Archiv der Kategorie: Wissenschaft – Forschung

Zusammenarbeit von Hochschulen und Industrie: Projekte bestätigen enorme Potenziale von Graphen

NRW-Wissenschaftsministerin Schulze lobt Erfolge von drei Forschungskooperationen

Das aus reinem Kohlenstoff bestehende Material Graphen hat durch seine einzigartige Kombination von Eigenschaften wie Leitungsfähigkeit, Flexibilität oder Belastbarkeit das Potential zu großen technologischen Fortschritten. Mit dem Förderwettbewerb „Orientierungsprojekte für Anwendungsmöglichkeiten von Graphen und 2D-Materialien‟ zielte die Landesregierung im Jahr 2015 darauf ab, dieses Potential zu prüfen.

Die drei geförderten Projekte als Kooperationen zwischen Hochschule und einem Partner aus der Industrie hat das Land jeweils mit bis zu 50.000 Euro finanziert, mindestens 20 Prozent steuerten die Projekt-partner bei. Nun wurden die drei Projekte mit großem Erfolg beendet.

„Im Verhältnis zum Graphene Flagship Project der Europäischen Union, die eine Milliarde Euro investiert, hat auch unsere Mikro-Förderung beachtliche Resultate vorzuzeigen. Zielgenaue Fragestellungen und die Zusammenarbeit mit der Industrie haben sich als effektiv erwiesen‟, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

So hat das Projekt „Frequenzverhalten photonischer Mixer aus Graphen und 2D-Materialien‟ an der Universität Siegen (Prof. Dr. Max Lemme) in Zusammenarbeit mit der PMD Technologies GmbH gezeigt, dass sich Graphen für neuartige Sensoren eignet. Damit könnten beispielsweise Unfallvermeidungssysteme künftig für noch mehr Sicherheit sorgen.

Die Universität Bielefeld (Prof. Dr. Armin Gölzhäuser) ist im Projekt „Energieeffiziente Herstellung von Kohlenstoff-Nanomembranen‟ gemeinsam mit CNM Technologies GmbH dem Ziel näher gekommen, skalierbare Membranen aus Kohlenstoff mit gleichbleibenden Eigenschaften zu produzieren. Solche Membranen könnten zum Beispiel für eine effiziente Energiespeicherung eingesetzt werden.

Dass Graphen für korrosionsbeständige Beschichtungen geeignet ist, hat das Projekt „C-nanoGen (Steckverbinder mit nicht-metallischen Signalleitern aus Kohlenstoff)‟ an der Universität zu Köln (Prof. Dr. Sanjay Mathur) zusammen mit WBT-Industrie GmbH nachgewiesen.

Warum sich NRW gegenüber Bayern nicht verstecken muss

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besucht das ESA/EAC und DLR in Köln

Autor: Christian Dick

Gruppenbild mit Hannelore Kraft_klein

Foto: Gruppenfoto: Begrüßung beim European Astronaut Centre (ESA/EAC), v.l.n.r.:  Frank De Winne, Leiter des EAC, Belgischer ESA-Astronaut, erster European ISS Commander; der Martin Dörmann, SPD-Bundestagsabgeordneter für Wahlkreis Köln I und Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Dr. Alexander Gerst, Deutscher ESA-Astronaut, Klaus Hamacher, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des DLR

In Sachen Forschung und Wissenschaft ist Nordrhein-Westfalen überaus erfolgreich. Die NRW-Landesregierung fördert dies nachhaltig und das Herzblut von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hängt ganz besonders an diesem für die Zukunftsfähigkeit des Bundeslandes so wichtigen Themenfeld. Die Affinität von Hannelore Kraft zur Wissenschaft rührt nicht zuletzt daher, dass sie von November 2002 bis Juni 2005 Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen war. Auch ihre frühere berufliche Tätigkeit als Projektleiterin bei der Beratungsgesellschaft Zentrum für Innovation und Technik (ZENIT GmbH) in Mülheim hat sie in dieser Hinsicht geprägt. Die Hochschulen Nordrhein-Westfalens genießen eine hervorragende Reputation in Sachen Forschung. Dies wird durch die erfolgreiche Bilanz der Auszeichnungen der Hochschulen in diesem Bundesland eindrucksvoll bestätigt. Zwei Elite-Universitäten, zehn Exzellenzcluster und fünf Graduiertenschulen – damit steht Nordrhein-Westfalen in der zweiten und letzten Phase der Exzellenzinitiative überaus erfolgreich da. Im Vergleich zur ersten Phase der Exzellenzinitiative haben die NRW-Hochschulen ein Zukunftskonzept und drei Exzellenzcluster mehr eingeworben. Nachdem die RWTH Aachen ihren Elite-Status verteidigen konnte, darf sich nun auch die Universität Köln als Elite-Universität bezeichnen.

In der zweiten Phase der Exzellenzinitiative haben sich darüber hinaus die Universitäten in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster mit insgesamt zehn Exzellenzclustern und fünf Graduiertenschulen erfolgreich im bundesweiten Wettbewerb behauptet. Bis 2017 erhalten die genannten Universitäten infolgedessen rund eine halbe Milliarde Euro zusätzlich für Forschung und Nachwuchsförderung.

Am 4. Mai besuchte Hannelore Kraft  das European Astronaut Centre (ESA/EAC) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Dort hat man sich die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ganz groß auf die Fahnen geschrieben. So werden dort Master- und Ph.D.-Absolventen  sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Hannelore Kraft war von der Führung durch die ESA mit dem deutschen Astronaut Alexander Gerst stark beeindruckt. Besonders gerührt war Hannelore Kraft als ihr Alexander Gerst ein Emblem seiner letzten Mission, die „blue dot“ hieß, schenkte. Dieses Emblem hatte die beachtliche Strecke von 110 Millionen Kilometern zurückgelegt.

Alexander Gerst schenkt Hannelore Kraft das Emblem seiner letzten Mission_klein

Foto: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Alexander Gerst präsentieren das Emblem der letzten Mission Alexander Gerst (Aufnahme: Christian Dick)

Besonders hervorzuheben ist schließlich das neue Projekt „LUNA European Exploration LAB“. Das Europäische Astronautenzentrum und das DLR arbeiten an einem Mondanalog, um Technologien und Verfahren zur Exploration der Mondoberfläche zu entwickeln und zu testen. In einem ersten Schritt entstehen gegenwärtig 1000 m2 simulierte Mondoberfläche unter einem Halbkugeldom. Der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel machte für diesen Bau am 6. Mai den ersten Spatenstich.

Wuppertal Institut ist weltweit Vorreiter im Umweltschutz

 

Bildmitte_Svenja Schulze_Andreas Mucke_Prof. Dr. Uwe Schneidewind_kleinFoto: Hoch hinaus auf einer Schwebebühne ging es für den Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke, NRW-Wissenschaftsminister Svenja Schulze und der Präsident und wissenschaftliche Geschäftsführer des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Professor Dr. Uwe Schneidewind (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

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Foto: Professor Dr. Uwe Schneidwind, der Präsident des Wuppertal Institut (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

In Wuppertal werden in Sachen Umwelt- und Klimaschutz internationale Standards gesetzt. Das Wuppertal Institut ist ein Beleg für die Stärke des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Nordrhein-Westfalen. Dies ist ein Pfund, mit dem Nordrhein-Westfalen wuchern kann. Es braucht daher den Vergleich mit Bayern keineswegs zu scheuen.

Vor 25 Jahren hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie am Döppersberg in unmittelbarer Nähe des Wuppertaler Hauptbahnhofs seine Arbeit aufgenommen. Dieses Jubiläum hat das Institut zum Anlass genommen, im April 2016 ein neues  Corporate Design und ein neues Instituts-Logo vorzustellen, wodurch die Transformationsorientierung des Wuppertal Institutes noch stärker zur Geltung gebracht werden soll. Das Institut hat auf seinem Logo jetzt nur noch „Wuppertal Institut“ stehen. Auf der Internetseite des Instituts steht „Wissen für den Wandel“ und weiter heißt es hier „Die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist ein offener Suchprozess. Wissenschaft und Bildung sind dafür zentral.“ Der Begriff der Nachhaltigkeit hat durch die UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), die im Rahmen der  3. Vertragsstaaten-Konferenz am 11. Dezember 1997 mit dem Kyoto-Protokoll besiegelt wurde, das erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Verringerungsverpflichtungen für die Industrieländer festgelegt hat, einen besonderen Bedeutungsschub bekommen.

Das neue Logo an der Fassade des Wuppertal Instituts wurde am 4. April 2016 in Anwesenheit von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke feierlich enthüllt.  Mit der Logo-Enthüllung wurde zeitgleich das Jubiläumsjahr des Instituts unter dem Motto „Welcome to Wuppertal – Making Utopia possible“ eingeläutet, das in der Woche vom 5. bis 9. September seinen Höhepunkt haben wird.

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Foto: Enthüllung des neue Logo des Wuppertal Institut (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

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Foto: So sieht das neue Logo des Wuppertal Institut aus. (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Bedeutender Impulsgeber für die nationale und internationale Wissenschaftslandschaft im Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich

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Foto: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (Aufnahme, copyright; Christian Dick)

In Ihrem Festvortrag erklärte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze: „Wer sich in der Wissenschaftswelt von Nordrhein-Westfalen bewegt, der stößt früher oder später unweigerlich auf die Spuren unseres ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Auf die zahlreichen Fachhochschulen zum Beispiel, auf die Fernuniversität in Hagen oder aber auf das Wuppertal Institut. Das Wirken von Johannes Rau prägt die Wissenschafts- und Forschungslandschaft unseres Bundeslandes bis heute. Und Institutionen wie das Wuppertal Institut sind ein Beleg für seine besondere Weitsicht.

„Welcome to Wuppertal – Making Utopia possible“ – der Titel des Jubiläumsjahres könnte treffender kaum sein. Wenn Johannes Rau nicht schon früh daran geglaubt hätte, dass mehr Bildungsgerechtigkeit möglich und die Gründung der Fernuniversität Hagen und der Fachhochschulen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, dann würde unserem Bildungssystem heute ein wichtiger Teil fehlen.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Gründung des Wuppertal Instituts. Wer vor 25 Jahren von transformativer Wissenschaft gesprochen hat, wer zu dieser Zeit den Gedanken der Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen verankern wollte, der wird nicht selten ungläubige Blicke geerntet haben. Kaum verwunderlich, schließlich war 1991 ein Jahr großer politischer Umwälzungen. Das Ende des Kalten Krieges und die deutsche Wiedervereinigung veränderten die Welt. Und dennoch haben kluge Leute damals erkannt, dass die Zeit reif ist für eine Einrichtung wie das Wuppertal Institut. Schließlich rückte mehr und mehr auch der Klimawandel als globale Herausforderung in das Bewusstsein der Menschen.

Entwickelt hat sich daraus bis heute ein bedeutender Impulsgeber für die nationale und internationale Wissenschaftslandschaft im Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich. Dass diese Impulse aus Nordrhein-Westfalen kommen, verdankt unser Land auch Menschen wie Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der das Wuppertal Institut fast zwanzig Jahre lang geprägt hat, und Prof. Peter Hennicke, der das Institut von 2000 bis 2008 geleitet hat. Und das verdanken wir Ihnen, sehr geehrter Herr Prof. Schneidewind. Ihnen danke ich heute im Namen der Landesregierung stellvertretend für alle, die sich in den vergangenen 25 Jahren um die Arbeit des Wuppertal Instituts verdient gemacht haben.“

Das Wuppertal bietet insbesondere eine Fülle an interessant Informationen und wissenschaftlichen Publikationen. Weiterführende Informationen über das Wuppertal Institut sind auf folgender Internetseite zu finden: http://wupperinst.org/

Ministerin Schulze zeichnet exzellente Forscher mit Innovationspreis 2015 aus

Autor: Christian Dick

Bedeutendster Forschungspreis Nordrhein-Westfalens geht nach Köln, Jülich und Mülheim

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat bei einer Festveranstaltung in Düsseldorf vier exzellente Forscher mit dem NRW-Innovationspreis ausgezeichnet. Der bedeutendste Forschungspreis des Landes geht an: Prof. Jürgen Wolf (Innovation, Universitätsklinikum Köln), Stephan Binder und Georg Schaumann (Nachwuchs, Forschungszentrum Jülich) und Prof. Robert Schlögl (Ehrenpreis, Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, Mülheim an der Ruhr). Über 400 Gäste aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik machten die Preisverleihung in der K 21 Kunstsammlung zu einem glanzvollen Abend.

„Für echten Fortschritt braucht es Menschen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen“, sagte die Ministerin. „Mit dem Innovationspreis ehren wir vier Wissenschaftler, die diesen Mut aufgebracht haben. Sie bringen uns mit ihrer Forschung in Zukunftsfeldern wie Medizin, Energie und Ernährung voran – und stehen damit für die exzellente wissenschaftliche Arbeit in unserem Land. Die heutige Preisverleihung zeigt das hohe Innovationspotenzial des Wissenschaftsstandorts NRW.”

Der Innovationspreis ist mit insgesamt 150.000 Euro dotiert und nach dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten die höchstdotierte Auszeichnung dieser Art in Deutschland. Er wurde zum siebten Mal in den Kategorien Innovation, Nachwuchs und Ehrenpreis vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger waren zuvor von einer Jury unter dem Vorsitz des Präsidenten der Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Prof. Dr. Henning Kagermann, ausgewählt worden. Geehrt wurden sie für exzellente Forschung, die sich sowohl durch gesellschaftliche Relevanz als auch Praxisbezug auszeichnet.

Die Innovationspreisträger 2015:

Kategorie Innovation (100.000 Euro): Der Kölner Mediziner Prof. Jürgen Wolf (56) entwickelt mit seinem Team personalisierte Therapieansätze für Krebspatienten. Maßgeschneiderte Behandlungen auf Basis genetischer Untersuchungen führen immer öfter insbesondere bei Patienten mit Lungenkrebs zu einer höheren Lebenserwartung. Gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Reinhard Büttner hat der Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln (CIO) das „Netzwerk Genomische Medizin (NGM)“ gegründet – ein Zusammenschluss von über 250 Kliniken und Arztpraxen. Über das NGM erhalten die Kölner Experten pro Jahr mehr als 5.000 Gewebeproben von Lungenkrebspatienten aus Deutschland. Sie bestimmen durch ihre Analysen, welche genetische Veränderung zu Entstehung oder Wachstum des Tumors geführt hat und geben Empfehlungen für individualisierte Behandlungen. Personalisierte Therapie kann mittlerweile fast flächendeckend Patienten erreichen. In der klinisch-wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Landschaft Deutschlands hat das NGM ein Alleinstellungsmerkmal.

Kategorie Nachwuchs (50.000 Euro): Die Arbeit von Stephan Binder (32) und Georg Schaumann (34) ist von großer Bedeutung für die industrielle Biotechnologie: Die beiden Biologen haben am Forschungszentrum Jülich ein Verfahren entwickelt, das die Suche nach produktiven Mikroorganismen für die Herstellung wichtiger Nährstoffe oder Pharmazeutika millionenfach beschleunigt. Durch den Einsatz intrazellulärer Sensoren werden hochproduktive Mikroorganismen zum Leuchten gebracht und können so unter Milliarden anderer identifiziert werden. Dieses Screening ermöglicht den Unternehmen der industriellen Biotechnologie die schnelle Entwicklung neuer, hochproduktiver Stämme – und kann ihnen große Wettbewerbsvorteile verschaffen. Mikroorganismen produzieren beispielsweise jährlich Millionen von Tonnen Aminosäuren für die Nahrungsmittelindustrie. In ihrem Ausgründungsprojekt SenseUp wollen die Wissenschaftler vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-1) die Technik zur Marktreife weiterführen.

Kategorie Ehrenpreis (keine Dotierung): Prof. Robert Schlögl (61) ist einer der renommiertesten deutschen Energieforscher. Er ist seit 1994 Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und seit 2011 Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion in Mülheim a. d. Ruhr. Die Arbeiten des Chemikers liefern wichtige Beiträge zur Energiewende. Ein Ziel ist, Sonnenlicht in energiereichen Molekülen zu speichern und Energie auf diese Weise unabhängig von Ort und Zeit nutzbar zu machen. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit: Die Umwandlung von elektrischem Strom in Wasserstoff, künstliche Treibstoffe für Fahrzeuge oder auch künstlicher Dünger. Schlögl leitet auch den Steuerkreis des interdisziplinären Projekts „Energiesysteme der Zukunft“, mit dem die deutschen Wissenschaftsakademien die Umgestaltung der Energieversorgung unterstützen.

Mit 50 Jahren noch jung

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Foto: Der Blickfang beim Jubiläums-Festakt der Heinrich-Heine-Universität war das Kleid von Rektorin Professor Dr. Anja Steinbeck (links), Bildmitte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel, daneben seine Ehefrau Dr. Vera Geisel (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Die Studtentinnen Yutian Gao (Germanistik) (links) und Seyda Özgenc (Masterstudiengang Psychologie und Medienwissenschaften) schätzen die internationale Ausrichtung der Heinrich-Heine-Universität und das internationale Flair Düsseldorfs sehr. (Aufnahme: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Paul Mikat (CDU) war von 1962 bis 1966 Kultusminister von Nordrhein-Westfalen. Sein Herzblut lang an der Einrichtung einer Universität in Düsseldorf. Bereits seit 1907 gab es in Düsseldorf die Städtischen Krankenanstalten und die Akademie für praktische Medizin. Diese erwarb sich nach dem 2. Weltkrieg einen hervorragenden Ruf im Bereich der Herzmedizin. Dr. Franz Meyers (CDU), der ab 1966 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen war, verbot Paul Mikat ausdrücklich in Nordrhein-Westfalen über eine mögliche Universität Düsseldorf zu sprechen. Paul Mikat griff dieses Thema jedoch bei einem Vortrag in Bayern auf. Als der Ministerpräsident ihn dafür zur Rede stellte, entgegnete Mikat, dass man ihm nur verboten habe, dieses Thema in Nordrhein-Westfalen anzusprechen. Paul Mikat, der so schlau wie ein Fuchs war, hatte noch ein weiteres Argument für die Gründung einer Universität in Düsseldorf. Während nämlich Westfalen mit den Standorten Münster, Dortmund, Bochum und Bielefeld vier Universitätsstandort hatte, gab es im Rheinland mit Aachen, Köln und Bonn bis Mitte der 1960er Jahre nur drei Universitätsstädte. Dieses Argument war schlagkräftig. Somit ging die Akademie für praktische Medizin im Jahre 1965 in der Universität Düsseldorf auf. 1966 konstituierte sich die Universität Düsseldorf mir einer Medizinischen und einer kombinierten Naturwissenschaftlich-Philosophischen Fakultät. 1969 wurde die kombinierte Naturwissenschaftlich-Philosophische Fakultät in in eine Mathematisch-Naturwissenschaftliche und eine Philosophische Fakultät aufgeteilt. 1973 gingen die bisherigen Städtischen Krankenanstalten-Universitätskliniken von der Stadt Düsseldorf in die Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (Universität) über.

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Foto: Pina Atalay, Bildmitte, hier im Gespräch mit Professor Dr. Ulrich von Alemann und Rektorin Professor Dr. Anja Steinbeck, führte durch den Abend in der Tonhalle. (Aufnahme: Christian Dick)

Die Universität Düsseldorf wurde nach langen, teils heftigen Diskussionen, die heute niemand mehr so richtig verstehen kann, im Jahre 1988 in Heinrich-Heine-Universität umbenannt, was eigentlich längst überfällig war. Der Festakt zum 50jährigen Jubiläum der Heinrich-Heine-Universität mit 1200 Gästen in der Düsseldorfer Tonhalle am 16. November 2015 begann zunächst mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge in Paris am 13. November 2015. „Was wohl Heinrich Heine, dieser eigensinnige Kopf, kritische Journalist und dieser Mann, der in Paris lebte, angesichts der Anschläge von Paris sagen?“, fragte Pina Atalay, Moderatorin der ARD-Tagesthemen, die durch den Abend führte. Die Antwort wäre Atalay zufolge etwa folgendermaßen „Wir bewegen uns in schwierigen Zeiten. Und deshalb ist es umso wichtiger, eine Denk- und Lernstätte wie die Heinriche-Heine-Universität zu feiern.“

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Foto: Denkmal des Düsseldorfer Bildhauers Bert Gerresheim zu Ehren von Heinrich Heine auf dem Universitätscampus (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: Bildhauer Bert Gerresheim war beim Festakt ebenfalls zu Gast. (Aufnahme: Christian Dick)

Bürgernahe Hochschule

In ihrer Begrüßungsrede ging Universitätsrektorin Professor Dr. Anja Steinbeck auf die Aktionen ein, die die Heinrich-Heine-Universität im Jubiläumsjahr durchgeführt hat. Die Universität hatte mit einem Karnevalswagen am Rosenmontagszug 2015 teilgenommen, es wurde ein Open-Air-Konzert auf dem Schadowplatz veranstaltet und es wurde eine „Nacht der Wissenschaft“ im Haus der Universität auf dem Schadowplatz durchgeführt. In Sachen PR-Arbeit ist die Heinrich-Heine-Universität exzellent. Dank dem Mäzen Udo van Meeteren war es der Heinrich-Heine-Universität, die ursprünglich ihre Hauptgebäude in unmittelbarer Nähe des heutigen Landtags hatte, wieder mehr in die Stadt rücken, den Dialog mit den Bürgern aufnehmen und den Menschen in der Stadt damit die Wissenschaft näher bringen. Am 20. September 2013 wurde nämlich das „Haus der Universität“ am Schadowplatz eröffnet. Durch die großzügige Unterstützung der „Stiftung van Meeteren“ verfügt die Heinrich-Heine-Universität zum ersten Mal in ihrer Geschichte über ein Tagungs-, Informations- und Beratungszentrum im Zentrum Düsseldorfs.

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Foto: Rektorin Professor Dr. Anja Steinbeck, NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Professor Dr. Ulrich von Alemann (Aufnahme: Christian Dick)

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, die in Vertretung von Ministerpräsidentin Kraft, dem Festakt beiwohnte, betonte, die Heinrich-Universität stehe auch international ganz hoch oben. wies darauf hin, dass die Heinrich-Heine-Universität ohne das tatkräftige Engagement der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e. V. nicht so weit gekommen wäre. Sie lobte weiterhin, dass der Universität der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen liegt.

Die Forschungsbedingungen an der Heinrich-Heine-Universität wurden immer mehr verbessert und weiter ausgebaut. Es kam in den 1990er Jahren eine Juristische Fakultät hinzu. Der Neubau des Juridicums auf dem Campus konnte am 26. Januar 1996 bezogen werden. Am 30. November 2010 wurde das „Oeconomicum“ eingeweiht. Der Neubau der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und die Einrichtung mehrerer volkswirtschaftlicher Lehrstühle mit Schwerpunkt Wettbewerbsökonomie wurden durch eine Spende der Schwarz-Schütte-Förderstiftung in Höhe von 40 Mio. Euro ermöglicht.

Die Heinrich-Heine-Universität zählt heute 30.000 Studentinnen und Studenten. Auch für junge Menschen aus anderen Ländern ist die Düsseldorfer Universität sehr attraktiv. Oberbürgermeister Thomas Geisel brachte zum Ausdruck, dass es sein erklärtes Ziel mehr preiswerten Wohnraum zu schaffen, damit die Studentinnen und Studenten nicht aus dem Umland nach Düsseldorf einpendeln müssen und sich in Düsseldorf eine Wohnung leisten können, so dass Düsseldorf zu einer richtigen Studentenstadt wird.

Auf äußerst humorvolle und kabarettistische Weise stellte die „Science Slammer“ Jutta Teuwsen, die im Studiengang „Modernes Japan“ an der Heinrich-Heine-Universität promowiert, Antworten auf die Frage „Was mache ich eigentlich hier?“ dar, die sich so mancher Student und so mache Studentin sicherlich mitunter stellen. Die Heinrich-Heine-Universität bietet durch die Campus-Anlage, auf der die Gebäude der Fakultäten gut miteinander verbunden sind, die Möglichkeit, in verschiedene Disziplinen hineinzuschnuppern und so zum Generalisten und vernetzt denkenden Menschen zu werden.

„Welche Wissenschaft braucht die Gesellschaft?“

Dieser Frage ging der Festredner Professor Dr. Udo di Fabio, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht nach. Er stellte dar, dass die wissenschaftlichen Disziplinen wie Physik, Chemie, Soziologie etc., durch die Professionalisierung der Suche nach der Wahrheit entstanden seien. „Wenn wir Wissenschaft betreiben, müssen wir Disziplin lernen. Nur wer sich diszipliniert, kann über sich hinaus wachsen.“ Aufgabe der Wissenschaftler sei es schließlich, den Menschen den Geist der Wissenschaft nahe zu bringen, ganz im Sinne von Alexander von Humboldt. Als A und O hob Udo di Fabio die Freiheit von Forschung und Lehre hervor, was auch durch das deutsche Grundgesetze garantiert sei.

Das Fazit des Jubiläums-Festakts der Heinrich-Heine-Universität war, dass man mit 50 noch sehr jung und dynamisch ist. Ad multos annos!

Ausblick auf das Jahr 2016

Im kommenden wird der bekannte Journalist Ulrich Wickert, der lange die Tagesthemen moderiert hat, eine Gastprofessur an der Heinrich-Heine-Universität übernehmen. Seine erste Vorlesung am 27. Januar wird das Thema „Journalismus und Freiheit“ haben. Weitere Vorlesungstermine hat Ulrich Wickert am 13. und 27. April 2016.

Beim Festakt zum 50jährigen Bestehen der Heinrich-Heine-Universität waren unterem anderem folgende Gäste.

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Foto: der frühere Rektor der HHU Professor Dr. Alfons Labisch, seine Ehefrau Ursula Labisch und der Historiker Professor Dr. Hans Süssmuth, Ehemann der früheren Bundestagspräsidentin Professor Dr. Rita Süssmuth. Professor Hans Süssmuth leitet den auf dem Campus angesiedelten Verlag Düsseldorf University Press (Aufnahme: Christian Dick)

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Foto: der IHK-Präsident und ehemalige Henkel-Chef Professor Ulrich Lehner und Dr. Vera Geisel, Gattin des Düsseldorfer Oberbürgermeisters (Aufnahme: Christian Dick)

Kompakte Darstellung des Europarechts

Literatur-Tipp von Christian Dick

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Das Europarecht ist eine Materie, die extrem vielschichtig und hochkomplex ist. Interessant ist besonders die historische Entwicklung des Europarechts von den Anfängen der Europäischen Gemeinschaften bis hin zur heutigen Europäischen Union. Das Europarecht im permanent im Fluss, zum Beispiel was die Ausgestaltung der Rechte des Europäischen Parlaments oder auch  die Gewichtung der europäischen Regionen anbetrifft. Ebenso ist das Europarecht ein Spiegel der unterschiedlichen Kulturen und Wertvorstellungen der EU-Mitgliedstaaten, woraus sich zum Beispiel im Jahre 2003 im Rahmen der Diskussion um den im Endeffekt zustande gekommenen Europäischen Verfassungsvertrag die Streitfrage ergab, ob ein Gottesbezug in die Präambel eines solchen Vertrages aufgenommen werden sollte oder nicht. Vor diesem Hintergrund erscheint eine kompakte Erfassung der Entwicklung und der verschiedenen Facetten des Europarechts, gegliedert nach den verschiedenen Politikfeldern, auf denen die EU agiert, als äußerst sinnvoll. Und dieser Anforderung wird die „Enzyklopädie Europarecht“ vom NOMOS-Verlag, deren zehn Bände, die in den Jahren 2013 und 2014 veröffentlicht werden, in außerordentlicher Weise gerecht, so dass dieses Werk, das ebenfalls für Studienarbeiten eine sehr essentielle Quelle ist, unerlässlich für Wissenschaft und Praxis ist.

Diese Enzyklopädie umfasst zehn Bände, die aufeinander abgestimmt sind.  Durch eine intensive Beschäftigung mit den verschiedenen Bänden erschließt sich das Gesamtsystems des Europarechts sehr gut. In der Behandlung der Gegenstände der zehn Bände schreitet das Werk systematisch von den positiven konzeptionellen Grundlagen über die sich daraus ableitenden allgemeinen Regeln zu den Einzelfragen fort. Nahezu 200 ausgesuchte Autoren aus Wissenschaft und Praxis stellen den gesamten Bestand des Europarechts unter dem Postulat der Einheit systematisch dar.

Enzyklopädie Europarecht

Band 1 – 10 Gesamtausgabe

Gesamtherausgeber Prof. Dr. Armin Hatje und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter-Christian Müller-Graff. Gesamtschriftleitung: Professor Dr. Jörg Philipp Terhechte

2012 2014, ca. 8.800 S.,

ISBN 978-3-8329-7230-1

ca. 1250,- €*

* inkl. MwSt. versandkostenfrei

 vorbestellbar, Lieferung bei Erscheinen

Die Enzyklopädie Europarecht im Internet:

www.enzyklopaedie-europarecht.de

Gesamtwerk:

    Europäisches Organisations- und Verfassungsrecht, 978-3-8329-7231-8

    Europäischer Grundrechteschutz, 978-3-8329-7232-5

    Europäisches Rechtsschutz- und Verfahrensrecht, 978-3-8329-7233-2

    Europäisches Wirtschaftsordnungsrecht, 978-3-8329-7234-9

    Europäisches Sektorales Wirtschaftsrecht, 978-3-8329-7235-6

    Europäisches Privat- und Unternehmensrecht, 978-3-8329-7236-3

    Europäisches Arbeits- und Sozialrecht, 978-3-8329-7237-0

    Europäische Querschnittpolitiken, 978-3-8329-7238-7

    Europäisches Strafrecht, 978-3-8329-7239-4

    Europäische Außenbeziehungen, 978-3-8329-7240-0

Minister Remmel: Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind europaweites Vorbild bei der Energiewende

Autor: Christian Dick

 

(Aufnahme: Christian Dick)

Klimaschutzminister Remmel vergibt 23 European Energy Awards an Kommunen und Kreise aus NRW / Land profitiert von kommunaler Wertschöpfung durch den Einsatz Erneuerbarer Energien

Foto: Der nordrhein-westfälische Klimaschutzminister Johannes Remmel kann mit Recht stolz auf die Leistungen der NRW-Kommunen- und Landkreise im Bereich Klimaschutz sein (Aufnahme: Christian Dick)

Der European Energy Award (EEA) ist eine Würdigung für Kommunen und Regionen, die nicht nur vom Klimaschutz reden, sondern die ihren Worten auch Taten folgen lassen. Städte, Gemeinden und Landkreise aller europäischen Länder können sich an dem entsprechenden Zertifizierungsverfahren beteiligen. Die Hauptgeschäftsstelle für den European Energy Award ist in der Schweiz, die deutsche Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Nähere Information sind unter folgender Internetadresse zu finden:

http://www.european-energy-award.de/

Die Städte, Gemeinden und Landkreise, die am Zertifizierungsverfahren für den European Energy Award teilnehmen, müssen einen Prozess von durchschnittlich drei bis vier Jahren durchlaufen. Die EnergieAgentur.NRW begleitet die nordrheinwestfälischen Städte, Kommunen und Landkreise bei diesem Prozess. Die Städte, Kommunen und Landkreise, die an dem Zertifizierungsverfahren teilnehmen, müssen hierfür einen Beitrag bezahlen, der zur 70 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt wird. Dieses Bundesland hat heute eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz erreicht und hat so zum Beispiel Bayern, wo es 1976 das erste Umweltministerium in Deutschland gab, und Baden-Württemberg abgehängt. 150 Kommunen aus Nordrhein-Westfalen nehmen am EEA-Zertifizierungsverfahren teil, so viele, wie in keinem anderen europäischen Land!

Informationen zur EnergieAgentur.NRW sind unter folgendem Link zu finden:

http://www.energieagentur.nrw.de/

Die zu zertifizierenden Projekte werden in Nordrhein-Westfalen durch die TÜV Rheinland Industrie Service GmbH geprüft.

 

Foto: rechts im Bild: Joachim Jansen, der beim TÜV Rheinland für die Prüfung der Klimaschutzprojekte im Rahmen des EEA-Prozesses zuständig ist (Aufnahme: Christian Dick)

Nähere Information zum TÜV Rheinland erhält man unter folgendem Link:

www.tuv.com

Der ARD-Wetterfrosch, Diplom-Meteorologe Karsten Schwanke, moderierte auf sehr souveräne und unterhaltsame Weise am 5. November 2013 die diesjährige Verleihung der European Energy Awards an 21 Kommunen und 2 Landkreise in der Turbinenhalle der Düsseldorfer Stadtwerke, einem Ort der Tradition hat, diese Halle war vor 100 Jahren das Licht- und Mobilitätszentrum der Stadt. Mit der Turbine in diesem Halle wurde die Stadt mit Elektrizität, unter anderem für den Straßenbahnverkehr versorgt.

 

Foto: ARD-Wetterfrosch Karsten Schwanke (Aufnahme: Christian Dick)

Der Intergovernmental Panel on Climate Change habe bereits 2007, 2001, 1995 und 1990 Klimaberichte vorgelegt, diese unterschieden sich jedoch nicht wesentlich, betonte Karsten Schwanke „Es kommt nicht auf die Veränderung der Temperatur um wenige Grade an, sondern wichtig ist die Frage „Warum schaffen wir es nicht, die CO2-Emissionen zu verringern. Wir brauchen Ökonomen, Ökologen und wir brauchen Mathematiker, die sich mit Spieltheorien beschäftigen. Wir brauchen vor allem Menschen, die die Initiative ergreifen“, so Schwanke.

Foto: Lothar Schneider von der EnergieAgentur.NRW (Aufnahme: Christian Dick)

Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW hob hervor „Die Städte, Kommunen und Landkreise durchlaufen beim EEA-Prozess ein Zertifizierungsverfahren, dem sie sich jedes Jahr neu stellen müssen. Dies hat nicht nur einen ökologischen Aspekt, sondern auch einen ökonomischen Aspekt. Jede Kilowattstunde, die ich nicht verbrauche, das freut den Kämmerer der Stadt und nicht nur den.“

Foto: Die Physikanten (Aufnahme: Christian Dick)

Aufgelockert wurde die Preisverleihungszeremonie durch Marcus Weber und Thomas Müller von der Wissenschafts-Kabarett-Gruppe „Die Phyiskanten“, die auf heitere physikalische Experimente vorführte und so zum Beispiel erklärten, warum eine Gurke, die an eine 230-Volt-Spannung angelegt wird zum Glühen bekommt. Der Grund ist folgender: Einmal ist die Gurke nass, weil sie im Wasser eingelegt war, hinzukommt, dass die Gurke in Salzwasser eingelegt war, welches Elektrolyten enthält, die den Strom leiten. Aber Vorsicht: Dieses Experiment sollte man zu Hause nicht nachahmen. So sieht der Versuchsaufbau mit der glühenden Salzgurke aus:

 

Foto: Glühende Salzgurke (Aufnahme: Christian Dick)

Die Physikanten können über folgende Website für Events gebucht werden:

http://www.physikanten.de/physik-show-wissenschaftsshow-und-fernsehen

Rund 25 Prozent der NRW-Kommunen nehmen am Energiemanagement-Verfahren European Energy Award (EEA) teil und erschließen damit systematisch ihr Energieeinspar-potenzial. Klimaschutzminister Johannes Remmel hat gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW nordrhein-westfälische Kommunen und Kreise mit dem European Energy Award ausgezeichnet, die sich besonders um Klimaschutz und Nachhaltigkeit bemüht haben. 21 Städte und Gemeinden sowie zwei Kreise erhielten in Düsseldorf die Auszeichnung – sieben davon den EEA in Gold. Insgesamt nehmen in NRW rund 115 Kommunen am kommunalen Energiemanagement-verfahren EEA teil; das Verfahren und die Vergabe des Awards organisiert die EnergieAgentur.NRW.

 „Der EEA ist ein europaweit anerkanntes Zertifikat für die kommunalen Klimaschutzaktivitäten. Umso erfreulicher ist es, dass nordrheinwestfälische Kommunen auf besondere Weise aktiv und erfolgreich sind. Rund ein Viertel der NRW-Kommunen nimmt inzwischen an diesem europa-weiten Zertifizierungsverfahren teil, jeder fünfte Bürger und jede fünfte Bürgerin unseres Bundeslandes lebt in einer zertifizierten Kommune“, sagte Klimaschutzminister Remmel. Damit liege Nordrhein-Westfalen nicht nur im nationalen Vergleich noch vor den starken Südländern Bayern und Baden-Württemberg mit Vorsprung an der Spitze, sondern mische auch im europäischen Vergleich ganz vorne mit. Lediglich die Schweiz habe mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufzuweisen.

Der Minister betonte, dass der European Energy Award ein bewährtes Instrument des Landes sei, um Städten und Gemeinden bei der systematischen Erschließung ihrer Einsparpotenziale zu helfen. „Kommunen sind wichtige Verbündete, wenn es darum geht, unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Mit dem EEA geben wir ihnen Hilfe zur Umsetzung“, so der Minister weiter. Zudem verwies Remmel auf die ökonomischen Vorteile, die Kommunen winken, wenn sie erneuerbare Energien nutzen.

„Eine Beispielrechnung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung zur Wertschöpfung im Zuge der Installation einer Zwei-Megawatt-Windenergieanlage über 20 Jahre ergibt: Einschließlich des Einkommens durch Beschäftigung in der Kommune und von Gewinnen werden für die Kommune 2,2 Millionen Euro Wertschöpfung erwartet“, rechnet Remmel vor.

Der EEA wird in Nordrhein-Westfalen durch die EnergieAgentur.NRW koordiniert und durchge-führt. „Der European Energy Award ist ein Prozess. Einmal auditiert, müssen die Kommunen die Leistungen in regelmäßigen Abständen bestätigen. Schließlich ist der Klimaschutz eine Daueraufgabe“, erklärte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Den European Energy Award erhält eine Kommune, wenn sie mindestens 50 Prozent bzw. 75 Prozent (für eine Gold-Auszeichnung) der geplanten Maßnahmen umgesetzt hat. Das sind dieses Mal: Stadt Beckum, Stadt Blomberg, Stadt Borgholzhausen, Stadt Bottrop (Gold), Stadt Duisburg, Stadt Dülmen, Stadt Düsseldorf (Gold), Stadt Essen, Stadt Gelsenkirchen, Stadt Greven (Gold), Kreis Gütersloh (Gold), Stadt Halle/Westfalen, Stadt Kerpen, Stadt Leverkusen, Stadt Löhne, Gemeinde Ostbevern (Gold), Stadt Rheda-Wiedenbrück, Stadt Rheine, Gemeinde Saerbeck (Gold), Stadt Sendenhorst, Stadt Solingen, Stadt Telgte, Kreis Warendorf (Gold).

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Zootiere einmal anders:

Die KÖRPERWELTEN DER TIERE – eine faszinierende Ausstellung des Plastinators Gunther von Hagens

Das Herz der Giraffe wiegt 12 kg, sie hat 7 Halswirbel wie der Mensch (Aufnahme: Foto Andrea Matzker)

Von Dr. Egon Schlesinger

Die Plastination zur Herstellung von dauerhaft haltbaren anatomischen Präparaten für die wissenschaftliche und medizinische Ausbildung  erfand Gunther von Hagens bereits 1977. Seitdem wurden in  seinen Körperwelten-Ausstellungen, wo plastinierte menschliche Körper gezeigt wurden,  weltweit 26 Millionen Besucher gezählt. Doch die Plastination von Tieren, insbesondere von Großtieren, ist und war für den bekennenden Tierfreund eine große Herausforderung. Nachdem Elefantenkuh „Samba“ im Jahre 2005 altersbedingt an den Folgen einer Kreislaufschwäche im Zoo von Neunkirchen starb, griff Gunther von Hagens den Wunsch von Zoodirektor Dr. Fritsch auf und stellte weltweit das erste 3,5 x 6 m messende Elefantenplastinat her, was die endgültige Geburtsstunde von den KÖRPERWELTEN der Tiere markierte. Dazu der Plastinator: „Bei Riesen wie dem Elefant entdecke ich selbst viel Neues, nie zuvor Gesehenes Denn wir präparieren mit einer für Großtiere bisher nicht ausgeübten Detailliertheit und Gründlichkeit. Ich fühle mich dabei wie ein Forscher auf anatomischer Entdeckungsreise.“ Und der Zoodirektor: „Wir sind froh, dass unserer „Samba“ die Entsorgung zu Tierfett erspart blieb, und sie buchstäblich in letzter Minute aus den Tierkörperverwertungsanstalt gerettet wurde. „Die technologische und logistische Herausforderung war nach Angaben des 30 Mann starken Präparationsteams im chinesischen Daljan immens und dauerte knapp drei Jahre: 40.000 l Azeton und 4 t Silicon waren für die Fertigstellung des 3,2 t wiegenden Elefanten erforderlich. Die Plastination eines Braunbären hat mit 6300 Stunden rund dreimal so lange gedauert, wie die eines menschlichen Körpers. Der Blick unter Haut und Fell vermittelt in seiner Detailtreue bislang nicht für möglich gehaltene Eindrücke von Knochenbau, Muskulatur, Nervensystem und Organen. „Es ist faszinierend zu sehen, wie ähnlich der Bauplan der Wirbeltiere einerseits ist, und wie sich andererseits so viele anatomische Varianten als Ausdruck der optimalen Anpassung an die jeweiligen Lebensbedingungen herausgebildet haben, wie etwa der Rüssel des Elefanten oder der lange Hals der Giraffe“, schwärmt die Kuratorin Dr. Angelika Wallhey.

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