Earth Hour 2019 in Köln

Der Kölner Dom kurz vor der Earth Hour Foto Andrea Matzker

30.03.2019 Köln Earth Our ohne Dom- und ohne Gaudì-Zelt-Beleuchtung Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Zum 13. Mal rief der WWF in diesem Jahr zur Earth Hour auf. Dabei verschwinden markante Gebäude und berühmte Wahrzeichen, die normalerweise nachts angestrahlt werden, in der Dunkelheit. Dazu gehören der Eiffelturm, das Brandenburger Tor oder die Akropolis. 2007 fand in Sydney die erste Earth Hour statt. Damals schalteten 2,2 Mio. Australier zuhause für 1 h das Licht aus. Inzwischen findet die Veranstaltung weltweit statt und ist beispielsweise in Asien zu einem Großereignis geworden. Dort macht man auch zuhause mit und geht auf Großveranstaltungen. In Deutschland hatten sich in diesem Jahr 342 Städte dazu angemeldet, davon 68 in NRW. In Köln beobachteten viele Schaulustige das Spektakel von den Terrassen auf der rechten Rheinseite aus, als am Dom symbolisch die Lichter ausgingen. Auch die Romanischen Kirchen und das Gaudì-Zelt verschwanden für eine Stunde in der Dunkelheit.

GROßE OPER – VIEL THEATER?

Bühnenbauten im europäischen Vergleich

 

MAKK Berlin Staatsoper Unter den Linden Foto Andrea Matzker

MAKK Berlin Staatsoper Unter den Linden Foto Andrea Matzker

MAKK Bernd Streitberger Dr. Petra Hesse Schauspielintendant Stefan Bachmann Foto Andrea Matzker

MAKK Hamburg Elbphilharmonie Foto Andrea Matzker P4550077

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Das Museum für Angewandte Kunst, kurz MAKK, in Köln zeigt bis zum 30. Juni eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt am Main. Insgesamt werden 19 Bühnenprojekte der letzten Jahre aus Deutschland und Europa vorgestellt und präsentieren damit einen exemplarischen Überblick zu diesem Thema. Es geht sowohl um Sanierungen historischer Anlagen als auch um spektakuläre Neubauten, die miteinander verglichen werden.

Museumsdirektorin Dr. Petra Hesse erinnerte daran, welche Bedeutung das Jahr 1957 für die Stadt Köln hat. In diesem Jahr wurden die zwei wichtigsten Kulturbauten der Stadt im modernen Baustil gebaut und eröffnet. Um sie herum herrschte damals Ackerland. Das bald  weltberühmte Wallraf Richartz Museum, in dessen Bau heute das MAKK untergebracht ist, und das Opernhaus öffneten gleichzeitig ihre Pforten. Ihr damals ungeheuer moderner Baustil stand für ein eindeutiges Statement für die Kultur der Stadt Köln und den Aufbruch nach vorne. In diesem Sinne möchte Dr. Hesse auch die derzeitige Ausstellung und ihre Signifikanz für die weitere Zukunft sehen.

Bernd Streitberger, der technische Betriebsleiter der Bühnen Köln, stellte ein interessantes Programm mit sechs Rahmenveranstaltungen zur Ausstellung in den kommenden Monaten mit Diskussionen, Vorträgen und Führungen vor.

Die beiden Kuratoren Andrea Jürges und Yorck Förster erläuterten die enorme Bedeutung eines Opernhauses für die Stadt und die Stadtgesellschaft. Anders als Museen und Bibliotheken sind diese Bauten üblicherweise für das Publikum nur abends zugänglich. Daher sind die neuen Projekte mit Integrierung von Bibliotheken, Ruhezonen oder gastronomischen Einheiten als äußerst wichtig zu betrachten, da sie das Publikum auch tagsüber in ein Opernhaus zu locken vermögen. Sehr interessante Einblicke in die Architektur eines solch komplexen Apparates und deren Wandel in der Zeit, aber auch die für die Öffentlichkeit selten einzusehende große Bedeutung der Haustechnik wurden dargestellt. Als eines der besonders gelungenen Objekte wurde das Hamburger Haus hervorgehoben, in dem sich Hotel und Philharmonie mit Wandel Foyer in einem einzigen Komplex befinden, aber durch eine Terrasse räumlich und schalldicht getrennt werden. Eine Sanierung der Haustechnik, vor der viele Häuser stehen, fällt mindestens alle 60 Jahre an, und ist trotz Einbindung aller Neuerungen in 60 weiteren 60 Jahren leider bereits wieder veraltet. Es gilt, diese Hintergründe einem breiten Publikum näher zu bringen, damit mehr Verständnis für die schwierigen Situationen, wie beispielsweise auch in Köln, aufgebracht werden kann.

In der ersten und zweiten Etage des Museums lassen sich die 19 Bühnenprojekte sehr schön studieren. Die eindrucksvollen Fotos des Kölner Baus von Hugo Schmölz zeigen die beeindruckende Atmosphäre von damals, es gibt Einblicke in die einzelnen Schritte der Bauphasen mit Plänen und Grundrissen. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der für 12,80 € an der Museumskasse erhältlich ist.

Bernd Streitberger deutete relativ überschaubare Zeiten (voraussichtlich letztes Quartal 2022) und Kosten (ca. 545 Millionen) bis zur Beendigung des Kölner Baus an und ließ ein kleines Highlight verlautbaren, bei dem die Kölner schon einmal vorab den Neubau der Oper, außer bei Führungen selbstverständlich, in Aktion beschnuppern können: Im Rahmen des Offenbach-Jubiläums findet voraussichtlich im kommenden Juni in der künftigen Opernkantine zehnmal eine Offenbachiade mit dem Titel “Je suis Jacques“ statt.

MAKK Köln Opernhaus Köln Foto Andrea Matzker

MAKK Paris Philharmonie Paris Foto Andrea Matzker

Eine Begegnung mit Mario Adorf in Köln

25.03.2019 Köln Flora Mario Adorf erzählt aus seinem Leben und stellt sein Buch Zugabe vor fast 1000 Zuhörern vor Die Veranstaltung war komplett ausverkauft Wie in Bayreuth suchten Anhänger noch Karten mit Schildern Suche Karten Foto Andrea Matzker

25.03.2019 Köln Flora Mario Adorf erzählt aus seinem Leben und stellt sein Buch Zugabe vorr fast 1000 Zuhörern vor Foto Andrea Matzker

25.03.2019 Köln Flora Mario Adorf erzählt aus seinem Leben und stellt sein Buch Zugabe vorr fast 1000 Zuhörern vor Anschließend signierte er mit Autor Tim Pröse sein Buch Foto Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Aus Anlass der lit.COLOGNE und seiner bevorstehenden Lesereise führte der 88-jährige alte Film-Haudegen ein Gespräch mit Knut Elstermann (hier einige Auszüge, in ungefährem aber sinngemäßem Wortlaut wiedergegeben) in der Kölner Flora und las aus seinem neuen Buch mit dem Titel „Zugabe!“

Wann stellten Sie fest, dass Sie Schauspieler werden wollten?

Adorf: Eigentlich sehe ich mich als einen Eifler Bauern, der durch Zufall all und durch Verkettung verschiedener Umstände zum Schauspieler wurde. Ursprünglich wollte ich Theaterdirektor werden. Die Erfahrung bei den Münchener Kammerspielen war prägend für mich. Dort lernte ich, Mensch zu sein.

Wussten Sie um Ihre Gabe als Buchautor?

Adorf: Ich habe Lust, Geschichten zu erzählen, fühle mich aber nicht als Schriftsteller oder Autor. Ich habe ein gutes Gedächtnis. Offenbar hat das noch nicht gelitten.

Sie gelten als Weltstar.

Adorf: Ich bin ein Weltbürger. So genannte Weltstars kamen für mich immer nur aus Amerika, nicht aus Deutschland, Italien oder Frankreich. Meine Vorbilder als Schauspieler waren Spencer Tracy und Jean Gabin.

Sie haben Verehrer in jeder Altersgruppe.

Adorf: Jede Generation hat ein anderes Bild von mir. Diee verbindet mich mit Winnetou, die andere mit dem großen Bellheim. Ich bin stolz darauf, dass ich den Menschen generationsübergreifend bekannt bin.

Sie hatten ein besonderes Verhältnis zu ihrer Mutter.

Adorf: Sie musste mich alleine großziehen und hatte es dadurch nicht leicht. Mit Zärtlichkeiten und Lob war sie recht sparsam. Als ich den großen Bellheim spielte, sagte meine Mutter lediglich: „Endlich spielst Du mal einen Herren!“

Wie ist Ihr Verhältnis zum Lesen?

Adorf: Lesen war immer wichtig für mich. Alles was ich weiß, weiß ich aus Büchern. Deshalb befürworte ich Initiativen für das Lesen.

Wie stehen Sie zum Thema Gewalt?

Adorf: Ich habe in zwei Filmen mitgespielt, in „Fahrt zur Hölle Halunken“ und als ein Mafiaboss, dessen Stunts sich alle selber gedreht hatte. Erst als ich sie danach gesehen habe, waren sie mir zu brutal. Als man mich im Anschluss daran zu einer Rächerfigur und zu einem italienischen Charles Bronson machen wollte, habe ich den dritten Film abgesagt.

An welche Periode in ihrem Leben erinnern Sie sich besonders gerne?

Adorf: Die schönste Zeit meines Lebens habe ich definitiv im Rom della dolce vita verbracht. De ganze Filmwelt verkehrte damals dort, und das Leben war günstig. Es gab Partys ohne Ende, um 23:00 Uhr ging man zum Essen bis 02.00 oder 03:00 Uhr nachts, und danach fuhr man noch ans Meer. Man konnte das Leben richtig genießen, vor allem auch den Moment.  Für den Genuss war ich immer zu haben. Doch diese sorglose Zeit hörte ca. 1973 mit der Energiekrise auf. Es war eine eindeutige Einbuße an Lebensqualität. Italien ist heute nicht mehr heiter. Die Menschen sind genau wie bei uns oder noch schlimmer.

Wie geht Ihre Frau mit Ihrem Erfolg um?

Adorf: Seit 50 Jahren lebe ich mit meiner Frau Monique in Paris, München und Saint Tropez, woher sie stammt. Für sie ist mein Beruf Broterwerb und nichts Besonderes. Sie hat sich immer zurückgehalten. Es ist wohltuend, dass zu Hause alles so normal ist.

Gibt es ein Leben nach dem Tod für Sie?

Adorf: Der Tod ist ein Abschied und totaler Abschluss. Ich werde nicht ganz weg sein oder ganz sterben. Aber es ist definitiv und ich habe keine Erwartungen. Ich lasse mich überraschen.

Das von Tim Pröse lebendig und unterhaltsam geschriebene Buch „Zugabe“ mit vielen bislang unbekannten Fakten, Erzählungen und Anekdoten ist im Kiepenheuer und Witsch Verlag erschienen, hat 256 Seiten und kostet in der gebundenen Ausgabe 20 €.

Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-05279-4
Erschienen am: 07.03.2019
256 Seiten, gebunden mit SU
Preis
Deutschland
20,00 €

Österreich
20,60 €

Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und Journalist in München. Er war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und Redakteur bei Focus. Seine Bücher »Jahrhundertzeugen. Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler« (2016) und »Hallervorden. Ein Komiker macht Ernst« (2017) wurden Bestseller.

 

Die Frühjahrsmesse IAW in Köln

 

IAW Ausgefallene Fächer der Firma Salti Foto Andrea Matzker

IAW Der ausgezeichnete bildschöne Wasserkocher Foto Andrea Matzker

IAW Donald Trump – Gadgets für die Badewanne Foto Andrea Matzker

Von Dr. Egon Schlesinger

Zum 29. Mal veranstaltete die Nordwestdeutsche Messegesellschaft Bremen-Hannover mbH mit Sitz in Oldenburg auf dem Kölner Messegelände die Internationale Aktionswarenmesse IAW. Mehr als 400 Importeure, Großhändler, zahlreiche Produzenten aus Deutschland, den  angrenzenden Nachbarländern von Polen über Österreich bis Benelux und Großbritannien präsentierten auf dieser in Europa führenden Ordermesse für Impulsgüter und Trendartikel in Köln auf fast 50.000 Quadratmetern in den Messehallen 10.1 und 10.2 ihre neuesten innovativen Gadgets, Geschenkartikel und Aktionswaren. Der Veranstalter bietet seinen Ausstellern, wie den über 9000 Fachbesuchern regelmäßig nicht nur großzügige und attraktive Präsentations- und Ausstellungsmöglichkeiten, sondern sorgt auch mit einem attraktiven und vielfältigen Rahmenprogramm für erweiterte Fortbildungsmöglichkeiten. Das E-Commerce Quarter samt E-Commerce Arena von Restposten.de widmet sich allen Belangen des digitalen Handels mit Workshops und Vorträgen. Im Trendforum werden Fragen des stationären Handels und des Multi-Channel-Marketings behandelt. Alle diese Veranstaltungen sind gut nachgefragt und führen sicherlich zur weiteren Professionalisierung und Perfektionierung des Handels, wovon nicht nur die Händler, sondern auch deren Kunden profitieren werden. Hier fand auch die Verleihung des neu konzipierten IAW Trendseller Product Awards statt und zeigte Produkte, die die Jury von ihren Erfolgsaussichten her überzeugten. Mit einem überarbeiteten Konzept sieht die Neuausrichtung vor, dass es keine hierarchische Abstufung der Preisträger mehr gibt, sondern dass Produkte für spezifische, aber in Zukunft wechselnde Kategorien ausgezeichnet werden. „Mit dem neuen Konzept wollen wir dem Fokus auf bloßer Neuheit entgegenwirken und die Qualität und Verkaufbarkeit einfach schöner Produkte honorieren. Dadurch gewinnt der Award an Breite“, erklärt Unternehmensberater und Juryvorsitzender Ulrich Eggert. Man muss das Rad eben nicht immer neu erfinden, geschicktes Verbessern ist oft viel mehr wert. TV-Moderator Ralf Kühler verlieh den Award an einen Wasserkocher in der Kategorie Design. Wasserkocher sind per se nicht innovativ, doch die hochwertige Verarbeitung und Qualität des „Rose Gold Kettle“ von UP Global Sourcing Ltd. aus England wusste zu überzeugen. Martina Schimmel von zentrada Europe befand, „dass Roségold absolut im Trend liegt, und die Kombination aus Wasserkocher im Gewand des klassischen Flötenkessels sehr schick und wertig daherkommt.“ Der Wasserkocher fasst 1,7 Liter und ermöglicht durch seine Leistung von 3 kW ein schnelles Kochen auf einem 360-Grad-Standfuß. Außerdem ist noch ein passender Toaster in selbiger Design-Linie erhältlich. Neben den üblichen Kaffeetassen mit dem Konterfei von Donald Trump und vielen weiteren Dekorationsartikeln mit Kultcharakter gab es sogar, passend zur etwa zeitgleichen Oscar-Verleihung in Hollywood, eine kleine, finanziell durchaus erschwingliche Siegestrophäe mit einer „goldenen“ Victor-Statue auf echtem Marmorsockel, der stilecht mit dem eigenen Namen versehen werden kann.

IAW Stilvolle Dekoartikel Foto Andrea Matzker

IAW Victor-Statuette Foto Andrea Matzker

„Ein denkendes Herz“

Autor: Christian Dick

Foto, copyright: Christian Dick

Dieser Buchtitel der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamaro wurde als Überschrift des sechsten Rhein Meeting der Gemeinschaft Communione e Liberazione gewählt, das vom 22. bis 24. März 2019 im Maternushaus in Köln stattfand. „Ein denkendes Herz“, das war auch der innigste Wunsch von Etty Hillesum, einer jungen Frau, die 1943 in Ausschwitz-Birkenau umgebracht wurde. In intensiven Auseinandersetzungen mit sich selbst und ihren Umständen im Konzentrationslager gelangte sie zu immer größerer Gewissheit über Gott und das Leben und wünscht sich für ihre Mitmenschen „das denkende Herz der Baracke“ zu werden. Im Rahmen des Rhein Meeting fand daher auch eine Lesung aus der Tagebüchern der Etty Hillesum statt, die sehr beeindruckend war.

Foto: Sie waren auch beim Rhein Meeting: der Generalvikar des Erzbistums Köln Dr. Markus Hofmann, der Direktor des Theologenkonvikts „Collegium Albertinum“ Romano Christen und Weihbischof Ansgar Puff (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Foto: Franz Müntefering (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Bei seiner Thronbesteigung richtete der biblische König Salomon an Gott die folgende Bitte: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Könige 3,9). Benedikt XVI. verwies in seiner Rede im Deutschen Bundestag gerade auf dieses hörende Herz, das notwendig ist, um zu einem Urteil in der Politik zu gelangen: Zum Thema „Urteilen und Entscheiden in der Politik“ wurde der ehemalige deutsche Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) interviewt. „Gibt es in der Politik heute noch den Raum, dass das eigene Herz mitdenken kann?“ Auf diese Frage antwortete Müntefering, dass um Solidarität und Nächstenliebe gehe. „Wenn man Entscheidungen treffen will, muss man die Materie kennen“, fügte er hinzu. Dabei komme es auf „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ an. Gerechtigkeit versuche der Staat herzustellen, aber Solidarität könne nicht verordnet werden. „Abgeordnete müssen entscheiden auf der Basis von Kompetenz und Verantwortung“, so Müntefering.

Zu den „Fridays-for-Future“-Protesten, zu denen die Klima-Aktivistin Greta Thunberg Tausende lockt, merkte Müntefering an “Die Rettung der Welt, die Zukunft, hängt davon ab, dass die Menschen gemeinsam handeln. Das ist nicht der Fall. Darauf machen die jungen Leute aufmerksam. Wir sind heute die Subjekte, die die Macht haben, die Welt auch zerstören zu können. Ich verstehe die jungen Menschen sehr gut, ihre Mahnung. Die leben ja noch länger als wir.“

Müntefering zitierte im Folgenden Willy Brandt, der am 15. September 1992 gesagt hat „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum — besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“

Die Nächstenliebe hat Müntefering, der aus dem Sauerland stammt, von seiner Mutter gelernt. Er zitierte die Worte des Apostels Paulus an die Korinther „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Seine Mutter, so Müntefering, habe immer Kriegsversehrte ins Haus gelassen und diesen einen Teller Suppe oder ein Butterbrot gegeben.

Hören und sehen, denken und Verstehen  – Yvonne Hofstetter und Prof Andreas Rödder über die Auswirkungen der Digitalisierung.

Foto: Yvonne Hofstetter (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Yvonne Hofstetter ist bekannt als Essayistin und Sachbuchautorin. Seit Abschluss des Jurastudiums arbeitet sie für verschiedene Softwareunternehmen, die sich mit Multiagentensystemen für die Rüstungsindustrie und mit Automatisiertem Handel beschäftigen. Seit 2009 ist sie Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH, die auf den Feldern Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und BigData arbeitet. Yvonne Hofstetter beschäftigt sich mit den Folgen und Herausforderungen der digitalen Welt für unser gesellschaftliches Zusammenleben.

Neben zahlreichen Artikeln veröffentlichte sie 2014 das Buch „Sie wissen alles– Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen“ und 2016 „Das Ende der Demokratie – Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt“.

Foto: Professor Dr. Andreas Rödder (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Andreas Rödder ist Professor für Neueste Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Nach dem 1. Staatsexamen zum Lehramt am Gymnasium in den Fächern Geschichte und Germanistik promovierte er in Bonn und habilitierte sich dann in Stuttgart im Bereich Geschichte. Neben Dozententätigkeit in den USA und an diversen deutschen Instituten, sowie einer Gastprofessur in England lehrt Rödder als ordentlicher Professor in Mainz. Andreas Rödder ist Mitherausgeber der Historischen Zeitschrift. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Deutschland einig Vaterland“ (2009), „21.0 Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018).

„Die Technologien sind nicht neutral. Sie können für gute oder schlechte Dinge verwendet werden, aber sie sind nicht neutral“, hob Yvonne Hofstetter in ihrem Vortrag hervor.

Prof Andreas Rödder betonte „Es ist wichtiger denn je eine Urteilsfähigkeit fällen zu können, anstatt alles über die modernen Technologien wissen zu müssen.“

Vortrag zum Thema „Ein denkendes Herz“

Foto: Mauro-Giuseppe Lepori, Generalabt des Zisterzienserordens (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Auf die Bitte, die der biblische König Salomon bei seiner Thronbesteigung an Gott richtete, nahm der Generalabt des Zisterzienserordens Mauro-Giuseppe Lepori in seinen Vortrag „Ein denkendes Herz“ Bezug. König Salomo sagte: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Könige 3,9). Mauro-Giuseppe Lepori  erklärte „Das Geheimnis des Herzens ist wahrhaftig groß. Jesus sagt den Leuten: was für Gedanken habt ihr in euren Herzen? Lassen wir zu, dass Jesu Wort unser Denken und unsere Wünsche in Frage stellt. Jesu fordert uns zur Belehrung auf. Das heißt unsere Mentalität zu ändern.“

Lepori hob abschließend hervor „Ein denkendes Herz spitzt das Ohr und vernimmt das Stöhnen, das niemand hört. Wie sehr würde sich unser Leben und das Leben der ganzen Gesellschaft verändern, wenn jeder von uns ein aufmerksames Ohr hätte, um den Menschen zu hören, der im Stillen  neben uns weint, und wenn wir diesem Wimmern eine Stimme geben würden, um die Aufmerksamkeit, unser Gehör, unser Denken und somit unser Herz weit zu machen.“

„Sich begegnen“

Foto: Bruder Andreas Knapp (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Zu diesem Thema referierte Bruder Andreas Knapp, Mitglied des Ordens Kleine Brüder vom Evangelium. Gegenstand seines Vortrags war seine Freundschaft mit den neuen irakischen Nachbarn. Andreas Knapp lebt seit vierzehn Jahren mit seinen Ordensbrüdern in einer Plattenbausiedlung in Leipzig-Grünau. Diese 1956 gegründete Ordensgemeinschaft orientiert sich an dem französischen Priester Charles de Foucauld (1858-1916) und will bewusst am Rand der Gesellschaft leben. Vor der Wende lebten in Leipzig-Grünau 96000 Menschen. Nach der Wende sind 40000 Menschen dort weggegangen. Vor vier Jahren sind dann neue Nachbarn in die Siedlung eingezogen, es handelte sich um Flüchtlinge aus dem Irak. Von ihnen erfuhr Andreas Knapp von der Situation der Christen im Orient. Fahdi, ein Christ aus Mossul, hat Andreas Knapp dann zum Abendessen eingeladen und ihm von seiner sehr gefährlichen Flucht aus dem Irak berichtet. Fahdis Vater war Architekt und hatte die Kirche in Karakosch, einer Stadt, die 32 Kilometer entfernt von Ninive ist, erbaut. In Mossul hatten vor einigen Jahren noch 60000 Christen gelebt. Diese seien laut Knapp vor die Wahl gestellt worden, zum Islam überzutreten oder wegzugehen. Sie gingen nach Karakosch. Dort wurden sie auch vom IS vertrieben  und gingen dann nach Kurdistan, dies dauerte zwei Wochen und fand im August bei 45 Grad Celsius im Schatten statt. Schließlich wurde Andreas Knapp zu einer Reise in den Irak animiert. Das Fazit von Andreas Knapp lautet, dass man gerade den verfolgten orientalischen Christen helfen müsse, da diese keine Lobby hätte.

Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Susanna Tamaro

„Alle Bücher, die ich geschrieben habe, sind Reisen in die Tiefe des menschlichen Herzens.“ Dieses Zitat stammt von der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamaro. Sie hat unter anderem die Bücher „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ (1995) und „Ein denkendes Herz“ (2016) geschrieben.

Zum Abschluss des Rhein Meeting 2019 stand Susanna Tamaro Rede und Antwort. Sie erklärte „Das Herz ist eine Leitmotiv all meiner Gedanken. Ich konnte mir nie vorstellen, dass ich eine solche Büchse aufdecken würde. Je erfolgreicher das Buch wurde, umso schwerer war diese Last auf meinen Schultern. Ich musste mir die Frage stellen ‚Was ist beängstigend an diesem Herzen?‘ Es handelt sich um eine Verherrlichung des Sentimentalismus in dieser Zeit. Es geht immer um Gefühle, nie eine Ideologie. Sie sind die grundlegende Wirklichkeit der Menschheit. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns zwingt, rationale Vernunft zu sein. Der mittlere Teil des Körpers wird nicht mehr bedacht von der Kultur. Das Herz ist immer im Mittelpunkt des menschlichen Diskurses.“

Was ist im Herzen drinnen? Wer tut Inhalt da hinein?

Susanna Tamaro merkte auf diese Frage Folgendes an „In den Tiefen unseres Herzens erklingt eine leise Stimme, eine bewusste Stimme. Ihr ist es bewusst, dass zwischen Bösem und Gutem unterschieden wird. Das irritiert die postmoderne Gesellschaft, es gibt etwas, das nicht von uns abhängt. Das Herz ist der Ort, an dem große Kämpfe in uns ausgetragen werden. Kämpfe zwischen Licht und Schatten, zwischen Bildung und Schöpfung. Es gibt keinen Dialog mit dem Herzen, wenn wir nicht in der Lage sind, zuzuhören. Heilige werden oft mit großen Ohren dargestellt. Die erste Tugend zur Heiligkeit ist das Zuhören, sich allmählich von den Schatten zu befreien. Wir sehen das bei der Empfängnis-Struktur des Menschen, der Fötus – das Erste, was sich vollständig bildet, sind die Ohren. Das sollte uns erinnern, das wir körperlich so geschaffen werden, um Antennen zu sein. Wenn wir ständig Kopfhörer tragen, können wir nicht mehr zuhören. Wir hören nur das, was wir entscheiden, was wir hören wollen. Es gibt keine Möglichkeit der Begegnung, wenn die Ohren nicht offen sind. Wenn ich ständig auf mein Tablet oder Smart Phone fixiert bin, dann bin ich nicht in der Lage, die Wirklichkeit zu sehen.

Moses sah das Feuer. Er hatte eine Vision. Wir haben den Verfall der heutigen Gesellschaft, wir müssen  dem Menschen seine Sinne zurückgeben, die Sinne der Wahrnehmung. Dadurch erlangen wir auch die Gewissheit, dass wir uns wieder darauf fokussieren werden, dass es immer zwei Neigungen im Herzen gibt, zum Guten und zum Bösen. Wir haben die Wahlfreiheit.“

„Mach was draus: Sei Zukunft!“

Misereor wird 60 Jahre alt

Autoren: Christian Dick und Beate Macioszek

Foto: Gregorio Kardinal Rosa Chávez (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

In diesem Jahr feiert das Hilfswerk Misereor sein 60jähriges Jubiläum. Dieses wurde am 10. März 2019 mit einer Feier in Köln begangen. Im Kölner Dom wurde am gleichen Tag zunächst die 61. bundesweite Misereor-Fastenaktion eröffnet. Sie steht unter dem Motto „Mach was draus: Sei Zukunft!“. Bei der feierlichen Eröffnungsmesse war Gregorio Kardinal Rosa Chávez  aus San Salvador anwesend. Dies hatte einen besonderen Grund: Der Fokus liegt in diesem Jahr auf der Zukunft der jungen Menschen in El Salvador. Ziel der diesjährigen Misereor-Fastenaktion ist die Unterstützung der weltweiten Chancengleichheit junger Menschen, dieses Jahr insbesondere in El Salvador.

Zu Beginn seiner Predigt in dieser Eröffnungsmesse prangerte Rainer Maria Kardinal Woelki das Vorhaben des amerikanischen Präsidenten Donald Trump an, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen, weil Trump der USA vor einer Migration von Flüchtlingen, Kriminellen und Drogen Schutz bieten wolle. Dabei sei die USA ein Land, „das fast komplett von Einwanderern und deren Nachkommen aus allen Teilen der Welt besiedelt ist“, führte der Kardinal vor Augen: „Übrigens einschließlich der Familie Trump mit ihren deutschen und schottischen Wurzeln“.

Auf die politische und kriminelle Gewalt, die das Leben der Menschen in El Salvador bestimmt, wies Kardinal Woelki im Folgenden in seiner Predigt nachdrücklich hin. Er sprach über die Arbeitslosigkeit, Armut, und Perspektivlosigkeit in diesem Land. Die von Misereor geförderten Projekte machten sich stark „für eine Zukunft jenseits des Teufelskreises aus Gewalt und Gegengewalt, aus Armut und Flucht“, fuhr Woelki fort.

Woelki schilderte die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen in El Salvador, die sich, in der Hoffnung auf das schnelle Geld vielfach Jugendbanden zum Zweck des Drogen- und Waffenhandels zusammenschließen. In Jugendbanden zu seien bedeutet in El Salvador Woelki zufolge, Macht und Geld erlangen zu können. Eine Abhilfe hiergegen leistet das Hilfswerk Misereor mit seiner Arbeit vor Ort, die einen nachhaltigen Effekt hat. Hierdurch, so Woelki, lernten junge Menschen wieder das Träumen von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnten. Sie lernten Vertrauen in ihre Stärke und Fähigkeiten und sie gestalteten damit ihr Leben und ihr soziales Umfeld.

Der eindringliche Appell des Misereor-Hauptgeschäftsführers Pirmin Spiegel zielte darauf ab, sich auf Grundlage des christlichen Glaubens aktiv für eine bessere Zukunft einzusetzen: „Die Beispiele aus El Salvador zeigen mir: Es gibt Wege für Veränderung, im eigenen Leben, in unserer Welt“, erklärte er. Die Botschaft der Bibel ermutigte, die Gegenwart mit zu gestalten: Mitzubauen an einer solidarischen, gerechten und offenen Gesellschaft.

Die Projekte von Misereor unterstützen Jugendliche in El Salvador unter anderem bei ihrer Lebensplanung. Dazu gehören Angebote von Persönlichkeitstraining, Bewerbungskursen und Seminaren zur Geschäftsgründung. Junge Familien werden mit gemeinschaftlichen Bau- und Wohnprojekten unterstützt. Länder wie El Salvador, denen Misereor hilft, werden durch diese Unterstützung auch derart gestärkt, dass sie wiederum anderen Ländern helfen können.

Misereor ist das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit. Bis Ostern sind verschiedene Aktionen wie der Verkauf von Brot oder gemeinsame Fastenessen in den Gemeinden geplant, um Spenden für Misereor-Projekte zu sammeln. Höhepunkt ist der Misereor-Sonntag am 7. April, an dem bundesweit in allen katholischen Gottesdiensten um Spenden gebeten wird. Seit seiner Gründung im Jahr 1958 hat das Hilfswerk über 108.000 Projekte mit mehr als sieben Milliarden Euro unterstützt. Zurzeit fördert das Werk mehr als 2.900 laufende Projekte in knapp 90 Ländern.

Foto: Rainer Maria Kardinal Woelki und Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel beim Jubiläums-Empfang von Misereor im Kölner Maternus-Haus (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Foto: Gregorio Kardinal Rosa Chávez aus San Salvador und Rainer Maria Kardinal Woelki (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Bei einem Empfang, der sich an die Messe anschloss, anlässlich des 60jährigen Bestehens des Hilfswerks Misereor im Kölner Maternushaus erklärte Kardinal Rainer Woelki in Anlehnung an den Apostel Paulus („Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden!“, Römer 12,15 und 1. Korinther 12:26 „Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit“ ) „Wenn andere leiden, leiden wir mit ihnen. Wenn sich andere freuen, freuen, wir uns mit ihnen.“ Wir alle seien der Leib Christi, so Woelki. Wenn es einem Glied am Leib Christi schlecht gehe, so gehe es dem ganzen Leib schlecht. Und daher müsse man sich gerade um die Schwachen und Armen kümmern.

Der Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel erinnerte daran, wie wichtige gerade der Einsatz für die Verletzlichsten und Schwächsten sei.

„Die Zukunft gehört den jungen Menschen!“ betonte Gregorio Kardinal Rosa Chávez aus San Salvador, der den im vergangenen Jahr heiliggesprochenen Oscar Romero noch persönlich gekannt hat. „Die jungen Menschen haben Träume, die älteren Menschen haben Visionen“, erklärte er und fuhr fort „Die älteren Menschen müssen den jungen Menschen dabei helfen, die Zukunft zu gestalten.“

Bei dem Empfang des Empfang stach Kardinal Woelki ein Bierfass mit Fastenbier an, dass völlig alkoholfrei war.

Foto: Kardinal Woelki beim Fassanstich (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Weitere ausführliche Informationen zur diesjährigen Misereor-Fastenaktion sind im Internet unter folgendem Link abrufbar:

https://www.misereor.de/fileadmin/publikationen/fastenaktion-2019-grundlagen-und-praxistipps.pdf

 

 

Uraufführung des Chormusicals Martin Luther King

(Fotos, Quelle: Stiftung Creative Kirche)

Autor: Christian Dick und Johannes Zaum

Es war ein fulminanter Abend Abend! An 9. und 10. Februar erklangen mitreißende Melodien in der Essener Grugahalle: Zweimal ausverkauftes Haus, 2.400 begeisterte Sängerinnen und Sänger, ein völlig hingerissenes Publikum, Solisten und Musiker. „Wenn der Refrain von ,Ich hab den Traum‘ noch mal wiederholt wird und der Chor den Schlussakkord singt. Absoluter Gänsehautmoment!“ schreibt ein Chorsänger nach der Aufführung. Dazu eine Botschaft, die überzeugt und Musik, die abwechselnd zu Tränen rührt. Die Uraufführung des Chormusicals Martin Luther King war wirklich sehr gelungen!

Die Schauspieler sprechen ihre Texte auf Deutsch und bei der Musik sind Texte nur teilweise auch auf Englisch.

Die oft sehr witzige Handlung wird locker vorgetragen, wodurch das Publikum mitgenommen wird.

Teilweise singen Stimmen alleine. Das Lied „Hörst Du mich Gott “ mündet in eine Ermutigung durch Gott. In dem Musical werden Yoga Übungen zur Beruhigung und zur Gewaltlosigkeit bei Protesten im Kampf gegen die Apartheidpolitik.

Das Lied „Nur die Liebe bleibt “ ist eine Erinnerung an Martin Luther King.

Sehr originell ist, dass die Schauspieler bei Martin Luther Kings Besuch in Ost-Berlin Ostdeutsch sprechen.

Die Komponisten zeigen musikalisches Können mit dem Spiel von Keyboard, aber auch Akkordeon.

Bei einem Lied dürfen der Star der Aufführung und der Chor auch Lateinisch singen.

Schließlich wird Hypnose als Mittel zur Verwirrung von Martin Luther King seitens des FBI oder des Ku Klux Klan eingesetzt

Berühmte Lieder in dem Musical, die sehr gut beim Publikum ankamen, sind „Go down Moses “ und „We shall overcome“.

Schließlich wurden interessante Effekt dadurch erzeugt, dass der Chor Lichtspots in unterschiedlichen Farben für die Choregraphie hatte.

Mitsingen in Dortmund

Nach der „Grugahalle“ kommt die Westfalenhalle: Dort wird an Fronleichnam, am Donnerstag, dem 20. Juni 2019, das Chormusical Martin Luther King im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund aufgeführt. Für den Chor an diesem Feiertag werden noch Sängerinnen und Sänger gesucht, über 1.500 haben sich schon angemeldet. Wer mitsingt, kann automatisch auch als Dauerteilnehmer am Kirchentag teilnehmen.

Komödie über das liebe Geld und Glück

Autor: Christian Dick

Wenn man unverhofft zu einem stattlichen Geldbetrag kommt, dann kann ein Mensch, der für gewöhnlich Skrupel hat, schnell in Versuchung geraten. Genauso ergeht es Heiner B. Liebig in der Komödie FUNNY MONEY. Dieses Stück führt auf äußerst humorvolle Weise vor Augen, dass Geld allein noch lange nicht glücklich macht, sondern dass mit dem Geld die Probleme oft erst anfangen. Und unglücklich wird man gerade dann, wenn man nur den materiellen Dingen hinterherläuft. Deswegen ist in der Regel derjenige umso glücklicher, der sich an den kleinen Dingen des Lebens freuen kann.

Schauspielerisch ist diese Inszenierung sehr gelungen.

Geschrieben wurde die Farce „FUNNY MONEY“, die aktuell im Theater an der Kö in Düsseldorf aufgeführt wird von Ray Cooney. Die Regie führt Folke Braband. Mit von der Partie sind die Schauspieler JACQUES BREUER, RALF KOMORR, SASKIA VALENCIA, SIMONE PFENNIG, THOMAS GIMBEL, STEFAN PREISS, HORST R. NAASE und KLEBER VALIM.

Die Premiere am 1. Februar 2019 kam beim Publikum sehr gut an.

Handlung des Stücks

Heiner Liebig verwechselt in der U-Bahn seine Aktentasche mit der eines Fremden und ist plötzlich Besitzer von 1,5 Millionen EURO. Sofort erwacht in Heiner kriminelle Energie. Er plant auf der Stelle mit dem Geld und seiner Frau aus Deutschland zu verschwinden, was sich allerdings als schwierig erweist, weil seine Geburtstagsgäste vor der Türe stehen und sich plötzlich zwei ausgesprochen bestechlich zeigende Polizisten sehr für Heiner interessieren.

Als dann auch noch der eigentliche Inhaber des Geldes tot im Rhein gefunden und anhand der Papiere in seinem Aktenkoffer als Heiner Liebig identifiziert wird und ein dubioser Mr. Big auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Unter den Gästen im Publikum waren die Schauspielerin Judith Richter, Tochter von Beatrice Richter, und die Schauspielerin Tanja Schleiff, Ehefrau des Direktors des Theater an der Kö René Heinersdorff. Beiden hat diese Komödie sehr gut gefallen.

Foto: Judith Richter und Tanja Schleiff (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

„FUNNY MONEY“ steht bis zum 24. März 2019 auf dem Programm des Theater an der Kö. Weitere Informationen sind unter folgender Internetadresse zu finden: www.theateranderkoe.de

Viel Applaus für „Komplexe Väter“

Foto: das Ensemble des Stücks „Komplexe Väter“ Autor, Regisseur und Schauspieler René Heinersdorff, Jochen Busse, Katarina Schmidt, Hugo Egon Balder und Alexandra von Schwerin (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

Autor: Christian Dick

Am 31. Januar 2019 fand im Kölner Theater am Dom die Premiere des Stücks „Komplexe Väter“ statt. Wenn ein Stück, wie in diesem Fall, vom Mitinhaber des Theater am Dom René Heinersdorff geschrieben ist, dann ist das ein Garant für einen äußerst kurzweiligen Abend, an dem man vor Lachen von Herzen fröhlich sein kann. Das Stück wurde bereits mit großem Erfolg in Berlin aufgeführt.

René Heinersdorff ist auch noch Regisseur dieser Komödie uns spielt selber mit. Mit ihm zusammen sorgen Jochen Busse, Hugo Egon Balder, Alexandra von Schwerin und Katarina Schmidt dafür, dass dieser Theaterabend, an dem eine Pointe die andere jagt, beim Publikum bestimmt nicht schnell in Vergessenheit gerät, sondern vielmehr weiter empfohlen wird. Bedauerlich ist, dass heutzutage aktuelle Komödien aus Boulevardtheatern kaum noch im Fernsehen gezeigt werden, denn die Inszenierung „Komplexe Väter“ würde das Fernsehpublikum sicherlich ebenfalls sehr begeistern. Im Mittelpunkt steht die 25jährige Tochter Nadine, dargestellt von Katharina Schmidt, die ihren neuen Freund – verkörpert von René Heinersdorff präsentiert, der zum Leidwesen ihres leiblichen Vaters Erik, den Hugo Egon Balder spielt, und ihres Stiefvaters Anton, den Jochen Busse darstellt, doppelt so alt ist wie Nadine. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb es in diesem heiteren Schwank eine Menge Komplikationen gibt. Zu viel über den Inhalt sei allerdings an dieser Stelle nicht verraten, damit nicht die Spannung vorweg genommen wird. So viel sei aber verraten: Dieses Stück macht Lust auf Mehr!

Bei der Premierenfeier herrschte gute Stimmung. Mit von der Partie waren unter anderem Hella von Sinnen und Schauspielerin Marianne Rogée.

Foto: Hella von Sinnen und Marianne Rogée (Mitte) (Aufnahme, copyright: Christian Dick)

„Komplexe Väter“ steht bis zum 27. April 2019 auf dem Programm des Theater am Dom.

Weitere Informationen gibt es unter folgender Internetadresse: https://www.theateramdom.de/

KakaJu mit herausragendem Sitzungsprogramm

Wer glaubt, nach ihrer feierintensiven Jubiläumssession anlässlich des 6 x 11-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr könnten die Karnevalsfreunde der katholischen Jugend (KakaJu) die diesjährige „fünften Jahreszeit“ nur mit halber Kraft angehen, sieht sich getäuscht. Im Gegenteil drehen die Jecken um Präsident Thomas Puppe in diesem Jahr nochmals richtig auf – und präsentieren eine echte Neuerung im Rahmen ihres Sitzungskarnevals: dies war am 13. Januar die Schnuppersitzung, mit der die KakaJu neue Zielgruppen für den Karneval begeistern möchte, Künstler wie Jecken gleichermaßen. Insgesamt lädt die KakaJu alle Düsseldorfer Jecken zu acht Sitzungen ein, um dort gemeinsam bei einem wieder einmal sehr abwechslungsreichen und attraktiven Programm den allseits bekannten KakaJu-Slogan „feiern – spenden – helfen“ mit Leben zu füllen.

20.863 Euro sammelte die KakaJu in der vergangenen Session an Spendengelder, die sie anschließend an 16 Vereine, Stiftungen und Projekte in und um Düsseldorf sowie in der dritten Welt verteilte. Eine ähnlich hohe Summe soll natürlich auch in der bevorstehenden Session zusammenkommen – und hat dafür einmal mehr ein besonders attraktives Programm zusammengestellt. Den Auftakt in den Sitzungskarneval nach Art der KakaJu markiert bereits am kommenden Sonntag die Schnuppersitzung. „Bei der Schnuppersitzung handelt es sich um ein neues Format, mit dem wir gleichzeitig an eine alte Tradition der KakaJu wieder anknüpfen möchten“, erklärt KakaJu-Literat Sven Gerling. „Aus unseren Reihen kamen in der Vergangenheit immer wieder große Stars des Düsseldorfer Karnevals hervor. Als Beispiele möchte ich nur Pit un Joe, die Frau vom Döres oder die Düssel-Disharmoniker nennen. Ganz in diesem Sinne möchten wir in Zukunft wieder verstärkt jungen Nachwuchstalenten die Möglichkeit bieten, im Rahmen der Schnuppersitzung erste Bühnenerfahrungen zu machen.“ Ihren Charakter als mögliches Karrieresprungbrett unterstreicht die Schnuppersitzung auch dadurch, dass die KakaJu zu dieser Veranstaltung die Literaten aller anderen Düsseldorfer Karnevalsvereine zur Talentsichtung eingeladen hat. „Gleichzeitig möchten wir mit der Schnuppersitzung auch neue Zuschauer ansprechen, die sich bei nochmals günstigeren Kartenpreisen vielleicht für den Besuch ihrer ersten Karnevalssitzung entscheiden“, so KakaJu-Präsident Thomas Puppe.

Auch in diesem Jahr konnte die KakaJu wieder das Who-is-who des rheinischen Karnevals für ihre Sitzungen gewinnen. Auftreten werden unter anderem die Bands Alt Schuß, Fetzer, Swinging Funfares, Michael Hermes, Kokolores, Jolly Family und Jeck United sowie aus Köln Kuhl und de Gäng, De Mädschere und Tacheles. Die Gilde der Büttenredner vertreten unter anderem Jürgen Hilger, Christian Pape, Martin Schops, die Erdnuss, Willi und Ernst, Änne aus Dröplingsen, Schmitz-Backes, Rheinangler, Köbes Torsten Schepers, Oberschwester Helga und Pänz in de Bütt. Und die Riege der Parodisten wird wieder durch das exzellente Duo Et Zweijestirn vertreten. Selbstverständlich sind bei allen Sitzungen auch die Tanzgarde der KakaJu und die Perlen vom Rosenkranz Teil des Programms.

„Alle Künstler werden wie immer zu extrem günstigen Konditionen bei uns auftreten, zum Teil sogar gänzlich auf ihrer Gage verzichten“, erklärt KakaJu-Präsident Thomas Puppe. „Damit honorieren und unterstützen sie nicht nur das soziale Engagement der KakaJu, sondern erlauben uns gleichzeitig, die Sitzungskarten zu äußerst günstigen Preisen anzubieten. Wir ermöglichen somit auch jenen Düsseldorfern den Besuch unserer Veranstaltungen, die sich den Sitzungskarneval ansonsten nicht leisten können oder wollen. Das ist uns sehr, sehr wichtig.“

Über den Kartenverkauf hinaus bieten auf den Sitzungen selbst die jungen sympathischen Tänzerinnen der „Perlen vom Rosenkranz“ eine weitere wichtige Säule des Spendensammelns. Wenn sie mit den gar nicht mal so kleinen „Schweinchen“ von Tisch zu Tisch gehen und um Gaben bitten, werden sie dabei traditionell von Präsident Puppe unterstützt, der von der Bühne aus den Besuchern mit dem längst legendären Zitat des verstorbenen KakaJu-Ehrenvorsitzenden Josef Kürten ins Gewissen redet: „Bitte zuerst die Scheine in die Schweinchen werfen, ansonsten werden die Bühnenkünstler durch das klimpernde Kleingeld gestört …“

Weiteres Geld nimmt die KakaJu zudem durch den Anzeigenverkauf in ihrer Sessionszeitung „Jecke Post“ ein. „All den Firmen und Institutionen, die uns mit dem Schalten einer Anzeige in unserer Zeitung unterstützen, gilt unser großer Dank“, so Puppe. „Die meisten von ihnen sind bereits seit vielen Jahren dabei und kommen vor Sessionsbeginn meist von sich aus auf uns zu. Das erleichtert das ‚Klinkenputzen‘ natürlich ungemein …“

Die Termine der KakaJu-Sitzungen 2019

Sonntag, 13.1.2019: KakaJu-Schnuppersitzung
17.00 Uhr | Rheinterrasse Düsseldorf | 11 €

Sonntag, 27.1.2019: KakaJu-Seniorensitzung (ab 60 Jahre)
17.00 Uhr | Rheinterrasse Düsseldorf | 11 €

Sonntag, 3.2.2019: KakaJu-Sitzung
17.00 Uhr | Rheinterrasse Düsseldorf | 16 €

Sonntag, 10.2.2019: KakaJu-Mädchensitzung
12.00 Uhr | Louisiana, Bolkerstraße 18 | ausverkauft

Samstag, 16.2.2019: KakaJu-Kinderkarneval (bis 12 Jahre)
15.00 Uhr | Lambertus-Saal, Stiftsplatz 3, Altstadt | 5 €

Sonntag, 24.2.2019: KakaJu-Sitzung
17.00 Uhr | Rheinterrasse Düsseldorf | 16 €

Mittwoch, 27.2.2019: KakaJu-Sitzung für Junge und Junggebliebene
17.00 Uhr | Schlösser Alt-Zelt, Burgplatz | ausverkauft