank am 29. Oktober 1929 mit deren Bonner Filiale verschmolzen. Durch die Eingemeindungen von Beuel und Bad Godesberg kamen 1969 weitere Niederlassungen zur Bonner Filiale. Anlässlich der Übernahme der Bergisch Märkischen Bank 1914 wurde deren am Kaiserplatz 9 gelegenes Bankgebäude von der Deutschen Bank ebenfalls übernommen. Nach Kriegsbeschädigung 1944, dem Wiederaufbau und mehreren Umbauten kam es 1982 zu einem kompletten Neubau, der schon 1999-2001 durch das heutige Gebäude an gleicher Stelle ersetzt wurde.